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Die
Erfindung betrifft ein Verfahren zum Steuern einer Brennkraftmaschine
sowie eine Steuervorrichtung zur Durchführung dieses Verfahrens.
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Moderne
Motorelektronik und dazugehörige Steuerverfahren
ermöglichen
eine immer weitergehende Optimierung des Wirkungsgrads einer Brennkraftmaschine.
Bei Ottomotoren spielt dabei die zeitliche Lage des Zündzeitpunkts
eine wesentliche Rolle. Der Wirkungsgrad bzw. das produzierte Drehmoment
eines Ottomotors weist in Abhängigkeit
vom Zündwinkel
ein Maximum auf. Aus Gründen
des Bauteilschutzes kann dieser optimale Zündwinkel jedoch nur in wenigen
Betriebspunkten eingestellt werden. In großen Teilen des Betriebsbereiches
der Brennkraftmaschine würde
der Betrieb der Brennkraftmaschine bei diesem optimalen Zündwinkel
zu einer klopfenden Verbrennung und damit zu eventuellen Schäden der
Brennkraftmaschine führen.
Aus diesem Grund muss die Brennkraftmaschine in diesen Betriebsbereichen
mit einem Zündzeitpunkt
betrieben werden, an dem der Wirkungsgrad vermindert ist. Im Bestreben,
für jeden
Betriebspunkt einen möglichst
hohen Wirkungsgrad zu erreichen, gleichzeitig aber Schäden zu vermeiden,
beinhalten moderne Motorsteuerungskonzepte eine so genannte Klopfregelung,
welche eine klopfende Verbrennung erkennen und den eingestellten
Zündwinkel
entsprechend korrigieren. Dadurch kann erreicht werden, dass der eingestellte
Zündwinkel
sehr nahe an der Klopfgrenze der Brennkraftmaschine liegt.
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Zur
Erkennung einer klopfenden Verbrennung kann an oder in der Brennkraftmaschine
ein Klopfsensor integriert sein. Die Klopfereignisse finden in der
Regel innerhalb eines beschränkten
Kurbelwellenwinkelintervalls um den oberen Totpunkt des Kolbens
statt. Um eine sichere Erkennung eines Klopfereignisses mittels
des Sensors zu gewährleisten,
ist es notwendig, die Auswertung des Sensorsignals auf ein möglichst
enges Kurbelwellenwinkelintervall zu beschränken, in dem eine mögliche klopfende
Verbrennung auftritt. Je schmäler
das Kurbelwellenwinkelintervall für die Auswertung des Sensorsignals
ist, desto sicherer kann die klopfende Verbrennung identifiziert
und von der normalen Verbrennung separiert werden. Die Klopfneigung
der Brennkraftmaschine wird jedoch durch zahlreiche Faktoren beeinflusst,
wie beispielsweise die Umgebungslufttemperatur, die Motortemperatur,
die Abgasrückführrate und
die Kraftstoffqualität.
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Bei
einem bekannten Verfahren werden diese Faktoren bei der Festlegung
des Auswertungsintervalls des Klopfsensorsignals sicherheitshalber permanent
vorgehalten, so dass dieses immer erheblich länger ist als das eigentliche
Klopfereignis. Das auszuwertende Signal des Klopfsensors weist dadurch
neben den eigentlichen Klopfereignissen auch das trotz Filterung
existente Motorgrundgeräusch
sowie andere Störsignale
auf, wodurch die Genauigkeit bei der Bestimmung einer klopfenden Verbrennung
negativ beeinflusst wird. Zu den Störsignalen gehören beispielsweise
Geräusche
beim Öffnen
und Schließen
der Einlass- und Auslassventile.
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Aus
DE 100 41 777 A1 ist
ein Verfahren zur Klopferkennung bekannt, wobei innerhalb eines
Zeitfensters Signale erfasst werden, die aufgrund der Verbrennung
in den Zylindern entstehen. Das Zeitfenster wird abhängig vom
im jeweiligen Zylinder realisierten Luftverhältnis verändert.
