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Die
vorliegende Erfindung betrifft eine Schließvorrichtung für ein Kraftfahrzeug
umfassend zumindest eine Drehfalle und eine Sperrklinke, die zeitweise
miteinander in Eingriff bringbar sind. Derartige Schließvorrichtungen
finden insbesondere Einsatz als Schloss in einem Kraftfahrzeug zum
Verriegeln von Türen,
Klappen etc. Darüber
hinaus betrifft die vorliegende Erfindung auch ein Verfahren zum Betrieb
wenigstens einer Schließvorrichtung
für ein Kraftfahrzeug.
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Solche
Schließvorrichtungen
bzw. deren Gesperre umfassen regelmäßig eine federvorgespannte Drehfalle,
die um eine Drehachse rotierbar ist. Die Drehfalle hat eine Aufnahme
für einen
Schließbolzen (auch
Schlosshalter genannt). Beim Schließen der Kraftfahrzeugtür wird die
Schließvorrichtung
hin zum Schließbolzen
geführt,
der dann in die Aufnahme eingreift, wobei eine im Wesentlichen horizontale
Relativbewegung stattfindet. Um einen Wideraustritt des Schließbolzens
zu verhindern, wird die Drehfalle so gedreht, dass der Schließbolzen
nicht mehr (horizontal) beweglich ist. Haben der Schließbolzen
und die Drehfalle ihre verriegelte Position erreicht, wird eine Rotation
der Drehfalle durch eine so genannte Sperrklinke zumindest in Öffnungsrichtung
blockiert. Der Umfang der Drehfalle weist dafür entsprechende Vorsprünge auf,
die mit entsprechenden Formelementen der Sperrklinke zur Anlage
gebracht werden können. Im
Wesentlichen wird bei solchen Drehfallen zwischen einer Vorrast
und einer Hauptrast unterschieden. Auch die Sperrklinke ist dabei
regelmäßig durch Stellantriebe
bzw. Federelemente schwenkbar.
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Bei
solchen Schließvorrichtungen
wurde nunmehr festgestellt, dass sich beim Zusammenspiel von Drehfalle
und Sperrklinke Schlag- und/oder Ruckgeräusche beim Öffnungs- bzw. Schließvorgang
ausbilden können.
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Hiervon
ausgehend ist es Aufgabe der vorliegenden Erfindung, die mit Bezug
auf den Stand der Technik geschilderten Probleme zumindest teilweise zu
lösen.
Insbesondere soll eine Schließvorrichtung angegeben
werden, die sich geräuschärmer betätigen lässt, wobei
gegebenenfalls auch geringere Kräfte
zur Betätigung
der Schließvorrichtung
erforderlich sind. Hierzu soll auch ein geeignetes Verfahren zur Betätigung der
Schließvorrichtung
angegeben werden.
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Diese
Aufgaben werden gelöst
mit einer Schließvorrichtung
gemäß den Merkmalen
des Patentanspruchs 1 sowie einem Verfahren zur Betätigung wenigstens
einer Schließvorrichtung
gemäß den Merkmalen
des Patentanspruchs 7. Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen der
Erfindung sind in den abhängig
formulierten Patentansprüchen
angegeben. Es ist zudem darauf hinzuweisen, dass die in den Patentansprüchen einzeln
aufgeführten
Merkmale in beliebiger, technologisch sinnvoller, Weise miteinander
kombiniert werden können,
und weitere Ausgestaltungen der Erfindung aufzeigen. Die Erfindung
wird zudem spezifiziert und erläutert
in der Beschreibung sowie den Erläuterungen zu den beigefügten Figuren.
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Die
erfindungsgemäße Schließvorrichtung für ein Kraftfahrzeug
umfasst zumindest eine Drehfalle und eine Sperrklinke, die zeitweise
miteinander im Eingriff bringbar sind, wobei wenigstens ein Entlastungselement
vorgesehen ist, mit dem die Bewegung wenigstens der Drehfalle oder
der Sperrklinke zumindest während
des Lösens
des Eingriffs steuerbar ist, wobei zumindest das wenigstens eine
Entlastungselement oder ein mit dem Entlastungselement zusammenwirkender
Anschlagnocken mit einem Stoßdämpfungsmittel
ausgeführt
ist.
