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Die
Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Erzeugung von Tönen
nach dem Oberbegriff von Anspruch 1. Weiterhin betrifft die Erfindung
ein Verfahren zum Erzeugen von Tönen mit den Merkmalen
gemäß dem Oberbegriff von Anspruch 13.
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Ausgehend
von bekannten klassischen Musikinstrumenten, wie Schlagzeugen, Gitarren,
Klavieren, Geigen oder anderen haben sich in letzter Zeit auch elektronische
Varianten dieser Instrumente etabliert. Dabei werden die durch die
klassischen Musikinstrumente typischerweise wiedergegebenen Töne elektronisch
erzeugt und beispielsweise über Lautsprecher oder Kopfhörer
ausgegeben. Hierzu sind beispielsweise aus der
DE 195 07 863 A1 auch elektronische
Musikinstrumente bekannt, bei denen an den Tonklappen etwa einer
Flöte ein elektrisches, magnetisches oder optisches Auslöseelement
angeordnet sein kann, um die Bewegung der Klappe zu überwachen.
Spricht das Auslöseelement an, so kann ein mechanischer
Betätigungsvorgang in ein elektrisches Signal gewandelt
werden.
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Es
sind auch Musikabspielgeräte wie MP3- oder CD-Spieler bekannt,
die in Kombination mit einer Trainingsvorrichtung eingesetzt werden
können. Hierzu wird in der
DE 10 2005 016 275 A1 vorgeschlagen,
zusätzlich zu der Musikabspielfunktion eine Komponente
zum Erfassen der Trittfrequenz, beispielsweise durch einen Vibrationssensor
oder eine Komponente zum Erfassen der Herzfrequenz vorzusehen. Damit
ist es möglich, zusätzlich zur abgespielten Musik
Trainingsdaten des Benutzers zu erfassen und zu verarbeiten. Außerdem
ist bereits ein MP3-Spieler auf dem Markt, der mit einem zusätzlichen
Schrittsensor kombiniert wird. Dadurch kann der Takt der abgespielten
Musik dynamisch an die Schrittfrequenz des Läufers angepasst
werden.
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Erfindungsgemäß wird
nun eine Vorrichtung zum Erzeugen von Tönen vorgeschlagen,
bei der mit einem Sensor eine Bewegung erfasst wird und in Abhängigkeit
von der vom Sensor erfassten Bewegung ein Ton erzeugt wird. Dabei
wird im Rahmen der vorliegenden Anmeldung unter dem Begriff Bewegung auch
eine positive oder negative Beschleunigung oder Geschwindigkeit,
eine Rotation oder ein, insbesondere durch Atemluft erzeugter Luftstrom
verstanden. Die Vorrichtung zum Erzeugen von Tönen umfasst
daher einen Sensor zum Erfassen einer Bewegung, eine Elektronik,
insbesondere einen Mirkoprozessor zum Zuordnen eines Tones zu der
erfassten Bewegung und eine Toneinheit zum Umsetzen des zugeordneten
Tones in ein Klangsignal.
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In
einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung wird als
Sensor ein Beschleunigungssensor eingesetzt, mit dem eine Bewegung
im Raum ebenso erfasst werden kann, wie die Beschleunigung mit der
diese ausgeführt wird. Es eignen sich aber beispielsweise
auch Drehratensensoren zum Erfassen einer Drehbewegung oder ein
Drucksensor, mit dem beispielsweise eine Druckänderung
gemessen werden kann, die durch einen Luftstrom entsteht, wie sie
beispielsweise durch den Ausstoß von Atemluft erzeugt wird.
Damit kann beispielsweise ein Blasinstrument simuliert werden. Die
Sensoren können mehrfach vorgesehen werden, wobei auch
unterschiedliche Sensortypen miteinander verwendet werden können.
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Der
Sensor wird jeweils an einer geeigneten Stelle untergebracht. Beispielsweise
kann der Sensor direkt am Körper des Benutzers, insbesondere
an dessen Handgelenk angebracht werden. Darüber hinaus
ist es auch möglich den Sensor auf einem separaten Sensorträger
unterzubringen, wobei im Rahmen dieser Anmeldung unter einem Sensorträger eine
Vorrichtung verstanden wird, auf der oder in der ein geeigneter
Sensor aufgenommen werden kann. Der Sensorträger kann von
dem Benutzer gehalten und bewegt werden. Die Bewegung und die Beschleunigung
des Sensorträgers kann mit Hilfe des Sensors erfasst werden.
