DE10200733A1 - Generatormodell zur Bestimmung von Generatortemperatur,-Strom und-Drehmoment - Google Patents
Generatormodell zur Bestimmung von Generatortemperatur,-Strom und-DrehmomentInfo
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Abstract
Die Erfindung betrifft ein Generatormodell zur Ermittlung elektrischer, mechanischer und/oder thermischer Größen eines Generators, insbesondere für ein Kfz-Bordnetz. Das elektrische Verhalten des Generators, insbesondere der Generatorstrom (I¶G¶) und die aktuelle Generatorleistung (P¶G¶), können für sämtliche Betriebszustände des Generators besonders einfach mittels einer Einheit (1) zur Bestimmung des elektrischen Verhaltens des Generators ermittelt werden, in der wenigstens ein erster und ein zweiter Satz von Warm- und Kaltkennlinien (5a, 5b, 6) jeweils für unterschiedliche Generatorspannungen (U¶G1¶, U¶G2¶) hinterlegt sind, aus denen die Einheit (1) unter Berücksichtigung einer aktuellen Generatortemperatur (T¶G¶) und einer maximalen Generatortemperatur (T¶Gmax¶) durch lineare Interpolation zwischen den Kennlinien (5a, 5b, 6) den aktuellen Generatorstrom (I¶G¶) ermittelt.
Description
- Die Erfindung betrifft ein Generatormodell zur Ermittlung elektrischer, mechanischer und/oder thermischer Generator- Kenngrößen, insbesondere für Kfz-Bordnetze, gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1 bzw. 13.
- Kraftfahrzeug-Bordnetze werden üblicherweise von einer Batterie sowie von einem Generator (Lichtmaschine) versorgt. Dabei kann die Belastbarkeit bzw. Leistungsfähigkeit der Fahrzeugbatterie mittels geeigneter Batteriemodelle abgeschätzt werden. Aus der Leistungsfähigkeit der Batterie und des Generators läßt sich ermitteln, ob im Rahmen eines Energie- und Verbrauchermanagements bestimmte Verbraucher zuschaltbar sind oder belastungsreduzierende Maßnahmen eingeleitet werden müssen, um z. B. einen Ausfall sicherheitsrelevanter Einrichtungen (Bremsen) zu vermeiden. Entsprechende Modelle zur Bestimmung des elektrischen, mechanischen oder thermischen Generatorverhaltens sind momentan nur unzureichend entwickelt.
- Über ein sogenanntes DF-Signal (Regelsignal, mit dem die Erregung des Generators bestimmt wird) kann zwar der Auslastungsgrad des Generators ermittelt werden. Ein Rückschluß auf die aktuelle Leistungsabgabe und vor allem die aktuelle Leistungsreserve des Generators ist dabei jedoch nicht möglich, da die tatsächliche Leistungsabgabe des Generators stark vom jeweiligen Betriebszustand (Temperatur, Spannung, Drehzahl, Auslastung) abhängt.
- Zur Bestimmung wichtiger Generator-Kenngrößen, wie den Generatorstrom und das Generatordrehmoment, existieren bereits Algorithmen, die über die elektrische Leistungsabgabe des Generators auf das Generatormoment schließen. Dabei werden jedoch nicht alle möglichen Betriebszustände (Temperatur, Spannung, Drehzahl, Auslastung) des Generators beachtet.
- Es ist daher die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Generatormodell zu schaffen, mit dem die wesentlichen Generator-Kenngrößen wie Generatorstrom und -drehmoment für nahezu alle Betriebszustände abgeschätzt werden können.
- Gelöst wird die Aufgabe gemäß der Erfindung durch die im Patentanspruch 1 bzw. 13 angegebenen Merkmale. Weitere Ausgestaltungen der Erfindung sind Gegenstand von Unteransprüchen.
