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DE102008004477A1 - Verfahren zur Schlackenaufbereitung - Google Patents

Verfahren zur Schlackenaufbereitung Download PDF

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DE102008004477A1
DE102008004477A1 DE200810004477 DE102008004477A DE102008004477A1 DE 102008004477 A1 DE102008004477 A1 DE 102008004477A1 DE 200810004477 DE200810004477 DE 200810004477 DE 102008004477 A DE102008004477 A DE 102008004477A DE 102008004477 A1 DE102008004477 A1 DE 102008004477A1
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DE
Germany
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slag
grain
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product
fractions
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Withdrawn
Application number
DE200810004477
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English (en)
Inventor
Gerhard Scherer
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Scherer & Kohl & Co KG GmbH
Scherer & Kohl & Cokg GmbH
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Scherer & Kohl & Co KG GmbH
Scherer & Kohl & Cokg GmbH
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Withdrawn legal-status Critical Current

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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C04CEMENTS; CONCRETE; ARTIFICIAL STONE; CERAMICS; REFRACTORIES
    • C04BLIME, MAGNESIA; SLAG; CEMENTS; COMPOSITIONS THEREOF, e.g. MORTARS, CONCRETE OR LIKE BUILDING MATERIALS; ARTIFICIAL STONE; CERAMICS; REFRACTORIES; TREATMENT OF NATURAL STONE
    • C04B18/00Use of agglomerated or waste materials or refuse as fillers for mortars, concrete or artificial stone; Treatment of agglomerated or waste materials or refuse, specially adapted to enhance their filling properties in mortars, concrete or artificial stone
    • C04B18/04Waste materials; Refuse
    • C04B18/06Combustion residues, e.g. purification products of smoke, fumes or exhaust gases
    • C04B18/067Slags
    • BPERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
    • B03SEPARATION OF SOLID MATERIALS USING LIQUIDS OR USING PNEUMATIC TABLES OR JIGS; MAGNETIC OR ELECTROSTATIC SEPARATION OF SOLID MATERIALS FROM SOLID MATERIALS OR FLUIDS; SEPARATION BY HIGH-VOLTAGE ELECTRIC FIELDS
    • B03BSEPARATING SOLID MATERIALS USING LIQUIDS OR USING PNEUMATIC TABLES OR JIGS
    • B03B9/00General arrangement of separating plant, e.g. flow sheets
    • B03B9/04General arrangement of separating plant, e.g. flow sheets specially adapted for furnace residues, smeltings, or foundry slags
    • YGENERAL TAGGING OF NEW TECHNOLOGICAL DEVELOPMENTS; GENERAL TAGGING OF CROSS-SECTIONAL TECHNOLOGIES SPANNING OVER SEVERAL SECTIONS OF THE IPC; TECHNICAL SUBJECTS COVERED BY FORMER USPC CROSS-REFERENCE ART COLLECTIONS [XRACs] AND DIGESTS
    • Y02TECHNOLOGIES OR APPLICATIONS FOR MITIGATION OR ADAPTATION AGAINST CLIMATE CHANGE
    • Y02WCLIMATE CHANGE MITIGATION TECHNOLOGIES RELATED TO WASTEWATER TREATMENT OR WASTE MANAGEMENT
    • Y02W30/00Technologies for solid waste management
    • Y02W30/50Reuse, recycling or recovery technologies
    • Y02W30/91Use of waste materials as fillers for mortars or concrete

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Abstract

Die vorliegende Erfindung stellt ein Verfahren zur Aufbereitung von Verbrennungsschlacken bereit. Es umfasst die Schritte der feuchten Lagerung der Schlacken in einer drainierten Halde und einer anschließenden trockenen Aufarbeitung, die eine Abfolge von Trenn- und Klassierschritten umfasst, gefolgt von einer Nassaufbereitung, wobei Produkte aus einer Gruppe umfassend B-Sand (0 bis 1 mm Korngröße), A-Sand (0 bis 2 mm Korngröße), Edelsplitt (2 bis 8 mm Korngröße), Edelsplitt (8 bis 11 mm Korngröße), Edelsplitt (11 bis 16 mm Korngröße) und Feinschotter (16 bis 22 mm Korngröße) erhalten werden.

Description

  • Die nachfolgende Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Schlackenaufbereitung, insbesondere zur Aufbereitung von Schlacke aus Kehrrichtverbrennungsanlagen.
  • STAND DER TECHNIK
  • Schlacken aus Müllverbrennungsanlagen stellen in der Regel ein heterogenes Gemisch verschiedener Materialien dar. Ihre Zusammensetzung hängt von der Beaufschlagung der Müllverbrennungsanlage ab sowie vom Typus der Verbrennungsanlage, ihrer Betriebsweise und den Verbrennungsbedingungen. Hierbei spielt es eine wesentliche Rolle, ob die zu verbrennenden Materialien einer Vorbehandlung unterzogen wurden, ob der Müll groß- oder kleinstückig ist, bei welcher Temperatur verbrannt wurde und wie lange die Verweildauer in der Verbrennungsanlage ist. Üblicherweise werden in Deutschland Rostfeuerungsanlagen als Müllverbrennungsanlagen betrieben.
  • Gemäß der in Deutschland gültigen Normen werden die bei der Müllverbrennung entstehenden Müllverbrennungsschlacken klassifiziert in Rost- und Kesselaschen sowie Schlacken, die gemäß dem Abfallschlüssel 190111 der Abfallverbrennungsverordnung (AVV) als sogenannte gefährliche Stoffe bezeichnet werden. Diese werden gegenüber Rost- und Kesselaschen und Schlacken unterschieden mit Ausnahme derjenigen, die unter AVV 19111 fallen; diese unterfallen AVV 190112 und sind also gefahrstofffreien Müllverbrennungsschlacken. Die angefallenen Schlacken müssen entweder deponiert werden, oder sie können, abhängig von ihrer Beschaffenheit und weiteren Eigenschaften, weiterer Verwendung zugeführt werden. Dazu ist es üblicherweise nötig, die Schlacken aufzuarbeiten.
  • Ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Aufbereitung von Müllverbrennungsschlacken ist bereits bekannt aus der DE 41 23 277 C1 , in der dargelegt wird, dass die Aufbereitung der Schlacken im Allgemeinen die Prozessstufen der Klassierung, Zerkleinerung und Magnetabscheidung zur Abtrennung grober Störstoffe und eisenhaltiger Bestandteile und der Trennung in marktgängige Körnungen umfasst. Diese Auftrennung wird durch Brechen der Rohschlacke mittels Prallmühlen und nachfolgender Entfernung der Eisenbestandteile mittels Magnetvorrichtungen erzielt. Da die so vorgenommene Aufbereitung des heterogenen Stoffgemisches hinsichtlich der Erzeugung verwertbarer Stoffe unzureichend ist und ein Schadstoffpotenzial insbesondere hinsichtlich der Wassergefährdung aufgrund unverbrannter Bestandteile, leicht löslicher Salze, auslaugbarer Metallverbindungen und organischer Verbindungen verbleibt, wird ein Verfahren und eine Vorrichtung beschrieben, die eine verbesserte Abtrennung von Wertstoffen und Schadstoffen der Verbrennungsschlacke bereitstellt; das Verfahren umfasst hierzu eine Entfrachtung der Eisenbestandteile mit nachgeschalteter Dichtesortierung unter Abtrennung einer Leichtgut-, einer Schwergut- und einer Fraktion löslicher Verbindungen. Die Vorrichtung zur Durchführung dieses Verfahrens bezieht sich darauf, dass als Sortierer ein nassarbeitender Dichtesortierer vorgesehen ist.
  • Eine weitere Aufbereitung von Schlacke aus Kehrichtverbrennungsanlagen ist aus der DE 103 06 132 A1 bekannt. Diese betrifft ein Verfahren zur Aufbereitung von Schlacke aus Abfallverbrennungsanlagen bei welchem die frische Rohschlacke zunächst bewässert und anschließend einer Magnetabscheidung unterzogen wird. Ferner erfolgt eine manuelle Sortierung und Zerkleinerung. Das so erhaltene Zwischenprodukt wird nach Korngrößen klassiert, wofür ein Sink-Schwimmverfahren herangezogen wird. Durch die vorgenannte Bewässerung wird erreicht, dass chemische und mineralogische Prozesse kontrolliert ablaufen gelassen werden. Durch Anwendung des Sink-Schwimm-Verfahrens wird erreicht, dass die organischen Schadstoffe, die dazu neigen, an den schwimmfähigen Produkten zu absorbieren, abgetrennt werden können. Damit werden insbesondere organische Schadstoffe erfasst und können aus dem Materialstrom abgetrennt und erneuter thermischer Behandlung zugeführt werden.
  • Ferner beschreibt die DE 197 58 658 ein Verfahren zur Herstellung von Split aus Bauschutt und Schlacke. Hierbei wird gealterte Schlacke zusammen mit Bauschutt verarbeitet. Die Verarbeitung umfasst die Bereitstellung einer Körnungsgröße von 0 bis 8 mm, die zur Verwendung als Split im Straßenbau geeignet ist.
  • Sodann wird ein Verfahren zur mechanischen Aufbereitung von gealterter Schlacke und in deren Verwendung bei der Herstellung von Sekundärbaustoffen in der DE 197 27 172 C2 offenbart. Diese Schrift beschreibt zunächst die mechanische Aufbereitung gealterter Schlacke aus Abfallverbrennungsanlagen, der Bauschutt aufgegeben wird. Nach Abtrennung des Eisenbauschrotts wird die Mischung trocken klassiert, weiterer Magnetabscheidung unterzogen, durch Prallbrecher weiter aufgeschlossen und erneut der Magnetabscheidung unterzogen. Die Trockentrennung wird von einer Nasstrennung gefolgt, bei der das Material unter einem Druck von 5 bis 8 bar mit Wasser beaufschlagt und anschließend in einen Schwimmstoffabscheider überführt wird. Nachfolgende Attrition mit Schwertwäscher stellt sicher, dass zerklüftete Partikel der Sekundärbaustoffe zerstört und Kornoberflächen abgerundet werden, so dass qualitativ hochwertige Baustoffe bereit gestellt werden.
  • Außerdem ist ein Verfahren zur Herstellung von verfestigten Produkten für die Bauindustrie aus der DE 100 21 792 C2 bekannt, welche ebenfalls die Verwendung mineralischer Abfälle, wie sie bei der Aufarbeitung von Rost- und Kesselaschen entstehen, beschreibt. Die mineralischen Abfälle werden zur Verbesserung ihrer Qualität für den gewünschten Verwendungszweck nach einer trockenen Vorbereitung ebenfalls nass weiter verarbeitet, sodass miteinander verbackene Partikel unterschiedlicher Zusammensetzung desagglomeriert und zerklüftete Schlackenpartikel geringer Kornfestigkeit in kleinere, festere Körner getrennt werden sowie raue Kornoberflächen durch Abreiben von hervorstehenden Graten und Kanten abgerundet werden.
  • Schließlich beschreibt die DE 102 06 834 A1 eine Anlage und ein Verfahren für die Behandlung von metallhaltigem Haufwerk, wobei eine Anlage für die Behandlung metallhaltiger Verbundstoffe mit einer Prallmühle und einem vorgeschalteten Metallabscheider bereit gestellt wird, sowie einer Verwirbelungseinrichtung, ferner mit einer Siebstation zur Zurückgewinnung von Eisen- und Nichteisenmetallen, wobei nach der Abtrennung der metallhaltigen Komponenten das nichtmagnetische Material einer weiteren Zerkleinerung durch eine Prallmühle unterzogen wird. Das weiter zerkleinerte Gut wird insbesondere weiterer Trockentrennung durch Sieben unterzogen. Durch die verfeinerte Auftrennung der eisen- und nichteisenhaltigen Metalle wird zielgerichtet eine weitere Verwendung der nichteisenhaltigen Metalle, die Chrom und Nickel enthalten können, ermöglicht.
  • Aus der Vielzahl der vorgenannten Verfahren ergibt sich ein weiter bestehendes Erfordernis nach verbesserter Auftrennung der einzelnen Komponenten unter ökologischen sowie ökonomischen Aspekten.
  • OFFENBARUNG
  • Ausgehend von diesem Stand der Technik liegt der vorliegenden Erfindung die Aufgabe zu Grunde, ein verbessertes Verfahren zur Aufbereitung von Müllverbrennungsschlacke bereit zu stellen. Diese Aufgabe wird durch ein Verfahren mit den Merkmalen des unabhängigen Anspruchs 1 gelöst. Bevorzugte Ausführungsbeispiele werden durch die Unteransprüche beschrieben.
