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Die
Erfindung betrifft eine Trägerfolie insbesondere für
ein Klebeband und Verwendung derselben.
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Folien
mit hoher Längsfestigkeit erreicht man üblicherweise
durch Verstrecken von extrudierten Folienbahnen aus teilkristallinen
Thermoplasten. Dabei handelt es sich überwiegend um eine
biaxiale Verstreckung. Im Ausnahmefall sind die Folien zur weiteren
Erhöhung der Längszugfestigkeit nur in Längsrichtung orientiert.
Sowohl marktübliche biaxial als auch monoaxial verstreckte
Folien auf Basis von Polypropylen weisen aber im Gegensatz zu unverstreckten
Folien aus dem Blas- oder Cast-Verfahren geringe Weiterreißwiderstände
in Querrichtung auf.
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In
der Praxis führt dies im Falle von verletzten Kanten von
Folie oder Klebeband (bedingt durch stumpfe Messer beim Schneiden
oder späterer unbeabsichtigter Verletzung der Schnittkante)
leicht zum Ein- oder Abreißen der Folie beziehungsweise
des daraus hergestellten Klebebandes unter Zugbelastung.
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Bei
hohen Anforderungen an Zugfestigkeit und Weiterreißwiderstand
werden Folien beziehungsweise Klebebänder mit Filamenten
oder Netzen aus Filamenten aus Glas oder Kunststoff verstärkt.
Die Herstellung solcher Filamentklebebänder ist anlagenseitig
sehr aufwändig und damit teuer und störanfällig.
Neben der Basisfolie werden zusätzlich noch die Filamente
und Laminierkleber (beziehungsweise eine zusätzliche Haftkleberbeschichtung)
benötigt, was die Produkte weiter verteuert. Weitere Nachteile
solcher Filamentklebebänder sind geringe Knickbruchbeständigkeit,
hohe Dicke, unsaubere Schneidkanten und fehlende Durchschweissbarkeit
und Recyclingfähigkeit. Die Herstellung eines derartigen
Klebebands wird zum Beispiel in der
US 4,454,192 A1 beschrieben.
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Die
DE 21 04 817 A1 beschreibt
ein Verfahren zur Herstellung eines Klebebandträgers aus
Polyolefin (Polyethylen oder Polyethylen). Durch Verstreckung in
Längsrichtung soll eine Zugfestigkeit in Längsrichtung von
320 N/mm
2 erreicht werden können
(gemäß Anspruch 2, kein Beispiel vorhanden). Reckverhältnis
und erreichte Spannung bei 10%-Dehnung werden nicht offenbart.
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Gegenstand
der
EP 0 255 866 A1 ist
eine in Längsrichtung oder biaxial gereckte Polypropylenfolie. Der
Zusatz von elastomeren Komponenten erhöht die Schlagzugzähigkeit
in Querrichtung. Diese Maßnahme führt allerdings
zu einer Verschlechterung der Zugfestigkeit und des Weiterreißwiderstands
in Querrichtung. Das Reckverhältnis in Längsrichtung
beträgt 1:5,5 bis 1:7. Es werden Zugfestigkeiten von 12
bis 355 N/mm
2 erreicht. Angaben über
die Spannungen bei 10%-Dehnung werden nicht gemacht.
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Ende
der 80er Jahre wurde von der Firma Beiersdorf (Hamburg) ein Aufreißstreifen
vertrieben, welcher eine verringerte Abreißneigung aufweist.
Dieser enthielt eine in Längsrichtung verstreckten Trägerfolie der
Firma NOPI (Harrislee), welche durch Coextrusion von Rohstoffen
unterschiedlicher Zähigkeit hergestellt wurde und ein Reckverhältnis
von 1:7,5 aufwies. Die zähe Coextrusionsaußenschicht
verringert nach dem Prinzip von Schlagzähmodifikatoren
die Ausbildung von Mikrorissen beim Schneiden der Produkte mit scharfen
Klingen. Sie vermeidet jedoch nicht Abrisse bedingt durch nachträglich
verletzte Kanten (zum Beispiel beim Transport der Rolle oder der
Applikation auf den Karton). Die Außenschicht enthält
60 Gew.-% Polypropylencopolymer mit ca. 5 Gew.-% Ethylen und zur
Erhöhung der Zähigkeit 40 Gew.-% SBS-Kauschuk,
welcher die Lichtbeständigkeit verschlechtert und vor allem
zu verringerter Zugfestigkeit (160 N/mm2)
und verringerter Spannung bei 10%-Dehnung (70 N/mm2)
der Folie in Längsrichtung führt. Die weniger
zähe Hauptschicht enthält 92 Gew.-% des Polypropylencopolymers
und 8 Gew.-% des SBS-Kautschuks. Der SBS-Kautschuk senkt den Weiterreißwiderstand
einer einschichtigen Folie aus reinem Polypropylencopolymer mit
gleichem Reckverhältnis von ca. 240 N/mm auf 70 N/mm.
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Die
DE 44 02 444 A1 betrifft
ein reißfestes Klebeband auf der Basis von monoaxial orientiertem
Polyethylen. Es können in mancher Hinsicht ähnliche
mechanische Eigenschaften wie bei entsprechenden Polypropylenprodukten
erreicht werden. Polyethylen weist jedoch ein bedeutend geringere
Wärmebeständigkeit als Polypropylen auf, die sich
sowohl bei der Herstellung des Klebebandes (Trocknung von Klebstoff-
oder anderen Schichten im Ofen) nachteilig auswirkt als auch bei
den späteren Verpackungsanwendungen als Griffband, Kartonverschlussklebeband,
Aufreißstreifen oder Kartonverstärkungsstreifen.
Die Klebebänder auf den Kartons werden oft heiß,
zum Beispiel beim Durchgang durch Druckmaschinen oder nach der Befüllung
mit heißen Gütern (zum Beispiel Lebensmitteln).
Ein weiterer Nachteil von (auch verstreckten) Polyethylenfolien im
Vergleich zu Polypropylenfolien ist die deutlich geringere Kraft
bei 10-%Dehnung. Durch die höhere Dehnung bei gegebener
Kraft neigen daraus hergestellte Griffbänder oder Kartonverschlussklebebänder
zur Ablösung unter Zugbelastung, und Kartonverstärkungsstreifen
können das Einreißen von Kartons nicht verhindern.
Das Reckverhältnis in Längsrichtung und erreichbare
Spannungen bei 10%-Dehnung werden nicht offengelegt. Es werden Zugfestigkeiten
von 102 bis 377 N/mm
2 erreicht.
