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Die Erfindung betrifft einen Gasgenerator gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
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Gasgeneratoren liefern in Fahrzeugen das zum Füllen eines Airbags benötigte Füllgas oder auch das zum Antrieb eines Gurtstraffers notwendige Treibgas. Die Gaserzeugung im Gasgenerator kann durch das Verbrennen eines Festtreibstoffs zu einem gasförmigen Endprodukt, durch das Freisetzen von im Gasgenerator gespeichertem komprimierten Gas, durch Verbrennen von komprimiertem Gas oder einer Kombination aus verschiedenen dieser Verfahren erfolgen.
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Aus Gründen der Betriebssicherheit ist es bei Druckgasgeneratoren vorteilhaft, Inertgase zu verwenden. Hierbei kommen vor allem Argon, Helium und Stickstoff sowie Gemische aus diesen Gasen zum Einsatz.
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Das Inertgas ist dabei in einem Druckgasbehälter bei einem Druck von z. B. 500 bar gespeichert, der gegenüber der Außenumgebung durch eine Berstmembran verschlossen ist. Diese wird bei der Aktivierung des Gasgenerators geöffnet, so daß das Gas aus dem Gasgenerator abströmen kann.
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Bei der Aktivierung des Gasgenerators wird in der Regel ein in einem Anzünder enthaltener kleiner pyrotechnischer Treibsatz gezündet, der eine gewisse Menge an Gas freisetzt und eine bestimmte Temperaturerhöhung bewirkt. Die Temperaturerhöhung kann ausgenutzt werden, um das komprimierte Gas soweit zu erwärmen, daß der Innendruck im Druckgasbehälter den Berstdruck der Berstmembran übersteigt. Dies erfordert jedoch eine relativ hohe Menge an pyrotechnischem Treibstoff, bedeutet eine relativ hohe Zeitverzögerung zwischen dem Zünden des Treibsatzes und dem Öffnen der Berstmembran und führt darüber hinaus dazu, daß das ausströmende Gas sehr heiß ist, und weitere Maßnahmen getroffen werden müssen, um den Gassack vor den heißen Gasen zu schützen.
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Als vorteilhaft hat sich eine Technik erwiesen, bei der der Anzünder ausgenutzt wird, um eine Stoßwelle zu erzeugen, die in den Druckgasbehälter eintritt und diesen bis zur Berstmembran durchläuft, wobei eine lokale, äußerst kurzfristige Druckerhöhung nur im Bereich der Stoßwelle den Berstdruck der Berstmembran überschreitet und diese öffnet. Auf diese Weise erfolgt ein frühes Öffnen nach der Aktivierung. Ein gattungsgemäßer Gasgenerator ist in der
DE 20 2005 008 938 U1 gezeigt.
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Diese Technik schränkt jedoch zur Zeit die verwendbaren Geometrien für den Gasgenerator stark ein. Außerdem ergeben sich Probleme bei der Verwendung von mehrstufigen Gasgeneratoren, bei denen die erzeugte Gasmenge gesteuert werden soll.
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Aufgabe der Erfindung ist es, einen Gasgenerator hinsichtlich dieser Punkte zu verbessern.
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Die Erfindung sieht hierzu einen Gasgenerator mit einem langgestreckten Außengehäuse vor, das wenigstens eine Ausströmöffnung aufweist und das einen Druckbehälter und eine an einem ersten axialen Ende des Druckgasbehälters vorgesehene Anzündeinheit enthält, deren Zündung eine Stoßwelle erzeugt, die in einer Stoßwellenrichtung am ersten axialen Ende in den Druckgasbehälter eintritt und die wenigstens abschnittsweise durch den Druckgasbehälter läuft. Die wenigstens eine Ausströmöffnung ist vom ersten axialen Ende des Druckgasbehälters entfernt angeordnet und durch eine von der Stoßwelle zerstörbare Berstmembran geschlossen. Die Berstmembran ist nicht senkrecht zur Stoßwellenrichtung ausgerichtet. Der Druckgasbehälter weist eine Umlenkvorrichtung auf, die die durch den Druckgasbehälter laufende Stoßwelle von der Stoßwellenrichtung in Richtung zur Berstmembran umlenkt.
