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DE102007055448A1 - Solardestillationsanlage - Google Patents

Solardestillationsanlage Download PDF

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DE102007055448A1
DE102007055448A1 DE102007055448A DE102007055448A DE102007055448A1 DE 102007055448 A1 DE102007055448 A1 DE 102007055448A1 DE 102007055448 A DE102007055448 A DE 102007055448A DE 102007055448 A DE102007055448 A DE 102007055448A DE 102007055448 A1 DE102007055448 A1 DE 102007055448A1
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Abstract

Eine Solardestillationsanlage (1) wird beschrieben, die ein nach oben mit einem lichtdurchlässigen Deckel (8) abeschlossenes Gehäuse (2), eine Evaporationsfläche (12) in dem Gehäuse (2), die auf den Deckel (8) so ausgerichtet ist, dass durch den Deckel (8) hindurchtretende Sonnenenergie auf einer Oberseite der Evaporationsfläche (12) auftritt, einen Mediumzirkulationskreislauf mit Leitungen zum Transport eines zu destillierenden flüssigen Mediums, die in Richtung der Oberseite der Evaporationsfläche (12) ausgerichtete Öffnung zum Leiten vom Medium auf die Evaporationsfläche (12) haben, und ein zum Auffangen von Destillat des Mediums in dem Gehäuse (2) angeordneten Auffangbehälter (20) hat. Die Evaporationsfläche (12) ist aus einem nicht isolierten, wärmeleitenden Material gebildet, so dass bei der Kondensation vom Medium an der Unterseite der Evaporationsfläche (12) Energie zur Oberseite der Evaporationsfläche (12) zurückgeführt wird.

Description

  • Die Erfindung betrifft eine Solardestillationsanlage mit einem nach oben mit einem lichtdurchlässigen Deckel abgeschlossenen Gehäuse, einer Evaporationsfläche in dem Gehäuse, die auf den Deckel so ausgerichtet ist, dass durch den Deckel hindurchtretende Sonnenenergie auf eine Oberseite der Evaporationsfläche auftrifft, mit einem Mediumzirkulationskreislauf mit Leitungen zum Transport eines zu destillierenden flüssigen Mediums, die in Richtung der Oberseite der Evaporationsfläche ausgerichtete Öffnung zum Leiten von Medium auf die Evaporationsfläche haben, und mit einem zum Auffangen von Destillat des Mediums in dem Gehäuse angeordneten Auffangbehälter.
  • Solardestillen zur Gewinnung von sauberem Süßwasser aus schmutzigem Primärwasser unter direkter Ausnutzung von Sonnenenergie, die einem mit dem Primärwasser benetzte Evaporations- bzw. Verdampfungsfläche erwärmt, sind hinreichend beispielsweise aus der DE 37 21 072 A1 und DE 38 29 725 A1 bekannt. Ohne Verwendung elektrischer Energie oder störanfälliger wartungsintensiver mechanischer Filter erfolgt bei den Solardestillen ein Sterilisieren, Reinigen und gegebenenfalls Entsalzen von Primärwasser dadurch, dass das Primärwasser auf der Verdamp fungsfläche verdunstet und das Destillat als Produkt aufgefangen wird. Derartige Solardestillen sind daher vorteilhaft überall dort einsetzbar, wo sich kein öffentliches Wassernetz mit einer zentralen Versorgung der Abnehmer und Verbraucher mit sauberem Süßwasser befindet. Vielmehr kann das saubere Süßwasser aus dem Primärwasser, insbesondere Salz- und Brackwasser, individuell vor Ort erzeugt werden.
  • In der DE 38 29 725 A1 wird eine Kombination von Kondensator, Wärmetauscher und Kollektor vorgeschlagen, um die Massenströme und ihre Proportionierung zu steuern. Dabei soll eine selbstregulierende Luftmassenzirkulation erreicht werden. Durch die isolierte Evaporationsfläche soll ein optikverbesserter Temperaturgradient zwischen Oberseite der Evaporationsfläche und Unterseite der Evaporationsfläche sichergestellt werden.
  • Im Tagesverlauf verändern sich die thermischen Bedingungen ständig. Dies führt zu einer noch nicht zufrieden stellenden Gesamtausbeute der bekannten Solardestillen.
  • Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, eine verbesserte Solardestillationsanlage zu schaffen, die einen verbesserten Wirkungsgrad aufweist.
  • Die Aufgabe wird mit der Solardestillationsanlage der eingangs genannten Art dadurch gelöst, dass die Evaporationsfläche aus einem nicht isolierten, wärmeleitenden Material gebildet ist, so dass bei der Kondensation von Medium an der Unterseite der Evaporationsfläche Energie zur Oberseite der Evaporationsfläche zurückgeführt wird.
  • Es wurde erkannt, dass der Wirkungsgrad der Solardestillationsanlagen wesentlich durch die Ausnutzung der im Gehäuse verfügbaren Energie bestimmt ist und erhebliche Enthalpie in dem Kondensationsprozess steckt. Dabei kommt es nicht – wie bislang angenommen – darauf an, die Unterseite der Evaporationsfläche möglichst kühl zu halten, um eine Kondensation des im Gehäuse zirkulierenden dampfförmigen Mediums an der Unterseite der Evaporationsfläche und an Kondensatoren herbeizuführen. Vielmehr wurde erkannt, dass der Wärmefluss von Unterseite zu Oberseite der Evaporationsfläche entscheidend für den Wirkungsgrad von Solardestillationsanlagen ist. Der Wärmewiderstand der Evaporationsfläche ist dabei so gering wie mög lich zu halten, um die an der Unterseite der Evaporationsfläche beim Kondensieren des dampfförmigen Mediums frei werdende Kondensationsenergie wieder an die Oberseite der Evaporationsfläche zurückzutragen, um dort den Verdampfungsprozess des Mediums zu fördern. Überraschenderweise führt diese Rückführung der Enthalpie über die Kondensation an der Rückseite der Evaporationsfläche zur Oberseite der Evaporationsfläche zu einer höheren Ausbeute, ohne dass die im Vergleich zu den bisher bekannten Evaporationsflächen höhere Temperatur der Unterseite der Evaporationsfläche den Kondensationsprozess überproportional beeinträchtigt. Dies ist dadurch bedingt, dass die Luftmassen oberhalb der Evaporationsfläche wesentlich wärmer sind, als die Luftmassen unterhalt der Evaporationsfläche, so dass es für die Kondensation nicht wesentlich auf die Temperatur der Unterseite der Evaporationsfläche ankommt.
  • Um eine kontinuierliche Luftzirkulation sicherzustellen ist vorteilhaft, das Luftvolumen oberhalb der Evaporationsfläche annähernd gleich zu dem Luftvolumen unterhalb der Evaporationsfläche ist. Damit wird sichergestellt, dass das kühlere Luftvolumen unterhalb der Evaporationsfläche im ständigen Austausch mit dem wärmeren Luftvolumen oberhalb der Evaporationsfläche steht.
  • Unter einem annähernd gleichen Luftvolumen wird verstanden, dass der Unterschied der Luftvolumen unterhalb und oberhalb der Evaporationsfläche maximal 10% beträgt.
  • Vor dem Auftragen des Mediums auf die Evaporationsfläche ist es vorteilhaft, diese vorzuwärmen. Dies kann mit mindestens einer Kondensatoranordnung erfolgen, durch die der Mediumzirkulationskreislauf geführt ist und die in dem Gehäuse angeordnet ist. Eine der Kondensatoranordnungen kann beispielsweise im oberen Bereich des Gehäuses unterhalb der Evaporationsfläche angeordnet sein.
  • In einer bevorzugten Ausführungsform ist eine weitere Kondensatoranordnung im unteren Bereich des Gehäuses angrenzend an die Unterkante der Evaporationsfläche angeordnet. Damit kann der Luftaustausch verbessert werden, da die Luft au ßerhalb der Kondensatoranordnung gekühlt wird, indem die den Luftmassen in dem Bereich entzogene Wärme mindestens teilweise in das Medium geleitet wird.