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Die
vorbeschriebenen Erfindungen haben Anwendungen gefunden, konnten
aber die Zugfestigkeiten von Filamentklebebändern nicht
annähernd erreichen. Infolgedessen hat es Bemühungen
gegeben, das aufwändige Aufbringen vieler Filamentfäden
zu vermeiden und den verstreckten Folien durch Längsstrukturen
filamentartige Eigenschaften zu geben, welche nachfolgend beschrieben
sind.
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Die
US 5,145,544 A1 und
die
US 5,173,141 A1 beschreiben
ein Klebeband aus monoaxial verstreckter Folie, welche eine Rippenstruktur
zur Verstärkung aufweist, wobei die Rippen zum Teil aus
der Oberfläche herausragen und zum Teil in die Folienoberfläche
eingebettet sind. Zwischen Folie und Rippen sind Kerbfugen ausgebildet.
Die Erfindung erreicht einen hohen Seiteneinreißwiderstand,
die Zugfestigkeit und die Dehnbarkeit hingegen sind noch verbesserungswürdig.
Der wesentliche Mangel besteht jedoch darin, dass eine Folie gemäß dieser
Erfindung nicht im Produktionsmaßstab herstellbar ist.
Die Ursache dafür sind die schlechte Verstreckbarkeit in üblicher
Breite sowie eine extrem schlechte Planlage, so dass die Beschichtbarkeit
mit Haftkleber nicht mehr gewährleistet ist. Bei hohen
Breiten verschlechtert sich zudem die Planlage auch noch durch ungleichmäßige
und unzureichende Haftung (bedingt durch die nicht plan aufliegende
Folie) auf den Reckwalzen im nachfolgenden Verstreckungsprozess.
Bei einer Herstellung in produktionsüblicher Breite wird
die Folie im mittleren Bereich auf den Reckwalzen in Querrichtung
gehalten, wodurch sich die Rippenstruktur durch Verstrecken verändert
und die gesamte Produktqualität inhomogen wird. Ein weiterer
Nachteil ist die Notwendigkeit einer mindestens 50%igen Einbettung
der Rippen durch einen Kalander, welcher in der Investition sehr teuer
ist und den Prozess viel aufwändiger macht. Die Rippenstruktur
an der Oberfläche führt auch leicht zu Beschichtungsfehlern
beim Auftragen von Releasemitteln oder Primern bei der Weiterverarbeitung
zu Klebebändern, da die Auftragsverfahren für
Folien eine glatte Oberfläche erfordern. Abdrücke
von Verstärkungsfilamenten oder Rippenstrukturen in der
Oberfläche von Folien sind für die Bedruckung
nachteilig, die glatte Oberflächen voraussetzt. Insbesondere
bei einer Nutzung der erfindungsgemäßen Folie
für ein Verpackungsklebeband ist die Bedruckbarkeit für
den Kunden ein wichtiges Kriterium. Der
US 5,145,544 A1 werden ein
Reckverhältnis von 1:7 und Zugfestigkeiten von 157 bis
177 N/mm
2 entnommen, Spannungen bei 10%-Dehnung werden
nicht ermittelt. Der
US
5,173,141 A1 werden Reckverhältnisse von 1:6,1
bis 1:7 und Zugfestigkeiten bis zu 245 N/mm
2 entnommen,
Spannungen bei 10%-Dehnung werden nicht ermittelt.
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Die
EP 1 101 808 A1 versucht,
die genannten Nachteile zu beseitigen, indem die Rippenstrukturen
in das Innere der Folie verlegt wurden. Die Folie weist planparallele
Außenseiten auf und enthält mindestens zwei coextrudierte
Schichten unterschiedlicher Zusammensetzung, deren Grenzfläche
nicht eben ist, sondern im Querschnitt einen nicht geraden Grenzverlauf
aufweist, der sich in Längsrichtung laminar fortsetzt.
Die besondere innere Struktur der Folie beruht darauf, dass die
Dicke einer Schicht in Querrichtung periodisch oder unregelmäßig
variiert und die zweite Schicht die Dickenschwankungen derart kompensiert,
dass die Gesamtdicke im Wesentlichen konstant ist. Alle genannten
Erfindungen weisen gegenüber einer normalen Klebebandfolie
verbesserte Zugfestigkeit und E-Modul in Längsrichtung
auf. Die Reckverhältnisse liegen zwischen 1:6,7 und 1:8,7.
An Zugfestigkeiten werden 202 bis 231 N/mm
2 und
an Spannungen bei 10%-Dehnung 103 bis 147 N/mm
2 erreicht.
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Die
EP 0 353 907 A1 wendet
die Idee des Fibrillierens von Folien an. Bei dieser Erfindung wird
ein Klebeband, welches aus einer Trägerschicht, die mit
einer weiteren Schicht einer fibrillierten Polymerfolie verklebt
wird, hergestellt. Anschließend wird die fibrillierte Seite
mit Klebemasse beschichtet. Die zu fibrillierende Polymerfolie wird
vorzugsweise extrudiert, besteht aus Polypropylen und wird anschließend
in Maschinenrichtung monoaxial gereckt. Dieses ebenfalls sehr aufwändige
Verfahren hat den Nachteil, dass das Laminat in vier Prozessschritten
(Extrudieren, Reckung, Fibrillieren und Verklebung der Fibrillen
auf der PP-BO-Trägerfolie) hergestellt werden muss. Die
Dicke der Folien der
EP
0 353 907 A1 liegt bei ca. 25 μm (PP-BO) und ca.
5 μm (verstreckte PP-Folie). Daher können nur
Reißfestigkeiten von 99 bis 176 N/cm und Weiterreißwiderstände von
15 bis 22 N/cm bei erreicht werden.
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Alle
diese Erfindungen werden nicht großtechnisch umgesetzt,
da die Herstellverfahren sehr aufwändig sind. Des Weiteren
können sie die Eigenschaften von Produkten mit Glas- oder
Polyesterfilamenten bei weitem nicht erreichen.
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Das
Reckverhältnis handelsüblicher monoaxial verstreckter
Polypropylenfolien, die als Träger in einem Klebeband Verwendung
finden, liegt bei ungefähr 1:7.
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Erhöht
man das Reckverhältnis, um die Zugfestigkeit und die Spannung
bei 10%-Dehnung zu erhöhen, stellt man fest, dass ab einem
Reckverhältnis von 1:8 eine Schädigung der Folie
durch eine Trennlackierung auf Basis von Polyvinylstearylcarbamat
in Toluol auftritt. Die trennlackierte Folienoberfläche
ist gegen Reibung empfindlich. Reibt man mit einem Radiergummi auf
der lackierten Oberfläche, zerfällt diese zu feinen
Fasern. Ausfaserungen der Oberfläche durch Reibung in Beschichtungs-
oder Schneidanlagen können schon beim Abrollen des Klebebandes
zu Delamination der Folie („shredding") führen.
