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Technisches Gebiet
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Die
vorliegende Erfindung beschreibt ein Verfahren zum Entmagnetisieren
von ferromagnetischen Bauteilen in einem magnetischen Wechselfeld eines
von aussen angeregten elektrischen Serieschwingkreises mit einer
zugehörigen Resonanzfrequenz, bestehend aus mindestens
einer Entmagnetisierspule mit einer Leerinduktivität, welche
in Reihe mit mindestens einem ersten Kondensator mit einer zugehörigen
Kapazität und parallel zu einer Spannungsquelle geschaltet
ist, wobei eine Speisespannung mit einer einstellbaren Anregungsfrequenz und
fester Spannungsamplitude anlegbar ist.
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Stand der Technik
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Zum
Entmagnetisieren von ferromagnetischen Teilen werden langgestreckte
Spulen eingesetzt, durch welche das zu entmagnetisierende Material
kontinuierlich hindurch befördert wird. Die Spule wird
dabei an eine Wechselspannung konstanter Frequenz und Amplitude
angeschlossen, die in der Regel direkt vom Netz bezogen wird. Das
zu entmagnetisierende Material wird beim Eintritt in die Spule einem
zunehmenden Magnetfluss wechselnder Richtung ausgesetzt, bis in
der Spulenmitte ein Maximum des Feldes erreicht ist. Das Material
wird dabei zyklisch alternierend vom Magnetfeld durchflutet. Nach Erreichen
dieses Maximums nimmt die Amplitude des alternierenden Magnetfeldes
allmählich ab, was auf bekannte Weise den entmagnetisierenden
Effekt bewirkt.
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Das
die Spule durchfliessende Magnetfeld induziert in ihr eine elektrische
Spannung, welche der angelegten Speisespannung entgegenwirkt. Diese Rückwirkung
verhält sich proportional zur angelegten Frequenz gemäss
dem Gesetz der magnetischen Induktion. Sie ist zudem abhängig
von der Masse des ferromagnetischen Materials in der Spule. Dieser Einfluss
ist nicht linear, indem die betreffende Zunahme der Induktivität
begrenzt ist durch die magnetische Sättigung im betreffenden
Material.
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Die
Spule stellt demzufolge eine variable Induktivität dar,
deren Wert von der Beschickung mit dem zu entmagnetisierenden Material
abhängt. Damit sind zwei Probleme verbunden, mit deren
Lösung sich die vorliegende Erfindung befasst.
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Das
erste Problem entsteht durch die mit der Funktion der Spule im direkten
Zusammenhang stehende Induktivität. Um einen bestimmten
Strom entsprechend einer bestimmten Stärke des magnetischen
Feldes zu erreichen, muss die Speisespannung der Spule entsprechend
der Frequenz wesentlich höher sein als bei Speisung durch
Gleichstrom. Die von der speisenden Quelle abgegebene Leistung,
in der Terminologie der Wechselströme als Scheinleistung
bezeichnet, ist viel höher als die effektiv wirksame Leistung,
welche als Wirkleistung bezeichnet wird. Die Spannungsquelle muss
deshalb bezüglich Spannung und Strom proportional zur Frequenz
eine viel höhere Leistung abgeben als dies bei Gleichstrom
zum Erzeugen eines entsprechenden Magnetfeldes notwendig wäre.
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Für
kleine Entmagnetisierspulen mit einer Scheinleistung bis etwa 5
kVA ist die direkte Speisung ab Netzspannung üblich. Der
damit verbundene Verbrauch an Blindstrom wird mit bekannten Mitteln wie
bei anderen induktiven Verbrauchern kompensiert. Für höhere
Leistungen kann die Spule über einen Umrichter mit reduzierter
Frequenz gespeist werden, beispielsweise mit 20 Hz. Damit vermindert sich der
Bedarf an Spannung und Scheinleistung. Weil der Entmagnetisiervorgang
eine bestimmte Anzahl von Schwingungen ein Abklingen des Magnetfeldes erfordert,
dauert er bei tieferer Frequenz entsprechend länger. Der
mögliche Durchsatz einer Entmagnetisierspule verhält
sich deshalb proportional zur eingesetzten Frequenz. Die Reduktion
der Frequenz als Massnahme zur Reduktion der benötigten Scheinleistung
führt deshalb auch zu einem entsprechend verringerten Durchsatz.