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Auf diese Weise lassen sich auch Geometrien im Gasgenerator verwirklichen, bei denen die Berstmembran nicht direkt auf die Anzündeinheit linear ausgerichtet liegt. Normalerweise wird gefordert, daß bei der Verwendung des Stoßwellenprinzips zum Öffnen der Berstmembran keinerlei Hindernisse zwischen der Anzündeinheit und der Berstmembran liegen, die eine Reflektion der Stoßwelle bewirken könnten. Erfindungsgemäß wird jedoch genau eine Ablenkung oder Reflektion der Stoßwelle ausgenutzt, um diese aus ihrer Ursprungsrichtung abzulenken und gezielt zur Berstmembran zu lenken.
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Hierbei ist es auch möglich, zusätzlich fokussierende Mittel einzusetzen, die die Stoßwelle auf die Berstmembran fokussieren.
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Die Verwendung der Umlenkvorrichtung erlaubt es, die Ausströmöffnung seitlich am Außengehäuse anzuordnen, also seitlich zur Längsachse des Außengehäuses, und die Stoßwelle z. B. um 90° umzulenken, um sie auf die Berstmembran zu richten.
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In einer möglichen Ausführungsform ist die Umlenkvorrichtung gegenüber der wenigstens einen Ausströmöffnung, an der Innenseite des Druckgasbehälters befestigt und ragt in das Innere des Druckgasbehälters. Die durch den Druckgasbehälter laufende Schockwelle trifft auf die Umlenkvorrichtung und wird von dieser umgelenkt. Der Bereich unmittelbar an der Berstmembran kann dabei von der Umlenkvorrichtung freigelassen werden, um die Ausbreitung der Schockwelle an dieser Stelle nicht zu behindern.
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Es ist möglich, die Umlenkvorrichtung so auszubilden, daß sie nur etwa über die Hälfte des Umfangs an der Innenseite des Druckgasbehälters anliegt. Vorzugsweise hat die Umlenkvorrichtung eine solche Struktur, daß sie eine größere Ausdehnung im Bereich der Umfangswand des Druckgasbehälters als im Bereich der Berstmembran besitzt.
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Nach einer anderen möglichen Ausführungsform ist die Umlenkvorrichtung rotationssymmetrisch bezüglich einer Längsachse des Gasgenerators ausgebildet. Sie kann dabei über den gesamten Umfang des Druckgasbehälters oder über den Umfang des Druckgasbehälters mit Ausnahme des Bereichs der Berstmembran an der Innenwand des Druckgasbehälters anliegen.
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Bei diesen Ausführungsformen wird der Querschnitt des Druckgasbehälters teilweise offengelassen.
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Nach einer weiteren möglichen Ausführungsform ist vorgesehen, daß sich die Umlenkvorrichtung über den gesamten Querschnitt des Druckgasbehälters vor der Aktivierung des Gasgenerators erstreckt.
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Die Berstmembran verschließt eine primäre Ausströmöffnung in der Wand des Druckgasbehälters, durch die sämtliches Gas strömt, das den Gasgenerator verläßt. Die Berstmembran kann auch in der Ausströmeinheit angeordnet sein, wobei ein von der primären Ausströmöffnung zur Berstmembran führender Kanal in Strömungsverbindung mit dem Druckgasbehälter steht und vor der Aktivierung des Gasgenerators auf demselben Druckniveau liegt wie der Druckgasbehälter.
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Vorzugsweise schließt sich an die Berstmembran strömungsmäßig eine sekundäre Ausströmöffnungen aufweisende Ausströmeinheit an. Diese kann z. B. in Form eines bekannten Diffusors ausgebildet sein. Die Ausrichtung und die Anzahl der sekundären Ausströmöffnungen ist dabei auf den jeweiligen Einsatzzweck abgestimmt.
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Vorzugsweise weist das Außengehäuse einen zylindrischen Abschnitt auf, an den eine Ausströmeinrichtung radial angesetzt ist. Der Gasgenerator ist beispielsweise ein bekannter, langgestreckter Rohrgasgenerator, wie er zur Befüllung von Seitengassäcken, Beifahrergassäcken oder Kniegassäcken eingesetzt wird. Die Ausströmeinrichtung kann ein stutzenförmiger Diffusor sein, sie kann aber auch als Ansatzpunkt für eine Gaslanze oder einen Gasleitschlauch dienen.
