DE102007054278B3 - Landwirtschaftliches Gerät zur Bodenbearbeitung und Saatbettbereitung - Google Patents
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Abstract
Landwirtschaftliches Gerät zur Bodenbearbeitung und Saatbettbereitung, aufweisend
– einen zentralen Maschinenrahmen (1),
– mit dem Maschinenrahmen (1) verbundene und in einer Reihe und quer zur Fahrtrichtung liegende Lockerungswerkzeuge (4), deren Enden zum Eindringen in die Bodenoberfläche ausgebildet sind,
– einen in Fahrtrichtung mit seiner Drehachse vor den Lockerungswerkzeugen (4) liegenden Werkzeugrotor (3) zur Bodenbearbeitung, der mit gegenüber der Fahrgeschwindigkeit (Vf) größerer Umlaufgeschwindigkeit (vu) antreibbar gelagert ist,
dadurch gekennzeichnet, dass
– benachbarte Lockerungswerkzeuge (4) einen Werkzeugabstand (s) voneinander aufweisen,
– am Werkzeugrotor (3) Rotorzinken (12) angeordnet sind, die über ihre gesamte Länge eine radiale und axiale Ausstellung gegenüber der Drehachse (15) aufweisen und bis in den Werkzeugabstand (s) zwischen die Lockerungswerkzeuge (4) reichen,
– und die radial und axial ausgestellten Rotorzinken (12) während der Drehbewegung des Werkzeugrotors (3) zwischen die Lockerungswerkzeuge (4) in den Werkzeugabstand (s) kämmend eingreifen.
– einen zentralen Maschinenrahmen (1),
– mit dem Maschinenrahmen (1) verbundene und in einer Reihe und quer zur Fahrtrichtung liegende Lockerungswerkzeuge (4), deren Enden zum Eindringen in die Bodenoberfläche ausgebildet sind,
– einen in Fahrtrichtung mit seiner Drehachse vor den Lockerungswerkzeugen (4) liegenden Werkzeugrotor (3) zur Bodenbearbeitung, der mit gegenüber der Fahrgeschwindigkeit (Vf) größerer Umlaufgeschwindigkeit (vu) antreibbar gelagert ist,
dadurch gekennzeichnet, dass
– benachbarte Lockerungswerkzeuge (4) einen Werkzeugabstand (s) voneinander aufweisen,
– am Werkzeugrotor (3) Rotorzinken (12) angeordnet sind, die über ihre gesamte Länge eine radiale und axiale Ausstellung gegenüber der Drehachse (15) aufweisen und bis in den Werkzeugabstand (s) zwischen die Lockerungswerkzeuge (4) reichen,
– und die radial und axial ausgestellten Rotorzinken (12) während der Drehbewegung des Werkzeugrotors (3) zwischen die Lockerungswerkzeuge (4) in den Werkzeugabstand (s) kämmend eingreifen.
Description
- Die Erfindung betrifft ein landwirtschaftliches Gerät zur Bodenbearbeitung und Saatbettbereitung nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
- Maschinen und Geräte zur Bodenbearbeitung und Saatbettbereitung (im Folgenden als Maschinen bezeichnet) sind als Einzelmaschinen zur getrennten Durchführung der Arbeitsgänge Grundbodenbearbeitung, Saatbettbereitung und ggf. Aussaat oder in unterschiedlichen Teil- oder Vollkombinationen ausgeführt. Ihre Arbeitsorgane führen die Teilfunktionen zur Bodenbearbeitung unabhängig voneinander aus (z. B. Lockerungszinken und Rotoregge). Auch die Säorgane (Schleppschare, Scheibenschare) wirken vorwiegend unabhängig von den Bodenbearbeitungswerkzeugen und sind nur in Einzelfällen für das Zusammenwirken mit diesen ausgeführt (z. B. Fräsrotor-Säschiene).