- Der wesentliche Gedanke der Erfindung besteht darin, das Generatormodell mit einer Einheit zur Bestimmung des elektrischen Verhaltens des Generators zu realisieren, in der ein erster und ein zweiter Satz von Stromkennlinien aus jeweils wenigstens drei Warm- und Kaltkennlinien, vorzugsweise zwei Kaltkennlinien und einer Warmkennlinie, für jeweils unterschiedliche Generatorspannungen hinterlegt sind, aus denen die Einheit zur Bestimmung des elektrischen Verhaltens unter Berücksichtigung einer aktuellen Generatortemperatur und einer maximalen Generatortemperatur durch lineare Interpolation zwischen den Kennlinien den aktuellen Generatorstrom ermitteln kann.
- Als Kaltkennlinien werden solche Generatorkennlinien bezeichnet, bei denen die Generatortemperatur im wesentlichen der Kühlwassertemperatur entspricht. Vorzugsweise sind Strom- Kennlinien, wie z. B. Strom/Drehzahlverläufe des Generators als Kaltkennlinien hinterlegt.
- Dagegen handelt es sich bei Warmkennlinien um Kennlinien bei einer Generatortemperatur, die wesentlich größer ist, als die Kühlmitteltemperatur. Als Warmkennlinien werden vorzugsweise ebenfalls Strom-Kennlinien hinterlegt.
- Die Warm- und Kaltkennlinien werden üblicherweise in Prüffeldmessungen unter vorgegebenen definierten Bedingungen (Temperatur, Generatorerregung) ermittelt. Dabei wird für die Erregung i. d. R. eine maximale Erregung gewählt, woraus sich Strom-Kennlinien für einen maximalen Strom (d. h. bei Vollerregung) ergeben.
- Die Kalt- und Warmkennlinien können entweder als konkrete Wertepaare oder als mathematische Formel hinterlegt sein.
- Im erfindungsgemäßen Generatormodell sind vorzugsweise wenigstens sechs Strom-Kennlinien, d. h. jeweils ein Satz von wenigstens drei Warm- und Kaltkennlinien für jeweils eine erste und eine zweite Generatorspannung hinterlegt.
- Die Ermittlung des aktuellen Generatorstroms erfolgt im einzelnen vorzugsweise nach folgendem Verfahren:
Die Einheit zur Bestimmung des elektrischen Verhaltens übernimmt zunächst eine zugeführte aktuelle Generatortemperatur und bestimmt damit einen Interpolationsbereich in einem Temperatur-/Drehzahldiagramm (Fig. 2), in dem die Generatortemperatur über der Drehzahl vorzugsweise für die gleichen Temperaturen, wie bei den Kalt- und Warmkennlinien, aufgezeichnet ist. - Befindet sich die aktuelle Generatortemperatur bei einer aktuellen Drehzahl in einem von den Temperaturkennlinien begrenzten Temperaturbereich, so wird in einem ersten Schritt ermittelt, in welchem Verhältnis dieser Temperaturwert einen der Temperaturbereiche teilt.
- Mit diesem Ergebnis wird in einem zweiten Schritt in Abhängigkeit vom zuvor ermittelten Temperaturbereich eine vorzugsweise lineare Interpolation zwischen zwei Kaltkennlinien oder der Kalt- und Warmkennlinie durchgeführt, woraus sich ein resultierender erster maximaler Generatorstrom ergibt.
- Die gleiche Interpolation wird im gleichen Temperaturbereich bezüglich des zweiten Satzes von Stromkennlinien (bei der zweiten Generatorspannung) durchgeführt. Nach der Interpolation ergibt sich daraus ein zweiter maximaler Generatorstrom.
- Der resultierende Maximalstrom bei der aktuellen Generatorspannung wird schließlich in einer weiteren linearen Interpolation zwischen dem ersten und zweiten maximalen Generatorstromwert ermittelt.
- Der aktuelle Generatorstrom ergibt sich schließlich aus dem nicht linearen Zusammenhang zwischen Erregerstrom und Generatorstrom.
- Zusammengefasst ermittelt die Einheit zur Bestimmung des elektrischen Verhaltens des Generators vorzugsweise zunächst einen ersten und einen zweiten maximalen Stromwert aus einem ersten und zweiten Satz von Kalt- und Warmkennlinien (die den Stromverlauf bei unterschiedlichen Generatorspannungen wiedergeben) und bestimmt daraus, unter Berücksichtigung der aktuellen Generatorspannung den aktuellen maximalen Generatorstrom.
