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Die
Erfindung betrifft bezüglich
eines von der Oberfläche
eines Untergrunds ragenden stab-, rohr- oder pfostenförmigen Gegenstandes
eine Befestigungsanordnung, ein Verfahren zur Befestigung sowie
ein Verfahren zum Herausnehmen nach dem Oberbegriff des Anspruchs
1 bzw. 9 bzw. 10.
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Stand der Technik
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Aus
der
DE 199 60 854
B4 ist eine gattungsgemäße Befestigungsanordnung
zum ausrichtbaren Befestigen eines von der Oberfläche eines
Untergrunds ragenden stab-, rohr- oder pfostenförmigen Gegenstandes, mit einer
durch einen Bodendübel oder
eine Einschlagbodenhülse
gebildeten Verankerungsvorrichtung, die mit einem in den von der
Oberfläche
begrenzten Untergrund ein- und aus diesem wieder herausbringbringbaren
Verankerungsabschnitt und mit einem Halteabschnitt zur ausrichtbaren
Aufnahme des Gegenstandes versehen ist, bekannt. Dabei weist der
Halteabschnitt einen mit einer Einfüllöffnung versehenen becher- oder
rohrförmigen Füllbschnitt
auf, der mit einem körnigen
Füllgut
verfüllt
ist das in dem durch den eingesetzten Gegenstand nicht ausgefüllten verbleibenden
Füllraum
des Füllabschnitts
aufgenommen ist, wobei der verbleibende Füllraum des Füllabschnitts
für ein
Ausrichten des Gegenstandes mindestens abschnittsweise als ein nach
oben sich erweiternder Ringspalt ausgebildet ist. Zur Aufnahme des
Füllgutes
in den Halteabschnitt der Verankerungsvorrichtung kann ein einsetzbarer
und wieder herausnehmbarer Einsatz eingebracht werden.
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Aufgabenstellung
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Die
Aufgabe der Erfindung besteht darin, eine gattungsgemäße Befestigungsanordnung
derart weiterzubilden, dass der Einsatz zur Aufnahme des Füllgutes
ohne zusätzliche
Vorrichtungen einen festeren Halt sowohl in horizontaler als auch
in vertikaler Richtung ermöglicht.
Weiterhin soll ein Verfahren angegeben werden, wie ein stab-, rohr-
oder pfostenförmiger
Gegenstand im Halteabschnitt eines mit einem Einsatz versehenen
Halteabschnitts eines Bodendübels
mittels eines körnigen
Füllguts
befestigt wird, sowie ein Verfahren genannt werden, wie der mit
Füllgut
versehene Einsatz zusammen mit dem befestigten Gegenstand in einem
einzigen Arbeitsgang auf einfache Art und Weise wieder entfernt
werden kann.
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Die
Aufgabe wird erfindungsgemäß durch eine
Befestigungsanordnung nach Anspruch 1 und durch ein Verfahren nach
den Ansprüchen
9 und 10 gelöst.
Vorteilhafte Ausgestaltungen sind Gegenstand der abhängigen Ansprüche.
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Erfindungsgemäß ist vorgesehen,
dass der Einsatz aus einem exakt auf die Innenmaße eines Halteabschnitts der
vorgesehenen Verankerungsvorrichtung abgestimmten und an der Innwandfläche bündig anliegenden
Gittermaterial besteht, dessen Maschenweite kleiner ist als der
Durchmesser der vorgesehenen Füllgutkörner. Vorteilhafterweise
besteht das Gittermaterial aus Draht, es kann jedoch auch aus Kunststoff
gefertigt sein. Dieses Gitter hat den großen Vorteil, dass nach dem
Einfüllen
und Verdichten des Füllgutes
die meisten der am Gitter anliegenden Füllgutkörner mit einer Kante, Ecke
oder einem Zacken das Gitter durchragen und gegen die Innenwandfläche des
Halteabschnitts der Verankerungsvorrichtung gedrückt werden. Dadurch kommt es
zu einem sehr festen Formschluss des füllgutgefüllten Einsatzes mit der Innenwandfläche. Der
Verdichtungsvorgang erfolgt nach dem Justieren des eingesetzten
Gegenstandes durch Schläge
auf die Oberseite des eingesetzten Gegenstandes. Dieser Formschluss-Rasteffekt wird durch
die trichterförmige
Formgebung des Halteabschnitts verstärkt, indem die nach unten wirkende
Gewichtskraft von eingesetztem Gegenstand und verdichtetem Füllgut einen ständigen Druck
gegen die Innenwandfläche
ausübt. Da
wesentlich mehr Füllgutkörner an
der Innenwand des Halteabschnitts des Bodendübels als am eingesetzten Gegenstand
anliegen, ist somit ein Verdrehen des Einsatzes in horizontaler
bzw. seitlicher Richtung nahezu ausgeschlossen. Ebenso bewirkt dieser
Verkeileffekt, dass er auch starken Zugkräften in vertikaler Richtung
standhält,
obwohl derartige Kräfte
in der Praxis ohnehin kaum auftreten dürften. Für den Fall, dass sich – z. B.
