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Die
vorliegende Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zum Herstellen einer
Struktur, insbesondere eines Kernverbundes im Luft- und Raumfahrtbereich, sowie
auf eine derartige Struktur, insbesondere einen Kernverbund im Luft-
und Raumfahrtbereich.
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In
Hochtechnologiebereichen, wie dem Flugzeugbau, finden Kernverbunde
aufgrund ihres guten Verhältnisses
von Steifigkeit und Festigkeit zu Dichte einen breiten Anwendungsbereich.
Ein Kernverbund besteht in der Regel aus einer Kernschicht, welche ober-
und unterseitig jeweils eine Deckschicht aufweist.
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Um
einen derartigen Kernverbund zu verstärken, ist es bekannt geworden,
stabförmige
Verstärkungselemente,
beispielsweise sogenannte "Pins", in die Kernschicht,
beispielsweise ein Hartschaum, in deren Dickenrichtung einzustechen,
bevor die Deckschichten ober- und unterseitig aufgebracht werden.
Derartige Pins können
beispielsweise im Pultrusionsverfahren hergestellt werden. Beim Pultrusionsverfahren
werden anfänglich
trockene Fasern mit einer duroplastischen Matrix imprägniert und anschließend durch
eine Düse
gezogen, wobei diese beheizt ist. Dies führt zu einem wenigstens teilweise Vernetzen
der Matrix, wodurch die Verstärkungselemente
eine gewisse Eigensteifigkeit für
ein Einstechen derselben in die Kernschicht aufweisen.
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Um
nun eine weitere Verstärkung
des Kernverbunds zu erzielen, ist nachfolgender Ansatz im Stand
der Technik entwickelt worden. Die Verstärkungselemente werden mit einer
derartigen Länge vorgesehen,
dass sie sowohl ober- als auch unterseitig bezüglich der Kernschicht einen überstehenden Abschnitt
aufweisen. Diese überstehenden
Abschnitte der Verstärkungselemente
werden in einem weiteren Schritt mittels einer beheizten Zange einzeln
derart umgefaltet, dass sie die Kernschicht hintergreifen. In einem
weiteren Schritt werden dann auf die Ober- und Unterseite der Kernschicht samt
den jeweils auf diesen aufliegenden, überstehenden Abschnitten der Verstärkungselemente
die beiden einleitend angesprochenen Deckschichten aufgebracht.
Die beiden üblicherweise
aus einem mit einer Harzmatrix vorimprägnierten Fasergelege bestehenden
Deckschichten werden daraufhin samt der teilvernetzten Verstärkungselemente
sowie der Kernschicht unter Druck und Wärme ausgehärtet.
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Bei
dem vorstehend beschriebenen Ansatz hat es sich als nachteilig herausgestellt,
dass zunächst
jeder der überstehenden
Abschnitte der Verstärkungselemente
einzeln mit der beheizten Zange gegriffen und anschließend eine
vorbestimmte Zeitspanne abgewartet werden muss, bis der überstehende
Abschnitt ausreichend erweicht ist, um diesen daraufhin zum Hintergreifen
der Kernschicht umzuklappen. Dieser Prozess ist vergleichsweise
zeit- und damit kostenaufwendig.
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Die
DE 10 2005 035 681
A1 beschreibt ein Fertigungsverfahren zur Armierung von
Kernmaterialien für
Kernverbunde sowie von Kernverbundstrukturen. Die
DE 10 2005 024 408 A1 beschreibt
ein Verfahren zur Verstärkung
von Schaumwerkstoffen. Die
US
6,291,049 B1 beschreibt eine Sandwich-Struktur sowie ein
Verfahren zum Herstellen einer solchen unter Verwendung von sogenannten
Pins.
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Es
ist daher Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein verbessertes Verfahren
zum Herstellen einer Struktur, insbesondere eines Kernverbunds im Luft-
und Raumfahrtbereich, und/oder eine Struktur, insbesondere einen
Kernverbund im Luft- und Raumfahrtbereich, bereitzustellen, welches
beziehungsweise welche insbesondere eine Reduzierung der Wartenzeit
zum Aufheizen der überstehenden
Abschnitte zum Erweichen derselben ermöglicht.
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Erfindungsgemäß wird diese
Aufgabe durch ein Verfahren mit den Merkmalen des Patentanspruchs
1 gelöst.
