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Die
Erfindung betrifft eine Anordnung und ein Verfahren zur automatischen
Ermittlung einer Kataraktstärke eines Auges sowie ein ophthalmologisches
Gerät mit einer Lichtquelle zum Beleuchten eines Untersuchungsbereichs
und einem Lichtdetektor für von dem Untersuchungsbereich
reflektiertes Licht. Die Erfindung betrifft außerdem ein
Steuerverfahren für ein solches Gerät.
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Ophthalmologische
Geräte für die Diagnose, aber auch für
die Therapie, dienen dazu, Einzelbilder oder Bildsequenzen von einem
Auge, insbesondere von einzelnen Augenabschnitten, zu gewinnen.
Die Geräte sind mit Blitzlampen, Halogenlampen oder Leuchtdioden
zur Beleuchtung des abzubildenden Augenabschnitts ausgerüstet.
Um Bilder mit hoher Dynamik und gutem Kontrast aufnehmen zu können, wird
im Stand der Technik eine hohe Strahlungsenergie zur Beleuchtung
verwendet. Unter dem Begriff der Strahlungsenergie ist hierbei nicht
die Energie der einzelnen Photonen, sondern die über die
Beleuchtungsdauer integrierte Gesamtenergie aller Photonen zu verstehen.
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Eine
zu hohe Strahlungsenergie führt jedoch zu überbelichteten
Bildern, eine zu niedrige Strahlungsenergie hingegen zu niedrigem
Kontrast und hohem Rauschen. Die optimale Beleuchtung ist von dem
abzubildenden Augenabschnitt und weiteren Parameter abhängig.
So variieren die patientenindividuellen Eigenschaften des Auges,
beispielsweise Pupillengröße, Reflexgrad von Retina,
Korea und Linse, und die geräteindividuellen Eigenschaften, beispielsweise
optische Eigenschaften und Toleranzen der eingesetzten Bauelemente
sowie Alterung und Verschmutzungsgrad der Geräte. Auch
sind verschiedene Aufnahmemoden möglich, beispielsweise Monochrom-,
Farb- oder Fluoreszenzaufnahmen oder eine Beleuchtung unter speziellen
Winkeln zur optischen Achse des Auges.
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Bei
jeder Bildaufnahme beeinträchtigen Trübungen in
der Augenlinse (Katarakt), im Glaskörper und/oder in der
Hornhaut die Bildqualität, indem sie sowohl das einfallende
Beleuchtungslicht als auch das im Auge reflektierte Licht streuen.
Dieselben Auswirkungen haben Einschlüsse oder Fremdkörper im
Auge. Auch das ophthalmologische Gerät selbst kann Streulicht
verursachen, beispielsweise durch verschmutzte optische Flächen.
Die Streuung an einer Katarakt ist für blaues Licht deutlich
stärker als für Licht anderer Wellenlängen.
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Im
Stand der Technik sind Maßnahmen zur Minderung des Streulichteinflusses
einer Katarakt bei einer Funduskamera aus
US 7,147,328 bekannt. Dort sind manuelle
Einstellmöglichkeiten für die Art und die Stärke
einer Katarakt vorgesehen. Alternativ zur manuellen Einstellung
der Kataraktart und -stärke wird vorgeschlagen, die Trübung
der Augenlinse automatisch zu ermitteln. Eine konkrete Vorgehensweise
zur automatischen Ermittlung der Stärke der Katarakt ist
nicht angegeben. Die Bildaufnahme erfolgt dann in Abhängigkeit
der Kataraktstärke beziehungsweise Trübung der
Augenlinse. Je stärker die Katarakt beziehungsweise je
trüber die Augenlinse ist, desto stärker soll
die Beleuchtungshelligkeit einer Xenon-Lampe und die Ausgangsverstärkung
im Blaukanal eines aufnehmenden Farbbildsensors reduziert werden.
Auf diese Weise soll die Sättigung des aufgenommenen Bildes
durch Streulicht vermieden werden.
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An
der vorgeschlagenen Maßnahme ist nachteilig, dass durch
die Verringerung der Beleuchtungshelligkeit bei gleicher Belichtungszeit
das aufgenommene Bild dunkler wird, wodurch sich der Kontrast verschlechtert.
Wird zum Ausgleich die Belichtungsdauer verlängert, so
erhöht sich wegen der unvermeidlichen Augenbewegung die
Bewegungsunschärfe im Bild. Durch die Abschwächung
des Blauanteils bei der Bildaufnahme wird zudem der Farbeindruck
des Bildes verfälscht. Eine Katarakt streut darüber
hinaus auch Licht anderer Wellenlängen als Blau. Dieser
Streulichtanteil verschlechtert die Bildqualität trotz
der vorgeschlagenen Reduktionsmaßnahmen.
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Der
Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Anordnung und ein Verfahren
zur automatischen Ermittlung einer Kataraktstärke anzugeben. Daneben
sind ein ophthalmologisches Gerät und ein Steuerverfahren
der eingangs genannten Art so zu verbessern, dass streulichtreduzierte
Bilder eines Augenabschnitts mit unverfälschtem Farbeindruck erzeugt
werden können.
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Die
Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst durch
ein Verfahren, welches die in Anspruch 1 angegebenen Merkmale aufweist,
und durch eine Anordnung, welche die in Anspruch 21 angegebenen
Merkmale aufweist. Ein erfindungsgemäßes ophthalmologisches
Gerät ist Gegenstand von Anspruch 28, ein zugehöriges
Steuerverfahren Gegenstand von Anspruch 8.
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Vorteilhafte
Ausgestaltungen der Erfindung sind in den jeweiligen Unteransprüchen
angegeben.
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Erfindungsgemäß werden
die Nachteile des Standes der Technik überwunden, indem
bei einem Verfahren zur automatischen Ermittlung einer Kataraktstärke
ein Untersuchungsbereich mit einer vorgebbaren oder vorgegebenen
Strahlungsenergie zumindest teilweise beleuchtet wird, wobei in
dem Untersuchungsbereich, insbesondere auf einem Augenhintergrund,
mindestens ein heller und mindestens ein dunkler Teilbereich erzeugt
werden. Während des Beleuchtens wird wenigstens ein Teil
zumindest des dunklen Teilbereichs in ein Streulichtbild abgebildet und
Intensitäten wenigstens eines Teils des Streulichtbilds
zu einem Kataraktstärkewert integriert.
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Die
aus der Abbildung des dunklen Teilbereichs resultierenden Intensitäten
des Streulichtbilds repräsentieren einerseits Beleuchtungslicht
für den hellen Teilbereich, das im Strahlengang rückgestreut wurde.
