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Die
Erfindung betrifft einen Spannungsumsetzer sowie eine Verwendung
eines Spannungsumsetzers und ein Verfahren zur Umsetzung einer Wechselspannung
in eine Gleichspannung in einem Spannungsumsetzer mit einer Gleichrichteinheit
und einer Spannungsregeleinheit, wobei die Spannungsregeleinheit
die Leistung des Spannungsumsetzers regelt.
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In
kontaktlose Chipkarten und RFID (Radio Frequency Identification)
Tags wird die Energie zur Versorgung der Chipkarte bzw. des RFID
Tags aus einem empfangenen elektromagnetischen Feld gewonnen. Dieses
elektromagnetische Feld wird mittels einer als Spule geformten Antenne
in einen elektrischen Strom, bzw. eine elektrische Spannung umgesetzt.
Dazu weist die Chipkarte zumeist 2 Spulenkontakte auf, an denen
die Antennenspule angeschlossen ist.
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Diese
Antennenspule ist in der Lage, eine von einem Kartenlesegerät ausgesendetes
elektromagnetisches Feld zu empfangen. Somit ist beispielsweise
eine Datenübertragung
ohne direkte elektrische Verbindung zwischen einer Chipkarte oder
eines RFID-Tags und einem Kartenlesegerät bzw. einer Portalschleife
herstellbar. In der Spule wird diese elektromagnetische Feldstärke in einen
elektrischen Strom umgesetzt.
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Die
in einem Chipmodul einer Chipkarte umgesetzte Leistung P ergibt
sich aus dem Produkt des in der Spule induzierten Stromes und der
zwischen den Spulenkontakten abfallenden Spannung.
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Der
induzierte Strom hängt
wiederum unter anderem von der Antennengeometrie und der Feldstärke des
angelegten Feldes ab. Bei einer maximalen elektromagnetischen Feldstärke, beispielsweise durch
eine minimal kurze Distanz zwischen Kartenlesegerät und Chipkarte,
kann der Spulenstrom als nahezu konstant angesehen werden. Darüber hinaus wird
bei dieser maximalen Feldstärke
ein hoher Anteil der induzierten Energie in Verlustleistung umgesetzt, da
wie eingangs beschrieben, das Chipmodul mit einem konstanten Spannungswert
betrieben wird. Dieses Verlustleistung wird beispielsweise in Form
von Wärme
in einem Spannungsumsetzer einer Chipkarte freigesetzt. Man bezeichnet
diesen Vorgang auch als Eigenerwärmungseffekt
(self-heating effect).
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Für eine maximale
Feldstärke
kann der induzierte Strom als konstant für ein spezifisches Antennendesign
angesehen werden. Dadurch kann davon ausgegangen werden, dass bei
sehr hohen Feldstärken
die Verlustleistung und damit der Eigenerwärmungseffekt linear von der
Spannung zwischen den Spulenkontakten abhängt.
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Dieser
Eigenerwärmungseffekt
muss beachtet werden, wenn man die maximale Operationstemperatur
des Chips berechnet. Es ist darauf zu achten, eine fixe Arbeitspunkteinstellung
der Schaltungen einzuhalten. Zusätzlich
ist auch zum Schutz der Anwender darauf zu achten, dass das Chipmodul
nicht überhitzt
und dementsprechend zu warm an den Gehäuseoberflächen wird.
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Die
Erfindung betrifft daher einen Spannungsumsetzer mit einer Gleichrichteinheit,
einer Spannungsregeleinheit, einem Eingang, an dem eine Wechselspannung
anlegbar ist, einem Ausgang, an dem eine gleichgerichtete Spannung
entnehmbar ist, wobei die Spannungsregeleinheit der Gleichrichteinheit
vor- oder nachgeschaltet
ist und die Spannungsregeleinheit die Leistung des Spannungsumsetzers derart
regelt, dass die Verlustleistung und damit ein Maximaltemperaturwert
nicht überschritten
wird.
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Weiterhin
ist eine Verwendung eines solchen Spannungsumsetzers vorgesehen.
Darüber
hinaus ist auch ein Verfahren angegeben, worin eine Wechselspannung
in eine Gleichspannung umgesetzt wird, wobei eingangsseitig eine
Wechselspannung an einen Spannungsumsetzer angelegt wird, die Leistung
im Spannungsumsetzers derart geregelt wird, dass die Verlustleistung
und damit ein Maximaltemperaturwert unterschritten bleibt, die Wechselspannung
vor oder nach der Leistungsregelung gleichgerichtet wird und die
gleichgerichtete Spannung ausgangsseitig abgegriffen wird.
