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Die Erfindung betrifft Plasma-Applikatoren zur Anwendung der Plasmachirurgie in der offenen Chirurgie oder in der starren Endoskopie sowie Plasma-Sonden zur Anwendung plasmachirurgischer Verfahren in der flexiblen Endoskopie gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1. Mit Plasmachirurgie sind hier hochfrequenzchirurgische Verfahren gemeint, bei welchen, wie in 6 schematisch dargestellt, hochfrequenter elektrischer Wechselstrom (HF-Strom, IHF) durch ionisiertes und folglich elektrisch leitfähiges Gas (Plasma), beispielsweise Argon-Plasma, gezielt auf oder in zu behandelndes biologisches Gewebe (Zielgewebe, A, B, C, D) appliziert wird, um auf oder im Zielgewebe medizinisch nützliche thermische Effekte, insbesondere den Devitalisationseffekt (D), Koagulationseffekt (C), Desikkationseffekt (B) und/oder Schrumpfungseffekt (A) zu erzeugen, ohne jedoch kollaterales Gewebe (Kollateralgewebe, G) mehr als unvermeidlich und tolerabel zu schädigen. Die Ionisation des Gases zwischen einer Ionisationselektrode (E) und dem Zielgewebe entsteht bei ausreichend hoher elektrischer Feldstärke (Fe) entsprechend der Funktion Fe = UHF:d. Zur Ionisation von Argon bei atmosphärischem Druck sind ca. 500 V/mm erforderlich. Der konstruktive Aufbau verschiedener Plasma-Applikatoren bzw. Plasma-Sonden (R) wird weiter unten ausführlich beschrieben.
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Plasmachirurgische Verfahren und Plasma-Applikatoren sowie Einrichtungen zu deren Anwendung sind nicht neu. Bereits seit mehr als 50 Jahren wird ein unter der Bezeichnung Fulguration oder Spray-Koagulation bekanntes plasmachirurgisches Verfahren insbesondere zur thermischen Hämostase bei chirurgischen Operationen angewendet. Hierbei wird das Plasma ausschliesslich in Luft erzeugt, d. h. es entstehen vorwiegend Sauerstoffplasma und Stickstoffplasma. Beide Plasmen sind bekanntlich chemisch sehr reaktiv und erzeugen an der Gewebeoberfläche Karbonisationseffekte, Pyrolyseeffekte und folglich auch Vaporisation von Gewebe und Rauch. Diese unbeabsichtigten Nebeneffekte der Fulguration bzw. Spray-Koagulation stören bzw. behindern die Anwendung dieses plasmachirurgischen Verfahrens insbesondere bei endoskopischen Operationen.
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Die
US 4,060,088 A hat u. a. die Vermeidung der oben aufgeführten Nebeneffekte der Fulguration bzw. Spray-Koagulation zum Gegenstand. Dort wird vorgeschlagen, die Luft zwischen der Aktivelektrode und dem zu behandelnden Gewebe durch ein chemisch inertes Gas bzw. Edelgas zu ersetzen. Als Edelgas werden Helium oder Argon sowie Gemische hiervon vorgeschlagen. Wegen seines relativ geringen Preises wird heute jedoch vorwiegend Argon angewendet und dieses Verfahren zwecks Abgrenzung zu der in Luft stattfindenden Fulguration bzw. Spray-Koagulation seit ca. 20 Jahren Argon-Plasma-Koagulation (APC) genannt. Eine klinisch anwendbare Einrichtung hierfür wurde in der
US 4,781,175 A und zwar ausschliesslich zur Anwendung in der offenen Chirurgie und in der starren Endoskopie zur thermischen Blutstillung vorgeschlagen.
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Für die APC geeignete Einrichtungen und Verfahren sind erstmals 1994 von G. Farin und K. E. Grund beschrieben worden (G. Farin, K. E. Grund: Technology of Argon Plasma Coagulation with Particular Regard to Endoscopic Applications. Endoscopic Surgery and Allied Technologies, No. 1 Volum 2, 1994: 71–77; sowie K. E. Grund, D. Storek, G. Farin: Endoscopic Argon Plasma Coagulation (APC): First Clinical Experiences in Flexible Endoscopy. Endoscopic Surgery and Allied Technologies, No. 1 Volum 2, 1994: 42–46). Das Anwendungsspektrum der APC in der flexiblen Endoskopie wurde früher beschrieben (K. E. Grund, C. Zindel, G. Farin: Argonplasmakoagulation in der flexiblen Endoskopie: Bewertung eines neuen therapeutischen Verfahrens nach 1606 Anwendungen. Deutsche Medizinische Wochenschrift 122, 1977: 432–438) und gehört heute weltweit zum Standard nicht nur in der flexiblen Endoskopie.
