-
HINTERGRUND DER ERFINDUNG
-
Die
Erfindung bezieht sich allgemein auf den Schutz einer Windkraftanlage
gegen mehrere Naturelemente und insbesondere auf ein integriertes
System zum Schutz der Anströmkante
des Windkraftanlagenflügels
gegen Erosion, Blitzschlag und Vereisung.
-
Es
ist zu erwarten, dass Windkraftanlagen in der gesamten Welt eine
als Energiequelle zunehmend an Bedeutung gewinnen, da sie eine erneuerbare
Energiequelle nutzen, die keine kohlenstoffbasierten Gase emittiert.
Dem Wind ausgesetzt zu sein, ist zentral für diese Energiequelle. Durch
dieses dem-Wind-Ausgesetztsein sind die Windkraftanlage und ihre
Flügel
Risiken durch Naturelemente ausgesetzt, darunter Erosion, Blitzschlag
und Vereisung.
-
Windkraftanlagenflügel sind
aerodynamisch konstruiert, um auf effiziente Weise den Wind „einzufangen" und die Windenergie
in eine Drehbewegung des Flügels
umzuwandeln, so dass sie schließlich durch
einen elektrischen Generator in elektrischen Strom umgewandelt wird.
Die Erosion der Flügelanströmkante verformt
die aerodynamische Form und führt
zu einer verminderten Effizienz des „Windfangs" und einer geringeren Ausgangsleistung.
Wind und Regen können
eine Erosion des Flügels
zur Folge haben, aber mitgezogener Sand, Schmutz und Ablagerungen
können
zu noch ernsthafterer Abnutzung und Verformung führen.
-
Windkraftanlagen
werden oft an freiliegenden oder erhöhten Standorten errichtet und
ziehen durch ihre Position an dem höchsten Punkt Blitzschläge an. Die
Windkraftanlagenflügel
bilden bei der Rotation den höchsten
Punkt der Anlagenstruktur und werden so häufig der Einschlagpunkt für Blitze. Ähnlich wie
bei den Schäden
durch Erosion, führt auch
die Beschädigung
der Anströmkante
durch Blitzeinschläge
zu einer verringerten Effizienz und Ausgangsleistung. Während Erosion
in der Tendenz breiter gestreut über
die Oberfläche
der Anströmkante auftritt,
verursachen Blitzeinschläge
tendenziell eine konzentriertere Beschädigung am Einschlagpunkt, bis
hin zur Zerstörung
des Flügels.
-
Die
Vereisung des Flügels
wirkt sich durch die Formänderung
des Flügels
und durch die Beeinträchtigung
des aerodynamischen Verhaltens auf die Leistung aus. Vereisung auf
dem Flügel
bildet auch ein Risiko für
Menschen und Ausrüstung
unterhalb und in der Nähe
der Windkraftanlage. Bricht das Eis durch Schmelzen oder mechanische
Kräfte
von dem Flügel
ab, kann es mit der Rotationsgeschwindigkeit des Flügels fortgeschleudert
werden und aus einer erheblichen Höhe herabfallen.
-
Es
wurden bereits verschiedene Verfahren und Systeme zum Schutz von
Windkraftanlagen gegen die Naturelemente zur Verfügung gestellt.
Diese Verfahren sind jedoch für
gewöhnlich
auf den Schutz des Flügels
oder Anströmkante
vor nur einem Beschädigungstyp
ausgerichtet.
-
Dementsprechend
existiert ein Bedarf an einem integrierten Schutzsystem zum Schutz
der Anströmkante
eines Windkraftanlagenflügels
vor Erosion, Blitzschlag und Vereisung.
-
KURZE BESCHREIBUNG DER ERFINDUNG
-
Die
vorliegende Erfindung bezieht sich auf ein System und ein Verfahren
zum Schutz einer Anströmkante
eines Windkraftanlagenflügels
vor Erosion, Blitzschlag und Vereisung.
-
Kurz
gesagt wird gemäß einem
Aspekt der vorliegenden Erfindung ein Windkraftanlagenflügel mit
integriertem Anströmkantenschutz
zur Verfügung gestellt.
Die Anströmkante
weist eine Frontfläche
auf, die mit einem Erosionsschutz versehen ist, der außerhalb
der Frontfläche
angeordnet ist. Ein interner Blitzableiterpfad ist mit einer elektrischen
Verbindung zwischen dem Erosionsschutz und dem internen Blitzableiterpfad
ausgestattet. In der Nähe
des Erosionsschutzes und der frontalen Oberfläche ist ein Heizelement angeordnet.