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In
der Praxis werden des Weiteren Kartons mit Klebebändern
zum Verstärken oder Aufreißen gestapelt. Beim
Herausziehen einzelner ungefalteter Karton aus dem Stapel tritt
eine Reibung gegen das Klebeband auf. Weiterhin tritt Reibung bei
der Verarbeitung der Kartons in Verpackungsstraßen auf.
Solche praxisnahen Reibungen führen zur Herauslösung
von Polypropylenfasern aus der Oberfläche.
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Der
Grad der Schädigung nimmt dabei mit steigendem Reckverhältnis
(zum Beispiel 1:10) zu.
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Handelsübliche
monoaxial verstreckte Polypropylenfolien für Klebebänder
werden aus Polypropylen mit einem Biegemodul von ca. 1200 MPa oder
einer Mischung aus einem härterem Polypropylen und PE-LLD mit
einem ähnlichen (gewichtetet berechneten) Biegemodul hergestellt.
Versucht man, die Kraft bei 10%-Dehnung durch Einsatz von Polypropylen
mit höherem Biegemodul als üblich anzuheben, stellt
man fest, dass auch durch diese Maßnahme eine Schädigung
der Folie durch Trennlackierung auftritt. Dies wird bei Folien aus
Polypropylenrohstoffen mit einem Biegemodul ab 1600 MPa sehr deutlich
und besonders extrem ab einem Biegemodul von 2000 MPa.
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Verwendet
man eine Trennlackierung auf Silikonbasis ist die Auswirkung noch
gravierender. Die Folie wird durch Silikon noch stärker
geschädigt als durch Polyvinylstearylcarbamat. Zum einen
tritt die Schädigung schon bei geringeren Reckverhältnissen
als 1:8 auf, und zum anderen ist die Beschädigung der Folie
nicht nur auf der Seite der Beschichtung, sondern sogar auch auf
der gegenüberliegenden Seite zu beobachten, als wenn das
Silikon durch die Folie hindurchwanderte.
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Aufgabe
der Erfindung ist es, eine Trägerfolie insbesondere für
ein Klebeband zur Verfügung zu stellen, die einerseits
einen sehr hohen Zugmodul beziehungsweise eine sehr hohe Spannung
bei 10%-Dehnung in Längsrichtung aufweist, die durch eine
Trennlackierung insbesondere auch durch eine solche auf Silikonbasis
nicht geschädigt wird und die die genannten Nachteile der
Folien des Standes der Technik nicht aufweist.
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Gelöst
wird diese Aufgabe durch eine Folie, wie sie im Hauptanspruch näher
gekennzeichnet ist. In den Unteransprüchen sind vorteilhafte
Ausführungsformen der Erfindung beschrieben. Des Weiteren
ist die Verwendung der erfindungsgemäßen Folie
vom Erfindungsgedanken umfasst.
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Demgemäß betrifft
die Erfindung eine Trägerfolie insbesondere für
ein Klebeband, die monoaxial in Längsrichtung verstreckt
ist und die eine Basisschicht aus Polypropylen enthält,
wobei
- • die Spannung der Trägerfolie
in Längsrichtung bei 10%-Dehnung mindestens 150 N/mm2, bevorzugt mindestens 200 N/mm2,
ganz besonders bevorzugt mindestens 250 N/mm2 beträgt,
- • die Basisschicht ein Polypropylenpolymer mit einen
Gehalt an olefinischem Comonomer von weniger als 2,5 Gew.-%, vorzugsweise
0 Gew.-% enthält,
- • die Basisschicht nicht nucleiert ist
- • und auf einer der außen liegenden Seite
der Basisschicht eine Trennlackierung aufgebracht ist.
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Übliche
monoaxial verstreckte Folien werden mit einer Trennlackierung (Releasebeschichtung)
versehen, damit ein unter Verwendung dieser hergestelltes Klebeband
leicht und ohne Schädigung der Folie abrollbar ist. Bei
derart hochmoduligen Folien führen Trennlackierungen jedoch
zur Schädigung der Oberfläche durch Ausfaserungen.
Toluol als gängiges Lösungsmittel für
Trennlackierungen (Releasemittel) allein hat eine schädigende
Wirkung, diese wird durch Releasemittel wie Polyvinylstearylcarbamat
weiter verstärkt. Besonders stark schädigend verhalten
sich Silikone, in diesem Fall wird sogar die Folienunterseite (die
der Trennlackierung abgewandten Seite) empfindlich gegen Ausfaserungen.
Ausfaserungen führen bei Abrollen des Klebebandes zu Delamination
der Folie („shredding"). In der vorliegenden Erfindung
können diese negativen Effekte durch zusätzliche
eine Coextrusionsschicht aus Polyethylen verhindert werden.
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Die
Trägerfolie kann analog dem relativ einfachen Extrusionsverfahren
für monoaxial verstreckte Polypropylen-Folien hergestellt
werden. Sie weist eine erhöhte Spannung bei 10%-Dehnung
und Zugfestigkeiten in Längsrichtung auf, die zwischen
denen von konventionellen monoaxial verstreckten Polypropylenfolien
und denen von faserverstärkten Trägern für
Filamentklebebänder liegen, wobei jedoch das aufwändige
Verfahren zur Herstellung von Filamentklebebändern vermieden
werden kann.
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Die
am häufigsten verwendete Polypropylenfolie für
Klebebänder ist PP-BO (biaxial verstreckte Polypropylenfolie).
Diese weisen sehr geringe Spannungen bei 10%-Dehnung auf.
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Zur
Erzielung von hohen Zugfestigkeiten und von hohen Spannungen bei
1%- und 10%-Dehnung sollten die Reckprozessbedingungen so gewählt
werden, dass das Reckverhältnis das für Folie
jeweils maximal technisch durchführbare ist. Erfindungsgemäß liegt
das Reckverhältnis in Längsrichtung bei mindestens
1:8, vorzugsweise bei mindestens 1:9,5.
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Ein
Reckverhältnis von zum Beispiel 1:6 gibt an, dass aus einem
Abschnitt der Primärfolie von 1 m Länge ein Abschnitt
von 6 m Länge der gereckten Folie entsteht. Oft wird das
Reckverhältnis auch als Quotient der Liniengeschwindigkeit
vor der Verstreckung und der Liniengeschwindigkeit nach der Verstreckung
bezeichnet.