- Maschinen mit aktiv angetriebenen Werkzeugen haben infolge niedriger Arbeitsgeschwindigkeit und hoher Bodenbeschleunigung einen hohen spezifischen Energieverbrauch und in Kombination mit Säscharen bei hohem Anteil pflanzlicher Rückstände eine unzureichende Saatqualität. Maschinen mit passiv gezogenen und/oder rollenden Werkzeugen erzielen auf bindigen Böden nicht die gewünschte Arbeitsqualität und sind infolge des großen Bauraumes nur schwer mit Säeinrichtungen kombinierbar.
- Aus der
DE 361 987 A und der sind landwirtschaftliche Geräte für die Saatbettbereitung bekannt, bei denen durch einen von zwei benachbarten rollenden ring- oder sternförmigen Werkzeugen oder gezogenen Eggenwerkzeugen gebildeten Spalt ein rotierend angetriebenes Werkzeug hindurchbewegt wird. Dabei werden die Bodenbruchkörper nach der wendenden Grundbodenbearbeitung zwangsweise zu einem Saatbett zerkleinert. Diese Werkzeugkombination konnte mit bekannten Werkzeugformen nicht verwirklicht werden und auch nach geometrischer und kinematischer Optimierung der Werkzeuge waren deren Einsatzgrenzen zu eng.DD 247 367 A1 - Aus der
US 3 033 135 A ist ein landwirtschaftliches Gerät zur Bodenbearbeitung, Saatbettbereitung und Aussaat bekannt, bei der die dazu notwendigen Teile in einer Maschine angeordnet sind. Aus der Druckschrift geht die Anordnung von Lockerungswerkzeugen in einer Reihe und quer zur Fahrtrichtung vor, die rückseitig jeweils eine Säeinrichtung zum Ablegen des Saatgutes in den aufgelockerten Boden aufweisen. Die Säeinrichtung endet an der Unterseite des Lockerungswerkzeuges, so dass eine Saatgutdeponierung unter günstigen Wachstumsbedingungen ausgeschlossen werden kann. - Aus der
DE 195 41 813 C2 ist ein landwirtschaftliches Gerät zur Bodenbearbeitung, Saatbettbereitung und Aussaat in einer Maschine, mit einer in Reihe und quer zur Fahrtrichtung an Stielen angeordneten tiefenversteilbaren gezogenen Lockerungswerkzeugen bekannt. Die Stiele weisen verschiebbare Säschare auf, die nebeneinander liegend einen keilförmigen Arbeitsspalt bilden. Ein gegenüber der Fahrgeschwindigkeit (Vf) vorwärts gerichtetes, mit größerer Umlaufgeschwindigkeit (vu) aktiv angetriebenes, Scheiben- oder Zinkenwerkzeug ist zwischen den einen keilförmigen Arbeitsspalt bildenden Säscharen wirkend angeordnet. Nachteilig hierbei ist, dass durch den keilförmigen Arbeitsspalt die Werkzeugkombination bei der Aufnahme von organischem Material und Bewuchs zum Verstopfen neigt. Die exakte Einhaltung der Saatgutablagetiefe hinter den Bodenbearbeitungswerkzeugen unter allen Bodenbedingungen ist schwierig. - Bekannt ist aus der
DE 40 07 783 C2 eine Saatbettkombination, bestehend aus einer Sämaschine mit einem Säkasten zur Aufnahme von Saatgut und einer Vielzahl von Säscharen, die in einer Reihe quer zur Arbeitsrichtung angeordnet sind, sowie einer Bodenbearbeitungsmaschine, zwischen deren umlaufenden Werkzeugen die Säscharen angeordnet sind. Die Bodenbearbeitungsmaschine ist eine Scheibenegge zu der die Saatgutauslassöffnung etwa in 5-Uhr-Position angeordnet ist. Die Scheiben häufeln eine Deckschicht über dem Saatgut an. - In der
DE 38 27 770 A1 sind Säschare zur Aussaat von körnigem Gut aus einer Sämaschine in den Boden beschrieben, die in Wirkverbindung mit einer Bodenwalze stehen. Die Säschare sind jeweils zwischen zwei benachbarten Walzen-Einzelelementen angeordnet, so dass der in den Boden eingreifende Scharteil durch die vorbeidrehenden Walzen-Einzelelemente von anstauenden und anhaftenden Pflanzenresten frei gehalten werden. - Aus der