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Eine
zweite Lösung besteht in der Ergänzung der Spule
mit einem Kondensator zu einem Serieschwingkreis gemäss 2.
Der mit der Spule in Serie geschaltete Kondensator wird so dimensioniert,
dass bei der speisenden Frequenz die Resonanz eintritt. Die durch
die Rückwirkung des Magnetfeldes entstehende induktive
Spannung wird dabei durch den Kondensator aufgebracht. Die speisende Quelle
liefert lediglich eine Wirkleistung entsprechend dem ohmschen Widerstand
der Spule, (gem. 1). Damit wird der Leistungsbedarf
der Spule unabhängig von der Frequenz, die nun ausschliesslich mit
Rücksicht auf den Entmagnetisiervorgang selbst gewählt
werden kann. Diese Lösung lässt sich aber bei
festgelegter Frequenz nur realisieren, wenn die Induktivität
der Spule konstant bleibt, was beim Beschicken mit Material nicht
gewährleistet ist. Diese Lösung bedarf also besonderer
Massnahmen zur Anpassung der Speisefrequenz.
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Die
in Abhängigkeit von der Beschickung und dem zu entmagnetisierenden
Material stehende Induktivität der Spule stellt das zweite
Problem dar. Bei Speisung mit konstanter Spannung und Frequenz nimmt
der aufgenommene Strom der Spule in Abhängigkeit von ihrer
Beschickung ab, was zu veränderten Bedingungen des Entmagnetisierprozesses
führt. In der Praxis werden direkt ab Netz gespeiste Entmagnetisierspulen
deshalb nur schwach, d. h. mit im Vergleich zur Spulengrösse
geringen Materialquerschnitten ausgenützt.
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Andererseits
ist in der
europäischen
Patentanmeldung 05 027 030.5 ein Verfahren beschrieben, das
eine Speisung über Umrichter und Seriekondensator vorsieht,
wobei die Frequenz automatisch der Resonanzfrequenz des Serieschwingkreises
nachgeführt wird. Damit wird die unterschiedliche Induktivität
der Entmagnetisierspule durch automatisches Nachführen
der Frequenz berücksichtigt und beide Probleme sind gelöst,
jedoch auf Kosten eines beträchtlichen Aufwandes für
die Schaltung.
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Die
DE 30 059 27 benutzt die
weiterentwickelte Regelungstechnik dazu, dass die Frequenz der Speisespannung,
welche an einen Schwingkreis mit einem Kondensator und einer Entmagnetisierspule
angelegt wird, jeweils ständig nachgeregelt auf die Resonanzfrequenz
des Schwingkreises eingestellt wird. Diese Weiterentwicklungen waren
nur durch die verbesserte Regelungstechnik möglich, wobei
die Regelung auf die Resonanzfrequenz auf den maximal möglichen
Stromfluss durch die Entmagnetisierspule führt und damit
zu maximal grossen magnetischen Wechselfelder.
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Darstellung der Erfindung
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Die
vorliegende Erfindung betrifft nun eine demgegenüber wesentlich
einfachere Schaltung, welche einerseits den grossen Bedarf an Scheinleistung
der Entmagnetisierspule deckt und andererseits deren variable Induktivität
derart berücksichtigt, dass für den Entmagnetisiervorgang
reproduzierbare Bedingungen geschaffen werden, unabhängig
von der Beschickung.