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Es hat sich herausgestellt, daß sich der Maximaldruck der Stoßwelle erhöhen läßt, wenn sich der Innenquerschnitt eines in Strömungsrichtung vor der Berstmembran liegenden Kanals zur Berstmembran hin verjüngt. Die Verjüngung kann dabei in Form eines linear zulaufenden Kegelstumpfs oder in Form eines Kegelstumpfs mit konkaver Wandkrümmung ausgebildet sein.
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Es ist möglich, die Umlenkvorrichtung direkt gegenüber der wenigstens einen Ausströmöffnung anzuordnen. Sie kann aber auch vom Anzünder in Axialrichtung gesehen im Bereich des hinteren Endes oder erst kurz nach der primären Ausströmöffnung liegen.
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Die Umlenkvorrichtung kann auf Seiten einer zweiten Anzündeinheit angeordnet sein, also von der ersten Anzündeinheit aus gesehen erst nach der primären Ausströmöffnung.
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Die Umlenkvorrichtung kann aber auch symmetrisch angeordnet sein, so daß bei Zündung der ersten Anzündeinheit die zweite Anzündeinheit geschützt ist, bei Zündung der zweiten Anzündeinheit vor der ersten Anzündeinheit jedoch die erste Anzündeinheit entsprechend geschützt ist. Dann kann in beiden Fällen eine Umlenkung der Schockwelle in Richtung zur Berstmembran an der Ausströmöffnung erfolgen.
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Da durch die Umlenkvorrichtung die Schockwelle ganz oder zumindest zum größten Teil seitlich abgelenkt wird, ist die Druckerhöhung an der zweiten Anzündeinheit nicht stark genug, um eine hier eventuell vorgesehene Berstmembran zu zerstören oder um eine Zündung der Anzündeinheit zu bewirken.
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Die zweite Anzündeinheit kann eine zweite Stufe des Gasgenerators darstellen, die zusätzliches Füll- oder Treibgas erzeugt. Sie läßt sich aber auch einsetzen, um das restliche noch im Druckgasbehälter befindliche Gas zu heizen. Die zweite Anzündeinheit wird vorzugsweise nur im Bedarfsfall gezündet, wenn besonders viel Füllgas oder Füllgas höherer Temperatur, z. B. bei kalten Umgebungstemperaturen, benötigt wird.
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Nachfolgend werden mehrere Ausführungsbeispiele in Verbindung mit den beigefügten Zeichnungen erläutert. In diesen zeigen:
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1 eine schematische Schnittansicht eines erfindungsgemäßen Gasgenerators in einer ersten Ausführungsform;
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2a bis c verschiedene Ausbildungen einer Ausströmeinrichtung eines erfindungsgemäßen Gasgenerators;
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3 eine schematische Schnittansicht eines erfindungsgemäßen Gasgenerators in einer zweiten Ausführungsform;
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4 einen schematischen Ausschnitt aus einem erfindungsgemäßen Gasgenerator gemäß einer dritten Ausführungsform;
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5 eine schematische Schnittansicht eines erfindungsgemäßen Gasgenerators gemäß einer vierten Ausführungsform; und
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6 eine schematische Schnittansicht eines erfindungsgemäßen Gasgenerators gemäß einer fünften Ausführungsform.
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Der in 1 gezeigte Gasgenerator 100 hat ein langgestrecktes rohrförmiges Außengehäuse 110, in dem ein Druckgasbehälter 112 ausgebildet ist. Die Wandung des Druckgasbehälters 112 wird von der Innenseite des Außengehäuses 110 sowie von mehreren Berstmembranen gebildet, die im folgenden näher beschrieben werden. Der Druckgasbehälter 112 ist mit einem unter Druck stehenden Gas, vorzugsweise einem Inertgas wie Argon, Helium, Stickstoff oder einer beliebigen Mischung dieser Gase gefüllt. Der Anfangsdruck vor der Aktivierung des Gasgenerators 100 liegt beispielsweise bei 500 bar bei 20°C.