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DE 10 2005 035 239
A1 offenbart ein Verfahren zur Ermittlung eines Vorsteuerwerts
für einen
frühest
möglichen
Zündwinkel.
Abhängig
von einer Klopfgrenze wird ein frühest möglicher Zündwinkel bestimmt, wobei für den frühest möglichen
Zündwinkel
als Vorsteuerwert ein Grundzündwinkel
ermittelt wird. Der ermittelte Grundzündwinkel wird abhängig von
der Restgasrate im Brennraum korrigiert.
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EP 0 399 068 B1 schlägt ein Verfahren
zur Klopfregelung vor, bei dem das Signal eines Klopfsensors innerhalb
eines für
jeden Zündzyklus
vorgegebenen Meßfensters
abgetastet wird. Der Beginn des Meßfensters ist dabei von wenigestens
einem Betriebsparameter abhängig.
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Es
ist deshalb die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Verfahren
und eine Vorrichtung zum Steuern einer Brennkraftmaschine bereitzustellen, mittels
denen die Genauigkeit der Klopferkennung gesteigert werden kann.
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Diese
Aufgabe wird durch das Verfahren und die Steuervorrichtung gemäß den unabhängigen Ansprüchen gelöst. Vorteilhafte
Ausgestaltungen der Erfindung sind in den abhängigen Ansprüchen beschrieben.
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Bei
dem Verfahren zum Steuern einer Brennkraftmaschine gemäß dem Anspruch
1 wird für
einen aktuellen Betriebspunkt der Brennkraftmaschine ein Referenzzündwinkel
ermittelt, bei dem der Wirkungsgrad der Brennkraftmaschine maximal
ist. Ferner wird ein tatsächlicher
Zündwinkel
ermittelt, bei dem die Brennkraftmaschine an diesem Betriebspunkt
zu betreiben ist. Es werden die Signalwerte eines Sensors erfasst,
welche einen Rückschluss
auf ein Klopfereignis in einem Brennraum der Brennkraftmaschine
zulassen. Zur Erkennung einer klopfenden Verbrennung werden nur
die innerhalb eines vorgegebenen Auswertungsintervalls liegenden
Signalwerte des Sensors herangezogen. Dabei wird die Lage des Auswertungsintervalls
in Abhängigkeit
von der Differenz aus dem Referenzzündwinkel und dem tatsächlichen
Zündwinkel
bestimmt.
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Bei
modernen Motorsteuerungskonzepten, beispielsweise bei kennfeldbasierten
Motorsteuerungsfunktionen, wird der an einem aktuellen Betriebspunkt
tatsächlich
einzustellende Zündwinkel bzw.
Zündzeitpunkt
ausgehend von einem optimalen Referenzzündwinkel (mit maximalem Wirkungsgrad) bestimmt.
Dabei wird der Referenzzündwinkel
soweit korrigiert, dass eine klopfende Verbrennung soweit als möglich vermieden
werden kann. Es ist anzumerken, dass durch diese Vorsteuerung des
Zündzeitpunkts
eine klopfende Verbrennung jedoch nie vollständig ausgeschlossen werden
kann. In dem tatsächlich
einzustellenden Zündwinkel
sind somit die Korrekturen zur Vermeidung einer klopfenden Verbrennung
bereits enthalten. Der Abstand bzw. die Differenz zwischen dem Referenzzündwinkel
und dem tatsächlichen
Zündwinkel
ist daher ein Maß für die Klopfneigung
der Brennkraftmaschine bei den aktuellen Betriebsbedingungen. Wird
nun die Lage des Auswertungsintervalls in Abhängigkeit von der Differenz
zwischen dem Referenzzündwinkel
und dem tatsächlichen
Zündwinkel
bestimmt, so kann der bisher in der Länge des Auswerteintervalls
enthaltene Vorhalt entfallen oder zumindest deutlich reduziert werden.