DE 85 29 225 U1 ist ein landwirtschaftliches Kombinationsgerät zur Bodenbearbeitung mit den Boden auf- bzw. umbrechendem Werkzeug sowie einer dahinter arbeitenden Packer- und Krümlerwalze bekannt, welche mit in Radialebenen der Walze angeordneten Zahnreihen in den Boden eindringt, und eine Saatgut-Austragsvorrichtung besitzt, die aus vor der Packer- und Krümlerwalze angeordneten Saatauslaufrohren besteht. - Weiterhin ist aus der
DE 19 05 701 A eine umlaufende Bodenbearbeitungsvorrichtung bekannt. Am Werkzeugrotor sind Schaufeln vorgesehen, die mit dem Boden in Engriff treten sollen. Die Enden der Schaufeln sind abgewinkelt und erstrecken sich parallel zur Welle, um eine fräsende Bearbeitung des Bodens mit diesem Teil der Vorrichtung zu erreichen. Der verbleibende Schaufelteil ist an einer auf dem Werkzeugrotor sitzenden Scheibe angebracht und steht rechtwinklig zum Werkzeugrotor. Damit erfüllt dieser Teil der Vorrichtung lediglich die Funktion einer Bodenfräse und erfüllt nicht die Aufgabe der vorliegenden Erfindung. - Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein landwirtschaftliches Gerät der eingangs genannten Art anzugeben, die alle Teilfunktionen der nichtwendenden, konservierenden Bodenbearbeitung (Lockern, Zerkleinern, Mischen) in sich vereinigt und bei der Bodenbearbeitung nicht zum Verstopfen mit organischem Material neigt. Das landwirtschaftliche Gerät kann in einer Weiterbildung optional auch zur Aussaat geeignet sein.
- Erfindungsgemäß wird die Aufgabe durch die im Anspruch 1 genannten Merkmale gelöst. Weiterbildungen und Ausführungen sind Gegenstand der Unteransprüche.
- Das landwirtschaftliche Gerät zur Bodenbearbeitung und Saatbettbereitung weist einen zentralen Maschinenrahmen zur Ankopplung an eine Landmaschine auf, an dem in einer Reihe mit einem Werkzeugabstand und quer zur Fahrtrichtung liegend Lockerungswerkzeuge angebracht sind. Die Enden der Lockerungswerkzeuge sind zum Eindringen in die Bodenoberfläche, vorzugsweise sichelförmig ausgebildet. In Fahrtrichtung gesehen vor den Lockerungswerkzeugen befindet sich ein Werkzeugrotor, der mit gegenüber der Fahrgeschwindigkeit (Vf) größerer Umlaufgeschwindigkeit (vu) antreibbar gelagert ist.
- Am Werkzeugrotor sind in Gruppen radial und axial ausgestellte Rotorzinken angeordnet, die beim Rotieren des Werkzeugrotors in den Arbeitsraum, der durch den Werkzeuganstand (s) gekennzeichnet ist, zwischen den Lockerungswerkzeugen eingreifen.
- Die radiale Ausstellung der Rotorzinken bewegt sich in einem Winkelbreich (β) zwischen +/–20° und die axiale Ausstellung der Rotorzinken (α) von 0 bis 30°. Die radiale und axiale Ausstellung der Rotorzinken ist dabei so bemessen, dass von einer Gruppe eine wirksame Breite (b) von ¼ bis 2/3 s überstrichen wird.
- Der Werkzeugrotor kann aus einzelnen, ein- oder mehrteilig montierbaren Scheiben bestehen, an denen die radial und axial ausgestellten Rotorzinken angebracht sind. Alternativ kann der Werkzeugrotor aus einer massiven Werkzeugwelle bestehen, an der die Rotorzinken in Gruppen in der genannte Lage starr oder wechselbar befestigt (angebracht) sind. Die einzelnen Scheiben oder die Rotorzinken sind vorteilhaft elastisch gelagert und austauschbar befestigt. Vorteilhaft ist bei der elastischen Lagerung eine dreh- und querelastische Lagerung zur Verringerung von Belastungsstößen durch Steine.