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Das
Problem der Herauslösung von Fasern aus der trennlackierten
Oberseite kann für den Fachmann unerwartet und überraschenderweise
dadurch gelöst werden, dass die unter dem Trennlack liegende
Basisschicht aus einem Polypropylenpolymer besteht und kein Nucleierungsmittel
enthält. Unter „kein Nucleierungsmittel" wird
im Folgenden verstanden, dass das Polypropylenpolymer keine selbstnucleierende
Eigenschaft aufgrund der Polymerzusammensetzung wie zum Beispiel
durch Modifizierung mit 4,4'-Oxydibenzolsulfonylazid besitzt, noch
dass der Hersteller ein Nucleierungsmittel bei der Additivierung
des Polypropylenpolymers vor der Granulierung zusetzt oder ein Nucleierungsmittel
bei der Herstellung der erfindungsgemäßen Folie
zum Beispiel in Form eines Masterbatches zufügt.
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Es
wird vermutet, dass die Wirkung des Nucleierungsmittels darin besteht,
dass das teilkristalline Polymer während der Verstreckung
eine andere Faserstruktur ausbildet als in Anwesenheit eines Nucleierungsmittels.
Es scheint, dass die Faserzwischenräume die Trennlackierung
aufsaugen, was dann permanent eine Trennwirkung zwischen den Fasern
hervorruft, da das Lösungsmittel keine Schädigung
verursacht.
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Eine
nicht nucleierte Polypropylenschicht kann die Trennlackierung offenbar
nur wenig oder gar nicht aufsaugen.
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Als
weitere Einflussgröße ist der Gehalt an olefinischem
Comonomer im Polypropylenpolymer aufgefunden. Der Gehalt an Comonomer
beträgt weniger als 2,5 Gew.-%, vorzugsweise 0 Gew.-%.
(Letzteres bedeutet, dass ein Polypropylenhomopolymer vorliegt.)
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Beispiele
für olefinische Comonomere sind Ethylen, Butylen und Octen.
Es wird davon ausgegangen, dass Copolymere des Propylens neben der
weitestgehend kristallinen Polypropylenphase eine amorphe Elastomerphase
zum Beispiel aus EPM-Kautschuk ausbilden. Ist der Anteil an Comonomer
hoch, nimmt der Volumenanteil der amorphen Phase zu. Dem Fachmann
ist bekannt, dass diese leichter durch Lösungsmittel wie zum
Beispiel Toluol anzulösen ist als die kristallinen Bereiche.
Bei einer verstreckten Folie aus Polypropylencopolymer oder -terpolymer
dürften sich daher zwischen den Fasern aus kristallinem
Polypropylen lösungsmittelempfindliche amorphe Zwischenräume
ausbilden, die die Trennlackierung aufnehmen und hindurchlassen können.
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Der
Schmelzindex soll im für Flachfolienextrusion geeigneten
Bereich liegen. Der Schmelzindex sollte zwischen 0,3 und 15 g/10
min, vorzugsweise im Bereich von 0,8 und 5 g/10 min (gemessen bei
230°C/2,16 kg) liegen.
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Vorzugsweise
wird für den erfindungsgemäßen Gegenstand
ein Polypropylen mit einem Biegemodul von mindestens 1600 MPa, besonders
bevorzugt mindestens 2000 MPa eingesetzt.
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Um
möglichst hohe Werte von Spannungen bei 1%- und 10%-Dehnung
und von Zugfestigkeiten zu erreichen, ist der Einsatz von hochisotaktischem
Polypropylen vorteilhaft.
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Sind
in der Schicht aus Polypropylenpolymer weitere Komponenten in zu
großen Mengen anwesend, wirken sich diese auf die Beständigkeit
gegen Trennlackierungen negativ aus. Dies betrifft zum Beispiel
Zähigkeitsverbesser wie PE-LLD oder SBS-Kautschuk zu, die
in monoaxial verstreckten Klebebandfolien aus Polypropylen häufig
eingesetzt werden. Daher enthält die Basisschicht vorzugsweise
weniger als 10 Gew.-%, besonders bevorzugt weniger als 5 Gew.-%,
ganz besonders bevorzugt keine Polymere mit einen Gehalt an Propylen
von weniger als 80 Gew.-%. Gemäß einer weiteren
bevorzugten Ausführungsform der Erfindung beträgt der
Gehalt an nichtthermoplastischen Komponenten wie zum Beispiel Fasern,
Füllstoffe, Pigmente oder Antiblockmittel vorzugsweise
weniger als 5 Gew.-%, besonders bevorzugt weniger als 1 Gew.-%,
ganz besonders bevorzugt sind keine nichtthermoplastischen Komponenten
enthalten. Die Trägerfolie enthält vorzugsweise keine
Carbonnanotubes.
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Zur
Optimierung der mechanischen Eigenschaften der Trägerfolie
kann neben der erfindungsgemäßen Basisschicht
des Polypropylenpolymers (in den Beispielen Deckschicht genannt)
auf der der Trennlackierung (Releaselackierung) abgewandten Seite
durch Coextrusion zumindest eine Coextrusionsschicht aufgebracht
werden.
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Die
Coextrusionsschicht enthält vorzugsweise ein Polypropylen,
das ebenfalls vorzugsweise einen Biegemodul von mindestens 1600
MPa, besonders bevorzugt mindestens 2000 MPa aufweist. Das Polypropylen
der Coextrusionsschicht ist vorzugsweise überwiegend isotaktisch
aufgebaut. Der Schmelzindex sollte ebenfalls im für Flachfolienextrusion
geeigneten Bereich liegen. Der Schmelzindex sollte zwischen 0,3
und 15 g/10 min, vorzugsweise im Bereich von 0,8 und 5 g/10 min
(gemessen bei 230°C/2,16 kg) liegen. Um möglichst hohe
Werte von Spannungen bei 1%- und 10%- Dehnung und von Zugfestigkeiten
zu erreichen, ist der Einsatz von hochisotaktischem Polypropylen
vorteilhaft.
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Bei
einem mehrschichtigen Aufbau beträgt die Dicke der Coextrusionsschicht
vorzugsweise 3 bis 20%, besonders bevorzugt 5 bis 10% der Gesamtdicke
der Folie.
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Die
Basisschicht beziehungsweise die Schichten können neben
den Polymeren Additive wie Antioxidantien, Lichtschutz-, Antiblock-,
Gleit- und Verarbeitungshilfsmittel, Füllstoffe, Farbstoffe
und/oder Pigmente enthalten.
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Die
Trägerfolie sowie ein unter Verwendung der Trägerfolie
hergestelltes Klebeband weist eine Spannung bei 10%-Dehnung in Längsrichtung
(Maschinenrichtung) von mindestens 150 N/mm2,
von vorzugsweise mindestens 200 N/mm2, von
besonders bevorzugt mindestens 250 N/mm2 auf.