  • Ein erste Ausführungsform bezieht sich auf das Verfahren zur Aufbereitung von Verbrennungsschlacken, das die feuchte Lagerung der Schlacken in einer drainierten Halde, eine trockene Aufarbeitung unter Abtrennen von eisenhaltigen Metallkomponenten und, separat, von nichteisenhaltigen Me-tallkomponenten umfasst, die vorteilhaft somit bereits getrennter Weiterverwendung unterworfen werden können. Es erfolgen mehrere Klassierungsschritte, unterbrochen von Nachzerkleinerungsschritten der einzelnen Klassen, die, nach Abtrennung einer Grobsandklasse, erneut der Metallabtrennung in Eisen- und Nichteisenmetalle unterzogen werden. Vorteilhaft erfolgt so eine Feinsttrennung mit zunehmendem Metallabscheidegrad. Durch eine abschließende Nasstrennung werden weitere Störstoffe abgetrennt, die wieder der Müllverbrennung zugeführt werden, es verbleiben Waschschlamm, der sich als mineralische Tondichtung eignet, und mineralische Produkte in gewünschten Körnungen, die vorteilhaft für Herstellung von Beton, für Mörtel und Ziegel, außerdem für den Straßen und Wegebau, den Tiefbau und zur Bereitstellung von Lärmschutzvorrichtungen eingesetzt werden können. Damit wird unter ökologischen und ökonomischen Aspekten ein interessantes Verfahren zur Darstellung einer Vielzahl von Baustoffen durch die Schlackenaufbereitung bereitgestellt.
  • KURZBESCHREIBUNG DER FIGUREN
  • Der Bezug auf die Figuren dient lediglich der Unterstützung der Beschreibung. Es zeigt:
  • 1 ein Verfahrensablaufschema des verallgemeinerten Aufbereitungsverfahrens bis zum letzten Schritt der trockenen Aufarbeitung,
  • 2 führt das Verfahrensablaufschema aus 1 nach dem letzten Schritt der trockenen Aufarbeitung weiter über die nasse Aufarbeitung bis zum Herstellen des Endprodukts.
  • BESCHREIBUNG
  • Die vorliegende Erfindung schafft grundsätzlich ein Verfahren, mittels dessen Schlacke aus Abfallverbrennungsanlagen in ihre organischen, mineralischen, eisenmetallischen und nichteisenmetallischen Komponenten weitestmöglich sortenrein zerlegt wird, sodass die abgetrennten Fraktionen der weiteren Verwendung zugeführt werden können.
  • Das erfindungsgemäße Verfahren zur betrifft daher die Aufbereitung von Müllverbrennungsschlacke zu Substituten und Zumahlstoffen, für Betonzuschlagstoffe, Zement, Mörtel, Füller, Ziegel, Schamotte, Splitte nach TL Gestein, mit dem Ziel einer besseren Eisen- und Nichteisenmetallabtrennung für deren Verwertung, wobei die Substitute und Zumahlstoffe ohne weitere Entstehung von CO2, wie sie andernfalls bei der Umsetzung von Calciumcarbonat zu Calciumoxid zur großtechnischen Zementherstellung erfolgt, bereitgestellt werden.
  • Schlacken aus Müllverbrennungsanlagen haben die Eigenschaften, dass sie ein heterogenes Gemisch verschiedener Materialien darstellen. Ihre Zusammensetzung variiert je nach Zusammensetzung der Beaufschlagung, dem Anlagentyp, der Betriebsweise und der Verbrennungsbedingungen beispielsweise für die Vorbehandlung des Abfalls, der Stückigkeit des Mülls, der Verbrennungstemperatur und Verweildauer in der Verbrennunganlage. Bei den meisten in Deutschland betriebenen Anlagen handelt es sich hierbei um Rostfeuerungsanlagen.
  • Müllverbrennungsschlacken nach in Deutschland geltenden Normen gemäß der Abfallverbrennungsvorschrift (AVV)
    • – 19 01 11 in Rost- und Kesselaschen, sowie Schlacken, die gefährliche Stoffe enthalten (*)
    • – Rost- und Kesselaschen sowie Schlacken, mit Ausnahme derjenigen, die unter AVV 19 01 11* fallen (AVV 19 01 12), unterschieden werden.
  • Die Aufarbeitung der Müllverbrennungsschlacken bezieht sich auf nicht gefährliche Müllverbrennungsschlacken (AVV 19 01 12). Rohschlacke besteht zu ca. 85–90% aus mineralischen Komponenten, zu 3–7% aus Fe-Metallen und zu 0,5–2% aus Nichteisenmetallen. Während die grobkörnigen metallischen Fraktionen (Eisen-(Fe)-Metalle und Nichtessen (NE)-Metalle) weitgehend uneingeschränkt nach einer konventionellen, mechanischen Aufbereitung in den Wirtschaftskreislauf zurückgeführt werden können, erweist sich die Verwertung der mineralischen Anteile der Schlacke als deutlich schwieriger.
  • Die mineralischen Anteile der Rostschlacke liegen bei ausreichender Verweildauer unter Verbrennungsbedingungen mineralisiert oder glasartig verschmolzen vor und weisen einen geringen organischen Restanteil auf. Generell gilt: Je günstiger die Verbrennungsbedingungen sind, desto besser ist die Verwertungsfähigkeit von Schlacken, da sie unter anderem einen geringeren organischer Anteil, einen höherer Kristallisationsgrad, eine intensivere Fixierung der schwermetallischen Schadstoffe in die mineralische Schlackenmatrix und damit eine geringere Eluierbarkeit aufweisen.
  • Die Hauptbestandteile der mineralischen Matrix von Schlacke sind Silizium, Aluminium und Calcium. Sie bilden chemisch-mineralogisch betrachtet insbesondere:
    • – Alumosilikate,
    • – Spinelle und Doppelsalze mit mehr oder weniger schadstoffhaltigen Anhaftungen oder Einschlüssen,
    • – nicht kristallisierte Verschmelzungen,
    • – Carbonate, Chloride und Sulfate.
  • Aufgrund des atmosphärischen Einflusses an der Oberfläche einer Schlackenhalde kommt es während der offenen Lagerung zu Wechselwirkungen mit Luft und Feuchtigkeit. Es finden hier insbesondere Hydratations-, Karbonatisierungs- und andere Salzbildungsprozesse statt und es erfolgen Wechselwirkungen mit unterschiedlichen Stoffen. Je nach Größe der Halde und Lagerungsdauer wandert die wechselwirkende Schicht tiefer in die Halde.
  • Durch die Reaktion von Hydroxiden mit Kohlendioxid zu Metallkarbonaten und weiteren Salzbildungsreaktionen findet unter anderem eine Absenkung des pH-Wertes im Eluat statt. Der pH-Wert sinkt so von pH 12 bis 13 in Rohschlacke auf Werte unter pH 10 am Ende des Alterungsprozesses. Diese pH-Wert-Absenkung beeinflusst das Lösungsgleichgewicht der Schwermetalle und somit deren Löslichkeit.
  • Diese und weitere bei der offenen Lagerung stattfindenden Reaktionen führen zu einer Veränderung der mineralogischen Eigenschaften und dadurch zu einer Veränderung der technischen, bauphysikalischen Eigenschaften (z. B. Härte, Festigkeit, Porosität, Volumen).