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Wie in oben zitierten Publikationen beschrieben, wurde die Argon-Plasma-Koagulation nicht nur zur Koagulation biologischer Gewebe angewendet. Heute wird dieses Verfahren insbesondere zur thermischen Devitalisierung pathologischen Gewebes und/oder zur Desickation und folglich Schrumpfung von Blutgefässen und deren kollateralem Gewebe zum Zwecke der Hämostase angewendet. Immer wichtiger wird die Anwendung dieses Verfahrens zur thermischen Devitalisierung relativ dünner Gewebeschichten, wie beispielsweise der Mukosa das Gastrointestinaltrakts oder Tracheobronchialsystems. Immer wichtiger wird dieses Verfahren auch zur thermischen Sterilisierung von Gewebeoberflächen bei transmuralen Operationen, beispielweise bei transgastralen Operationen, um Keimdisseminationen aus dem Magen in die Bauchhöhle zu vermeiden. Diese Anwendungen werden von der Bezeichnung Argon-Plasma-Koagulation (APC) nicht adäquat erfasst. Da der Gegenstand dieser Erfindung nicht nur auf die Koagulation biologischer Gewebe und auch nicht nur auf das Gas Argon begrenzt ist, wird dieses Verfahren im Folgenden entsprechend umfassender ”Plasmachirurgie” genannt.
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Das breite Anwendungsspektrum der Plasmachirurgie stellt heute allerdings differenziertere anwendungsspezifische Anforderungen an die Eigenschaften der hierfür erforderlichen Einrichtungen, insbesondere bezüglich Reproduzierbarkeit der beabsichtigten thermischen Effekte auf bzw. in Zielgeweben sowie der Vermeidung unbeabsichtigter thermischer Effekte sowohl im Zielgewebe als auch in kollateralen Geweben als dies früher bei Anwendungen der Fulguration bzw. Spray-Koagulation der Fall war. Dies gilt insbesondere bei Anwendung der Plasmachirurgie an bzw. in dünnwandigen Hohlorganen des Gastrointestinaltrakts oder des Tracheobronchialsystems (siehe hierzu G. Farin, K. E. Grund: Principles of Electrosurgery, Laser, and Argon Plasma Coagulation with Particular Regard to Colonoscopy. In: Colonoscopy; Principles and Practice, Edited by J. D. Waye, D. K. Rex and C. B. Williams, Blackwell Publishing 2003: 393–409).
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Das Spektrum verschiedener Plasma-Applikatoren für medizinische Anwendungen, insbesondere für die Plasmachirurgie sowie für endoskopisch kontrollierte Interventionen, ist sehr breit. Bezüglich des Zugangs zu dem jeweils zu behandelnden Zielorgan bzw. Zielgewebe kann man die bisher verfügbaren Plasma-Applikatoren in solche differenzieren, die für die offene Chirurgie, für die starre Endoskopie und für die flexible Endoskopie gestaltet sind. Der prinzipielle Aufbau sowie die Funktion dieser verschiedenen Plasma-Applikatoren ist beispielsweise aus der Publikation von G. Farin und K. E. Grund: Technology of Argon Plasma Coagulation with Particular Regard to Endoscopic Applications, Endoscopic Surgery and Allied Technologies, Thieme Verlag, Stuttgart, No. 1, Volume 2, 1994: 71–77, bekannt.