In einer bevorzugten Ausführung können sogar Spannungen
von mindestens 300 N/mm2 erreicht werden.
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In
einer bevorzugten Ausführung besitzt die Trägerfolie
beziehungsweise ein unter Verwendung der Trägerfolie hergestelltes
Klebeband in Längsrichtung (Maschinenrichtung) eine Spannung
bei 1%-Dehnung von mindestens 20 N/mm2,
vorzugsweise mindestens 40 N/mm2 und/oder
eine Zugfestigkeit von mindestens 300 N/mm2,
vorzugsweise mindestens 350 N/mm2. Der Weiterreißwiderstand
in Querrichtung soll vorzugsweise mindestens 80 N/mm, insbesondere
mindestens 220 N/mm erreichen. Zur Berechnung von Festigkeitswerten
werden die breitenbezogenen Kraftwerte durch die Dicke geteilt.
Im Fall einer Bestimmung der Festigkeitswerte am Klebeband wird
als Dicke nicht die Gesamtdicke des Klebebands, sondern nur die
der Trägerfolie zugrunde gelegt.
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Die
Dicke der Trägerfolie liegt vorzugsweise zwischen 25 und
200 μm, besonders bevorzugt zwischen 40 und 140 μm,
ganz besonders bevorzugt zwischen 50 und 90 μm.
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Die
Trägerfolie weist an den Oberflächen vorzugsweise
keine Rippenstrukturen auf, da sie die Haftung während
des Reckvorgangs verschlechtern und keine homogene Verstreckung
ermöglichen. Wenn die Folie durch Coextrusion mehrschichtig
aufgebaut ist, hat sie gemäß einer bevorzugten
Ausführungsform der Erfindung auch im Inneren keine Rippenstrukturen,
sondern planparallel ausgerichtete Schichten, damit keine aufwändige
und störanfällige Düse bereitgestellt
werden muss.
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Die
Folie kann durch Kaschierung, Prägung oder Strahlenbehandlung
modifiziert sein. Die Folien können mit Oberflächenbehandlungen
versehen sein. Dies sind zum Beispiel zur Haftvermittlung Corona-, Flamm-,
Fluor- oder Plasmabehandlung oder auf der der Trennlackierung abgewandten
Seite Beschichtungen von Lösungen oder Dispersionen oder
flüssige strahlenhärtbare Materialien.
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Die
Trägerfolie beinhaltet eine auf der Basisschicht befindliche
Trennlackung (Release-, Antihaftbeschichtung), zum Beispiel solche
aus Silikon, Acrylaten (zum Beispiel Primal® 205),
Stearylverbindungen wie Polyvinylstearylcarbamat oder Chromstearatkomplexen
(zum Beispiel Quilon® C) oder aus
Umsetzungsprodukten aus Maleinsäureanhydridcopolymeren
und Stearylamin. Bevorzugt wird eine Trennlackung auf Silikonbasis.
Das Silikon kann lösungsmittelfrei oder lösungsmittelhaltig
aufgetragen werden und durch Strahlen, eine Kondensations- oder
Additionsreaktion oder physikalisch (zum Beispiel durch eine Blockstruktur)
vernetzt sein.
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Besonders
vorteilhaft lässt sich die erfindungsgemäße
Trägerfolie in einem Klebeband verwenden, indem auf die
Trägerfolie zumindest einseitig eine Klebemasse aufgebracht
wird.
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Als
Klebeband wird erfindungsgemäß eine Folie mit
einer selbstklebenden oder einer hitzeaktivierbaren Klebstoffschicht
bevorzugt. Vorzugsweise handelt es sich jedoch nicht um siegelfähige
Klebstoffe, sondern um Haftkleber. Die Trägerfolie wird
für die Klebebandanwendung einseitig mit Haftkleber als
Lösung oder Dispersion oder 100%ig (zum Beispiel aus der
Schmelze) oder durch Coextrusion mit der Trägerfolie beschichtet. Die
Klebstoffschicht befindet sich auf der Folienseite mit der Basisschicht.
Die Klebeschicht kann durch Wärme oder energiereiche Strahlen
vernetzt und erforderlichenfalls mit Trennfolie oder Trennpapier
abgedeckt werden. Geeignete Haftkleber sind insbesondere Haftkleber
auf Basis Acrylat, Naturkautschuk, thermoplastischem Styrolblockcopolymer
oder Silikon.
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Der
allgemeine Ausdruck „Klebeband" umfasst im Sinne dieser
Erfindung alle flächigen Gebilde wie in zwei Dimensionen
ausgedehnte Folien oder Folienabschnitte, Bänder mit ausgedehnter
Länge und begrenzter Breite, Bandabschnitte und dergleichen,
letztlich auch Stanzlinge oder Etiketten.
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Zur
Optimierung der Eigenschaften kann die zum Einsatz kommende Selbstklebemasse
mit einem oder mehreren Additiven wie Klebrigmachern (Harzen), Weichmachern,
Füllstoffen, Pigmenten, UV-Absorbern, Lichtschutz-, Alterungsschutz,
Vernetzungsmitteln, Vernetzungspromotoren oder Elastomeren abgemischt
sein.
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Geeignete
Elastomere zum Abmischen sind zum Beispiel EPDM- oder EPM-Kautschuk,
Polyisobutylen, Butylkautschuk, Ethylen-Vinylacetat, hydrierte Blockcopolymere
aus Dienen (zum Beispiel durch Hydrierung von SBR, cSBR, BAN, NBR,
SBS, SIS oder IR, solche Polymere sind zum Beispiel als SEPS und
SEES bekannt) oder Acrylatcopolymere wie ACM.
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Klebrigmacher
sind beispielsweise Kohlenwasserstoffharze (zum Beispiel aus ungesättigten
C5- oder C7-Monomeren),
Terpenphenolharze, Terpenharze aus Rohstoffen wie α- oder β-Pinen,
aromatische Harze wie Cumaron-Inden-Harze oder Harze aus Styrol
oder α-Methylstyrol wie Kolophonium und seine Folgeprodukte wie
disproportionierte, dimerisierte oder veresterte Harze, wobei Glycole,
Glycerin oder Pentaerythrit eingesetzt werden können. Besonders
geeignet sind alterungsstabile Harze ohne olefinische Doppelbindung
wie zum Beispiel hydrierte Harze.
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Geeignete
Füllstoffe und Pigmente sind beispielsweise Ruß,
Titandioxid, Calciumcarbonat, Zinkcarbonat, Zinkoxid, Silicate oder
Kieselsäure.
