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Technisches Gebiet
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Die
vorliegende Erfindung bezieht sich auf eine Reglereinheit zum Regeln
einer Klappenöffnung von einer in einer Massenstromleitung
angeordneten Klappe gemäß Anspruch 1 sowie ein
Verfahren zum Regeln einer Klappenöffnung von einer in
einer Massenstromleitung angeordneten Klappe gemäß Anspruch
10.
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Stand der Technik
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Für
die Steuerung eines Verbrennungsmotors werden oftmals Klappen in
den Zu- oder Abluftleitungen für den Verbrennungsmotor
vorgesehen. Diese Klappen können geöffnet oder
geschlossen werden, um einen Massenstrom eines Fluids (beispielsweise
Luft, ein Brennungsstoff-Luft-Gemisch, Abgas oder auch einen flüssigen
Brennstoff) regulieren zu können. Dabei wird die oftmals
einseitig aufgehängte Klappe (in der Form eines Drosselorgans)
etwas bewegt, so dass sie einen veränderlichen Leitungsquerschnitt
der Leitung zum Durchfluss des Fluids freigibt.
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Wird
in einer Leitung, in der das Fluid geführt wird, eine Vorrichtung
eingebracht, die zur Drosselung des Massenstroms verwendet werden
kann, so können konstruktive Merkmale dazu führen,
dass die Strömung das Stellverhalten dieses Drosselorgans beeinflusst.
Ein solcher Fall ist zum Beispiel gegeben, wenn in einer Abgas führenden
Leitung ein einseitig aufgehängtes Ventil zur Regelung
des durch die Leitung fließenden Abgasmassenstroms verwendet
wird und dieses durch einen Steller betätigt wird, der
wiederum eine Kraft auf das Organ ausübt. Solche Aufbauten
finden sich beispielsweise an einem Wastegate eines Turboladers
oder einer Abgasregelklappe für die zweistufige Aufladung
mit pneumatischem Steller.
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Es
wurde bereits in der
DE
10 2004 048860 ein Modell vorgestellt mit dessen Hilfe
die Berechnung der auf die Klappe wirkenden Momente ermittelt werden
und somit eine Korrektur der Ansteuerung erfolgen kann.
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Durch
Störgrößen im realen Umfeld wird in den
meisten Fällen jedoch ein zusätzlicher Regler benötigt,
der auftretende Abweichungen ausgleichen soll. Die optimale Reglerverstärkung
hängt dabei von der Streckenverstärkung um den
Arbeitspunkt der zu regelnden Maschine ab. Diese wiederum kann maßgeblich
durch die Kräfte auf das Drosselorgan beeinflusst werden.
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Es
ist daher die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, in einem solchen
Szenario eine Möglichkeit zur Verbesserung der Regeleigenschaften
zu schaffen, die auch Störgrößen im realen
Umfeld schnell und zuverlässig berücksichtigt.
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Beschreibung der Erfindung
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Diese
Aufgabe wird durch eine Reglereinheit mit den Merkmalen des Anspruchs
1 sowie durch ein Verfahren mit den Schritten des Anspruchs 10 gelöst. Weitere
Ausführungsformen der Erfindung ergeben sich aus den abhängigen
Patentansprüchen.
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Die
vorliegende Erfindung schafft eine Reglereinheit zum Regeln einer
Klappenöffnung von einer in einer Massenstromleitung angeordneten
Klappe, wobei die Reglereinheit folgende Merkmale umfasst:
- – eine Auswerteeinheit, die ausgebildet
ist, um auf der Basis einer Differenz zwischen einer vordefinierten
anzustrebenden Druckdifferenz und Drücken vor und nach
der Klappe ein Auswertesignal bereitzustellen;
- – einen Regler, der ausgebildet ist, um aus dem Auswertesignal
entsprechend einer Regelcharakteristik ein Ansteuersignal zu bestimmen;
und
- – eine Stellglied-Regeleinheit, die ausgebildet ist, um
die Klappenöffnung der Klappe in der Massenstromleitung
ansprechend auf das Ansteuersignal zu regeln.