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An einem ersten axialen Ende 114 des Gasgenerators 100 ist eine erste Anzündeinheit 116 angeordnet, die einen auf bekannte Weise elektrisch zündbaren, pyrotechnischen Treibsatz enthält. Die Anzündeinheit 116 befindet sich auf normalem Atmosphärendruck und ist durch eine erste Berstmembran 118 von dem sich in der durch das Außengehäuse 110 im Bereich der ersten Anzündeinheit 116 definierten Axialrichtung A des Gasgenerators 100 anschließenden Druckgasbehälter 112 getrennt. Anzünderseitig der ersten Berstmembran 118 kann optional ein weiterer, außerhalb des Anzünders angeordneter Treibsatz vorgesehen sein.
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Am zweiten axialen Ende 120 des Gasgenerators 100 ist eine zweite Anzündeinheit 122 angeordnet, die ebenfalls einen auf bekannte Weise elektrisch zündbaren pyrotechnischen Treibsatz enthält. Die zweite Anzündeinheit 122 ist durch eine zweite Berstmembran 124 vom Druckgasbehälter 112 abgetrennt.
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In der Umfangswandung des Außengehäuses 110 ist eine primäre Ausströmöffnung 126 vorgesehen. Die Ausströmöffnung 126 ist durch eine Berstmembran 128 verschlossen, die den Druckgasbehälter 112 gegenüber der Außenumgebung des Gasgenerators 100 abschließt. An das Außengehäuse 110 ist über die Ausströmöffnung 126 eine Ausströmeinrichtung 130 angesetzt, die radial vom Außengehäuse 110 absteht. Im hier dargestellten Beispiel ist die Ausströmeinrichtung 130 ein axiales Ende einer Gasverteilungseinrichtung wie etwa einer Gaslanze oder einem Stutzen für einen Gasleitschlauch. Sie könnte aber auch als bekannter Diffusor mit mehreren eigenen sekundären Ausströmöffnungen ausgebildet sein.
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Die Ausströmeinrichtung 130 weist einen Leitkörper 134 auf, der ein kegelstumpfförmig zugespitztes, zum Außengehäuse 110 weisendes anales Ende hat. Mit diesem Ende ist der Leitkörper 134 am Rand der Öffnung in der Wandung des Außengehäuses 110 befestigt, z. B. durch Kondensatorentladungsschweißen oder einer anderen geeigneten Methode. Durch den Leitkörper 134 verläuft ein Kanal 136, durch den nach Öffnen der Berstmembran 128 das Gas die Druckgaskammer 112 und den Gasgenerator 100 verläßt.
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Bei der Aktivierung des Gasgenerators 100 wird die erste Anzündeinheit 116 gezündet. Hierbei verbrennt der pyrotechnische Treibsatz in der Anzündeinheit 116 (und der optionale weitere Treibsatz), und der Druck im Raum vor der Berstmembran 118 erhöht sich. Sobald der Berstdruck der Berstmembran 118 überschritten wird, öffnet sich diese, und die Ausdehnung der von der ersten Anzündeinheit 116 freigesetzten Gase in Richtung zum Dickgasbehälter 112 erzeugt eine Schockwelle (angedeutet in den Figuren durch wellenförmige Linie), die in den Druckgasbehälter 112 in einer Schockwellenrichtung S eintritt. Damit diese Schockwelle die Berstmembran 128 an der Ausströmöffnung 126 zerstören kann, wird sie von einer Umlenkvorrichtung 138 aus der Schockwellenrichtung S in Richtung zur Berstmembran 128 umgelenkt.
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In diesem Beispiel ist die Umlenkvorrichtung 138 ein konvex gewölbter kegelstumpfförmiger Blechring, der mit der Spitze in Richtung zur ersten Anzündeinheit 116 parallel zur Axialrichtung A in den Druckgasbehälter 122 eingesetzt und mit dessen Innenwandung verschweißt ist. Zur Fixierung der Umlenkvorrichtung 138 könnte in der Innenwand des Außengehäuses 110 oder, falls der Druckgasbehälter 112 von einem separaten Bauteil gebildet wird, in dessen Wandung, eine Sicke oder eine andere geeignete Struktur vorgesehen sein, die ein axiales Verschieben der Umlenkvorrichtung 138 verhindert. Die Umlenkvorrichtung 138 läßt einen kleinen, kreisförmigen Durchgang 140, der mittig im Druckgasbehälter 112 liegt, offen. Die auf die Umlenkvorrichtung 138 auftreffende Schockwelle wird in dem in 1 oberen Bereich an der Umlenkvorrichtung 138 reflektiert und in Richtung zur Berstmembran 128 umgeleitet. Die Berstmembran 128, genauer gesagt, deren Rand, definiert eine Ebene E, die in diesem Fall parallel zur Stoßwellenrichtung S und auch zur Axialrichtung A angeordnet ist. Die Ebene E und die senkrecht dazu stehende primäre Ausströmrichtung R sind in 2a angedeutet.
