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Die
Erfindung betrifft eine optische Anordnung für die Überwachung und/oder Bestimmung
physikalischer und/oder chemischer Messgrößen, bei der elektromagnetische
Strahlung von mindestens einer Strahlungsquelle emittiert und durch
eine optische Faser auf mindestens einen optischen Detektor gerichtet
wird. Sie kann dabei insbesondere für eine zerstörungsfreie
Zustandsüberwachung,
beispielsweise „structural
health monitoring" (nachfolgend SHM)
von langlebigen, auch großformatigen
bzw. komplexen Geräten,
technischen Anlagen, Verkehrs- und Transportmitteln sowie Hoch- und Tiefbauwerken
eingesetzt werden. Es können
korrosive Einflüsse
oder Schädigungen
bzw. Defekte sowie Veränderungen
bei Umgebungsbedingungen erkannt und erfasst werden.
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Dies
kann über
lange Zeiträume,
kontinuierlich aber auch in vorgegebenen Zeitintervallen zuverlässig erfolgen.
Insbesondere unter dem Aspekt der Unempfindlichkeit gegenüber Einflüssen von
elektromagnetischen Feldern haben sich optische Systeme mit optischen
Fasern vielfältige
Anwendungen erschlossen.
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Es
können
auch Messsignale störungsfrei überlagert
und verlustlos getrennt werden. Messsignale können gleichzeitig an verschiedenen
Positionen detektiert und lokalisiert erfasst werden.
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Bisher
können
sie für
die Bestimmung von Einflüssen
verschiedenster Einflüsse
eingesetzt werden, wobei jeweils eine Anpassung an zu bestimmende
Einflüsse
oder Messgrößen erfolgen
muss.
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Häufig werden
Faser-Bragg-Gitter-Sensoren eingesetzt. Dabei sind Bereiche einer
optischen Faser in Form eines Bragg-Gitters, die längs der
Faserachse eine periodische Modulation der optischen Brechzahlen
aufweisen und eine bestimmte für
eine Wellenlänge
ausgelegte Gitterperiode aufweisen, vorhanden. Solche Bragg-Gitter
aufweisenden optischen Fasersensoren sind primär für die Messung von Temperatur
und mechanischer Spannungen im Bereich des Gitters geeignet. Ihre
Nutzung für
die Messung anderer Parameter ist extrem aufwändig und kostenintensiv, was
insbesondere bei einer Bestimmung oder Überwachung von Korrosion oder Korrosionsprodukten
der Fall ist.
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Neben
anderen ist es auch aus
DE
196 30 181 C2 bekannt optische Fasern mit Bragg-Gittern einzusetzen.
Dabei soll die jeweilige optische Faser im Bereich, in dem ein Bragg-Gitter
ausgebildet ist, so abgedünnt
werden, dass eine optische Grenzfläche vorliegt an der ein evanescentes
Feld ausgebildet werden kann. Darauf wiederum kann eine Schicht aufgebracht
werden, die sich bei verändernden
Umgebungsbedingungen, insbesondere die Feuchtigkeit, ebenfalls verändert und
dadurch wiederum eine Änderung
des periodischen Brechzahlverlaufes im Bereich des Bragg-Gitters
hervorgerufen wird. Diese Modifikationen führen im allgemeinen zu hohen
zusätzlichen
Strahlungsverlusten, was zu einer Reduzierung der Nachweisempfindlichkeit
führt.
Außerdem
wird dadurch die Anzahl der möglichen
Detektionspositionen an eine optischen Faser reduziert.
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Aus
DE 10 2004 052 932
B4 ist ein Sensorfeld zum Erzeugen von optischen Signalen
mit mehreren lichtleitenden Strukturen und mindestens einem Lichteingang
zur Einkopplung von Licht bekannt.
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Die
WO 2006/116590 A1 betrifft
optische Fasersensoren mit räumlicher
Auflösung
mit einer sensitiven optischen Faser, einer Lichtquelle, einer Spannungsversorgung,
Detektoren, Signalverarbeitungsmitteln und einem Display. An der
optischen Faser ist mindestens ein sensitiver Bereich vorhanden.