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Die
vorliegende Erfindung beruht auf der Erkenntnis, dass durch die
Verwendung einer beobachteten, d. h. modellierten oder gemessenen
Druckdifferenz in Beziehung zu einer vorbestimmten gewünschten
Druckdifferenz ein Auswertesignal bereitgestellt werden kann. Dieses
Auswertesignal wird dann als Eingangssignal für den Regler
mit der Regelcharakteristik verwendet, so dass die Parameter in
der realen Betriebsumgebung bereits im Eingangssignal für
den Regler enthalten sind. Hierdurch kann vorteilhaft vermieden
werden, dass in der Regelcharakteristik betriebspunkt- bzw. betriebsartabhängige Parameter
berücksichtigt werden müssen. Diese Parameter
wurden bereits zur Bereitstellung des Auswertesignals verwendet,
so dass sich die Regelung im Regler deutlich einfacher und damit
effizienter ausführen lässt.
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Günstig
ist es auch, wenn die Auswerteeinheit ausgebildet ist, um das Auswertesignal
sowohl in Abhängigkeit der Differenz zwischen der vordefinierten
anzustrebenden Druckdifferenz und Drücken vor und nach
der Klappe als auch in Abhängigkeit einer Beziehung zwischen
einer vordefinierten anzustrebenden Klappenöffnung sowie
einer beobachteten Klappenöffnung der Klappe bereitzustellen.
Dies bietet den Vorteil, dass nicht nur ein Parameter der realen
Umgebung beim Betrieb der Reglereinheit verwendet wird, sondern
mehrere im realen Betrieb auftretende Umgebungsparameter berücksichtigt
werden, so dass ein schnelleres Einschwingverhalten und eine präzisere
Regelung des Massenstroms durch die Klappenöffnung realisierbar
ist.
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In
einer weiteren Ausführungsform kann auch die Reglereinheit
eine Vorsteuereinheit umfassen, die ausgebildet ist, um aus der
vordefinierten anzustrebenden Klappenöffnung und der vordefinierten anzustrebenden
Differenz zwischen Drücken vor und nach der Klappe ein
Vorsteuersignal zu ermitteln und wobei die Stellglied-Regeleinheit
ausgebildet ist, um die Klappenöffnung in Abhängigkeit
des Ansteuersignals und des Vorsteuersignals zu regeln. Dies bietet den
Vorteil, dass die Einstellung des Auswertesignals ohne die Berücksichtigung
von stationären Gegebenheiten erfolgen kann, so dass bei
der Ermittlung des Auswertesignals lediglich eine geringe Anzahl
von Parametern zu berücksichtigen ist. Weiterhin führt dies
zu einer einfacheren Struktur der Auswerteeinheit, die einerseits
eine kostengünstigere Ausführung derselben ermöglicht
und andererseits die Robustheit des Regelverhaltens erhöht.
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Auch
kann die Auswerteeinheit ausgebildet sein, um aus der Differenz
zwischen einer gewünschten Druckdifferenz und Drücken
vor und nach der Klappe ein Differenzdrucksignal bereitzustellen,
auf der Basis des Differenzdrucksignals unter Verwendung einer Regelungsdruckkennlinie
ein Differenzdruckkraftsignal zu ermitteln und das Auswertesignal auf
der Basis des Differenzdruckkraftsignals bereitzustellen. Dies bietet
den Vorteil, dass die Auswertung der Druckunterschiede in der Auswerteeinheit sehr
schnell und numerisch einfach (beispielsweise durch ein Nachschlagen
in einer Look-up-Tabelle) durchführbar ist, was sich ebenfalls
vorteilhaft auf die Regelungsgeschwindigkeit und somit in einem schnellen
Einschwingverhalten auswirkt.
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Zusätzlich
oder alternativ kann auch die Auswerteeinheit ausgebildet sein,
um aus der Beziehung zwischen der gewünschten und einer
beobachteten Klappenöffnung der Klappe ein Klappendifferenzsignal
zu bilden, aus dem Klappendifferenzsignal unter Verwendung einer
vorbestimmten Regelungsflächenkennlinie ein Differenzflächenkraftsignal
zu bestimmen und das Auswertesignal auf der Basis des Differenzflächenkraftsignals
bereitzustellen. Dies bietet den Vorteil, dass ebenfalls die Auswertung
der Klappenöffnung in der Auswerteeinheit sehr schnell und
numerisch einfach (beispielsweise durch ein Nachschlagen in einer
Look-up-Tabelle) durchführbar ist, was sich wiederum vorteilhaft
auf die Regelungsgeschwindigkeit und somit in einem schnellen Einschwingverhalten
auswirkt.