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Demgemäß wird ein
Verfahren zum Herstellen einer Struktur, insbesondere eines Kernverbunds im
Luft- und Raumfahrtbereich, mit folgenden Schritten bereitgestellt.
Zunächst
wird ein Heizmaterial auf eine Seite eines Kernstrukturmaterials
aufgebracht. In einem weiteren Schritt wird ein Verstärkungselement
in das Kernstrukturmaterial und das Heizmaterial derart eingebracht,
dass sich das Verstärkungselement
durch das Kernstrukturmaterial und das Heizmaterial hindurch erstreckt
und einen über
das Heizmaterial überstehenden
Abschnitt aufweist. Hiernach wird das Heizmaterial zum wenigstens
bereichsweise Erweichen des überstehenden
Abschnitts aufgeheizt. Anschließend
wird der überstehende
Abschnitt mit dem erweichten Bereich als Drehpunkt zum Bilden der
Struktur umgeformt.
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Die
der vorliegenden Erfindung zugrundeliegende Idee besteht darin,
dass das Aufheizen – gegenüber dem
einleitend beschriebenen Ansatz gemäß dem Stand der Technik – parallelisiert
werden kann, da das Heizmaterial im Wesentlichen angrenzend (also
kontaktierend oder mit geringfügigem Spalt)
an jeden der Drehpunkte der überstehenden Abschnitte
angeordnet ist und somit bei einem Aktivieren des Heizmaterials
jedem dieser Drehpunkte im Wesentlichen gleichzeitig Wärme zugeführt wird. Im
Wege dieser Parallelisierung ergibt sich somit eine Zeit- und Kostenersparnis
gegenüber
dem bekannten, sequentiellen Ansatz.
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In
den Unteransprüchen
finden sich vorteilhafte Ausgestaltungen und Verbesserungen der
Erfindung.
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Unter
dem Begriff „Verstärkungselement" soll vorliegend
vorzugsweise ein stabförmiges
Halbzeug verstanden werden. Dieses Halbzeug kann im Pultrusions-
oder Strangpressverfahren hergestellt werden. Das Halbzeug kann
beispielsweise einen runden, dreieckigen, viereckigen, hexagonalen,
rohrförmigen
oder anderen Querschnitt aufweisen. Das Verstärkungselement kann dabei mit
oder ohne Armierungsfasern, beispielsweise Kohlenstofffasern, ausgebildet
sein. Das Verstärkungselement
kann – auch
zusätzlich
zu den Armierungsfasern – einen Thermoplasten
oder Duroplasten aufweisen.
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Unter
dem Begriff „Kernstrukturmaterial" ist vorliegend vorzugsweise
ein Schaumstoffmaterial, insbesondere ein Hartschaumstoff, ein Prepreg-Material
oder ein trockenes Gelege oder Gewebe, eine metallisch Folie, sowie
eine beliebige Kombination selbiger, zu verstehen. Besonders bevorzugt
ist das Kernstrukturmaterial selbsttragend ausgebildet, das heißt, dass
es ohne Hilfsmittel eine eigene Stabilität besitzt.
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Wenn
vorliegend von dem „Aufbringen" eines Materials
auf ein anderes Material gesprochen wird, so ist insbesondere ein
Auflegen (und/oder Auftragen) und stoffschlüssiges Verbinden zwischen dem
einen und dem anderen Material gemeint.
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Bevorzugt
werden eine Vielzahl von Verstärkungselementen
in das Kernstrukturmaterial und das Heizmaterial eingebracht.
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Bevorzugt
wird der überstehende
Abschnitt mittels einer Walze umgeformt, welche im Wesentlichen
parallel zu dem Kernstruk turmaterial bewegt wird. Bevorzugt werden
mittels der Walze mehrere überstehende
Abschnitte der mehreren Verstärkungselementen
gleichzeitig umgeformt.
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Beispielsweise
kann die Struktur als Hohlstruktur hergestellt sein, d. h. es sind
zwei Kernstrukturmaterialien vorgesehen, welche einen Abstand zwischen
sich aufweisen. Der Abstand zwischen den beiden Kernstrukturmaterialien
wird dabei von dem Verstärkungselement überbrückt, welches
diese miteinander verbindet. Das Heizmaterial kann dann jeweils
auf die von dem jeweils anderen Kernstrukturmaterial abgewandte
Seite aufgebracht werden. Das Verstärkungselement erstreckt sich
dabei durch beide Kernstrukturmaterialien sowie durch beide Heizmaterialien
und gegebenenfalls durch ein auf jedes der Heizmaterialien aufgebrachtes
Zwischenmaterial. Die Deckschichten werden wiederum auf jedes der
Heizmaterialien beziehungsweise jedes der Zwischenmaterialien samt
dem auf diesen aufliegenden, überstehenden
Abschnitt des Verstärkungselements aufgebracht.