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US 6,956,982 betrifft eine
integrierte Lichtleiteranordnung mit einer lichtleitenden Kernschicht,
einer Pufferschicht und einer aktiven oder Claddingschicht.
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Desweiteren
ist in
DE 196 30 181
C2 ein kompakter Lichtleitfasersensor zur Detektion chemischer
oder biochemischer Substanzen bekannt, der mit einem Bragg-Gitter
versehen ist.
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Es
ist daher Aufgabe der Erfindung Möglichkeiten für eine vereinfachte,
kostengünstigere
und zuverlässige re
optische Detektion physikalischer und/oder chemischer Einflüsse bzw.
Messgrößen vorzuschlagen,
bei denen auf den Einsatz von Bragg-Gittern verzichtet werden kann.
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Erfindungsgemäß wird diese
Aufgabe mit einer Anordnung, die die Merkmale des Anspruchs 1 aufweist,
gelöst.
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Vorteilhafte
Ausgestaltungen und Weiterbildungen der Erfindung können mit
in untergeordneten Ansprüchen
bezeichneten Merkmalen erreicht werden.
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Die
erfindungsgemäße Anordnung
ist besonders für
ein SHM geeignet.
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Analog
zu bekannten technischen Lösungen wird
von einer Strahlungsquelle emittierte elektromagnetische Strahlung
durch eine optische Faser gerichtet und dabei transmittierte und/oder
reflektierte elektromagnetische Strahlung mit mindestens einem optischen
Detektor erfasst. An der jeweiligen optischen Faser ist dabei erfindungsgemäß mindestens ein
sensitiver Be reich ausgebildet. Dort wurde Werkstoff des Kerns und/oder
des Mantels der optischen Faser entfernt und durch einen Stoff oder
ein Stoffgemisch ersetzt. Der Stoff oder das Stoffgemisch sind dabei
zumindest im Bereich einer Wellenlänge der elektromagnetischen
Strahlung optisch transparent. Der Stoff oder das Stoffgemisch sind
so ausgewählt, dass
eine Änderung
der komplexen Brechzahl durch eine Modifizierung in Folge eines
auf die optische Faser wirkenden physikalischen und/oder chemischen Einflusses
auftritt und dadurch wiederum eine Veränderung der Transmission und/oder
Reflexion der elektromagnetischen Strahlung innerhalb der optischen
Faser auftritt, die mit dem mindestens einen optischen Detektor
erfasst werden kann. So können sich
die optische Brechzahl und/oder die Absorptionskonstante des Stoffes
oder Stoffgemisches verändern.
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In
unbeeinflusstem Zustand und bei mindestens einer möglichen
Messtemperatur und/oder Messwellenlänge sollte die optische Brechzahl
des Stoffs oder Stoffgemischs mit der optischen Brechzahl des ersetzten
Werkstoffs der optischen Faser übereinstimmen
oder die Abweichung der optischen Brechzahl des Stoffs oder Stoffgemischs
kleiner als die Differenz der optischen Brechzahlen des Kerns und
Mantels der jeweiligen optischen Faser sein. Die Abweichung sollte
dabei möglichst
mindestens zweifach kleiner als die Differenz der optischen Brechzahlen
von Kern und Mantel sein.
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Verändert sich
durch einen auf einen sensitiven Bereich wirkenden Einfluss die
komplexe Brechzahl kann es einmal zu einem veränderten Reflexionsverhalten
an Grenzflächen
zwischen Faserwerkstoff und Stoff bzw. Stoffgemisch kommen, so dass mit
dem/den optischen Detektor(en) veränderte Intensitäten erfasst
werden können.
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Allein
oder zusätzlich
kann aber auch elektromagnetische Strahlung vom Stoff oder Stoffgemisch
absorbiert werden, so dass die Transmission stark beeinflusst und
ebenfalls veränderte
Intensitäten
der elektromagnetischen Strahlung detektiert werden können.
