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Die
Erfindung betrifft eine Vorrichtung für die Gasanalyse
mit:
- – einer Dosiereinheit mit einem
Probengasauslass und einem Probengaseinlass, in den ein zu untersuchendes
Probengas einspeisbar ist,
- – einer Analyseeinheit, in der das Probengas analysierbar
ist, und mit
- – einem Trägergaskreislauf, der von einem
Trägergasauslass der Dosiereinheit zu einem Trägergaseinlass der
Analyseeinheit und von einem Trägergasauslass der Analyseeinheit
zu einem Trägergaseinlass der Dosiereinheit führt.
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Eine
derartige Vorrichtung ist aus der
DE 102 28 912 C1 bekannt. Bei der bekannten
Vorrichtung handelt es sich um ein Ionenmobilitätsspektrometer,
dessen Analyseeinheit von einer Spektrometerzelle gebildet ist,
die über einen Trägergaskreislauf mit einem als
Dosiereinheit dienenden Mehrventilblock verbunden ist.
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Ionenmobilitätsspektrometer
dienen zur schnellen Detektion kleinster Konzentrationen gasförmiger Substanzen
in Luft. Insbesondere für die Detektion von Explosivstoffen,
Drogen, chemischen Kampfstoffen und toxischen Industriegasen werden
Ionenmobilitätsspektrometer eingesetzt. Typischerweise
umfasst die Spektrometerzelle eines Ionenmobilitätsspektrometers
eine Ionisationskammer und eine Driftkammer, in der der Detektor
angeordnet ist. Üblicherweise wird das zu untersuchende
Gas zunächst in der Ionisationskammer ionisiert. Dabei
werden zunächst sogenannte Reaktantionen gebildet, die
mit den Analyten zu Analytionen reagieren. Die Analytionen gelangen
schließlich über ein Injektionsgitter in eine
Driftkammer und driften anschließend durch die Driftkammer,
wo die ionisierten Komponenten des zu untersuchenden Gases je nach
Beweglichkeit räumlich separiert werden. Indem die Analytionen
des zu untersuchenden Gases in räumlicher oder zeitlicher
Hinsicht aufgelöst detektiert werden, können verschiedene
Analyten im zu untersuchenden Gas bestimmt werden. Wesentlich für
die Empfindlichkeit eines Ionenmobilitätsspektrometers
ist die in der Ionisierungs kammer stattfindende Ionisierung des
zu untersuchenden Gases. Zur Ionisation werden üblicherweise radioaktive
Beta-Strahler verwendet, die eine weiche Ionisation ohne Fragmentierung
des zu untersuchenden Gases ermöglichen. Die Ionisation
erfolgt dabei nicht direkt, sondern durch komplexe chemische Reaktionen in
der Gasphase. Trotz zahlreicher Untersuchungen sind die bei der
Ionisierung ablaufenden chemischen Reaktionen nicht vollständig
verstanden.
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Aus SPANGLER,
G. E.; CARRICO, J. P.: Membrane inlet for ion mobility spectrometry
(Plasma Chromatography), International Journal of Mass Spectrometry
and Ion Physics, 52 (1983), S. 267–287 ist beispielsweise
bekannt, dass die Zusammensetzung des Probengases einen erheblichen
Einfluss auf die Empfindlichkeit des Ionenmobilitätsspektrometers
bezüglich der nachzuweisenden Analyten des Probengases
aufweist. Insbesondere die im Probengas enthaltene Feuchte hat erheblichen
Einfluss auf den Bildungsprozess der Analytionen. Bereits bei geringen
Feuchten kommt es bei einer Vielzahl von Substanzen zu einer erheblichen Abnahme
der Ionisationsrate und zu einer stark reduzierten Nachweisempfindlichkeit.
Um Abhilfe zu schaffen, sind von den Autoren der genannten Veröffentlichung
verschiedene Einlasssysteme untersucht worden, bei denen das Probengas
eine Membran passieren muss, um in die Ionisierungskammer zu gelangen.