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Selbstverständlich kann
in der oberhalb beschriebenen Anordnung das Kernstrukturmaterial auch
als Vollstruktur ausgebildet werden. Das heißt der oberhalb beschriebene
Hohlraum zwischen den beiden Kernstrukturmaterialien ist ebenfalls
durch Kernstrukturmaterial ausgefüllt; es ist also lediglich ein – wenn auch
unter Umständen
dickeres – Kernstrukturmaterial
vorgesehen.
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Dies
Verstärkungselemente
können
sich beispielsweise mit verschiedenen Winkeln durch das Kernstrukturmaterial
erstrecken. Bevorzugt erstrecken sie sich, für den Fall, dass das Kernstrukturmaterial
als Kernstrukturschicht ausgebildet ist, in deren Dickenrichtung
oder mit einem Winkel ungleich 90°, beispielsweise
30 bis 70°,
zur Dickenrichtung durch diese. Die so gebildeten Verstrebungen
verstärken das
Kernstrukturmaterial.
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Gemäß einer
bevorzugten Weiterbildung des erfindungsgemäßen Verfahrens wird der überstehende
Abschnitt derart umgeformt, dass er auf dem Heizmaterial oder auf
einer auf diesem aufgebrachten Zwischenmaterial zum Liegen kommt.
Es besteht die Möglichkeit,
nachdem oder bevor das Heizmaterial auf das Kernstrukturmaterial
aufgebracht ist, ein Zwischenmaterial auf das Heizmaterial aufzubringen. Der überstehende
Abschnitt kann in einem dem Umformen nachgeschalteten Schritt zum
Aushärten
der gesamten Struktur mit dem Heizmaterial oder dem Zwischenmaterial
fest verbunden werden. Dafür weist
das Heizmaterial oder das zwischenmaterial vorzugsweise eine Matrix,
insbesondere ein Epoxydharz, auf, in welche der umgeformte, überstehende Abschnitt
wenigstens abschnittsweise eintaucht und dann mit dieser ausgehärtet wird.
Vorteilhaft wird das Zwischenmaterial aus einem sehr festen Faserverbundwerkstoff
ausgebildet, beispielsweise einem CFK Prepreg mit einer sehr hohen
Faserdichte. Das Zwischenmaterial kann dann einen sehr festen Verankerungspunkt
für den überstehenden
Abschnitt des Verstärkungselements
bilden.
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Das
Heizmaterial wird vorzugsweise direkt auf das Kernstrukturmaterial
aufgebracht. Das Zwischenmaterial wird vorzugsweise ebenfalls direkt
auf das Heizmaterial aufgebracht.
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Gemäß einer
weiter bevorzugten Weiterbildung des erfindungsgemäßen Verfahrens
wird ein Deckmaterial auf das Heizmaterial oder das Zwischenmaterial
samt dem auf diesem aufliegenden Abschnitt des Verstärkungselements
aufgebracht. Dadurch wird der überstehende
Abschnitt des Verstärkungselements
vorteilhaft zwischen dem Heizmaterial oder Zwischenmaterial und
dem Deckmaterial "gesandwicht", was zu einer noch
höheren
Festigkeit der hergestellten Struktur führt.
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Gemäß einer
weiter bevorzugten Weiterbildung des erfindungsgemäßen Verfahrens
weist das Heizmaterial, das Zwischenmaterial und/oder die Deckschicht
eine Matrix auf, welche mittels des Aufheizens des Heizmaterials
fließfähig wird,
wodurch die Matrix in einen Ringraum zwischen dem Verstärkungselement
und dem Kernstrukturmaterial fließt und diesen somit dicht verschließt. Das
Verstärkungselement
wird bevorzugt durch Einstechen in das Kernstrukturmaterial und
das Heizmaterial eingebracht. Dabei bildet sich – auf mikroskopischer Ebene – ein Ringraum
zwischen Verstärkungselement
und Kernstrukturmaterial beziehungsweise Heizmaterial. Im Wege der
oberhalb beschriebenen Weiterbildung kann der Ringraum somit einfach
abgedichtet werden, wodurch ein Eindringen von schädlichen
Substanzen in die Struktur verhindert werden kann.