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Bei
der Schließvorrichtung
handelt es sich insbesondere um ein Kraftfahrzeugschloss, insbesondere
eines einer Seitentür
oder einer Heckklappe des Kraftfahrzeuges. Selbstverständlich kann
eine solche Schließvorrichtung
neben der Dreh falle und der Sperrklinke weitere Komponenten aufweisen, beispielsweise
elektrische Stellantriebe, Sensoren, Verriegelungshebel, Bowdenzüge, Mikroprozessoren,
etc. Von besonderer Bedeutung im Rahmen dieser Erfindung ist jedoch
das Zusammenspiel von Drehfalle, Sperrklinke (zusammen auch als
Gesperre bekannt) und Entlastungselement. Wie bereits eingangs ausgeführt, werden
die Drehfalle und die Sperrklinke zeitweise miteinander in Eingriff
gebracht, insbesondere im Bereich der Vorrast und/oder der Hauptrast.
Dann ist durch die Sperrklinke eine Blockierung der Drehbewegung
der Drehfalle in Richtung der Position „offen" gegeben.
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Das
wenigstens eine Entlastungselement ist vorteilhafterweise ein separates
Bauteil, insbesondere aus Metall und/oder Kunststoff. Das Entlastungselement
hat insbesondere die Funktion, eine Schnapp-Bewegung, die beim Lösen von
Drehfalle und Sperrklinke auftreten kann, zu reduzieren bzw. sogar
zu vermeiden. Drehfalle und Sperrklinke sind regelmäßig gegeneinander
vorgespannt, so dass beim Ausklinken der Sperrklinke aus der Hauptrast kurz
vor dem Lösen
des Kontaktes regelmäßig sehr kleine
Krümmungsradien
aufeinander ablaufen. Dies führt
nun dazu, dass die Federkraft der Drehfalle eine radial auswärts gerichtete
Kraftkomponente in die Sperrklinke einleitet, so dass diese nach
außen
geschleudert wird. Dieses sprunghafte Lösen des Kontaktes von Drehfalle
und Sperrklinke und/oder das Anschlagen der Sperrklinke an einem
Anschlag und/oder das schlagartige Entspannen der Feder der Drehfalle
kann unerwünschte
Geräusche
verursachen. Dies wird nun hier mit dem Entlastungselement in der
Weise verhindert, dass eine unmittelbare Beschleunigung der Drehfalle
bzw. der Sperrklinke beim Lösen
des Eingriffs reduziert wird. Die Steuerung der Beschleunigung insbesondere
der Drehfalle kann kraftgesteuert (bereitstellen einer der Beschleunigung
zeitweise entgegenwirkenden Haltekraft) und/oder (bevorzugt) weggesteuert
bzw. bahngesteuert erfolgen.
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Darüber hinaus
ist das wenigstens eine Entlastungselement und/oder ein mit dem
Entlastungselement zusammenwirkender Anschlagnocken mit einem Stoßdämpfungsmittel
ausgeführt.
Damit ist insbesondere gemeint, dass zumindest eines dieser beim Öffnungsvorgang
in Kontakt befindlichen Teile im Kontaktbereich mit einer Dämpfungsschicht
oder dergleichen versehen ist. Insbesondere kommt hierbei ein Material
zum Einsatz, dass ein gegenüber Metall
weichere, gegebenenfalls sogar teilweise kompressible, Oberfläche bildet.
Dieses Dämpfungsmaterial
kann einstückig
mit dem Entlastungselement und/oder dem Anschlagnocken ausgebildet sein,
es ist aber auch möglich,
hier eine Beschichtung oder eine (wieder entfernbare) Schicht vorzusehen.
Ganz besonders bevorzugt ist dabei, dass das Entlastungselement
und der Anschlagnocken aus Metall und einstückig mit der Sperrklinke bzw.
der Drehfalle ausgebildet sind, und das Entlastungselement und/oder
der Anschlagnocken mit dem jeweiligen Grundkörper (Sperrklinke, Drehfalle)
eine gemeinsame Dämpfungsschicht
aufweisen. Dabei kann die Dämpfungsschicht
mit einem Spritzverfahren aufgetragen worden sein, wie dies bereits
bekannt ist.