Durch derartige Membranen lässt sich die Zusammensetzung
des Probengases beeinflussen, insbesondere die Feuchte im Ionenmobilitätsspektrometer
reduzieren. Dafür sind jedoch verlängerte Antwortzeiten
des Ionenmobilitätsspektrometers in Kauf zu nehmen, da
die Antwortzeit eines Ionenmobilitätsspektrometers von
der Geschwindigkeit abhängt, mit der der Stofftransport
von der Messstelle zum Detektor stattfindet. Bei der Verwendung von
Membranen in den Einlasssystemen ist der Stofftransport durch die
Membran zeitbestimmend. Für kleine Antwortzeiten sind sehr
dünne Membranen erforderlich, die eine geeignete Aufnahmevorrichtung
einschließlich Membranheizung benötigen. Durch
die Verwendung von Membranen erhöht sich daher der instrumentelle Aufwand
im Vergleich zu einem direkten Einlasssystem ohne Membranen. Außerdem
sind nicht ebenso kurze Antwort- und Abklingzeiten wie bei einem
Einlasssystem ohne Membran möglich.
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Aus
der
US 4,311,669 ist
ein Ionenmobilitätsspektrometer mit Membraneinlass bekannt.
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Ein
Elektroneneinfangdetektor für die Gaschromatographie geht
aus der
DE 196 27
620 C1 hervor.
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Ausgehend
von diesem Stand der Technik liegt der Erfindung daher die Aufgabe
zugrunde, eine Vorrichtung für die Gasanalyse zu schaffen,
die auch bei der Anwesenheit störender Komponenten im Probengas zuverlässig
arbeitet.
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Diese
Aufgabe wird durch eine Vorrichtung mit den Merkmalen des unabhängigen
Anspruchs gelöst. In davon abhängigen Ansprüchen
werden vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen angegeben.
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Die
Vorrichtung für die Gasanalyse weist eine Dosiereinheit
auf, die einen Probengaseinlass, einen Probengasauslass, einen Trägergaseinlass
und einen Trägergasauslass aufweist. Ferner sind zwischen
Trägergaseinlass und Trägergasauslass ein Durchströmwiderstand
und zwischen Trägergaseinlass und Probengasauslass ein
Ausströmwiderstand sowie zwischen Probengaseinlass und
Trägergasauslass ein Einströmwiderstand ausgebildet.
Ferner kann die Dosiereinheit in einem Verdünnungsbetrieb
betrieben werden, in dem ein Verdünnungsverhältnis
vom Durchströmwiderstand zur Summe von Einströmwiderstand,
Durchströmwiderstand und Ausströmwiderstand einen
von Null verschiedenen endlichen Wert annimmt. Aufgrund des Verdünnungsverhältnisses
werden störende Komponenten des Probengases ebenso wie
zu detektierende Komponenten des Probengases verdünnt.
Wenn durch die Verdünnung die Beeinträchtigung
durch die störenden Komponenten wesentlich stärker
reduziert wird als die Empfindlichkeit auf die zu detektierenden
Komponenten des Probengases, führt die Verminderung der
störenden Komponente trotz gleichzeitiger Abnahme der Konzentration
der zu detektierenden Komponenten insgesamt zu einer Erhöhung der
Nachweisempfindlichkeit bezüglich der zu detektierenden
Komponenten. Dabei müssen keine Verzögerungen
hinsichtlich der Antwortzeiten in Kauf genommen werden, da die Diffusion
durch eine Membran entfällt. Ein weiterer Vorteil der Vorrichtung
ist schließlich, dass das Verdünnungsverhältnis
an die aktuelle Konzentration störender Komponenten im Probengas
angepasst werden kann. Dadurch kann die Vorrichtung jeweils in einem
optimierten Betriebszustand betrieben werden.
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Bei
einer bevorzugten Ausführungsform ist in dem Trägergaskreislauf
in Strömungsrichtung hinter der Analyseeinheit ein Filter
angeordnet, durch den Störkomponenten des im Trägergaskreislauf
strömenden Gases, die die Nachweisbarkeit von zu erfassenden
Substanzen beeinträchtigen, ausfilterbar sind. Das am Trägergaseinlass
der Dosiereinheit eintreffende Trägergas weist daher lediglich
eine geringe Konzentration an Störkomponenten auf, so dass
es zur Verdünnung des am Probengaseinlass eintretenden
Probengases geeignet ist.