Es wird ein Wärmeleitpfad
von dem Wärme
erzeugenden Element zu dem Erosionsschutz bereitgestellt. Ferner
werden Mittel zur Verbindung des Heizelements mit einer Energiequelle innerhalb
des Flügels
zur Verfügung
gestellt.
-
Gemäß einem
zweiten Aspekt der vorliegenden Erfindung wird ein integriertes
Schutzsystem für Anströmkanten
von Windkraftanlagenflügeln
zur Verfügung
gestellt. Das Schutzsystem umfasst einen Windkraftanlagenflügel mit
einer Anströmkante – wobei
zu der Anströmkante
eine frontale Oberfläche
gehört – und Schutzelemente,
zu denen zumindest eines der folgenden gehört: ein außerhalb der Frontfläche angeordneter
Erosionsschutz, ein außerhalb
der Frontfläche
angeord neter Blitzrezeptor sowie in der Nähe der frontalen Oberfläche angeordnete
Mittel zur Erwärmung
der Anströmkante.
-
Gemäß einem
weiteren Aspekt der Erfindung wird ein Verfahren zum integrierten
Schutz der Anströmkante
eines Windkraftanlagenflügels
gegen Erosion, Blitzschlag und Vereisung zur Verfügung gestellt.
Das Verfahren umfasst den Erosionsschutz einer Frontfläche der
Anströmkante
eines Windkraftanlagenflügels
mit zumindest einer der folgenden Erosionsschutzvorrichtungen: einem
Erosionsschild aus Metall, einem Erosionsschild aus modifiziertem
Metall, einem Erosionsschild aus einer zweiteiligen Schicht aus
einer Polymer- und einer Metallschicht, wobei der Erosionsschild
mit einer Blitzableitervorrichtung in dem Flügel verbunden wird. Das Verfahren
umfasst ebenfalls die Bereitstellung von Heizelementen, die in der
Nähe des
Erosionsschildes und der frontalen Oberfläche angeordnet werden, und das
Verbinden der Heizelemente mit einer Energiequelle in dem Flügel. Die
Verfahrensschritte beinhalten auch die Bereitstellung eines Wärme leitenden und
elektrisch isolierenden Materials zwischen den Heizelementen und
dem Erosionsschutz, das Treffen von Maßnahmen für die Ableitung der Energie
eines Blitzeinschlags in den Erosionsschild durch das interne Blitzableitersystem
von des Flügels
zum Erdboden und das Bereitstellen einer Energiequelle für die Heizelemente
zur Vermeidung von Vereisung und zur Enteisung des Flügelanströmkante.
-
KURZE BESCHREIBUNG DER ZEICHNUNGEN
-
Diese
und andere Eigenschaften, Aspekte und Vorteile der vorliegenden
Erfindung sind besser zu verstehen, wenn die folgende detaillierte
Beschreibung mit Bezug auf die be gleitenden Zeichnungen gelesen
wird, in denen gleiche Bezugszeichen durchweg gleiche Teile bezeichnen.
-
1 zeigt
eine typische Windkraftanlagenstruktur;
-
2 zeigt
eine typische Struktur eines Windkraftanlagenflügels;
-
3 zeigt
ein Profil einer erfindungsgemäßen Anströmkante eines
Windkraftanlagenflügels, wobei
die Anströmkante
eine Einbuchtung für
die Montage externer Schutzelemente bereitstellt;
-
3A zeigt
eine erfindungsgemäße Anströmkante für eines
Windkraftanlagenflügels
mit einem Heizelement, das eine flüssige oder gasförmige Wärmequelle
enthält;
-
4 zeigt
einen existierenden internen Blitzableiterpfad;
-
5 zeigt
erfindungsgemäße integrierte Schutzkomponenten
für eine
Anströmkante
ohne Einbuchtung, wobei die Montage der externen Schutzelemente
die Form der Frontfläche
der Anströmkante
vervollständigt.
-
6 zeigt
eine Frontansicht eines beispielhaften Erosionsschildes auf der
Anströmkante
eines Windkraftanlagenflügels.
-
7A zeigt
eine bevorzugte Anordnung eines erfindungsgemäßen einteiligen Erosionsschildes auf
einer Frontansicht eines Flügels;
-
7B zeigt
eine bevorzugte Anordnung einer erfindungsgemäßen einteiligen, Wärme leitenden/elektrisch
isolierenden Schicht auf einer Frontansicht eines Flügels;
-
7C zeigt
eine bevorzugte Anordnung eines erfindungsgemäßen einteiligen, Widerstandsstreifens
auf einer Frontansicht eines Flügels
und
-
8 zeigt
einen erfindungsgemäßen Querschnitt
durch die Anströmkante
des Flügels
mit Durchdringungen zur Bereitstellung eines Pfades für Blitzschläge zu einem
zentralen Leiter.