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Hierbei
wird insbesondere auch vorgeschlagen, dass das wenigstens eine Entlastungselement und
die Drehfalle eine Ablaufkontur bilden. Damit ist insbesondere gemeint,
dass das Entlastungselement selbst eine äußere Kontur aufweist, auf die
eine Komponente der Drehfalle bzw. die Drehfalle selbst abläuft bzw.
entlang gleitet (weggesteuert bzw. bahngesteuert). Diese Ablaufkontur
kann eine ebene und/oder eine sphärische, gebogene Kontur darstellen,
wobei diese Ablaufkontur sich aus den vorbestimmten Relativbewegungen
von Entlastungselement und Drehfalle ergibt. Führen die hier zusammenwirkenden
Bauteile überwiegend
Schwenkbewegungen aus, wird die Ablauflkontur entsprechend den Schwenkradien
eine bogenförmige
Gestalt aufweisen. Die Ablaufkontur ist dabei so gestaltet, dass
das Entlastungselement und die Drehfalle für den Zeitpunkt des Lösens bzw.
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Schließens des
Eingriffes von Drehfalle und Sperrklinke die Bewegung beider Elemente
zueinander bahnsteuert.
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Gemäß einer
Weiterbildung der Schließvorrichtung
gelangen das wenigstens eine Entlastungselement und die Drehfalle
in einer ersten Ebene sowie die Sperrklinke und die Drehfalle in
einer zweiten Ebene miteinander in Wirkeingriff. Dabei ist bevorzugt,
dass sich Drehfalle und Sperrklinke selbst im Wesentlichen in der
zweiten Ebene befinden bzw. dort zueinander ausgerichtet sind, so
dass diese über den
Umfang miteinander zusammenwirken können. Die Drehfalle kann nun
(darüber
und/oder darunter) eine Erhebung, ein Nocken, ein Vorsprung oder
dergleichen aufweisen, so dass eine Anlagemöglichkeit bzw. einen Wirkeingriff
des Entlastungselementes an einem anderen Ort der Drehfalle ermöglicht wird.
So kann realisiert werden, dass ein Kontakt zwischen Entlastungselement
und Drehfalle vor und/oder nach dem Eingriff von Sperrklinke und
Drehfalle realisiert ist. Zudem lassen sich bekannte Schließvorrichtungen
in dieser Weise leicht nachrüsten,
so dass auch diese mit einer geräuscharmen
Betriebsweise betätigbar
sind.
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Darüber hinaus
wird auch als vorteilhaft erachtet, dass das wenigstens eine Entlastungselement
mit der Sperrklinke verbunden ist. Damit ist insbesondere gemeint,
dass das Entlastungselement einteilig, einstückig und/oder starr mit der
Sperrklinke verbunden ist. Dadurch kann eine platzsparende Anordnung
des Entlastungselements gewährleistet
werden. Damit nun der Übergang
der Drehfalle von der Position „Hauptrast" in die Position „offen" möglichst geräuscharm
(sanft) vollzogen wird, ist die Sperrklinke mit einem Entlastungselement
ausgerüstet,
das beispielsweise in der ersten Ebene positioniert ist, während die
Sperrklinke selbst in einer zweiten Ebene positioniert ist. Das
Entlastungselement weist nun eine Kante bzw. Kontur auf, die so
gestaltet ist, dass diese kurz vor dem Verlassen der Sperrklinke
aus der Position „Hauptrast" mit einem, auf der
ersten Ebene positionierten und mit der Drehfalle verbundenen, Nocken
zusammenwirkt, wobei der dort realisierte bogenförmige Ablauf des Nockens auf
der Kontur bzw. Kante das „sanfte" Abgleiten der Drehfalle
bzw. das langsame Beschleunigen der Drehfalle in die Öffnungsrichtung
ermöglicht.