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Weitere
vorteilhafte Ausgestaltungen werden in den untergeordneten Ansprüchen angegeben.
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Nachfolgend
wird die Erfindung anhand von Ausführungsbeispielen mit Bezugnahme
auf die Zeichnungen erläutert,
wobei in den Figuren gleiche oder gleich wirkende Bestandteile jeweils
mit den gleichen Bezugszeichen gekennzeichnet werden. Die dargestellten
Elemente sind nicht als maßstabsgerecht
anzusehen, vielmehr können
einzelne Elemente zum besseren Verständnis übertrieben groß bzw. übertrieben
vereinfacht dargestellt sein. Es zeigen:
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1 ein
Ersatzschaltbild einer Chipkarte,
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2 ein
Blockschaltbild eines Ausführungsbeispiels
zur Reduzierung der Eigenerwärmung,
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3 eine
Weiterbildung des in 2 gezeigten Ausführungsbeispiels,
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4 einen
Stromlaufplan der in 3 aufgezeigten Weiterbildung,
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5 einen
Signalverlauf an wichtigen Stellen des Stromlaufplans des Ausführungsbeispiels ohne
Eigenerwärmungsreduzierung,
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6 einen
Signalverlaufdiagramm an wichtigen Stellen des Stromlaufplans des
Ausführungsbeispiels
mit Eigenerwärmungsreduzierung,
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7 ein
alternatives Ausführungsbeispiel zur
Reduzierung der Eigenerwärmung,
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8 eine
Weiterbildung des in 7 gezeigten Ausführungsbeispiels.
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In 1 ist
ein Ersatzschaltbild einer Chipkarte dargestellt. Ein Chipmodul
CM ist hier durch die Parallelschaltung von zwei Ersatzkomponenten,
hier einem Kondensator und einem Widerstand repräsentiert. Dieses Chipmodul
ist zwischen den Spulenkontakten LA und LB angeordnet. Die Antennenspule wird
elektrisch durch eine Reihenschaltung aus einer Induktivität LSpule,
ihrem dazugehörigen
Verlustwiderstand RSpule und der in der Spule induzierten Spannung
Vind in 1 dargestellt.
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Zum
Betreiben des Chipmoduls wird diese induzierte Spannung in eine
gleichgerichtete Spannung umgesetzt und auf einen konstanten Wert
geregelt. Durch den konstanten Spannungswert wird sichergestellt,
dass die Schaltungsteile des nachfolgenden Chipmoduls in einem fixen
Arbeitspunkt betrieben werden. Für
hohe elektromagnetische Feldstärken
kann die Spulenspannung als eine sehr hohe Spannungsquelle mit Spannungen > 100 V angesehen werden
kann. Die Induktivität
LSpule mit dem Blindwiderstand XL und der Spulenverlustwiderstand RSpule
können
mehrere hundert Kiloohm betragen.
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Problematisch
ist hierbei, dass der Leistungsverbrauch und damit linear der Eigenerwärmungseffekt
im Chip ansteigt, wenn die empfangbare elektromagnetische Feldstärke ansteigt.
Temperaturen können
hierbei eine Gradzahl > 100°C erreichen, welches
für einen
Anwender sehr gefährlich
wird. Die maximal zulässige
Temperatur auf bzw. in der Chipkarte setzt sich allgemein aus der
Umgebungstemperatur und der Eigenerwärmung zusammen.
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Ebenfalls
ist es bei diesen hohen Temperaturen nicht mehr gewährleistet,
dass der Chip und seine Schaltungsteile in den errechneten idealen
Arbeitspunkten arbeiten. Dadurch kommt es insbesondere zu höheren Leckströmen, was
wiederum zu Ineffektivitäten
bis hin zum Ausfall einzelner Schalteinheiten führen kann. Dadurch ist die
Funktion dieser Schaltungsteile auf der Chipkarte nicht mehr gewährleistet
und/oder die Effektivität
der Chipkarte verschlechtert sich.