- Aus dem ermittelten maximalen Generatorstrom wird schließlich unter Berücksichtigung des aktuellen Erregerstroms der aktuelle Generatorstrom berechnet.
- Das erfindungsgemäße Generatormodell umfaßt vorzugsweise wenigstens die Einheit zur Bestimmung des elektrischen Verhaltens, eine Einheit zur Bestimmung des Verlustverhaltens sowie eine Einheit zur Bestimmung des thermischen Verhaltens des Generators. Die Einheiten sind miteinander verknüpft, wobei von einer Einheit ermittelte Generator-Kenngrößen jeweils einer nachfolgenden Einheit zugeführt werden.
- Die Einheiten repräsentieren Modelle bzw. mathematische Formeln zur Ermittlung vorgegebener Generator-Kenngrößen. Die Einheit zur Bestimmung des elektrischen Verhaltens des Generators ermittelt vorzugsweise die aktuelle Generatorleistung, die maximale Generatorleistung sowie den Generatorstrom. Die Einheit zur Bestimmung des Verlustverhaltens des Generators ermittelt vorzugsweise die aktuelle elektrische Verlustleistung, die maximale elektrische Verlustleistung sowie die mechanische Verlustleistung des Generators, insbesondere unter Berücksichtigung der Generatorleistung, der maximalen Generatorleistung, des DF-Signals sowie der Drehzahl des Generators.
- Die Einheit zur Bestimmung des thermischen Verhaltens des Generators ermittelt vorzugsweise die aktuelle Generatortemperatur, eine maximale Generatortemperatur und/oder die Dissipationswärme, vorzugsweise unter Berücksichtigung der elektrischen Verlustleistung, der maximalen elektrischen Verlustleistung, der Kühlmitteltemperatur sowie der Drehzahl des Generators.
- Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung umfaßt das Generatormodell ferner eine Einheit zur Bestimmung des mechanischen Verhaltens des Generators.
- Diese Einheit ermittelt das aktuelle Drehmoment des Generators, vorzugsweise unter Berücksichtigung der aktuellen Generatorleistung, der aktuellen elektrischen Verlustleistung, der aktuellen mechanischen Verlustleistung sowie der Generatordrehzahl.
- Die Einheit zur Bestimmung des thermischen Verhaltens ermittelt die aktuelle Generatortemperatur sowie die maximale Generatortemperatur vorzugsweise auf der Grundlage eines thermischen Netzwerkes.
- Die Erfindung wird nachstehend anhand der beigefügten Zeichnungen beispielhaft näher erläutert. Es zeigen:
- Fig. 1 ein Generatormodell gemäß einem Ausführungsbeispiel der Erfindung;
- Fig. 2 Temperaturkennlinien eines Generators;
- Fig. 3 einen Satz aus drei Stromkennlinien eines Generators bei einer vorgegebenen ersten Generatorspannung;
- Fig. 4 eine Darstellung zur Erläuterung der Ermittlung des maximalen Generatorstroms;
- Fig. 5 den Zusammenhang zwischen Erreger- und Generatorstrom;
- Fig. 6a ein thermisches Netzwerk zur Bestimmung einer mittleren Generatortemperatur; und
- Fig. 6b ein thermisches Netzwerk zur Bestimmung einer maximalen Generatortemperatur.
- Fig. 1 zeigt ein Ausführungsbeispiel eines Generatormodells mit mehreren Einheiten 1-4, die zur Ermittlung vorgegebener Generator-Kenngrößen dienen. Die einzelnen Einheiten 1-4 repräsentieren dabei wiederum Modelle bzw. mathematische Zusammenhänge, mit denen die jeweils angegebenen Ausgangsgrößen unter Berücksichtigung der angegebenen Eingangsgrößen ermittelt werden können.
- In einem Kfz-Bordnetz stellt das Gereratordrehmoment MG eine wichtige Größe dar, um einen Koordination zwischen dem elektrischen Bordnetz und dem Motormanagement zu ermöglichen. Ferner ist die Kenntnis des vom Generator gelieferten Stromes IG Voraussetzung für ein effektives Verbrauchermanagement in einem Kfz. Beide Größen IG, MG werden vom gezeigten Generatormodell als Ausgangsgrößen generiert.