Auf diese Weise können die
Schlag- und/oder Ruckgeräusche
bei dem Gesperre weitgehend vermieden werden. Ein ähnlicher Effekt
kann gleichermaßen
beim Einfallen der Sperrklinke in die Hauptrast (oder die Vorrast)
erreicht werden, so dass ein sanftes in Einriff bringen von Sperrklinke
und Drehfalle realisiert ist.
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Des
Weiteren wird auch eine Schließvorrichtung
angegeben, bei der zumindest das wenigstens eine Entlastungselement
oder der mit dem Entlastungselement zusammenwirkende Anschlagnocken aus
Kunststoff ist. In besonderen Fällen
können
sogar beide Teile vollständig
aus Kunststoff gebildet sein. Diese Kunststoffteile können insbesondere formschlüssig und/oder
kraftschlüssig
mit den z.B. metallischen Grundkörpern
(Drehfalle, Sperrklinke) verbunden sein. Auf diese Weise können gegebenenfalls
bekannte Schließvorrichtung
mit den erfindungsgemäßen Vorteilen
nachträglich
ausgestattet werden. Außerdem
ist ggf. auch möglich,
die Teilevielzahl bei der Fertigung unterschiedlicher Schließvorrichtung
zu reduzieren.
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Außerdem wird
auch als vorteilhaft erachtet, dass das wenigstens eine Stoßdämpfungsmittel
mit zumindest einer Oberflächenvertiefung
des wenigstens einen Entlastungselements oder einem mit dem Entlastungselement
zusammenwirkenden Anschlagnockens fixiert ist. Damit ist insbesondere
gemeint, dass für
das Stoßdämpfungsmittel,
das zwischen Entlastungselement und Anschlagnocken wirkt, in dem,
die Oberfläche
des Entlastungselements bzw. Anschlagnocken bildenden Materials
(z.B. Metall, harter Kunststoff, etc.) eine lokale Eindellung, Nut, Sachlochbohrung,
Aufnahme vorgesehen ist, die mit dem Stoßdämpfungsmittel ausgefüllt ist.
Das Stoßdämpfungsmittel
im Bereich der einen bzw. der mehreren Oberflächenvertiefung(en) kann so
verstärkt werden – z.B. nach
Art eines Fundaments, so dass auch Überstände, Erhöhungen, auswärts gerichtete Noppen
oder dergleichen vorgesehen sein können. Nur der Vollständigkeit
sei darauf hingewiesen, dass dieses Merkmal selbstständig auch
an anderen Orten bzw. Bauteilen der Schließvorrichtung verwirklicht sein
kann – insbesondere
im Bereich der Sperrflächen
von Drehfalle und Sperrklinke.
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Gemäß einem
weiteren Aspekt der Erfindung wird ein Verfahren zur Betätigung wenigstens einer
Schließvorrichtung
umfassend zumindest eine Drehfalle und eine Sperrklinke vorgeschlagen,
wobei die Drehfalle und die Sperrklinke zeitweise miteinander in
Eingriff sind. Bei diesem Verfahren wird der Kontakt zwischen Drehfalle
und Sperrklinke zumindest während
des Kontaktierens oder des Lösens mittels
wenigstens eines Entlastungselementes entlastet, das die Bewegung
wenigstens der Drehfalle oder der Sperrklinke steuert.
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Dieses
Verfahren lässt
sich insbesondere mit der hier erfindungsgemäß beschriebenen Vorrichtung
verwirklichen, so dass auf die Erläuterungen zu dieser Schließvorrichtung
gleichermaßen
verwiesen wird.
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Bevorzugt
ist das Verfahren so durchzuführen,
dass das Zusammenspiel von Drehfalle, Sperrklinke und Entlastungselement
auf mechanischem Wege erfolgt. Insbesondere sind dabei die Anordnungen
der einzelnen Teile der Schließvorrichtung
so zu wählen,
dass eine zwangsgesteuerte Bewegungskinematik verwirklicht wird,
bei der nacheinander die Bewegung der Drehfalle zunächst durch
die Sperrklinke bestimmt wird, dann zumindest teilweise von dem
Entlastungselement übernommen
wird, bevor eine im Wesentlichen von Einwirkungen des Entlastungselements
und/oder der Sperrklinke freie Bewegung der Drehfalle zur Freigabe
des Schließbolzens ermöglicht wird.