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Wenn
vorliegend von einer „Matrix" gesprochen wird,
so ist bevorzugt eine duroplastische Matrix gemeint. Alternativ
kann jedoch auch eine thermoplastische oder andersartige Matrix
gemeint sein.
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Bevorzugt
vorteilhaft weist das Heizmaterial zusätzlich zu den Komponenten,
welche die Freisetzung von Wärme
ermöglichen – beispielsweise
ein oder mehrere elektrische Widerstandselemente –, die Matrix
für den
Ringraum auf. Dadurch muss die Matrix nicht mehr auf separatem Wege
bereitgestellt werden, wodurch sich eine Prozessvereinfachung ergeben
kann. Alternativ kann auch das Zwischenmaterial oder die Deckschicht
die Matrix für
den Ringraum aufweisen.
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Gemäß einer
weiter bevorzugten Weiterbildung des erfindungsgemäßen Verfahrens
wird auf der anderen Seite des Kernstrukturmaterials wenigstens
im Bereich eines Ringraums zwischen dem Verstärkungselement und dem Kernstrukturmaterial
ein weiteres Zwischenmaterial aufgebracht, wobei eine Matrix des
Zwischenmaterials mittels Aufheizen des Heizmaterials fließfähig wird,
wodurch die Matrix in den Ringraum fließt und diesen somit dicht verschließt. Die
andere Seite des Kernstrukturmaterials liegt dabei vorzugsweise
der einen Seite gegenüber, wobei
sich der Ringraum von der einen zur anderen Seite des Kernstrukturmaterials
erstreckt. Der Ringraum kann dabei auch durch Einstechen der Verstärkungselemente
gebildet werden. Die Matrix des Zwischenmaterials verschließt dabei
den Ringraum im Wesentlichen auf der anderen Seite des Kernstrukturmaterials.
Dies kann zusätzlich
oder alternativ zu dem oberhalb beschriebenen Verschließen des Ringraums
auf der einen Seite des Kernstrukturmaterials erfolgen. Auch hierdurch
wird ein Eindringen von schädlichen
Substanzen aus der Umgebung in die Struktur verhindert. Wird das
weitere Zwischenmaterial beispielsweise in Form einer Beschichtung lediglich
im Bereich des Ringraums auf der anderen Seite des Kernstrukturmaterials
angrenzend zu dem Verstärkungselement
aufgebracht, beispielsweise aufgespritzt, kann die gewünschte Dichtigkeit
materialsparend erzielt werden.
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Gemäß einer
weiter bevorzugten Weiterbildung des erfindungsgemäßen Verfahrens
weist das Heizmaterial, das Zwischenmaterial, das weitere Zwischenmaterial,
das Verstärkungselement und/oder
die Deckschicht eine Matrix auf, welche mittels des Aufheizens des
Heizmaterials ausgehärtet wird.
Vorteilhaft kann somit die gesamte Struktur ausgehärtet werden,
d. h. es ist nicht mehr notwendig, die Struktur in einen Ofen oder
Autoklaven einzubringen, um diese dort unter Druck und Wärme auszuhärten. Die
Matrix ist dafür
als eine duroplastische Matrix, insbesondere Epoxydharzmatrix, ausgebildet.
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Gemäß einer
weiter bevorzugten Weiterbildung des erfindungsgemäßen Verfahrens
weist das Verstärkungselement
ein lediglich teilvernetztes Duroplastmaterial und/oder Fasern auf.
Entscheidend ist, dass der überstehende
Abschnitt des Verstärkungselements
mittels Aufheizen des Heizmaterials (noch ausreichend) erweichbar
ist.
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Unter „teilvernetzt" ist vorliegend ein
Vernetzungsgrad zwischen 0 und 100% gemeint. Bevorzugt weist der überstehende
Abschnitt des Verstärkungselements
aber einen Vernetzungsgrad von beispielsweise 30 bis 80% auf, welcher
eine Formstabilität
des Verstärkungselements
garantiert, so dass dieses in das Kernstrukturmaterial eingestochen
werden kann.