Andererseits repräsentieren sie aus dem hellen Teilbereich
reflektiertes Detektionslicht, das im Strahlengang vorwärtsgestreut
wurde. Das Integral der Intensitäten ist daher ein genaues
Maß für die Stärke der Streuung im Beleuchtungs-
und im Abbildungsstrahlengang. Mit zunehmender Trübung
der Augenlinse nehmen die Anzahl und die Größe
der Streuzentren zu. Die integrierten Intensitäten als Maß für
die Stärke der Streuung stellen deswegen ein aussagekräftiges
Maß für die Stärke einer Katarakt dar.
Dieser Kataraktstärkewert kann beispielsweise auf einer
Skala von 1 bis 100 oder von 1 bis 10 liegen.
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Wird
das Streulichtbild mittels einer Kamera ortsauflösend aufgenommen,
so stellt es eine Streulichtverteilung dar, die als Verteilung von
Kataraktstärkewerten interpretiert werden kann. Anstelle
einer Kamera kann auch ein Sensor verwendet werden, der keine Ortsauflösung
ermöglicht. In diesem Fall kann die Integration optisch
erfolgen, indem das Streulichtbild oder ein Teil davon durch ein
entsprechendes optisches Element, beispielsweise eine Sammellinse,
auf den Sensor gebündelt wird. Als Sensor kann beispielsweise
je nach zu erwartender Strahlungsenergie ein Sekundärelektronenvervielfacher,
ein Photowiderstand oder eine Photodiode verwendet werden.
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Vorzugsweise
werden vor dem Integrieren die Intensitäten anhand der
Strahlungsenergie der Beleuchtung normiert oder nach dem Integrieren
der Kataraktstärkewert anhand der Strahlungsenergie der
Beleuchtung normiert. Die Strahlungsenergie der Beleuchtung ergibt
sich aus Beleuchtungsintensität und -dauer. Auf diese Weise
kann der Kataraktstärkewert unabhängig von der
Beleuchtungssituation ermittelt werden. Durch Normierung auf die
Strahlungsenergie gibt der Kataraktstärkewert einen relativen,
beleuchtungsunabhängigen Streulichtanteil an. Durch Normierung
gibt ein aufgenommenes Streulichtbild die relative Streulichtverteilung
beleuchtungsunabhängig an.
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Zweckmäßigerweise
wird der ermittelte Kataraktstärkewert ausgegeben. Die
Ausgabe kann insbesondere in elektronischer Form für weitere
Einstellungen erfolgen. Wird der Kataraktstärkewert an
einen Benutzer ausgegeben, so kann dieser daraus im Rahmen einer
Diagnose mit hoher Genauigkeit Schlüsse über den
Grad der Katarakt ziehen. Alternativ oder zusätzlich kann
eine ortsaufgelöste Streulichtverteilung ausgegeben werden,
falls das Streulichtbild mittels einer Kamera aufgenommen wird.
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Vorteilhafterweise
werden in dem Untersuchungsbereich nacheinander mehrere oder genau zwei
Lichtmuster mit unterschiedlichen hellen und unterschiedlichen dunklen
Teilbereichen erzeugt und von jedem Lichtmuster zumindest die vorzugsweise disjunkten
dunklen Teilbereiche wenigstens teilweise in ein jeweiliges Teilstreulichtbild
abgebildet, wobei aus den Teilstreulichtbildern das Streulichtbild
ermittelt wird. Dadurch können im Kataraktstärkewert
beziehungsweise in der Streulichtverteilung Streuzentren im gesamten
Querschnitt des Strahlengangs berücksichtigt werden. Zudem
kann so der Kataraktstärkewert beziehungsweise die Streulichtverteilung mit
hoher Genauigkeit ermittelt werden. Zum Ermitteln des Streulichtbilds
aus den Teilstreulichtbildern werden zweckmäßigerweise
ausschließlich die dunklen Teilbereiche aus den Teilstreulichtbildern
kachelartig zu einem vorzugsweise lückenlosen Streulichtbild
zusammengesetzt. Falls die Kacheln einander aufgrund der Flächengröße
der dunklen Teilbereiche überlappen, können beispielsweise
die betreffenden Ränder vor dem Zusammensetzen entsprechend
zugeschnitten werden. In diesem Fall können die hellen Teilbereiche
nicht lückenlos zu einem Hellbild zusammengesetzt werden.
Das aus den Teilstreulichtbildern zusammengesetzte Dunkelbild genügt
jedoch als Streulichtbild zur Ermittlung eines Kataraktstärkewerts
oder einer Streulichtverteilung.
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Vorzugsweise
werden die Lichtmuster so erzeugt, dass sich die hellen Teilbereiche
der Lichtmuster insbesondere lückenlos zu einem Hellbild
und die dunklen Teilbereiche der Lichtmuster insbesondere lückenlos
zu einem Dunkelbild ergänzen, wobei das Dunkelbild als
Streulichtbild aus den Teilstreulichtbildern ermittelt wird.
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In
einer besonderen Ausführung sind die hellen Teilbereiche
der Lichtmuster geometrisch größer als die dunklen
Bereiche, so dass benachbarte helle Teilbereiche einander überlappen.
Da die dunklen Teilbereiche geometrisch kleiner sind als die hellen ist
das so erzeugte Dunkelbild nicht vollständig. Die im kombinierten
Dunkelbild verbleibenden Lücken aus den bei der Überlagerung
fehlenden Bereichen können aus den Intensitätswerten
aus den angrenzenden aufgenommenen Dunkelbereichen durch Interpolieren
ermittelt werden. Diese Interpolation ist eine gute Näherung,
wenn die lateralen Schwankungen der Kataraktstärke größer
sind als der Abstand der dunklen Bereiche.
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Die
hellen Teilbereiche der Lichtmuster können ebenfalls abgebildet
und miteinander überlagert werden, um das Hellbild zu ermitteln.
Wenn sie überlappen, werden die unmittelbar an die dunklen
Teilbereiche angrenzenden Regionen der hellen Teilbereiche so abgeschnitten,
dass das entstehende Hellbild lückenlos ist und dass zwei
benachbarte helle Teilbereiche in ihrem Überlappungsbereich
jeweils in gleichem Maß beschnitten werden. Von dem Hellbild können
in jedem Bildpunkt die Intensitätswerte des korrespondierenden
Bildpunkts im Dunkelbild abgezogen werden. So kann eine vollständige,
streulichtfreie Rekonstruktion des Objektbildes erfolgen, wobei
eine ortsaufgelöste Streulichtverteilung in der Objektebene
berücksichtigt wird.