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Durch
dieses Verfahren kann ohne zusätzlichen technischen Aufwand
in Form von Steuer- Regelkreisen oder ein/ausschalt-Sequenzen für
befüllte/leere Spulen, eine Entmagnetisierspule mit einem Füllgrad
von 0 bis nahezu 100% unter weitgehend konstanten Prozessbedingungen
betrieben werden. Der Magnetfluss der Entmagnetisierspule wird dadurch
bestmöglich ausgenutzt. Die Entmagnetisierspule kann das
Material eng umschliessen und in den Dimensionen verhältnismässig
klein gehalten werden. Dadurch ergibt sich eine in Bezug auf Energieeffizienz
optimale Entmagnetisierung.
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Eine
weitere Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist die Schaffung eines
störsicheren und nahezu wartungsfreien Verfahrens zur Entmagnetisierung.
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Ein
Verfahren, welches die oben beschriebenen Aufgaben löst,
besitzt die Merkmale des Patentanspruches 1. Vorteilhafte Ausführungsformen
des erfindungsgemässen Verfahrens gehen aus den abhängigen
Ansprüchen hervor, deren Merkmale in der nachfolgenden
Beschreibung mit Bezug auf die anliegenden Zeichnungen erläutert
werden.
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Kurze Beschreibung der Zeichnungen
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Die
Erfindung wird nachstehend im Zusammenhang mit den Zeichnungen beschrieben.
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1 zeigt
die Strom/Frequenz-Charakteristik, sowie die Impedanz/Frequenz-Charakteristik
eines Serieschwingkreises gemäss dem Stand der Technik,
während
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2 eine
schematische Schaltung eines Serieschwingkreises für das
erfindungsgemässe Verfahren darstellt.
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3 verdeutlicht
die Position des Arbeitsbereiches in der Strom/Frequenz-Kurve eines
Serieschwingkreises mit leerer Entmagnetisierspule und
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4 zeigt
erreichbare Wechselstromamplituden in einem von aussen mit einer
Speisespannung angeregten Serieschwingkreis, entsprechend dem erfindungsgemässen
Verfahren, sowie die Amplitude des Wechselstroms in einem Spulenkreis,
in Abhängigkeit vom Füllgrad.
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5 zeigt
den fliessenden Wechselstrom, die zugehörige Gesamtinduktivitätsänderung,
sowie die Variation der Speisespannung als Funktion der Zeit relativ
zueinander.
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Beschreibung
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Das
hier vorgestellte Entmagnetisierverfahren nutzt das magnetische
Wechselfeld einer stromdurchflossenen Entmagnetisierspule 2 mit
einer Leerinduktivität L0 aus, welche Teil eines Serieschwingkreises 1 ist
und in Reihe mit mindestens einem ersten Kondensator 4 mit
einer Kapazität C geschaltet ist. Die Entmagnetisierspule 2 besteht
aus einer Mehrzahl von Windungen, die vorteilhaft möglichst
eng gewickelt sind, damit hohe magnetische Feldstärken
erreichbar sind und kann je nach Ausführungsform eine zylindrische
oder rechteckige Bauform aufweisen. Die Entmagnetisierspule 2 weist
einen hohlen Innenraum auf, durch welchen die zu entmagnetisierenden
Bauteile in Richtung der Spulenlängsachse hindurchbewegt
werden können. In weiteren Ausführungsformen kann
die Entmagnetisierspule 2 aus einer Mehrzahl von getrennt
gewickelten Entmagnetisierspulen 2 aufgebaut sein, welche
miteinander in der Art geschaltet sind, dass die Gesamtzahl der
Entmagnetisierspulen 2 ein magnetisches Feld bilden. In
diesen Ausführungsformen werden die zu entmagnetisierenden
ferromagnetischen Bauteile entsprechend durch die Innenräume
der Gesamtzahl der vorhandenen Entmagnetisierspulen 2 geführt.