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Günstig
ist es auch, wenn die Vorsteuereinheit ausgebildet ist, um das Ermitteln
des Vorsteuersignals aus der vordefinierten anzustrebenden Differenz
zwischen Drücken vor und nach der Klappe auf der Basis
einer vordefinierten Vorsteuerdruckkennlinie durchzuführen.
In diesem Fall kann dann nämlich speziell auch die Auswerteeinheit
ausgebildet sein, um das Auswertesignal unter Verwendung einer Regelungsdruckkennlinie
durchzuführen, die auf der Vorsteuerdruckkennlinie basiert.
Dies bietet den Vorteil, dass nur eine entsprechende Vorsteuerdruckkennlinie
in der Reglereinheit eingegeben werden kann, die einerseits für
die Vorsteuereinheit und andererseits auch für die Auswerteeinheit
verwendbar ist. Dies resultiert einerseits in einer einfachen Bereitstellung
dieser Kennlinie vor dem Einspeichern in die Reglereinheit und andererseits
auch in einem stabilen Regelungsverhalten, da die Regelung auf der
Basis von zusammenhängenden Regelungskennlinien erfolgt.
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Auch
kann die Regelungsdruckkennlinie als Ableitung der Vorsteuerdruckkennlinie
darstellbar sein. Dies stellt eine einfache Umsetzung der Regelungsdruckkennlinie
dar, die numerisch unaufwändig aus der Vorsteuerdruckkennlinie
herleitbar ist. Insbesondere stehen bereits ausgereifte und einfach
zu implementierende Verfahren zur effizienten Bildung einer Ableitung
zur Verfügung, so dass lediglich die Vorsteuerdruckkennlinie
für die Vorsteuereinheit einzuspeichern ist.
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Entsprechend
kann auch analog die Vorsteuereinheit ausgebildet sein, um das Ermitteln
des Vorsteuersignals der vordefinierten anzustrebenden Klappenöffnung
auf der Basis einer vordefinierten Vorsteuerflächenkennlinie
durchzuführen, wobei dann die Auswerteeinheit ausgebildet
sein kann, um das Auswertesignal unter Verwendung einer Regelungsflächenkennlinie
durchzuführen, die auf der Vorsteuerflächenkennlinie
basiert. Hierzu lässt sich ebenfalls anführen,
dass auch lediglich die Vorsteuerflächenkennlinie in der
Vorsteuereinheit einzuspeichern ist, aus der dann numerisch effizient
die Regelungsflächenkennlinie bestimmt werden kann.
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Analog
kann auch die Regelungsflächenkennlinie als Ableitung der
Vorsteuerflächenkennlinie darstellbar sein. Dies stellt
eine numerisch einfache Umsetzung des Bereitstellens der Regelungsflächenkennlinie
dar, so dass lediglich die Vorsteuerflächenkennlinie in
der Vorsteuereinheit zu speichern ist.
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Außerdem
schafft die vorliegende Erfindung ein Verfahren zum Regeln einer
Klappenöffnung von einer in einer Massenstromleitung angeordneten Klappe,
wobei die das Verfahren folgende Schritte umfasst:
- – Bereitstellen eines Auswertesignals auf der Basis
einer Differenz zwischen einer vordefinierten anzustrebenden Druckdifferenz
und Drücken vor und nach der Klappe;
- – Bestimmen eines Ansteuersignals aus dem Auswertesignal
entsprechend einer Regelcharakteristik; und
- – Regeln der Klappenöffnung der Klappe in
der Massenstromleitung ansprechend auf das Ansteuersignal.
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Auch
umfasst die vorliegende Erfindung ein Computerprogramm zur Durchführung
des vorstehenden Verfahrens, wenn das Computerprogramm auf einem
Computer durchgeführt wird. Dies sichert die effiziente
Umsetzung auch in einer rechnergestützten Plattform, so
dass die vorliegende Erfindung auch in den bereits in Fahrzeugen
häufig verwendeten Bordrechnern ausgeführt werden
kann.