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Erfindungsgemäß liegt die Berstmembran 128 nicht senkrecht zur Stoßwellenrichtung S, wie dies bisher immer erforderlich war. In diesem Beispiel ist sie parallel zur Stoßwellenrichtung S ausgerichtet, wobei die primäre Ausströmrichtung R in Radialrichtung verläuft. Jedoch könnte die Berstmembran 128 auch schräg in der Ausströmeinrichtung 130 angeordnet sein, um die reflektierte Stoßwelle in einer besonders günstigen Richtung zu empfangen. Auf jeden Fall liegt die Berstmembran 128 seitlich der Stoßwellenrichtung S.
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Die Umlenkvorrichtung 138 ist so im Druckgasbehälter 112 angeordnet, daß ihre Spitze genau unterhalb der primären Ausströmöffnung 126, d. h. in Verlängerung des Kanals 136 angeordnet ist.
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Durch die Öffnung 140 strömt auch das im rückwärtigen, zwischen der Umlenkvorrichtung 138 und der zweiten Anzündeinheit 122 befindliche Gas aus dem Druckgasbehälter 112 durch die Ausströmeinrichtung 130 ab.
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Die zweite Anzündeinheit 122 und insbesondere ihre Berstmembran 124 ist durch die Umlenkvorrichtung 138 effektiv vor der Schockwelle geschützt. Es besteht also keine Gefahr eines versehentlichen Überzündens auf die zweite Anzündeinheit 122.
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Die zweite Anzündeinheit 122 kann als zweite Stufe des Gasgenerators 100 gezündet werden, für den Fall, daß mehr oder ein Füllgas höherer Temperatur benötigt wird. Die zweite Anzündeinheit 122 kann dazu eingesetzt werden, das im Druckgasbehälter 112 verbleibende Gas aufzuheizen, nachdem die Schockwelle die Berstmembran 128 geöffnet hat.
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Bei der in 1 gezeigten Ausführungsform ist die Berstmembran 128 in unmittelbarer Nähe der primären Ausströmöffnung 126 in der Außenwand 110 des Gasgenerators 100 angeordnet. Der Kanal 136 befindet sich also vor der Aktivierung des Gasgenerators 100 auf Umgebungsdruck.
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Bei der in 2a gezeigten Variante (es ist nur der Leitkörper 134a dargestellt, der Rest des Gasgenerators entspricht dem der ersten Ausführungsform) ist die Berstmembran 128 entfernt von der Umfangswandung des Außengehäuses 110 an der Ausströmöffnung 126 am oberen (in 2a) Ende des Leitkörpers 134a angeordnet. Um sie sicher am Leitkörper 134a zu befestigen, ist ein zusätzliches ringförmiges Halteteil 142 vorgesehen, das den Rand der Berstmembran 228 erfaßt und das mit dem Leitkörper 134a verschweißt ist. Der Kanal 136 befindet sich hier vor der Aktivierung des Gasgenerators 100 auf dem im Druckgasbehälter 112 herrschenden Druck. Der Kanal 136 ist in diesem Fall also in Strömungsrichtung vor der Berstmembran 128, aber nach der Öffnung in der Wandung des Außengehäuses 110 angeordnet.
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In 2b ist eine Variante gezeigt, bei der sich der Kanal 136b von der Ausströmöffnung 126 zur Berstmembran 128 trichterförmig verjüngt. Die Verjüngung erfolgt dabei linear, so daß der Kanal 136b (bzw. des Außenwand) die Form eines geraden Kegelstumpfes aufweist.
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2c zeigt eine Variante, bei der sich der Kanal 136c nicht linear verjüngt, sondern die Wandung des Kanals 136c eine konvex gewölbte Form annimmt. Der Querschnitt des Kanals 136c ist an seinem berstmembranseitigen Ende deutlich kleiner als an seinem umfangswandungsseitigen Ende. Dies gilt sowohl für die Ausführungsform nach 2b als auch für nach der nach 2c. Hierbei ist jedoch der Querschnitt d bei der in 2c gezeigten Variante im Bereich der Berstscheibe 128 noch deutlich kleiner als bei der in 2b gezeigten Form.