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Eine Anordnung für die Plasmachirurgie, und zwar für endoskopisch kontrollierte Interventionen, wie dies auch den Gegenstand der vorliegenden Anmeldung darstellt, ist in 7 gezeigt. Eine solche Anordnung umfasst üblicherweise einen chirurgischen Hochfrequenzgenerator 1, der einerseits an eine Neutralelektrode 2 und andererseits an ein chirurgisches Instrument, in diesem Fall eine Sonde 10 (bzw. deren nicht gezeigte Entladungselektrode) angeschlossen ist. Die Sonde 10 steckt in einem der Arbeitskanäle 6 eines Endoskops 5. Einem Lumen der Sonde 10 wird Argon (oder ein anderes Edelgas) aus einer Edelgasquelle 7 zugeführt. Die Neutralelektrode 2 wird großflächig an einem Patienten platziert und steht so mit dessen biologischem Gewebe 3 in Verbindung. Auf diese Weise kann der Operateur ein Zielgewebe 4 mittels eines Argon-Plasmas behandeln, um die gewünschten Effekte, die anhand von 6 bereits beschrieben wurden, dort zu erzielen.
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Die für die Plasmachirurgie verfügbaren HF-Generatoren kann man bezüglich ihres Innenwiderstands differenzieren. HF-Generatoren mit hohem Innenwiderstand eignen sich insbesondere für die Behandlung oberflächlicher Läsionen, bei welchen eine geringe Penetrationstiefe der thermischen Effekte zweckmäßig ist. HF-Generatoren mit kleinem Innenwiderstand eignen sich insbesondere für die Behandlung massiver Läsionen, bei welchen eine große Penetrationstiefe der thermischen Effekte zweckmäßig ist. In
DE 198 39 826 A1 ist ein HF-Generator beschrieben, dessen Innenwiderstand zwischen hoch und gering einstellbar ist.
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Die Behandlung oberflächlicher Läsionen, bei welchen geringe Penetrationstiefen der thermischen Effekte zweckmäßig oder gar Voraussetzung sind, ist mit HF-Generatoren mit geringem Innenwiderstand und bekannten Plasma-Applikatoren insofern problematisch, als die Penetrationstiefe der thermischen Effekte vorwiegend durch die Applikationsdauer, also vom Operateur, kontrolliert werden muss. Da die Penetrationsgeschwindigkeit der thermischen Effekte während des Anfangs der Plasma-Applikation relativ schnell ist und über der Zeit degressiv bis zum Erreichen der maximal erreichbaren Penetrationstiefe langsamer wird, ist eine geringe und gleichmäßige Penetrationstiefe der thermischen Effekte bei flächigen Läsionen nur schwierig oder gar nicht realisierbar. Die Penetrationsgeschwindigkeit der thermischen Effekte kann zwar durch Variation der Leistung bzw. des durch das Plasma fließenden HF-Stroms beeinflusst werden, dies wird mit Rücksicht auf die zum Ionisieren des Gases erforderlichen hohen HF-Spannung bei bekannten HF-Generatoren durch Impulsmodulation der HF-Spannung bzw. des HF-Stroms realisiert. Die Pulsmodulation kann jedoch Videosignale von Video-Endoskopen stören und neuromuskuläre Reize verursachen, letzteres insbesondere bei Modulationsfrequenzen unterhalb 1 kHz. Ein weiteres Problem bei der Anwendung von HF-Generatoren mit geringem Innenwiderstand zur Behandlung oberflächlicher Läsionen sind sehr hohe Temperatur des Plasmas infolge der zum Ionisieren erforderlichen hohen HF-Spannung einerseits und des geringen Innenwiderstand des HF-Generators sowie des geringen elektrischen Widerstands der Plasmastrecke andererseits, wodurch in der Plasmastrecke eine sehr hohe HF-Stromdichte und folglich derart hohe Temperatur verursacht werden können, dass die bei diesen Anwendung störenden Karbonisations- und Pyrolyseeffekte entstehen können.
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HF-Generatoren mit hohem Innenwiderstand sind für endoskopisch Operationen bzw. Interventionen nicht zweckmässig oder gar nicht anwendbar, weil die für die Ionisation des Gases zwischen Ionisationselektrode und Zielgewebe erforderliche hohe HF-Spannung infolge der sogenannten Streukapazität zwischen aktiver HF-Leitung und neutraler HF-Leitung nur ungenügend oder gar nicht vom HF-Generator auf die Ionisationselektrode übertragen werden kann. Dies ist bekanntlich insbesondere bei der flexiblen Endoskopie der Fall.