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Geeignete
UV-Absorber, Lichtschutz- und Alterungsschutzmittel für
die Klebemassen sind solche, wie sie in dieser Schrift für
die Stabilisierung der Folie aufgeführt werden.
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Geeignete
Weichmacher sind beispielsweise aliphatische, cycloaliphatische
und aromatische Mineralöle, Di- oder Poly-Ester der Phthalsäure,
Trimellitsäure oder Adipinsäure, flüssige
Kautschuke (zum Beispiel Nitril- oder Polyisoprenkautschuke), flüssige
Polymerisate aus Buten und/oder Isobuten, Acrylsäureester,
Polyvinylether, Flüssig- und Weichharze auf Basis der Rohstoffe
zu Klebharze, Wollwachs und andere Wachse oder flüssige
Silikone.
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Vernetzungsmittel
sind beispielsweise Phenolharze oder halogenierte Phenolharze, Melamin-
und Formaldehydharze. Geeignete Vernetzungspromotoren sind zum Beispiel
Maleinimide, Allylester wie Triallylcyanurat, mehrfunktionelle Ester
der Acryl- und Methacryläure.
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Gemäß bevorzugter
Ausführungsformen enthält der Haftkleber helle
und transparente Rohstoffe. Besonders bevorzugt sind Acrylathaftkleber
(zum Beispiel als Dispersion) oder Haftkleber aus Styrolblockcoplymer
und Harz (zum Beispiel wie sie für Schmelzhaftkleber üblich
sind).
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Die
Beschichtungsstärke mit Klebemasse liegt vorzugsweise im
Bereich von 18 bis 50 g/m2, insbesondere
22 bis 29 g/m2. Die Breite der Klebebandrollen
liegt vorzugsweise im Bereich von 2 bis 60 mm.
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Die
Folie kann zum Beispiel als Träger für ein Klebeband
verwendet werde. Ein solches Klebeband ist zur Verstärkung
von Kartonagen insbesondere im Bereich von Stanzungen, als Aufreißstreifen
für Kartons, als Tragegriff, zur Palettensicherung und
zum Bündeln von Gegenständen geeignet. Solche
Gegenstände sind zum Beispiel Rohre, Profile oder gestapelte
Kartons (Strapping-Anwendung).
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Im
Vergleich zu
EP 0 353
907 A1 wird die Trägerfolie in nur zwei Schritten
(Extrudieren, Recken) in-line an einer Anlage hergestellt und weist
zusätzlich noch sehr viel höhere Weiterreißwiderstände
in Querrichtung (ca. 300 N/cm bei 70 μm Dicke) auf.
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Prüfmethoden
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- Dicke: DIN 53370
- Zugfestigkeit: DIN 53455-7-5 in Längsrichtung
- Spannung 1% oder 10%-Dehnung: DIN 53455-7-5 in
Längsrichtung
- Bruchdehnung: DIN 53455-7-5 in Längsrichtung
- Schmelzindex: DIN 53735
-
- • Der Schmelzindex „Melt
Flow Ratio" (MFR) wird gemäß DIN 53735 gemessen.
Für
Polyethylene werden Schmelzindices meistens angegeben in g/10 min
bei 190°C und einem Gewicht von 2,16 kg, für Polypropylene
entsprechend, allerdings bei einer Temperatur von 230°C.
-
- Biegemodul (Flexural Modulus): ASTM D 790 A
- Dichte: ASTM D 792
- Kristallitschmelzpunkt: Bestimmung durch DSC nach ISO
3146
- Nomenklatur der Kunststoffe: ISO 1043-1
-
Reibungstest:
-
- • 10 Hübe mit einem Radiergummi
Edding A 20 mit einer abgerundeten Ecke (Kurvenradius = 5 mm) in
Maschinenrichtung mit einem Andruck von 5 Kilopond auf der releasebeschichteten
Seite.
Bewertung: pass = kein Abrieb,
fail = Fasern werden
aus der Oberfläche herausgerieben
-
- Klebtechnische Daten: AFERA 4001 entsprechend DIN
EN 1939
-
Im
Folgenden soll die Erfindung anhand von Beispielen erläutert
werden, ohne diese dadurch einzuschränken.
-
Beispiele
-
Rohstoffe
-
- Dow 7C06:
PP-C, MFI 1,5 g/10 min, nicht nucleiert,
Biegemodul 1280 MPa, Kristallitschmelzpunkt 164°C (Dow
Chemical)
-
- Dow Inspire 404.01:.
Polypropylen, MFI 3 g/10 min,
nucleiert, Biegemodul 2068 MPa nucleiert (mit einem polymeren Nucleierungsmittel
entsprechend der US
2003/195300 A1 ), Kristallitschmelzpunkt 164°C
(Dow Chemical)
-
- PP 3281:
PP-H, MFI 1,1 g/10 min, nicht nucleiert, Dichte
0,905 g/cm3, Biegemodul 1380 MPa, Kristallitschmelzpunkt 165°C
(Atofina)
-
- Moplen HP 556 E:
PP-H, nicht nucleiert, MFI 0,8 g/10
min, Dichte 0,905 g/cm, Biegemodul 1700 MPa, Kristallitschmelzpunkt 162°C
(Basell)
-
- Moplen HP 501 D:
Copolymer mit 1,5 Gew.-% Ethylen,
MFI 0,7 g/10 min, nicht nucleiert, Biegemodul 1450 MPa, Kristallitschmelzpunkt
161°C (Basell)
-
- HB 205 TF:
PP-H, MFI 0,9 g/10 min, Dichte 0,905 g/cm3, Biegemodul 1200 MPa, Kristallitschmelzpunkt
163°C (Borealis)
-
- Dowlex 2032:
PE-LLD, MFI 2,0 g/10 min, Dichte 0,9260
g/cm3, Kristallitschmelzpunkt 124°C
(Dow Chemical)
-
- Remafingelb HG AE 30:
PP-Farbmasterbatch mit transluzentem
Pigment (Clariant Masterbatches
-
- ADK STAB NA-11 UH:
Nucleierungsmittel (Adeka Palamarole)
-
- Release Coat RA95D:
PVSC = Polyvinylstearylcarbamat
(k + k-Chemie)
-
- Dehesive 940A:
Silikonlösung (Wacker Chemical)
-
- Crosslinker V24:
Vernetzer (Wacker Chemical)
-
- Catalyst OL:
Katalysator (Wacker Chemical)
-
Beispiel 1
-
Eine
zweischichtige Folie wird auf einer Einschneckenextrusionsanlage
mit Flachdüse mit flexibler Düsenlippe coextrudiert,
gefolgt von Chillrollstation und einer einstufigen Kurzspaltreckanlage.