- Das dargestellte Generatormodell umfaßt eine Einheit 1 zur Bestimmung des elektrischen Verhaltens, eine Einheit 2 zur Bestimmung des Verlustverhaltens, eine Einheit 3 zur Bestimmung des thermischen Verhaltens sowie eine Einheit 4 zur Bestimmung des mechanischen Verhaltens des Generators.
- Die Eingangsgrößen des Generatormodells sind eine Generatorspannung UG, ein Erreger-Strom Ierr, die Generatordrehzahl nG, die Kühlmitteltemperatur Tkue und ein DF-Signal.
- Die Generatorspannung UG kann entweder gemessen oder mittels eines geeigneten Modells abgeschätzt werden. Gleiches gilt für den Erreger-Strom Ierr. Die Generatordrehzahl nG und die Kühlmitteltemperatur Tkue werden üblicherweise gemessen.
- Zur Erläuterung des Prinzips, nach dem die Einheit 1 den aktuellen Generatorstrom IG ermittelt, sollten zunächst die Fig. 2 und 3 betrachtet werden. Fig. 2 zeigt den Verlauf der Generatortemperatur TG über der Generatordrehzahl nG. Bei den Kennlinien 7a, 7b ist die Generatortemperatur im wesentlichen konstant. Der Generator wird dabei in einem Zustand betrieben, bei dem die Generatortemperatur TG im wesentlichen der Kühlmitteltemperatur Tkue entspricht. Typische Werte für T1 bzw. T2 sind beispielsweise -25°C bzw. +40°C.
- Dagegen steigt die Generatortemperatur TG bei der Kennlinie 8 mit der Drehzahl an. Hier wird der Generator in einem Betriebszustand betrieben, bei dem die Generatortemperatur TG wesentlich über der Kühlmitteltemperatur Tkue liegt. Typische Werte für die Kühlmitteltemperatur sind beispielsweise 110°C, während die Generatortemperatur TG Werte von mehr als 200°C annehmen kann.
- Im Temperatur/Drehzahl-Diagramm von Fig. 2 sollte das Temperaturverhalten des Generators im wesentlichen im gesamten Temperaturbereich des Generators dargestellt sein.
- Das Bezugszeichen ≙ beschreibt den Bereich zwischen den konstanten Generatortemperaturen T1 und T2. Das Bezugszeichen ≙ beschreibt den Bereich zwischen der konstanten Generatortemperatur T2 und der drehzahlabhängigen Generatortemperatur T3.
- Fig. 3 zeigt einen ersten Satz von drei Stromkennlinien (bei maximaler Erregung) über der Generatordrehzahl nG bei den Temperaturen T1, T2 und T3 für eine vorgegebene Generatorspannung UG1. Die Kennlinien 5a, 5b bei den Temperaturen T1, T2 sind Kaltkennlinien. Wie erwähnt, entspricht hier die Generatortemperatur TG in etwa der Kühlmitteltemperatur Tkue. Dagegen handelt es sich bei der Kennlinie 6 um eine Warmkennlinie, bei der die Generatortemperatur TG wesentlich über der Kühlmitteltemperatur Tkue liegt.
- Die Bereiche ≙ und ≙ werden wiederum durch die unterschiedlichen Kühlmitteltemperaturen bzw. Generatortemperaturen T1, T2, T3 bestimmt.
- Die Stromkennlinien sind für die gleichen Generatortemperaturen T1, T2, T3 nochmals für eine andere Generatorspannung UG2 hinterlegt (nicht gezeigt).
- Fig. 4 zeigt ferner den linearen Verlauf des maximalen Generatorstroms IGmax über der Generatorspannung UG.
- Die genannten Kennlinien stammen i. d. R. aus Prüffeldmessungen und sind im Generatormodell hinterlegt. Die Kennlinien können dabei in Form von Wertpaaren oder mathematischen Algorithmen hinterlegt sein.