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Aus der
EP 1 148 770 A2 ist ein weiterer Plasmaapplikator dieser Gattung bekannt, in dessen Handstück, das über eine Außenleitung an einen HF-Generator angeschlossen ist, ein Kondensator in Reihenschaltung zur Außenleitung untergebracht ist. An das Griffstück ist ferner eine Sonde mit einer darin angeordneten Sonderleitung fixiert, die dem Kondensator nachgeschaltet ist und eine Elektrode an der distalen Sonderspitze mit dem HF-Generator verbindet.
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Ausgehend vom oben genannten Stand der Technik liegt der Erfindung die Aufgabe zu Grunde, einen Plasmaapplikator der eingangs genannten Art dahin gehend aufzuzeigen, dass bei der Anwendung in der flexiblen Endoskopie mit geringem Aufwand und dennoch mit großer Sicherheit eine hinreichend geringe Penetrationstiefe erzielbar ist.
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Diese Aufgabe wird durch einen Plasmaapplikator nach Patentanspruch 1 gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen sind Gegenstand der Unteransprüche.
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Insbesondere wird die Aufgabe durch einen Plasmaapplikator zum Übertragen elektrischer Energie von einem elektrochirurgischen HF-Generator über eine Anschlussleitung, eine nachgeschaltete Sondenleitung und eine an deren distalem Ende angeschlossene Elektrode und weiter über einen Strompfad aus ionisiertem Gas in ein biologisches Zielgewebe erreicht, wobei zwischen dem distalen Ende der Sondenleitung und der Elektrode ein Widerstandselement mit vorbestimmter Impedanz angeordnet ist, die derart dimensioniert ist, dass nach der Ionisierung des Gases eine Begrenzung eines Behandlungsstromes sichergestellt ist.
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Ein wesentlicher Punkt der Erfindung liegt also darin, dass die gesamte Anordnung, bestehend aus HF-Generator und allen Zuleitungen bis hin zur Elektrode als ”Gesamtgenerator” betrachtet wird, dessen Innenwiderstand dann durch das Widerstandselement bestimmt ist, welches der Elektrode unmittelbar vorgeschaltet ist. Dieses Widerstandselement kann nun entsprechend den Anforderungen an die zu erzielende Penetrationstiefe gewählt werden bzw. man kann verschiedene Instrumente für verschiedene Penetrationstiefen zur Verfügung stellen. Selbstverständlich spielt nach wie vor die Behandlungszeit eine Rolle, jedoch ist gerade die kritische Phase, nämlich der kurze Moment nach dem ”Zünden” des Lichtbogens, während derer ein hoher Strom fließen kann, entschärft.
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Das Widerstandselement kann prinzipiell ein ohmscher Widerstand sein, der die angestrebte Strombegrenzung sicherstellt. Vorzugsweise wird jedoch das Widerstandselement als Kapazität ausgebildet bzw. umfasst eine solche Kapazität, welche die hier notwendige Spannungsfestigkeit aufweist. Der große Vorteil liegt in diesem Fall darin, dass diese Kapazität einen Hochpass bildet, so dass niederfrequente Anteile des Stromes gedämpft werden. Dies wiederum führt unter Anderem auch zu einer erheblichen Verminderung von Störungen von Videosystemen (wie sie in Endoskopen heute üblicherweise verwendet werden) und zur Vermeidung von neuromuskulären Reizungen, wie sie durch niedrigere Frequenzen auftreten können.
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Bei ausreichend großen Plasma-Applikatoren kann der kapazitive Widerstand durch handelsübliche Bauelemente, beispielsweise hochspannungsfeste Keramikkondensatoren, realisiert werden. Bei Plasma-Applikatoren, die durch enge Instrumentierkanäle flexibler Endoskope (wie in Zusammenhang mit
7 beschrieben) angewendet werden, wie beispielsweise Plasma-Applikatoren bzw. sogenannte Argon-Plasma-Coagulations-Sonden (APC-Sonden), z. B. entsprechend
DE 198 20 240 A1 oder
DE 101 29 699 C1 bzw.
EP 1 397 082 A1 , die einen Außendurchmesser von nur 2 bis 3,5 mm haben, müssen diese kapazitiven Widerstände jedoch speziell für diese Plasma-Applikatoren entwickelt oder konstruktiv durch geeignete Gestaltung des distalen Endes der APC-Sonden realisiert werden.
