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Die
Erfindung betrifft eine Destillationsvorrichtung, wie sie zum Destillieren
von Flüssigkeiten, insbesondere
zum Trennen von Flüssigkeitsgemischen,
verwendet wird.
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Die
DE 1 773 893 A offenbart
eine mehrstufige Destillationsvorrichtung mit einem ersten Verdampfungsgefäß und einer
auf diesem angeordneten Destillationskolonne, einem anschließenden Kondensator
sowie weiteren Verdampfungsgefäßen und zugehörigen Kondensatoren,
wobei die Kondensatoren jeweils mit dem nachfolgenden Verdampfungsgefäß verbunden
sind, und der Kondensator des letzten Gefäßes eine Ablaufleitung aufweist.
Hierbei sind alle weiteren Verdampfungsgefäße ringförmig um die Destillationskolonne
angeordnet und die von den Verdampfungsgefäßen zu den Kondensatoren führenden
Leitungen verlaufen im Inneren der Destillationskolonne. Jedes der
Verdampfungsgefäße ist elektrisch
beheizbar.
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Aus
der
WO 98/11395 A1 ist
ein Wärmetauscher
bekannt, bei dem von der Leitung für die zu behandelnde Flüssigkeit
abzweigende Dampfauslässe für die im
Wärmetauscher
erzeugten Dämpfe
vorgesehen sind. Diese Dampfauslässe
werden am Ende des Wärmetauschbereichs
wieder zusammengeführt.
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Die
US 4,760,742 zeigt ein System
zur Überwachung
eines Petroleumstroms, das eine Leitung für den Petroleumstrom beinhaltet,
von der über
abzweigende Leitungen die im Petroleumstrom entstandenen Gase zwecks
Durchflussmessung in eine Sammelleitung geführt und anschließend die
Sammelleitung wieder der Hauptleitung mit dem flüssigen Petroleumstrom, dessen
Durchfluss ebenfalls gemessen wird, zugeführt wird.
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Aus
der
EP 0 344 566 A1 ist
eine Destillationsvorrichtung bekannt, welche eine Heizeinrichtung,
einen Destillationsmediumeinlass, einen Dampfauslass, einen Destillationsraum
zwischen dem Destillationsmediumeinlass und dem Dampfauslass sowie
einen im Bodenbereich des Destillationsraums von diesem abgehenden
Abfluss für
die abgesonderten Bestandteile auf. In einem Heizgefäß, das mit
einem durch die Heizeinrichtung aufheizbaren Heizmedium füllbar ist,
sind ein von oben nach unten verlaufendes, oben an den Destillationsmediumeinlass
anschließendes
Fallrohr sowie ein von unten nach oben zum Dampfauslass hin verlaufendes Steigrohr
angeordnet. Beim Betrieb sind die beiden Rohre vom Heizmedium umgeben.
Sie sind ferner unten miteinander verbunden und bilden den Destillationsraum.
Der Abfluss ist unterhalb der Verbindungsstelle des Fallrohres mit
dem Steigrohr angeordnet und enthält einen Siphon.
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Derartige,
bekannte Destillationsvorrichtungen lassen noch Wünsche offen.
Insbesondere lässt der
Wirkungsgrad der Destillationsvorrichtungen zu wünschen übrig.
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Der
Erfindung liegt daher die Aufgabe zu Grunde, eine Destillationsvorrichtung
zu verbessern. Dabei soll die Destillationsvorrichtung insbesondere auch
für schwer
siedende Flüssigkeitsgemische
verwendet werden können.
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Diese
Aufgabe wird erfindungsgemäß durch eine
Destillationsvorrichtung mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst. Vorteilhafte
Ausgestaltungen sind Gegenstand der Unteransprüche.
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Die
Ausgestaltung des Destillationsbereichs als Leitung ermöglicht das
Vorsehen einer großen Wärmeübertragungsfläche in Folge
einer großen
Leitungsoberfläche.