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3 zeigt eine zweite Ausführungsform. Bereits bekannte, unverändert oder im wesentlichen unveränderte Bauteile behalten ihre oben eingeführten Bezugszeichen.
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Bei dem hier gezeigten Gasgenerator 200 ist die Ausströmeinrichtung 230 in Axialrichtung A sehr weit in Richtung der zweiten Anzündeinheit 122 versetzt. Die Umlenkvorrichtung 138 schließt direkt axial an die zweite Anzündeinheit 122 an. Das zur ersten Anzündeinheit 116 weisende Ende der Umlenkvorrichtung 138 ist gegenüber der Ausströmöffnung 126 versetzt, so daß es von der ersten Anzündeinheit 116 aus gesehen knapp hinter der Ausströmöffnung 126 liegt. Wie in der ersten Ausführungsform wird bei Zünden der ersten Anzündeinheit 116 eine Stoßwelle erzeugt, die in Stoßwellenrichtung S in den Druckgasbehälter 112 eintritt. Die Stoßwelle wird an der Umlenkvorrichtung 138 umgelenkt und zerstört die Berstmembran 128, die die Ausströmöffnung 126 verschließt.
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Die Ausströmeinrichtung 230, in diesem Fall als Diffusor ausgebildet, weist mehrere sekundäre Ausströmöffnungen 244 auf, die senkrecht zur Radialrichtung ausgerichtet sind. Der Kanal 236 ist in diesem Fall an seinem oberen Ende verschlossen. Auch hier ist die primäre Ausströmrichtung R aber durch die von der Berstmembran 128 definierten Ebene analog zur ersten Ausführungsform definiert.
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Bei der in 4 dargestellten dritten Ausführungsform ist die Umlenkvorrichtung 338 so ausgebildet, daß sie vor der Aktivierung des Gasgenerators den Querschnitt des Druckgasbehälters 112 vollständig verschließt. Sie ist im hier gezeigten Beispiel als flache Scheibe ausgebildet, senkrecht zum Außengehäuse 110 in dieses eingesetzt und an der Innenwand des Außengehäuses 110 bleibend befestigt. Die exakte Position der Umlenkvorrichtung 338 kann vom Fachmann abhängig von der exakten Geometrie des Gasgenerators 300 festgelegt werden. Nach der Montage des Gasgenerator 300 verändert die Umlenkvorrichtung 338 ihre Position nicht mehr.
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Wird die (hier nicht gezeigte, aber am linken Ende des Gasgenerators 300 gelegene) erste Anzündeinheit 116 aktiviert, trifft die in Stoßwellenrichtung S verlaufende Stoßwelle auf die Umlenkvorrichtung 338 und wird von dieser in Richtung zur Berstmembran 128 umgelenkt, die durch den plötzlichen lokalen Druckanstieg zerstört wird. Außerdem wird auch die Umlenkeinrichtung 338 soweit zerstört, daß eine Öffnung zum in 4 rechten Teil des Druckgasbehälters 112 geschaffen wird, durch den das restliche Gas aus dem Druckgasbehälter 112 ausströmen kann.
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Der in 5 dargestellte Gasgenerator 400 entspricht bis auf die Form der Umlenkvorrichtung 438 dem Gasgenerator 100 der ersten Ausführungsform.
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Die Umlenkvorrichtung 438 ist im Schnitt keilförmig ausgebildet und gegenüber der Ausströmeinrichtung 430 an der Innenwand des Außengehäuses 110, die gleichzeitig die Innenwand des Druckbehälters 112 bildet, befestigt. Die Umlenkvorrichtung 438 erstreckt sich nicht über die gesamte Innenumfangswand, sondern lediglich im Bereich gegenüber der Ausströmöffnung 126. Sie kann, wie hier gezeigt, als massives Bauteil mit einer breiten, zur Wand gerichteten Basis und einer schmal zulaufenden, in den Druckgasbehälter 112 hinein gerichteten Spitze ausgebildet sein. Die in den Druckgasbehälter 112 ragenden Seitenflächen der Umlenkvorrichtung 438 sind konkav gekrümmt, um eine gezieltere Umlenkung der Stoßwelle aus der Stoßwellenrichtung S in Richtung zur Ausströmöffnung 126 und zur Berstmembran 128 zu erreichen.