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Der
Serieschwingkreis 1 weist bekanntermassen eine Impedanz
Z auf, welche sich aus dem ohmschen Widerstand R der Bauteile und
Zuleitungen, sowie aus der Gesamtinduktivität L, die sich
aus der Leerinduktivität L0 der leeren Entmagnetisierspule 2 und
zusätzlichen Induktivitäten bestimmt und der Gesamtkapazität
des Serieschwingkreises 1, wobei die Kapazität
C des ersten Kondensators 4 und zusätzliche Kapazitäten
einen Beitrag liefern, errechnen lässt. Wie üblich
ist der gesamte ohmsche Widerstand des Serieschwingkreises 1 symbolisch durch
den Widerstand R gekennzeichnet.
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Parallel
zur Entmagnetisierspule 2 und damit an einen Pol der Entmagnetisierspule 2 und
an einen Pol des ersten Kondensators 4 wird eine Spannungsquelle 3 angeklemmt,
welche eine konstante Wechselspannung, die Speisespannung U, mit
einer einstellbaren Anregungsfrequenz f liefert. Da für
das vorliegende Verfahren keine aktive Regelung benötigt
wird, werden keine hohen Anforderungen an die Spannungsquelle 3 gestellt.
Die Spannungsquelle 3 muss eine konstante Spitze-Spitze
Spannungsamplitude liefern und die Anregungsfrequenz f der Speisespannung
muss in einem Frequenzbereich von annähernd 1 Hz bis 100
Hz frei auf einen konstanten Wert einstellbar sein, um die Spannungsquelle 3 für
die gewünschten Entmagnetisierprozesse bei Anregungsfrequenzen
f von 1 Hz bis zu 100 Hz einzusetzen. Experimente haben optimale
Ergebnisse bei Anregungsfrequenzen f von 2 Hz bis 50 Hz geliefert.
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Die 1 stellt
eine bekannte Strom/Frequenz-Kurve K eines Serieschwingkreises 1 dar,
wobei ein fliessender Wechselstrom I je nach Wahl der Anregungsfrequenz
f erreicht wird. Deutlich ist die Resonanzfrequenz fR erkennbar,
bei welcher der fliessende Strom I im Serieschwingkreis 1 ein
Strommaximum IR annimmt, da die Impedanz
für f = fR ein Minimum erreicht.
Die Resonanzfrequenz fR ist proportional
zum Kehrwert des Produktes aus Leerinduktivität L0 multipliziert
mit der Kapazität C. Mit dieser Berechungsvorschrift kann
die Resonanzfrequenz fR bekanntermassen
abgeschätzt werden.
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Werden
Bauteile durch den Innenraum der Entmagnetisierspule 2 geführt,
so wird der Innenraum der Entmagnetisierspule 2 bis zu
einem gewissen Füllgrad gefüllt, so dass sich
die Gesamtinduktivität L, die sich aus der Leerinduktivität
L0 der leeren Entmagnetisierspule 2 und einer Zusatzinduktivität L1
der zugeführten Bauteile zusammensetzt, entsprechend erhöht,
woraus eine Abnahme der Resonanzfrequenz fR des Serieschwingkreises 1 resultiert,
was in einer Verschiebung der Strom/Frequenz-Kurve K sichtbar ist.
Da sich die Induktivität L1 der zugeführten Bauteile
während der Entmagnetisierung ebenfalls verändert,
führt dieser Effekt, zu einer dynamischen Verschiebung
der Resonanzfrequenz fR während des Entmagnetisierprozesses.
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Während
bisher verwendete Entmagnetisiervorrichtungen die Anregungsfrequenz
f exakt und kontinuierlich auf die variierende Resonanzfrequenz fR geregelt haben, um den maximal möglichen
Strom, also das Strommaximum IR durch die
Entmagnetisierspule 2 zu erreichen, geht das hier vorgeschriebene Verfahren
einen anderen Weg. Die Anregungsfrequenz f wird während
des gesamten Entmagnetisiervorganges auf einem konstanten Wert unterhalb
der Resonanzfrequenz fR in einem Arbeitsbereich 5 gehalten.