durch Frost – die
Lage der Befestigungsvorrichtung verändert hat und der eingesetzte
Gegenstand neu justiert werden muss, oder dass der eingesetzte Gegenstand
ausgetauscht werden muss, ist es von Vorteil, wenn der Gegenstand
zusammen mit dem Füllgut-Einsatz
in einem einzigen Arbeitsgang herausgenommen werden kann. Dabei
haben Praxisversuche eindrucksvoll gezeigt, dass dies erfindungsgemäß auf sehr
leichte Art und Weise bewerkstelligt werden kann. Es genügen nämlich wenige
leichte Schläge
mit einem geeigneten Werkzeug auf den oberen Rand des Bodendübels, um
den Verrastungseffekt aufzuheben und den Einsatz samt Füllgut soweit
zu lockern, dass der eingesetzte Gegenstand zusammen mit dem körnergefüllten Einsatz
ohne großen
Kraftaufwand herausgezogen werden kann. Erstaunlicherweise bleibt
dabei die Halte- bzw. Rastkraft der Füllgutkörner am eingesetzten Ge genstand
bei diesen Lockerungsschlägen soweit
erhalten, dass der mit Füllgut
versehene Einsatz am Gegenstand verbleibt und erst nach dem Herausnehmen
durch leichte seitliche Prellschläge von diesem gelöst zu werden
braucht.
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Der
wesentliche Vorteil der erfindungsgemäßen Ausgestaltung des Einsatzes
liegt demnach darin, dass der Halte- bzw. Rasteffekt ohne zusätzliche Vorrichtungen
wie spezielle Nuten, Schrauben, Klammern und dgl. bewerkstelligt
werden kann. Ein zusätzlicher
Vorteil kommt beim Einsetzen und Justieren des zu befestigenden
Gegenstandes, zumeist ein Pfosten, Rohr oder eine Stange, zum Tragen: Nach
dem Einführen
des Gegenstandes liegt dieser mit seinem unteren Ende im unteren
Teil der Innenwandfläche
des nach unten verengt gestalteten Halteabschnitts an. Durch Druck
oder leichte Schläge auf
die Oberseite des Gegenstandes kann dieser freistehend fixiert werden,
da sich der untere Rand mit der Innenwandfläche des Halteabschnitts verkeilt. Der
Gegenstand kann nun relativ leicht lotrecht ausgerichtet werden,
indem er in die gewünschte
Richtung gedrückt
wird. Dabei wirkt der gitterförmige
Einsatz wie ein elastisches Gleitmaterial, da er auf Grund seiner
Struktur bis zu einem gewissen Grad dehnbar ist und jeder Lageveränderung
des Gegenstandendes – die
in diesem Bereich ohnedies nur im Millimeterbereich liegt – nachfolgt,
ohne dass der Verkeilungseffekt aufgehoben wird. Anschließend kann
sodann der verbleibende Ringspalt zwischen Gegenstand und Einsatz
mit einem körnigen
Füllgut, dessen
Korngröße – wie bereits
erwähnt – etwas
größer ist
als der Maschendurchmesser des Einsatzes, verfüllt und durch leichte Schläge auf die
Oberseite des Gegenstandes verdichtet werden.