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Um
die hohe Verlustleistung und damit diesen Eigenerwärmungseffekt
(self-heating effect) zu unterbinden, ist es aufgrund der mathematischen und
physikalischen Gesetzmäßigkeiten
beispielsweise möglich,
durch Reduktion der Effektivwerte der Spannungen eine verminderte
Spannung gleichzurichten dementsprechend weniger Leistung im Chipmodul
umzusetzen. Ebenfalls ist es möglich
die Spannung zunächst
gleichzurichten und anschließend
zu regeln bzw. zu minimieren.
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In 2 ist
ein Ausführungsbeispiel
zur Reduzierung der Verlustleistung und damit der Reduzierung der
Eigenerwärmung
aufgezeigt. Ein Spannungsumsetzer 1 umfasst hierbei einen
Eingang, repräsentiert
durch die Spulenkontakte LA und LB, an dem eine Wechselspannung
anlegbar ist, eine Gleichrichteinheit 2, eine Spannungsregeleinheit 3 und
einen Ausgang, an dem eine gleichgerichtete Spannung entnehmbar
ist. Symbolisch dargestellt sind darüber hinaus die in 1 dargestellten
Ersatzelemente, der Lastwiderstand RLast und der Ersatzkondensator
CErsatz. Diese beiden Elemente dienen lediglich dem Verständnis und
tragen nicht zum Kerngedanken der Erfindung bei.
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An
den beiden Spulenkontakten LA und LB wird nun die Wechselspannung
U induziert angelegt bzw. durch die Spule L, die in diesem Ausführungsbeispiel
nicht dargestellt ist, wird eine Feldstärke in eine Wechselspannung
umgesetzt und an den Spulenkontakten LA und LB bereitgestellt. Der
erste Spulenkontakt LA ist mit einem ersten Anschluss des Ersatzkondensator
CErsatz verbunden. Der zweite Anschluss des Ersatzkondensators CErsatz
ist wiederum mit dem zweiten Spulenkontakt LB verbunden. Parallel
zum Kondensator CErsatz ist die Spannungsregeleinheit 3,
die Gleichrichteinheit 2 und der Lastwiderstand RLast geschaltet.
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Die
Spannungsregeleinheit 3 sorgt nun dafür, dass beispielsweise ein
Spannungswert nicht überschritten
wird. Mit den eingangs erwähnten
Zusammenhängen
aus Selbsterwärmungseffekt
und Spannung lässt
sich bei Reduzierung der Spannung auf einen bestimmten Wert eine
Verlustleistung minimieren und eine zu hohe Eigenerwärmung verhindern
bzw. ein Maximalwert der Temperatur nicht überschreiten. Parallel zur
Spannungsregeleinheit 3 ist die Gleichrichteinheit 2 geschaltet.
Diese Gleichrichteinheit 2 richtet die angelegte Wechselspannung in
eine gleichgerichtete Spannung gleich. Ausgangsseitig des Gleichrichters,
der Gleichrichteinheit, ist die Gleichspannung VDDRF erhalten. Diese
Gleichspannung wird nun einer dem Spannungsumsetzer folgenden Schalteinheit,
hier repräsentativ
durch den Lastwiderstand RLast dargestellt, zur Verfügung gestellt.
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Wird
nun eingangsseitig eine Wechselspannung an die Spulenkontakte LA
und LB angelegt, wird diese zunächst
in der Spannungsregeleinheit 3 auf einen konstanten Spannungswert
geregelt. Die Spannungsregeleinheit umfasst zumindest einen Shunt-Regulator
und eine Spannungsbegrenzungseinheit. Damit wird sichergestellt,
dass das nachgeschaltete Chipmodul, dargestellt durch den Lastwiderstand
RLast, mit einer konstanten Betriebsspannung betrieben wird. An
dieser Stelle sei darauf hingewiesen, dass zu keinem Zeitpunkt der
Leistungsregelung und der resultierenden Verlustleistungsminimierung
die nachgeschalteten Einheiten des Chipmoduls, bzw. das nachgeschaltete
Chipmodul in ihrer Funktion eingeschränkt werden. Zusätzlich wird
die Verlustleistung des Spannungsumsetzers derart geregelt, dass
eine bestimmte Maximaltemperaturwert des Chipmoduls nicht überschritten
wird. Mit Maximaltemperaturwert wird zum einen derjenige Temperaturwert
verstanden, bei dem die Effizienz des Chipmoduls einen bestimmten
Wert, beispielsweise 90% nicht unterschreitet und die Schaltungsteile
in einem optimalen Arbeitspunkt arbeiten. Zum anderen wird mit Maximaltemperaturwert
diejenige Temperatur des Chipkartengehäuses verstanden, bei der ein
Anwender oder Benutzer der Chipkarte Verletzungen durch Verbrennungen
bei Berührung
der Chipkarte von sich trägt.