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In
an sich bekannter Weise kann unmodulierte, modulierte und gepulste
elektromagnetische Strahlung eingesetzt werden. Bei gepulster und/oder modulierter
elektromagnetischer Strahlung besteht die Möglichkeit, über Laufzeitbestimmung die
jeweilige Position des jeweiligen sensitiven Bereichs an einer optischen
Faser zu bestimmen, was insbesondere dann von Interesse ist, wenn
an einer optischen Faser viele sensitive Bereiche vorhanden sind,
die so voneinander unterschieden werden können. So kann auch eine Lokalisierung/Positionsbestimmung
des einwirkenden Einflusses ermöglicht
werden. Dies kann auch durch Bestimmung von Reflexion und Transmission
in den beiden möglichen
Richtungen bei kontinuierlicher Einstrahlung mit stark reduzierter Lokalisierbarkeit
erreicht werden.
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So
können
bei der Erfindung an sich bekannte Grundanordnungen eingesetzt werden.
Dies betrifft die Anordnung von Strahlungsquellen und Detektoren
an den jeweiligen Faserenden an denen die elektromagnetische Strahlung
ein- und wieder ausgekoppelt werden kann. Bevorzugt ist ein Einstrahlen von
zwei Seiten, wodurch die Messgenauigkeit erhöht werden kann.
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Der
jeweilige Stoff oder das Stoffgemisch kann dabei in Bereiche eingebracht
werden, aus denen vorher Fa serwerkstoff entfernt worden ist. Dabei kann
ein Abtrag von Faserwerkstoff beispielsweise auf geeignete mechanische
Weise aber auch durch Laserstrahlung, Ionen- oder Elektronenstrahlung oder
durch eine Ätztechnik
erfolgen. Es können
Bohrungen, Vertiefungen oder ein Hohlraum ausgebildet werden. Bohrungen
können
als Durchgangsbohrung durch Mantel und Kern aber auch in Form von
Sacklöchern
ausgebildet werden. Der abgetragene Faserwerkstoff kann dann durch
Be- oder Ausfüllen
teilweise oder vollständig
durch den jeweiligen Stoff oder das Stoffgemisch ersetzt werden.
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Wirkt
dann ein Einfluss auf einen jeweiligen Bereich kann sich der Stoff
oder das Stoffgemisch in Folge Modifikation verändern. Dies kann beispielsweise
eine chemische Reaktion, eine Strukturänderung (Gitter, Kristallisation,
Gelbildung), Aufnahme eines Fluids in Poren bzw. durch ein Eindiffundieren oder
durch Quellen bzw. auch ein in Lösung
gehen sein.
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Je
nach erfolgter Modifikation und unter Berücksichtigung des jeweils gewählten Stoffs
oder Stoffgemischs können
diese Veränderungen
reversibel oder auch irreversibel sein. Durch diese Modifikation ändert sich
im allgemeinen die komplexe optische Brechzahl in dem jeweiligen
sensitiven Bereich je nach Wellenlänge der ausgelesenen/ausgewerteten
elektromagnetischen Strahlung mehr oder weniger.
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Für den Nachweis
von aufgetretener Korrosion oder aufgetretener Korrosionsgefahr
auch über lange
Zeiträume,
kann die Erfindung eingesetzt werden. Dabei ist es auch möglich sensitive
Bereiche in bekannter Weise mit mindestens einer Schicht gegenüber der
Umgebung abzudecken. Der jeweils gewählte Schichtwerkstoff kann
so gewählt
werden, dass er gleiches oder zumindest ähnliches Korrosionsverhalten,
wie ein zu überwachendes
Bauteil, ein Bauwerk oder ein Bereich davon aufweist. So kann eine
Schicht aus Metall oder einer Metalllegierung auf einem sensitiven
Bereich ausgebildet sein. Dies kann durch bekannte Beschichtungstechniken
auch in Dünnschichttechnologie
erfolgen.