  • Der Wirkungsgrad kann durch Wärmeisolierung des Gehäuses weiter verbessert werden. Eine besonders robuste, einfache und preiswerte Variante ist, wenn das Gehäuse aus einer faserverstärkten Kunststoffwanne mit integral eingebautem Isolierstoff gebildet ist. Als faserverstärkte Kunststoffwanne bietet sich ein glasfaserverstärkter Kunststoff (GFK) oder ein kohlefaserverstärkter Kunststoff an. Der Isolierstoff kann dabei im Vakuumverfahren integral mit der inneren und äußeren Kunststoffwanne gefertigt werden.
  • Der Deckel zum oberen Abschluss des Gehäuses hat vorzugsweise mindestens eine Isolierglasscheibe. Derartige Isolierglas- oder Thermopenscheiben sind hinreichend bekannt und bestehen aus zwei oder mehr über Vakuumräume voneinander getrennte Scheiben. Zur Verbesserung des Wirkungsgrades ist es vorteilhaft, wenn die Oberfläche der Isolierglasscheibe aufgeraut ist. Damit kann die Reflektion der Isolierglasscheibe reduziert werden, so dass der Anteil der in das Gehäuse hingelangenden Sonnenenergie vergrößert wird. Das Aufrauen der Oberfläche der Isolierglasscheibe kann durch eine Beschichtung aus Siliziumdioxid erfolgen.
  • Zur Reduzierung des Austritts von wärmetragender Lichtstrahlung, insbesondere von UV-Licht ist die Unterseite der Isolierglasscheibe vorzugsweise ebenfalls behandelt, indem diese mit einer silberhaltigen Beschichtung beschichtet ist. Die Beschichtung ist vorzugsweise auf der Innenseite der unteren Glasscheibe angeordnet, die in dem Vakuumraum liegt.
  • Auf diese Weise wird verhindert, dass die silberhaltige Beschichtung einem Korrosionseinfluss ausgesetzt ist.
  • Die Thermik in dem Gehäuse kann verbessert werden, wenn ein oberer, an die Kondensatorenanordnung angrenzender Bereich der Evaporationsfläche wärmeisoliert ist. Auf diese Weise wird der Temperaturgradient im oberen Bereich des Gehäuses zwischen der Luftmasse oberhalb der Evaporationsfläche und der Luftmasse unter halb der Evaporationsfläche vergrößert, was zu einer verbesserten Thermik führt, ohne dass die Energierückgewinnung bei der Kondensation von der Unterseite der Evaporationsfläche zur Oberseite wesentlich beeinträchtigt wird.
  • Zur Vergrößerung der Evaporationsfläche ist es vorteilhaft, diese treppenförmig auszuführen. Eine Vielzahl aufeinanderfolgender Treppenstufenflächen ist im Abstand voneinander so angeordnet, dass sich die jeweils aufeinanderfolgenden Treppenstufenflächen teilweise überlappen, dies führt zu einem Zick-Zack-förmigen Treppenverlauf. Die Hinterkante einer jeweiligen Treppenstufenfläche ist dabei vorzugsweise mit der überlappenden Vorderkante der darüber liegenden Treppenstufenfläche über eine Verbindungsplatte miteinander verbunden.
  • Die Evaporationsfläche ist vorzugsweise aus einem Metallblech gebildet, dass einen geringen Wärmewiderstand zwischen Unterseite und Oberseite des Metallblechs hat.
  • Zum Sammeln des sich nicht nur an der Unterseite der Evaporationsfläche, sondern auch an der Innenseite des Deckels ansammelnden Destillats ist es vorteilhaft, wenn an den innenseitigen Oberflächen der das Gehäuse abschließenden Glasabdeckungen Kondensatablaufrinnen angeordnet sind, die das Destillat seitlich ableiten, so dass dieses in den Auffangbehälter fließen kann.
  • In entsprechender Weise können auch Ablaufrinnen an der Unterseite der Evaporationsfläche vorgesehen sein.