- Die Lockerungswerkzeuge mit den sich durch den Arbeitraum bewegenden Rotorzinken bilden in Bodennähe einen Bereich, durch den vorgelockerter Boden und organisches Material sowie Bewuchs hindurchgezogen und nach einer gewissen Wurfphase vor einer Nachwalzwalze (
5 ) abgelegt wird. Auf diese Weise arbeitet das landwirtschaftliche Gerät zur Bodenbearbeitung und Saatbettbereitung lockernd, krümelnd und mischend. - Die Lockerungswerkzeuge können vorteilhaft nach Art eines Grubberwerkzeuges ein- oder zweiteilig aufgebaut sein. Vorteilhaft sind die einzelnen Lockerungswerkzeuge am zentralen Maschinenrahmen mittels einer mechanischen oder hydropneumatischen Überlastsicherung befestigt, um beim Überfahren von steinigen Böden ein Heben und Senken zu gewährleisten.
- Vorteilhaft ist an jedem zweiten Lockerungswerkzeug in Bodennähe ein Flügelschar angebaut, um ein ganzflächiges Durchschneiden der Bearbeitungssohle zu ermöglichen.
- Um das landwirtschaftliche Gerät zur Bodenbearbeitung und Saatbettbereitung gleichzeitig zur Aussaat benutzen zu können, wird über einem Hubrahmen eine Sämaschine aufgebaut.
- Vorteilhaft wird das landwirtschaftliche Gerät als zapfwellengetriebene Bodenbearbeitungsmaschine im Traktoranbau oder für eine größere Arbeitsbreite als aufgesattelte Maschine mit eigenem Fahrwerk ausgebildet.
- Die Erfindung wird nachfolgend an Hand von Ausführungsbeispielen näher erläutert. in den Zeichnungen zeigen:
-
1 Gesamtansicht einer Bodenbearbeitungsmaschine mit erfindungsgemäßer Werkzeugkombination für den Traktoranbau an den Kraftheber -
2 Bodenbearbeitungsmaschine mit weiteren Funktionsgruppen in der Seitenansicht -
3 beispielhafte Ausbildung der erfindungsgemäßen Bodenbearbeitungsmaschine in der Seitenansicht -
4 beispielhafte Ausbildung der erfindungsgemäßen Bodenbearbeitungsmaschine in der Ansicht von vorn -
5 Wirkelemente und Parameter im Arbeitsbereich der Werkzeuge mit gummielastisch gelagerter Rotorwerkzeugnabe in der Seitenansicht -
6 Wirkelemente und Parameter im Arbeitsbereich der Werkzeuge mit gummielastisch gelagerter Rotorwerkzeugnabe in der Ansicht von vorn -
7 erfindungsgemäße Bodenbearbeitungsmaschine mit aufgebauter Drillmaschine als Drillkombination - In der
1 ist eine Gesamtansicht einer erfindungsgemäßen Bodenbearbeitungsmaschine mit Lockerungswerkzeugen, Werkzeugrotor und weiteren Funktionsgruppen, ausgebildet für den Traktoranbau an dessen Kraftheber dargestellt. -
2 zeigt eine erfindungsgemäße Bodenbearbeitungsmaschine mit den weiteren Funktionsgruppen in der Seitenansicht. Ein zentraler Maschinenrahmen1 nimmt einen Werkzeugrotor3 auf, der am Maschinenrahmen drehbar und antreibbar gelagert ist. Der Antrieb9 für den Werkzeugrotor3 ist vor diesem am zentralen Maschinenrahmen1 befestigt. Am zentralen Maschinenrahmen1 sind Lockerungswerkzeuge4 quer in einer Reihe zur Fahrtrichtung angelenkt. Die Lockerungswerkzeuge4 greifen mit ihren unteren Enden in die Bodenoberfläche8 ein. Auf der Bodenoberfläche8 rollt eine Nachlaufwalze5 ab, die mittels eines Walzenrahmens6 mit dem zentralen Maschinenrahmen1 verbunden ist. - In der