  • Derzeit wird die Schlackenqualität vor einer Verwertung im Straßen- und Tiefbau etwa für die Verwendung im Lärmschutz, für Trag- und Frostschutzschichten oder Deponiebaumaterial entsprechend der „LAGA Boden" untersucht und nach ihrem chemischen Schadstoffgehalt (Richtwerte Kategorie < Z2) bewertet. Erfüllt Schlacke diese Voraussetzungen nicht, dann muss sie auf Deponien der Klasse 1 (Z2 bis Z4) oder 2 (Z5) abgelagert werden. In Deutschland liegt die Verwertungsquote bei ca. 60% der heute anfallenden Schlacken. Der Rest wird deponiert.
  • Die Aufbereitung von Schlacke aus Hausmüllverbrennungsanlagen zu qualitativ hochwertigen Produkten ist ferner umweltpolitisch und ökonomisch von großer Bedeutung, da
    • – Schlacke aus Hausmüllverbrennungsanlagen in Deutschland und anderen europäischen Ländern ein Massenabfall ist, der in den meisten der in Europa betriebenen Aufbereitungsanlagen nur zu geringwertigen mineralischen Produkten aufbereitet wird, für die oft nur schwer ausreichende Absatzmöglichkeiten geschaffen werden können;
    • – Metallinhalte, insbesondere Nichteisenmetalle und Edelstähle, oft nicht aussortiert werden und so in den – geringwertigen – mineralischen Produkten ausgetragen werden und auf diese Weise sowohl ökonomisch verloren gehen als auch so eventuell in die Umwelt gelangen;
    • – unverbrannte Störstoffe und Schadstoffe mittels der bislang betriebenen Anlagenkonzepte oft nur unzureichend aussortiert werden;
    • – es die langfristige Absicht der Bundesregierung ist, alle in Müllverbrennungsanlagen erzeugten Schlacken einer ökonomisch vertretbaren, umweltgerechten Verwertung zuzuführen und die Ablagerung von Schlacken auf Deponien auf begründete Einzelfälle zu reduzieren.
  • Entsprechend einer Publikation des Umweltbundesamtes vom 09/2000 betreiben ca. die Hälfte aller deutschen Müllverbrennungsanlagen eine eigene Schlackenaufbereitung, etwa ein Drittel der Anlagen bereitet ihre Schlacken nicht auf und nur 17% der Anlagen überlassen die Schlackeaufbereitung externen Anlagenbetreibern. Berücksichtigt man außerdem, dass die von Müllverbrennungsanlagen in Eigenregie betriebenen Anlagen oft nicht mehr dem Stand der Technik entsprechen, dann wird deutlich, dass in der Schlackenaufbereitung ein hohes Entwicklungspotential vorliegt und dass ein deutlicher Handlungsbedarf besteht.
  • Das erfindungsgemäße Verfahren dient der Aufbereitung von Schlacke aus Hausmüllverbrennungsanlagen, welche nach einer mehrmonatigen offenen Lagerung durch trockene und nasse Aufbereitungsmethoden in verschiedene, weitgehend störstoffarme mineralische und metallische Produkte und Produktgruppen sortiert wird. Durch die flexible Anordnung verschiedener mechanischer Verfahrensstufen und eine auf das jeweilige Inputmaterial abgestimmte Betriebsweise werden so insbesondere die folgenden Ziele erreicht:
    Es werden mineralische Produkte erzeugt, die als Sekundärbaustoffe gemäß TL Gestein-Stb 2000 verwertet werden können, fernern werden mineralische Produkte erzeugt, die als Substitute bei der Herstellung von Portlandzement verwendet werden können, und es werden mineralischen Gemische geschaffen, die bei der Herstellung von bituminösen Gemischen für den Straßenbau verwendet werden können, sowie grob- und feinkörniger Eisenschrott, und grob- und feinkörnige Nichteisenmetallgemische. Es erfolgt die weitgehende Auslese von organischen Störstoffen, die im Verlauf der Müllverbrennung nicht zerstört wurden und daher in die Verbrennung rückgeführt werden müssen.
  • Die Erfindung betrifft allgemein eine Anlage zur Durchführung eines Verfahrens zur mechanischen Behandlung von Schlacke aus Hausmüllverbrennungsanlagen mit trocken und nass betriebenen Verfahrensstufen.
  • Wesentliche Komponenten zur Durchführung der trocken betriebenen Verfahrensstufen sind folgende Aggregatgruppen: Schwingsiebe, Überbandmagnete, Prallmühle, Neodym-Trommelmagnete und Wirbelstrom-Abscheider.
  • Die einzelnen Prozessschritte des in Versuchsreihen in einer großtechnischen Anlage entwickelten Aufbereitungsverfahrens können wie folgt ausgeführt werden:
    Die von der Müllverbrennungsanlage angelieferte Schlacke wird zunächst in durch Trennwände unterteilte Lagerboxen über einen Zeitraum von mindestens 90 Tagen zwischengelagert. Durch den Zutritt von Regen und Luftfeuchtigkeit klingen in diesem Zeitraum im gesamten Haldenkörper alle chemischen und physikalischen Reaktionsprozesse so weit ab, dass sich die Schlacke chemisch-mineralogisch in einem stabilen Zustand befindet. Dies zeigt sich insbesondere auch in der Abnahme der Anionen- und Kationenkonzentrationen im Eluat der Schlacke. Damit während dieses Lagerprozesses keine belasteten Sickerwässer in den Untergrund dringen, findet die Zwischenlagerung auf einem abgedichteten Untergrund statt, so dass Sickerwässer über Sammelbecken vollständig erfasst und durch Rückführung (z. B. Verregnung) auf die Schlackemieten rezirkuliert werden können. Es ist anzustreben, die Schlackenhalde soweit möglich kontinuierlich zu befeuchten. Ein Nebeneffekt dieser Befeuchtung ist auch, dass so die Entstehung von Staubverwehungen wirksam vermieden wird.
  • Nach der Zwischenlagerung wird in einem zweiten Schritt die Schlacke zunächst nach Abscheidung des groben Fe-Schrotts mittels Überbandmagnet mit einem Förderband einer Lesebühne zugeführt. Dort werden durch manuelle Sortierung grobe Störstoffe, insbesondere nicht oder nur unvollständig verbrannte Stoffe, sowie grobe Nichteisen-Metalle wie Motorblöcke, Fahrräder oder Metalleimer aus dem Massenstrom ausgeschleust. Im nächsten Prozessschritt wird der Materialstrom durch eine dreistufige Absiebung (z. B. mit Schwingsieben) beispielsweise in die Kornklassen 0/22 mm, 22/32 mm, 32/56 mm und 56/x mm fraktioniert.