Ferner erfolgt durch das Strömen des
zu destillierenden Mediums in der Leitung eine gute Durchmischung
und damit ein gleichmäßigeres Temperaturprofil
im strömenden
Medium als im Falle eines Behälters
mit stehender Flüssigkeit.
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Besonders
bevorzugt ist eine Destillationsvorrichtung, aufweisend mindestens
einen ersten Destillationsbereich mit mindestens einer ersten Gas-Auslassleitung,
mindestens einen zweiten Destillationsbereich mit mindestens einer
zweiten Gas-Auslassleitung vorgesehen, wobei die Destillationsbereiche
direkt miteinander verbunden sind, der erste Destillationsbereich
durch eine erste Leitung und der zweite Destillationsbereich durch
eine zweite Leitung gebildet ist. Hierbei sind die beiden, die Destillationsbereiche
bildenden Leitungen regelbar miteinander verbunden, beispielsweise
mittels eines regelbaren Ventils. Bei den Rohren handelt es sich
bevorzugt um Rohre mit einem kreisförmigen Querschnitt, jedoch
sind auch Rohre mit einem rechteckförmigen oder sonstigen Querschnitt
möglich.
Im Inneren der Rohre können
zudem Elemente vorgesehen sein, welche die Strömung beeinflussen, insbesondere
für eine
laufende Durchmischung während des
Strömens
sorgen, so dass sich in der zu destillierenden Flüssigkeit
ein möglichst
gleichmäßiges Temperaturprofil
einstellt. Durch das Vorsehen einer regelbaren Verbindung zwischen
den beiden Destillationsbereichen kann ein bedarfsgerechtes Überströmen vom
ersten Destillationsbereich in den zweiten Destillationsbereich
erfolgen. Ferner ist beispielsweise auch nur die Verwendung eines
der beiden Destillationsbereiche für die Destillation möglich, so
dass die Vorrichtung für
unterschiedliche Medien verwendet werden kann. Ferner ermöglicht die
Auftrennung in zwei Destillationsbereiche eine getrennte Abführung der
im Rahmen der Destillation entstandenen Gase. Beim zweiten Destillationsbereich
handelt es sich besonders bevorzugt um einen Bereich, in welchem
ein schwer siedendes Medium entgast werden kann.
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Ferner
ermöglicht
das Vorsehen einer stetigen Strömung
in den Leitungen der beiden Destillationsbereiche eine gute Durchmischung
und damit auch eine gleichmäßige Temperaturverteilung
innerhalb der zu destillierenden Flüssigkeit, was die Destillation
beschleunigt.
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Erfindungsgemäß sind zwei
Zuführleitungen für Entgasungsbeschleuniger
vorgesehen, wobei die erste Zuführleitung
am Ende des ersten Destillationsbereich und die zweite Zuführleitung
am Anfang des zweiten Destillationsbereichs einmündet. Da bereits im ersten
Destillationsbereich ein Teil der abzutrennenden Flüssigkeit
entfernt wurde, wird im zweiten Destillationsbereich weniger Entgasungsbeschleuniger
benötigt.
Der Entgasungsbeschleuniger ermöglicht
zudem eine verbesserte Abtrennung der abzutrennenden Flüssigkeit.
Ferner werden der Reinheitsgrad des abzutrennenden Teils der Flüssigkeit erhöht und der
verbleibende Rest minimiert.
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Um
die für
die Destillation erforderliche Temperatur abzusenken und damit den
erforderlichen Energieaufwand zu verringern, kann die Destillationsvorrichtung
besonders bevorzugt bei Unterdruck betrieben werden.
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Besonders
bevorzugt sind die Destillationsbereiche in einem beheizbaren Behälter angeordnet. Der
Behälter
kann hierbei den Heizraum definieren und selbst außen wärmeisoliert
sein, wobei von außen
ein temperiertes Medium, wie beispielsweise heißes Wasser, heißes Öl oder Wasserdampf,
zuführbar
sein kann. Dies ermöglicht
eine gleichmäßige Temperaturverteilung
innerhalb des Behälters
und somit eine gleichmäßige Wärmeübertragung
innerhalb des Behälters.