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Besonders
bevorzugt ist ein Verfahren, bei dem das wenigstens eine Entlastungselement
mit der Drehfalle zusammenwirkt, wenn die Sperrklinke und die Drehfalle
getrennt sind. Damit ist insbesondere gemeint, dass die Bewegung
der Drehfalle in einem Drehbewegungsabschnitt, insbesondere unmittelbar
im Anschluss an das Lösen
von Sperrklinke und Drehfalle, über
das Entlastungselement gesteuert wird. Darüber hinaus wird weiter als
vorteilhaft erachtet, dass der Kontaktpunkt zwischen Entlastungselement
und Drehfalle in Abhängigkeit
von der Stellung der Sperrklinke zur Drehfalle variiert. Das heißt beispielsweise,
dass mit weiterer Entfernung der Sperrklinke von der Drehfalle auch
die, der Drehbewegung der Drehfalle durch das Entlastungselement entgegengesetzte,
Haltekraft reduziert wird. Dabei erfolgt diese Reduzierung vorteilhafterweise
kontinuierlich, so dass eine besonders sanfte Beschleunigung der
Drehfalle einsetzt.
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Die
Erfindung findet insbesondere Anwendung bei einem Kraftfahrzeug.
Deshalb wird auch vorgeschlagen, ein Kraftfahrzeug mit wenigstens
einer solchen Schließvorrichtung
zu versehen bzw. eine dort vorhandene Schließvorrichtung in der hier erfindungsgemäßen Art
zu betreiben.
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Die
Erfindung sowie das technische Umfeld werden anhand der Figuren
weiter erläutert.
Es ist darauf hinzuweisen, dass die in den Figuren veranschaulichten
Ausführungsvarianten
die Erfindung selbst nicht beschränken. Es zeigen schematisch:
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1:
eine Ausführungsvariante
der Schließvorrichtung
in der Position „Hauptrast",
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2:
eine Seitenansicht einer Schließvorrichtung,
wobei Drehfalle, Sperrklinke und Entlastungselement in unterschiedlichen
Ebenen positioniert sind,
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3:
eine Schließvorrichtung,
bei der die Drehfalle und die Sperrklinke gelöst werden,
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4:
eine Schließvorrichtung
in der Position „offen",
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5:
eine Schnittansicht durch ein Entlastungselement und einen Anschlagnocken,
und
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6:
eine Detailansicht eines Entlastungselements mit einer Oberflächenvertiefung
für das Dämpfungsmittel.
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1 zeigt
eine Ausführungsvariante
einer Schließvorrichtung 1 für ein Kraftfahrzeug 2 (hier
nur angedeutet). Die Schließvorrichtung 1 umfasst
ein Gesperre aus Drehfalle 3 und Sperrklinke 4.
Dabei dient die Drehfalle 3 dazu, einen (hier zentral angedeuteten)
Schließbolzen 16 während des
verriegelten Zustandes der Schließvorrichtung 1 sicher
aufzunehmen und zu halten. Zur Aufnahme bzw. Fixierung des Schließbolzens 16 ist
die Drehfalle 3 grundsätzlich
drehbar, hier allerdings durch die Sperrklinke 4 blockiert.
Dazu liegt die Sperrklinke 4 am Umfang 12 der
Drehfalle 3 in der so genannten Hauptrast 13 an, eine
weitere Eingriffmöglichkeit
bietet zudem die so genannte Vorrast 14. Zum Freigeben
des Schließbolzens 16 ist
nun erforderlich, dass die Sperrklinke 4 verschwenkt wird
(angedeutet durch den weißen Pfeil).
Die Verschwenkung der Sperrklinke 4 kann durch Betätigen des
Innen- oder Außenbetätigungshebels
eines hier nicht gezeigten Schlossbetätigungssystems mechanisch erfolgen
oder (auch durch eine solche Betätigung
initiiert) (elektro-)motorisch veranlasst werden. Um hier mm eine
geräuscharme
Trennung von Sperrklinke 4 und Drehfalle 3 zu ermöglichen,
ist auf der Sperrklinke 4 noch ein Entlastungselement 5 vorgesehen,
das mit einem entsprechenden Nocken 9, der auf einer Seite 10 der Drehfalle 3 positioniert
ist, während
dieses Bewegungsabschnittes über
eine Ablaufkontur 6 zusammenwirkt.