  • Die Kornklassen 32/56 mm und 56/x mm können durch eine Prallmühle oder einen Kegelbrecher nachzerkleinert und anschließend der dreistufigen Absiebung erneut aufgegeben werden. Die Kornklasse 0/22 mm kann durch eine weitere Absiebung bei 7 mm auf ein Körnungsband 7/22 mm angepasst werden. Das Produkt 0/7 mm kann als Grobsand im Deponiebau verwertet werden. Für eine bautechnische Verwertung im Straßen- und Tiefbau ist es nicht geeignet, da es nicht den Kriterien der LAGA entspricht, weil die Prüfparameter über den Richtwerten der Klasse Z2 liegen. Die Klasse 0/7 eignet sich als Substitut für die Zementindustrie.
  • Die Kornklassen 7/22 mm und 22/32 mm werden separat über einen Neodym-Trommelmagneten geführt. Von diesem werden die feinkörnigen, magnetisierbaren Fe-Anteile aus den beiden Kornklassen ausgehalten. Direkt anschließend werden die beiden Materialströme einem Wirbelstromabscheider zugeführt. Dort werden durch magnetische Induktion die feinkörnigen Nichteisenmetalle aussortiert. In den so vor-aufbereiteten Zwischenprodukten 7/22 mm und 22/32 mm sind noch Anteile an NE-Metallen und Eisenanteilen enthalten, die aufgrund von Verkrustungen und Aggregatbildung mit Schlacke durch die zuvor beschriebenen Prozessstufen nicht aussortiert wurden. Die Zwischenprodukte werden daher einer langsam laufenden Prallmühle aufgegeben, die zu einem Aufschluss der verkrusten Metallteile führt. Da durch die Betriebsweise der Prallmühle nur geringe Energiebeträge auf die einzelnen Körner einwirken, werden diese entlang bereits vorhandener Risse und an Kontaktflächen zwischen mineralischem Korn und Metallteilchen zerlegt. Die Zerkleinerung der mineralischen Komponenten wird minimiert, kann jedoch nicht vollständig unterbunden werden. Der Aufschluss der Körnung 7/22 mm bzw. 22/32 mm führt daher zu einer Körnung 0/22 mm bzw. 0/32 mm.
  • Das aufgeschlossene Material wird nun, wiederum getrennt in die Materialströme 0/22 mm und 0/32 mm, zunächst dem Neodym-Trommelmagneten und anschließend dem Wirbelstromabscheider erneut aufgegeben. Magnetisierbare Fe-Metalle und Nichteisenmetalle werden so vollständig von den mineralischen Anteilen getrennt.
  • Eine manuelle Prüfsortierung der so aufbereiteten Kornklassen hat gezeigt, dass durch diese Verfahrensweise über 97% des im Aufgabematerial dieser Verfahrensstufe enthaltene Metall aussortiert wird. Bei nochmaliger Aufgabe des bereits aufbereiteten Materials enthält das Produkt sowohl keine magnetisierbaren Metalle als auch Nichteisenmetalle.
  • Die mineralischen Produkte dieser Verfahrensstufe enthalten nun weniger als 2,5% Fe-Anteile und 0,5% NE-Metalle und sind somit metallarm. Das Produkt enthält jedoch noch feinkörnige Störstoffe und von Rissen durchzogene Schlackepartikel. Einer hochwertige Verwertung im Sinn der TL Gestein-Stb oder DIN 4226, Teil 1, ist daher ohne eine weitere Aufbereitung noch nicht möglich. Die Produkte eignen sich als Substitut CO2-frei für die Zementindustrie.
  • Die Produkte der trockenen Aufbereitung werden durch ein mit Wasser als Transportmedium betriebenes nasses Aufbereitungsverfahren, das aus einer Anordnung von Sieben, Attritionsaggregaten, Sink-Schwimm-Scheidern und Hydrozyklonen besteht, zu den folgenden Produkte aufbereitet:
    • – B-Sand 0/1 mm,
    • – A-Sand 0/2 mm,
    • – Edelsplitt 2/8 mm,
    • – Edelsplitt 8/11 mm,
    • – Edelsplitt 11/16 mm,
    • – Feinschotter 16/22 mm.
  • Der Betrieb dieser nassen Aufbereitungsstufen wird in der Patentschrift DE 197 27 172 C2 „Verfahren zur mechanischen Aufbereitung gealterter Schlacke und dessen Verwendung zur Herstellung von Sekundärbaustoffen" beschrieben.
  • Die genannten Produkte entsprechen, wie zahlreiche Untersuchungen belegen, den Anforderungen der DIN 4226: „Zuschlag für Beton; Zuschlag mit dichtem Gefüge; Begriffe, Bezeichnungen und Anforderungen".
  • Magnetisierbare und Nichteisen-metallhaltige Partikel befinden sich insbesondere in den Sanden wieder, da Metalle > 1 mm bereits in der Trockenaufbereitung fast vollständig aussortiert wurden. A- und B-Sande, die somit im Wesentlichen aus Silikaten und Fe in oxidierter Form bestehen (Fe-Gehalt in den Sanden siehe Zementuntersuchungen), werden daher in einer Variante des Verfahrens mit einer Kugelmühle fein gemahlen und getrocknet. Der so erzeugte Fe-haltige, silikatische Staub ist in seinen chemischen und mineralogischen Eigenschaften gemahlener Hochofenschlacke verwandt.
  • Verschiedene Versuche mit Produkten, welche nach der oben beschriebenen Variante hergestellt wurden, haben gezeigt, dass durch Vermischen von gemahlenen Substrat aus aufbereiteter Müllverbrennungsschlacke und Branntkalk (CaO) bei einem Mischungsverhältnis von 55 ... 65% zu 45 ... 35% ein Zement erzeugt wird, der den Eigenschaften von Portlandzement entspricht. Diese Herstellungsmethode führt zu einer deutlichen Energieeinsparung gegenüber dem klassischen Verfahren der Portlandherstellung (hergestellt aus im Drehrohrofen unter hohem Energieeinsatz erzeugtem Klinker und Gips bzw. Anhydrit). Die großtechnische Verwendung von gemahlener Müllverbrennungsschlacke – nach deren Aufbereitung – als Substituent für Klinker kann umweltpolitisch gesehen zu einer starken Reduzierung der nationalen CO2-Emission führen und könnte so einen signifikanten Beitrag zur Minderungen der Folgen der Klimaveränderung leisten.
  • Das in 1 und 2 schematisch gezeigte Verfahren verläuft daher im Wesentlichen so, dass die aus der Müllverbrennungsanlage bereit gestellte Rohschlacke zunächst einer Lagerung unterzogen wird, wobei die Rohschlacke Feuchtigkeit ausgesetzt ist. Diese Feuchtigkeit wird der lagernden Schlacke kontinuierlich zugefügt. Es kann sich dabei um eine natürliche Befeuchtung, beispielsweise durch Regen, oder um eine künstliche Befeuchtung, etwa durch Berieselungsanlagen, handeln.