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Da diese bisher sogenannten APC-Sonden selbstverständlich nicht nur mit Argon und auch nicht nur zur Koagulation, sondern auch mit anderen Gasen oder Gasgemischen, für andere thermische Effekte und gegebenen Falls auch in anderen Fachbereichen angewendet werden können, werden diese Plasma-Applikatoren im Folgenden allgemeingültiger Plasma-Sonden (P-Sonden) genannt.
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Bei einer bevorzugten Ausführungsform umfasst das Widerstandselement einen Teilabschnitt der Sondenleitung und/oder der Elektrode. Es werden also Abschnitte dieser Bauteile entweder zur Bildung eines ohmschen Widerstands oder (gegebenenfalls zusätzlich) zur Bildung einer Kapazität verwendet. Dies kann zum Beispiel dadurch geschehen, dass das Widerstandselement durch elektrisch gegeneinander isolierte, parallel geführte oder verdrillte oder koaxial angeordnete Abschnitte der Sondenleitung und/oder einer Zuleitung zur Elektrode und/oder der Elektrode selbst gebildet wird. Ein solcher Aufbau ist relativ einfach.
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Vorzugsweise weist das Widerstandselement eine Kapazität von 10 pF bis etwa 1.000 pF auf. Dies sind Kapazitätsbereiche, die bei den in der Hochfrequenzchirurgie üblicherweise verwendeten Frequenzen zu Strömen führen, welche die gewünschte relativ niedrige Penetrationstiefe sicherstellen.
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Das für die Bildung der Kapazität verwendete Dielektrikum sollte eine möglichst hohe Dielektrizitätskonstante aufweisen. Hierfür eignen sich nicht nur Kunststoffe, sondern vor allem auch Keramikmaterial, das als Isolierung und/oder Dielektrikum eingebracht wird. Dies kann starres Keramikmaterial oder aber (wenn eine höhere Flexibilität gefordert ist) auch pulverförmiges Keramikmaterial sein.
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Alle obigen Punkte gelten auch für solche elektrochirurgischen Anordnungen, in denen kein ”Schutzgas” verwendet wird. Vorzugsweise wird jedoch mit einem Schutzgas, einem Edelgas (insbesondere Argon) gearbeitet. Die Elektrode befindet sich hierbei in einem oder nahe bei einem Rohr, einen Schlauch oder einer Sonde und ist derart positioniert, dass ein Edelgas, insbesondere Argon, als zu ionisierendes Gas in einen Raum zwischen der Elektrode und dem Zielgewebe zuführbar ist. Die hieraus resultierenden Vorteile wurden oben bereits beschrieben.
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Nachfolgend wird die Erfindung anhand von Abbildungen näher erläutert. Hierbei zeigen
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1 eine schematisierte Darstellung einer Ausführungsform des elektrochirurgischen Instruments,
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2–5 schematisierte Darstellungen als kapazitive Elemente ausgebildeten Widerstandselementen und den dazu gehörigen Elektroden,
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6 die eingangs angesprochene Darstellung zur Erläuterung der Vorgänge bei der Argon-Plasma-Koagulation und
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7 eine Gesamtanordnung zur endoskopischen Behandlung von Geweben mittels APC.
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In der nachfolgenden Beschreibung werden für gleiche und gleich wirkende Gegenstände dieselben Bezugsziffern verwendet.
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In 1 ist stark schematisiert eine Anordnung gezeigt, die im Prinzip derjenigen aus 7 entspricht. Das in 7 gezeigte Endoskop ist in dieser Anordnung nicht zu sehen.
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Wie in 1 gezeigt, ist ein Hochfrequenzgenerator vorgesehen, der eine Spannungsquelle mit einer Spannung U0 und einen Innenwiderstand 8 mit einem Widerstandswert Ri aufweist. Somit steht bei einem Ausgangsstrom IHF1 am Ausgang des Generators 1 eine Spannung U1 U1 = U0 – Ri·IHF1 an den Ausgangsklemmen des Generators 1 an. Der Generator 1 ist über eine Zuleitung 11 mit einer Sondenzuleitung 12 verbunden, die innerhalb eines Schlauches der Sonde 10 angeordnet ist. Die Sondenleitung 12 ist an ihrem distalen Ende über ein Widerstandselement 20 und eine Elektrodenzuleitung 24 mit einer Elektrode 13 verbunden. Durch den Schlauch der Sonde 10 wird Argongas Ar geleitet, so dass ein Raum zwischen dem distalen Ende der Sonde 10 und dem biologischen Gewebe 3 mit Argongas gefüllt, normalerweise dort befindliche Luft also verdrängt wird. Wenn die Spannung zwischen der Spitze der Elektrode 13 und dem biologischen Gewebe 3 hoch genug ist, wird das Gas (Argon) in diesem Raum zwischen der Elektrode 13 und dem biologischen Gewebe 3 ionisiert, so dass ein Lichtbogen 14 entsteht. Dann fließt ein Strom IHF4 durch das Zielgewebe 4 und das biologische Gewebe 3 zur Neutralelektrode 2.