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Mehrere
sensitive Bereiche können
auch mit Schichten, die eine unterschiedliche Schichtdicke aufweisen,
abgedeckt werden. Dadurch kann der zeitliche Ablauf eines Korrosionsangriffs
erfasst und überwacht
werden. Da die Korrosion auch den Schichtwerkstoff entsprechend
angreift und dadurch der jeweilige Stoff oder das Stoffgemisch dann
freigelegt wird. Nach dem Freilegen kann dann beispielsweise ein
Fluid, das ggf. auch korrosiv wirkend sein kann, mit dem Stoff oder
Stoffgemisch Wechselwirken. Ist beispielsweise ein für eine Flüssigkeit
löslicher
Stoff oder ein solches Stoffgemisch (z. B. ein Salz) im jeweiligen
sensitiven Bereich eingesetzt worden, kann der in Frage kommende
Bereich mit Flüssigkeit
oder Luft, die den Stoff oder das Stoffgemisch dann wiederum ersetzen,
zumindest teilweise gefüllt
werden, wodurch eine detektierbare Änderung der Brechzahl in diesem
sensitiven Bereich auftritt.
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Wie
bereits angedeutet können
an einer optischen Faser eine Vielzahl sensitiver Bereiche vorhanden
sein, die dann an vorgebbaren Positionen auch in vorgebbaren Abständen zueinander
und dann auch äquidistant
zueinander angeordnet sein können.
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Sensitive
Bereiche können
mit unterschiedlichen Stoffen und/oder Stoffgemischen versehen sein,
so dass auch mit einer erfindungsgemäßen Anordnung mehrere unterschiedliche
Einflüsse
detektiert oder erfasst werden können.
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Es
kann sowohl monochromatische elektromagnetische Strahlung, wie auch
ein ausgewähltes Strahlungsspektrum
eingesetzt werden. Es kann auch monochromatische Strahlung mit wechselnder Wellenlänge eingesetzt
werden, wodurch die Sensitivität
und/oder Messgenauigkeit erhöht
werden kann. Unterschiedliche Einflüsse oder Defekte können auch
dadurch besser erkannt werden.
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Bei
der Erfindung können
verschiedene für die
jeweilige Anwendung ausgewählte
und besonders geeignete Stoffe oder Stoffgemische eingesetzt werden.
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Beispielsweise
können
diese Bereiche mit nanoporöser
Keramik (z. B. aus Al2O3,
Si3N4), nanoporösen Polymeren,
mit nanopörosen
Pulver gefüllt werden.
Die Nanoporen können
dann je nach Stärke einer
Einwirkung mehr oder weniger ausgefüllt werden. Ein sensitiver
Bereich kann auch mit einem Flüssigkeitsgemisch
oder einer löslichen
Substanz, die durch äußeren Einfluss
gelöst
wird gefüllt
sein. Ein geeigneter Stoff oder ein Stoffgemisch kann auch eine
Reaktion bei Korrosion oder mit einem Korrosionsprodukt in der Umgebung
eingehen, wodurch eine Veränderung
der optischen Brechzahl oder des Absorptionskoeffizienten (beispielsweise
gekennzeichnet durch eine Verfärbung)
auftritt).
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So
sind auch Salze beispielsweise Natrium- und Kaliumchlorid wegen
der optischen Eigenschaften und ihrer Löslichkeit geeignet.
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Ein
Stoff oder Stoffgemisch kann aber auch eine Mat rix bilden, in der
dann Partikel eingebettet sein können.
Die mittlere Partikelgröße sollte
dann kleiner als die jeweils zur Bestimmung eingesetzte Wellenlänge der
elektromagnetischen Strahlung sein. Für die Bildung der Matrix kann
beispielsweise ein organisches, anorganisches oder anorganisch-organisches
Hybridpolymer beispielsweise auf Siliciumbasis (so genannte Ormocere)
eingesetzt werden. Darin können
auch andere z. B. Partikel oder Moleküle eingebettet sein. Partikel
könne auch
aus einem optischen Glas, oder einem solchen Polymer gebildet sein.
Es können
auch Oxide, wie z. B. Titanoxid als Partikel für sensitive Bereiche eingesetzt werden.
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Bei
der Erfindung ist es möglich
eine große Anzahl
sensitiver Bereiche an einer optischen Faser vorzusehen, die wiederum
jeweils voneinander getrennte Messsignale liefern, die auch sicher
und ohne Verluste voneinander getrennt werden können. Es ist eine geringere
Dämpfung
der Signale als bei vergleichbaren bekannten Systemen erreichbar.
Es ist eine Anpassung der geforderten Länge einer optischen Faser an
die jeweilige Applikation möglich.