- Um nun den aktuellen Generatorstrom IG ermitteln zu können, liest die Einheit 1 zunächst die von der Einheit 3 gelieferte aktuelle Generatortemperatur TG und bestimmt damit den Bereich der Interpolation ≙, ≙ im Temperaturdiagramm von Fig. 2.
- Befindet sich die aktuelle Generatortemperatur TG bei einer aktuellen Drehzahl nG im Temperaturbereich ≙ (Punkt A) so wird in einem ersten Schritt ermittelt, in welchem Verhältnis der Punkt A den Bereich ≙ teilt. Im dargestellten Beispiel teilt der Punkt A den Bereich ≙ im Verhältnis 20/80.
- Mit diesem Ergebnis wird in einem zweiten Schritt eine lineare Interpolation zwischen den Kalt- und Warmkennlinien 5a, 5b, 6 von Fig. 3 durchgeführt. Dazu wird der Punkt A in den Temperaturbereich ≙ entsprechend seines Teilungsverhältnis in die Stromkennlinien eingetragen, woraus sich ein resultierender Generatorstrom IGmax1 ergibt. Diese Vorgehensweise entspricht einer linearen Interpolation zwischen den Stromkennlinien aus Fig. 3.
- Die gleiche Interpolation wird im Temperaturbereich ≙ bei einer zweiten Generatorspannung UG2 durchgeführt. Nach der Interpolation ergibt sich daraus ein zweiter Generatorstrom IGmax2.
- Falls die Generatortemperatur im Bereich ≙ liegt, wird entsprechend dem oben beschriebenen Vorgehen das Teilungsverhältnis des Temperaturbereichs ≙ ermittelt. Mit diesem Teilungsverhältnis wird im nächsten Schritt linear zwischen den angrenzenden Stromkennlinien 5a, 5b des Strombereichs 1 interpoliert.
- Falls die Generatortemperatur im Bereich ≙ liegt, wird entsprechend dem oben beschriebenen Vorgehen das Teilungsverhältnis des Temperaturbereichs ≙ ermittelt. Mit diesem Teilungsverhältnis wird im nächsten Schritt linear zwischen den angrenzenden Stromkennlinien 5b, 6 des Strombereichs ≙ interpoliert.
- Die Kalt- und Warmkennlinien sind vorzugsweise Maximalstromkennlinien, können aber auch Stromkennlinien bei einer geringeren Erregung oder bei Übererregung sein.
- Der resultierende Maximalstrom IGmax bei der aktuellen Generatorspannung UG wird schließlich in einer weiteren linearen Interpolation ermittelt.
- Fig. 4 zeigt ein UG/Imax-Diagramm, in das die zuvor ermittelten Maximalströme IGmax1, IGmax2 bei den zugehörigen Spannungen UG1, UG2 eingetragen sind. Die beiden Punkte B, C sind durch eine Gerade linear interpoliert. Der resultierende Maximalstrom des Generators IGmax ergibt sich am Punkt D durch Berücksichtigung der aktuellen Generatorspannung UG0.
- Der aktuelle tatsächliche Generatorstrom ergibt sich schließlich aus der Kennlinie von Fig. 5. Darin ist der nicht lineare Zusammenhang zwischen Erregerstrom Ierr und Generatorstrom IG z. B. für einen Drehzahl-, Temperatur- und Spannungspunkt aufgenommen und als Kennlinie im System hinterlegt.
- Mit Kenntnis des Erregerstroms Ierr, des maximalen Erregerstroms Ierrmax und des maximalen Generatorstroms IGmaxkann der aktuelle Generatorstrom IG ermittelt werden. Dabei gilt:
IG = Ierr/Ierrmax.IGmax
- Bestimmung der elektrischen Wirkleistung PG, PGmax
- Die elektrische Wirkleistung PG und die maximale elektrische Wirkleistung PGmax kann durch einfache Multiplikation des aktuellen bzw. maximalen Generatorstroms IG bzw. IGmax mit der Generatorspannung UG berechnet werden. Hierbei gilt:
PG = IG.UG
PGmax = IGmax.UG
- Bestimmung der Verlustleistungen PGel_verl, PGmech_verl
- Die elektrischen und mechanischen Verlustleistungen werden von der Einheit 2 als Funktion der elektrischen Wirkleistung PG, PGmax, der Generatordrehzahl nG und der Generatorauslastung (DF-Signal) bestimmt.