Störsignale
werden auf dieser Weise weitestgehend ausgeblendet. Damit steigen
die Trennschärfe
und die Genauigkeit bei der Erkennung eines Klopfereignisses deutlich
erhöht
werden kann.
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In
einer Ausgestaltung des Verfahrens nach Anspruch 2 wird der tatsächliche
Zündwinkel
dadurch ermittelt, dass der Referenzzündwinkel in Abhängigkeit
von zumindest einem Betriebsparameter der Brennkraftmaschine korrigiert
wird.
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In
einer Ausgestaltung des Verfahrens nach Anspruch 3 beeinflusst der
zumindest eine Parameter die Klopfneigung der Brennkraftmaschine.
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Die
Ausgestaltungen des Verfahrens gemäß den Ansprüchen 2 und 3 gewährleisten
eine softwaremäßig einfache
Ermittlung des tatsächlichen Zündwinkels
in Abhängigkeit
vom Referenzzündwinkel
unter Berücksichtigung
von den Betriebsparametern bzw. den Betriebsbedingungen der Brennkraftmaschine.
Da zumindest einer der Betriebsparameter die Klopfneigung der Brennkraftmaschine
beeinflusst, kann die Lage des Auswertungsintervalls optimal bestimmt
werden. Eventuelle Störungen,
welche das Ergebnis bei der Auswertung des Sensorsignals verfälschen,
können
so ausgeblendet werden. Damit wird die Genauigkeit bei der Bestimmung
eines Klopfereignisses deutlich erhöht.
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In
einer Ausgestaltung des Verfahrens nach Anspruch 4 wird das Auswertungsintervall
durch dessen Länge
und die Lage eines Begrenzungswerts relativ zu einem oberen Totpunkt
eines im Brennraum vorgesehenen Kolbens festgelegt.
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Gemäß der Ausgestaltung
nach Anspruch 5 kann als Maßstab
für die
Länge und
die Lage des Auswertungsintervalls die Winkelposition einer Kurbelwelle
der Brennkraftmaschine verwendet werden.
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Da
in den meisten Brennkraftmaschinen ein Sensor für die Kurbelwellenposition
bzw. zur Erfassung des Kurbelwellenwinkels vorgesehen ist, kann die
Lage des Auswertungsintervalls durch Vorgabe der Länge und
eines Begrenzungswerts des Auswertungsintervalls relativ zum oberen
Totpunkt eines im Brennraum angeordneten Kolbens besonders gut bestimmt
werden. Dadurch kann der Auswertungszeitraum auf einfache Weise
besonders exakt und reproduzierbar festgelegt werden. Dies ist insbesondere
sinnvoll, da in den meisten Steuerungskonzepten der Zündwinkel
bereits relativ zum oberen Totpunkt als Bezugspunkt vorgegeben wird.
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In
einer Ausgestaltung des Verfahrens nach Anspruch 6 wird die Lage
des Auswertungsintervalls relativ zu einem oberen Totpunkt eines
Kolbens der Brennkraftmaschine umso weiter in Richtung „Spät" verschoben, je größer die
Differenz zwischen dem Referenzzündwinkel
und dem tatsächlichen
Zündwinkel
ist.
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Diese
Ausgestaltung des Verfahrens beruht auf der Erkenntnis, dass mit
steigender Klopfneigung der Brennkraftmaschine die Differenz zwischen
dem Referenzzündwinkel
und dem tatsächlichen
Zündwinkel
zunimmt. Dies hängt
damit zusammen, dass mit steigender Klopfgefahr der tatsächliche
Zündwinkel
zum Zweck des Komponentenschutzes relativ zum Referenzzündwinkel
immer weiter in Richtung „Spät" verschoben wird.
Dadurch kann die Lage des Auswertungsintervalls an die Lage des
tatsächlichen Zündwinkels
entsprechend angepasst werden.
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In
den Ausgestaltungen der Ansprüche
7 und 8 handelt es sich bei dem Sensor entweder um einen Brennraumdrucksensor
oder einen Körperschallsensor.