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Bei
einer weiteren bevorzugten Ausführungsform weist die Vorrichtung
einen Gassensor für Störkomponenten auf, dessen
Störkomponentensignal dazu verwendet wird, das Verdünnungsverhältnis
in Abhängigkeit von der Konzentration an Störkomponenten
einzustellen. Auf diese Weise ist es möglich, das Verdünnungsverhältnis
hinsichtlich der Konzentration an Störkomponenten zu optimieren.
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Daneben
ist es möglich, mithilfe der Analyseeinheit die Reaktantionen
zu erfassen und das Verdünnungsverhältnis in Abhängigkeit
von der Konzentration der Reaktantionen einzustellen. Da eine hohe
Konzentration von Reaktantionen darauf hindeutet, dass geeignete
Substanzen zur Bildung von Analytionen fehlen, kann anhand der Konzentration
der Reaktantionen das Verdünnungsverhältnis optimiert
werden.
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Bei
einer weiteren bevorzugten Ausführungsform wird das Verdünnungsverhältnis
in Abhängigkeit von der mithilfe der Analyseeinheit erfassten
Konzentration einer nachzuweisenden Komponente des Probengases eingestellt.
Auch auf diese Weise lässt sich die Empfindlichkeit der
Vorrichtung für die Gasanalyse im Hinblick auf eine nachzuweisende
Komponente des Probengases optimieren.
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Bei
einer bevorzugten Ausführungsform ist die Dosiereinheit
zwischen dem Verdünnungsbetrieb und einem direkten Einströmbetrieb
umschaltbar. Im Einströmbetrieb übersteigt das
Verdünnungsverhältnis das Verdünnungsverhältnis,
das im Verdünnungsbetrieb verwendet wird. Im Einströmbetrieb
können dann Komponenten des Probengases mit hoher Empfindlichkeit
detektiert werden, deren Nachweis durch die Anwesenheit von Störkomponenten
nicht beeinträchtigt wird. Im Verdünnungsbetrieb
können dagegen Komponenten des Probengases bestimmt werden,
deren Nachweis durch die Anwesenheit von Störkomponenten
erheblich beeinträchtigt wird.
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Aufgrund
der Abhängigkeit des Spektrums vom Verdünnungsverhältnis
ist durch eine Variation der Verdünnung eine Signalauswertung
unter Berücksichtigung der Verdünnung als zusätzlicher
Parameter möglich. Hierdurch steigt der Informationsgehalt,
so dass sich die Selektivität erhöht.
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Schließlich
ist es möglich, die Vorrichtung für die Gasanalyse
mit einer weiteren Vorrichtung für die Gasanalyse zu kombinieren,
die kontinuierlich im direkten Einströmbetrieb arbeitet.
Auf diese Weise lassen sich einerseits Komponenten, deren Nachweisbarkeit
nicht durch die Anwesenheit von Störkomponenten beeinträchtigt
ist, mit größtmöglicher Empfindlichkeit
nachweisen. Andererseits lassen sich zu erfassende Komponenten im
Probengas, deren Nachweisbarkeit von der Anwesenheit von Störkomponenten
beeinträchtigt ist, zumindest mit optimierter Empfindlichkeit
nachweisen.
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Vorzugsweise
handelt es sich bei der Vorrichtung für die Gasanalyse
um ein Ionenmobilitätsspektrometer, deren Analyseeinheit
eine Ionisierungskammer zur Ionisierung der nachzuweisenden Komponenten
im Probengas und eine Trennkammer aufweist, in der die geladenen
Komponenten des Probengases nach Beweglichkeit in räumlicher
Hinsicht separiert und von einem in der Trennkammer angeordneten
Detektor erfasst werden.