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In
einer besonderen Ausführungsform wird in das Streubild
ausschließlich der dunkle Teilbereich ganz oder teilweise
abgebildet. Die Abbildung ausschließlich des dunklen Teilbereichs
oder zumindest eines Teils davon reicht zur Ermittlung des Kataraktstärkewerts
aus. Eine Abbildung des hellen Teilbereichs ist nicht erforderlich,
so dass auf eine zeitaufwendige Aufnahme desselben verzichtet werden kann.
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In
einer besonderen Ausgestaltung dieser Ausführungsform kann
der helle Teilbereich vorteilhafterweise konfokal abgebildet und
das Abbild des hellen Teilbereichs aus dem Abbildungsstrahlengang ausgeblendet
oder ausgespiegelt werden. Dabei kann der helle Teilbereich insbesondere
durch konfokale Abbildung einer Lichtquelle beziehungsweise einer Beleuchtungsblende
in den Untersuchungsbereich erzeugt werden. Diese Umkehrung des
konfokalen Prinzips ermöglicht die Ermittlung des Kataraktstärkewerts
mit hoher Genauigkeit bei geringem Aufwand. Streuzentren nahezu
im gesamten Querschnitt sowohl des Beleuchtungs- als auch des Abbildungsstrahlengangs
können in dieser Ausführungsform mit einer einzigen
Abbildung berücksichtigt werden, wenn der helle Teilbereich
eine viel kleinere Fläche aufweist als der dunkle Teilbereich.
Auch in der unmittelbaren Umgebung eines konfokal in die Objektebene
abgebildeten Lichtpunkts kann beispielsweise in der schichtweise
aufgebauten menschlichen Retina oder in der Augenlinse Streulicht
entstehen. Mittels dieser besonderen Ausgestaltung kann auch das
Streulicht aus der unmittelbaren Umgebung des in die Objektebene
konfokal abgebildeten Lichtpunkts berücksichtigt werden.
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Vorteilhafterweise
kann in dieser Ausführungsform eine zweidimensionale oder
dreidimensionale Abtastung durchgeführt werden, indem der
helle Teilbereich in mehreren Schritten bewegt und nach jedem Bewegungsschritt
der dunkle Teilbereich in ein jeweiliges Teilstreulichtbild abgebildet
wird, wobei die Teilstreulichtbilder zu dem Streulichtbild zusammengesetzt
werden. Dadurch ist eine ortsaufgelöste Streuanalyse für
eine hohe Genauigkeit des Kataraktstärkewerts beziehungsweise
der Streulichtverteilung möglich.
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Zweckmäßigerweise
wird wenigstens der helle Teilbereich zumindest teilweise scharf
auf einen Hintergrund oder in eine Linse eines in dem Untersuchungsbereich
angeordneten Auges abgebildet. So entspricht die Abbildung derjenigen
bei der nachfolgenden Aufnahme desselben Augenabschnitts. Durch
die Anwendung des konfokalen Prinzips kann die Strahlenbelastung
des Auges dennoch niedrig gehalten werden.
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In
einer bevorzugten Ausführungsform sind Mittel zum Ausgleich
einer Fehlsichtigkeit des menschlichen Auges in einem Beleuchtungsstrahlengang
angeordnet. Diese bewirken vorzugsweise, dass die zumindest teilweise
scharfe Abbildung des mindestens einen dunklen Teilbereichs an eine
vorhandene Fehlsichtigkeit angepasst wird. Daneben kann in bekannter
Weise ein Ausgleich der Fehlsichtigkeit im Abbildungsstrahlengang
erfolgen, beispielsweise im Falle einer Funduskamera. Vorteilhafterweise
wird die Fehlsichtigkeit für beide Ausgleichsvorgänge
automatisch ermittelt und ausgeglichen. Alternativ kann die Fehlsichtigkeit
auch manuell von einem Benutzer eingestellt werden. Durch Ausgleich
der Fehlsichtigkeit im Beleuchtungsstrahlengang können
die dunklen Teilbereiche mit größerer Schärfe
erzeugt werden. So kann eine Streulichtverteilung mit höherer
Auflösung ermittelt werden, indem beispielsweise eine größere
Anzahl kleinerer dunkler Teilbereiche erzeugt, abgebildet und ausgewertet
wird. Zudem wird durch die größere Schärfe der
dunklen Teilbereiche das kachelartige Zusammensetzen des Dunkelbildes
erleichtert und dabei eine höhere Genauigkeit erreicht.
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Erfindungsgemäß ist
für ein Steuerverfahren für ein ophthalmologisches
Gerät mit einer hinsichtlich ihres Spektrums und ihrer
Helligkeit einstellbaren Lichtquelle zum Beleuchten eines Untersuchungsbereichs
und einem Lichtdetektor für aus Richtung des Untersuchungsbereichs
kommendes Licht vorgesehen, dass mittels der Lichtquelle der Untersuchungsbereich
zumindest teilweise beleuchtet, mittels des Lichtdetektors Licht
aus Richtung des Untersuchungsbereichs aufgenommen, anhand des aufgenommenen
Lichts eine Streulichtverteilung und/oder einen Kataraktstärkewert
ermittelt und in Abhängigkeit der Streulichtverteilung
und/oder des Kataraktstärkewerts das Spektrum und die Helligkeit
einer angepassten Beleuchtung für eine nachfolgende Bildaufnahme
eingestellt werden.
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Durch
Anpassung insbesondere des Spektrums anhand einer zuvor ermittelten
Streulichtverteilung beziehungsweise eines Kataraktstärkewerts kann
beim Einstellen der Beleuchtung für die nachfolgende Bildaufnahme
die spektral ungleichmäßige Streuung einer Katarakt
berücksichtigt werden. Für die Ermittlung der
Streulichtverteilung beziehungsweise des Kataraktstärkewerts
kann ein ortsauflösender oder ein nicht ortsauflösender
Lichtdetektor verwendet werden.
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In
dem Verfahrensteil zum Bestimmen der Streulichtverteilung beziehungsweise
des Kataraktstärkewerts können dabei als Lichtquelle
und Lichtdetektor vorteilhafterweise Teile eines Densitometers verwendet
werden, mittels dessen der Kataraktstärkewert ermittelt
wird. Die Verwendung eines nicht ortsauflösenden Densitometers
ist mit geringem Aufwand möglich.
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In
einer bevorzugten Ausgestaltung wird zum Ermitteln der Streulichtverteilung
und/oder des Kataraktstärkewerts und/oder zur Bildaufnahme
unter der angepassten Beleuchtung der Untersuchungsbereich mittels
der Lichtquelle so beleuchtet, dass in dem Untersuchungsbereich
mindestens ein heller und mindestens ein dunkler Teilbereich erzeugt werden.