Da die Elektronik und gegebenenfalls die Toneinheit in dieser Ausgestaltung
der Erfindung auch auf einem eigenen Trägersystem untergebracht
werden kann, werden diese Daten an die Elektronikeinheit drahtlos
oder drahtgebunden übermittelt. Mit dieser Trennung kann
auf vorteilhafte Weise erreicht werden, dass der eingesetzte Sensor
im Hinblick auf seine Funktionalität optimal ausgestaltet oder
auf einen für diesen Zweck hin optimierten Sensorträger
aufgebracht wird. Beispielsweise ist es hier möglich, einen
Beschleunigungssensor auf einem stabförmigen Sensorträger
unterzubringen, um das Spielen eines Schlagzeugs zu simulieren.
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In
einer weiteren bevorzugten Ausführungsform kann auch ein
Komponenten-Trägersystem vorgesehen werden, das dann auch
als Sensorenträgersystem dient wobei in ihm auch die Elektronikeinheit sowie
die Toneinheit untergebracht sind. Dies kann beispielsweise dadurch
verwirklicht werden, dass alle genannten Komponenten in einem Mobiltelefon untergebracht
werden, so dass das Mobiltelefon auch als Sensorträger
dient. Ebenso geeignet ist ein Musikabspielgerät, wie etwa
ein MP3-Spieler, in dem der Sensor ebenfalls untergebracht werden
kann. Dies hat den Vorteil, dass eine kompakte Einheit mit Elektronik
und Lautsprecher oder Kopfhörer zur Verfügung
gestellt werden kann. Insbesondere kann damit auf einfache Weise
ein kompaktes virtuelles Musikinstrument bereitgestellt werden.
Mit der Erfindung wird damit die Funktionalität eines Mobiltelefons
oder eines MP3-Spielers deutlich erweitert.
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In
der Vorrichtung kann zusätzlich eine Signaleingabemöglichkeit
vorgesehen werden. Diese dient dazu, beispielsweise eine Tastatur
mit zu integrieren. Damit können die Möglichkeiten
eines virtuellen Instruments erweitert werden.
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Als
Toneinheiten können beispielsweise Kopfhörer und/oder
aktive oder passive Lautsprecher verwendet werden. Mit deren Hilfe
kann eine Klangwiedergabe auf einfache Weise erreicht werden.
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Das
virtuelle Musikinstrument, das mit der beschriebenen Vorrichtung
verwirklicht wird, kann beispielsweise ein virtuelles Blasinstrument,
ein virtuelles Tasteninstrument oder ein virtuelles Schlagzeug sein.
In der zuletzt genannten Ausführungsform sind die Sensoren
bevorzugt an stabförmigen Sensorträgern angebracht,
deren Bewegung für den Benutzer das Gefühl des
Schlagzeugspielens simuliert. Die Elektronikeinheit ist bevorzugt
so ausgeführt, dass die vom Sensor erfassten unterschiedlichen
Bewegungen unterschiedlichen Tönen zuordenbar sind, die
auch in ihrer Klangfarbe, dem Tonumfang eines Musikinstruments angehören.
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Mit
dem erfindungsgemäßen Verfahren zur Erzeugung
eines Tones wird also eine Bewegung mit einem Sensor erfasst. Dieser
Bewegung wird mit einer Elektronikeinheit, insbesondere einer DSP
(digitale Signalverarbeitung), ein Ton zugeordnet, der anschließend
mit einer Toneinheit in ein hörbares Klangsignal umgewandelt
wird.
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In
einer Ausgestaltung der Erfindung ist es möglich, durch
eine Kombination mit aufgezeichnetem Tonmaterial, etwa einem Gesang,
zu einem kompletten Musikstück zu gelangen. Hierzu kann
beispielsweise mit einem ersten Gerät eine Melodie gespielt
werden, zu der der Bediener eines zweiten Geräts einen
geeigneten Text singt. Dies kann auch nach Vorgabe von Noten und/oder
Liedtexten durch ein Mobiltelefon erfolgen. Damit lässt
sich beispielsweise ein Mobiltelefon-Karaoke verwirklichen.