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Weitere
Eigenschaften und Vorteile der Erfindung gehen aus der nachfolgenden
Beschreibung hervor, in der Ausführungsbeispiele der Erfindung
anhand der beigefügten Zeichnung im Einzelnen erläutert
werden. Es zeigen:
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1 ein
Ionenmobilitätsspektrometer, das zum Einspeisen von Probengas
mit einer Dosiereinheit versehen ist, mit der sich der Probengasstrom
verdünnen lässt;
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2 eine
Vorrichtung zur Gasanalyse, die ein Ionenmobilitätsspektrometer
mit direktem Probengaseinlass und ein weiteres Spektrometer mit
einer der Verdünnung dienenden Dosiereinheit umfasst;
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3 ein
Ionenmobilitätsspektrometer, das im Trägergasstrom
einen Feuchtesensor aufweist, mit dem das von der Dosiereinheit
eingestellte Verdünnungsverhältnis einstellbar
ist; und
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4 ein
weiteres Ionenmobilitätsspektrometer, bei dem das Verdünnungsverhältnis
der Dosiereinheit in Abhängigkeit vom Detektorsignal eingestellt
wird.
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1 zeigt
ein Ionenmobilitätsspektrometer 1, das eine Spektrometereinheit 2 aufweist,
in der in der Regel eine Ionisierungskammer und ein mit einem Detektor
versehene Trennkammer ausgebildet sind. Die Spektrometereinheit 2 verfügt
ferner über einen Trägergaseinlass 3 und
einen Trägergasauslass 4. Über den Trägergaseinlass 3 und
den Trägergasauslass 4 ist die Spektrometereinheit 2 an
einen Trägergaskreislauf 5 angeschlossen, über
den die Spektrometereinheit 2 an eine Dosiereinheit 6 angeschlossen
ist. Die Dosiereinheit 6 wiederum verfügt über
einen Trägergasauslass 7, der mit dem Trägergaseinlass 3 der
Spektrometereinheit 2 verbunden ist. Ein weiterer Trägergaseinlass 8 der
Dosiereinheit 6 ist mit dem Trägergasauslass 4 der Spektrometereinheit 2 verbunden.
Zwischen dem Trägergasauslass 4 der Spektrometereinheit 2 und
dem Trägergaseinlass 8 ist im Trägergaskreislauf 5 eine
Pumpe 9 und ein Filter 10 angeordnet.
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Zum
Einspeisen eines Probengases ist an der Dosiereinheit 6 ein
Probengaseinlass 11 vorgesehen. Außerdem verfügt
die Dosiereinheit 6 über einen Probengasauslass 12.
Im Inneren der Dosiereinheit 6 ist mithilfe von einstellbaren
Ventilen ein Ausströmwiderstand R1 zwischen dem Trägergaseinlass 8 und
dem Probengasauslass 12 ausgebildet. Zwischen dem Trägergaseinlass 8 und
Trägergasauslass 7 ist ein ebenfalls mithilfe
von Ventilen bewerkstelligter Durchströmwiderstand R2 vorhanden.
Zwischen dem Probengaseinlass 11 und dem Trägergasauslass 7 befindet
sich schließlich ein Einströmwiderstand R3. Der
Ausströmwiderstand R1, der Durchströmwiderstand
R2 und der Einströmwiderstand R3 können stufenweise
oder stufenlos variierbar sein. Die Funktionsweise des Dosiersystems
ist auch für die Sonderfälle R1 gleich Null oder
R3 gleich Null, also den Wegfall einer der beiden Strömungswiderstände
R1 oder R3 ohne Einschränkung gewährleistet.
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Das
zu untersuchende Probengas wird durch einen aufgrund der Einstellung
des Ausströmwiderstands R1, des Durchströmwiderstands
R2 und des Einströmwiderstands R3 sowie die Wirkung der
Pumpe
9 entstehenden Unterdruck gegenüber der
Umgebung durch den Probengaseinlass
11 in das Ionenmobilitätsspektrometer
1 eingesaugt,
während die gleiche Menge Trägergas durch den
Probengasauslass
12 aus dem Trägergaskreislauf
5 ausströmt.
Durch das über den Durchströmwiderstand R2 strömende
Trägergas wird das einströmende Probengas verdünnt.