Sie können
bei verbesserter Sensitivität
auch kürzer
als vergleichbare mit Bragg-Gitter versehene sein. Bei Bedarf können aber
auch sehr lange optische Fasern mit Längen oberhalb 1000 m eingesetzt
werden.
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Wenn
alle zu überwachenden
Positionen eines Objektes von der gleichen optischen Faser durchzogen
werden können
und wenn nur der einmalige Nachweis einer Schwellwertüberschreitung
im Rahmen eines SHM nachzuweisen ist, können durchgehend irreversible
Prozesse genutzt werden, die durch Akkumulation eine besonders hohe
Nachweisempfindlichkeit sowie eine hohe Zuverlässigkeit und Robustheit erreichen.
Mit den be schriebenen Möglichkeiten
kann der erste „Fehler" detektiert und lokalisiert
werden.
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Bei
der Erfindung können
Brechzahländerungen
im Bereich von 10–1, bei Faser-Bragg-Gitter-Sensoren
aber im Vergleich lediglich 10–3 erreicht werden. So
kann ggf. bereits ein sensitiver Bereich an einer optischen Faser
ausreichen, um eine gewünschte
Messgenauigkeit und Sicherheit mit einer erreichbaren Reflektivität (≥ 0,01) einhalten
zu können.
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Die
mögliche
maximale Anzahl sensitiver Bereiche an einer optischen Faser, die
voneinander unterscheidbare Messsignale liefern können, ist
lediglich durch die räumliche
Auflösung
der optischen Entfernungstechnik begrenzt. Mit der optischen Zeitverzögerungsreflektometrie
kann eine relative Auflösung
von 10–4 erreicht
werden, so dass auf einer Faserlänge
von mehr als 10 m ca. 104 sensitive Bereiche
vorhanden sein und deren Messsignale sicher voneinander unterschiedene
werden können.
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So
kann man bei der Langzeitüberwachung von
Korrosionsschäden
mit einer großen
Anzahl sensitiver Bereiche, die sehr nah nebeneinander angeordnet
sein können,
sichere Aussagen über
den Korrosionszustand erhalten. Hier wirken sich auch die beispielhaft
erwähnten
Schichten mit unterschiedlichen Schichtdicken, die diese abdecken,
vorteilhaft aus. Die Schichten können
aus dem jeweiligen korrosionsanfälligen
Werkstoff, der überwacht
werden soll, gebildet sein. Erst nach starker Schädigung der
abdeckenden Schicht können
signifikante Messsignaländerungen
erfasst werden, wenn der jeweilige Stoff oder das Stoffgemisch mit
der korrosiv wirkenden Umgebung in Kontakt kommen kann oder dadurch frei
gesetzt wird.
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Da
diese Verzögerungen
an unterschiedlich beschichteten sensitiven Bereichen monoton zeitversetzt
in Abhängigkeit
der Schichtdicke auftreten, kann der zeitliche Verlauf der Korrosionsschädigung erfasst
werden. Eine erfindungsgemäße Anordnung kann
dabei so ausgelegt werden, dass man eine erste Warnung erhält, wenn
eine Schicht mit einer Schichtdicke d = 0,01 D durchgehend geschädigt ist und
weitere Messsignale von sensitiven Bereichen mit Abdeckungen, die
eine größere Schichtdicke
aufweisen, zu späteren
Zeitpunkten erfasst werden können.
Dadurch können
frühzeitig
Gegenmaßnahmen bei
Korrosionsangriff ergriffen werden.
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Eine
spektrale Selektion im Nachweis ist bei einer erfindungsgemäßen Anordnung
nicht unbedingt erforderlich. Eine bestimmte spektrale Verteilung
der eingesetzten elektromagnetischen Strahlung ist nicht zwingend
einzuhalten, so dass in großer Mannigfaltigkeit
kostengünstige
technische Lösungen
zur Verfügung
gestellt werden können.
Hierzu gehören
auch solche, bei denen die Möglichkeit
der freien Wahl von Messwellenlängen
ausgenutzt werden können,
um spektrale Eigenschaften von Defekten oder Korrosionsprodukten
verfolgen zu können. Spektralvariationen
können
auch im Zusammenhang mit einem unterschiedlichen Dispersionsverhalten von
Faserwerkstoffen und Stoff oder Stoffgemisch genutzt werden, um
aus kleinen (wellenlängenabhängigen)
Restreflexionen Schlüsse
auf den Zustand der Anordnung bzw. der Umgebung abzuleiten.