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Die
Gleichrichteinheit 2 wiederum setzt die Wechselspannung
in eine gleichgerichtete Spannung um, welche wiederum ausgangsseitig
abgreifbar bzw. entnehmbar ist.
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In
einem nicht dargestellten alternativen Ausführungsbeispiel wird die Wechselspannung
zunächst
durch die Gleichrichteinheit 2 in eine gleichgerichtete
Spannung umgesetzt und anschließend
die Verlustleistung der gleichgerichteten Spannung minimiert.
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In 3 ist
eine Weiterbildung des in 2 dargestellten
Ausführungsbeispiels
aufgezeigt. Im Folgenden wird nur der Unterschied zwischen 2 und 3 beschrieben.
Im Unterschied zu 2 ist in 3 eine zweite
Schalteinheit 6 der Spannungsregeleinheit 3 parallel
angeordnet und geschalten. Die zweite Schalteinheit 6 weist
vorzugsweise zusätzlich
ein Steuersignal 7 auf.
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Die
zweite Schalteinheit 6 weist zumindest zwei Schaltzustände auf.
Im ersten Schaltzustand der zweiten Schalteinheit 6 wird
der Eingang LA, LB nicht kurzgeschlossen. In einem zweiten Schaltzustand
der zweiten Schalteinheit 6 wird der Eingang kurzgeschlossen.
Dieses Kurzschließen
erfolgt kurzzeitig. Mit kurzzeitig wird hier verstanden, dass der Eingang
für ca.
die Hälfte
der Periodendauer der angelegten Wechselspannung kurzgeschlossen
wird. Dadurch wird der Effektivwert der Wechselspannung verringert
und ein geringerer Teil der Energie der angelegten Wechselspannung
in eine gleichgerichtete Spannung umgesetzt.
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Typischerweise
erfolgt eine Datenübertragung
zwischen einem Kartenlesegerät
und einer Chipkarte bei einer Frequenz von 13,56 MHz, was einer
Periodendauer von ca. 73,75 ns entspricht. Wird nun die zweite Schalteinheit
in der doppelten Frequenz im zweiten Schaltzustand betrieben, wird
zumindest eine Halbwelle der angelegten Wechselspannung überbrückt. Die
daraus resultierende Frequenz beträgt dann 27,12 MHz oder respektive
die Periodendauer 36,87 ns. Andere Datenübertragungsfrequenzen und dementsprechend
andere Kurzschließdauern
sind hierbei ebenfalls denkbar.
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In
der Zeit, in der der Eingang kurzgeschlossenen ist, ist die Leistungsaufnahme
des Chipmoduls ca. null Watt, das Chipmodul wird in dieser Zeit
lediglich durch eine interne Kapazität weiter mit Spannung versorgt.
Diese Kapazität
ist vorzugsweise die Gesamtparasitärkapazität der Schaltung sein, oder
ein speziell vorgesehener Stützkondensator.
Durch dieses Kurzschließen
wird grundlegend die Operation der Chipkarte bzw. des RFID-Tags
nicht beeinflusst und/oder beeinträchtigt.
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In
alternativer Weise wird kein zusätzlicher Platz
in der Schaltungsanordnung benötigt,
da ein eventueller Schalter möglicherweise
im Shunt-Regulator, oder allgemein der Spannungsregeleinheit vorhanden
ist. In den meisten Chipkartenmodulen ist darüber hinaus ein bereits ein
Eingangskurzschlussschalter innerhalb der Spannungsregeleinheit 3 vorhanden,
der dann als zweite Schalteinheit genutzt wird.
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Die
zweite Schalteinheit 6 wird in bevorzugter Weise mittels
eines Steuersignals 7 angesteuert. Dieses Steuersignal 7 schaltet
in einem ersten Steuerzustand den ersten Schaltzustand der zweiten Schalteinheit 6 und
in einem zweiten Steu erzustand den zweiten Schaltzustand der Schalteinheit 6.