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Unter „Aushärten" ist vorliegend die
Erhöhung
des Vernetzungsgrads in der Matrix zu verstehen, insbesondere ist
darunter vorliegend das Erreichen eines Vernetzungsgrads von nahezu
100% zu verstehen.
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Gemäß einer
weiter bevorzugten Weiterbildung des erfindungsgemäßen Verfahrens
wird das Heizmaterial als ohmsches Heizmaterial mit elektrischen
Kontakten für
ein Anschließen
an eine Stromquelle ausgebildet. Das ohmsche Heizmaterial weist dabei
einen derartigen Widerstand auf, dass bei einem Durchfließen desselben
mit Strom dieses eine geeignete Heizleistung bereitstellt. Alternativ
ist es auch denkbar, das Heizmaterial induktiv heizbar vorzusehen.
Dabei könnte
das Heizmaterial beispielsweise Kohlenstofffasern, Kohlenstoffnanopartikel oder
Metallteilchen aufweisen. Diese können dann mittels einer Induktionsvorrichtung
zum Freisetzen der gewünschten
Heizleistung „drahtlos" angeregt werden.
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Gemäß einer
weiter bevorzugten Weiterbildung des erfindungsgemäßen Verfahrens
wird das Heizmaterial aus einem mit elektrischen Kontakten versehenen
Kohlenstoffmaterial und/oder Glas ausgebildet. Ein derartiges Heizmaterial
ist einfach verfügbar.
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Das
Heizmaterial, Kernverbundmaterial, Zwischenmaterial, weitere Zwischenmaterial und/oder
Deckmaterial ist vorzugsweise als Schicht ausgebildet.
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Die
Erfindung wird im Folgenden anhand von Ausführungsbeispielen unter Bezugnahme
auf die beiliegende Figur näher
erläutert.
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Die
Figur zeigt in einer Schnittansicht einen Verfahrenszustand bei
der Herstellung einer Struktur 1 gemäß einem bevorzugten Ausführungsbeispiel der
Erfindung.
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Zunächst werden
zwei Kernstrukturschichten 2 und 3 mit einem Abstand 4 zueinander
gehalten, wobei sie einen Hohlraum 5 zwischen sich ausbilden
(vorliegend als Hohlstruktur bezeichnet). Die Kernstrukturschichten 2 und 3 werden
vorzugsweise aus einem Schaumstoff, insbesondere einem Hartschaumstoff,
gebildet.
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Alternativ
zu der Hohlstruktur kann auch eine einzige Kernstrukturschicht verwendet
werden (vorliegend als Vollstruktur bezeichnet), wobei dann der in
der Figur mit dem Bezugszeichen 5 bezeichnete Hohlraum
mit Kernstrukturmaterial ausgefüllt
wäre. Alle
Ausführungen
hiernach gelten für
die Vollstruktur entsprechend.
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Die
Kernstrukturschichten 2, 3 werden jeweils an ihrer
voneinander abgewandten Seite 6 beziehungsweise 7 mit
Heizschichten 8 beziehungsweise 9 versehen. Die
Heizschichten 8 und 9 sind bevorzugt aus einem
ohmschen Heizmaterial gebildet. Dabei kann es sich beispielsweise
um Kohlenstofffasermaterial 9a handeln, welches mit Glas
und einer Matrix 9b, insbesondere ein Epoxydharz, versetzt
ist. Die Heizschichten 8, 9 weisen elektrische
Anschlüsse 10 und 11 beziehungsweise 12 und 13 auf.
Dabei sind die Anschlüsse 11 und 12 mittels
eines elektrischen Leiters 14 direkt miteinander gekoppelt.
An die Anschlüsse 10 und 13 wird
eine Stromquelle 15 gekoppelt, welche dazu ausgebildet
ist, einen Strom von dem Kontakt 10 durch die Heizschicht 8 (d.
h. durch die Fasern 9a) durch den Kontakt 11,
durch die Leitung 14, durch den Kontakt 12, durch
die Heizschicht 9 und durch den Kontakt 13 wiederum
zurück zur
Stromquelle 15 zu schicken.