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Diese
Sensoren ermöglichen
einen sicheren Rückschluss
auf ein Klopfereignis im Brennraum der Brennkraftmaschine.
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Eine
Steuervorrichtung für
eine Brennkraftmaschine gemäß dem Anspruch
9 ist dafür
geeignet, das Verfahren gemäß dem Anspruch
1 durchzuführen.
Bezüglich
der sich dadurch ergebenen Vorteile wird auf die Ausführungen
zu Anspruch 1 verwiesen.
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Im
Folgenden wird die Erfindung anhand eines Ausführungsbeispiels mit Bezug auf
die beigefügten
Figuren näher
erläutert.
In den Figuren sind:
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1 eine
schematische Darstellung einer Brennkraftmaschine;
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2 eine
schematische Darstellung des Wirkungsgrads einer Brennkraftmaschine
in Abhängigkeit
vom einge stellten Zündwinkel
bei einem bestimmten Betriebspunkt;
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3 ein
Ausführungsbeispiel
eines Steuerverfahrens für
eine Brennkraftmaschine in Form eines Ablaufdiagramms.
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In 1 ist
eine Brennkraftmaschine 1 für ein Kraftfahrzeug (nicht
gezeigt) schematisch dargestellt. Aus Gründen der besseren Übersichtlichkeit
ist die Darstellung stark vereinfacht ausgeführt.
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Die
Brennkraftmaschine 1 umfasst eine Mehrzahl von Brennräumen 30,
welche jeweils durch einen Zylinder 2 und einen auf und
ab bewegbaren Kolben 3 begrenzt sind (in 1 ist
aus Gründen
der besseren Übersichtlichkeit
nur ein Brennraum 30 dargestellt). Die Brennkraftmaschine 1 umfasst
ferner einen Ansaugtrakt 7, in dem stromabwärts einer Ansaugöffnung 4 ein
Luftmassensensor 5 und eine Drosselklappe 6 angeordnet
sind. Die zur Verbrennung nötige
Frischluft wird über
den Ansaugtrakt 7 in den Brennraum 30 eingeleitet,
wobei die Frischluftzufuhr durch Öffnen und Schließen eines
Einlassventils 8 gesteuert wird.
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Bei
der hier dargestellten Brennkraftmaschine 1 handelt es
sich um eine Brennkraftmaschine 1 mit Kraftstoffdirekteinspritzung,
bei der der für
die Verbrennung nötige
Kraftstoff über
jeweils ein Einspritzventil 9 unmittelbar in den jeweiligen
Brennraum 30 eingespritzt wird. Zur Auslösung der
Verbrennung dient eine in den jeweiligen Brennraum 30 ragende
Zündkerze 10.
Die Verbrennungsabgase werden über
Auslassventile 11 in einen Abgastrakt 31 der Brennkraftmaschine 1 abgeführt und
mittels eines im Abgastrakt 31 angeordneten Abgaskatalysators 12 gereinigt.
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Die
Kraftübertragung
an einen Antriebsstrang eines Kraftfahrzeugs (nicht dargestellt)
geschieht über
eine mit dem Kolben 3 gekoppelte Kurbelwelle 13.
Die Brennkraftmaschine 1 verfügt außerdem über einen Lambdasensor 16 zur
Ermittlung des Sauerstoffgehalts im Abgas, einen Kurbelwellenwinkelsensor 15 zur
Ermittlung der Drehlage der Kurbelwelle 13 und einen Klopfsensor 14,
mittels dem eine klopfende Verbrennung erkannt werden kann. Bei dem
Klopfsensor 14 kann es sich um einen Brennraumdrucksensor
zur Erfassung des Drucks im Brennraum 30 oder um einen
Körperschallsensor
zur Erfassung von Vibrationen im oder am Gehäuse der Brennkraftmaschine 1 handeln.