Dadurch ist es möglich,
mittels beispielsweise eines Transistors, der einen Steuereingang
aufweist, auf kostengünstige
Weise eine solche zweite Schalteinheit 6 zu realisieren.
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Die
zweite Schalteinheit 6 wird vorzugsweise durch ein Aktivierungssignal 9 aktiviert.
Dieses Aktivierungssignal 9 dient idealerweise dazu, den
Eigenerwärmungsschutz
aktiv oder generell nicht aktiv zu schalten. Dieses Aktivierungssignal 9 kann
dabei durch unterschiedlichste Quellen generiert sein. Beispielsweise
kann das Aktivierungssignal 9 ein so genanntes Alarmsignal
sein, wenn innerhalb des Chipmoduls CM festgestellt wird, dass eine
bestimmte Überspannung
oder eine erhöhte
Eigenerwärmung vorhanden
ist. Signalisiert das Alarmsignal einen Alarm, sprich, wird eine
erhöhte
Verlustleistung bzw. Eigenerwärmung
im Chipmodul CM oder der Chipkarte festgestellt, so wird die zweite
Schalteinheit 6 aktiviert. Mit dieser Aktivierung ist die
zweite Schalteinheit 6 in der Lage, in die beiden beschriebenen Schaltzustände geschaltet
zu werden.
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In
einem anderen Beispiel ist dieses Aktivierungssignal 9 über eine
Software generiert. Beispielsweise kann durch eine Applikation,
die innerhalb des Chipmoduls CM aktiv ist, erkannt werden, ob eine
Chipkarte sich in einem Resetmodus, in einem bidirektionalen Datenübertragungsmodus
oder in einem Empfangsbereitmodus befindet. Abhängig von diesen Betriebsmodi
des Chipmoduls CM wird das Steuersignal 7 derart ausgestaltet,
dass es den Schaltzustand der zweiten Schalteinheit 6 wechselt. Da
ein erhöhter
Leistungsbedarf besteht, wenn die Schaltung sich beispielsweise
in einem bidirektionalen Datenübertragungsmodus
befindet, ist es möglich
den Eigenerwärmungsschutz
nicht zu aktivieren, um eine konstante und siche re Datenübertragung
zu gewährleisten.
Ist das Chipmodul CM hingegen nur in einem Empfangsbereitmodus (listening
mode), reicht eine niedrigerer Effektivwert aus, um die gewünschte Operation
des Chipmoduls CM zu gewährleisten. Durch
Aktivieren des Eigenerwärmungsschutzes
und die resultierende Reduzierung des Effektivwerts der Spannung
wird die Verlustleistung und damit die Eigenerwärmung reduziert.
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Weiterhin
ist es möglich,
einen Temperatursensor im Chipmodul CM, auf der Chipkarte allgemein
oder dem RFID-Tag zu implementieren. Ein Alarmsignal, generiert
durch den Temperatursensor oder eine Feldstärkemessung oder eine Stromüberhöhungsmessung,
kann dieses Aktivierungssignal sein.
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In 4 ist
ein vereinfachter Stromlaufplan des in 3 dargestellten
Blockschaltbilds des Ausführungsbeispiels
aufgezeigt. Die Elemente der 3 sind in 4 gestrichelt
dargestellt. Parallel zum Ersatzkondensator CErsatz ist wiederum
die Spannungsregeleinheit 3 geschaltet. Die Gleichrichteinheit 2 ist
in 4 als Transistorschaltung aufgebaut. Die Feldeffekttransistoren
NMOS1, NMOS2, NMOS3 und NMOS4 werden vorzugsweise als Dioden betrieben.
Das Ersatzschaltbild der in 4 dargestellten
Gleichrichteinheit 2 ist der klassische Brückengleichrichter.
Auf eine detaillierte Beschreibung eines Brückengleichrichters wird an
dieser Stelle verzichtet und auf die entsprechende Literatur verwiesen.
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Am
Source-Ausgang des NMOS3, der mit dem Drain-Anschluss des NMOS4
verbunden ist, wird das Bezugspotenzial VSS definiert. Am Source-Ausgang
des NMOS2, wiederum gekoppelt mit dem Drain-Anschluss des NMOS1-Transistors,
wird die Gleichspannung VDDRF definiert. Zwischen VDDRF und VSS
befindet sich wieder der Lastwiderstand RLast, der repräsentativ
für folgende
Schaltungsteile des Chipmoduls CM dargestellt ist.