Vorzugsweise wird während des Beleuchtens zumindest der
dunkle Teilbereich in ein Streulichtbild abgebildet und anhand wenigstens
eines Teils des Streulichtbilds die Streulichtverteilung oder der
Kataraktstärkewert ermittelt. Dies entspricht der Anwendung
des obengenannten erfindungsgemäßen Verfahrens
zur Ermittlung einer Kataraktstärke. Der Kataraktstärkewert
beziehungsweise die Streulichtverteilung kann auf diese Weise mit
hoher Genauigkeit ermittelt werden. Die Einstellung der angepassten
Beleuchtung ist dadurch so möglich, dass in einer nachfolgenden
Bildaufnahme ein streulichtreduziertes Bild eines Augenabschnitts
mit unverfälschtem Farbeindruck erzeugt wird. Auch in dieser Ausgestaltung
kann ein nicht ortsauflösender Lichtdetektor, beispielsweise
ein Photowiderstand, oder ein ortsauflösender Lichtdetektor,
beispielsweise eine Kamera, verwendet werden.
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Vorzugsweise
wird bei einer nachfolgenden Bildaufnahme unter der angepassten
Beleuchtung mittels einer Kamera ein Rohbild aufgenommen, anhand
einerseits des Rohbilds und andererseits der Streulichtverteilung
und/oder des Kataraktstärkewerts ein Streulichtanteil des
Rohbilds ermittelt und ein streulichtkorrigiertes Bild erzeugt,
indem der Streulichtanteil aus dem Rohbild rechnerisch entfernt wird.
Auf diese Weise kann ein streulichtreduziertes Bild eines Augenabschnitts
mit unverfälschtem Farbeindruck erzeugt werden.
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Vorteilhafterweise
wird für mehrere oder für alle Farbkanäle
des Rohbilds ein individueller Streulichtanteil ermittelt und rechnerisch
aus dem Rohbild entfernt. Dadurch kann die tatsächliche
Farbwiedergabe des untersuchten Objekts beziehungsweise Augenabschnitts
rekonstruiert werden. Für die farbkanalweise Streulichtkorrektur
ist ein Lichtdetektor erforderlich, der die Farbkanäle
separat aufnimmt, beispielsweise eine RGB-Digitalkamera. Es ist
aber auch denkbar, beispielsweise einer Menge von nicht ortsauflösenden
Detektoren eine Vorrichtung zur spektralen Aufspaltung vorzuschalten,
wobei jeweils ein Detektor einen Farbkanal aufnimmt.
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In
einer besonders bevorzugten Ausführungsform wird die Helligkeit
der angepassten Beleuchtung und/oder einzelner Bereiche des Spektrums
der angepassten Beleuchtung anhand der Streulichtverteilung und/oder
anhand des Kataraktstärkewerts so erhöht eingestellt,
dass eine in dem streulichtkorrigierten Bild zu erwartende Strahlungsenergie
einer vorgebbaren oder vorgegebenen Strahlungsenergie entspricht
oder dass ein in dem streulichtkorrigierten Bild zu erwartendes
Signal-Rausch-Verhältnis einem vorgebbaren oder vorgegebenen
Signal-Rausch-Verhältnis entspricht. Durch insbesondere
spektral selektiv stärkere Beleuchtung kann der durch die
Streuung verursachte Intensitätsverlust und eine potentielle
Farbverfälschung ausgeglichen werden. Das Übermaß der
Beleuchtung kann dabei minimal gehalten werden, da die Streulichtverteilung
beziehungsweise die Kataraktstärke mit hoher Genauigkeit
bekannt ist. So kann eine unnötige Strahlenbelastung des
Auges vermieden werden.
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Insbesondere
wird vorteilhafterweise für die angepasste Beleuchtung
ein relativ zu anderen Farbanteilen erhöhter Blauanteil
eingestellt. Dies ermöglicht den Verlustausgleich der im
blauen Spektralbereich besonders starken Streuung einer Katarakt.
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Zweckmäßigerweise
wird das streulichtkorrigierte Bild ausgegeben, um es für
weitere Auswertungen, insbesondere die Diagnose eines Arztes, nutzen
zu können. Das streulichtkorrigierte Bild kann auch für
quantitative Auswertungen genutzt werden. Dies trifft insbesondere
auch für Bilder zu, deren Farbkanäle jeweils einzeln
eine Streulichtkorrektur erfahren haben.
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Vorzugsweise
wird als Lichtdetektor eine Kamera verwendet. Diese ermöglicht
durch die Ortsauflösung eine genaue Einstellung der Beleuchtung
als auch eine genaue Streulichtkorrektur. Dabei wird der Fokus der
Kamera vorzugsweise auf einen Hintergrund oder in einer Linse eines
Auges liegend eingestellt. Dadurch kann unerwünschte Streuung
längs des gesamten Abbildungsstrahlengangs und längs des
relevanten Teils des Beleuchtungsstrahlengangs ortsaufgelöst
in die Streulichtverteilung akkumuliert werden.
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Vorteilhafterweise
wird als ophthalmologisches Gerät eine Spaltlampe, Funduskamera,
ein Pachymeter, ein Gerät zur Augenachslängenmessung,
zur Messung der Augenvorderkammertiefe, zur Messung der Augenlinsendicke
oder zur Schnittbilddarstellung von Augenmedien verwendet.
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Zweckmäßigerweise
werden die erfindungsgemäßen Verfahren durchgeführt,
während in dem Untersuchungsbereich ein Auge oder ein Augenabschnitt
eines Patienten positioniert ist. Beim Erzeugen der dunklen Teilbereiche
wird hierbei vorzugsweise eine Fehlsichtigkeit des Auges ausgeglichen, um
den mindestens einen dunklen Teilbereich mit großer Schärfe
erzeugen zu können.
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Die
Erfindung umfasst auch ein Computerprogramm, das zur Durchführung
eines der obengenannten Verfahren eingerichtet ist.
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Eine
entsprechende Anordnung zur automatischen Ermittlung einer Kataraktstärke,
mit einer Lichtquelle zum Beleuchten eines Untersuchungsbereichs
und einem Lichtdetektor für aus Richtung des Untersuchungsbereichs
kommendes Licht, umfasst Modifikationsmittel zum Erzeugen mindestens
eines hellen und mindestens eines dunklen Teilbereichs in dem Untersuchungsbereich
beim Beleuchten mittels der Lichtquelle, Mittel zum Abbilden wenigstens
eines Teils zumindest des dunklen Teilbereichs in ein Streulichtbild
während des Beleuchtens und Mittel zum Integrieren von
Intensitäten wenigstens eines Teils des Streulichtbilds
zu einem Kataraktstärkewert.