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Alternativ
kann die Wärme,
welche zum Destillieren erforderlich ist, durch elektrische Heizelemente,
wie insbesondere um die Rohre gewickelte Heizspulen oder -folien
oder in den Innenraum der Rohre ragende Heizspulen, um die Rohre
gewickelte oder in denselben angeordnete, mit einem heizenden Fluid
durchströmte
Rohre, welche als Heizelemente dienen, bspw. in der Gestalt von
Koaxialrohren, durch einen direkt unterhalb der Rohre angeordneten
Brenner oder direkt im zu destillierenden Medium durch Ultraschall
und/oder Mikrowellen erzeugt werden.
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Die
Rohre, welche bei der Destillationsvorrichtung verwendet werden,
können
aus einem Metall, Kunststoff, Porzellan oder Keramik bestehen, wobei
auch Kombinationen möglich
sind. Bei aggressiven Medien können
die Rohre zudem mit geeigneten Beschichtungen versehen sein. Insbesondere bevorzugt
sind gut wärmeleitende
Rohre aus Metall, wie Kupferrohre oder Edelstahlrohre, gegebenenfalls auch
Aluminiumrohre.
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Besonders
bevorzugt ist der erste Destillationsbereich wendelartig ausgebildet.
Eine Wendel ermöglicht
eine kompakte Bauweise in Verbindung mit einer großen Länge. Hierbei
kann die Wendel auch durch eine Mehrzahl gerader Rohrabschnitte
gebildet sein, welche mit entsprechendem Knick oder einer Krümmung miteinander
zu einer Art Wendelform verbunden, insbesondere verschweißt, sind.
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Insbesondere
bevorzugt verläuft
die Wendel derart, dass die Corioliskraft die Strömung verlangsamt,
wobei die Richtung vom Einsatzort – Nord- oder Südhalbkugel – abhängt.
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Besonders
bevorzugt sind mehrere Gas-Auslassleitungen im ersten Destillationsbereich vorgesehen.
Dies ermöglicht
eine schnellere und bessere Abtrennung des destillierten Bestandteils der
Flüssigkeit.
Im Falle einer wendelartigen Ausgestaltung der Leitung im ersten
Destillationsbereich können
die Gas-Auslassleitungen im Inneren der Wendel verlaufend nach oben
geführt
sein, so dass sich eine raumsparende Ausgestaltung ergibt.
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Bevorzugt
zweigt bei einer wendelartigen Ausgestaltung der Leitung im ersten
Destillationsbereich je Wendel, insbesondere bevorzugt ab der zweiten
oder dritten Wendel, eine Gas-Auslassleitung ab, und die letzte
Gas-Auslassleitung zweigt am Ende der letzten Wendel ab. Die von
der Wendel abgehenden Gas-Auslassleitungen können einfach im Inneren der
Wendel nach oben geführt
werden. Hierbei zweigen die einzelnen Gas-Auslassleitungen bevorzugt
leicht zueinander versetzt von den einzelnen Wendeln ab.
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Der
freie Strömungsquerschnitt
im ersten Destillationsbereich ist vorzugsweise größer als
im zweiten Destillationsbereich.
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Ferner
ist bevorzugt das Gefälle
im ersten Destillationsbereich etwas größer als im zweiten Destillationsbereich.
Insbesondere bevorzugt ist das Gefälle des ersten Destillationsbereichs
mindestens doppelt so groß wie
das Gefälle
des zweiten Destillationsbereichs.
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Vorzugsweise
ist eine gemeinsame Gas-Sammelauslassleitung für die Gas-Auslassleitungen des zweiten Destillationsbereichs
vorgesehen.
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Besonders
bevorzugt ist im Falle von Gasen, die schwerer als Luft sind, die
Gas-Sammelauslassleitung
tiefer als die Leitung des zweiten Destillationsbereichs angeordnet.
Dies ermöglicht
ein einfaches Sammeln und Abführen
des Gases.