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Der
Brennkraftmaschine 1 ist ein Kraftstoffversorgungssystem
zugeordnet, welches einen Kraftstofftank 17 sowie eine
darin angeordnete Kraftstoffpumpe 18 aufweist. Der Kraftstoff
wird mittels der Kraftstoffpumpe 18 in eine Versorgungsleitung 19 gefördert, welche
den Kraftstofftank und die Einspritzventile 9 verbindet.
In der Versorgungsleitung sind ein Kraftstofffilter 21,
eine Hochdruckpumpe 22 und ein Druckspeicher 20 angeordnet.
Dabei handelt es sich um einen gemeinsamen Druckspeicher 20,
von dem aus die Einspritzventile 9 für mehrere Brennräume 30 mit
druckbeaufschlagtem Kraftstoff versorgt werden. Die Hochdruckpumpe 22 dient
dazu, den durch die Kraftstoffpumpe 18 mit relativ niedrigem Druck
(ca. 3 Bar) geförderten
Kraftstoff dem Druckspeicher 20 mit hohem Druck zuzuführen (bei
einem Ottomotor typischerweise bis zu 150 bar).
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Der
Brennkraftmaschine 1 ist eine Steuervorrichtung 26 zugeordnet,
welche über
Signal- und Datenleitungen mit allen Aktuatoren und Sensoren verbunden
ist. In der Steuervorrichtung 26 sind kennfeldbasierte
Motorsteuerungsfunktionen (KF1 bis KF5) softwaremäßig implementiert.
Basierend auf den Messwerten der Sensoren und den kennfeldbasierten
Motorsteuerungsfunktionen werden Steuersignale an die Aktuatoren
der Brennkraftmaschine 1 und des Kraftstoffversorgungssystems
ausgesendet. So ist die Steuervorrichtung 26 über die
Daten- und Signalleitungen mit der Kraftstoffpumpe 18,
dem Luftmassensensor 5, der Drosselklappe 6, der
Zündkerze 10,
dem Einspritzventil 9, dem Klopfsensor 14, dem
Kurbelwellenwinkelsensor 15 und dem Lambdasensor 16 gekoppelt.
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In 2 ist
der Wirkungsgrad η der
Brennkraftmaschine (1) in Abhängigkeit vom Zündwinkel IGA
bzw. vom Zündzeitpunkt
für einen
bestimmten Betriebspunkt schematisch dargestellt. Dies bedeutet,
dass in diesem Diagramm alle Betriebsparameter, welche das von der
Brennkraftmaschine 1 produzierte Drehmoment beeinflussen,
konstant gehalten werden und nur der Zündwinkel IGA variiert wird.
Zu den die Drehmomentproduktion der Brennkraftmaschine 1 beeinflussenden
Parametern gehören
beispielsweise der zugeführte
Frischluftmassenstrom, die Drehzahl sowie gegebenenfalls die Menge
an zurückgeführtem Abgas.
Der Zündwinkel
IGA ist auf der X-Achse in Grad Kurbelwellenwinkel relativ zum oberen
Totpunkt des in dem Brennraum auf- und abbeweglichen Kolbens dargestellt.
Die Kurbelwellenstellung des Kolbens 3 am oberen Totpunkt
ist daher der Bezugspunkt für
die Einstellung des Zündwinkels und
wird mit 0° Kurbelwellenwinkel
beziffert.
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In
der 2 bedeuten negative Werte für den Kurbelwellenwinkel Kurbelwellenstellungen
vor Erreichen des oberen Totpunkts, wogegen positive Werte des Kurbelwellenwinkels
alle Stellungen nach Erreichen des oberen Totpunkts kennzeichnen.
Wie zu erkennen ist, weist der Wirkungsgrad η der Brennkraftmaschine bei
einem bestimmten Referenzzündwinkel
IGARef ein Maximum ηmax auf.
Für die
Bedatung ist dieser Referenzzündwinkel
IGARef beispielsweise so zu wählen, dass
der Verbrennungsschwerpunkt (50% Gemischenergie im Zylinder umgesetzt)
sich bei ungefähr
+6 bis +8° Kurbelwellenwinkel,
das heißt,
6 bis 8 Grad nach Erreichen des oberen Totpunktes liegt. Bei früheren oder
späteren
Zündzeitpunkten
ist der Wirkungsgrad η der
Brennkraftmaschine 1 geringer.