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2 zeigt
in einer Umfangsansicht eine weitere Ausführungsform der Schließvorrichtung, wobei
schematisch die Lage von Sperrklinke 4, Drehfalle 3,
Entlastungselement 5 und Nocken 9 dargestellt
ist. In diesem Fall sind Sperrklinke 4 und Drehfalle 3 in
einer zweiten Ebene 8 positioniert, so dass sie insbesondere über den
Umfang 12 der Drehfalle 3 zusammenwirken können. Oben
auf der Sperrklinke 4 (in einer etwa parallelen, beabstandeten
ersten Ebene 7) ist nun ein Entlastungselement 5 vorgesehen.
Dieses kann mit der Sperrklinke 4 einstückig ausgebildet sein, hier
handelt es sich um ein zusätzlich
aufgebrachtes Bauteil, was durch unterschiedliche Schraffuren gekennzeichnet
wurde. Um nunmehr während
der Relativbewegung von Sperrklinke 4 und Drehfalle 3 Einfluss
nehmen zu können,
ist das Entlastungselement 5 so gestaltet, dass es die
Drehfalle 3 zumindest teilweise überragt bzw. überdeckt. Dabei
bildet das Entlastungselement 5 eine Ablaufkontur 6 (vgl.
auch 1), an der der Nocken 9 entlang geführt werden
kann, so dass ein Wirkeingriff (wenigstens zeitweise nur) in der
ersten Ebene 7 stattfindet. Dies wird nachfolgend mit Bezug
auf 3 näher
erläutert.
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Aus
der 3 kann entnommen werden, dass die Sperrklinke 4 zu
einem Zeitpunkt während des Öffnen des
Gesperres bereits keinen Kontakt mehr mit der Drehfalle 3 hat,
gleichwohl aber noch das darauf befindliche Entlastungselement 5 mit
dem Nocken 9 der Drehfalle 3 zusammenwirkt. Um
nunmehr ein sanftes Beschleunigen der Drehfalle 3 zu ermöglichen,
ist eine, die Ablaufkontur 6 bildende, Kante 11 bogenförmig sphärisch ausgeführt, wobei der
Verlauf sich in Richtung der Öffnungsbewegung der
Drehfalle 3 anpasst. Das heißt mit anderen Worten, dass
die Kante 11 beispielsweise mit einer bogenförmigen Abschnitt
gebildet ist, der im Wesentlichen einen gleich bleibenden Radius
hin zum Drehpunkt der Sperrklinke entspricht. Damit wird gewährleistet,
dass die Position der Drehfalle 3 während des Lösens des Kontaktes von Sperrklinke 4 und
Drehfalle 3 im Wesentlichen unverändert bleibt. Erst nachdem
die Sperrklinke 4 den Kontakt zum Um fang der Drehfalle 3 gelöst hat,
weist die Kante 11 in dem Kontaktbereich mit dem Nocken 9 einen
sich langsam verringernden Krümmungsradius
auf, so dass sich der Nocken 9 langsam in Richtung der
Position „offen" (hier im Uhrzeigersinn)
bewegen kann. Damit wird eine besonders sanfte Öffnungsbewegung von Sperrklinke 4 und
Drehfalle 3 realisiert.
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4 zeigt
nunmehr eine Schließvorrichtung
kurz vor der „offenen" Position. Die mit
einem Federelement 17 vorgespannte Drehfalle 3 wird, nachdem
das Entlastungselement 5 den Nocken 9 freigegeben
hat, in die offene Stellung verfahren (was mit dem schwarzen Pfeil
veranschaulicht ist). Dabei führt
die Drehfalle 3 eine Drehbewegung um ihre Drehpunkt 15 aus.