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Zuvor
oder anschließend
werden beispielsweise im Pultrusionsverfahren hergestellte Verstärkungselemente 16, 17 und 18 (das
Verstärkungselement 18 ist
lediglich gestrichelt dargestellt, da es hinter dem in der Figur
dargestellten Schnitt angeordnet ist) unter einem Winkel von beispielsweise
45° durch die
Heizschicht 8, durch die Kernstrukturschicht 2, durch
die Kernstrukturschicht 3 den Hohlraum 5 überbrückend und
durch die Heizschicht 9 gestochen. Dadurch bilden sich – in der
Figur dem besseren Verständnis
halber übertrieben
groß dargestellt – Ringräume 19, 20, 21 und 22 in
den Kernstrukturschichten 2 und 3 sowie den Heizschichten 8, 9.
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Die
Verstärkungselemente 16, 17 und 18 sind
länglich
ausgebildet und weisen bevorzugt einen im Wesentlichen kreisförmigen Querschnitt
auf. Die Verstärkungselemente 16, 17 und 18 sind
mit einer derartigen Länge
vorgesehen und derart bezüglich der
Heizschichten 8, 9 und den Kernstrukturschichten 2, 3 angeordnet,
dass sie jeweils bezüglich
der Heizschichten 8, 9 überstehende Abschnitte 25, 26 beziehungsweise 27, 28 aufweisen
(auf das Verstärkungselement 18 wird
nachfolgend nicht näher
eingegangen, da es für
die Erläuterung
der nachfolgenden Schritte nicht notwendig ist).
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Vor
dem Einstechen der Verstärkungselemente 16, 17 können noch
Zwischenschichten 23, 24 auf die Heizschicht 8 beziehungsweise 9 aufgebracht werden.
Die Zwischenschichten 23, 24 weisen vorzugsweise
ein CFK-Prepreg-Material mit insbesondere im Vergleich zu dem Heizmaterial
hoher Faserdichte auf. Das Verfahren soll dem besseren Verständnis halber
im Folgenden jedoch ohne die Zwischenschichten 23 und 24 weiter
erläutert
werden (daher sind diese in der Figur auch lediglich gestrichelt
dargestellt).
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Anschließend besteht
die Möglichkeit,
weitere Zwischenschichten 29, 30 auf die jeweils
einander zugewandten Seiten 31 beziehungsweise 32 der Kernstrukturschichten 2 beziehungsweise
3 aufzubringen. Bei den weiteren Zwischenschichten 29, 30 kann
es sich insbesondere um Beschichtungen, beispielsweise aus Duroplast-
oder Thermoplastmaterial, handeln. Diese Be schichtungen 29, 30 können einfach
mittels einer Vorrichtung (nicht weiter dargestellt) aufgetragen
werden, welche in den Hohlraum 5 hineinbewegt wird. Wie
aus der Figur zu erkennen, grenzen Beschichtungen 29, 30 direkt
an die Verstärkungselemente 16, 17 in
Bereichen 33, 34 (beispielhaft nur für das Verstärkungselement 16 dargestellt) an.
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Dem
besseren Verständnis
halber wurden die Verstärkungselemente 16 und 17 in
verschiedenen Zuständen
des Verfahrens dargestellt. Das Verstärkungselement 16 zeigt
dabei den Zustand nach dem Einstechen in die Heizschichten 8, 9 sowie
die Kernstrukturschichten 2, 3.
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Wenigstens
die überstehenden
Abschnitte 25 ... 28 weisen, wie beispielhaft
an dem Abschnitt 26 dargestellt, in Längsrichtung des Verstärkungselements 16 verlaufende
Fasern 35, beispielsweise Kohlenstofffasern, welche in
einer Matrix 36, beispielsweise einer Epoxydharzmatrix,
gegetränkt sind,
auf. Die Matrix 36 befindet sich beim Einstechen des Verstärkungselements 16 in
einem wenigstens teilvernetzten Zustand mit beispielsweise einem
Vernetzungsgrad von 60–80%,
so dass das Verstärkungselement 16 eine
ausreichende Steifigkeit besitzt.
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Um
nun die überstehenden
Abschnitte 25, 26 des Verstärkungselements 16 in
den für
die überstehenden
Abschnitte 27, 28 des Verstärkungselements 17 dargestellten
Zustand falten zu können,
wird die Stromquelle 15 aktiviert, so dass die Heizschichten 8 und 9 mit
Strom durchflossen werden, wobei sie dann eine definierte Heizleistung
abgeben.
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Die
Heizschichten 8 und 9 können dabei auch derart ausgestaltet
sein, dass sie lediglich Heizleistung im Bereich der Verstärkungselemente 16, 17 abgeben.