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Die
Gas-Sammelauslassleitung sind vorzugsweise mit der Leitung des zweiten
Destillationsbereichs über
die Gas-Auslassleitungen verbunden, welche gebogen oder geknickt
ausgebildet sind. Die gebogene oder geknickte Ausgestaltung stellt
sicher, dass – auch
bei der Anordnung der Gas-Sammelauslassleitung unterhalb der Leitung
des zweiten Destillationsbereichs – keine Flüssigkeit in die Gas-Sammelauslassleitung
gelangt.
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Vorzugsweise
sind die ersten Gas-Auslassleitungen einzeln und die zweiten Gas-Auslassleitungen über eine
gemeinsame Gas-Sammelauslassleitung aus dem Behälter geführt. Dies ermöglicht eine getrennte
Weiterverarbeitung der in den entsprechenden Bereichen destillierten
Gase, welche eine unterschiedliche Reinheit oder – insbesondere
im Falle eines sich bildenden Gasgemisches – Zusammensetzung haben können. Es
ist jedoch beispielsweise auch eine Mehrzahl einzelner Gas-Auslassleitungen
aus beiden Bereichen möglich.
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Im
Folgenden ist die Erfindung anhand eines Ausführungsbeispiels unter Bezugnahme
auf die beiliegende Zeichnung näher
erläutert.
In der Zeichnung zeigen:
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1 eine
starke schematisiert und nicht maßstabsgerecht dargestellte,
aufgewickelten Darstellung der Destillationsvorrichtung gemäß dem ersten
Ausführungsbeispiel,
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2 eine
Detailansicht eines Teils der Destillationsvorrichtung in Richtung
des Pfeiles II in 1,
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3 eine
perspektivische Ansicht der Destillationsvorrichtung von 1,
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4 eine
Ansicht der Destillationsvorrichtung von 1 von schräg unten,
und
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5 eine
teilweise geschnitten dargestellte Detailansicht eines Teils der
Destillationsvorrichtung von 1.
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Eine
Destillationsvorrichtung 1 weist einen Behälter 2,
welcher mittels einer nicht näher
dargestellten Heizeinrichtung, vorliegend in einem getrennt ausgebildeten
Kessel gebildetem Wasserdampf, welcher in den Behälter 2 eingeleitet
wird, beheizbar ist, sowie eine im Behälter 2 angeordnete
Leitungsanordnung auf, wobei für
die Leitungsanordnung 3 eine Mehrzahl von Versorgungs-
und Entsorgungsleitungen in den Behälter 2 eingeführt bzw.
aus demselben herausgeführt
sind. Der Behälter 2 ist
druckfest ausgebildet und gut wärmeisoliert.
Die Leitungsanordnung 3 besteht vorliegend aus Kupferrohren,
welche gut wärmeleitend
sind.
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Die
Leitungsanordnung 3 weist eine Destillationsmedium-Einlassleitung 4 in
den Behälter 2,
eine einen ersten Destillationsbereich 5 bildende weiterführende,
wendelartig ausgebildete Leitung mit deutlich größerem Durchmesser als die Einlassleitung 4, verschiedene
vom ersten Destillationsbereich 5 abzweigende erste Gas-Auslassleitungen 6 mit
einem der wendelartigen Leitung entsprechenden Durchmesser, auf
welche im Folgenden auch als erste Gruppe von Gas-Auslassleitungen
Bezug genommen wird, eine am Ende des ersten Destillationsbereichs 5 einmündende erste
Zuführleitung 7 für einen ersten
Entgasungsbeschleuniger, einen anschließend beginnenden, zweiten Destillationsbereich 8, der über ein
Ventil regelbar mit dem ersten Destillationsbereich 5 verbunden
ist, und an dessen Beginn eine zweite Zuführleitung 7' (in der Zeichnung
nur in 1 angedeutet) für einen zweiten Entgasungsbeschleuniger
einmündet.