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Die Zuleitung 11 wird üblicherweise als monopolare Leitung ausgebildet. Weiterhin liegt die Neutralelektrode 2 auf Umgebungspotential (ebenso wie ein gegebenenfalls vorgesehenes Endoskop), so dass sich eine relativ große Streukapazität 15 zwischen der Zuleitung 11 sowie eine Streukapazität 16 zwischen der Sondenleitung 12 und der Umgebung bildet. Durch diese Streukapazitäten 15 und 16 fließen Ströme IHF2 bzw. IHF3. Durch diese Streukapazität sinkt schon vor Zünden eines Lichtbogens 14 die Spannung (UZ) ab, die zwischen der Elektrode 13 und dem Zielgewebe 4 zum Zünden Plasmas gebraucht wird: UZ = U0 – Ri(IHF2 + IHF3)
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Um nun die Zündung des Plasmas 14 bei einem möglichst grollen Abstand zwischen der Elektrode 13 und dem Zielgewebe 4 sicherzustellen, ist es von Vorteil, wenn der Betrag Ri des Innenwiderstandes 8 gering ist. Andererseits wird in diesem Fall bei einem Zünden des Lichtbogens 14, der einen sehr geringen Widerstand hat, sowie aufgrund der Tatsache, dass der Widerstand zwischen dem Zielgewebe 4 und der Neutralelektrode 2 ebenfalls relativ gering ist, ein sehr großer Strom IHF4 fließen, so dass in kurzer Zeit das Zielgewebe 4 bis in eine relativ große Tiefe beeinflusst wird. Dadurch nun, dass der Widerstand 20 zwischen dem distalen Ende der (verlustbehafteten) Sondenleitung 12 und der Elektrode 13 angeordnet ist, wird selbst bei einer hohen, an der Elektrode 13 zur Verfügung stehenden Zündspannung, nach dem Zünden des Lichtbogens 14 ein hoher Spannungsabfall erzeugt, so dass der Strom IHF4 begrenzt werden kann. Eine solche Begrenzung des Stromes ist nur durch ein Widerstandselement 20 an dieser genannten Stelle möglich. Es soll hierbei aber unterstrichen werden, dass das Widerstandselement 20 keineswegs ein lokal begrenztes Widerstandselement sein muss. Dieses Widerstandselement 20 kann in verschiedener Weise sich über eine gewisse Länge bis zur Spitze der Elektrode 13 erstrecken.
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Nachfolgend werden verschiedene Ausführungsformen des Widerstandselements anhand der 2–5 erläutert.
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Bei der in 2 gezeigten Ausführungsform ist ein distales Ende der Sondenleitung 12 gezeigt, die einen Sondenleitungsdraht 21 aufweist, der über ein Isoliermaterial 22 isoliert ist. Parallel zu diesem distalen Ende der Sondenleitung 12 ist die innerhalb der Sonde 10 Elektrodenzuleitung 24 angeordnet, die mit der Elektrode 13 verbunden und mit einer Isolierung 22' versehen ist. Durch diese Parallelführung der beiden Leitungen 12 und 24 wird eine Kapazität gebildet, die als Widerstandselement 20 fungiert.
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Die in 3 gezeigte Ausführungsform unterscheidet sich von der nach 2 dadurch, dass sowohl das distale Ende des Sondenleitungsdrahts 21 als auch das Ende der Elektrodenzuleitung 24 in einem gemeinsamen Isolationsmaterial 22 eingebettet sind.