In der „offenen" Position kann dann
auch der Schließbolzen 16 entfernt
werden. Zu diesem Zeitpunkt liegt die Sperrklinke 4 beispielsweise
an einem entsprechenden Anschlag 18 an.
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In 5 ist
nun eine Schnittansicht durch ein Entlastungselement 5 und
einen Anschlagnocken 9 oberhalb von Sperrklinke 4 und
Drehfalle 3 dargestellt. Dabei ist der Anschlagnocken 9 vollständig aus Kunststoff
hergestellt und bildet beispielsweise einen Abschnitt einer Kunststoff-Umspritzung
der Drehfalle 3. Eine solche Kunststoff-Umspritzung ist
hier auch bei der Sperrklinke 4 vorgesehen, wobei diese
das (hier z.B. metallische) Entlastungselement 5 mit umschließt. Damit
bildet diese Kunststoff-Umspritzung im Bereich der Kante 11 bzw.
im Bereich der Ablaufkontur 6 ein Stoßdämpfungsmittel 19 bzw.
einen Dämpfungsschicht
aus. Damit kann die Geräuschentwicklung
beim Kontakt von Entlastungselement 5 und Anschlagnocken 9 weiter
reduziert und gleichzeitig eine kostengünstige Fertigung des Gesperres erreicht
werden. Selbstverständlich
muss das Stoßdämpfungsmittel 19 nicht
die gesamte Oberfläche des
Entlastungselements 5 bedecken, ggf. ist auch die Präsenz im
Umfeld der Ablaufkontur 6 ausreichend.
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6 veranschaulich
nun schematisch auch eine Ausführungsvariante
des Entlastungselement 5, wobei für das Stoßdämpfungsmittel 19 eine
Oberflächenvertiefung 20 vorgesehen
ist, die das Material des Stoßdämpfungsmittel 19 aufnimmt
und so mit diesem zusammenwirkt, dass eine verbesserte Fixierung
des Stoßdämpfungsmittels 19 (zum
Beispiel einem elastischen Kunststoff) gegeben ist. Die Oberflächenvertiefung 20 (z.B.
im metallischen oder andersartigen Kunststoff umfassenden Grundmaterial)
ist hier nach Art einer lokalen (z.B. geprägten) Eindellung gebildet,
die mit dem Stoßdämpfungsmittel 19 ausgefüllt ist.
Das Stoßdämpfungsmittel 19 ist
im gegenüber
liegenden Bereich der Oberflächenvertiefung 20 verstärkt ausgeführt – hier nämlich mit
einer Erhöhungen 21,
die nach Art eines auswärts
gerichteten Steges ausgeformt ist und einen abgebremste, geräuscharme
Kontaktierung mit dem Nocken 9 ermöglicht.
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Selbstverständlich können diese
einzelnen Zusammenspiele von Entlastungselement, Sperrklinke und/oder
Drehfalle auch beim Schließvorgang
der Schließvorrichtung
in gleicher Weise verwirklicht werden, so dass beispielsweise das
Eingreifen der Sperrklinke in die Hauptrast entlastet stattfindet. Grundsätzlich sind
zwar Ausführungsvarianten
bevorzugt, die nur ein einzelnes Entlastungselement aufweisen, gleichwohl
können
in besonderen Fällen auch
mehrere (z.B. 2 oder 3) vorgesehen sein, um verschiedene
Wirkeingriffe von Sperrklinke und Drehfalle (oder weiteren Bauteilen
der Schließvorrichtung)
bahngesteuert sanft zu trennen.
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- 1
- Schließvorrichtung
- 2
- Kraftfahrzeug
- 3
- Drehfalle
- 4
- Sperrklinke
- 5
- Entlastungselement
- 6
- Ablaufkontur
- 7
- erste
Ebene
- 8
- zweite
Ebene
- 9
- Nocken
- 10
- Seite
- 11
- Kante
- 12
- Umfang
- 13
- Hauptrast
- 14
- Vorrast
- 15
- Drehachse
- 16
- Schließbolzen
- 17
- Federelement
- 18
- Anschlag
- 19
- Stoßdämpfungsmittel
- 20
- Oberflächenvertiefung
- 21
- Erhöhung