-
DETAILLIERTE BESCHREIBUNG
DER ERFINDUNG
-
Die
folgenden Ausführungsformen
der vorliegenden Erfindung weisen viele Vorteile auf, darunter die
Bereitstellung eines integrierten Schutzsystems gegen Erosion, Blitzschläge und Vereisung
für die Anströmkante des
Windkraftanlagenflügels.
Das Schutzsystem umfasst einen Erosionsschild mit aerodynamischen
Eigenschaften, der die Anströmkante vor
Erosion schützt
und darüber
hinaus als Blitzrezeptor und – ableiter
dient, und eine Wärmequelle
zur Enteisung oder Verhinderung der Vereisung der Anströmkante.
-
1 stellt
eine typische Windkraftanlagenstruktur dar. Die Windkraftanlage 1 umfasst
einen tragenden Turm 2 und ein auf dem tragenden Turm 2 angebrachtes
Maschinenhaus 3. Das Maschinenhaus 3 beherbergt
den elektrischen Generator (nicht gezeigt) und das Getriebe (nicht
gezeigt) und trägt eine
Rotorwelle (nicht gezeigt), die sich von dem Getriebe aus erstreckt.
Der auf der Rotorwelle montierte Windkraftan lagenrotor 4 trägt mittels
einer Nabe 6 drei Windkraftanlagenflügeln 5.
-
2 stellt
eine typische Struktur eines Windkraftanlagenflügels dar. Der Flügelfuß 10 ist
der der Nabe 6 benachbarte Flügelabschnitt. Das entgegengesetzte
Flügelende
ist die Spitze 15. Die Rotationsrichtung des Flügels wird
durch den Pfeil 20 angezeigt. Die Flügelkante in Rotationsrichtung
ist die Anströmkante 25.
Die entgegengesetzte Flügelkante ist
die Abströmkante 30.
-
Der
Flügel
und besonders die Anströmkante sind
Erosion, Blitzschlägen
und Vereisung ausgesetzt. Die hohe Geschwindigkeit und die Position
der Anströmkante
verstärken
die Erosionswirkung von Feuchtigkeit und luftgetragenem Sand auf
die Kante. Im Hinblick auf die Anfälligkeit für Blitzeinschlag erreicht das
der Spitze am nächsten
liegende Flügelende
während
der Rotation unter allen Windkraftanlagenkomponenten den höchsten Punkt,
so dass folglich die Wahrscheinlichkeit eines Blitzeinschlags hier am
höchsten
ist.
-
3 zeigt
ein Profil einer erfindungsgemäßen Frontfläche
einer Anströmkante
eines Windkraftanlagenflügels.
Die Frontfläche 105 kann
eine Einbuchtung 110 aufweisen, die ungefähr auf einer
Mittelachse 115 der Anströmkante 120 des Flügels 100 angeordnet
ist. Die Einbuchtung 110 verfügt über eine ausreichende Tiefe 125 und
eine ausreichende Breite 130, um die integrierten Schutzelemente 135 für die Anströmkante aufzunehmen.
Die Schutzelemente können
einen Erosionsschild 140 und ein Wärme erzeugendes Element 145 umfassen.
Der Erosionsschild 140 ist außerhalb der Frontfläche 105 der Anströmkante 120 des
Flügels 100 positioniert.
Der Erosions schild 1440 hat eine Doppelfunktion, indem er
auch als Blitzrezeptor für
Blitzeinschläge
in dem Flügel 100 dient.
-
Der
Flügel 100 verfügt ferner über einen
internen Blitzableiterpfad. Der interne Blitzableiterpfad einer
Windkraftanlage umfasst Mittel zur Leitung eines durch einen Blitzschlag
induzierten Stroms durch den Flügel
in die Erde. Schlägt
ein Blitz in den Flügel ein,
muss der elektrische Strom von dem Flügel durch das Maschinenhaus
zum Turm und in den Erdboden geleitet werden. In dem Windkraftanlagenflügel können viele
Anordnungen zur Verfügung
gestellt werden, um den elektrischen Strom vom Einschlagpunkt und
durch den Flügel
zu leiten.