3 ist eine beispielhafte Ausbildung einer erfindungsgemäßen Werkzeugkombination in Seitenansicht dargestellt. Gegenüber der2 wurde auf die Darstellung der vorderen Wange am zentralen Maschinenrahmen1 verzichtet. Die Lockerungswerkzeuge4 sind sichelförmig ausgebildet und weisen an jeder zweiten Position am unteren Ende einen Flügelschar14 auf, der durch die Bodenoberfläche8 gezogen wird. Auf der Drehachse des Werkzeugrotors3 sind Rotorscheiben angeordnet, die von den axial und radial ausgestellten Rotorzinken12 durchstoßen werden. Die Drehachse des Werkzeugrotors3 liegt in Fahrtrichtung gesehen vor in einer Reihe liegenden Lockerungswerkzeugen4 . Die Lagerung und der Abstand ist dabei so bemessen, dass die Enden der Rotorzinken12 über die Breite der Lockerungswerkzeuge4 hinaus reichen. Damit ist gewährleistet, dass der Bodenbewuchs und das organische Materials durch die Reihe von Lockerungswerkzeuge hindurch befördert wird. Die Lockerungswerkzeuge4 sind mittels hydraulischer Hebeeinrichtung10 am zentralen Maschinenrahmen1 befestigt, und lassen sich damit beim Überfahren von Steinen heben und senken. Am zentralen Maschinenrahmen1 befindet sich weiterhin ein Antrieb9 , um den Werkzeugrotor3 in die erforderliche Rotation zu versetzen. - In der
4 ist der Werkzeugrotor3 mit den Lockerungswerkzeugen4 ,11 in einer Ansicht von vorn dargestellt. Die4 zeigt einen Ausschnitt mit drei Lockerungswerkzeugen4 , wobei die Lagerung des Werkzeugrotors aus der Ansicht von vorn rechts gezeigt ist. Am mittleren oder auch am zweiten Lockerungswerkzeug4 ist ein Flügelschar14 angebracht. Zwischen den Lockerungswerkzeugen4 befinden sich die Rotorscheiben jeweils in zentraler Position. Die axial und radial ausgestellten Rotorzinken12 nehmen den Raum zwischen den Lockerungswerkzeugen4 ein. Die Hebeeinrichtung10 an jedem einzelnen Lockerungswerkzeug4 befindet sich in dieser Ansicht hinter dem zentralen Maschinenrahmen1 . Zur Auflockerung des Bodens sind die Lockerungswerkzeuge mit einem Grubberschar13 ausgestattet. -
5 zeigt wiederum in Seitenansicht die Wirkelemente und Parameter im Arbeitsbereich des erfindungsgemäßen landwirtschaftlichen Geräts. Der Werkzeugrotor kann aus einzeln montierbaren Rotorscheiben oder einer massiven Werkzeugwelle bestehen. Dargestellt ist hier eine Rotorscheibe mit einem zu dessen Umfang sichelförmig verlaufenden Lockerungswerkzeug4 . Die Rotorzinken12 durchstoßen die Rotorscheiben in einem radialen Werkzeugwinkel β, der zwischen +/–20° liegt. Der Werkzeugrotor ist mit einer Umlaufgeschwindigkeit vu antreibbar gelagert. Die Anordnung wird mit einer Arbeitsgeschwindigkeit vf über die Bodenoberfläche8 befördert. Die Rotorzinken12 bewegen sich mit einer vorwärts gerichteten, gegenüber der Arbeitsgeschwindigkeit vf größeren Umlaufgeschwindigkeit vu jeweils zwischen zwei benachbarten Lockerungswerkzeugen4 . Das Lockerungswerkzeug4 greift bis in eine maximale Arbeitstiefe t von ca. 18 cm in die Bodenoberfläche8 ein. Dabei gelangt die Rotorscheibe in Kontakt mit der Bodenoberfläche8 und die Rotorzinken12 stechen in die vorgelockerte Bodenoberfläche8 . Bezüglich der Arbeitstiefe t des Lockerungswerkzeuges4 dringen die Rotorzinken mit einer Arbeitstiefendifferenz Δt in die Bodenoberfläche8 ein. Neben dem Flügelschar14 an jedem zweiten Lockerungswerkzeug4 weist dieses am unteren Ende einen Grubberschar13 auf. Die Drehachse15 des Werkzeugrotors3 wird durch eine elastische Lagerung16 gegenüber den Lockerungswerkzeugen4 in Position gehalten. - Die in