  • Weiterhin ist es vorteilhaft, wenn mindestens ein Durchflusssteuerungsventil im Mediumzirkulationskreislauf vorgesehen ist, das in Abhängigkeit von der Temperatur im Gehäuse so steuerbar ist, dass bei geringerer Temperatur ein reduzierter Durchfluss des Mediums und bei höherer Temperatur ein erhöhter Durchfluss des Mediums erfolgt. Dieses Durchflusssteuerungsventil kann über eine elektronische Steuerung verbunden werden. Besonders vorteilhaft ist es jedoch, wenn das Durchflusssteuerungsventil automatisch beispielsweise mit Hilfe eines Bimetalls oder eines hydraulisch arbeitenden Dehnungskörpers den Durchfluss an die Temperatur im Gehäuse anpasst. Damit ist ein nahezu optimaler Betrieb der Solardestillationsanlage ohne aufwendige Steuerungselektronik möglich. Insbesondere wird durch die Reduzierung des Mediumzuflusses bei geringerer Temperatur auf der Evaporationsfläche sichergestellt, dass mit der verfügbaren Energie das Medium in möglichst großer Menge in die Dampfphase übergehen kann.
  • Die Erfindung wird nachfolgend anhand der beigefügten Zeichnungen näher erläutert. Es zeigt:
  • 1 – Querschnittsansicht einer Solardestillationsanlage zur Durchführung des Betriebsregelungsverfahrens;
  • 2 – Skizze einer Zick-Zack-förmigen Evaporationsfläche.
  • Die 1 lässt eine Schnittansicht einer Solardestillationsanlage 1 mit einem Gehäuse 2 erkennen, dass vorzugsweise aus einer Kunststoffwanne gebildet ist oder im Inneren mit Kunststoff beschichtet ist. Eine solche Kunststoffwanne kann beispielsweise aus glasfaserverstärktem Kunststoff GFK hergestellt sein.
  • Das Gehäuse 2 hat eine Vorder- und Rückwand 3a, 3b, nicht erkennbare Seitenwände und einen Boden 4, der ggf. auf einem Fundament 5a, 5b ruht. Die Kunststoffwanne kann aber auch auf höhenverstellbaren Füßen gelagert sein. Unterhalb des Bodens 4 kann zur Aufsammlung von Destillat als gereinigtes Süßwasser eine Zisterne 6 vorgesehen sein. Zur Installation und Kontrolle von im Innenraum des Gehäuses 2 angeordneten Bauelementen kann ein Einstieg 7 beispielsweise in die Rückwand 3b eingebaut sein.
  • Die Oberseite des Gehäuses 2 ist mit einem lichtdurchlässigen Deckel 8 verschlossen. Der Deckel 8 ist in Bezug auf den Boden 4 des Gehäuses geneigt, wobei der Neigungswinkel vorzugsweise etwa 10° bis 75° beträgt. In den Deckel können mehrere vorzugsweise aufklappbare (Isolier-)Glasfenster 9a–e eingebaut sein, die unterseitig über Auffangrinnen 10 für Destillat verfügen.
  • In das Gehäuse 2 ist eine ebenfalls schräg gestellte Kunststoffwanne 11 zur Aufnahme einer gut wärmeleitenden Evaporationsfläche 12 eingebaut, die den Evaporationsraum (Verdampfungsraum) 13 und den Kondensationsraum 14 trennt und gegeneinander thermisch isoliert. Die Evaporationsfläche 12 verfügt über einen aufkragenden Rand und eine terrassenförmig ausgeführte Struktur, die zudem mit einem Vlies 15 bedeckt sein kann. Der Evaporationsfläche 12 wird beispielsweise über nicht dargestellte Düsen über den inneren Mediumzirkulationskreislauf Primärmedium von einer Pumpe 16 aus einem Solebehälter 17 über Kondensatoren 18 und ggf. einer Zulaufrinne 19 zugeführt. Die terrassenartige Struktur der Evaporationsfläche 12 sowie das Vlies 15 ermöglichen eine nahezu vollständige und sichere Benässung und eine maximale Verdunstung des Primärmediums in dem Evaporationsraum 13.
  • Unterhalb der Kunststoffwanne 11 im vorderen Bereich der Solardestille 1 ist ein Destillat-Sammelbehälter 20 vorgesehen. Der Destillat-Sammelbehälter 20 sowie die Destillatabflussöffnung in der Kunststoffwanne 11 befinden sich zur Vermeidung von Kontamination nicht im Bereich der unteren Kante des Kunststoffbehälters 11, sondern sind leicht nach rechts verschoben. Das in dem Destillat-Sammelbehälter 20 aufgesammelte Destillat wird dann über eine Leitung in die Zisterne 6 geführt.