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Kurze Beschreibung der Zeichnungen
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Die
Erfindung wird nachstehend anhand der beigefügten Zeichnungen
beispielhaft näher erläutert. Es zeigen:
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1 eine
Darstellung, eines Stellgliedes zur Steuerung einer Klappenöffnung
in einer Fluidleitung;
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2 ein
Blockschaltbild einer Regelstrecke zur Ansteuerung des Stellgliedes
nach 1;
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3 ein
Blockschaltbild einer Ausführungsform der vorliegenden
Erfindung;
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4 ein
Blockschaltbild eines Ausschnittes eines Regelungskreises einer
Ausführungsform der vorliegenden Erfindung; und
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5 ein
Ablaufdiagramm eines Ausführungsbeispiels der vorliegenden
Erfindung.
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Gleiche
oder ähnliche Elemente können in den nachfolgenden
Figuren durch gleiche oder ähnliche Bezugszeichen versehen
sein. Weiterhin sind eventuell angegebene Dimensionen und Maße
nur exemplarisch, so dass die Erfindung nicht auf diese Dimensionen
und Maße beschränkt ist. Ferner enthalten die
Figuren der Zeichnungen, deren Beschreibung sowie die Ansprüche
zahlreiche Merkmale in Kombination. Einem Fachmann ist dabei klar,
dass diese Merkmale auch einzeln betrachtet werden oder sie zu weiteren,
hier nicht explizit beschriebenen Kombinationen zusammengefasst
werden können.
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Beschreibung der Ausführungsformen
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Nachfolgend
wird zunächst die Einsatzumgebung der vorliegenden Erfindung
an Hand der 1 und 2 näher
erläutert. Die vorliegende Erfindung kann dazu vorgesehen
sein, eine Öffnung 10 einer Fluidleitung 12 mit
einer Klappe 14 zu verschließen, wie es in 1 gezeigt
ist. Die Fluidleitung 12 kann dabei ein Ansaugstutzen für
einen Turbolader sein oder eine Leitung, die einem Turbolader parallel geschaltet
ist. Die Fluidleitung 12 kann jedoch auch für
ein anderes Medium beispielsweise Luft, ein Brennstoff-Luft-Gemisch,
Abgas oder eine Brennstoffflüssigkeit vorgesehen sein.
Die Klappe 14 ist einseitig an der Aufhängung 16 befestigt
und kann über den Hebel 18 sowie den Stellzug 20 betätigt werden.
Der Stellzug 20 ist an einer Membran 22 befestigt,
die sich in einer Unterdruckdose 24 befindet. Auf der dem
Stellzug 20 gegenüberliegenden Seite der Membran 22 ist
eine Feder 26 angeordnet, die eine Federkraft nach oben
auf die Membran 22 ausübt. Weiterhin ist die Unterdruckdose 24 mit
einem Unterdruckschlauch 28 verbunden, durch den ein Unterdruck
im unteren Teil der Unterdruckdose 24 (das heißt
in dem Bereich, in dem die Feder 26 angeordnet ist) eingestellt
werden kann. Der über den Unterdruckschlauch 28 zugeführte
(Steuer-)Unterdruck wird DC-modelliert (DC = duty cycle = Tastverhältnis) wodurch
die Information übertragen wird. Das bedeutet, dass die
zu übertragende Information über ein Tastverhältnis
zwischen 0% und 100% moduliert wird. Dieses DC-modulierte Unterdrucksignal
kann beispielsweise durch eine in 1 nicht
dargestellte Unterdruckpumpe in Verbindung mit einem elektropneumatischen
Wandler bereitgestellt werden.
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Wird
nun über den Unterdruckschlauch 28 der Unterdruck
in dem unteren Teil der Unterdruckdose 24 verstärkt,
wird auf die Membran 22 eine abwärts gerichtete
Aktuatorkraft FActuator ausgeübt,
wie dies in 1 dargestellt ist. Dem entgegen
wirkt eine aufwärts gerichtete Federkraft FSpring.