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Besonders
vorteilhaft ist es, wenn eine Mehrzahl von Sensoren zum Erfassen
der Bewegung verwendet wird. Denn der Einsatz mehrerer unterschiedliche
Sensoren gewährleistet, dass eine Vielzahl von verschiedenen
Bewegungsmustern erfasst werden kann, denen dann jeweils individuell
Töne zugeordnet werden können. Damit erweitert
sich der zuordenbare Tonraum erheblich. Insbesondere lassen sich
mit Hilfe von Drehratensenso ren Drehbewegung nachahmen, wobei auf
Basis einer mit dem Sensor ermittelten Drehbewegung die Geschwindigkeit
der Tonfolge eines Musikstücks verändert werden
kann. Dieses Vorgehen entspricht dem so genannten Scratchen, das
ein Discjockey zur Modifikation von Musik durchführt.
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Weitere
Vorteile und vorteilhafte Ausführungsformen der Erfindung
sind Gegenstand der nachfolgenden Figuren sowie deren Beschreibungsteile.
Es zeigen im Einzelnen:
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1:
schematisch eine integrierte Ausführungsform der Vorrichtung
zum Erzeugen von Tönen
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2:
schematisch eine Ausführungsform der Vorrichtung zum Erzeugen
von Tönen in mehreren Komponenten
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3:
schematisch die Bewegungsmöglichkeit für einen
Sensorträger mit Beschleunigungssensor
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4:
schematisch ein typisches Beschleunigungssignal für ein
virtuelles Schlagzeug
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5:
einen möglichen Ablauf des erfindungsgemäßen
Verfahrens für ein virtuelles Schlagzeug
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6:
schematisch ein virtuelles Blasinstrument mit Sensor
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7:
einen möglichen Ablauf des erfindungsgemäßen
Verfahrens für ein virtuelles Blasinstrument
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8:
schematisch ein typisches Beschleunigungssignal und eine daraus
resultierende Klangsequenz für ein virtuelles Blasinstrument
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9:
den grundsätzlichen Ablauf des erfindungsgemäßen
Verfahrens
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1 zeigt
schematisch eine erfindungsgemäße Vorrichtung
zum Erzeugen von Tönen, die ein Komponenten-Trägersystem 10 aufweist.
In dem Komponenten-Trägersystem 10 ist die Elektronikeinheit 12 und
die Toneinheit 14 in Form eines Lautsprechers untergebracht.
Somit dient das Komponenten-Trägersystem 10 auch
als Sensorträger und nimmt damit den Sensor 16 auf.
Das Komponenten-Trägersystem 10 kann beispielsweise
als Mobiltelefon, MP3-Spieler oder als anderes geeignetes elektronisches
Gerät wie beispielsweise als Spielekonsole ausgeführt
sein. Diese Ausführungsform der Erfindung wird als integriertes
System bezeichnet und bietet den Vorteil, dass die in den Geräten
ursprünglich ohnehin vorhandenen Komponenten lediglich
um den oder die Sensoren 16 erweitert werden müssen.
Darüber hinaus bieten sie bereits ausreichend Platz zur
Unterbringung des Sensors 16 und weisen eine Rechenleistung
auf, die die Auswertung und Umsetzung der mit dem Sensor 16 gewonnenen
Daten in ein Klangsignal zulässt.
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In 2 ist
schematisch eine Vorrichtung zur Erzeugung von Tönen dargestellt,
bei der das Komponenten-Trägersystem 10 den Sensor 16 nicht
zum Bestandteil hat. Der Sensor 16 ist auf einem separaten
Sensorträger 18 untergebracht. Dieser kann beispielsweise
stabförmig ausgestaltet sein, so dass er gut zur Simulation
eines Trommelschlages geeignet ist. Der Sensor 16 kommuniziert
mit der Elektronikeinheit 12 über eine drahtlose
oder drahtgebundene Verbindung D. Damit kann erreicht werden, dass
in dem Komponenten-Trägersystem 10 Elektronik-
und Lautsprecherkomponenten von an sich beliebiger Größe
und Qualität untergebracht werden können. Auf
diese Weise kann die vom Sensor 16 erfasste Bewegung in
ein qualitativ hochwertiges Klangsignal umgewandelt werden. Gleichzeitig
kann der Sensorträger 18 leicht in unterschiedliche
Raumrichtungen bewegt werden.