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Aufgrund
der von den Heizschichten 8, 9 erzeugten Wärme erweicht
die Matrix 35 in den überstehenden
Abschnitten 25 und 26. Wird nun eine Kraft, beispielsweise
mittels einer ledig lich schematisch angedeuteten Walze 37,
auf die überstehenden Abschnitte 25, 26 aufgebracht,
welche auf die Heizschicht 8 beziehungsweise 9 hingerichtet
ist, so falten die überstehenden
Abschnitte 25, 26 auf die Heizschicht 8 beziehungsweise 9 und
kommen auf dieser im Wesentlichen parallel zu derselben zum Liegen,
wie für
das Verstärkungselement 17 dargestellt.
Die überstehenden
Abschnitte 25, 26 werden dabei um gedachte Drehpunkte 38 beziehungsweise 39 zu
der Heizschicht 8 beziehungsweise 9 hin gefaltet.
Die überstehenden
Abschnitte 27, 28 hintergreifen dann die Heizschichten 8, 9 und
damit auch die Kernstrukturschichten 2 beziehungsweise 3 für einen Formschluss
im ausgehärteten
Zustand der Verstärkungselemente 16, 17.
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Vorzugsweise
verklebt in dem umgefalteten Zustand der überstehenden Abschnitte 27, 28 deren Matrix 35 mit
der Matrix 9b der Heizschichten 8, 9, welche
ebenfalls aufgrund der erzeugten Wärme erweicht, oder – für den Fall,
dass die Zwischenschichten 23 und 24 vorgesehen
werden – mit
deren Matrix.
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Der
Wärmeintrag
in die überstehenden
Abschnitte 25, 26 und das damit verbundene Erweichen derselben
führt zu
einer Erhöhung
des Vernetzungsgrad in diesen. Beispielsweise kann sich hierdurch der
Vernetzungsgrad von in etwa 60% beim Einstechen der Verstärkungselemente 16, 17 auf
einen Vernetzungsgrad von in etwa 90% erhöhen.
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Aufgrund
der von den Heizschichten 8, 9 erzeugten Wärme läuft die
Matrix 9b dann, wie mit dem Bezugszeichen 40a angedeutet,
in den Ringraum 21 (nur für diesen beispielhaft näher erläutert) im
Bereich der Seite 6 der Kernstrukturschicht 2 hinein
und verschließet
diesen feststoff- und/oder fluiddicht. Dieser Prozess wird dabei
durch eine Kapillarwirkung in den Ringraum 21 hinein noch
weiter unterstützt.
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Auf
der anderen Seite 31 der Kernstrukturschicht 2 beziehungsweise
der anderen Seite 32 der Kernstrukturschicht 3 führt die
von den Heizschichten 8 beziehungsweise 9 erzeugte
Wärme dazu,
dass die Beschichtung 29 beziehungsweise 30 ebenfalls
wenigstens im Bereich angrenzend an das Verstärkungselement 17 (siehe
Bereiche 33, 34 bei dem Verstärkungselement 16)
höher vernetzt
wird und dabei vorzugsweise derart erweicht, dass sie, wie beispielhaft
mit dem Bezugszeichen 41 gekennzeichnet, in den Ringraum 21 von
der Seite 31 her in diesen hineinläuft und diesen dann von der
Seite 31 her feststoff- und/oder fluiddicht verschließt.
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Sind
alle überstehenden
Abschnitte 25 bis 28 umgeklappt, so werden vorzugsweise
Deckschichten 42, 43 auf die Heizschicht 8 beziehungsweise 9 oder – für den Fall,
dass Zwischenschichten 23, 24 vorgesehen worden
sind – auf
diese aufgebracht. Die Deckschichten 42, 43 weisen
Fasern 44, bevorzugt Kohlenstofffasern, welche in einer
Matrix 45, insbesondere Epoxydharz, getränkt sind,
auf. Dabei können
die Deckschichten 42, 43 als Prepreg-Material bereitgestellt
werden oder trocken auf den Heizschichten 8 beziehungsweise 9 (beziehungsweise den
Zwischenschichten 23 beziehungsweise 24) angeordnet
werden und beispielsweise im Infusionsverfahren mit der Matrix 45 getränkt werden.