Weiterhin kann auch durch den Massenstrom 30 des Fluids
ein Druck vor einer Klappenöffnung (beispielsweise einer Turbine)
pbef.Turb erhalten werden, der größer
ist als ein Druck nach der Klappenöffnung (der Turbine) paft.Turb, so dass die Klappe 14 (nach
oben = geöffnet) gedrückt wird und über
die Aufhängung 16, den Hebel 18 sowie
den Stellzug 20 eine nach oben gerichtete Fluidkraft FGas auf die Membran 22 resultiert.
Ist nun die abwärts gerichtete Aktuatorkraft FActuator größer,
als die Summe der Federkraft FSpring und
der Fluidkraft FGas, wird die Klappe 14 nach
unten gezogen und verkleinert die Klappenöffnung 10.
Diese Verkleinerung erfolgt dadurch, dass ein effektiver Leitungsquerschnitt
der Klappenöffnung 10 verringert wird, so dass
eine Reduktion des Massestroms 30 resultiert. Der Steuerdruck
mit dem die Membran beaufschlagt wird, kann auch ein Überdruck
sein, der gegen die Federkraft wirkt (Federkraft wirkt in Schließrichtung, Steuerdruck
wirkt in Öffnungsrichtung, typisch bei Ottomotoren mit
Turboaufladung).
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2 zeigt
ein Blockschaltbild, in dem ein Regelkreis des Verschlusselements
aus 1 schematisch dargestellt ist. Hierbei wird zunächst
der DC-modulierte Steuerdruck über den Membranmechanismus
der Stellers 24 in eine Aktuatorkraft FActuator umgesetzt.
Von dieser Aktuatorkraft FActuator wird
die durch den Massenstrom 30 verursachte Fluidkraft FGas subtrahiert, so dass entsprechend einer
Kräftezerlegung nach 1 die Federkraft
FSpring der Feder 26 resultiert. Über
die Membran 22 des Stellers 24 resultiert eine
Position Pos der Membran 22 des Stellers 24, wobei über
Funktionszusammenhang des Elementes 32 mit dem Stellzug 20,
dem Hebel 18, der Aufhängung 16 sowie
der Klappe 14 eine Position dieser Klappe 14 resultiert,
die einen effektiven geöffneten Leitungsquerschnitt AFlap freigibt. Durch die Regelstrecke, die
in 2 mit der Bezeichnung Plant bezeichnet ist (und
die beispielsweise in der Turbine oder/und einem Motor besteht) ändern
sich die Druckverhältnisse des Massenstroms 30 vor
und nach der Klappenöffnung 10, so dass ein Differenzdruck
pdiff resultiert. Dieser Differenzdruck
pdiff wird über die den Funktionszusammenhang
des Elementes 34 mit wiederum der Klappe 14, der
Aufhängung 16, dem Hebel 18 sowie dem
Stellglied 20 in die Fluidkraft FGas überführt.
Diese wird von der Aktuatorkraft FAcuator subtrahiert,
wodurch der Regelkreis in 2 geschlossen
wird. Dabei kann durch den DC-modulierten Steuerdruck eine gewünschte
Arbeitsweise der Regelstrecke eingestellt werden, deren Feinjustierung
durch die Druckdifferenz vor und nach der Klappenöffnung
sowie der Federkraft auf die Membran erfolgt. Es ist anzumerken,
dass die in 1 und in 2 dargestellte
Einheit auch mit einem Überdruck und/oder ohne Feder (was
einer Federkonstante von 0 entspricht) betrieben werden kann.
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In 3 ist
ein Blockschaltbild eines Ausführungsbeispiels der vorliegenden
Erfindung in Form einer Reglereinheit 50 dargestellt. Die
Reglereinheit 50 um fast eine Auswerteeinheit 52,
einen Regler 54 sowie eine Stellglied-Regeleinheit 56.