- Die aktuelle elektrische Verlustleistung PGel_verl und die maximale elektrische Verlustleistung PGel_verl_max werden auf Grund einer drehzahl- und lastäbhängigen Funktion aus der elektrischen Wirkleistung PG und der maximalen elektrischen Wirkleistung PGmax bestimmt. Eine Näherung für diese Berechnung kann beispielsweise wie folgt lauten:
PGel_verl = (elec_a + elec_b.*nG).*PG.*DF
PGel_verl_max = (elec_a + elec_b.nG).*PGmax
- Dabei sind elec_a und elec_b vorgegebene Parameter.
- Die mechanische Verlustleistung PGmech_verl wird als Funktion der Generatordrehzahl nG berechnet. Eine Näherung für die Funktion läßt sich beispielsweise wie folgt angeben:
PGmech_verl = mech_a.nG + mech_b.nG 2
- Dabei sind die Werte mech_a und mech_b wiederum vorgegebene Parameter.
- Die mechanische Wirkleistung PGmech ergibt sich aus der Summe der elektrischen Wirk- und Verlustleistung PG, PGel_verl sowie der mechanischen Verlustleistung PGmech_verl. Die Generatordrehzahl nG wird mit Hilfe der Konstanten Pi in eine Winkelgeschwindigkeit umgerechnet. Die mechanische Wirkleistung PGmech und das Generatordrehmoment MG ergeben sich aus folgenden Beziehungen:
PGmech = PGel_verl + PG + PGmech_verl
MG = (30.PGmech)/(Pi.nG)
- Bestimmung der Generatortemperatur TG
- Zur Bestimmung einer mittleren Generatortemperatur TG wird ein thermisches Netzwerk nach Fig. 6a eingesetzt. Das thermische Netzwerk umfaßt eine Leistungsquelle 9, einen thermischen Widerstand RTH, eine thermische Kapazität CTH und eine Wärmesenke 10, die den Wärmefluß nach außen repräsentiert.
- Die elektrische Verlustleistung PGel_verl erzeugt einen Wärmestrom im Generator. Die thermische Kapazität CTH und der thermische Widerstand RTH bestimmen die Zeitkonstante der Erwärmung. Der thermische Widerstand ergibt sich aus einem drehzahlabhängigen und einem drehzahlunabhängigen Anteil nach folgender Beziehung:
RTH = therm_ra + therm_rb.nG,
wobei therm_ra, therm_rb vorgegebene Parameter sind. - Die Zeitkonstante tau berechnet sich bei kritischer Dämpfung des thermischen Schwingkreises aus:
tau = RTH. CTH
- Die Anstiegszeit entspricht der Erwärmungszeit (entspricht 3tau). Der thermische Widerstand RTH legt den stationären Endwert bei einer konstanten Kühlmitteltemperatur Tkue und elektrischer Verlustleistung PGel_verl fest. Aus den Maschengleichungen im thermischen Netzwerk ergibt sich:
-PGel_verl + CTH.dTG/dt = (Tkue - TG)/RTH
- Diese Beziehung läßt sich in einfacher Weise nach TG auflösen.
- Zur Bestimmung der maximalen Generatortemperatur TGmax wird ein zweites thermisches Netzwerk nach Fig. 6b eingesetzt. Die zeitliche Erwärmung und damit die thermische Kapazität CTH wird in diesem Fall nicht berücksichtigt. Das thermische Netzwerk nach Fig. 6b umfasst daher nur eine Leistungsquelle 9, einen thermischen Widerstand RT und eine Leistungssenke 10.
- Bei konstanter Drehzahl nG und Kühlmitteltemperatur Tkue bildet die maximale Generatortemperatur TGmax den statischen Endwert der Generatortemperatur TG. Aus den Maschengleichungen ergibt sich nun:
-PGel_verl_max.RTH + TGmax - Tkue = 0
- Die maximale Generatortemperatur TGmax ist damit direkt von der elektrischen Verlustleistung PGel_verl abhängig.