Vom zweiten Destillationsbereich 8 zweigt eine zweite Gruppe
von Gas-Auslassleitungen 9 ab,
welche in eine gemeinsame Gas-Sammelauslassleitung 10 einmünden, und
eine Restmedium-Auslassleitung 11 auf.
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Gemäß einer
Variante ist entsprechend den ersten Gas-Auslassleitungen an Stelle
einer gemeinsamen Gas-Sammelauslassleitung eine Mehrzahl getrennt
ausgebildeter Gas-Auslassleitungen
vorgesehen, welche jeweils einzeln aus dem Behälter geführt werden.
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Die
den ersten Destillationsbereich 5 bildende Leitung verläuft vorliegend
mit konstantem Querschnitt und leichtem Gefälle wendelartig nach unten. Jede
Wendel wird durch sechs gerade Rohrstücke gebildet, welche an den
Enden miteinander verschweißt sind.
Von jeder Wendel zweigt ab dem Ende der zweiten Wendel eine der
Gas-Auslassleitungen 6 nach
oben ab, die oben einzeln aus dem Behälter 2 geführt sind.
Zur Verdeutlichung des Höhenverlaufs
ist in der aufgewickelten Darstellung von 1 eine Höhenlinie
E eingezeichnet, welche im aufgestellten Zustand der Vorrichtung
in einer horizontalen Ebene liegen. Ferner sind die Längen nicht maßstabsgetreu
gezeichnet, so ist der zweite Destillationsbereich 8 deutlich
kürzer
ausgebildet als der erste Destillationsbereich 5. Das Gefälle des
ersten Destillationsbereichs 5 ist mit einem Winkel α und das
Gefälle
des zweiten Destillationsbereichs 8 mit einem Winkel β bezeichnet.
Vorliegend ist der Winkel α etwa
doppelt so groß wie
der Winkel β.
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Unterhalb
der letzten Abzweigung einer Gas-Auslassleitung 6 vom ersten
Destillationsbereich 5, mit welcher derselbe endet, ist
die Leitung in radialer Richtung nach innen geführt und etwa in der Mitte der
Wendel nach unten abgeknickt und endseitig verschlossen. Die Leitung
des ersten Destillationsbereichs 5 weist bis zum Ende einen
konstanten, relativ großen
Querschnitt auf. Im Bereich des Leitungsendes sind von einander
gegenüberliegenden Seiten
her sowohl die Einmündung
der ersten Zuführleitung 7 für den Entgasungsbeschleuniger
als auch der Beginn der Leitung, welche den zweiten Destillationsbereich 8 bildet,
und am Ende des zweiten Destillationsbereichs 8 zur Restmedien-Auslassleitung 11 wird,
vorgesehen. Hierbei ist am Beginn der Leitung des zweiten Destillationsbereichs 8 besagtes Ventil
angeordnet, um das Überströmen der
verbliebenen Flüssigkeit
aus dem ersten Destillationsbereich 5 in den zweiten Destillationsbereich 8 zu
regeln. Der verbleibenden Flüssigkeit
ist über
die zweite Zuführleitung 7' ein weiterer
Entgasungsbeschleuniger geregelt zuführbar, wobei – je nach
Anwendungsfall – der
erste und zweite Entgasungsbeschleuniger identisch sein können, nur über eine
der Zuführleitungen 7 oder 7' Entgasungsbeschleuniger zugeführt wird,
oder ggf. auch kein Entgasungsbeschleuniger zugeführt wird.
Die Leitung des zweiten Destillationsbereichs 8 wie auch
die Zuführleitungen 7, 7' weisen einen
deutlich kleineren Durchmesser auf als die Leitung des ersten Destillationsbereichs 5, wobei
der Durchmesser der Leitung, welche den zweiten Destillationsbereich 8 bildet,
bis zur Restmedien-Auslassleitung 11 konstant ist.
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Die
Leitung im zweiten Destillationsbereich 8 verläuft zur
Vergrößerung der
Länge vorliegend zick-zack-förmig mit
einem leichten Gefälle,
wobei die Knicke vorliegend keinen Einfluss auf den Höhenverlauf
der Leitung haben, d. h. das Gefälle
ist im Wesentlichen konstant.