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Vorzugsweise
umfassen die Mittel zum Abbilden eine Kamera, mittels derer das
Streulichtbild aufgenommen wird, wobei die Mittel zum Integrieren eine
Steuereinheit umfassen. Vorteilhafterweise ist vorgesehen, dass
die Steuereinheit vor dem Integrieren die Intensitäten
oder nach dem Integrieren den Kataraktstärkewert anhand
der Strahlungsenergie der Beleuchtung normiert.
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In
bevorzugten Ausgestaltungen sind mittels der Modifikationsmittel
beim Beleuchten nacheinander mehrere oder genau zwei Lichtmuster
mit unterschiedlichen hellen und unterschiedlichen dunklen Teilbereichen
erzeugbar und von jedem Lichtmuster zumindest die dunklen Teilbereiche
wenigstens teilweise in ein jeweiliges Teilstreulichtbild abbildbar sind,
wobei die aus den Teilstreulichtbildern das Streulichtbild ermittelbar
ist.
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In
einer weiteren Ausgestaltung erzeugen die Modifikationsmittel die
Lichtmuster so, dass sich die hellen Teilbereiche der Lichtmuster
insbesondere lückenlos zu einem Hellbild und die dunklen
Teilbereiche der Lichtmuster insbesondere lückenlos zu
einem Dunkelbild ergänzen, wobei das Dunkelbild als Streulichtbild
aus den Teilstreulichtbildern ermittelbar ist.
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In
einer bevorzugten Ausgestaltung erzeugen die Modifikationsmittel
die Lichtmuster so, dass die hellen Teilbereiche der Lichtmuster
geometrisch größer sind als die dunklen Teilbereiche,
wobei benachbarte helle Teilbereiche einander überlappen.
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In
einer weiteren Ausführungsform ist mittels der Mittel zum
Abbilden ausschließlich der dunkle Teilbereich wenigstens
teilweise in das Streubild abbildbar. Dabei umfassen die Mittel
zum ausschließlichen Abbilden des dunklen Teilbereichs
vorzugsweise als Mittel zum konfokalen Abbilden des hellen Teilbereichs
und Mittel zum Ausblenden oder Ausspiegeln des Abbilds des hellen
Teilbereichs aus dem Abbildungsstrahlengang.
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Vorzugsweise
sind Mittel zum zumindest teilweise scharfen Abbilden zumindest
des hellen Teilbereichs auf einen Hintergrund oder in eine Linse
eines in dem Untersuchungsbereich angeordneten Auges oder Augenabschnitts
vorgesehen.
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Eine
bevorzugte Anordnung zur Ermittlung eines Streulichtanteils an einem
Detektionslicht umfasst eine Lichtquelle mit Modifikationsmitteln
zum Erzeugen eines hellen und eines dunklen Teilbereichs in einem
Zielbereich und einen Lichtdetektor, insbesondere eine Kamera, für
aus Richtung des Zielbereichs kommendes Detektionslicht, gekennzeichnet
durch Ausbildung der Modifikationsmittel als Mittel zum konfokalen
Abbilden der Lichtquelle in den hellen Teilbereich sowie durch Mittel
zum konfokalen Abbilden des hellen Teilbereichs auf Mittel zum Ausblenden
oder Ausspiegeln des Abbilds des hellen Teilbereichs aus dem Abbildungsstrahlengang.
Diese Anordnung realisiert die Umkehrung des konfokalen Prinzips
und kann insbesondere mit einer Abtastung eines Augenabschnitts
durch den hellen Teilbereich kombiniert werden, um eine höhere
Genauigkeit zu erreichen.
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Für
ein ophthalmologisches Gerät mit einer Lichtquelle zum
Beleuchten eines Untersuchungsbereichs und einem Lichtdetektor für
aus Richtung des Untersuchungsbereichs kommendes Licht ist erfindungsgemäß vorgesehen,
dass ein Spektrum und eine Helligkeit der Lichtquelle einstellbar
sind, und dass eine Steuereinheit mittels der Lichtquelle den Untersuchungsbereich
zumindest teilweise beleuchtet, mittels des Lichtdetektors Licht
aus Richtung des Untersuchungsbereichs aufnimmt, anhand des aufgenommenen
Lichts eine Streulichtverteilung und/oder einen Kataraktstärkewert
ermittelt und in Abhängigkeit der Streulichtverteilung
und/oder des Kataraktstärkewerts das Spektrum und die Helligkeit einer
angepassten Beleuchtung für eine nachfolgende Bildaufnahme
einstellt. Eine Lichtquelle, deren Spektrum und Helligkeit einstellbar
ist, kann beispielsweise mehrere Leuchtdioden unterschiedlicher Emissionswellenlängen
umfassen, deren Licht wenigstens teilweise zu einem Beleuchtungsstrahl
vereinigt wird. Auf diese Weise ist es möglich, eine spektrale
Bandbreite von Infrarot über sichtbares Licht bis hin zum
Ultravioletten für die Bildaufnahme einzusetzen, wobei
die Intensität jedes Spektralanteils separat einstellbar
ist.
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Hierbei
sind die Lichtquelle und der Lichtdetektor vorzugsweise Teile eines
Densitometers sind, mittels dessen der Kataraktstärkewert
ermittelbar ist.
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Vorteilhafterweise
ist die Lichtquelle mit Modifikationsmitteln versehen ist, mittels
derer in dem Untersuchungsbereich mindestens ein heller und mindestens
ein dunkler Teilbereich erzeugbar sind. Dabei ist vorzugsweise vorgesehen,
dass die Steuereinheit während des Beleuchtens Licht aus
Richtung mindestens dem dunklen Teilbereich mittels einer Kamera
in ein Streulichtbild abbildet und anhand wenigstens eines Teils
des Streulichtbilds die Streulichtverteilung oder den Kataraktstärkewert
ermittelt.
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In
einer bevorzugten Ausführungsform nimmt die Steuereinheit
bei der Bildaufnahme unter der angepassten Beleuchtung mit einer
Kamera ein Rohbild auf, ermittelt anhand einerseits des Rohbilds und
andererseits der Streulichtverteilung und/oder des Kataraktstärkewerts
einen Streulichtanteil in dem Rohbild und erzeugt ein streulichtkorrigiertes
Bild, indem sie den Streulichtanteil aus dem Rohbild rechnerisch
entfernt. Vorzugsweise ist vorgesehen, dass die Steuereinheit einen
individuellen Streulichtanteil für mehrere oder alle Farbkanäle
des Rohbilds ermittelt und rechnerisch aus diesem entfernt.