  • Vorteilhaft werden die aus der Müllverbrennungsanlage bereit gestellten Rohschlacken daher erfindungsgemäß zunächst in Halden gelagert. Bei diesen Halden kann es sich etwa um durch Trennwände unterteilte Lagerboxen handeln, die entsprechend drainiert sind, sodass die natürlich oder künstlich zugeführte Feuchtigkeit wie Regen oder Berieselungswasser nach dem Durchdringen der Schlacke und dem Lösen von Mineralien aus der Schlacke aus der Halde bzw. der Lagerbox gezielt abgeführt werden und gegebenenfalls erneut auf die Schlacke aufgegeben werden können. Es kann vorteilhaft durch eine Rezirkulation des Befeuchtungswassers bewirkt werden, dass eine Reduktion des Austrags von Stäuben aus der Schlackenhalde erzielt wird, bei gleichzeitiger kostenminimaler Wassernutzung. Vorteilhaft verbleiben die Schlacken über einen Zeitraum von mindestens 90 Tagen in den Lagerhalden bzw. Lagerboxen zur Alterung.
  • Nach dem Schritt der Lagerung und Alterung der Schlacken werden diese zunächst trocken in den Schritten a) bis q) aufbereitet. Dazu werden die Schlacken in einem Schritt a) von grobem Eisenschrott befreit. Dies kann durch manuelles Auslesen erfolgen. Zur Erleichterung des Auslesens wird die Schlacke vorteilhaft über ein Förderband einer Lesebühne zugeführt, dort werden grobe Störstoffe wie nicht oder nur unvollständig verbrannte Stoffe manuell aussortiert. Zusätzlich kann über dem Förderband ein Überbandmagnet oder eine andere magnetische Vorrichtung zur Abtrennung von im Wesentlichen eisenhaltigen Komponenten eingesetzt werden. Das abgetrennte stark eisenhaltige Material bzw. gar Eisenschrott kann unmittelbar dem Metallhandel zugeführt werden. Der Schritt b) geht quasi mit Schritt a) einher: Er umfasst das Aussortieren von Metallkomponenten, die nicht im Wesentlichen Eisen enthalten, also Nichteisenmetalle. Diese nichteisenhaltigen Metalle können ebenfalls unmittelbar dem Metallhandel zur weiteren Verwendung zugeführt werden. Weitere nichtmetallische Störstoffe, bei denen es sich um sonstige nicht oder nur unvollständig verbrannte Stoffe handeln kann, werden unmittelbar der Müllverbrennungsanlage zur erneuten Verbrennung zugeführt.
  • In einem Schritt c) wird das von Eisen und nichteisenhaltigen Metallkomponenten befreite Schlackenmaterial, respektive die Schlacke, einer Klassierung in Korngrößen unterzogen. Vorteilhaft umfasst diese Klassierung ein Absieben, was in drei Stufen erfolgen kann. Durch ein dreistufiges Absieben das mit Schwingsieben oder anderen geeigneten Sieben erfolgen kann, wird eine Auftrennung in vier verschiedene Kornklassen bewirkt. Es können gezielt geeignete Kornklassen eingestellt werden. Als geeignet hat sich die Einstellung von vier Kornklassen mit den folgenden Korngrößen erweisen: Eine kleinste Klasse umfasst Korngrößen von 0 bis 22 mm, weitere Klassen umfassen Korngrößen von 22 bis 32 mm, 32 bis 56 mm und eine größte Klasse weist alle Körner auf, die größer sind als 56 mm. Grundsätzlich kann das dreistufige Absiebverfahren Klassierungen herbeiführen, durch die:
    • – eine erste Kornklasse mit Korngrößen im Bereich von 0 bis 20 mm, maximal 30 mm, vorzugsweise jedoch von 0 bis 22 mm,
    • – eine zweite Kornklasse mit Korngrößen im Bereich von 20 bis 40 mm, vorzugsweise von 22 bis 40 mm, am meisten bevorzugt von 22 bis 32 mm,
    • – eine dritte Kornklasse mit Korngrößen im Bereich von 30 bis 60 mm, vorzugsweise von 32 bis 60 mm, am meisten bevorzugt von 32 bis 56 mm,
    • – und eine vierte Kornklasse mit Korngrößen größer als 60 mm, vorzugsweise liegt die Grenze der Klasse bei einer Größe ab 56 mm, bereitgestellt wird.
  • Selbstverständlich kann die Fraktionierung auch in andere Kornklassen erfolgen.
  • In Schritt d) erfolgt sodann eine Nachzerkleinerung der entsprechenden größeren Kornklassen, respektive der Klassen, die Körner mit einer Größe von über 30 mm, bzw. über 32 mm enthalten. Diese Nachzerkleinerung kann mittels einer Prallmühle oder einem Kugelbrecher folgen.
  • Danach erfolgt in einem Schritt e) eine erneute Klassierung, die vorteilhaft ebenfalls dreistufig ist und die eine Klassierung in die obigen Kornklassen herbeiführt. Selbstverständlich kann der Schritt des Zerkleinerns (Schritt d) mit der nachfolgenden erneuten Klassierung (Schritt e) mehrfach wiederholt werden, sofern erforderlich.
  • Nun wird die Klasse mit den kleinsten Körnern, die eine Größe im Bereich von bis zu 30 mm, vorzugsweise von bis zu 22 mm aufweisen, durch eine dritte Klassierung in Schritt f) fraktioniert. Dabei werden Körner mit einer Größe kleiner als 7 mm abgetrennt, sodass eine Körnungsband von 7 bis 20, bzw. von 7 bis 22 mm erzielt wird. Das Produkt mit Körnern kleiner 7 mm kann als Grobsand im Deponiebau verwendet werden. Natürlich kann das Körnungsband auch eine Breite aufweisen, die größer gewählt ist, wie etwa von 5–25 mm, wenn der Grobsand entsprechender Verwendung zugeführt werden soll.
  • In Schritt g) werden die nach der zweiten Klassierung verbleibenden Schlackenkornklassen, die größer sind als 7 mm, vorzugsweise größer als 10 mm, einem weiteren Magnettrennverfahren unterzogen, um feinkörnige magnetisierbare Eisenanteile aus diesen Kornklassen abzutrennen. Es kann sich hierbei um die Kornklassen 7/22 mm und 22/32 mm als bevorzugte Kornklassen handeln; andernfalls werden die Kornklassen mit Korngrößen in den angegebenen Bereichen diesem Magnettrennverfahren unterworfen. Vorteilhaft kann es sich der magnetischen Vorrichtung zur Durchführung des Trennverfahrens um einen Neodymtrommelmagneten handeln. Selbstverständlich werden alle von magnetisierbaren Eisenanteilen zu befreienden klassierten Kornklassen separat der magnetischen Trennvorrichtung zugeführt.