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Aus
dem zweiten Destillationsbereich 8 zweigen vorliegend vier
zweite Gas-Auslassleitungen 9 ab,
welche in die dem zweiten Destillationsbereich 8 zugeordnete
Gas-Sammelauslassleitung 10 einmünden, die aus dem Behälter 2 führt. Die
zweiten Gas-Auslassleitungen 9 zweigen parallel zur Ebene E
und im oberen Bereich, vorliegend annährend tangential zum höchsten Punkt
der Leitung, von der Leitung des zweiten Destillationsbereichs 8 ab,
wobei die Gas-Auslassleitungen 9 abgeknickt oder gekrümmt ausgebildet
sind und dabei zuerst waagerecht und anschließend senkrecht nach unten verlaufen,
so sie in die tiefer als der zweite Destillationsbereich 8 angeordnete
Gas-Sammelauslassleitung 10 von
oben her einmünden
(siehe 2). Hierbei weisen die Gas-Auslassleitungen 9 einen
kleineren Durchmesser als die Leitung des zweiten Destillationsbereichs 8 auf.
Diese Ausgestaltung stellt sicher, dass keine flüssigen Bestandteile in die
Gas-Sammelauslassleitung 10 gelangen. Ferner wird sichergestellt,
dass insbesondere Gase, die schwerer als Luft sind, in die Gas-Sammelauslassleitung 10 gelangen.
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Die
Leitung des zweiten Destillationsbereichs 8 geht direkt
in die Restmedien-Auslassleitung 11 über, welche
im Wesentlichen in horizontaler Richtung aus dem Behälter 2 herausgeführt ist.
Hierbei ist am Ende des zweiten Destillationsbereichs 8 eine Durchmesserreduzierung
der Leitung in Gestalt einer Blende 15 vorgesehen, welche
sowohl einen Teil des flüssigen
Restmediums zurückhält, wie
auch verhindert, dass entgastes Medium über den Restmedien-Auslass
austritt.
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Die
Funktion der Destillationsvorrichtung 1 ist Folgende: Ein
vorliegend schwer siedendes Flüssigkeitsgemisch,
im Folgenden als Destillationsmedium bezeichnet, wird zur Auftrennung
in zwei (oder ggf. auch mehr einzelne Flüssigkeiten oder Flüssigkeitsgemische)
in ein System eingebracht, in welchem ein Unterdruck herrscht. Teil
dieses Systems ist die Destillationsvorrichtung 1. Über die
Destillationsmedium-Einlassleitung 4 gelangt
das Destillationsmedium in den beheizten Behälter 2. Von der Destillationsmedium-Einlassleitung 4 gelangt
das flüssige Destillationsmedium
in den wendelartigen ersten Destillationsbereich 5 und
wird in demselben während des
langsamen Herabströmens
in Folge der Wärmeeinwirkung,
unterstützt
durch den Unterdruck, allmählich
entgast, d. h. ein Teil des Flüssigkeitsgemischs
verdampft. Das Gas, welches leichter als das verbleibende Flüssigkeitsgemisch
ist, wird über
die verschiedenen ersten Gas-Auslassleitungen 6 nach oben
aus dem Behälter 2 gesaugt,
wo das Gas in nachgeordnete Filter und Kondensatoren (nicht dargestellt)
gelangt, die jedoch nicht Teil der Destillationsvorrichtung 1 sind,
und weiterverarbeitet wird. Der Einbau von Filtern im Bereich der
Leitungsanordnung innerhalb des Behälters ist prinzipiell möglich. Am
Ende des ersten Destillationsbereichs 5 ist ein Teil des
Flüssigkeitsgemischs
verdampft. Über
die erste Zuführleitung 7 wird
zudem ein erster Entgasungsbeschleuniger dem Flüssigkeitsgemisch zugeführt, welches
insbesondere im ersten Destillationsbereich 5 wirkt und
die Destillation beschleunigt. Die Regelung des Überströmens in den zweiten Destillationsbereich 8 erfolgt
mit Hilfe des am Anfang des zweiten Destillationsbereichs 8 angeordneten
Ventils. Um auch den Rest des Flüssigkeitsgemischs, welches
in den zweiten Destillationsbereich 8 gelangt, weitestgehend
zu entgasen, wird nochmals ein Entgasungsbeschleuniger über die
zweite Zuführleitung 7' zugeführt und
dem Flüssigkeitsgemisch
beigemischt. Anschließend
gelangt das neu zusammengesetzte Flüssigkeitsgemisch in den zweiten
Destillationsbereich 8.