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Das
Strommaximum IR und damit das maximale Magnetfeld
kann nicht erreicht werden, solange die Anregungsfrequenz f innerhalb
des Arbeitsbereiches 5 liegt. Experimente haben gezeigt,
dass der in den bisher benutzten Entmagnetisierverfahren auftretende
Maximalstrom IR nicht zwingend für
gute Entmagnetisierergebnisse nötig ist und eine ausreichende
Durchsättigung der Bauteile schon bei niedrigeren Magnetfeldstärken
erreicht werden.
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Bei
dem hier vorliegenden Entmagnetisierverfahren wird eine Anregungsfrequenz
f für eine gegebene Entmagnetisierspule 2 mit
bekannter Leerinduktivität L0 und mindestens einem ersten
Kondensator 4 mit bekannter Kapazität C derart
eingestellt, dass die Grösse des Produktes aus der Anregungsfrequenz
f in Hz multipliziert mit der Leerinduktivität L0 in Henry
f·L0 ≥ 0,22 [Hz·H] ist.
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Wenn
der Serieschwingkreis mit einer Speisespannung U und einer Anregungsfrequenz
f, welche innerhalb des Arbeitsbereiches 5 liegt, so dass f·L0
grösser oder gleich 0,22 [Hz·H] ist, von aussen angeregt,
dann erreicht die mögliche Wechselstromamplitude I nicht
den Maximalstrom IR, selbst bei Befüllung
des Innenraumes der Entmagnetisierspule 2. Die Folge ist
ein stabiler Stromfluss durch den Serieschwingkreis 1 in
dem Arbeitsbereich 5 der Anregungsfrequenz f aus 3 unterhalb
der Resonanzfrequenz fR im induktiven Bereich
der Strom/Frequenz-Kurve aus 1.
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Solange
eine Anregungsfrequenz f gewählt wurde, welche mit der
Leerinduktivität L0 multipliziert ein Produkt f·L0 ≥ 0,22
[Hz·H] ergibt, liegt der Wert der Anregungsfrequenz in
dem Arbeitsbereich 5 und damit selbst bei einer Befüllung
des Innenraums der Entmagnetisierspule 2 von bis zu 90%
immer unterhalb der Resonanzfrequenz fR,
wodurch selbst bei maximal anliegender Speisespannung U der Maximalstrom
IR nicht erreicht wird. Dadurch, dass der Maximalstrom
IR nicht erreicht wird, wird die Spannungsquelle 3 am
Serieschwingkreis 1 im optimalen Arbeitspunkt betrieben.
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Wenn
die Spannungsamplitude an der Spannungsquelle 3 und die
Anregungsfrequenz f der Speisespannung U auf einen gewünschten
Wert entsprechend dem Produkt f·L ≥ 0,22 [Hz·H]
eingestellt wurde, arbeitet die Spannungsquelle 3 im Dauerbetrieb und
an den Serieschwingkreis 1 ist eine konstante Wechselspannung
angelegt, welche einen alternierenden Wechselstrom I im Serieschwingkreis 1 zur Folge
hat, welcher beim Durchgang durch die Entmagnetisierspule 2 ein
alternierendes Magnetfeld erzeugt. Bis auf die Abstimmung der Anregungsfrequenz
f auf den Arbeitsbereich 5 vor Beginn der Entmagnetisierung
ist keine weitere Anpassung des Serieschwingkreises 1 nötig,
das bedeutet, dass keine aktive Regelung der Spannungsquelle und
keine Veränderung der elektronischen Bauteile nötig
ist, wodurch ein störungssicherer und nahezu wartungsfreier
Betrieb möglich ist.
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Wenn
der Serieschwingkreis 1 von aussen mittels der Spannungsquelle 3 angeregt
wird, wird der Innenraum der Entmagnetisierspule 2 ständig
bis zu einem Füllgrad von etwa 90% gefüllt. Dazu
werden zu entmagnetisierende ferromagnetische Bauteile von einer
Seite axial in die Entmagnetisierspule 2, oder entsprechen
in eine Mehrzahl von Entmagnetisierspulen 2, eingebracht.