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Entsprechende
Spannung-Zeit Verläufe
sind aus den 5 und 6 entnehmbar.
Zwischen dem Drain-Anschluss des NMOS1 und dem Source-Anschluss
des NMOS2 befindet sich die zweite Schalteinheit 6. Die
zweite Schalteinheit 6 ist durch das Steuersignal 7 mit
der der dritten Schalteinheit 8 verbunden. Die dritte Schalteinheit 8 weist
einen Eingang und einen Ausgang auf. Der Eingang ist das Aktivierungssignal 9,
mit welchem die zweite Schalteinheit aktiv oder nicht aktiv schaltbar
ist. Der Ausgang der dritte Schalteinheit 8 ist mit der
zweiten Schalteinheit 6 verbunden und stellt das Steuersignal 7 dar. Zusätzlich ist
die dritte Schalteinheit 8 mit dem Bezugspotenzial VSS
und dem erste Spulenkontakt LA verbunden.
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Im
Folgenden wird die Funktionsweise der Schaltung mit Bezugnahme auf 5 und 6 erklärt. An die
Spulenkontakte LA und LB wird eine Wechselspannung einer bestimmten
Frequenz angelegt. Die Wechselspannung wird nun mittels ihrer zwei
Halbwellen betrachtet, wobei die positive Halbwelle die erste Halbwelle,
die negative Halbwelle die zweite Halbwelle der Wechselspannung
ist.
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Die
zweite Schalteinheit 6 dient nunmehr dazu, die zwei Spulenkontakte
LA und LB zu kurzzuschließen
oder nicht kurzzuschließen.
Die dritte Schalteinheit 8 stellt das Steuersignal 7 für die zweite Schalteinheit 6 bereit.
Abhängig
vom Aktivierungssignal 9 wird die dritte Schalteinheit 8 entweder
mit Bezugspotenzial VSS oder dem ersten Spulenkontakt LA verbunden.
Die Herkunft des Aktivierungssignals wurde ausführlich in der Figurenbeschreibung
zu 3 erklärt.
Abhängig
vom Zustand des Steuersignal 7 der dritten Schalteinheit 8 wird der
Gate Anschluß des
innerhalb der zweiten Schalteinheit 6 befindlichen Transistors
NMOS5 mit Potenzial LA bzw. Bezugspotenzial VSS gekoppelt. Dieser
Transistor NMOS5 wird im Folgenden als Schalttransistor bezeichnet
und besitzt Idealerweise die Aufgabe, die Spulenkontakte LA und
LB in einem ersten Schaltzustand nicht kurzzeitig kurzzuschließen und
in einem zweiten Schaltzustand kurzzuschließen.
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In 4 ist
das NMOS5-Gate mit dem ersten Spulenkontakt LA verbunden. In dieser
Verschaltung ist der Eigenerwärmungsschutz
aktiviert, wodurch die positive Halbwelle der anlegbaren Wechselspannung
durch den Transistor NMOS5 ständig überbrückt und
auf Bezugspotenzial VSS gelegt wird. Ein entsprechender Signalverlauf
ist aus 6, dem Verlauf der Spannung
zwischen LA und LB ersichtlich. Die positive Halbwelle der anlegbaren
Wechselspannung wird quasi durch die zweite Schalteinheit 6 auf
Bezugspotenzial VSS gezwungen.
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In
einer nicht dargestellten Variante der 4 befindet
sich das Gate von NMOS-Transistor 5 auf Bezugspotenzial
VSS. Respektive gelten nun die in 5 dargestellten
Signalverläufe.
Wie ersichtlich, ist der Spannungsverlauf an den Spulenkontakten
LA und LB der einer normalen Sinusspannung, die positive Halbwelle
ist hiernach voll durchgeschaltet. Dies bedeutet, dass der Eigenerwärmungsschutz
deaktiviert ist und das Aktivierungssignal 9 im nicht aktiven Zustand
ist. In einem solchen Betrieb ist es durch die höhere Spannung möglich, eine
sichere Datenübertragung
zu gewährleisten.
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In 5 sind
vier Spannungsverläufe
der Schaltung nach 4 dargestellt. Die Signalverläufe werden
erreicht, wenn das Gate des Schalttransistors NMOS5 auf Bezugspotenzial
VSS gelegt wird. Dies wird erreicht, indem die dritte Schaltein heit 8 über das
Steuersignal 7 auf Bezugspotenzial VSS geschaltet wird.