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In
diesem zur Verlängerung
der Weglänge zick-zack-förmig ausgebildeten,
zweiten Destillationsbereich verdampft unter Hilfe des Entgasungsbeschleunigers,
welcher im zweiten Destillationsbereich Teil des Flüssigkeitsgemischs
ist, ein weiterer Teil des zu trennenden Flüssigkeitsgemischs. Dieser gasförmige Teil
wird über
die zweiten Gas-Auslassleitungen 9 zur
gemeinsamen Gas-Sammelleitung 10 geführt, über welche das Gas aus dem
Behälter 2 gelangt.
Die verbleibende Flüssigkeit
gelangt über
die Restmedien-Auslassleitung 11 nach außen. Um
eine ausreichende Verweildauer der Flüssigkeit im Behälter 2 sicherzustellen
und, um möglichst
kein Gas über diese
Auslassleitung 11 nach außen zu fördern, weist die Auslassleitung
am Ende, d. h. im Bereich der Behälterwand, eine Blende 15 auf.
Das über
die Auslassleitung 11 abgeführte Gas wird entsprechend dem
nach oben über
die ersten Gas-Auslassleitungen 6 abgeführte Gas einem Filter und Kondensator zugeführt und
weiterverarbeitet.
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Die
Destillation erfolgt vorliegend zur Beschleunigung der Entgasung
sowie der hierfür
erforderlichen Temperaturen bei einem Unterdruck, d. h. in der Leitungsanordnung
samt den hiermit verbundenen Leitungen und Vorrichtungen herrscht
gegenüber
der Umgebung ein verringerter Druck, wobei es sich in der Regel
um einen Unterdruck bis hin zu einem sogenannten Grobvakuum (1 bis
300 mbar) handelt. In Extremfällen
ist auch eine weitere Druckabsenkung möglich.
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Alternativ
ist auch eine Entgasung bei normalem Druck mit der vorstehend beschriebenen
Vorrichtung möglich.
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Die
Destillationsvorrichtung kann – insbesondere
bei einer Heizeinrichtung, welche durch um die Rohre angeordnete
elektrische Heizelemente gebildet ist – auch derart betrieben werden,
dass beispielsweise nur im zweiten Destillationsbereich 8 eine
Beheizung und damit eine Destillation erfolgt, insbesondere eines
schwer siedenden Mediums. Hierbei strömt das zu destillierende Medium
durch die Destillationsmedium-Einlassleitung 4 über den unbeheizten
ersten Destillationsbereich 5 in den zweiten, beheizten
Destillationsbereich 8, wobei durch eine der Entgasungsbeschleuniger-Zuführleitungen 7 oder 7' ein Entgasungsbeschleuniger
beigemischt wird.
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- 1
- Destillationsvorrichtung
- 2
- Behälter
- 3
- Leitungsanordnung
- 4
- Destillationsmedium-Einlassleitung
- 5
- erster
Destillationsbereich
- 6
- Gas-Auslassleitung
- 7,
7'
- Zuführleitung
(Entgasungsbeschleuniger)
- 8
- zweiter
Destillationsbereich
- 9
- Gas-Auslassleitungen
- 10
- Gas-Sammelauslassleitung
- 11
- Restmedium-Auslassleitung
- 15
- Blende
- E
- Höhenlinie
- α, β
- Winkel