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In
einer weiteren bevorzugten Ausführungsform ist vorgesehen,
dass die Steuereinheit die Helligkeit der angepassten Beleuchtung
und/oder einzelner Bereiche des Spektrums der angepassten Beleuchtung
anhand der Streulichtverteilung und/oder anhand des Kataraktstärkewerts
so erhöht einstellt, dass eine in dem streulichtkorrigierten
Bild zu erwartende Strahlungsenergie einer vorgebbaren oder vorgegebenen
Strahlungsenergie entspricht oder dass ein in dem streulichtkorrigierten
Bild zu erwartendes Signal-Rausch-Verhältnis einem vorgebbaren
oder vorgegebenen Signal-Rausch-Verhältnis entspricht. Insbesondere
stellt die Steuereinheit für die angepasste Beleuchtung
vorzugsweise einen relativ zu anderen Farbanteilen erhöhten
Blauanteil ein.
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Zweckmäßigerweise
ist der Lichtdetektor eine Kamera, wobei die Steuereinheit den Fokus
der Kamera auf einen Hintergrund oder in einer Linse des Auges liegend
einstellt.
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Die
hellen und dunklen Bereiche werden in einer bevorzugten Ausführungsform
durch eine strukturierte Blende, die sich in einer Zwischenbildebene
des Beleuchtungsstrahlengangs befindet, erzeugt. Vorzugsweise kann
man die Position der strukturierten Blende im Strahlengang mechanisch verschieben.
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In
einer weiteren Ausführungsform verfügt das ophthalmologische
Gerät über eine Möglichkeit zur Bestimmung
der Fehlsichtigkeit des zu untersuchenden Auges; vorzugsweise über
eine automatische Fokussiervorrichtung. Die Fokussiervorrichtung arbeitet
dabei zur Einstellung bevorzugt mit infraroter Strahlung, um eine
Reizung des menschlichen Auges zu vermeiden.
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Vorzugsweise
wird die automatisch ermittelte Fehlsichtigkeit genutzt, um die
Position der strukturierten Blende im Strahlengang automatisch an
die Fehlsichtigkeit des zu untersuchenden Auges anzupassen, um so
im Beleuchtungsstrahlengang die Fehlsichtigkeit auszugleichen. Dadurch
können die dunklen Teilbereiche mit großer Schärfe
erzeugt und das Streulichtbild mit hoher Auflösung ermittelt
werden.
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Vorteilhafterweise
wird eine zeitlich sequentielle Strahlungsquelle verwendet, die
mindestens zwei verschiedene Spektren aufweist. Den verschiedenen
von der Strahlungsquelle emittierten Wellenlängen werden – unter
Einbeziehung der Fehlsichtigkeit des zu untersuchenden Auges – wellenlängenabhängige
Positionen der strukturierten Blende im Strahlengang zugeordnet.
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Ferner
erfolgt in einer bevorzugten Ausführungsform eine wellenlängenabhängige
Zuordnung der Ebenen des Bildes des beleuchteten Objekts auf dem
Lichtdetektor im Beobachtungsstrahlengang des ophthalmologischen
Gerätes. So ist es möglich, auch spektrale Abhängigkeiten
im Beleuchtungsstrahlengang und im Beobachtungsstrahlengang speziell
auch bei Fehlsichtigkeiten des menschlichen Auges zu berücksichtigen.
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Die
erfindungsgemäße Anordnung kann vorteilhafterweise
eine Spaltlampe, Funduskamera, Pachymeter, zur Augenachslängenmessung,
zur Messung der Augenvorderkammertiefe, zur Messung der Augenlinsendicke
oder zur Schnittbilddarstellung von Augenmedien sein.
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Vorzugsweise
ist in dem Untersuchungsbereich ein Auge oder ein Augenabschnitt
eines Patienten positionierbar.
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Nachfolgend
wird die Erfindung anhand von Ausführungsbeispielen näher
erläutert.
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In
den Zeichnungen zeigen:
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1 eine
erste Anordnung zur automatischen Ermittlung der Kataraktstärke
eines Auges,
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2 eine zweite Anordnung zur automatischen
Ermittlung der Kataraktstärke eines Auges,
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3 eine
dritte Anordnung zur automatischen Ermittlung der Kataraktstärke
eines Auges,
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4 ein
ophthalmologisches Gerät für die streulichtkorrigierte
Aufnahme eines Augenabschnitts und
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5 ein
Ablaufdiagramm eines Steuerverfahrens für ein ophthalmologisches
Gerät.
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In
allen Zeichnungen haben übereinstimmende Teile gleiche
Bezugszeichen.
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1 zeigt
eine Anordnung 1 zur Ermittlung der Kataraktstärke
eines Auges 2, welche separat oder insbesondere in einem
ophthalmologischen Gerät (nicht gezeigt), beispielsweise
einer Funduskamera, verwendbar ist. Der Abbildungsstrahlengang A der
Anordnung 1 kann im zweiten Fall Teil des Abbildungsstrahlengangs
des ophthalmologischen Geräts sein. Die Anordnung 1 weist
im Beleuchtungsstrahlengang B eine Lichtquelle 3 mit optischen
Elementen 4 zur Abbildung einer Musterblende 5 auf
einen Hintergrund 6 des Auges 2 auf. Die Musterblende 5 weist
einen vollständig undurchsichtigen (schwarz gezeichnet)
und einen vollständig durchsichtigen (weiß gezeichnet)
Bereich auf. Wird die Lichtquelle 3 eingeschaltet, werden
durch die Abbildung der Musterblende 5 auf den Augenhintergrund 6 ein
heller Teilbereich H und ein dunkler Teilbereich D auf diesem erzeugt.
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Der
Abbildungsstrahlengang A ist über einen Strahlteiler 7 in
den Beleuchtungsstrahlengang B eingespiegelt und enthält
eine Blende 8 sowie ein lediglich angedeutetes optisches
System 9 zur Abbildung des Augenhintergrunds 6 in
ein Zwischenbild 10. Die Blende 8 blendet den
hellen Teilbereich H des Augenhintergrunds 6 aus dem Abbildungsstrahlengang A
aus, so dass er nicht in das Zwischenbild 10 abgebildet
wird. Die Blende 8 hat eine zur Musterblende 5 inverse
Wirkung. In den dunklen Teilbereich D gelangt ausschließlich
solches Licht, das im Verlauf der Beleuchtungs- und Abbildungsstrahlengangabschnitte
des hellen Teilbereichs H in die Beleuchtungs- oder Abbildungsstrahlengangabschnitte
des dunklen Teilbereichs D gestreut wurde. Das Zwischenbild 10 kann
daher als Streulichtbild 10 bezeichnet werden. Dem optischen
System 9 ist eine Optik 11 zur optischen Integration
durch Bündelung des Streulichtzwischenbildes 10 auf
einen nicht ortsauflösenden Lichtdetektor 12 in
Form einer Photodiode nachgeschaltet. Dem Lichtdetektor 12 ist
ein analoger Integrator 13 zur Integration des von dem Lichtdetektor 12 abgegebenen
elektrischen Signals über eine Belichtungszeit nachgeschaltet.