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Bei
der Erfindung können
optische Fasern mit einem Kern aus Glas oder auch einem Polymer eingesetzt
werden. Polymerfasern lassen sich leichter bearbeiten und auch für die Erfindung
modifizieren. Glasfasern erreichen höhere Festigkeiten, Stabiltitäten und
Le bensdauer. Sie sind gegenüber
dem Einfluss von Temperatur und mechanischer Spannung resistenter.
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Je
nach Einsatz und Umgebungsbedingungen (aggressive Medien) kann die
entsprechende Auswahl getroffen werden. Zur Erhöhung der Sicherheit und für eine Redundanz
können
mehrere gleiche sensitive Bereiche vorhanden sein. Dies kann auch eine
mögliche
Referenzierung betreffen, um mögliche
Einflüsse,
wie z. B. veränderte
Temperaturen und anderer Umgebungsparameter, die Einfluss auf Messsignale
haben können,
zu kompensieren oder eleminieren. Gerade hier wirkt sich aber die
Möglichkeit
der Ausbildung einer Vielzahl sensitiver Bereiche vorteilhaft aus.
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Nachfolgend
soll die Erfindung an Hand von Beispielen näher erläutert werden.
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Dabei
zeigen:
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1 eine
an einer erfindungsgemäßen Anordnung
einsetzbare optische Faser mit unterschiedlich ausgebildeten sensitiven
Bereichen im Längs- und
Querschnitt an sensitiven Bereichen und
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2 eine
schematische Darstellung eines scheibenförmigen Elements, das an einem
sensitiven Bereich eingesetzt werden kann.
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Bei
der in 1 gezeigten optischen Faser 1 sind zwei
sensitive Bereiche 2 vorhanden. Von der optischen Faser 1 wurde
Faserwerkstoff entfernt. So ist beim in 1 links
angeordneten sensitiven Bereich 2 lediglich Werkstoff des
Kerns 1.1 und beim dort rechts dargestellten sensitiven
Bereich 2 auch Werkstoff des Mantels 1.2 entfernt
worden. Dabei wurde durch die optische Faser 1 eine Durchgangsbohrung
ausgebildet. Dies kann aber auch in nicht dargestellter Form ein
Sackloch sein. Es können
aber auch Vertiefungen mit anderen geometrischen Gestaltungen genutzt
werden (ebenfalls nicht dargestellt).
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Der
entfernte Faserwerkstoff kann bei einer solchen Ausführung durch
einen der vorab genannten Stoffe (z. B. nanoporöse Keramik) ersetzt worden sein.
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Der
Anteil des so veränderten
Bereiches an der gesamten Querschnittsfläche von Kern 1.1 und Mantel 1.2 bestimmt
zusammen mit der jeweiligen auftretenden Veränderung der optischen Brechzahl die
Reflexion der elektromagnetsichen Strahlung an der jeweiligen Grenzfläche in Richtung
der optischen Achse der optischen Faser 1, also der Weg,
der von der elektromagnetischen Strahlung durch den Stoff oder das
Stoffgemisch zurück
gelegt werden muss, bestimmt gemeinsam mit der auftretenden Brechzahländerung
die Änderung
der Reflexion.
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Um
nach einem Ansprechen eines sensitiven Bereichs 2 auch
weitere Reflexionen von anderen sensitiven Bereichen 2 nutzen
zu können,
die in Strahlungsrichtung nachfolgend angeordnet sind, darf die
Reflexion an einem sensitiven Bereich 2 nicht zu hoch gewählt sein.
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Dabei
kann die Strahlungsenergie, die von einem nachfolgend angeordneten
sensitiven Bereich
2 auf eine optischen Detektor auftrifft,
wie folgt berücksichtigt
werden:
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Mit
E0 (Energie der elektromagnetischen Strahlung,
RzSensor Reflexion am sensitiven Bereich, Ri Reflexion am i-ten sensitiven Bereich,
vor dem sensitiven Bereich, i Gesamtzahl sensitiver Bereiche, die
vor dem jeweiligen sensitiven Bereich angeordnet sind).