Das Verdünnungsverhältnis der in das Ionenmobilitätsspektrometer
1 einströmenden
Probengasmenge V
S zur Fördermenge
V
P der Pumpe
9 ist dabei gegeben
durch:
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Das
aus dem Trägergasauslass 7 ausströmende
Trägergas, das das verdünnte Probengas enthält, gelangt über
den Trägergaseinlass 3 in die Spektrometereinheit 2.
Die im Probengas in Spuren vorhandenen Substanzen werden in der
Spektrometereinheit 2 nachgewiesen. Das aus der Spektrometereinheit 2 ausströmende
Trägergas wird über die Pumpe 9 dem Filter 10 zugeführt,
wo zumindest störende Komponenten des Trägergases
entfernt werden. Hinter dem Filter 10 entspricht die Zusammensetzung
des Gasstroms der Zusammensetzung des Trägergases, das
zur Verdünnung des Probengases verwendet wird. Wenn beispielsweise
das Trägergas keine Feuchtigkeit enthält und das
Probengas Wasser mit sich führt, kann dieses Wasser im Filter 10 entfernt
werden. Wenn am Probengaseinlass 11 Umgebungsluft eingesaugt
wird, kann die Zusammensetzung des Trägergases gleich der
Zusammensetzung von trockener Umgebungsluft sein, während
die Zusammensetzung des Probengases der Zusammensetzung der Umgebungsluft
einschließlich Feuchte entspricht.
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Durch
die in der Dosiereinheit 6 erfolgende Verdünnung
des Probengases durch das trockene Trägergas weist das
aus dem Trägergasauslass 7 der Dosiereinheit 6 ausströmende
Gasgemisch eine reduzierte Feuchte auf. In dem Maß, in
dem die Feuchte in dem aus dem Trägergasauslass 7 ausströmenden
Gasgemisch reduziert ist, ist auch die Konzentration der nachzuweisenden
Substanzen reduziert. Aufgrund der bei der Anwesenheit von Feuchte
vorhandenen erheblichen Abnahme der Empfindlichkeit bei bestimmten
Substanzen kann eine Verminderung der Feuchte durch Verdünnung
trotz der gleichzeitigen Abnahme der Konzentration der nachzuweisenden
Substanzen insgesamt zu einer Erhöhung der Nachweisempfindlichkeit
bezüglich dieser Substanzen führen.
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Für
Substanzen, die sich auch bei der Anwesenheit von Feuchte direkt
messen lassen, ist das Ionenmobilitätsspektrometer 1 nicht
optimal, da die Verdünnung der Substanzen zu einer entsprechenden
Abnahme der Nachweisempfindlichkeit führt. Daher kann bei
dem Ionenmobilitätsspektrometer 1 das Verdünnungsverhältnis
variierbar ausgebildet sein. Beispielsweise kann das Ionenmobilitätsspektrometer 1 zeitlich
nacheinander in einem Verdünnungsbetrieb und einem direktem
Einströmbetrieb betrieben werden. Bei direktem Einströmbetrieb
ist der Durchströmwiderstand R2 wesentlich größer
als die Summe von Ausströmwiderstand R1 und der Einströmwiderstand
R3. In diesem Fall liegt das Verdünnungsverhältnis
im Bereich von 1. In diesem Betriebszustand können dann
die Substanzen, die sich auch bei Anwesenheit von Feuchte direkt
messen lassen, mit hoher Nachweisempfindlichkeit erfasst werden.
Anschließend kann wieder in den Verdünnungsbetrieb umgeschaltet
werden, in dem das Verdünnungsverhältnis Werte
oberhalb von 10 und in einigen Fällen auch oberhalb von
100 oder oberhalb von 1000 annimmt. Dabei ist nicht unbedingt erforderlich,
dass sowohl der Aus strömwiderstand R1, der Durchströmwiderstand
R2 und der Einströmwiderstand R3 variabel ausgebildet sind.
Es kann ausreichend sein, lediglich einen der Strömungswiderstände
variabel zu gestalten.