Die Basisschicht besteht aus Inspire D 404.01 und die Deckschicht
aus PP 3281. Die Düsentemperatur beträgt 235°C.
Das Reckverhältnis beträgt 1:10.
-
Die
Folie wird beidseitig coronavorbehandelt, auf der erfindungsgemäßen
Basisschicht mit einer 0,5%igen Lösung von Release Coat
RA95D in Toluol als Release beschichtet und getrocknet. Der Klebstoff wird
aus 42 Gew.-% SIS-Elastomer, 20 Gew.-% Pentaerythritester des hydrierten
Kolophoniums, 37 Gew.-% eines C5-Kohlenwasserstoffharzes
mit einem R&B-Wert
von 85°C und 1 Gew.-% Antioxidants Irganox® 1010 in
der Schmelze gemischt und bei 150°C mit einer Düse
auf die Folienunterseite aufgetragen. Anschließend wird
das Klebeband zur Mutterrolle gewickelt und zur weiteren Prüfung
in 15 mm Breite geschnitten.
-
Klebtechnische Daten:
-
- • Klebkraft auf Stahl 2,2 N/cm
- • Abrollkraft bei 0,3 m/min 1,1 N/cm
- • Masseauftrag 23 g/m2.
-
Prüfergebnisse:
| Folieneigenschaften: | |
| Trägerdicke
nach Reckung | 75 μm |
| Dicke
der Basisschicht | 70 μm |
| Dicke
der Deckschicht | 5 μm |
| Spannung
bei 1% Dehnung | 65
N/mm2 |
| Spannung
bei 10% Dehnung | 280
N/mm2 |
| Zugfestigkeit | 310
N/mm2 |
| Bruchdehnung | 8% |
| | |
| Reibungstest | pass |
-
Beispiel 2
-
Die
Folie wird analog zu Beispiel 1 hergestellt, wobei das Reckverhältnis
jedoch bei 1:8 eingestellt wurde. Als Rohstoffe für die
Basisschicht wird eine Mischung aus 98,9 Gew.-% Moplen HP 556 E
und 1,1 Gew.-% Remafingelb HG AE 30 verwendet. Die Deckschicht besteht
aus PP 3281.
-
Die
Folie wird beidseitig coronavorbehandelt und dann auf der Oberseite
mit einem Silikontrennlack versehen. Dieser besteht zu 21.800 Gewichtsteilen
aus Heptan, zu 3126 Gewichtsteilen aus Dehesive 940A, zu 8 Gewichtsteilen
aus Methylbutynol, zu 23 Gewichtsteilen aus Crosslinker V24 und
zu 31 Gewichtsteilen aus Catalyst OL. Die Unterseite wird mit einem
Primer aus Naturkautschuk, Cyclokautschuk und 4,4'-Diisocyanato-diphenylmethan
versehen. Der Klebstoff wird aus 40 Gew.-% Naturkautschuk SMRL (Mooney
70), 10 Gew.-% Titandioxid, 37 Gew.-% eines C5-Kohlenwasserstoffharzes
mit einem R&B-Wert
von 95°C und 1 Gew.-% Antioxidants Vulkanox® BKF
in einem Kneter in Hexan gelöst. Die 20 Gew.-%ige Klebemasse
wird mit einem Streichbalken die geprimerte Folienunterseite aufgetragen
und bei 115°C getrocknet. Anschließend wird das
Klebeband zur Mutterrolle gewickelt und zur weiteren Prüfung
in 15 mm Breite geschnitten.
-
Klebtechnische Daten:
-
- • Klebkraft auf Stahl 1,9 N/cm
- • Abrollkraft bei 0,3 m/min 0,2 N/cm
- • Masseauftrag 24 g/m2.
-
Prüfergebnisse:
| | |
| Folieneigenschaften: | |
| Trägerdicke
nach Reckung | 64 μm |
| Dicke
der Basisschicht | 60 μm |
| Dicke
der Deckschicht | 4 μm |
| Spannung
bei 1% Dehnung | 52
N/mm2 |
| Spannung
bei 10% Dehnung | 306
N/mm2 |
| Zugfestigkeit | 330
N/mm2 |
| Bruchdehnung | 20% |
| | |
| Reibungstest | pass |
-
Beispiel 3
-
Die
Herstellung der Folie erfolgt analog Beispiel 1, die Basisschicht
besteht aus PP 3281 und die Deckschicht aus Moplen HP 501 D, das
Reckverhältnis beträgt 1:9,8. Prüfergebnisse:
| Folieneigenschaften: | |
| Trägerdicke
nach Reckung | 35 μm |
| Dicke
der Basisschicht | ca.
32 μm |
| Dicke
der Deckschicht | ca.
3 μm |
| Spannung
bei 1% Dehnung | 60
N/mm2 |
| Spannung
bei 10% Dehnung | 357
N/mm2 |
| Zugfestigkeit | 502
N/mm2 |
| Bruchdehnung | 17% |
- A) Die Folie wird beidseitig
coronavorbehandelt und dann entsprechend Beispiel 2 weiterverarbeitet.
Ergebnis
Reibungstest: fail (Silikon).
- B) Die Folie wird beidseitig coronavorbehandelt und dann entsprechend
Beispiel 1 weiterverarbeitet.
Ergebnis Reibungstest: pass (Polyvinylstearylcarbamat).