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Grundsätzlich ist
es natürlich
wünschenswert,
an jedem Betriebspunkt der Brennkraftmaschine 1 den maximal
möglichen
Wirkungsgrad ηmax zu erreichen und daher den Referenzzündwinkel
IGARef einzustellen. Jedoch ist dies nur
in wenigen Betriebsbereichen der Brennkraftmaschine 1 möglich. In
großen
Betriebsbereichen muss der Zündwinkel
IGA zur Vermeidung ei ner klopfenden Verbrennung auf „Spät" (in 2 hin
zu positiveren Werten für
IGA) verschoben werden. Zur Vermeidung eines möglichen Klopfens wird daher
in weiten Betriebsbereichen der Brennkraftmaschine 1 ein
tatsächlicher Zündwinkel
IGAAct eingestellt, bei welchen die Brennkraftmaschine 1 einen
geringeren Wirkungsgrad ηAct aufweist. Um eine klopfende Verbrennung
erst gar nicht auftreten zu lassen, wird der tatsächliche
Zündwinkel
IGAAct basierend auf dem Referenzzündwinkel IGARef unter Berücksichtung von Korrekturwerten
für den
Komponentenschutz ermittelt. Diese Korrekturwerte werden in Abhängigkeit
von gemessenen Betriebsparametern ermittelt, welche einen Einfluss
auf die Klopfneigung der Brennkraftmaschine 1 haben. Dazu
gehören
beispielsweise die Umgebungstemperatur, die Motortemperatur, die
Last (Frischluftmassenstrom oder Saugrohrdruck), die Drehzahl, die Kraftstoffqualität sowie
gegebenenfalls die Abgasrückführrate.
Die Korrekturwerte zur Ermittlung des tatsächlichen Zündwinkels IGAAct können beispielsweise
basierend auf Kennfeldern ermittelt werden. Wie anhand der 2 deutlich
wird, variiert der Abstand bzw. die Differenz zwischen dem Referenzzündwinkel
IGARef und dem tatsächlichen Zündwinkel IGAAct in
Abhängigkeit
von der Klopfneigung der Brennkraftmaschine 1. Je höher die
Klopfneigung beim jeweiligen Betriebspunkt ist, umso größer sind die
Korrekturwerte zur Ermittlung des tatsächlichen Zündwinkels IGAAct,
weshalb sich dieser mit zunehmender Klopfneigung immer weiter vom
Referenzzündwinkel
IGARef in Richtung „Spät" entfernt.
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Aufgrund
der großen
Anzahl von beeinflussenden Parametern und dem Bestreben, einen möglichst
hohen Wirkungsgrad zu erzielen, kann durch diese Vorsteuerung des
Zündzeitpunkts
unter Vorgabe des berechneten tatsächlichen Zündwinkels IGAAct eine
klopfende Verbrennung nicht immer vermieden werden. Insofern ist
es notwendig, eine entsprechende Klopferkennung in der Brennkraftmaschine 1 zu
installieren. Die Klopferkennung wird durch Steuereinrichtung 26 durchgeführt und
basiert auf dem Signal des Klopfsensors 14. Dazu wird das
innerhalb eines vorgegebenen Auswertungsintervalls liegende Signal
des Klopf sensors 14 ausgewertet. Beispielsweise können die
Signalwerte innerhalb des Auswertungsintervalls aufintegriert und
mit einem vorgegebenen Schwellenwert verglichen werden. Liegt der aufintegrierte
Signalwert über
dem Schwellenwert, so wird eine klopfende Verbrennung erkannt.