Nachdem sie den Innenraum gequert haben, verlassen die Bauteile
die Entmagnetisierspule 2 wieder. Die Bauteile können
beispielsweise auf einer Fördereinrichtung liegend automatisiert
einzeln und einmalig, oder mit einer Endlosfördereinrichtung
mehrmalig durch den Innenraum der mindestens einen Entmagnetisierspule 2 geführt werden.
Auch eine von Hand durchgeführte Zuführung der
zu entmagnetisierenden Bauteile ist möglich.
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Während
des Entmagnetisiervorganges durchdringt das Magnetfeld der Entmagnetisierspule 2 das
Bauteil je nach Wandstärke des Bauteils mehr oder weniger
stark. Die Elementarmagnete im Inneren des Bauteils werden dabei
dem äusseren Magnetfeld entsprechend wechselnd ausgerichtet.
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In 4 ist
eine Strom/Füllgrad-Kurve für einen Serieschwingkreis 1,
welche mit RLC bezeichnet ist aufgeführt, die eine maximal
erreichbare Wechselstromamplitude bei einem Füllgrad von
etwa 50% zeigt. Dieser Anstieg ist mit der Verschiebung der Resonanzkurve
nach links bei Erhöhung der Gesamtinduktivität
L erklärbar, wodurch das Niveau des Stromes erhöht
wird. Wenn die Anregungsfrequenz f entsprechend f·L ≥ 0,22
[Hz·H] gewählt ist, wird die Resonanz bei Erhöhung
des Füllgrades nicht erreicht. Da die Zusatzinduktivität
L1 der zugeführten Bauteile durch den Entmagnetisierprozess
kontinuierlich verringert wird wandert die Resonanzkurve beziehungsweise
die Resonanzfrequenz weiter nach rechts zu höheren Frequenzen.
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Im
Vergleich zum Serieschwingkreis ist die Strom/Füllgrad-Kurve
RL eines Spulenkreises ohne Kondensator im Vergleich in 4 gezeigt.
Da die Zunahme der Gesamtinduktivität L durch in den Innenraum
der Entmagnetisierspule 2 eingebrachte Bauteile entsprechend
der Formel für die Impedanz eines solchen Spulenkreises
zu einer starken Zunahme des Widerstandes führt, sinkt
die fliessende Wechselstromamplitude schon bei einem Füllgrad von
10% signifikant ab. Diese Messungen sprechen klar für den
Einsatz eines Serieschwingkreises 1 mit mindestens einem
ersten Kondensator 4, welcher im Bereich eines Füllgrades
von 10% bis etwa 50% optimale Entmagnetisierergebnisse liefert.
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Aufgrund
von ferromagnetischen Eigenschaften besitzen die Bauteile eine Zusatzinduktivität L1,
welche die Gesamtinduktivität L erhöht. Während des
Dauerbetriebes der Speisespannung U resultiert ein Wechselstrom
I, welcher durch die Entmagnetisierspule 2 fliesst, woraus
ein Magnetfeld resultiert, welches die Bauteile durchflutet, wodurch
die Zusatzinduktivität L1 verringert wird. Je nach Grösse
des augenblicklich fliessenden Wechselstromes I kann die Gesamtinduktivität
L bei maximaler Durchflutung der ferromagnetischen Bauteile auf
die minimal mögliche Leerinduktivität L0 herabgesetzt
werden. Dieser periodische Vorgang ist in der 5 für
einen kurzen Zeitraum dargestellt, in welchem die Bauteile den Innenraum
der Entmagnetisierspule 2 ausfüllen.
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Sobald
das Bauteil von der Entmagnetisierspule 2 entfernt wird,
verringert sich das wirkende Magnetfeld, wodurch der Restmagnetismus
des Bauteils gegen Null verringert wird.