Der Spannungsverlauf zwischen den Spulenkontakten LA und LB gleicht
einer angelegten Wechselspannung, beispielsweise einer Sinusspannung.
Die Spannung LA-VSS und LB-VSS werden durch die Transistoren NMOS3
und NMOS4 erreicht. Hierbei wird abhängig von der jeweiligen positiven oder
negativen Halbwellen der Wechselspannung das Bezugspotenzial VSS
zugeschaltet. Die pulsierende Gleichspannung VDDRF – VSS ist
in dem vierten Signalverlauf dargestellt. Es ist klar zu erkennen, dass
sich ein nicht dargestellter Koppelkondensator auf die Spitzenspannung
von LA–LB
auflädt
und bis zum Auftreten der gleichgerichteten negativen Halbwelle
leicht entlädt
und erst durch die zweite negative Halbwelle wieder aufgeladen wird.
Die Schaltung arbeitet demnach wie ein Gleichrichter und hat einen relativ
hohen Effektivwert.
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Wird
nun der Schalttransistor NMOS5 durch das Aktivierungssignal 9 mit
dem erste Spulenkontakt LA verbunden, werden die in 6 dargestellten Signalverläufe erreicht.
Wie in der Figurenbeschreibung der 4 erwähnt, wird
hier die positive Halbwelle der angelegten Wechselspannung unterdrückt, wodurch
der Effektivwert der gesamten angelegten Wechselspannung reduziert
wird und ein vermindertes VDDRF resultierend anliegt. Die Unterdrückung der
positiven Halbwelle wird hierbei nicht vollständig erreicht, da entweder
eine Parasitärkapazität oder eine
Stützkapazität das Chipmodul
weiterhin mit Spannung versorgt. Durch die Unterdrückung der
positiven Halbwelle verschiebt sich der Spannungsverlauf von Lb–Vss. Dies
ist durch einfache arithmetische Zusammenhänge bei der Betrachtung der Spannungen
zu erklären,
worauf hier nicht näher
eingegangen wird.
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In 7 ist
ein alternatives Ausführungsbeispiel
angegeben, indem ein Spannungsumsetzer die Verlustleistung und damit
die Eigenerwärmung
eines Chipmoduls verringert. Im Folgenden wird lediglich der Unterschied
zu 2 aufgezeigt. Im Unterschied zu 2 ist
in 7 eine Spannungsbegrenzungseinheit 4 aufgezeigt,
die mit der Spannungsregeleinheit 3 verbunden ist. Die
Spannungsbegrenzungseinheit 4 weist wiederum Einheiten
auf, mit denen der ein Referenzspannungswert für die Spannungsregeleinheit 3 voreinstellbar
ist. In bevorzugter Weise wird die Spannungsbegrenzungseinheit 4 mittels
eines Steuersignals 7 gesteuert.
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Das
Steuersignal 7 ist hierbei in ähnlicher Weise generiert, wie
bereits in Figurenbeschreibung 3 erläutert. Die Referenzspannungswerte
stellen den Maximalspannungswert der Spannungsregeleinheit 3 ein,
auf die die Spannungsregeleinheit 3 die anlegbare Wechselspannung
regelt. Wird ein erster Referenzspannungswert V1 an die Spannungsregeleinheit 3 geschaltet,
befindet sich das Chipmodul CM in einem ersten Betriebsmodus, in
welchem die Verlustleistung und damit die Eigenerwärmung gering
ist. Wird durch das Steuersignal 7 ein zweiter Referenzspannungswert
V2 an die Spannungsregeleinheit geschalten, wobei V2 größer ist
als V1, befindet sich das Chipmodul CM in einem zweiten Betriebsmodus, wo
die Eigenerwärmung
entsprechend höher
ist.
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Im
ersten Betriebsmodus des Chipmoduls CM ist beispielsweise ein Empfangsmodus
(Listening Mode) aktiviert, währenddessen
im zweiten Betriebsmodus des Chipmoduls CM ein Datenübertragungsmodus
eingestellt ist. Es ist vorteilhaft, das Steuersignal 7 mit
einer Zeitverzögerung,
wodurch zunächst ein
zweiter Referenzspannungswert V2 der Spannungsregeleinheit 3 zugeführt ist
und nach Ablauf einer bestimmten Zeitdauer T der Referenzspannungswert
V1 zugeführt
ist.