5 dargestellte Detailansicht wird schließlich in der6 in einer Ansicht von vorn gezeigt, also entgegen der Zugrichtung des erfindungsgemäßen landwirtschaftlichen Geräts. Die Rotorzinken12 weisen zusätzlich zu dem bereits erläuterten radialen Werkzeugwinkel zur Drehachse15 einen axialen Werkzeugwinkel α zur Drehachse15 auf. Die Rotorzinken12 nehmen durch ihre unterschiedlichen Längen und den besagten axialen Werkzeugwinkel α während der Rotation nahezu den gesamten Raum zwischen den Lockerungswerkzeugen4 ein. Für die Auslegung des Arbeitsbereiches sind neben den bereits genannten Parametern noch die Werkzeugabstände s zwischen den Lockerungswerkzeugen4 und den Rotorscheiben von funktioneller Bedeutung. Darauf abgestimmt ist die wirksame Breite b des Werkzeugrotors3 . - Die Lockerungswerkzeuge und die dazwischen kämmenden Rotorzinken bilden in Bodennähe einen Arbeitsbereich, durch den vorgelockerter Boden und organisches Material sowie Bewuchs hindurchgezogen und nach einer gewissen Wurfphase vor der Nachlaufwalze abgelegt wird. Die Arbeitsweise ist lockernd, krümelnd (zerkleinernd) und mischend. Die Grubberschare
13 können nach dem Stand der Technik1 oder 2-teilig aufgebaut werden. Die Lockerungswerkzeuge4 können nach Art eines Grubberwerkzeugs aufgebaut sein. - Mit den angebauten Flügelscharen
14 an jedem 2. Lockerungswerkzeug4 ist ein ganzflächiges Durchschneiden der Bearbeitungssohle möglich. Das erfindungsgemäße landwirtschaftliche Gerät lässt sich als zapfwellengetriebene Bodenbearbeitungsmaschine im Traktoranbau (1 ) oder für größere Arbeitsbreiten als aufgesattelte Maschine mit eigenem Fahrwerk ausbilden. Für ein gleichzeitiges Säen wird über dem in2 dargestellten Hubrahmen7 eine Sämaschine aufgebaut. - In
7 ist die erfindungsgemäße Bodenbearbeitungsmaschine mit aufgebauter Drillmaschine20 in Arbeitsstellung dargestellt. Am Traktorheckkraftheber18 ist die erfindungsgemäße Bodenbearbeitungsmaschine19 angekoppelt. Hinter der Nachlaufwalze5 ist eine Drillmaschine20 auf dem Hubrahmen7 aufgebaut. Die Ablage des Saatgutes erfolgt bei dieser Anordnung nach der Nachlaufwalze5 und ermöglicht die Saatbettbereitung und exakte Aussaat in einem Arbeitsgang. - Alternativ lässt sich entsprechend der Darstellung in
2 Saatgut, Düngemittel o. dgl. auch zwischen Bodenbearbeitungsmaschine19 und Nachlaufwalze5 an einer Prallschiene17 ausbringen. -
- 1
- Zentraler Maschinenrahmen
- 2
- Koppelrahmen für den Anbau an den Heckkraftheber des Traktors
- 3
- Werkzeugrotor
- 4
- Lockerungswerkzeug
- 5
- Nachlaufwalze
- 6
- Walzenrahmen
- 7
- Hubrahmen
- 8
- Bodenoberfläche mit organischer Auflage oder Bewuchs
- 9
- Antrieb für den Werkzeugrotor
- 10
- Hebeeinrichtung
- 11
- Grubberstiel
- 12
- Rotorzinken
- 13
- Grubberschar
- 14
- Flügelschar
- 15
- Drehachse des Werkzeugrotors
- 16
- Elastische Lagerung der Werkzeugnabe
- 17
- Prallschiene mit optionalem Dünger- oder Saatgutaustrag
- 18
- Traktorheckkraftheber
- 19
- Bodenbearbeitungsmaschine