-
4 zeigt
einen existierenden beispielhaften internen Blitzableiterpfad in
dem Flügel,
der einen von ungefähr
der Flügelspitze 15 zu
der Nabe verlaufenden zentralen Leiter 155 mit einer Vielzahl
peripherer Rezeptoren (nicht gezeigt) umfasst, die mit dem zentralen
Leiter 155 durch periphere Blitzableiter 160 verbunden
sind. Die peripheren Rezeptoren sind von der Spitze 15 einwärts entlang
der Flügelspannweite
verteilt. Die peripheren Rezeptoren bestehen aus in verschiedenen
Formen und Größen gestalteten
Metallkomponenten zum Anziehen und Ableiten der mit einem Blitzeinschlag
in ihrer Nähe verbundenen
Energie. Die peripheren Rezeptoren können direkt mit dem zentralen
Leiter 155 oder durch einen peripheren Leiter geeigneter
Größe verbunden
sein.
-
Als
ein Teil des erfindungsgemäßen integrierten
Anströmkantenschutzes
kann der Erosionsschild als dezentralisierter peripherer Rezeptor
dienen, der mit dem zentralen Leiter 155 an einer Vielzahl
von Metall-Verbindungspunkten 45 (3) durch
die peripheren Leiter 160 verbunden ist. Die Verbindungspunkte 45 sind
in annähernd
gleichem Abstand entlang der Länge
des Erosionsschildes 140 auf dem Flügel 100 angeordnet
(7A).
-
In 3 kann
der Windkraftanlagenflügel 100 auch
einen Wärmeleitweg
von dem Wärme
erzeugenden Element 145 zum Erosionsschild 140 und eine
elektrische Energiequelle 170 in des Flügels 100 mit einem
Wärmeleitweg
von dem Wärme
erzeugenden Element 145 zu dem Erosionsschild 140 umfassen.
Ferner kann die elektrische Energiequelle in dem Flügel von
dem Maschinenhaus, dem Turm oder einer externen Energiequelle durch
die Nabe mit Energie versorgt werden.
-
Weiter
auf 3 bezogen, kann das Wärme erzeugende Element 145 zum
Schutz der Anströmkante
vor Vereisung eine Vielzahl von Widerstandsstreifen 144 umfassen.
Die Vielzahl von Widerstandsstreifen 144 kann ferner von
dem Erosionsschild elektrisch isoliert sein. Weiter kann die Vielzahl von
Widerstandsstreifen 144 mit der elektrischen Energiequelle 170 in
dem Flügel
durch elektrische Leitungen 175 verbunden sein. Eine Materialschicht
mit Wärme
leitenden und elektrisch leitenden Eigenschaften 143 kann
zwischen der Vielzahl von Widerstandsstreifen und dem Erosionsschild
angeordnet sein. Alternativ kann die Vielzahl von Widerstandsstreifen
auf der Innenfläche 106 der
Hülle 60 hinter der
Frontfläche 105 angeordnet
sein. In diesem Fall würde
der Wärmeleitpfad
zum Erosionsschild 140 durch die Hülle 60 führen.
-
Gemäß einem
anderen Aspekt der Erfindung wird eine Einbuchtung 110 in
der Frontfläche
der Anströmkante
bereitgestellt. Die Einbuchtung 110 ist für die Aufnahme
des Erosionsschildes 140, der Wärme leitenden/elektrisch isolierenden
Schicht 143 und der Vielzahl von Widerstandsstreifen 144 be messen.
Die Außenfläche 180 des
Erosionsschildes 140 ist so geformt, dass sie die aerodynamische
Konstruktion der Frontfläche 105 der
Anströmkante 120 vervollständigt, wenn
sie über
der Vielzahl von Widerstandsstreifen 144 und der Wärme leitenden/elektrisch
isolierenden Schicht 143 auf die Einbuchtung 100 der Anströmkante 120 montiert
wird. Die Form der Innenfläche 185 des
Erosionsschildes 140 ist der Außenfläche 195 der Wärme leitenden/elektrisch
isolierenden Schicht 143 angepasst. Die Form der Außenfläche 195 der
Wärme leitenden/elektrisch
isolierenden Schicht 143 ist der Innenfläche 185 des
Erosionsschildes 140 angepasst, und die Form der Innenfläche 190 der
Wärme leitenden/elektrisch
isolierenden Schicht 143 ist der Außenfläche 200 der Vielzahl
von Widerstandsstreifen 144 angepasst. Weiter ist die Form
der Außenfläche 200 der
Vielzahl von Widerstandsstreifen 144 der Innenfläche 190 der
Wärme leitenden/elektrisch
isolierenden Schicht 143 angepasst, und die Form der Innenflächen 205 der
Vielzahl von Widerstandsstreifen 144 ist der eingebuchteten
Frontfläche 105 der
Anströmkante 120 angepasst.