  • Die getrennt behandelten Ströme der vorgenannten Kornklassen werden in einem Schritt h) einem Wirbelstromabscheider zugeführt. Dort wird durch magnetische Induktion bewirkt, dass feinkörnige Nichteisenmetalle aussortiert werden. Die in den Schritten g) und h) abgetrennten sehr feinen Eisen- bzw. Nichteisenmetalle werden gesondert dem Metallhandel zugeführt.
  • Die nunmehr aus Schritt h) verbleibenden Kornklassen werden nach Korngrößen getrennt erneuter Zerkleinerung (Schritt i) unterzogen: In den bislang erhaltenen Zwischenprodukten (etwa die Fraktionen 7/22 mm und 22/32 mm, je nach Wahl der Korngrößen der Klassen) sind noch Anteile an nichteisenhaltigen und eisenhaltigen Metallen enthalten, die aufgrund von Verkrustungen und Aggregatbildungen mit Schlacke durch die zuvor beschriebenen Prozessstufen nicht aussortiert wurden. Daher werden die genannten Zwischenprodukte einer langsam laufenden Prallmühle aufgegeben, so dass ein Aufschluss der verkrusteten Metallteile bewirkt wird. In diesem Verfahrensschritt wird durch die Betriebsweise der Prallmühle nur ein geringer Energiebetrag auf das einzelne Korn einwirken, so dass das Korn entlang bereits vorhandener Risse und an Kontaktflächen zwischen mineralischen Korn- und Metallteilchen innerhalb des Korns zerlegt wird. Die Zerkleinerung der mineralischen Komponenten wird hierbei minimiert, kann jedoch nicht vollständig unterbunden werden. Die auf diese Weise zerkleinerten Fraktionen weisen entsprechend Korngrößen im Bereich von 0 bis 30 mm, vorzugsweise von 0 bis 22 mm bzw. von 0 bis 40 mm, vorzugsweise von 0 bis 32 mm auf.
  • In einem Verfahrensschritt j) wird das derart aufgeschlossene Material erneut getrennt einem Magnettrennverfahren unterzogen, bei dem es sich vorzugsweise um das vorbeschriebene Neodymtrommelmagnetverfahren handeln kann, und anschließend wird eine erneute Wirbelstromabscheidung durchgeführt (Schritt k), um somit wiederum nichteisenhaltige Metallbestandteile abzutrennen. Somit sind nach Schritt k) Eisenmetalle und Nichteisenmetalle im Wesentlichen vollständig von den mineralischen Anteilen getrennt. In einem Schritt k') können darüber hinaus die nicht für den Straßenbau geeigneten mineralischen Schlackenanteile mit einer Größe im Bereich von 0 bis 7 mm als CO2-frei produzierte Substitute für die Zementindustrie eingesetzt werden.
  • Vorteilhaft kann die Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens bewirken, dass die in Schritt eins aufgegebene Rohschlacke von etwa 97% des im Aufgabematerial enthaltenen Metalls befreit wird. Damit enthalten die mineralischen Komponenten nach dem zwölften Verfahrensschritt nun weniger als 2,5% eisenhaltige Anteile und 0,5% nichteisenhaltige Metalle und sind somit als metallarm einzustufen.
  • Um das Produkt vorteilhaft weiter zu raffinieren und insbesondere von feinkörnigen Störstoffen zu befreien, sodass es einer hochwertigen weiteren Nutzung im Sinne des TL Gestein-Stb oder Din 4226, Teil 1 zugeführt werden kann, kann vorteilhaft eine weitere Aufbereitung erfolgen.
  • Es wird daher im Schritt l) eine Nassaufbereitung durchgeführt, indem die Produkte aus der trockenen Aufbereitung nach k) einem mit Wasser als Transportmedium betriebenen nassen Abscheideverfahren unterzogen werden. Dieses Aufbereitungsverfahren erfordert das Beaufschlagen (Schritt m) einer Vorrichtung umfassend Siebe, Attritionsaggregate, Sink-Schwimm-Scheider und Hydrozyklone, sodass Produkte aus der Gruppe B-Sand (0 bis 1 mm Korngröße), A-Sand (0 bis 2 mm Korngröße), Edelsplitt (2 bis 8 mm Korngröße), Edelsplitt (8 bis 11 mm Korngröße), Edelsplitt (11 bis 16 mm Korngröße), Feinschotter (16 bis 22 mm Korngröße) erhalten werden.
  • Die Nassaufbereitung nach Schritt 13 wird entsprechend dem patentierten Verfahren durchgeführt, dass in DE 197 27 172 C2 aufgeführt ist. Es umfasst in Schritt m) Aufgeben des Produktes aus Schritt l) auf ein 2 mm-Sieb, der nachfolgende Schritt n) sieht das Aufdüsen des Produktes auf dem Sieb mit 5 bis 8 bar druckbeaufschlagtem Wasser, vor, ehe das Material indem nächsten Schritt o) einem Schwimmstoff-Abscheider aufgegeben wird, wobei die Schwimmstoffe abgetrennt werden.
  • In einem weiteren Schritt p) erfolgt erneut eine Klassierung, indem das Produkt, welches das Sieb nicht passiert hat, mittels eines Aufstromklassierers in zumindest zwei Klassen aufgetrennt wird. In einem Schritt q) besteht weiter die Möglichkeit, die bei p) erhaltenen Klassen mit einer Korngröße von 2 mm bis 40 mm, insbesondere von 2 mm bis 32 mm mittels eines Schwertwäschers unter Druckwasserbeaufschlagung in einem Schwertwäscher wie einem Zweiwellenschwertwäscher zu attritieren (ersatzweise kann dies auch mit einem Körnungshydrobandabscheider erfolgen) und gleichzeitig mit Druckwasser zu beaufschlagen. Ein in Schritt q) erhaltenes Produkt wird in einem weiteren Schritt r) einer mehrstufigen Klassierung unterzogen. Vorteilhaft können die Siebstufen bei dieser Klassierung eine Einteilung der Korngrößenklassen von 0 bis 2 mm, 2 bis 8 mm, 8 bis 16 mm und 16 bis 32 mm vorsehen.
  • Das in Schritt r) erhaltene Produkt mit einer Korngröße im Bereich von 0 bis 2 mm kann zur weiteren Verarbeitung erneut dem Aufstromklassierer zugeführt werden und erneut die Schritte ab p) durchlaufen.
  • Vorteilhaft wird mit der Durchführung des vorgenannten Verfahrens ein Produktspektrum erhalten, welches den Anforderungen der deutschen Industrienorm 4226 für Zuschläge für Beton und Zuschläge mit dichtem Gefüge entspricht. Der Restgehalt an eisen- und nichteisenhaltigen Komponenten wird sich vorteilhaft insbesondere in den Sanden wieder finden, da Metallpartikel, die größer als 1 mm sind, bereits bei der Trockenaufbereitung nahezu vollständig abgetrennt wurden. Die vorgenannten A- und B-Sande werden somit im Wesentlichen aus Silikaten und Eisen in oxidierter Form bestehen.