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In 3 ist
in die Umsetzung der erfindungsgemäßen Vorrichtung
zur Erzeugung von Tönen in ein virtuelles Musikinstru ment
am Beispiel eines Schlagzeugs schematisch dargestellt. Ein Benutzer 20 hält
in seiner Hand einen stabförmigen Sensorträger 18,
auf den ein Beschleunigungssensor 22 vorgesehen ist. Der
Beschleunigungssensor 22 ist in der Lage, die Bewegung
sowie die Beschleunigung zu erfassen. Damit kann der Benutzer 20 einen
Schlag simulieren, der beispielsweise in eine der Richtungen 24, 26, 28 oder 30 ausgeführt
wird. Da gleichzeitig auch die Beschleunigung erfasst werden kann,
ist es möglich einen schwachen Schlag von einem starken Schlag
zu unterscheiden. Denn bei einem schwachen Schlag erfolgte das Abbremsen
langsamer als bei einem starken Schlag, so dass bei einem schwachen
Schlag der Betrag der Beschleunigung kleiner ist als bei einem starken
Schlag. In der Elektronikeinheit 12 (2)
wird jeder der vom Sensor ermittelten Schlagrichtung 24, 26, 28 oder 30 jeweils
ein unterschiedlicher Ton eines Schlagzeugs zugeordnet. Die Lautstärke
für den jeweils ermittelten Ton ergibt sich aus dem Betrag
der vom Bewegungssensor 22 ermittelten Beschleunigung.
Beispielsweise kann der Bewegung in Richtung 24 ein heller
Ton einer Trommel zugeordnet werden, einer Bewegung in Richtung 26 ein
dunkler oder tiefer Ton einer Trommel, einer Bewegung in Richtung 28 der
Ton eines Schlages auf ein großes Becken und einer Bewegung
in Richtung 30 der Ton eines Schlages auf ein kleines Becken.
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Wird
also vom Benutzer zunächst eine schwache Bewegung in Richtung 24 und
anschließend eine starke Bewegung in Richtung 28 ausgeführt,
so wird mit dem Bewegungssensor 22 ein Beschleunigungssignal
ermittelt, das beispielsweise dem in 4 dargestellten
entspricht. Dieses Signal wird in der Elektronikeinheit 12 ausgewertet.
Die schwache Bewegung in Richtung 24 erzeugt ein erstes
Bewegungssignal 32 dem ein heller Ton einer Trommel zugeordnet
wird. Die starke Bewegung in Richtung 28 erzeugt ein zweites
Bewegungssignal 34, dem ein dunkler Ton einer Trommel zugeordnet wird.
Die Lautstärke ergibt sich jeweils aus der ermittelten
Stärke, das heißt dem Betrag der Beschleunigung
des Bewegungssignals. Weitere Töne können entsprechend
für andere Bewegungsrichtungen zugeordnet werden. Die jeweils
zugeordneten Töne können mit Hilfe der Toneinheit 14,
beispielsweise einem Lautsprecher, ausgegeben werden. Mit dem in den 3 und 4 dargestellten
Beispiel ist es also ohne weiteres möglich, vier oder mehr
unterschiedliche Töne eines Schlagzeugs und damit ein virtuelles
Schlagzeug zu simulieren. Dabei lässt sich auch die Anordnung
der virtuellen Trommeln und Becken des Schlagzeugs individuell an
die Bedürfnisse des Benutzers anpassen. Dies erfolgt durch
die Zuordnung der entsprechenden Töne zu einer Bewegung
in eine bestimmte Raumrichtung.
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In 5 ist
schematisch der Ablauf des Verfahrens zur Umrechnung der gemessenen
Beschleunigungsdaten und deren Zuordnung zu Tönen in einem
virtuellen Schlagzeug dargestellt. Der Ablauf des Verfahrens beginnt
mit dem Start 36. Daran schließt sich eine Beschleunigungsmessung 38 mit dem
Beschleunigungssensor 22 in die drei Raumrichtungen x,
y und z an. Im Schritt 40 wird überprüft, ob
die z-Komponente az des gemessenen Beschleunigungswerts
kleiner ist, als ein vorgegebener Wert W1. ist dies der Fall, so
wird im Schritt 48 der Ton 1 abgespielt. Nach dem Durchlaufen
einer Warteschleife 56, die beispielsweise 200 ms beträgt,
werden im Schritt 38 wieder die Beschleunigungswerte erfasst.