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Die
Genauigkeit bei der Erkennung einer klopfenden Verbrennung hängt maßgeblich
von der Lage und der Länge
des Auswertungsintervalls ab. Die Lage des Auswertesignals kann
dabei relativ zu einem vorgegebenen Bezugspunkt bestimmt werden,
welcher beispielsweise eine bestimmte Drehstellung der Kurbelwelle
der Brennkraftmaschine 1 sein kann. Wie weiter oben bereits
erwähnt
wurde, kann es sich bei dem Bezugspunkt um den Drehwinkel handeln,
den die Kurbelwelle 13 am oberen Totpunkt des Kolbens 3 einnimmt.
Die Lage des Auswertungsintervalls kann jedoch auch durch absolute Drehwinkelwerte
der Kurbelwelle 13 festgelegt werden. Einerseits ist es
hinsichtlich der Trennschärfe erstrebenswert,
das Auswertungsintervall so schmal wie möglich zu halten, andererseits
muss auch sichergestellt werden, dass das Auswertungsintervall den
Winkelbereich der Kurbelwelle abdeckt, in dem eine klopfende Verbrennung
auftritt.
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In 3 ist
ein Ausführungsbeispiel
eines Steuerverfahrens für
eine Brennkraftmaschine 1 in Form eines Ablaufdiagramms
schematisch dargestellt, mittels dem die Bestimmung der Lage des
Auswertungsintervalls optimiert werden kann.
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Das
Verfahren wird mit Schritt 300, beispielsweise beim Anlassen
der Brennkraftmaschine 1, gestartet. Ab dem Start des Verfahrens
wird permanent das Ausgangssignal des Klopfsensors 14 erfasst.
Die Werte dieses Klopfsensors 14 stehen daher der Steuereinrichtung 26 bei
Betrieb der Brennkraftmaschine 1 zu jedem beliebigen Zeitpunkt
zur Verfügung.
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Nach
dem Start des Verfahrens werden in Schritt 301 von der
Steuereinrichtung 26 die Werte von Betriebsparametern in
Form von Sensorsignalen erfasst, oder basierend auf geeigneten physikalischen
Modellen berechnet. Als Betriebsparameter sind hier alle physikalischen
Größen gemeint,
welche einen Einfluss auf das Betriebsverhalten der Brennkraftmaschine 1 haben.
Dazu zählen
insbesondere die Drehzahl, die Temperatur der Brennkraftmaschine 1,
die der Brennkraftmaschine 1 zugeführte Frischluftmenge, der aktuell
eingestellte Zündwinkel, die
Abgas- bzw. die Brenngemischzusammensetzung und die Umgebungstemperatur.
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Basierend
auf zumindest einem Teil dieser Betriebsparameter wird im Schritt 302 der
Referenzzündwinkel
IGARef am aktuellen Betriebspunkt der Brennkraftmaschine 1 bestimmt.
Die Bestimmung des Referenzzündwinkels
IGARef kann beispielsweise mittels eines
Kennfeldes in Abhängigkeit
von der aktuellen Drehzahl und der zugeführten Frischluftmenge erfolgen.
Alternativ zur zugeführten
Frischluftmenge kann als Lastparameter auch der Druck im Saugrohr
verwendet werden.
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Im
Schritt 303 wird der tatsächlich einzustellende Zündwinkel
IGAAct, mit welchem die Brennkraftmaschine
am aktuellen Betriebspunkt betrieben werden soll, ermittelt. Wie
oben bereits erläutert
wurde, kann der tatsächliche
Zündwinkel
IGAAct basierend auf den Referenzzündwinkel
IGARef unter Berücksichtigung von Korrekturwerten
bestimmt werden. Zumindest ein Korrekturwert berücksichtigt dabei die Klopfneigung
der Brennkraftmaschine 1 in Abhängigkeit von den erfassten
Betriebsparametern.
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Im
Schritt 304 wird die Differenz zwischen dem Referenzzündwinkel
IGARef und dem tatsächlichen Zündwinkel IGAAct ermittelt.