- 20
- Drillmaschine (Drillkombination)
- 21
- scheienförmiger Zinkenträger
- t
- Arbeitstiefe
- Δt
- Arbeitstiefendifferenz
- vf
- Fahrgeschwindigkeit
- vu
- Umlaufgeschwindigkeit des Werkzeugrotors
- s
- Werkzeugabstand
- b
- wirksame Breite des Werkzeugrotors
- α
- axialer Werkzeugzinkenwinkel
- β
- radialer Werkzeugzinkenwinkel
Claims (9)
- Landwirtschaftliches Gerät zur Bodenbearbeitung und Saatbettbereitung, aufweisend – einen zentralen Maschinenrahmen (
1 ), – mit dem Maschinenrahmen (1 ) verbundene und in einer Reihe und quer zur Fahrtrichtung liegende Lockerungswerkzeuge (4 ), deren Enden zum Eindringen in die Bodenoberfläche ausgebildet sind, – einen in Fahrtrichtung mit seiner Drehachse vor den Lockerungswerkzeugen (4 ) liegenden Werkzeugrotor (3 ) zur Bodenbearbeitung, der mit gegenüber der Fahrgeschwindigkeit (Vf) größerer Umlaufgeschwindigkeit (vu) antreibbar gelagert ist, dadurch gekennzeichnet, dass – benachbarte Lockerungswerkzeuge (4 ) einen Werkzeugabstand (s) voneinander aufweisen, – am Werkzeugrotor (3 ) Rotorzinken (12 ) angeordnet sind, die über ihre gesamte Länge eine radiale und axiale Ausstellung gegenüber der Drehachse (15 ) aufweisen und bis in den Werkzeugabstand (s) zwischen die Lockerungswerkzeuge (4 ) reichen, – und die radial und axial ausgestellten Rotorzinken (12 ) während der Drehbewegung des Werkzeugrotors (3 ) zwischen die Lockerungswerkzeuge (4 ) in den Werkzeugabstand (s) kämmend eingreifen. - Landwirtschaftliches Gerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die benachbarten Lockerungswerkzeuge (
4 ) einen Werkzeugabstand (s) von 12 bis 35 cm aufweisen. - Landwirtschaftliches Gerät nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Lockerungswerkzeuge (
4 ) eine an den Umfang des Werkzeugrotors (3 ) angepasste Sichelform aufweisen. - Landwirtschaftliches Gerät nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die radiale Ausstellung der Rotorzinken (
12 ) in einem Winkelbereich (β) zwischen +/–20° liegt. - Landwirtschaftliches Gerät nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die axiale Ausstellung der Rotorzinken (
12 ) in einem Winkelbereich (α) von 0° bis 30° liegt. - Landwirtschaftliches Gerät nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass auf dem Werkzeugrotor (
3 ) den Werkzeugabständen (s) zugeordnete Rotorscheiben angeordnet sind, wobei die Rotorzinken (12 ) mit den Rotorscheiben elastisch verbunden sind. - Landwirtschaftliches Gerät nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass an den Enden eines jeden zweiten Lockerungswerkzeuges (
4 ) ein Flügelschar (14 ) zum Eingriff in die Bodenoberfläche vorgesehen ist. - Landwirtschaftliches Gerät nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass am Maschinenrahmen (
1 ) eine Walze (5 ) in Fahrtrichtung nach den Lockerungswerkzeugen (4 ) angekoppelt ist. - Landwirtschaftliches Gerät nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass zum gleichzeitigen Säen mit dem landwirtschaftlichen Gerät am zentralen Maschinenrahmen ein Hubrahmen (
7 ) vorgesehen ist und der Hubrahmen (7 ) zur Aufnahme einer Sämaschine ausgebildet ist.
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