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Mit
dem höheren
Wert der Spannung V2 ist eine sichere Datenübertragung möglich. Mit
einer niedrigeren Spannung V1 eine geringere Eigenerwärmung zu
erwarten.
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Alternativ
kann ein kontinuierlich verstellbarer Spannungswert an die Spannungsregeleinheit 3 geschalten
sein. Dieser kontinuierlich verstellbare Spannungswert wird entsprechend
der entstehenden Verlustleistung und somit der entstehenden Eigenerwärmung eingestellt.
Die Einstellung erfolgt entweder in der Spannungsbegrenzungseinheit 4 oder
durch das Steuersignal 7.
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Ebenfalls
ist in einem alternativen Ausführungsbeispiels
erst nach der Gleichrichtung der Wechselspannung durch die Gleichrichteinheit 4 in eine
gleichgerichtete Gleichspannung die Regelung der Leistung und somit
die Minimierung der Verlustleistung vorgesehen.
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In 8 ist
eine detailliertere Beschreibung des in 7 dargestellten
Ausführungsbeispiels
aufgezeigt. Die Spannungsbegrenzungseinheit 4 beinhaltet
hierin eine erste Schalteinheit 5 sowie zwei Referenzspannungsquellen
V1 und V2. Die Referenzspannungsquellen V1 und V2 sind mit der ersten Schalteinheit 5 verbunden.
Die erste Schalteinheit 5 weist zusätzlich einen Eingang auf, an
dem das Steuersignal 7 anlegbar ist. Abhängig vom
Steuersignal 7 wird ein erster Schaltzustand den ersten
Referenzspannungswert V1 an die Spannungsregeleinheit 3 anlegen,
währenddessen
ein invertiertes Steuersignal 7 den Referenzspannungswert
V2 an die Span nungsregeleinheit 3 schaltet. Die Herkunft
des Steuersignals 7 ist hinreichend in der Figurenbeschreibung 3 aufgezeigt.
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Weiterhin
ist vorgesehen, den Spannungsumsetzer in einer Chipkarte zu implementieren.
Darüber
hinaus ist an den Spuleneingängen
LA und LB eine Spule, mit einer Induktivität L ankoppelbar, welche aus
einem elektromagnetischen Feld einen elektrischen Strom erzeugt.
In einer vorteilhaften Ausgestaltung weisen die erste, die zweite
und die dritte Schalteinheit jeweils einen einzigen Transistor auf, der
als Schalttransistor arbeitet. Diese Schalttransistoren sind möglicherweise
in einem Shunt-Regulator, der auch als Spannungsregeleinheit anzusehen
ist, bereits implementiert, wodurch kein zusätzlicher Platz innerhalb der
Schaltungsanordnung benötigt wird.
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Der
Spannungsumsetzer ist nicht auf eine Anwendung im Chipkartenbereich
beschränkt.
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Dadurch,
dass in der Anmeldung von einem nahezu konstanten Strom ausgegangen
wird, ist die Verlustleistung und somit die Eigenerwärmung über die
Spannung regelbar.
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- 1
- Spannungsumsetzer
- 2
- Gleichrichteinheit
- 3
- Spannungsregeleinheit
- 4
- Spannungsbegrenzungseinheit
- 5
- erste
Schalteinheit
- 6
- zweite
Schalteinheit
- 7
- Steuersignal
- 8
- dritte
Schalteinheit
- 9
- Aktivierungssignal
- CErsatz
- Ersatzkapazität
- CC
- Ersatzschaltkreis
Chipkarte
- LA
- 1.
Spulenkontakt
- LB
- 2.
Spulenkontakt
- LSpule
- Spuleninduktivität
- NMOS1
- Gleichrichttransistor,
NMOSFET 1
- NMOS2
- Gleichrichttransistor,
NMOSFET 2
- NMOS3
- Gleichrichttransistor,
NMOSFET 3
- NMOS4
- Gleichrichttransistor,
NMOSFET 4
- NMOS5
- Schalttransistor,
NMOSFET
- RLast
- Ersatzlastwiderstand
- RSpule
- Spulenverlustwiderstand
- V1
- Erste
Referenzspannung
- V2
- Zweite
Referenzspannung
- VDDRF
- Gleichspannung,
- VSS,
- 0
V Bezugspotential, Masse