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In
Abhängigkeit
von der ermittelten Differenz wird in Schritt 305 die Lage
des Auswertungsintervalls für
das Ausgangssignal des Klopfsensors 14 bestimmt. Vorteilhafterweise
wird die Lage des Auswertungsintervalls relativ zur Winkellage der
Kurbelwelle am oberen Totpunkt des Kolbens festgelegt. Das Auswertungsintervall
kann dabei beispielsweise durch einen Be grenzungswert (Startpunkt
oder Endpunkt) und eine Weite, das heißt die Spanne des überdeckten
Kurbelwellenwinkels, in welchem das Ausgangssignal des Klopfsensors
für die
Klopferkennung verwendet wird, definiert werden. Dabei kann die
Weite des Auswertungsintervalls entweder starr vorgegeben sein oder
in Abhängigkeit
von relevanten Betriebsparametern variiert werden. Alternativ kann das
Auswertungsintervall auch durch Festlegung des Startwerts und des
Endwerts definiert werden.
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Wie
weiter oben bereits erläutert
wurde, wird die Differenz zwischen dem Referenzzündwinkel IGARef und
dem tatsächlichem
Zündwinkel
IGAAct mit zunehmender Klopfneigung größer. Dies
hängt damit zusammen,
dass zur Vermeidung einer klopfenden Verbrennung, der tatsächliche
Zündwinkel
IGAAct relativ zum Referenzzündwinkel
IGARef immer weiter in Richtung Spät verschoben
wird. Die Lage des Auswertungsintervalls wird vorteilhafterweise
derart variiert, dass das Auswertungsintervall immer weiter in Richtung „Spät" verschoben wird
je größer die
Differenz zwischen dem Referenzzündwinkel
IGARef und dem tatsächlichem Zündwinkel IGAAct ist,
und dass das Auswertungsintervall immer weiter in Richtung „Früh" (in 2 in
Richtung negativerer Wert für
IGA) verschoben wird je kleiner die Differenz zwischen dem Referenzzündwinkel
IGARef und dem tatsächlichem Zündwinkel IGAAct ist.
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Im
Schritt 306 werden nun die Signalwerte des Klopfsensors
im Auswertungsintervall zur Identifizierung möglicher Klopfereignisse herangezogen. Wie
weiter oben bereits erwähnt
wurde, kann dazu das Signal des Klopfsensors 14 aufintegriert
werden und ein Klopfereignis identifiziert werden, falls das aufintegrierte
Signal einen vorgegebenen Grenzwert übersteigt.
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Wird
im Schritt 306 eine klopfende Verbrennung identifiziert,
so wird in Schritt 307 der tatsächliche Zündwinkel IGAAct derart
angepasst, dass keine Klopfereignisse mehr auftreten. Dies kann
beispielsweise mittels eines additiven Korrekturwerts bei der Bestimmung
des tatsächlichen
Zündwinkels
IGAAct erfolgen. Dabei wird der tatsächliche
Zündwinkel
IGAAct um einen vorgegebenen Betrag weiter
in Richtung „Spät" verschoben.
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Wird
im Schritt 306 keine klopfende Verbrennung identifiziert,
so wird der tatsächliche
Zündwinkel IGAAct in Schritt 307 entweder beibehalten
oder zur Steigerung der Effizienz der Brennkraftmaschine 1 auch
um einen gewissen Betrag in Richtung „Früh" verschoben.
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Nach
der Anpassung des tatsächlichen Zündwinkels
wird das Verfahren von Neuem durchlaufen.
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Das
erfindungsgemäße Verfahren
bietet eine flexible Anpassung der Lage des Auswertungsintervalls
an die aktuell herrschenden Betriebs- und Umgebungsbedingungen.
Dadurch kann das Auswertungsintervall schmal gehalten werden, was
die Trennschärfe
bei der Auswertung des Signals des Klopfsensors 14 und
damit die Genauigkeit bei der Bestimmung einer klopfenden Verbrennung
steigert. Es ist es nicht mehr notwendig, bei der Festlegung des
Auswertungsintervalls alle möglichen
Betriebsbedingungen, welche die Klopfneigung der Brennkraftmaschine 1 verstärken, permanent
vorzuhalten.