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In 2 ist
ein weiteres Ionenmobilitätsspektrometer 13 dargestellt,
das neben der Spektrometereinheit 2 eine weitere Spektrometereinheit 14 aufweist,
die an eine Probengasleitung 15 angeschlossen ist. Insbesondere
ist ein direkter Probengaseinlass 16 des Ionenmobilitätsspektrometers 13 unmittelbar
mit einem Probengaseinlass 17 der weiteren Spektrometereinheit 14 verbunden
und ein Probengasauslass 18 der Spektrometereinheit 14 ist über
eine Pumpe 19 mit einem Probengasauslass 20 des
Ionenmobilitätsspektrometers 13 verbunden. Das
Ionenmobilitätsspektrometer ermöglicht die gleichzeitige
Messung von Substanzen mit starker Abhängigkeit der Nachweisgrenze
von der Feuchte und Substanzen, die sich auch bei Anwesenheit von
Feuchte nachweisen lassen.
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Die
durch die Feuchte hervorgerufene starke Abnahme der Nachweisempfindlichkeit
bestimmter Substanzen kann vorteilhaft sein, wenn diese Substanzen
nicht gemessen werden sollen, aber zu unerwünschter Querempfindlichkeit
führen. Das Ionenmobilitätsspektrometer 13 ermöglicht
am direkten Probengaseinlass 16 eine selektive Messung
von feuchteunempfindlichen Gasen, während am Probengaseinlass 11 auch
feuchteempfindliche Substanzen erfasst werden können. Aufgrund
der Selektivität der Spektrometereinheit 2 und 14 wird
die Identifizierung der Substanzen im Ionenmobilitätsspektrometer 13 erleichtert,
da aufgrund der Selektivität nur jeweils bestimmte Substanzen
für den Nachweis durch die jeweilige Spektrometereinheit 2 oder 14 infrage
kommen. Insofern weist das Ionenmobilitätsspektrometer 13 eine
höhere Selektivität auf als das Ionenmobilitätsspektrometer 1 mit
festem Verdünnungsverhältnis. Wenn sich das Verdünnungsverhältnis
beim Ionenmobilitätsspektrometer 1 variieren lässt,
weist das Ionenmobilitätsspektrometer 1 dagegen
eine dem Ionenmobilitätsspektrometer 13 vergleichbare
Selektivität auf.
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In 3 ist
ein weiteres Ausführungsbeispiel eines Ionenmobilitätsspektrometers 21 dargestellt,
dessen Trägergaskreislauf 5 vor der Spektrometereinheit 2 mit
einem Feuchtesensor 22 versehen ist. Der Feuchtesensor 22 ermöglicht
eine von der im Trägergaskreislauf 5 gemessenen
Feuchte abhängige Regelung des Ausströmwiderstands
R1, des Durchströmwiderstands R2 und des Einströmwiderstands
R3, insbesondere des Verdünnungsverhältnisses
zur Einstellung einer von den Umgebungsbedingungen unabhängigen
konstanten Feuchte im Trägergaskreislauf 5. Es
sei angemerkt, dass sich der Feuchtesensor 22 nicht unbedingt im
Trägergaskreislauf 5 befinden muss. Eine günstige
Ausführung ist die Platzierung des Feuchtesensors 22 am
Probengaseinlass 11 oder einer anderen Stelle, an der der
Feuchtesensor 22 mit dem Probengas in Berührung
kommt.