  • Zum Auffangen von nicht destilliertem Medium ist im unteren Bereich der Evaporationsfläche 12 eine Auffangrinne 21 vorgesehen, die über eine Rohrleitung zu dem Solebehälter 17 geführt ist. Der Solebehälter 17 hat einen Überlauf zur Ableitung von überschüssigem Primärmedium aus dem Solebehälter 17.
  • Mit einem Schwimmer 23 wird der Zulauf vom Primärmedium 24 von außen aus einem äußeren Mediumzirkulationskreislauf in den inneren Mediumzirkulationskreislauf (Bypass) geregelt. Das frische Medium 25 in dem äußeren Mediumzirkulationskreislauf wird dabei über einen Kondensator 26 und einer Regeleinheit 27, z. B. einer Pumpe, in erforderlichen Teilmengen in den Solebehälter 17 geführt.
  • Die Regeleinheit 27 dient auch dazu, konzentrierte Sole 28 aus dem Solebehälter 17 in Abhängigkeit von dem Zulauf des Primärmediums 24 abzuleiten.
  • Die Nutzung eines äußeren Mediumzirkulationskreislaufes ist optional, aber bevorzugt. Die Ableitung von Solekonzentrat 28 sollte in einem Verhältnis erfolgen, dass das Löslichkeitsprodukt der im Solebehälter 17 gelösten Stoffe nicht unterschritten wird. Auf diese Weise wird die Kristallisation z. B. von Salzen verhindert.
  • Unter Sonneneinstrahlung entsteht in der Kunststoffwanne 11 eine interne Zirkulation der Luftmassen um die Evaporationsfläche 12, die sich autark aufbaut. Diese Zirkula tion stellt einen thermodynamischen Kreisprozess dar, der sich selbstständig zwischen Evaporation und Kondensation ausbildet und sich autark einstellt. Hierdurch sind die Grundlagen für eine interne Rückgewinnung der Evaporationsenergie durch die Kondensation des Primärmediums 24 und die dadurch bedingte Erwärmung des Primärmediums 24 geschaffen. Der Betrieb der Solardestille 1 sollte so geregelt werden, dass die Luftmassen und die Sole in Kreisprozessen derart geführt werden, dass die Evaporationsenergie über die Kondensation am Primärmedium 24 im Verhältnis 1:1 wieder zur Evaporation in wiederholten Zyklen zur Verfügung gestellt wird. Zudem ist es vorteilhaft den Betrieb der Solardestille 1 in drei Phasen aufzueilen.
  • In einer Vorwärmphase wird kein Primärmedium auf die Evaporationsfläche 12 aufgebracht. Stattdessen wird die einstrahlende Sonnenenergie genutzt, um den Innenraum der Kunststoffwanne 11 aufzuheizen.
  • Die Betriebsphase wird erst dann gestartet, wenn im oberen Bereich des Evaporationsraums 13 bzw. der Evaporationsfläche 12 eine Temperatur von mindestens 80°C und im unteren Bereich des Evaporationsraums 13 bzw. der Evaporationsfläche 12 eine Temperatur von mindestens 50°C herrscht. Hierbei handelt es sich um ungefähre Temperaturangaben mit einer Toleranz von etwa 10°C.
  • In der Betriebsphase wird dann in Abhängigkeit von der Temperatur auf der Evaporationsfläche 12 eine optimale Menge vom Primärmedium 24 auf die Evaporationsfläche 12 geführt, so dass eine möglichst große Menge an Flüssigkeit in die Dampfphase übergeht. Die wasserdampfgesättigten Luftmassen strömen im oberen Luftvolumen oberhalb der Evaporationsfläche 12 nach oben und werden von dort aufgrund der entstehenden Luftzirkulation in das Luftvolumen unterhalb der Evaporationsfläche geführt, wo diese an der Unterseite der Evaporationsfläche 12 kondensieren können. Bei dem Prozess wird das unterschiedliche spezifische Gewicht der Luftmassen oberhalb und unterhalb der Evaporationsfläche ausgenutzt.