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Und
nicht zuletzt kann auch die Herstellung des Einsatzes kostengünstig bewerkstelligt
werden, indem ein derartiger Einsatz aus einem handelsüblichem
Draht- oder Kunststoffgitter gefertigt werden kann. Vorteilhafterweise
wird dabei die benötigte Grundflächenform
ausgeschnitten oder ausgestanzt und über einen auf die Form der
Innenwandfläche des
Halteteils eines Bodendübels
exakt abgestimmten Formling aufgespannt und zu einem entsprechenden
trichterförmigen
Einsatz verklebt, verschweißt,
vernietet, vernäht
oder dgl.. Dabei reicht es, den Einsatz kegelstumpf- bzw. trichterförmig, d.
h. unten offen zu gestalten, da weder beim Einfüllen des Füllgutes in den verbleibenden
Ringspalt zwischen Gegenstand und Einsatz noch beim Herauslösen des Gegenstandes
samt Füllgut-Einsatz
Füllgut-Material in das Innere
des Bodendübels
oder der entsprechenden Befestigungsvorrichtung gelangen kann. Denkbar
ist jedoch auch eine ebenfalls kostengünstige Variante, bei der der
Einsatz ein geschlossenes Bodenteil aufweist. Dieses kann auf einfache
Weise hergestellt werden, indem die untere Öffnung durch zweimaliges Falten
und anschließendes
Verkleben, Verschweißen,
Vernieten, Vernähen
oder ein anderes geeignetes Verfahren verschlossen wird. Da Bodendübel üblicherweise
im oberen Randbereich mit zwei diametral gegenüber liegenden Öffnungen
zur Aufnahme eines Drehbolzens versehen sind, ist es vorteilhaft,
den Einsatz an der gleichen Stelle mit einem entsprechenden Stanzloch
zu versehen. In diesem Fall kann der Einsatz bereits ab Werk in
montiertem Zustand ausgeliefert werden.
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Nachstehend
wird die Erfindung anhand von zwei Ausführungsbeispielen unter Bezug
auf erläuternde
Zeichnungen naher erklärt.
Es zeigt
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1 einen
erfindungsgemäßen Einsatz
in montiertem Zustand in einer Seitenansicht und den zugeordneten
Halteabschnitt eines Bodendübels
in teilweiser Schnittdarstellung;
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2 eine
Variante des Einsatzes in einer Seitenansicht und
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3 eine
Detailvergrößerung eines
Ausschnitts eines mit Füllgut
versehenen Einsatzes in einer Seitendarstellung.
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In 1 ist
ein auf die Formgebung der Innenwand des Halteabschnitts 4 eines
Bodendübels 2 passgenau
abgestimmter Einsatz 1 zur Aufnahme von körnigem Füllgut 6 in
montiertem Zustand dargestellt. Der aus einem relativ feinmaschigen
Gitter 10 bestehende Einsatz 1 ist im wesentlichen
trichter- bzw. kegelstumpfförmig
gestaltet und an seiner Unterseite offen. Der untere Rand des Einsatzes 1 reicht bis zum Übergangsbereich
vom Halteabschnitt 4 zum Verankerungsabschnitt 8 des
Bodendübels 2. Der
obere Rand schließt
mit dem oberen Rand des Bodendübels 2 ab.
Im Halteabschnitt 4 bzw. innerhalb des Einsatzes 1 ist
ein pfosten-, stab- oder rohrförmiger
Gegenstand 5 angeordnet, dessen unteres freies Ende – hier nicht
sichtbar – am
unteren Teil des Einsatzes 1 und damit auch am unteren
Teil des Halteabschnitts 4 des Bodendübels 2 anliegt. Der
Bodendübel 2 befindet
sich hier nicht exakt lotrecht im Erdreich 3, während der
Gegenstand 5 exakt senkrecht ausgerichtet ist und somit
nicht genau mittig aus der oberen Öffnung des Bodendübels 2 herausragt.