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In 4 ist
ein weiteres Ionenmobilitätsspektrometer 23 dargestellt,
bei dem die Regelung des Ausströmwiderstands R1, des Durchströmwiderstands
R2 und des Einströmwiderstands R3, insbesondere des Verdünnungsverhältnisses
in Abhängigkeit von Messsignalen erfolgt, die von der Spektrometereinheit 2 geliefert
werden. Eine starke Abnahme der Höhe der Reaktantionenlinien
deutet beispielsweise auf eine sehr hohe Konzentration eines oder
mehrerer nachzuweisender Substanzen hin. Eine daraufhin folgende
Erhöhung des Verdünnungsverhältnisses
verhindert in dieser Lage die ansonsten auftretende Überladung
oder Kontamination des Ionenmobilitätsspektrometers 23 durch
eine zu hohe Konzentration an nachzuweisenden Substanzen. Die Steuerung
der Dosiereinheit 6 mithilfe von Messsignalen der Spektrometereinheit 2 kann
weiterhin dazu verwendet werden, die Empfindlichkeit des Ionenmobilitätsspektrometers 23 bezüglich
einer oder mehreren der Substanzen zu optimieren, indem die Höhe
von den Substanzen zugeordneten Spektrallinien durch Veränderung
des Verdünnungsverhältnisses auf ein Maximum geregelt
wird. Dadurch wird für feuchteempfindliche Substanzen der
im Hinblick auf die Verdünnung und Feuchteempfindlichkeit
optimale Arbeitspunkt des Ionenmobilitätsspektrometers 23 eingestellt.
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Es
sei angemerkt, dass das hier beschriebene Konzept für alle
Arten von für die Gasanalyse vorgesehenen Vorrichtungen,
insbesondere für Vorrichtungen für die Gasanalyse
mit geladenen Analyten verwendet werden kann. Insbesondere eignet
sich das hier beschriebene Konzept für alle Arten von Ionenmobilitätsspektrometern
oder Elektroneneinfangdetektoren für die Gaschromatographie.
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Ferner
sei angemerkt, dass die Dosiereinheit 6 mit der Spektrometereinheit 2 eine
Baueinheit bilden kann, in der der Trägergasauslass 7 mit
dem Trägergaseinlass 3 und der Trägergasauslass 4 mit
dem Trägergaseinlass 8 zusammenfällt.
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Abschließend
sei noch darauf hingewiesen, dass Merkmale und Eigenschaften, die
im Zusammenhang mit einem bestimmten Ausführungsbeispiel
beschrieben worden sind, auch mit einem anderen Ausführungsbeispiel
kombiniert werden können, außer wenn dies aus
Gründen der Kompatibilität ausgeschlossen ist.
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Schließlich
wird noch darauf hingewiesen, dass in den Ansprüchen und
in der Beschreibung der Singular den Plural einschließt,
außer wenn sich aus dem Zusammenhang etwas anderes ergibt.
Insbesondere wenn der unbestimmte Artikel verwendet wird, ist sowohl
der Singular als auch der Plural gemeint.
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- 1
- Ionenmobilitätsspektrometer
- 2
- Spektrometereinheit
- 3
- Trägergaseinlass
- 4
- Trägergasauslass
- 5
- Trägergaskreislauf
- 6
- Dosiereinheit
- 7
- Trägergasauslass
- 8
- Trägergaseinlass
- 9
- Pumpe
- 10
- Filter
- 11
- Probengaseinlass
- 12
- Probengasauslass
- 13
- Ionenmobilitätsspektrometer
- 14
- Spektrometereinheit
- 15
- Probengasleitung
- 16
- Probengaseinlass
- 17
- Probengaseinlass
- 18
- Probengasauslass
- 19
- Pumpe
- 20
- Probengasauslass
- 21
- Ionenmobilitätsspektrometer
- 22
- Feuchtesensor
- 23
- Ionenmobilitätsspektrometer
- R1
- Ausströmwiderstand
- R2
- Durchströmwiderstand
- R3
- Einströmwiderstand
-
ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
-
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-
Zitierte Patentliteratur
-
- - DE 10228912
C1 [0002]
- - US 4311669 [0005]
- - US 5047723 [0006]
- - WO 94/16320 A1 [0006]
- - DE 102005007746 A1 [0006]
- - DE 102005031048 A1 [0006]
- - US 6495823 B1 [0006]
- - US 6815668 B2 [0006]
- - DE 19627620 C1 [0007]
-
Zitierte Nicht-Patentliteratur
-
- - SPANGLER,
G. E.; CARRICO, J. P.: Membrane inlet for ion mobility spectrometry
(Plasma Chromatography), International Journal of Mass Spectrometry
and Ion Physics, 52 (1983), S. 267–287 [0004]