  • Weiterhin wird vorzugsweise eine Luftzirkulation durch gezielte Kühlung des Raumes im oberen Bereich der Evaporationsfläche 12 so eingestellt, dass kühle Luftmassen vom unteren Bereich der Evaporationsfläche 12 durch den Evaporationsraum 13 als Zwischenraum zwischen Evaporationsfläche 12 und Deckel 8 zum oberen Bereich der Evaporationsfläche 12 strömen. Zur Kühlung wird vorzugsweise frisches Primärmedium 27 über den Kondensator 26 des äußeren Mediumzirkulationskreislaufes geleitet, das sich dadurch erwärmt und Wärmeenergie aus dem oberen Bereich des Evaporationsraums 13 entnimmt.
  • Dieses erwärmte Frischmedium kann entweder wieder abgeführt werden oder in Teilmengen oder vollständig über die Regeleinheit 27 dem Solebehälter 17 und damit dem inneren Mediumzirkulationskreislauf zugeführt werden.
  • Der Wechsel zwischen der Vorwärmphase und der Betriebsphase und ggf. der Wechsel zwischen Betriebsphase und einer Abklingphase kann durch Auswertung eines Tagestemperaturverlaufs der Temperatur in einem Bereich innerhalb der Solardestille 1 oder der Außentemperatur erfolgen. Aus diesem Tagestemperaturverlauf wird dann die zu erwartende maximale Tagestemperatur geschätzt. Einen Anhaltspunkt für den zu erwartenden maximalen Tagestemperaturwert mit hinreichender Genauigkeit gibt die Steigung der ansteigenden Flanke des Temperaturverlaufs, wenn die Temperatur morgens bis zum Mittag hoch ansteigt. Die Betriebsphase wird dann in Abhängigkeit von der Momentantemperatur und dem zu erwartenden maximalen Tagestemperaturwert gestartet. So kann beispielsweise der durchschnittliche Tageswirkungsgrad der Solardestille 1 gesteigert werden, wenn bei geringem Tagestemperaturwert die Betriebsphase bereits bei Erreichen einer zur Destillation ausreichenden Außentemperatur gestartet wird, während beispielsweise im Hochsommer bei einem zu erwartenden höheren maximalen Tagestemperaturwert eine höhere Grenztemperatur zum Starten der Betriebsphase vorgesehen wird und stattdessen die Vorwärmung optimiert wird.
  • 2 lässt eine Skizze einer Zick-Zack-förmigen Evaporationsfläche 12 erkennen. Die Oberfläche der Evaporationsfläche 12 wird dadurch wesentlich erhöht, dass die Treppenstufenflächen 29 der Evaporationsfläche 12 im Abstand voneinander parallel so angeordnet sind, dass sich die aneinander angrenzenden Treppenstufenflächen 29 teilweise überlappen. Die sich schräg gegenüberliegenden Vorder- und Hinterkanten der Treppenstufenfläche 29 sind über eine Verbindungsplatte 30 miteinander ge schlossen, so dass eine im Wesentlichen geschlossene Evaporationsfläche 12 geschaffen wird.
  • ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
  • Diese Liste der vom Anmelder aufgeführten Dokumente wurde automatisiert erzeugt und ist ausschließlich zur besseren Information des Lesers aufgenommen. Die Liste ist nicht Bestandteil der deutschen Patent- bzw. Gebrauchsmusteranmeldung. Das DPMA übernimmt keinerlei Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.
  • Zitierte Patentliteratur
    • - DE 3721072 A1 [0002]
    • - DE 3829725 A1 [0002, 0003]

Claims (19)

  1. Solardestillationsanlage (1) mit einem nach oben mit einem lichtdurchlässigen Deckel (8) abgeschlossenen Gehäuse (2), einer Evaporationsfläche (12) in dem Gehäuse (2), die auf den Deckel (8) so ausgerichtet ist, dass durch den Deckel (8) hindurchtretende Sonnenenergie auf einer Oberseite der Evaporationsfläche (12) auftritt, mit einem Mediumzirkulationskreislauf mit Leitungen zum Transport eines zu destillierenden flüssigen Mediums, die in Richtung der Oberseite der Evaporationsfläche (12) ausgerichtete Öffnungen zum Leiten von Medium auf die Evaporationsfläche (12) haben, und mit einem zum Auffangen von Destillat des Mediums in dem Gehäuse (2) angeordneten Auffangbehälter, dadurch gekennzeichnet, dass die Evaporationsfläche (12) aus einem nicht isolierten, wärmeleitenden Material gebildet ist, so dass bei der Kondensation von Medium an der Unterseite der Evaporationsfläche (12) Energie zur Oberseite der Evaporationsfläche (12) zurückgeführt wird.