-
3A zeigt
eine erfindungsgemäße Anströmkante eines
Windkraftanlagenflügels
mit einem Heizelement, das eine flüssige oder gasförmige Wärmequelle
enthalten kann. Das Heizelement 305 ist in der Nähe des Erosionsschildes 140 und
der Frontfläche 105 des
Flügels 100 angeordnet.
Das Heizelement 305 ist auf der Innenfläche 315 der Flügelhülle 60 angeordnet
und in der Form an diese angepasst. Die flüssige oder gasförmige Wärmequelle 300 wird in
dem Flügel 100 bereitgestellt;
die Wärmequelle kann
jedoch auch in dem Maschinenhaus, der Nabe oder dem Turm angeordnet
und durch den Flügel 100 verbunden
sein. Das Heizgas oder die Heizflüssigkeit wird durch Fluidleitungen 310 zu
dem Heizelement 305 und von diesem fort geleitet. Das Heizgas
oder die Heizflüssigkeit strömt durch
Kanäle
oder Rohre in das Heizelement 305, wodurch die Heizenergie
in den Körper
des Heizelements 305 und durch die Hülle 60 des Flügels 100 zu
dem Erosionsschild 140 geleitet wird. Hier ist der Erosionsschild 140 direkt
an der Frontfläche 105 der
Hülle 60 befestigt,
um einen effektiven Wärmetransfer
zum Erosionsschild 140 zwecks Enteisung zu unterstützen. Alternativ
kann eine Wärme
leitende Schicht (nicht gezeigt) zwischen der Frontfläche 105 der
Hülle 60 und
dem Erosionsschild 140 angeordnet sein. Der Erosionsschild 140 kann
eine Doppelfunktion haben, indem er auch als Blitzrezeptor für Blitzeinschläge in den
Flügel 100 dient.
-
Der
Erosionsschild 140 kann eine der folgenden Komponenten
sein: ein Metallstreifen, ein Streifen aus modifiziertem Metall
(z. B. Metall-Polymer- oder Metall-Keramikmischungen) oder eine
zweiteilige Schicht aus Polymer- und Metallschicht. In Übereinstimmung
damit, dass die Oberfläche
des Flügels 100 einem
höheren
Erosions-, Blitzschlags- und Vereisungsrisiko ausgesetzt ist, kann
sich der Erosionsschild entweder teilweise oder insgesamt entlang
der Frontalfläche 105 der
Anströmkante 120 erstrecken. 6 zeigt
den Erosionsschild 140, der von ungefähr der Mitte des Flügels 100 bis
ungefähr
zur Flügelspitze 15 reicht.
Wie dargestellt, kann der Erosionsschild 140 auch aus einem
Streifen bestehen, der auf einer ungefähren Mittelachse 142 der
Frontfläche 105 der Anströmkante zentriert
ist. Alternativ (nicht gezeigt) kann der Erosionsschild 140 bezogen
auf die Mittelachse 142 der Frontalfläche 105 der Anströmkante auch
schräg
angeordnet sein.
-
5 zeigt
die erfindungsgemäßen integrierten
Schutzkomponenten für
die nicht eingebuchtete Frontfläche
der Anströmkante
des Flügels.
Die Außenfläche 180 des
Erosions schildes 140 ist so geformt, dass sie die aerodynamische
Konstruktion der Frontfläche
der Anströmkante
vervollständigt,
wenn sie über
der Vielzahl von Widerstandsstreifen 144 und der Wärme leitenden/elektrisch
isolierenden Schicht 143 auf die nicht eingebuchtete Frontfläche 105 der
Anströmkante 120 montiert
wird. Die Form der Innenfläche 185 des
Erosionsschildes 140 ist der Außenfläche 195 der Wärme leitenden/elektrisch
isolierenden Schicht 143 angepasst. Die Form der Außenfläche 195 der
Wärme leitenden/elektrisch
isolierenden Schicht 143 ist der Innenfläche 185 des
Erosionsschildes 140 angepasst, und die Form der Innenfläche 190 der
Wärme leitenden/elektrisch
isolierenden Schicht 143 ist der Außenfläche 200 der Vielzahl
von Widerstandsstreifen 144 angepasst. Weiter ist die Form
der Außenfläche 200 der
Vielzahl von Widerstandsstreifen 144 der Innenfläche 190 der Wärme leitenden/elektrisch
isolierenden Schicht 143 angepasst, und die Form der Innenflächen 205 der Vielzahl
von Widerstandsstreifen 144 ist der nicht eingebuchteten
Frontfläche 105 der
Anströmkante angepasst.