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Die
Bauteile können je nach Ausführungsform in einer
Zuführrichtung parallel zur Längsachse einer oder
mehrerer gleich ausgerichteter Entmagnetisierspulen 2 geführt
werden, wobei die Bauteile durch die Entmagnetisierspulen 2 hindurchgeführt werden.
Versuche haben gezeigt, dass auch eine Zuführrichtung der
Bauteile, welche mit der Längsachse der mindestens einen
Entmagnetisierspule 2 einen von Null verschiedenen Winkel
einschliesst, zu guten Entmagnetisierergebnissen führt.
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Beim
erfindungsgemässen Verfahren wird die Entmagnetisierspule 2 mit
einem ersten Kondensator 4 bestimmter Kapazität
C zu einem Serieschwingkreis 1, (gem. 2),
ergänzt und dieser mit einer Spannungsquelle 3 von
fester Speisespannung U und Anregungsfrequenz f kontinuierlich betrieben.
Die zu entmagnetisierenden Teile werden einzeln, gruppenweise oder
in einem stetigen Strom mit einer bestimmten Geschwindigkeit durch
die Entmagnetisierspule 2 gefördert. Der Serieschwingkreis 1 ist,
(gem. 3), auf die speisende Anregungsfrequenz f derart
abgeglichen, dass seine Eigenfrequenz oder Resonanzfrequenz fR ohne Beschickung um einen bestimmten Betrag
höher liegt als die speisende Anregungsfrequenz f.
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Mit
dieser besonderen Einstellung als Merkmal der Erfindung lässt
sich die Schaltung einerseits mit gutem Wirkungsgrad, d. h. einem
geringen Überschuss an Scheinleistung, andererseits mit
vom Durchsatz an Material unabhängigen Bedingungen für
den Entmagnetisierprozess betreiben. Dies beruht auf dem Zusammenwirken
der folgenden Effekte. Entsprechend dem Verlauf des Scheinwiderstandes
des Serie-Resonanzkreises in der Umgebung des Resonanzpunktes erhöhen
sich Spannung U und Strom I der Entmagnetisierspule 2 mit
deren Beaufschlagung durch das zu entmagnetisierende Material. Der
Grund dafür ist die mit dieser Beaufschlagung zunehmende
Gesamtinduktivität L, welche eine Senkung der Eigenfrequenz
fR und damit eine Annäherung des
Resonanzpunktes des Serieschwingkreises 1 an die speisende
Anregungsfrequenz f bewirkt.
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Im
Unterschied zur Speisung mit konstanter Spannung, wo der Spulenstrom
mit zunehmender Belastung durch das zu entmagnetisierende Material abnimmt,
steigen nun Spannung und Strom bei zunehmender Belastung, bis etwa
50% Füllgrad (gem. 4) an. Dieser
Anstieg ist einerseits begrenzt durch den Verlauf der Resonanzkurve
selbst, andererseits durch die magnetische Sättigung des
eingebrachten Materials. Dieser zweite Effekt, der bei starker Füllung
der Entmagnetisierspule 2 durch das zu entmagnetisierende
Material vorherrschend ist, gewährleistet gleichzeitig
einen einwandfreien Entmagnetisierprozess mit einem Minimum an residuellem Magnetismus.
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Wird
eine Entmagnetisierspule 2 nach dem erfindungsgemässen
Verfahren betrieben und mit ferromagnetischem Material befüllt,
so nehmen Wechselstrom I, Induktivität L0 und
Speisespannung U die in (5) dargestellten Formen an.
Die Induktivität L0 entspricht
der Induktivität der Luftspule. L1 entspricht
der Induktivitätszunahme infolge des ungesättigten
ferromagnetischen Materials.