  2. Solardestillationsanlage (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Luftvolumen oberhalb der Evaporationsfläche (12) und das Luftvolumen unterhalb der Evaporationsfläche (12) annähernd gleich sind.
  3. Solardestillationsanlage (1) nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Unterschied der Luftvolumen oberhalb und unterhalb der Evaporationsfläche (12) maximal 10% beträgt.
  4. Solardestillationsanlage (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens eine Kondensatoranordnung (18), durch die der Mediumzirkulationskreislauf geführt ist, in dem Gehäuse (2) angeordnet ist.
  5. Solardestillationsanlage (1) nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass eine Kondensatoranordnung (18) im oberen Bereich des Gehäuses (2) unterhalb der Evaporationsfläche (12) angeordnet ist.
  6. Solardestillationsanlage (1) nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, dass eine Kondensatoranordnung (18) im unteren Bereich des Gehäuses (2) angrenzend an die Unterkante der Evaporationsfläche (12) angeordnet ist.
  7. Solardestillationsanlage (1) nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass Kondensatoranordnungen (18) im Gehäuse (2) oberhalb der Evaporationsfläche (12) und im unteren Bereich der Oberseite der Evaporationsfläche (12) angeordnet sind.
  8. Solardestillationsanlage (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Gehäuse (2) wärmeisoliert ist.
  9. Solardestillationsanlage (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Gehäuse (2) aus einer faserverstärkten Kunststoffwanne mit integral eingebautem Isolierstoff gebildet ist.
  10. Solardestillationsanlage (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Deckel (8) mindestens eine Isolierglasscheibe hat.
  11. Solardestillationsanlage (1) nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Oberseite der Isolierglasscheibe zur Reduzierung der Reflektion aufgeraut ist.
  12. Solardestillationsanlage (1) nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Oberseite der Isolierglasscheibe mit Siliziumdioxid beschichtet ist.
  13. Solardestillationsanlage (1) nach einem der Ansprüche 10 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Unterseite der Isolierglasscheibe, vorzugsweise die in einem Vakuumraum liegende Innenseite der unteren Glasscheibe, mit einer silberhaltigen Beschichtung beschichtet ist.
  14. Solardestillationsanlage (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein oberer, an eine Kondensatorenanordnung (18) angrenzender Bereich der Evaporationsfläche (12) wärmeisoliert ist.
  15. Solardestillationsanlage (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Evaporationsfläche (12) treppenförmig ist und eine Vielzahl aufeinander folgender, im Abstand voneinander so angeordneter Treppenstufenflächen hat, dass sich die jeweils aufeinander folgenden Treppenstufenflächen teilweise überragen.
  16. Solardestillationsanlage (1) nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, dass die Hinterkante einer jeweiligen Treppenstufenfläche mit der überlappenden Vorderkante der darüber liegenden Treppenstufenfläche über eine Verbindungsplatte miteinander verbunden sind.
  17. Solardestillationsanlage (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Evaporationsfläche (12) aus einem Metallblech gebildet ist.
  18. Solardestillationsanlage (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass an der in das Gehäuse (2) hineinragenden Unterseite des Deckels (8) Kondensatablaufrinnen (10) angeordnet sind, die das Destillat von der Unterseite des Deckels (8) seitlich ableiten.
  19. Solardestillationsanlage (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch mindestens ein Durchflusssteuerungsventil im Mediumzirkulationskreislauf, das in Abhängigkeit von der Temperatur im Gehäuse (2) so steuerbar ist, dass bei geringerer Temperatur ein reduzierter Durchfluss des Mediums und bei höherer Temperatur ein erhöhter Durchfluss des Mediums erfolgt.
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