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Im dargestellten Beispiel ist die Umlenkvorrichtung 438 direkt unterhalb der Ausströmöffnung 126 angeordnet, so daß eine symmetrische Anordnung bezüglich der beiden Anzündeinrichtungen 116, 122 gebildet ist. Die Ausströmeinrichtung 430 ist in etwa in der axialen Mitte des Gasgenerators 400 angeordnet. In diesem Fall wäre es möglich, sowohl zuerst die erste Anzündeinheit 116 als auch zuerst die zweite Anzündeinheit 122 zu zünden. In beiden Fällen würde eine Schockwelle von der jeweiligen Anzündeinheit 116, 122 loslaufen, an der Umlenkvorrichtung 438 umgelenkt werden und die Berstmembran 128 zerstören, ohne die gegenüberliegende Berstmembran 118 oder 124 zu öffnen.
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Es ist jedoch natürlich auch möglich, eine Anordnung wie in 3 zu wählen und die Umlenkeinrichtung und die Ausströmöffnung bzw. Ausströmeinheit 430 näher an die erste oder zweite Anzündeinheit 116, 122 zu versetzen. Auch könnte die Umlenkvorrichtung 438 gegenüber der Ausströmöffnung 126 versetzt sein.
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Selbstverständlich kann auch eine andere Variante für die Ausströmeinrichtung 430 verwendet werden, z. B. der im vorhergehenden Beispiel der 3 beschriebener Diffusor oder eine der Varianten aus den 2a bis 2c. Dem Fachmann stehen selbstverständlich auch weitere Alternativen zur Verfügung, die er gemäß dem gewünschten Einsatzzweck verwenden und abwandeln kann. Genauso lassen sich sämtliche Merkmale aller gezeigten Ausführungsformen im Ermessen des Fachmanns miteinander kombinieren oder gegeneinander austauschen.
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Die Umlenkvorrichtung könnte auch durch eine entsprechende Einwölbung des Außengehäuses des Gasgenerators gebildet sein. Hierzu könnte die Wandung z. B. gegenüber der primären Ausströmöffnung nach innen in das Innere des Druckgasbehälters eingestülpt sein.
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Die Ausströmeinheit kann auch zum Befüllen des Druckgasbehälters 112 eingesetzt werden. In diesem Fall bietet sich das Design nach den 2a bis 2c an, wobei das Halteteil 142 und die Berstmembran 128 nach dem Befüllen aufgebracht werden, um den Druckgasbehälter 112 zu verschließen.
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In allen Fällen ist die Ausströmöffnung 126 nicht unmittelbar im Bereich der ersten Anzündeinheit 116, sondern axial davon und vom zur Anzündeinheit 116 gerichteten axialen Ende des Druckgasbehälters 112 entfernt sowie seitlich von der ersten Anzündeinheit 116 versetzt angeordnet.
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In allen gezeigten Ausführungsformen ist die Ausströmeinrichtung 130–430 und die Ausströmöffnung 126 in einem linear verlaufenden, zylindrischen Abschnitt des Außengehäuses 110 angeordnet. Dies ist aber natürlich nicht zwingend der Fall, genausowenig wie die Geometrie des Gasgenerators auf die hier gezeigte Form beschränkt ist.
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Bei der Ausführungsform nach 6 ist der Druckgasbehälter 112 durch eine innere Membran 440 von der Berstmembran 128 getrennt. Außerhalb des Druckgasbehälters 112 ist dementsprechend erst die Umlenkvorrichtung 442 angeordnet.
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Die den Druckgasbehälter 112 durchlaufende Stoßwelle oder eine weitere Stoßwelle läuft nach Zerstörung der Membran 440 gegen die Umlenkvorrichtung 442 in einer zweiten Druckkammer 444, die von der Berstmembran 128 verschlossen ist.
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Die Umlenkvorrichtung 442 richtet die Stoßwelle gegen die Berstmembran 128, so daß diese geöffnet wird. Die zweite Anzündeinheit 122 kann aufgrund der Lage der Umlenkvorrichtung 442 unabhängig von der ersten Anzündeinheit 122 gezündet werden.