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Die
Anordnung 1 wird mittels einer Steuereinheit 14 betrieben,
die einerseits mit dem Integrator 13 und andererseits mit
der Lichtquelle 3 verbunden ist. Über Bedienelemente
(nicht gezeigt) der Steuereinheit kann die von der Lichtquelle 3 abgegebene Strahlungsenergie
hinsichtlich Beleuchtungsdauer und -intensität vorgegeben
werden. Die Steuereinheit 14 verfügt außerdem über
eine Schnittstelle 15 zur Ausgabe des Kataraktstärkewerts
nach dessen Ermittlung. Die Ausgabe kann beispielsweise numerisch
auf einer Anzeige oder elektronisch auf ein Bussystem erfolgen.
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Die
Steuereinheit 14 ermittelt den Kataraktstärkewert,
indem sie zunächst die Lichtquelle 3 für die
vorgegebene Beleuchtungsdauer mit vorgegebener Intensität
einschaltet und während einer mit der Beleuchtungsdauer
identischen Belichtungszeit, auch als Datenaufnahmezeit bezeichnet,
mittels eines Analog-Digital-Wandlers das von dem Integrator 13 abgegebene
Signal als unnormierten Kataraktstärkwert aufnimmt. Daraufhin
normiert die Steuereinheit 14 den Kataraktstärkewert
anhand der während der Datenaufnahmezeit von der Lichtquelle 3 abgegebenen
Strahlungsenergie und rechnet ihn auf eine numerische Skala von
0 bis 10 um. Diesen umgerechneten Kataraktstärkewert gibt
sie auf ihrer Schnittstelle 15 visuell an einen Benutzer
aus, beispielsweise bei Verwendung als separates Gerät
an einen Arzt. Der Benutzer beziehungsweise ein angeschlossenes
ophthalmologisches Gerät erhält so eine Information
darüber, ob und in welcher Starke im Auge 2 eine
Katarakt oder sonstige Streueinflüsse vorliegen.
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Die
Beleuchtungsdauer kann auch länger als die Belichtungs-
oder Datenaufnahmezeit sein. Für eine minimale Strahlenbelastung
wird sie jedoch zweckmäßigerweise identisch eingestellt.
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In 2 ist eine zweite Anordnung 1 zur
automatischen Ermittlung der Kataraktstärke eines Auges 2 gezeigt.
Teilfigur 2A zeigt die Anordnung 1 während
einer ersten Messperiode, Teilfigur 2B während
einer sich unmittelbar anschließenden zweiten Messperiode.
Die beidem Messperioden sind beispielsweise gleich lang. Die Anordnung 1 weist
im Beleuchtungsstrahlengang B eine spektral und hinsichtlich ihrer
Helligkeit einstellbare Lichtquelle 3 mit optischen Elementen 4 zur
Abbildung einer Musterblende 5 auf einen Hintergrund 6 des
Auges 2 auf. Die Lichtquelle 3 weist mehrere Leuchtdioden
mit unterschiedlichen spektralen Bereichen auf, beispielsweise eine
LED für IR-Licht, jeweils eine rote, grüne und
blaue LED sowie eine LED für UV-Licht. Ein Abbildungsstrahlengang
A ist über einen Strahlteiler 7 in den Beleuchtungsstrahlengang
B eingespiegelt und umfasst ein lediglich angedeutetes optisches
System 9 zur Abbildung des Augenhintergrunds 6 auf
einen ortsauflösenden Lichtdetektor 12 in Form
einer zweidimensionalen CCD-Matrix.
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Die
Musterblende 5 ist abwechselnd mit zwei vollständig
undurchsichtigen (schwarz gezeichnet) und zwei vollständig
durchsichtigen (weiß gezeichnet) Bereichen versehen. Sie
kann mittels einer Umschaltvorrichtung 15 um ihre Achse
rotiert werden, so dass die durchsichtigen Bereiche die Lage der
undurchsichtigen Bereiche einnehmen und umgekehrt. Die Position
der Musterblende 5 wird zum Ausgleich einer manuell oder
automatisch zu ermittelnden Fehlsichtigkeit längs des Strahlengangs
angepasst. Wird die Lichtquelle 3 eingeschaltet, werden
durch die Abbildung der Musterblende 5 auf den Augenhintergrund 6 auf
diesem zwei helle Teilbereiche H und zwei dunkle Teilbereiche D
erzeugt. Das optische System 9 bildet dann sowohl den hellen
Teilbereich H als auch den dunklen Teilbereich D auf den Lichtdetektor 12 ab.
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Die
Steuereinheit (hier nicht gezeigt) schaltet zunächst die
Musterblende 5 in ihre erste Stellung, schaltet die Lichtquelle 3 für
die vorgegebene Beleuchtungsdauer mit vorgegebener Intensität
und weißem Spektrum ein und liest nach einer mit der Beleuchtungsdauer
identischen Belichtungszeit aus dem CCD-Lichtdetektor 12 ein
erstes Teilstreulichtbild 16A aus. Unmittelbar anschließend
schaltet die Steuereinheit die Musterblende 5 über
die Umschaltvorrichtung 15 in ihre zweite Stellung. Sie
schaltet daraufhin die Lichtquelle 3 für die vorgegebene
Beleuchtungsdauer mit vorgegebener Intensität und weißem
Spektrum ein und liest nach einer mit der Beleuchtungsdauer identischen
Belichtungszeit aus dem CCD-Lichtdetektor 12 ein zweites
Teilstreulichtbild 16B aus.
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Die
Steuereinheit überlagert die dunklen Teilbereichen D der
Teilstreulichtbilder 16A und 16B zu einem Dunkelbild
als Streulichtbild S. Sie integriert die Intensitätswerte
aller Bildpunkte des Streulichtbilds S und normiert das Ergebnis
mit der über die Belichtungsdauer und -intensität
in die Teilstreulichtbilder 16A und 16B eingetragenen
Strahlungsenergie zu einem Kataraktstärkewert auf einer
Skala von 0 bis 10, den sie beispielhaft auf einer Schnittstelle (nicht
dargestellt) zur Weiterverarbeitung aus. In alternativen Ausgestaltungen
kann das Streulichtbild S anstelle des oder zusätzlich
zum Kataraktstärkewert ausgegeben werden, beispielsweise
zur Einstellung einer angepassten Beleuchtung für eine
Streulichtkorrektur mit Kompensation einer spektral ungleichmäßigen
Streuung.