Die Möglichkeit
der Bereitstellung als Prepreg-Material beziehungsweise die Möglichkeit
der Anordnung des trockenen Fasermaterials und Einbringen der Matrix
im angeordneten Zustand, besteht im Übrigen auch für die vorstehend
beschriebenen Schichten 8, 9, 23, 24.
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In
einem weiteren Schritt wird die gesamte in der Figur dargestellten
Anordnung, insbesondere die Matrizen 9b, 29, 30, 35, 45,
durch erneutes Aktivieren der Stromquelle 15 über einen
vorgegebenen Zeitraum ausgehärtet.
Alternativ oder zusätzlich kann
die gesamte in der Figur dargestellte Anordnung auch in einen Autoklaven
oder Ofen eingebracht werden, um diese dort unter Druck und/oder Wärme auszuhärten.
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Obwohl
die Erfindung anhand bevorzugter Ausführungsbeispiele vorstehend
beschrieben wurde, ist sie darauf nicht beschränkt, sondern auf vielfältige Weise
modifizierbar.
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Insbesondere
ist das vorstehende Verfahren nicht auf die Herstellung von Kernverbunden
beschränkt.
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Ergänzend wird
darauf hingewiesen, dass „ein" oder „eine" keine Vielzahl ausschließt. Ferner sei
darauf hingewiesen, dass Merkmale oder Schritte, welche in Bezug
auf ein Ausführungsbeispiel
beschrieben worden sind, auch in Kombination mit anderen Merkmalen
oder Schritten anderer beschriebener Ausführungsbeispiele beziehungsweise
Weiterbildungen verwendet werden können.
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Die
vorliegende Erfindung schafft ein Verfahren zum Herstellen einer
Struktur, insbesondere eines Kernverbunds im Luft- und Raumfahrtbereich, mit
folgenden Schritten: Zunächst
wird ein Heizmaterial auf einer Seite eines Kernstrukturmaterials
aufgebracht. In einem weiteren Schritt wird ein Verstärkungselement
in das Kernstrukturmaterial und das Heizmaterial derart eingebracht,
dass sich das Verstärkungselement
durch das Kernstrukturmaterial und das Heizmaterial hindurcherstreckt
und einen über
das Heizmaterial überstehenden
Abschnitt aufweist. Hiernach wird das Heizmaterial zum wenigstens
bereichsweise Erweichen des überstehenden Abschnitts
aufgeheizt. Daraufhin wird der überstehende
Abschnitt mit dem erweichten Bereich als Drehpunkt zum Hintergreifen
des Kernstrukturmaterials zum Bilden der Struktur umgeformt. Dieses
Verfahren zeichnet sich insbesondere dadurch aus, dass die überstehenden
Abschnitte im Wesentlichen gleichzeitig – und nicht sequenziell wie
im Stand der Technik – aufgeheizt
werden können.
Die sich hieraus ergebende Zeitersparnis wirkt sich wiederum positiv
auf die Produktionskosten aus.
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- 1
- Struktur
- 2
- Kernstrukturschicht
- 3
- Kernstrukturschicht
- 4
- Abstand
- 5
- Hohlraum
- 6
- Seite
- 7
- Seite
- 8
- Heizschicht
- 9
- Heizschicht
- 9a
- Fasern
- 9b
- Matrix
- 10
- Anschluss
- 11
- Anschluss
- 12
- Anschluss
- 13
- Anschluss
- 14
- Leiter
- 15
- Stromquelle
- 16
- Verstärkungselement
- 17
- Verstärkungselement
- 18
- Verstärkungselement
- 19
- Ringraum
- 20
- Ringraum
- 21
- Ringraum
- 22
- Ringraum
- 23
- Zwischenschicht
- 24
- Zwischenschicht
- 25
- überstehender
Abschnitt
- 26
- überstehender
Abschnitt
- 27
- überstehender
Abschnitt
- 28
- überstehender
Abschnitt
- 29
- weitere
Zwischenschicht
- 30
- weitere
Zwischenschicht
- 31
- Seite
- 32
- Seite
- 33
- Bereich
- 34
- Bereich
- 35
- Fasern
- 36
- Matrix
- 37
- Walze
- 38
- Drehpunkt
- 39
- Drehpunkt
- 40
- verflüssigte Matrix
- 41
- verflüssigte Matrix
- 42
- Deckschicht
- 43
- Deckschicht
- 44
- Fasern
- 45
- Matrix