Wie zuvor für
die eingebuchtete Frontfläche
beschrieben, können
die Schutzkomponenten an der Frontfläche durch Haft- oder mechanische
Mittel befestigt werden. Alternativ können die angepassten Oberflächen der
einzelnen Teile (die Widerstandsstreifen, die Wärme leitende/elektrisch isolierende Schicht
und der Erosionsschild) der Reihe nach an der darunter liegenden
Oberfläche
unter Verwendung von Haft- oder mechanischen Mitteln befestigt werden.
Alternativ kann eine Flüssigkeits-
oder Gaswärmequelle,
zu der ein Flüssigkeitsheizelement
gehört,
das auf der Innenfläche
einer nicht eingebuchteten Frontfläche der Anströmkante angeordnet
wird, zur Enteisung verwendet werden.
-
Ferner
kann eine alternative Möglichkeit
zum Einbau der integrierten Schutzkomponenten zum Einsatz kommen,
wobei das Wärme
leitende und isolierende Material und das Heizelement an der Frontfläche der
Anströmkante
durch gemeinsame Herstellung mit einer Außenhülle des Flügels befestigt werden.
-
6 zeigt
eine beispielhafte erfindungsgemäße Anordnung
des montierten Erosionsschildes 140 (über der abgedeckten Wärme leitenden/elektrisch
isolierenden Schicht und den Widerstandsstreifen) in einer Vorderansicht
der Anströmkante 120. Der
Erosionsschild 140 kann bezogen auf die Mittelachse der
Flügelanströmkante zentral
angeordnet werden. Der Erosionsschild 140 bedeckt die Frontfläche 105 von
ungefähr
der Flügelmitte
bis ungefähr zur
Flügelspitze 15. 7A, 7B und 7C zeigen
eine vergrößerte Vorderansicht
der an der Anströmkante
angebrachten Schutzelemente.
-
7A zeigt
eine bevorzugte erfindungsgemäße Anordnung
eines einteiligen Erosionsschildes 140, der vollständig die Öffnung einer
Einbuchtung (nicht gezeigt) bedeckt, die in Längsrichtung von ungefähr der Flügelmitte
bis ungefähr
zur Spitze 15 des Flügels 5 verläuft. Jedoch
können
auch andere Anordnungen von Einbuchtungen in Verbindung mit den Erosionsschilden
zur Verfügung
gestellt werden, beispielsweise eine, bei der eine Vielzahl von
Einbuchtungen entlang der Länge
des Flügels
bereitgestellt wird und eine Vielzahl von Abschnitten des Erosionsschildes
entsprechend der Einbuchtungen bemessen ist.
-
Es
wird eine Vielzahl beispielhafter elektrischer Verbindungen 45 gezeigt,
die mit der Außenfläche des
Erosionsschildes 140 verbunden sind, um den Erosionsschild 140 mit
dem internen Blitzableitersystem in dem Flügel zu verbinden. Die elektrischen
Verbindungen mit dem Erosionsschild können jedoch in vielen Anordnungen
ausgeführt
werden, die auf dem Fachgebiet der Elektrik bekannt sind.
-
7B zeigt
eine beispielhafte erfindungsgemäße Anordnung
der Wärme
leitenden und elektrisch isolierenden Schicht 143 in der
Einbuchtung der Frontfläche
der Anströmkante
des Flügels 5.
Die Wärme
leitende und elektrisch isolierende Schicht 143 sorgt für die Wärmeleitung
von den Wärme
erzeugenden Widerstandsstreifen zum Erosionsschild, um Vereisung
zu verhindern oder eine Enteisung durchzuführen. Die Schicht sorgt auch
für die
elektrische Isolierung der elektrischen Energiequelle auf den Widerstandsstreifen
gegenüber
dem Blitzableiterpfad, so dass Blitzschlag nicht die Widerstandsstreifen 144 oder
die elektrische Energiequelle beeinträchtigt oder beschädigt. Die
Wärme leitende
und elektrisch isolierende Schicht 143 wird vorzugsweise als
ein einteiliger Streifen zur Verfügung gestellt, der eine Vielzahl
von Ausschnitten 220 umfasst. Die Ausschnitte 220 bieten
der Energie eines Blitzes, der in den Erosionsschild einschlägt, einen
Weg zum internen Blitzableitersystem in dem Flügel. Die Wärme leitende und elektrisch
isolierende Schicht 143 kann jedoch in einer Vielzahl von
Abschnitten zur Verfügung gestellt
werden, beispielsweise, wenn mehrere separate Einbuchtungen auf
der Frontseite der Anströmkante
bereitgestellt werden.
-
7C zeigt
eine beispielhafte erfindungsgemäße Anordnung
des Heizelements (Widerstandsstreifen in dieser Ausführungsform) 145 in
der Einbuchtung (nicht gezeigt) der Anströmkante des Flügels 5.