-
Beispiel 4
-
Die
Herstellung der Folie erfolgt analog Beispiel 1, die Deckschicht
besteht aus Moplen HP 556 E, das Reckverhältnis beträgt
1:9,7. Coronabehandlung und Beschichtung erfolgen wie in Beispiel
2. Prüfergebnisse:
| Folieneigenschaften: | |
| Trägerdicke
nach Reckung | 64 μm |
| Dicke
der Basisschicht | 60 μm |
| Dicke
der Deckschicht | 4 μm |
| Spannung
bei 1% Dehnung | 68
N/mm2 |
| Spannung
bei 10% Dehnung | 290
N/mm2 |
| Zugfestigkeit | 300
N/mm2 |
| | |
| Reibungstest | pass |
-
Beispiel 5
-
Die
Folie wird analog zu Beispiel 1 hergestellt, wobei das Reckverhältnis
jedoch bei 1:8 eingestellt und die Reckwalzentemperatur verringert
wird. Als Rohstoffe für die Basisschicht wird eine Mischung
aus 98,9 Gew.-Teilen Moplen HP 501 D, 0,9 Gew.-Teilen Remafingelb
HG AE 30 und 0,2 Gew.-Teilen ADK STAB NA-11 UH verwendet. Die erfindungsgemäße
Deckschicht besteht aus Moplen HP 556 E. Prüfergebnisse:
| Folieneigenschaften: | |
| Trägerdicke
nach Reckung | 64 μm |
| Dicke
der Basisschicht | 60 μm |
| Dicke
der Deckschicht | 4 μm |
| Spannung
bei 1% Dehnung | 36
N/mm2 |
| Spannung
bei 10% Dehnung | 256
N/mm2 |
| Zugfestigkeit | 290
N/mm2 |
| Bruchdehnung | 30% |
| | |
| Reibungstest | pass |
-
Vergleichsbeispiel 1
-
Die
Herstellung von Folie und Beschichtung erfolgt gemäß Beispiel
1, die Folie ist jedoch ohne Deckschicht. Prüfergebnisse:
| Folieneigenschaften: | |
| Trägerdicke
nach Reckung | 70 μm |
| Spannung
bei 1% Dehnung | 68
N/mm2 |
| Spannung
bei 10% Dehnung | 290
N/mm2 |
| Zugfestigkeit | 317
N/mm2 |
| Bruchdehnung | 7% |
| | |
| Reibungstest | fail |
-
Vergleichsbeispiel 2
-
Die
Herstellung der Folie erfolgt gemäß Beispiel 5,
jedoch hat die Deckschicht die gleiche Zusammensetzung wie die Basisschicht. Prüfergebnisse:
| Folieneigenschaften: | |
| Trägerdicke
nach Reckung | 65 μm |
| Dicke
der Basisschicht | 60 μm |
| Dicke
der Deckschicht | 5 μm |
| Spannung
bei 1% Dehnung | 37
N/mm2 |
| Spannung
bei 10% Dehnung | 258
N/mm2 |
| Zugfestigkeit | 310
N/mm2 |
| Bruchdehnung | 32% |
- A) Die Folie wird beidseitig
coronavorbehandelt und dann entsprechend Beispiel 2 weiterverarbeitet.
Ergebnis
Reibungstest: fail (Silikon).
- B) Die Folie wird beidseitig coronavorbehandelt und dann entsprechend
Beispiel 1 weiterverarbeitet.
Ergebnis Reibungstest: fail (Polyvinylstearylcarbamat).
-
Vergleichsbeispiel 3
-
Eine
Folie wird analog Vergleichsbeispiel 1 aus 99,8 Gew.-% Dow 7C06
und 0,2 Gew.-% ADK STAB NA-11 UH mit einem Reckverhältnis
von 1:6,3 hergestellt. Prüfergebnisse:
| Trägerdicke
nach Reckung | 80 μm |
| Spannung
bei 1% Dehnung | 26
N/mm2 |
| Spannung
bei 10% Dehnung | 162
N/mm2 |
| Zugfestigkeit | 245
N/mm2 |
| Bruchdehnung | 21% |
| | |
| Reibungstest | fail |
-
Vergleichsbeispiel 4
-
Eine
Folie wird analog Vergleichsbeispiel 3 aus Dow 7C06 mit einem Reckverhältnis
von 1:6,1 mit etwas höherer Reckwalzentemperatur hergestellt.
Coronabehandlung und Beschichtung erfolgen wie in Beispiel 1. Prüfergebnisse:
| Trägerdicke
nach Reckung | 80 μm |
| Spannung
bei 1% Dehnung | 19
N/mm2 |
| Spannung
bei 10% Dehnung | 142
N/mm2 |
| Zugfestigkeit | 247
N/mm2 |
| Bruchdehnung | 27% |
| | |
| Reibungstest | pass |
-
Vergleichsbeispiel 5
-
Die
Herstellung der Folie erfolgt gemäß Beispiel 1,
jedoch besteht die Deckschicht aus Dow 7C06. Coronabehandlung und
Beschichtung erfolgen wie in Beispiel 2. Prüfergebnisse:
| Folieneigenschaften: | |
| Trägerdicke
nach Reckung | 75 μm |
| Dicke
der Basisschicht | 70 μm |
| Dicke
der Deckschicht | 5 μm |
| Spannung
bei 1% Dehnung | 60
N/mm2 |
| Spannung
bei 10% Dehnung | 270
N/mm2 |
| Zugfestigkeit | 300
N/mm2 |
| Bruchdehnung | 11% |
| | |
| Reibungstest | fail |
-
Vergleichsbeispiel 6
-
Die
Herstellung der Folie erfolgt gemäß Vergleichsbeispiel
4, das Reckverhältnis beträgt 1:7,5, und die Folie
besteht aus konventionellem Polypropylenhomopolymer HB 205 TF. Coronabehandlung
und Beschichtung erfolgen wie in Beispiel 1. Prüfergebnisse:
| Folieneigenschaften: | |
| Trägerdicke
nach Reckung | 55 μm |
| Spannung
bei 1% Dehnung | 25
N/mm2 |
| Spannung
bei 10% Dehnung | 130
N/mm2 |
| Zugfestigkeit | 370
N/mm2 |
| Bruchdehnung | 40% |
| | |
| Reibungstest | pass |
-
Vergleichsbeispiel 7
-
Die
Herstellung der Folie erfolgt gemäß Vergleichsbeispiel
4, das Reckverhältnis beträgt 1:7,5, und die Folie
besteht aus 85 Gew.-% HB 205 TF und 25 Gew.-%. Dowlex 2032. Coronabehandlung
und Beschichtung erfolgen wie in Beispiel 1. Prüfergebnisse:
| Folieneigenschaften: | |
| Trägerdicke
nach Reckung | 40 μm |
| Spannung
bei 1% Dehnung | 18
N/mm2 |
| Spannung
bei 10% Dehnung | 88
N/mm2 |
| Zugfestigkeit | 245
N/mm2 |
| Bruchdehnung | 60% |
| | |
| Reibungstest | pass |
-
ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
-
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keinerlei Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.
-
Zitierte Patentliteratur
-
- - US 4454192
A1 [0004]
- - DE 2104817 A1 [0005]
- - EP 0255866 A1 [0006]
- - DE 4402444 A1 [0008]
- - US 5145544 A1 [0010, 0010]
- - US 5173141 A1 [0010, 0010]
- - EP 1101808 A1 [0011]
- - EP 0353907 A1 [0012, 0012, 0060]
- - US 2003/195300 A1 [0061]
-
Zitierte Nicht-Patentliteratur
-
- - DIN 53370 [0060]
- - DIN 53455-7-5 [0060]
- - DIN 53455-7-5 [0060]
- - DIN 53455-7-5 [0060]
- - DIN 53735 [0060]
- - DIN 53735 [0060]
- - ISO 3146 [0060]
- - ISO 1043-1 [0060]
- - DIN EN 1939 [0060]