- Durch Auswertung des thermischen Netzwerks von Fig. 6a kann mit Hilfe der Generatortemperatur TG, der Kühlmitteltemperatur Tkue und dem thermischen Widerstand RTH der Wärmestrom zum Kühlmittel die dQkue/dt berechnet werden.
- Hierbei gilt:
dQkue/dt = (TG - Tkue)/RTH
- Die aktuelle und maximale Generatortemperatur Tg und TGmax sind wiederum Eingangsgrößen für die Einheit 1, die im nächsten Iterationsschritt die Berechnungen auf der Grundlage dieser neuen Werte durchführt. Bezugszeichenliste 1 Einheit zur Bestimmung des elektrischen Verhaltens
2 Einheit zur Bestimmung des Verlustverhaltens
3 Einheit zur Bestimmung des thermischen Verhaltens
4 Einheit zur Bestimmung des mechanischen Verhaltens
5a, 5b Kaltkennlinien
6 Warmkennlinie
7a, 7b Kaltkennlinien
8 Warmkennlinie
9 Wärmequelle
10 Wärmesenke
A Arbeitspunkt
Ierr Erregerstrom
UG Generatorspannung
df DF-Signal
Tkue Kühlmitteltemperatur
MG Generatordrehzahl
MG Generatormoment
IG Generatorstrom
TG Generatortemperatur
TGmax maximale Generatortemperatur
PG Generatorleistung
PGmax maximale Generatorleistung
PGel_verl elektrische Verlustleistung
PGel_verl_max maximale elektrische Verlustleistung
PGmech_verl mechanische Verlustleistung
RTH thermischer Widerstand
CTH thermische Kapazität
Claims (14)
1. Generatormodell zur Ermittlung von Generator-Kenngrößen,
insbesondere für ein Kfz-Bordnetz, dadurch gekennzeichnet,
daß das Generatormodell eine Einheit (1) zur Bestimmung des
elektrischen Verhaltens des Generators aufweist, in der ein
erster und ein zweiter Satz aus jeweils wenigstens drei Warm-
und Kaltkennlinien (5a, 5b, 6) für unterschiedliche
Generatorspannungen (UG1, UG2) hinterlegt sind, aus denen die
Einheit (1) unter Berücksichtigung einer aktuellen
Generatortemperatur (TG) durch lineare Interpolation zwischen
den Kennlinien (5a, 5b, 6) den aktuellen Generatorstrom (IG)
ermittelt.
2. Generatormodell nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß die Einheit (1) zunächst einen ersten und einen zweiten
maximalen Generatorstrom (IGmax1, IGmax2) für den ersten und
zweiten Satz von Stromkennlinien (5a, 5b, 6) bestimmt und
daraus unter Berücksichtigung der aktuellen Generatorspannung
(UG) den aktuellen, maximalen Generatorstrom (IGmax)
ermittelt.
3. Generatormodell nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet,
daß die Einheit (1) den aktuellen Generatorstrom (IG) aus dem
ermittelten, maximalen Generatorstrom (IGmax) unter
Berücksichtigung eines Erregerstroms (Ierr) berechnet.
4. Generatormodell nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß die Einheit (1) die aktuelle
Generatorleistung (PG) und die maximale Generatorleistung
(PGmax) berechnet.
5. Generatormodell nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß das Generatormodell eine Einheit
(2) zur Bestimmung des Verlustverhaltens des Generators
aufweist.
6. Generatormodell nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet,
daß die Einheit (2) die aktuelle, elektrische Verlustleistung
(PGel_verl) und die maximale elektrische Verlustleistung
(PGelmax_verl) unter Berücksichtigung der aktuellen elektrischen
Generatorleistung (PGel) und der maximalen elektrischen
Generatorleistung (PGelmax) berechnet.
7. Generatormodell nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß das Generatormodell eine Einheit
(3) zur Bestimmung des thermischen Verhaltens des Generators
aufweist.
8. Generatormodell nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet,
daß die Einheit (3) die aktuelle Generatortemperatur (TG) und
die maximale Generatortemperatur (TGmax) unter
Berücksichtigung der aktuellen elektrischen Verlustleistung
(PGel_verl) und der maximalen elektrischen Verlustleistung
(PGel_verlmax) berechnet.