  • Es besteht die Möglichkeit, die vorgenannten A- und B-Sande in einer Kugelmühle nunmehr fein zu mahlen und zu trocknen, sodass ein eisenhaltiger Silikatstaub entsteht, der in seiner chemischen und mineralogischen Eigenschaft weitestgehend gemahlener Hochofenschlacke entspricht. Der so erhaltene Staub kann mit Brandkalk (CaO) vermischt werden, vorzugsweise in einem Mischungsverhältnis von 55 bis 65 Gew.-% Staub zu 45 bis 35 Gew.-% CaO, wodurch ein Zement bereit gestellt wird, der im Wesentlichen die Eigenschaften von Portland-Zement aufweist. Somit wird ein alternatives Verfahren zur Bereitstellung von Portland-Zement offenbart, das unter Betrachtung ökologischer und ökonomischer Aspekte besonders vorteilhaft ist, da die Herstellung des dem Portland-Zement entsprechenden Zementes nicht das zu dessen Darstellung erforderliche energieaufwendige Verfahren verlangt.
  • ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
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    • - DIN 4226 [0041]
    • - Din 4226 [0057]

Claims (12)

  1. Verfahren zur Aufbereitung von Verbrennungsschlacken, umfassend die Schritte einer – feuchten Lagerung der Schlacken in einer drainierten Halde – trockenen Aufarbeitung umfassend: a) ein erstes Abtrennen von im Wesentlichen eisenhaltigen Metallkomponenten mittels einem ersten Magnet-Trennverfahren, b) ein erstes Abtrennen von im Wesentlichen nicht-eisenhaltigen Metallkomponenten c) eine erste Klassierung der von eisen- und nicht-eisenhaltigen Metallkomponenten befreiten Schlacke, d) ein Nachzerkleinern zumindest einer größten Klasse der Schlacken aus Schritt c); e) eine zweite Klassierung der in d) nachzerkleinerten Klasse an Schlacken, f) Unterziehen einer kleinsten Klasse als Produkt der ersten und zweiten Klassierung einer dritten Klassierung, so dass Grobsand von der kleinsten Klasse abgetrennt wird, und g) Unterziehen jeder weiteren Klasse als Produkt der zweiten Klassierung einem zweiten Magnet-Trennverfahren, h) Unterziehen jeder weiteren Klasse nach Schritt g) einem zweiten Ab trennen von im Wesentlichen nicht-eisenhaltigen Metallkomponenten, i) Nachzerkleinern der Produkte aus Schritt h) j) Unterziehen eines Produktes aus Schritt i) einem dritten Magnet-Trennverfahren, k) Unterziehen eines Produktes aus Schritt j) einem dritten Abtrennen von im Wesentlichen nicht-eisenhaltigen Metallkomponenten l) Unterziehen eines Produktes aus Schritt k) einer Nassaufbereitung, wobei – die feuchte Lagerung einen Zeitraum vorzugsweise von etwa 60 bis 100 Tage einnimmt, – die erste, die zweite und die dritte Klassierung in zumindest zwei Korngrößen erfolgen.
  2. Verfahren nach Anspruch 1, wobei ein Schritt k') nach dem Schritt k) umfasst ist, umfassend: Unterziehen eines Produktes aus Schritt k) einem Abtrennen von mineralischen Schlackeprodukten.
  3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, wobei die Nassaufbereitung die Schritte umfasst: m) Aufgeben des Produktes aus Schritt l) auf ein 2 mm-Sieb n) Aufdüsen des Produktes auf dem Sieb mit 5 bis 8 bar druckbeaufschlagtem Wasser, o) Schwimmstoff-Abscheidung unter Abtrennen der Schwimmstoffe, p) Klassieren eines Produktes, welches das Sieb nicht passiert hat, mittels eines Aufstromklassierers in zumindest zwei Klassen, q) Attritieren einer bei p) erhaltenen Klasse mit einer Korngröße von 2 mm bis 40 mm, insbesondere von 2 mm bis 32 mm mittels eines Schwertwäschers unter Druckwasserbeaufschlagung, wobei Produkte aus einer Gruppe umfassend B-Sand (0 bis 1 mm Korngröße), A-Sand (0 bis 2 mm Korngröße), Edelsplitt (2 bis 8 mm Korngröße), Edelsplitt (8 bis 11 mm Korngröße), Edelsplitt (11 bis 16 mm Korngröße), Feinschotter (16 bis 22 mm Korngröße) erhalten werden.
  4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, wobei ein in Schritt q) erhaltenes Produkt in einem weiteren Schritt r) einer mehrstufigen Klassierung unterzogen wird.
  5. Verfahren nach Anspruch 4, wobei ein in Schritt r) erhaltenes Produkt mit einer Korngröße im Bereich von 0 bis 2 mm dem Aufstromklassierer zugeführt wird und erneut die Schritte ab p) durchläuft.
  6. Verfahren nach Anspruch 5, wobei die in Schritt r) erhaltenen Produkte der Hydrozyklonierung unterzogen werden.
  7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, wobei die feuchte Lagerung unter kontinuierlicher Befeuchtung durch natürliche oder künstliche Beregnung erfolgt.
  8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7, wobei eine aus der drainierten Halde ablaufenden Flüssigkeit im Kreislauf zurück in die drainierte Halde zur Schlackenbefeuchtung geführt wird.
  9. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 8, wobei die erste und/oder die zweite Klassierung Absieben in drei Stufen umfasst, so dass – eine erste Kornklasse mit Korngrößen im Bereich von 0 bis zumindest 20 mm und maximal 30 mm, vorzugsweise von 0 bis 22 mm, – eine zweite Kornklasse mit Korngrößen im Bereich von 20 bis 40 mm, vorzugsweise von 22 bis 40 mm, am meisten bevorzugt von 22 bis 32 mm, – eine dritte Kornklasse mit Korngrößen im Bereich von 30 bis 60 mm, vorzugsweise von 32 bis 60 mm, am meisten bevorzugt von 32 bis 56 mm, – eine vierte dritte Kornklasse mit Korngrößen größer als 60 mm, vorzugsweise bereits größer als 56 mm, bereitgestellt wird.
  10. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 9, wobei Grobsand die Klasse an Körnern mit einer Größe kleiner/gleich 10 mm, vorzugsweise kleiner/gleich 7 mm umfasst.
  11. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 9, wobei zum Nachzerkleinern in Schritt i) ein Brechen und Aufschließen mittels einer langsam betriebenen Prallmühle erfolgt.
  12. Verfahren nach Anspruch 1, wobei die feuchte Lagerung etwa 90 Tage lang erfolgt.
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