Die Widerstandsstreifen 145 können als ein einziger Streifen
bereitgestellt werden, der den gesamten Bereich der Einbuchtung
bedeckt. Alternativ kann eine Vielzahl von Widerstandsstreifen bereitgestellt
werden, beispielsweise, wenn mehrere Einbuchtungen auf der Anström kante bereitgestellt
werden. Es werden Ausschnitte 225 in dem Widerstandsstreifen
bereitgestellt, die auf dem Streifen neben den Ausschnitten 220 in
der Wärme
leitenden und elektrisch isolierenden Schicht darüber angeordnet
sind. Die Ausschnitte 225 bieten der Energie eines Blitzes,
der in den Erosionsschild einschlägt, einen Weg zum internen
Blitzableitersystem in dem Flügel,
ohne den Widerstandsstreifen 144 oder die angeschlossene
Wechselstromquelle zu beeinträchtigen.
Obwohl nicht dargestellt, kann eine Vielzahl von Sensoren eingesetzt
werden, um die Temperatur der Anströmkante zu erfassen und in Verbindung
mit einem Windkraftanlagensteuersystem für die Steuerung des elektrischen
Stroms zu sorgen, mit dem die Widerstandsstreifen versorgt werden.
-
8 zeigt
einen erfindungsgemäßen Querschnitt
durch die Anströmkante
des Flügels
an der Einbuchtung und umfasst den Erosionsschild 140, die
Wärme leitende
und elektrisch isolierende Schicht 143, den Widerstandsstreifen 144 und
die Hülle 60 des
Flügels.
Die Ausschnitte 220 in der Wärme leitenden/elektrisch isolierenden
Schicht 143, die Ausschnitte 225 in dem Widerstandsstreifen 144 und die
Ausschnitte 230 in der Hülle 60 des Flügels sorgen
für den
Fluss des Blitzstroms durch den Leiter 160 von der Oberfläche 180 des
Erosionsschildes 140 bis zu dem zentralen Leiter 155 in
des Flügels.
-
Es
wird weiter ein Verfahren zum integrierten Schutz der Flügelanströmkante zur
Verfügung
gestellt. Das Verfahren umfasst die Bereitstellung eines Erosionsschildes
aus Metall oder modifiziertem Metall für eine Frontfläche der
Anströmkante
des Windkraftanlagenflügels,
um die Anströmkante
vor Erosion zu schützen.
Das Material und die Dicke des Schildes bieten eine ausreichende
Haltbarkeit, um der Erosion zumindest während der Lebensdauer des Flügels standzuhalten.
Das Verfahren sieht eine Verbindung des Erosionsschildes aus Metall
oder modifiziertem Metall mit einer Blitzableitervorrichtung in
des Flügels
vor, die die Energie eines in den Schild einschlagenden Blitzes
durch den Flügel
und durch die Nabe, durch das Maschinenhaus, den Turm und in den
Erdboden leitet.
-
Das
Verfahren umfasst weiter das Bereitstellen und die Positionierung
der Widerstandsstreifen zwischen dem Erosionsschild und der Frontfläche der
Anströmkante.
Die Anströmkante
kann entweder eine eingebuchtete Frontfläche aufweisen, wie in 3 dargestellt,
oder eine konturierte und nicht eingebuchtete Oberfläche wie
in 5 gezeigt. Die Widerstandsstreifen können ein
einziger Streifen sein, der ungefähr den Gesamtbereich der von
dem Erosionsschild bedeckten Frontfläche abdeckt, oder es kann sich
um mehrere Widerstandsstreifen handeln, beispielsweise, wenn die
Frontfläche
der Anströmkante
mehr als einen eingebuchteten Bereich aufweist, oder um ausgewählte Bereiche
der von dem Erosionsschild bedeckten Anströmkante mit Heizung zu versorgen.
-
Das
Verfahren umfasst ebenfalls die Verbindung der Widerstandsstreifen
mit einer elektrischen Energiequelle in dem Flügel und die Bereitstellung
einer Schicht aus Wärme
leitendem und elektrisch isolierendem Material zwischen den Widerstandsstreifen
und dem Erosionsschild, um dem Erosionsschild zur Verhinderung der
Eisbildung bzw. zur Enteisung Wärme
zuzuführen
und gleichzeitig die Widerstandsstreifen und die elektrische Energiequelle
in des Flügels
gegen die Energie eines Blitzeinschlags in den Erosionsschild zu
isolieren. Bei Blitzeinschlag in den Erosionsschild wird die Energie
vom Erosionsschild durch das interne Blitzableitersystem des Flü gels in den
Erdboden geleitet. Ferner versorgt das Verfahren die Widerstandsstreifen
mit elektrischer Energie, um eine Vereisung zu verhindern und die
Anströmkante
des Flügels
zu enteisen.