9. Generatormodell nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß das Generatormodell eine Einheit
(4) zur Bestimmung des mechanischen Verhaltens des Generators
aufweist.
10. Generatormodell nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet,
daß die Einheit (4) das aktuelle Drehmoment (MG) unter
Berücksichtigung der aktuellen elektrischen Verlustleistung
(PGel_verl) und der aktuellen elektrischen Leistung (PGel) sowie
der Drehzahl (nG) und der mechanischen Verlustleistung
(PGmech_verl) ermittelt.
11. Generatormodell nach Anspruch 7 oder 8, dadurch
gekennzeichnet, daß die Einheit (3) zur Bestimmung des
thermischen Verhaltens die aktuelle Generatortemperatur (TG)
und die maximale Generatortemperatur (TGmax) mittels eines
thermischen Netzwerks berechnet.
12. Generatormodell nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß insgesamt wenigstens sechs
Stromkennlinien (5a, 5b, 6) hinterlegt sind.
13. Generatormodell zur Ermittlung von Generator-Kenngrößen,
insbesondere für ein Kfz-Bordnetz, gekennzeichnet durch,
eine Einheit (1) zur Bestimmung des elektrischen Verhaltens des Generators, die unter Berücksichtigung der Generatorspannung (UG), des Erregerstroms (Ierr), der Generatortemperatur (TG), der maximalen Generatortemperatur (TGmax) und der Generatordrehzahl (nG) als Eingangsgrößen die aktuelle Generatorleistung (PG) sowie die maximale Generatorleistung (PGmax) als Ausgangsgrößen ermittelt,
eine Einheit (2) zur Bestimmung des Verlustverhaltens des Generators, die unter Berücksichtigung eines df-Signals (df), der Generatordrehzahl (nG), der elektrischen Generatorleistung (PGel) sowie der maximalen elektrischen Generatorleistung (PGelmax) als Eingangsgrößen die mechanische Verlustleistung (PGmech_verl), die aktuelle elektrische Verlustleistung (PGel_verl), sowie die maximale elektrische Verlustleistung (PGelmax_verl) ermittelt, und
eine Einheit (3) zur Bestimmung des thermischen Verhaltens des Generators, die unter Berücksichtigung der elektrischen Verlustleistung (PGel_verl), der maximalen elektrischen Verlustleistung (PGelmax_verl) und der Generatordrehzahl (nG) die aktuelle Generatortemperatur (TG) sowie die maximale Generatortemperatur (TGmax) als Ausgangsgrößen ermittelt.
eine Einheit (1) zur Bestimmung des elektrischen Verhaltens des Generators, die unter Berücksichtigung der Generatorspannung (UG), des Erregerstroms (Ierr), der Generatortemperatur (TG), der maximalen Generatortemperatur (TGmax) und der Generatordrehzahl (nG) als Eingangsgrößen die aktuelle Generatorleistung (PG) sowie die maximale Generatorleistung (PGmax) als Ausgangsgrößen ermittelt,
eine Einheit (2) zur Bestimmung des Verlustverhaltens des Generators, die unter Berücksichtigung eines df-Signals (df), der Generatordrehzahl (nG), der elektrischen Generatorleistung (PGel) sowie der maximalen elektrischen Generatorleistung (PGelmax) als Eingangsgrößen die mechanische Verlustleistung (PGmech_verl), die aktuelle elektrische Verlustleistung (PGel_verl), sowie die maximale elektrische Verlustleistung (PGelmax_verl) ermittelt, und
eine Einheit (3) zur Bestimmung des thermischen Verhaltens des Generators, die unter Berücksichtigung der elektrischen Verlustleistung (PGel_verl), der maximalen elektrischen Verlustleistung (PGelmax_verl) und der Generatordrehzahl (nG) die aktuelle Generatortemperatur (TG) sowie die maximale Generatortemperatur (TGmax) als Ausgangsgrößen ermittelt.
14. Generatormodell nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet,
daß die Einheiten (1, 2, 3) miteinander verbunden sind und in
einem iterativen Zyklus arbeiten.
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Cited By (20)
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