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3 zeigt
eine dritte Anordnung 1 zur automatischen Ermittlung der
Kataraktstärke eines Auges 2. Sie realisiert das
umgekehrte konfokale Prinzip, indem eine in einem zentralen Loch
eines Spiegels 20 angeordnete Endfläche 17 einer
Lichtleitfaser 18 scharf in die Linse 19 des Auges 2 abgebildet
wird, so dass als Abbild ein heller Teilbereich H mit einem umgebenden
dunklen Teilbereich D entsteht. Der helle Teilbereich H, der wesentlich
kleiner ist als der dunkle Teilbereich D, wird konfokal ausschließlich
auf die Lichtleitfaser 18, nicht auf den Spiegel 20 abgebildet und
auf diese Weise aus dem Abbildungsstrahlengang A ausgeblendet. Lediglich
der dunkle Teilbereich D wird über den Spiegel 20 auf
einen ortsauflösenden Lichtdetektor 12 abgebildet.
Durch Auslesen des Lichtdetektors 12 kann ein Streulichtbild
gewonnen werden, dessen Intensitäten eine Streulichtverteilung
des gesamten Abbildungsstrahlengangs repräsentieren. Durch
Normierung und Integration der Intensitäten kann ein Kataraktstärkewert
ermittelt werden. Dieser kann anschließend ausgegeben oder weiterverarbeitet
werden.
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In
einer alternativen Ausgestaltung (nicht abgebildet) kann zusätzlich
eine abtastende Anordnung („Scanner") vorgesehen sein,
beispielsweise durch zwei bewegliche Spiegel im Strahlengang. Auf
diese Weise ist eine dreidimensionale Streulichtanalyse möglich,
indem durch Abtastung („Scanning") mehrerer optischer Schnitte
jeweils ein anderer heller Teilbereich fokussiert und der jeweilige
dunkle Teilbereich D in ein betreffendes Teilstreulichtbild aufgenommen
wird. Die Teilstreulichtbilder können zu einem Gesamtstreulichtbild
zusammengesetzt werden. Aus den Intensitäten des Gesamtstreulichtbilds kann
dann der Kataraktstärkewert beispielsweise durch Integration
und Normierung ermittelt werden. Außerdem kann das Gesamtstreulichtbild
für eine Anpassung der Beleuchtung weiterverwendet werden.
Alternativ kann der Lichtdetektor 12 als nicht ortsauflösendes
Element ausgebildet sein, wenn das Streulichtbild als Abbild des
dunklen Teilbereichs auf den Lichtdetektor 12 gebündelt
und damit optisch zu einer einzelnen Streulichtintensität
integriert wird. Das Gesamtstreulichtbild wird dann aus den Streulichtintensitäten
der einzelnen Fokuspunkte zusammengesetzt. Der Kataraktstärkewert
kann auch unmittelbar aus einer Addition der einzelnen Streulichtintensitäten
ermittelt werden.
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In 4 ist
eine Funduskamera als ophthalmologisches Gerät 20 mit
einer Anordnung 1 zur automatischen Ermittlung eines Streulichtanteils
gemäß 2 versehen.
Die Steuereinheit 14 führt dabei das in 5 als
Flussdiagramm dargestellte Verfahren zur Ermittlung der Kataraktstärke
und der Ausgabe eines streulichtkorrigierten Bildes durch. Insbesondere
wird je nach Stärke der Katarakt der Blauanteil des Spektrums
erhöht, so dass eine in einem anschließend aufzunehmenden
Bild nach einer Streulichtkorrektur zu erwartende Strahlungsenergie
einer vorgebbaren oder vorgegebenen Strahlungsenergie entspricht.
So kann die im blauen Spektralbereich stärkere Streuung
einer Katarakt kompensiert werden. Anschließend wird unter
der derart angepassten Beleuchtung ein Rohbild aufgenommen, auf
Fehlsichtigkeit korrigiert und anhand der Streulichtverteilung der
Streulichtanteil rechnerisch entfernt. Die Ermittlung des Streulichtbilds
erfolgt beispielsweise gemäß einer der oben beschriebenen
Vorgehensweisen. Die Fehlsichtigkeit kann beispielsweise ermittelt werden,
indem von einem Benutzer des Geräts einstellbare Werte
abgefragt werden. Alternativ kann die Fehlsichtigkeit mit an sich
bekannten Verfahren aus dem positionierten Auge automatisch bestimmt
werden. Die so ermittelte Fehlsichtigkeit wird auch beim Ermitteln
der Teilstreulichtbilder verwendet, indem der Beleuchtungsstrahlengang
zum Ausgleich der Fehlsichtigkeit angepasst wird, so dass die dunklen Teilbereiche
mit großer Schärfe erzeugt werden.
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In
einer vereinfachten Variante (nicht dargestellt) wird neben dem
aus den zu den verschiedenen Lichtmustern aufgenommenen dunklen
Teilbereichen D zusammengesetzten Dunkelbild als Gesamt-Streulichtbild
ein Hellbild aus den hellen Teilbereichen H zusammengesetzt. Von
dem Hellbild wird das Dunkelbild subtrahiert, um das Streulicht
rechnerisch zu entfernen. Das streulichtkorrigierte Hellbild kann
dann ausgegeben werden.
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Zur
ausschließlichen Bestimmung einer Kataraktstärke
oder einer Streulichtverteilung wird das Verfahren in jedem fall
zweckmäßigerweise nach Ermittlung des Gesamt-Streulichtbilds und
gegebenenfalls nach Integration von dessen Intensitäten
zum Kataraktstärkewert mit der Ausgabe des Kataraktstärkewerts
beziehungsweise des Streulichtbilds als Streulichtverteilung beendet.
Selbstverständlich kann die Ausgabe auch zusätzlich
zur Ausgabe eines streulichtkorrigierten Bildes erfolgen.
-
- 1
- Anordnung
- 2
- Auge
- 3
- Lichtquelle
- 4
- Optisches
Element
- 5
- Musterblende
- 6
- Hintergrund
- 7
- Strahlteiler
- 8
- Blende
- 9
- Optisches
System
- 10
- Zwischenbild
- 11
- Optik
- 12
- Lichtdetektor
- 13
- Integrator
- 14
- Steuereinheit
- 15
- Umschaltvorrichtung
- 16
- Teilstreulichtbild
- 17
- Endfläche
- 18
- Lichtleitfaser
- 19
- Linse
- 20
- Ophthalmologisches
Gerät
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ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
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Zitierte Patentliteratur
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