Die Auswerteeinheit 52 ist ausgebildet, um aus einer beobachteten Druckdifferenz
vor bzw. nach der Klappenöffnung sowie einer anzustrebenden
Druckdifferenz und/oder einem beobachteten effektiven Leitungsquerschnitt und
einem anzustrebenden effektiven Leitungsquerschnitt ein Auswertesignal
bereitzustellen. Der effektive Leitungsquerschnitt an der Klappenöffnung
kann dabei durch ein Verstellen der in 1 dargestellten Klappe 14 erfolgen,
so dass ein größerer oder geringerer Durchfluss
des Fluids durch die Klappenöffnung erfolgen kann. Der
effektive Leitungsquerschnitt stellt damit ein Maß für
den Grad der Öffnung der Klappe 14 dar. Aus dem
Auswertesignal kann dann der Regler 54 entsprechend einer
Regelcharakteristik, beispielsweise einer PID-, einer PT-Regelcharakteristik
oder dergleichen, ein Ansteuersignal erzeugt werden, gemäß dem
die Stellglied-Regeleinheit 56 die Öffnung der
Klappe 14 aus 1 regeln kann.
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Gegenüber
dem Stand der Technik, bei dem im zu verwendenden Regler Parameter
zu berücksichtigen sind, die vom jeweiligen Betriebspunkt
bzw. von der entsprechenden Betriebsart abhängen, ist dies
gemäß der vorliegenden Erfindung nicht mehr erforderlich.
Die für den entsprechenden Betriebspunkt bzw. die entsprechende
Betriebsart zu berücksichtigenden Parameter werden bereits
bei der Bereitstellung des Auswertesignals einbezogen. Dies ermöglicht,
dass der Regler 54 mit einer sehr einfachen Regelcharakteristik
ausgestattet werden kann, ohne diese Regelcharakteristik vorab an
die entsprechende Einsatzumgebung des Reglers anpassen zu müssen.
Dies ermöglicht außerdem den Einsatz einfacher
linearer Regelalgorithmen die leicht zu implementieren sind und
zugleich eine hohe Regelstabilität aufweisen. Weiterhin
erfordert eine solche Regelcharakteristik lediglich einen geringen
Speicher, so dass zusätzlich ein verringerter Ressourcenbedarf zur
Implementierung der Reglereinheit 50 resultiert.
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4 zeigt
ein Blockschaltbild eines weiteren Ausführungsbeispiels
der erfindungsgemäßen Reglereinheit. Hierbei wird
zusätzlich eine Vorsteuerung 60 verwendet (auch
als Pre Control bezeichnet), durch welche statische Größen
der Regelung eingeprägt werden können, die unabhängig
vom derzeitigen Betriebspunkt der durch die Klappenöffnung
geregelten Arbeitsmaschine (beispielsweise dem Verbrennungsmotor)
sind. In dieser Vorsteuerung kann, in Anlehnung an den in 2 dargestellten
Regelkreis, ein gewünschter effektiver Leitungsquerschnitt AFlap,Des durch ein erstes Konvertierungselement 62 in ein
der Federkraft entsprechendes Signal FSpring überführt
werden. Dieses erste Konvertierungselement 62 kann dabei
in Form einer abgespeicherten Kennlinie implementiert sein. Die
dem gewünschten effektiven Leitungsquerschnitt AFlap,Des entsprechende Federkraft kann daraus
ermittelt oder abgelesen werden. Analog kann aus der gewünschten
Druckdifferenz mittels eines zweiten Konvertierungselementes 64,
das ebenfalls eine hinterlegte Kennlinie sein kann, eine Fluid-
oder Gaskraft FGas bzw. ein entsprechendes
Signal ermittelt werden. Die Federkraft FSpring und
die Fluidkraft FGas (respektive die entsprechenden
Signale) werden dann addiert und entsprechend einem dritten Konvertierungselement 66 in
ein Vorsteuersignal DCCtl überführt,
welches an die Stellglied-Regeleinheit 56 ausgegeben wird.
Weiterhin ist aus 4 ersichtlich, dass das erste
Konvertierungselement 62 eine inverse Funktionalität
zu den in 2 dargestellten Elementen 22 und 32 aufweist. Auch
weist das zweite Konvertierungselement 64 eine inverse
Funktionalität des in 2 dargestellten Elements 34 auf,
wobei das dritte Konvertierungselement 66 eine zu Element 24 aus 2 inverse
Funktionalität aufweist. Durch eine derartige Vorsteuerung lässt
sich der Betrieb der Arbeitsmaschine durch eine Regelung der Klappenöffnung
relativ genau einstellen. Voraussetzung für eine genaue
Einstellung ist jedoch, dass der funktionale Zusammenhang der Betriebsparameter
(z. B. Druck vor und nach der Klappenöffnung, effektiver
Leitungsquerschnitt der Klappenöffnung) der Arbeitsmaschine
genau bekannt ist, was in einer realen Einsatzumgebung allerdings
nicht immer gegeben ist.