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Darüber hinaus ist die Elektrodenzuleitung 24 bifilar ausgebildet, so dass gegebenenfalls entstehende Leitungsinduktivitäten kompensiert werden. Als Isolationsmaterial eignet sich gerade in einem solchen Fall ein Keramikmaterial (als massive oder als pulverförmige Keramik ausgebildet), um eine möglichst hohe Kapazität bei kleiner Bauform der Anordnung zu erzielen.
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Bei der in 4 gezeigten Ausführungsform wird die Kapazität dadurch erhöht, dass die Elektrodenzuleitung 24 um das Ende der Sondenzuleitung 12 gewickelt ist. Auch hier kann wieder eine bifilare Anordnung zur Vermeidung von Induktivitäten gewählt werden.
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Bei der in 5 gezeigten Anordnung ist die Elektrodenzuleitung 24 als Hülse ausgebildet, welche das distale Ende der Sondenleitung 12 teleskopartig umgibt und so mit dieser eine Kapazität bildet. In diesem Fall ist die Elektrode über eine Verbindungsstelle 25 mit der hülsenförmigen Elektrodenzuleitung 24 elektrisch leitend verbunden. Die Dimensionierung kann auch ähnlich der nach 4 erfolgen, so dass zugeleitetes Argongas nicht mehr durch die hülsenförmige Elektrodenzuleitung 24, sondern außen an dieser vorbei in den Schlauch 9 der Sonde 10 strömt.
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Wichtig bei allen Anordnungen ist eine entsprechende Isolation, so dass kein Durchschlag zwischen den durch Leitungen gebildeten Elementen erfolgt. Weiterhin ist es auch möglich, die Leitungen in eine Wand des Schlauches
9 einzubetten, der die Gasleitung der Sonde
10 bildet. Hierbei sei auch angemerkt, dass auch der Arbeitskanal
6 des Endoskops
5 als Gasleitung verwendet werden kann, wie dies beispielsweise in der
EP 0 954 246 A1 beschrieben ist.
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Die physikalischen Parameter, welche die Kapazität zwischen den Leitungen bestimmen, sind in der einschlägigen Fachliteratur detailliert beschrieben und sind dem Durchschnittsfachmann bekannt.
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Die Anordnung und die Form der Gasaustrittsöffnung können selbstverständlich nicht nur, wie in den Ausführungsbeispielen gezeigt, in axialer Richtung ausgerichtet sein, sie können auch anders angeordnet sein, wie dies beispielsweise in der
DE 198 20 240 A1 oder der
DE 101 29 699 C1 dargestellt ist.
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Die Begrenzung der Amplitude des durch das Plasma fließenden HF-Stroms dient nicht nur der kontrollierten Begrenzung der Penetrationstiefe der thermischen Effekte im Zielgewebe, sondern hat außerdem mehrere andere Vorteile, wie beispielsweise die Vermeidung zu hoher Temperaturen des Plasmas und hierdurch die Vermeidung der Karbonisation oder gar Pyrolyse des Zielgewebes, die Vermeidung thermischer Überlastungen des distalen Endes der Plasma-Sonde, insbesondere, wenn das Plasma direkt mit Kunststoff in Berührung kommt, wie beispielsweise bei Plasma-Sonden entsprechend
DE 101 29 699 C1 , und außerdem die Möglichkeit, Störungen von Videosystemen und neuromuskulärer Reizungen zu vermeiden. Neuromuskuläre Reizungen werden bei Anwendung erfindungsgemäßer Plasma-Sonden durch den kapazitiven Widerstand vor der Ionisationselektrode vermieden, indem dieser kapazitive Widerstand insbesondere niederfrequente Ströme verhindert.
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Bezugszeichenliste
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- 1
- HF-Generator
- 2
- Neutralelektrode
- 3
- biologisches Gewebe
- 4
- Zielgewebe
- 5
- Endoskop
- 6
- Arbeitskanal
- 7
- Edelgasquelle
- 8
- Innenwiderstand
- 9
- Schlauch
- 10
- Sonde
- 11
- Zuleitung
- 12
- Sondenleitung
- 13
- Elektrode
- 14
- Lichtbogen
- 15
- Streukapazität
- 16
- Streukapazität
- 20
- Widerstandselement
- 21
- Sondenleitungsdraht
- 22
- Isolation
- 24
- Elektrodenzuleitung
- 25
- Verbindungsstelle