Dargestellt ist zusätzlich
auch noch der Vorgang des Befüllens
bzw. Ausfüllen
des verbleibenden Ringspalts zwischen dem Gegenstand 5 und
dem Einsatz 1 bzw. dem Halteabschnitt 4 des Bodendübels 2 mit
körnigem
Füllgut 6.
Der Durchmesser der Füllgut-Körner ist
dabei etwas größer als
die Maschenweite des Gitters 10 des Einsatzes 1.
Im oberen Bereich ist der Einsatz 1 mit zwei einander gegenüberliegend
angeordneten Stanzlöchern 9 versehen.
Die Lage dieser Stanzlöcher 9 ist
auf die Lage der – hier
nicht sichtbaren – Aufnahmelöcher des
Bodendübels 2 für einen
Drehbolzen abgestimmt.
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2 zeigt
eine Variante des Einsatzes 1. Im Unterschied zu der Ausführung gemäß der 1 weist
der Einsatz 1 hier ein Bodenteil 7 auf. Dieses
ist auf einfache Weise durch zweimaliges Falten des unteren Randbereichs
mit anschließendem
Fixieren der Faltungen gefertigt. In oberen Bereich weist der Einsatz
gleichfalls zwei gegenüberliegende
Stanzlöcher 9 zur
Aufnahme eines Drehbolzens für
den Bodendübel
auf.
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In 3 ist
eine vergrößerte Detailansicht
eines Ausschnitts aus einem mit Füllgut 6 versehenen Einsatz 1 dargestellt.
Der Durchmesser der einzelnen Füllgutkörner ist
etwas größer als
die Maschenweite des Gitters 10. Die Zeichnung verdeutlicht, dass
nahezu jede einzelne Maschenöffnung
von einer Ecke, Kante oder einem Zacken der Füllgutkörner durchdrungen wird, so
dass diese nach dem Einbring- und Verdichtungsvorgang mit der relativ
rauen Oberfläche
der Innenwandung des Halteabschnitts des Bodendübels rutschfest verrasten und
dadurch die gewünschte
Klemmwirkung erzeugen.
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Die
Montage der erfindungsgemäßen Vorrichtung
funktioniert wie folgt: Nach dem Eindrehen des Bodendübels 2 in
das Erdreich 3 und dem anschließenden Einsetzen des zu befestigenden
Gegenstandes 5 wird dieser so in die nach unten zulaufende
trichterförmige
Verengung gedrückt
bzw. durch leichte Schläge
auf die Oberseite getrieben, dass er frei stehen kann. Anschließend wird
er lotrecht ausgerichtet, wobei er nach wie vor frei stehen bleibt. Nun
wird das vorgesehene Füllgut 6 in
bekannter Weise in den zwischen dem Gegenstand 5 und dem Einsatz 1 verbleibenden
Ringspalt geschüttet
und anschließend
durch einige leichte Schläge
mit einem geeigneten Werkzeug auf die Oberseite des Gegenstandes 5 verdichtet.
Der eingesetzte Gegenstand 5 ist nun fest fixiert.
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Die
Demontage der erfindungsgemäßen Vorrichtung
erfolgt auf folgende Weise: Durch leichte Schläge mit einem geeigneten Werkzeug
auf die Randoberseite des Bodendübels 2 wird
die Rastkraft der das Gitter 10 des Einsatzes 1 durchdringenden Füllgutkörner und
damit des gesamten Einsatzes 1 aufgehoben, wobei jedoch
die Rastkraft der auf den Gegenstand 5 einwirkenden Füllgutkörner erfahrungsgemäß erhalten
bleibt. Der Gegenstand 5 kann nun zusammen mit dem daran
haftenden füllgutbefüllten Einsatz 1 herausgezogen
werden. Mit leichten Prellschlägen
auf die Außenseite
kann nun der gefüllte
Einsatz 1 vom Gegenstand 5 gelöst werden.
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- 1
- Einsatz
- 2
- Bodendübel
- 3
- Erdreich
- 4
- Halteabschnitt
- 5
- Gegenstand
- 6
- Füllgut
- 7
- Bodenteil
- 8
- Verankerungsabschnitt
- 9
- Stanzloch
- 10
- Gitter