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An
dieser Stelle kommt der erfindungsgemäße Ansatz
zum Einsatz. Es wird eine Ausgleichseinheit (auch Governor genannt)
bereitgestellt, die im Wesentlichen die Auswerteeinheit 52 sowie
den Regler 54 umfasst. In der Auswerteeinheit 52 kann
in einem ersten Pfad aus einer beobachteten pdiff,Obs und einer
gewünschten Druckdifferenz pdiff,Des vor und nach
der Klappenöffnung eine Differenz Δpdiff dieser beiden
Druckdifferenzen ermittelt werden und diese über ein viertes
Konvertierungselement 68 in ein Differenzdruckkraftsignal ΔFGas umgesetzt werden. Dieses vierte Konvertierungselement 68 kann
dabei ebenfalls in Form einer einfachen Kennlinie implementiert
sein, die elektronisch verarbeitet werden kann. Dabei ist festzustellen,
dass bereits das zweite Konvertierungselement 64 zur Umsetzung
eines ähnlichen Funktionszusammenhangs von einem Druck
in eine Kraft ausgelegt ist. Da das vierte Konvertierungselement 68 eine
Differenz einer Druckdifferenz in eine Differenzkraft umsetzen soll,
kann einfach die Ableitung (am jeweiligen Arbeitspunkt der Arbeitsmaschine)
einer für das zweite Konvertierungselement 64 implementierten
Kennlinie für das viertes Konvertierungselement verwendet
werden. Dies ermöglicht eine sehr einfache Bestimmung dieser
Differenzdruckkraft ΔFGas bzw.
des entsprechenden Signals. Analog kann auch im zweiten Pfad der Auswerteeinheit 52 eine
Differenz zwischen dem gewünschten AFlap,Des und
dem beobachteten AFlap,Obs effektiven Leitungsquerschnitt
bestimmt werden. Diese Differenz kann beispielsweise aus Vibrationseffekten an
der Maschine oder Bauteilstreuung in der Serienproduktion resultieren,
so dass die Klappe 14 nicht immer so exakt wie gewünscht
geregelt werden kann. Üblicherweise wird diese Differenz
aus einem Messwert der Regelstrecke ermittelt (z. B. Ladedruck).
Aus dieser Differenz zwischen dem gewünschten und dem beobachteten
effektiven Leitungsquerschnitt kann mit einem fünften Konvertierungselement 70 ein
Differenzflächenkraftsignal ΔFSpring bestimmt
werden, welches mit dem Differenzdruckkraftsignal ΔFGas zu dem Auswertesignal ΔF kombiniert
bzw. addiert wird. Das fünfte Konvertierungselement 70 kann
dabei analog zum ersten Konvertierungselement 62 (entsprechend
den obigen Ausführungen mit Bezug auf das vierte Konvertierungselement 68)
ausgestaltet sein. Insbesondere kann die Bildung einer Ableitung
einer für das erste Konvertierungselement 62 implementierten
Kennlinie (am entsprechenden Arbeitspunkt der Arbeitsmaschine) zur
sehr einfachen Umsetzung des fünften Konvertierungselements 70 verwendet
werden. Hierbei ist anzumerken, dass das Auswertesignal ΔF
der Auswerteeinheit 52 nicht auf der Basis einer Differenz Δpdiff der Druckdifferenzen und gleichzeitig
auch einer Differenz ΔAFlap der
gewünschten und beobachteten effektiven Leitungsquerschnitte
realisiert werden muss; vielmehr reicht bereits die Korrektur bzgl. eines
der genannten Parameter aus, um eine Verbesserung im Regelverhalten
der Reglereinheit 50 zu erreichen. Das Auswertesignal wird
dann dem Regler 54 zugeführt, der die Regelung
auf der Basis einer sehr einfachen Regelcharakteristik (wie einer PID-Regelcharakteristik,
einer PT-Regelcharakteristik oder dergleichen) durchführt
und ein entsprechendes Ansteuersignal DCGov an
die Stellglied-Regeleinheit 56 ausgibt. Die Stellglied-Regeleinheit 56 kann dann
auf der Basis des Auswertesignals DCGov allein (was
in 4 nicht dargestellt ist) oder in Kombination
mit dem Vorsteuersignal DCCtl die Öffnung
der Klappe (beispielsweise durch eine DC-Modulation des Unterdrucks)
regeln. Zu einer solchen Regelung können auch zur Unterdrucksteuerung
alternative Steuermechanismen verwendet werden, die dem Fachmann
bekannt sind. Durch den in 4 dargestellten
Aufbau lässt sich mit einer geringen Anzahl von Regeleinheitselementen
und deren wiederholter Verwendung eine stabile, einfache und damit
kostengünstig zu implementierende Regelung aufbauen wobei
zugleich die Umgebungsbedingungen besser als im Stand der Technik
berücksichtigt werden.