Wird im Schritt 40 erkannt, dass die z-Komponente az des Beschleunigungswerts größer
ist als der vorgegebene Wert W1, so wird im Schritt 42 überprüft,
ob z-Komponente az größer
ist als ein vorgegebener Wert W2. Ist dies der Fall, so wird im
Schritt 50 der Ton 2 abgespielt. Anschließend
wird wieder nach dem Durchlaufen der Warteschleife 56 im
Schritt 38 der neue Beschleunigungswert erfasst. Entsprechend
wird auch im Schritt 44 und 46 für die
y-Komponente ay des Beschleunigungswertes
und die vorgegebenen Werte W3 und W4 verfahren. Gegebenenfalls wird
im Schritt 52 der Ton 3 beziehungsweise im Schritt 54 der
Ton 4 abgespielt. Ist keine der angegebenen Bedingungen erfüllt,
so wird kein Ton abgespielt und die Warteschleife 56 durchlaufen,
bevor wieder im Schritt 38 mit der Beschleunigungsmessung
die Prüfung erneut beginnt, ob und welcher Ton zu spie len
ist. Typische Werte, die für die vorgegebenen Werte W1,
W2, W3 und W4 gewählt werden können, liegen zwischen –10
g und +10 g (mit g = Erdbeschleunigung), insbesondere zwischen –6
g und +6 g. Beispielsweise kann für den Wert W1 = –2
g, für W2 = 6 g, W3 = –2,5 g und W4 = +2,5 g festgelegt werden.
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Immer
dann, wenn also einer der vorgegebenen Werte W1, W2, W3 oder W4
in einer bestimmten Richtung über- beziehungsweise unterschritten
wird, wird ein entsprechend zugeordneter Ton gespielt. Für eine
kurze Zeitspanne kann dann kein weiterer Ton ausgegeben werden,
was durch die Warteschleife 56 gewährleistet wird.
Die Warteschleife 56 ist erforderlich, um bei einer Rückwärtsbewegung
des Sensorträgers 18 in die Ausgangslage kein
unerwünschtes Signal auszulösen.
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Der
in 5 dargestellte Ablauf zeigt, dass bereits mit
diesem einfachen System vier unterschiedliche Bewegungsmuster verlässlich
unterschieden und in unterschiedliche Töne umgesetzt werden
können. Eine Erweiterung auf mehr als vier Töne
durch die Erfassung von Bewegungen in andere Raumrichtungen, insbesondere
in Richtungen, die aus einer Linearkombination der drei Raumrichtungen
hervorgehen, ist entsprechend einfach möglich. Darüber
hinaus kann mit dem Einsatz einer aufwändigeren Signalverarbeitung
eine Erweiterung der Messsignale erzielt werden. Zum Beispiel kann
durch eine Einbeziehung der zeitlichen Integrale die Geschwindigkeit
und der Doppelintegrale der Weg berücksichtigt werden.
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Das
virtuelle Schlagzeug wurde anhand eines Sensorträgers 18 erläutert,
in der die Elektronikeinheit und die Toneinheit getrennt vorliegen.
Selbst verständlich ist es auch möglich, ein virtuelles
Instrument und insbesondere das beschriebene virtuelle Schlagzeug
in Form eines bereits beschriebenen integrierten Systems zu verwirklichen.
Damit besteht die Möglichkeit, beispielsweise mit einem
Mobiltelefon oder einem MP3-Spieler das virtuelle Instrument auf
einfache Weise zur Verfügung zu stellen, wenn die Geräte
mit einem geeigneten Beschleunigungssensor 22 und der jeweils
erforderlichen Software ausgestattet sind. Somit kann der Lautsprecher
des Mobiltelefons auch dazu genutzt werden, die durch die Bewegung
des Mobiltelefons erzeugten Töne ausgegeben.
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Wie
im Zusammenhang mit dem virtuellen Schlagzeug beschrieben, ist es
auch möglich, in ähnlicher Weise andere Instrumente
nachzuahmen. Beispielsweise kann der Klang einer Gitarre dadurch
erzeugt werden, dass unterschiedliche Handbewegungen in Klänge
umgesetzt werden. Weiterhin können auch Griffe beispielsweise
auf der Tastatur eines Mobiltelefons in Töne umgesetzt
werden. Darüber hinaus ist es möglich, die mit
dem Sensor erfassten Bewegungen in der Elektronikeinheit eine anderen Funktionalität
zuzuordnen. Diese kann darin bestehen das Zu- und Abschalten von
Musikschleifen zu steuern. Diese werden dann entsprechend dem erfassten
Bewegungsmuster abgespielt. Beispielsweise können so die
erfassten Handbewegungen umgesetzt und in Echtzeit zu einem Musikstück
gemischt und zusammengefasst werden.