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In
allen Fällen, wo die Eindringtiefe des magnetischen Feldes
bei einer Anregungsfrequenz f von 50 Hz genügt, kann somit
die direkte Speisung der Entmagnetisierspule 2 mit einem
ersten Kondensator 4 in Serie erfolgen, sofern dieser auf
eine Eigenfrequenz fR des frei schwingenden
Serieschwingkreises 1 bei unbeaufschlagter Entmagnetisierspule 2 abgestimmt
ist, die im Bereich 70 Hz liegt.
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Experimente
haben gezeigt, dass gute Entmagnetisierergebnisse erzielt werden,
wenn die Güte Q der Entmagnetisierspule 2, welche
durch den Quotienten der Leerinduktivität der leeren Entmagnetisierspule 2 mit
der Einheit Henry geteilt durch den ohmschen Widerstand R in der
Einheit Ohm des Serieschwingkreises 1 bevorzugterweise
in einem Bereich 0,04 < Q < 0,4 [H/Ohm] liegt.
Bei Verwendung von Kupfer oder Aluminium als Spulenmaterial der Entmagnetisierspule 2 liegt
die Güte Q in einem Bereich von 0,005 bis 0,4 H/Ohm und
bevorzugterweise in einem Bereich von 0,005 bis 0,2 H/Ohm.
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Zahlenbeispiel
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Eine
klassische RL-Konfiguration bestehend aus einer Spule und parallel
geschaltener Wechselspannungsquelle: Induktivität der Spule
ist L0 = 44 mH, ohmscher Widerstand 0.7
Ohm, Betriebsspannung 130 VAC (Effektivwert) und Betriebsfrequenz 25
Hz. In unbeladenem Zustand fliesst durch die Spule ein Strom von
18.7 A und erzeugt ein entsprechendes Magnetfeld.
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Bei
Befüllung mit ferromagnetischem Material zu ~ 7.5% Füllgrad
sinkt der Strom und das korrespondierende Magnetfeld auf 11.15 A
(Effektivwert).
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Bei
Befüllung mit ferromagnetischem Material zu ~ 82% Füllgrad
sinkt der Strom und das korrespondierende Magnetfeld auf 3.9 A (Effektivwert).
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Wenn
gemäss vorliegender Erfindung ein seriell zur Spule geschaltener
Kondensator 4 mit C = 330 uF eingesetzt wird, ergeben sich
folgende Werte: Bei unbeladener Spule von L0 =
44 mH und 0.7 Ohm und einer Betriebsspannung von 232 VAC (Effektivwert).
und 25 Hz fliessen 18.7 A (Effektivwert).
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Bei
Befüllung mit ferromagnetischem Material zu ~ 7.5% Füllgrad,
steigt der Strom und das korrespondierende Magnetfeld auf 21.9 A
(Effektivwert).
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Bei
Befüllung mit ferromagnetischem Material zu ~ 82% Füllgrad,
sinkt der Strom und das korrespondierende Magnetfeld auf 16.1 A
(Effektivwert).
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- 1
- Serieschwingkreis
- Z
- Impedanz
des Schwingkreises
- fR
- Resonanzfrequenz
- R
- ohmscher
Widerstand
- IR
- Strommaximum,
Maximalstrom
- 2
- Entmagnetisierspule
- L0
- Leerinduktivität
der leeren Entmagnetisierspule
- L1
- Zusatzinduktivität
der zugeführten Bauteile
- L
- Gesamtinduktivität
(L = L0 + L1)
- K
- Strom/Frequenz-Kurve
- 3
- Spannungsquelle
- f
- Anregungsfrequenz
der Speisespannung
- I
- Wechselstrom
- U
- Speisespannung
- 4
- rster
Kondensator
- C
- Kapazität
- 5
- Arbeitsbereich
- RLC
- Strom/Füllgrad-Kurve
für einen Serieschwingkreis 1
- RL
- Strom/Füllgrad-Kurve
eines von aussen angeregten Spulenkreises
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ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
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Zitierte Patentliteratur
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- - EP 05027030 [0009]
- - DE 3005927 [0010]