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5 zeigt
ein Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung in der
Form eines Verfahrens. Hierbei erfolgt zunächst in einem
ersten Schritt ein Bereitstellen 80 eines Auswertesignals
auf der Basis einer Differenz zwischen Drücken vor und
nach der Klappe und einer vordefinierten anzustrebenden Druckdifferenz
und/oder auf der Basis einer Beziehung zwischen einer vordefinierten
anzustrebenden Klappenöffnung sowie einer beobachteten
Klappenöffnung der Klappe. In einem zweiten Schritt erfolgt ein
Bestimmen 82 eines Ansteuersignals aus dem Auswertesignal
entsprechend einer Regelcharakteristik, worauf in einem dritten
Schritt ein Regeln 84 der Klappenöffnung der Klappe
in der Massenstromleitung ansprechend auf das Ansteuersignal erfolgt.
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Zusammenfassend
ist anzumerken, dass die vorliegende Erfindung beispielsweise eine
dynamische Regelung kraftbeeinflusster Steller betrifft. Exemplarisch
ist für eine Klappe im Abgassystem die Wirkung der verschiedenen
Kräfte auf das resultierende Moment um die Welle der Klappe
als Systemskizze und als Blockschaltbild in den
1 und
2 dargestellt.
Es wurde ein mit Unterdruck beaufschlagter pneumatischer Steller
angenommen, der seine Lage durch eine Feder einstellen kann. Es spielt
dabei für die grundsätzliche Funktion keine Rolle,
ob die Feder im Steller die Klappe öffnet oder schließt,
oder ob diese Feder überhaupt verbaut ist (Federkonstante
= 0). Weiterhin lässt sich der Ansatz ebenso für
einen druckbeaufschlagten Steller (Ottomotor, NFZ) anwenden. Die
Größe, die durch die Ansteuerung des Stellers
verändert wird, ist die Kraft, die durch Veränderung
des Unterdrucks an der Membran auf das Gestänge des Stellers
wirkt. Die Sensitivität der Strecke, die für die
dynamische Regelung abhängig vom momentanen Arbeitspunkt
entscheidend ist beträgt demnach
.
Die in
4 gezeigte Reglerstruktur berechnet im Vorsteuerpfad
die momentan wirkende Kraft und über die Abweichung vom geplanten
Arbeitspunkt die Regelabweichung als resultierende Kraft. Diese
wird einem PID-Regler zugeführt, aus dem dann eine angepasste
Verstärkung für die Ansteuerung folgt. Die zu sätzliche
Information, die für die Parametrierung des neuen Teils
erforderlich ist, kann aus der Steigung der Korrekturkennlinie aus
dem Vorsteuerpfad ermittelt werden. Der Vorteil dieser Erfindung
besteht darin, dass für den linearen PID-Regler keine betriebspunkt-
bzw. betriebsartabhängigen Parameter appliziert und im
Steuergerät gespeichert werden müssen. Daraus
resultieren ein verringerter Ressourcenbedarf und eine vereinfachte Applikation.
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ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
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Zitierte Patentliteratur
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