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In 6 ist
schematisch ein virtuelles Blasinstrument dargestellt. Ein Luftstrom 60 durchströmt hierbei
ein Rohr 58. Im Inneren des Rohres 58 ist ein Drucksensor 62 angeordnet.
Der Luftstrom 60 kann beispielsweise durch Blasen in das
Rohr 58 erzeugt und seine Stärke durch den Druckluftsensor 62 erfasst
werden. Damit kann die Druckänderung, die sich aus einer Änderung
der Stärke des in das Rohr geblasenen Luftstroms ergibt,
erfasst werden. Die vom Druckluftsensor erfassten Werte können
wiederum an eine Elektronikeinheit weitergegeben werden. Hier kann
eine Zuordnung der Druckänderung zu einer Lautstärke
und/oder einer Tonhöhe eines Instrumentes erfolgen. Der
sich daraus ergebende Ton kann, wie bereits beschrieben, über
eine Toneinheit, insbesondere einen Lautsprecher ausgegeben werden.
Beispielsweise kann die vom Drucksensor 62 erfasste Druckänderung
in die Änderung der Lautstärke eines nachgeahmten
Saxophon-Tons umgesetzt werden. Mit Hilfe der Elektronikeinheit
ist es auch möglich, die Dynamik der Druckänderung
dazu zu nutzen, eine Anpassung an die Klangfarbe oder die Tonhöhe
durchzuführen. Dies kann insbesondere durch die Implementierung
einer geeigneten Auswerte-Software erfolgen. Weitere Möglichkeiten
ergeben sich daraus, verschließbare Bohrungen oder andere Möglichkeiten
zur Veränderung des Luftstromes in dem Rohr 58 vorzusehen.
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In
7 ist
schematisch ein möglicher Ablauf des erfindungsgemäßen
Verfahrens für ein virtuelles Blasinstrument dargestellt.
Der Ablauf des Verfahrens beginnt mit dem Start
64. Daran
schließt sich eine Grunddruckmessung
66 an, also
eine Messung des vorliegenden Grunddrucks p
0 ohne
anliegenden Luftstrom mit dem Drucksensor
62. Auf diese
Weise kann eine Initialisierung erfolgen, so dass die im Weiteren
durchgeführten Druckmessungen auf den Grunddruck p
0 bezogen werden können. Im Schritt
67 wird
dann der gegebenenfalls unter dem Einfluss eines Luftstroms am Drucksensor
62 anliegende Druck
p
1 gemessen und an die Elektronikeinheit (nicht
gezeigt) übermittelt. Aus den gemessenen Drucksignalen
p
0 und p
1 kann dann
ein normiertes Signal
als Verhältnis zwischen
dem aktuell anliegenden Druck p
1 und dem
Grunddruck p
0 ermittelt werden.
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Im
Vergleich 68 wird geprüft, ob der Wert von Sn größer ist als ein vorgegebener
oberer Schwellwert. Ist dies der Fall, so wird im Schritt 72 ein
erster Ton zugeordnet und abgespielt. Liegt der Wert von Sn unterhalb des vorgegebenen Schwellwerts,
so wird im Vergleich 70 geprüft, ob der Wert von
Sn größer ist als ein
vorgegebener unterer Schwellwert. Ist dies der Fall, so wird im
Schritt 74 ein zweiter Ton zugeordnet und abgespielt. Wird
der untere Schwellwert nicht überschritten, so wird kein
Ton abgespielt. Im Schritt 67 wird der gegebenenfalls unter
dem Einfluss eines Luftstroms am Drucksensor 62 anliegende Druck
p1 erneut gemessen. Als oberer Schwellwert kann
beispielsweise ein Wert aus dem Intervall von 0,6 bis 1 und als
unterer Schwellwert z. B. ein Wert aus dem Intervall von 0,1 bis
0,5 gewählt werden. Die Lautstärken mit denen
der erste und der zweite Ton gespielt werden, kann an den gemessenen
Druckverlauf beziehungsweise das daraus resultierende normierte
Signal Sn angepasst werden. Dabei kann im
Schritt 76 die Lautstärke L beispielsweise durch die
Zuordnung L = c·100%·Sn definiert
werden, wobei c eine Kalibirierungskonstante ist. Über
dieses einfache Beispiel hinaus kann die Tonerzeugung dadurch weiter
verbessert werden, dass auch nichtlineare Abhängigkeiten
zwischen L und Sn einbezogen werden. Weiterhin
können auch zeitliche Integral- und Differentialsignale
des Messsignals berücksichtigt werden. Auf diese Weise
kann natürlicherer Spielerlebnis erreicht werden.