-
Das
Verfahren kann es ferner umfassen, die äußere Form des Schildes so auszubilden,
dass eine aerodynamische Konstruktion der Frontfläche der Anströmkante vervollständigt wird,
wenn der Erosionsschild auf einer eingebuchteten Oberfläche der Anströmkante über der
Wärme leitenden
und elektrisch isolierenden Schicht und den Widerstandsstreifen
montiert wird.
-
Das
Verfahren kann es ferner umfassen, die äußere Form des Schildes so auszubilden,
dass eine aerodynamische Konstruktion der Frontfläche der Anströmkante vervollständigt wird,
wenn der Erosionsschild auf einer nicht eingebuchteten Oberfläche der
Anströmkante über der
Wärme leitenden
und elektrisch isolierenden Schicht und den Widerstandsstreifen
montiert wird.
-
Darüber hinaus
kann die Montage des Erosionsschildes über dem Wärme leitenden/elektrisch isolierenden
Material und der Vielzahl von Widerstandsstreifen auf einer eingebuchteten
oder nicht eingebuchteten Oberfläche
der Anströmkante
unter Verwendung von entweder einer Haftbefestigung oder einer mechanischen
Befestigung oder beidem erfolgen.
-
4 zeigt
ein dezentralisiertes Blitzschlagschutzsystem zum Einfangen und
Weiterleiten des elektrischen Stroms eines Blitzschlags. Das Schutzsystem
umfasst eine Vielzahl peripherer Leiter 160, die, ausgehend
von peripheren Blitzrezeptoren (nicht gezeigt), mit einem zentralen
Leiter 155 verbunden sind. Die peripheren Leiter 160 sind
von der Spitze nach innen entlang der Flügelspannweite verteilt. Die peripheren
Rezeptoren sind in verschiedenen Formen und Größen gestaltete Metallkomponenten
zum Anziehen und Weiterleiten der mit einem Blitzeinschlag in ihrer
Nähe verbundenen
Energie.
-
Während hier
nur gewisse Eigenschaften der Erfindung dargestellt und beschrieben
wurden, werden Fachleuten viele Modifikationen und Änderungen
einfallen. Es ist daher zu beachten, dass beabsichtigt ist, dass
die angefügten
Patentansprüche
alle derartigen Modifikationen und Änderungen abdecken, soweit
sie dem wahren Geist der Erfindung entsprechen.
-
- 1
- Windkraftanlage
- 2
- tragender
Turm
- 3
- Maschinenhaus
- 4
- Rotor
- 5
- Flügel
- 6
- Nabe
- 10
- Flügelfuß
- 15
- Flügelspitze
- 20
- Rotationsrichtungs-Pfeil
- 25
- Anströmkante
- 30
- Anströmkante
- 45
- Punkte
elektrischer Verbindung
- 60
- Hülle
- 100
- Flügel
- 105
- Frontfläche
- 110
- Einbuchtung
- 115
- Mittelachse
- 120
- Anströmkante
- 125
- Einbuchtungstiefe
- 130
- Einbuchtungsbreite
- 135
- Schutzeinheit
- 140
- Erosionsschild
- 143
- Wärme leitende/elektrisch
isolierende Schicht
- 144
- Widerstandsstreifen
- 145
- Wärme erzeugendes
Element
- 150
- peripherer
Leiter
- 155
- zentraler
Leiter
- 160
- peripherer
Leiter
- 165
- Wärmeleitpfad
- 170
- elektrische
Energiequelle
- 175
- elektrische
Leitungen zu Widerstandsstreifen
- 180
- Außenfläche des
Erosionsschildes
- 185
- Innenfläche des
Erosionsschildes
- 190
- Innenfläche der
Wärme leitenden/elektrisch isolierenden
Schicht
- 195
- Außenfläche der
Wärme leitenden/elektrisch isolierenden
Schicht
- 200
- Außenfläche der
Widerstandsstreifen
- 205
- Innenfläche der
Widerstandsstreifen
- 220
- Ausschnitt
in der Wärme
leitenden/elektrisch isolierenden Schicht
- 225
- Ausschnitt
in den Widerstandsstreifen
- 230
- Ausschnitt
in der Hülle
- 300
- Wärmequelle
- 305
- Heizelement
- 310
- Heizungs-Fluidleitungen
für Flüssigkeit
oder Gas
- 315
- Hülleninnenfläche
- 320
- Rohre