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Der
Kern 1.1 der optischen Faser 1 weist, wie üblich eine
höhere
Brechzahl, als der Mantel 1.2 auf. Die Bohrungen sind mit
einem Stoff gefüllt,
der ohne Korrosionseinfluss die gleiche Brechzahl wie der Kern 1.1 aufweist.
Nach Korrosionsangriff ist die Brechzahl des Stoffs zumindest insoweit
verändert, dass
eine Reflexion an der Grenzfläche
sicher nachgewiesen werden kann.
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In 2 ist
ein scheibenförmiges
Element 3 gezeigt, an dem ein sensitiver Bereich 2 gebildet
werden kann. Dabei ist ein Sektor über einen bestimmten Winkelbereich
der Kreisscheibe modifiziert, was mit den eingezeichneten Punkten
im Kern- und Mantelbereich verdeutlicht worden ist. Es kann aber
auch ein größerer, kleinerer
Bereich oder auch der gesamte Winkelbereich des scheibenförmigen Elements 3 aus
einem Stoff oder Stoffgemisch gebildet sein, der/das die gewünschte Änderung
der komplexen Brechzahl im Messprozess erreichen kann. Dieser Bereich
kann sich (radial) nur auf ein Messgebiet der optischen Faser 1 beschränken.
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Ein
solches scheibenförmiges
Element 3 kann direkt in der Faser 1 ausgebildet
oder in eine optische Faser 1 eingefügt werden. Dabei kann ein scheibenförmiges E lement 3 mit
zwei Faserenden optischer Fasern 1 zusammen gesetzt oder
gefügt sein.
Das Fügen
kann durch Kleben oder Verschweißung erreicht werden.
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Bei
gewünschten
hohen Messempfindlichkeiten können
auch mehrere scheibenförmige
Elemente 3 nacheinander in Reihe angeordnet sein. Dabei
kann ein scheibenförmiges
Element 3 modifiziert oder mit einem modifizierten Sektor
versehen sein und das jeweils nachfolgende scheibenförmige Element
dann nicht modifiziert oder ohne modifizierten Sektor ausgebildet
sein. Es können
mehrere solcher Paare scheibenförmiger
Elemente 3 in Form eines Stapels vorhanden sein.
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Die
scheibenförmigen
Elemente 3 sollten dabei jeweils gleiche Dicken aufweisen,
was insbesondere auf jeweils ein Paar nebeneinander angeordneter
scheibenförmiger
Elemente 3 zutrifft. Die scheibenförmigen Elemente 3 sollten
eine Dicke aufweisen, die einem ganzzahligen Vielfachen von λ/4 (λ = λ0/n,
mit λ0 Wellenlänge
im Vakuum und n optische Brechzahl) einer vorgebbaren Wellenlänge der
elektromagnetischen Strahlung entsprechen.
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Die
Gesamtdicke eines Paares scheibenförmiger Elemente sollte die
Größe L = λB/2ne berücksichtigen
und dieser oder einem ganzzahligen Vielfachen davon entsprechen.
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Dadurch
kann die Messempfindlichkeit erhöht
und den Forderungen nach einer hohen räumlichen Auflösung entsprochen
werden.
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Die
erfindungsgemäßen Anordnungen,
die die in den Figuren gezeigten Elemente einsetzen, sind geeignet
um nach einer irreversiblen Schädigung,
beispielsweise durch Korrosion, wieder regeneriert zu werden. Dabei
kann ggf. nach Entfernung von Resten eines Stoffs oder Stoffgemischs
ein Ersatz durch erneutes Befüllen
mit Stoff oder Stoffgemisch erfolgen. Dies kann gleichzeitig mit
einer Beseitigung von vorab detektierter Korrosionsschäden auch
vor Ort erfolgen.
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Die
Entfernung der Reste kann beispielsweise mit Laserstrahlung oder
durch einen Ätzprozess erreicht
werden.
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Scheibenförmige Elemente 3 können ausgetauscht
werden.