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In 8 ist
die Tonerzeugung mit einem virtuellen Blasinstrument grafisch dargestellt.
Der obere Schwellwert wurde mit 0,8 gewählt und der untere Schwellwert
mit 0,3. Mit dem Drucksensor 22 wird für alle
Zeiten t ein normiertes Signal Sn ermittelt.
Zum Zeitpunkt t1 ist der Wert von Sn erstmals größer als 0,3
jedoch noch kleiner als 0,8. Damit wird ab diesem Zeitpunkt der
Ton 2 gespielt. Die schwankende Lautstärke L, mit der der
Ton 2 gespielt wird ergibt sich aus den schwankenden Werten für
Sn im Zeitintervall zwischen t1 und
t2 und kann wie oben beschrieben berechnet
werden. Zum Zeitpunkt t2 überschreitet
der Wert von Sn den oberen Schwellwert von
0,8. Damit wird ab diesem Zeitpunkt der Ton 1 gespielt wird. Die jeweils
zu spielende Lautstärke ergibt sich wiederum aus den aus
schwankenden Werten für Sn oberhalb des
oberen Schwellwerts von 0,8. Zum Zeitpunkt t3 wird
der untere Schwellwert von 0,3 wieder unterschritten. Damit wird
ab diesem Zeitpunkt kein Ton erzeugt.
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Die
Töne, die auf diese Weise zugeordnet und abgespielt werden,
müssen nicht zwingend den Tönen eines realen Blasinstruments
entsprechen. Denn es können an sich beliebige Töne
und Klangfarben zugeordnet werden. So kann dem virtuellen Blasinstrument
als Ton 1 auch das E einer Konzertgitarre und als Ton 2 ein Trommelschlag
zugeordnet werden. Damit zeigt sich, dass mit dem virtuellen Blasinstrument
eine große Freiheit in Bezug auf die damit erzeugten Töne
besteht. Somit können nicht nur beliebige Musikinstrumente
sondern auch Kombinationen aus diesen Instrumenten simuliert werden.
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In 9 ist
der grundsätzliche Ablauf des erfindungsgemäßen
Verfahrens zur Erzeugung von Tönen dargestellt. Im Schritt 78 wird
dabei zunächst mit einem Sensor, insbesondere einem Beschleunigungs-,
Druck- oder Drehwinkelsensor eine Bewegung erfasst. Dabei kann eine
Bewegung des Sensors selbst oder die Bewegung der Umgebung, wie etwa
ein Luftstrom erfasst werden. Auch können mehrere auch
unterschiedliche Sensoren hierzu eingesetzt werden. Außerdem
ist es möglich, Messdaten einfacher Sensoren, wie etwa
die Daten eines Tasters, eines Druckschalters oder eines Widerstandsgebers
als so genannte modifizierende und damit ergänzende Signale
mit einzubeziehen. Dem Sensorsignal wird dann im Schritt 80 ein
Ton zugeordnet, wobei das Sensorsignal insbesondere an eine Elektronikeinheit
weitergegeben werden kann, wo dann die Zuordnung eines Tones erfolgt.
Der auf diese Weise zugeordnete Ton wird dann im Schritt 82 ausgegeben,
wobei insbesondere eine Toneinheit, wie ein Kopfhörer oder
ein Lautsprecher eingesetzt werden können.
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Die
Vorrichtung zur Erzeugung von Tönen kann als integriertes
System verwirklicht werden, wobei der Sensor, die Elektronikeinheit
und die Toneinheit in einem Gerät vereint sind. Insbesondere
können hierzu bereits bekannte Geräte wie etwa
Mobiltelefone, Spielekonsolen oder MP3-Spieler um den erforderlichen
Sensor und die Software zur Tonerzeugung erweitert werden. Damit
lassen sich kompakte Geräte schaffen, die auch als virtuelle
Musikinstrumente verwendet werden können. Der Sensor kann
auch separat auf einem Sensorträger untergebracht werden
und an eine externe Elektronikeinheit und eine externe Toneinheit
insbesondere kabellos gekoppelt werden.
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ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
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Zitierte Patentliteratur
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- - DE 19507863
A1 [0002]
- - DE 102005016275 A1 [0003]