-
Die
Erfindung bezieht sich auf ein an Flavonoid reiches in vitro-Rhizomgewebe
von Neomarica gracilis, welches durch eine Gewebekultur-Präparation
unter Verwendung eines N. gracilis-Gewebes bereitgestellt wird,
das in der Lage ist, zu proliferieren, wie eine Wurzel oder ein
Stiel, ein Blatt, ein Basalabschnitt eines Blattes und/oder ein
Rhizom. Das an Flavonoid reiche Rhizomgewebe von N. gracilis enthält
Tectorigenin, was deutlich verschieden vom Wildtyp-Rhizom von N.
gracilis ist, das kein Tectorigenin enthält. Ferner stellt
die vorliegende Erfindung ein Verfahren zum in vitro-Kultivieren
des an Flavonoiden reichen Rhizomgewebes, ein Verfahren zum Extrahieren
des Tectorigenins aus dem an Flavonoid reichen Rhizomgewebe und
quantitative Verfahren zum Bestimmen der Tectorigeninmenge im an
Flavonoid reichen Rhizomgewebe bereit.
-
Phytochemikalien
sind Substanzen, die Pflanzen naturgemäß produzieren,
um sich gegen Bakterien, Viren und Pilze zu schützen. In
letzter Zeit war das Interesse an Phytochemikalien groß,
weil viele von diesen Wirkungen auf das Verlangsamen des Alterungsprozesses
und das Reduzieren des Risikos bezüglich Krebs, Herzkrankheit
und anderen chronischen Krankheitszuständen zeigten.
-
Mehr
als 900 verschiedene Phytochemikalien wurden in Lebensmittelpflanzen
gefunden, wobei immer noch andere zu entdecken sind. Früchte,
Gemüse, ganze Getreide, Soja und Nüsse sind alles
Quellen dieser krankheitsbekämpfenden Substanzen. Phytochemikalien
sind normalerweise mit Pflanzenpigmenten verwandt, weshalb Früchte
und Gemüse mit hellen Farben (gelb, orange, rot, blau,
violett, grün) die meisten enthalten.
-
Flavonoide
sind eine Gruppe von Phytochemikalien, die lange dafür
bekannt waren, entzündungshemmende, antioxidierende, antiallergene,
leberschützende, antithrombotische, antivirale und antikarzinogene Wirkungen
zu besitzen. Flavonoide sind typischerweise phenolische Verbindungen
und fungieren daher als starke Metallchelatoren und Fänger
freier Radikale. Sie sind starke kettenbrechende Antioxidantien.
Die Flavonoide zeigen eine bemerkenswert große Anzahl an
biochemischen und pharmakologischen Wirkungen, einige von diesen
legen nahe, dass bestimmte Mitglieder dieser Gruppe von Verbindungen
die Funktion verschiedener Säuger-Zellysteme signifikant
beeinflussen können. Neueste Berichte zeigen, dass Pflanzenflavonoide
die Aktivierung von in die Kontrolle der Stickstoffbindung eingebundenen
bakteriellen (Rhizobium) Regulierungsgenen auslösen, was
auf wichtige Beziehungen zwischen bestimmten Flavonoiden und der
Aktivierung und Expression von Sängergenen hinweist (s.
z. B. Midddledton et al., Pharmacological Reviews, 2000, 52: 673–751).
-
Tectorigenin
ist ein Flavonoid. In den letzten Jahren gab es eine Entwicklung
beim Untersuchen des potentiellen Nutzens von Tectorigenin gemacht,
die antibakterielle, entzündungshemmende und krebsvorbeugende
Wirkungen gezeigt hat. Darüber hinaus ist gezeigt worden,
dass Tectorigenin die Produktion von Prostaglandin anregt, die Proliferation
von Makrophagen induziert, die Aktivität von Östrogenrezeptoren
selektiv moduliert und die Kontraktion glatter Muskulatur steuert.
-
Tectorigenin
wird im allgemeinen aus Rhizomen von Iridaceae-Pflanzen extrahiert,
wir Iris germanica L., Iris pallida Lam, Iris nigricans, Iris ensata,
Iris sanguinea, Iris setosa und Belamacanda chinensis (B. chinensis).
Die Tectorigeningehalte in den Rhizomen werden durch Wachstumsbedingungen
wie Temperatur und Feuchtigkeit beeinflusst. Im Fall der B. chinensis
dauert es im allgemeinen 2–3 Wachstumsjahre, bevor die
Rhizome zur Tectorigeninextraktion geerntet werden können.
Daher gibt es immer noch einen Bedarf an Verfahren, mit denen Pflanzen
mit hohem Tectorigeningehalt effektiv gezüchtet werden
können.
-
Neomarica
gracilis (N. gracilis) ist eine sehr gebräuchliche Gartenbaupflanze,
die zur Iridaceae-Familie gehört. Sie kann bei geringen
Kosten in großer Menge kultiviert werden. Allerdings enthalten
die Rhizome von natürlich gezüchteten N. gracilis
kein Tectorigenin.
-
In
der in den späteren Abschnitten aufzuzeigenden Erfindung
wird ein in vitro-Rhizom von N. gracilis aus einer Gewebekultur-Präparation
erhalten, welche nach etwa 1 oder 2 Monaten geerntet werden kann.
Das in vitro-Rhizom von N. gracilis ist reich an Flavonoiden und
enthält einen hohen Gehalt an Tectorigenin, welcher als
Quelle für Tectorigenin verwendet werden kann.
-
Die
vorliegende Erfindung stellt ein an Flavonoiden-reiches in vitro-Gewebe
von Neomarica gracilis bereit, das in einer Gewebekulturumgebung
hergestellt wurde, die den Flavonoidgehalt der Wildtyp-N. gracilis ändert.
Insbesondere enthält das an Flavonoid reiche Gewebe der
vorliegenden Erfindung eine wesentliche Menge an Tectorigenin.
-
Das
an Flavonoiden reiche in vitro-Gewebe von N. gracilis ist bevorzugt
ein Rhizomgewebe, welches aus einem N. gracilis-Gewebe kultiviert
wird, das in der Lage ist, zu proliferieren. Beispiele von N. gracilis-Gewebe,
das in der Lage ist, zu proliferieren, schließen die Wurzel
oder den Stiel, das Rhizom, das Blatt und einen Basalabschnitt des
Blatts von N. gracilis ein.
-
In
der Gewebekultur zum Herstellen des an Flavonoiden reichen Gewebes
von N. gracilis wird ein Kulturmedium verwendet. Dieses Kulturmedium
enthält (1) einen Pflanzenwachstums-Regulator, (2) ein
Salzmedium und (3) ein Kohlenhydrat. Der Pflanzenwachstums-Regulator
(PWR) schließt Cytokinine oder Auxine ein. Beispiele für
PWR schließen Indol-3-essigsäure, 2-4-Dichlorphenoxyessig-säure, α-Naphthalinessigsäure, 6-Benzyl-aminopurin,
Kinetin und/oder eine Mischung davon ein, sind aber nicht darauf
eingeschränkt. Die Konzentration des Pflanzenwachstums-Regulators
beträgt bevorzugt etwa 0,01 bis 2,0 mg/l. Das bevorzugte Salzmedium
ist ein Basissalzmedium nach Murashige und Skoog (d. h. ein MS-Medium),
welches folgende Salze einschließt, aber nicht darauf eingeschränkt
ist: Natrium, Kalium, Nitrat, Ammonium, Magnesium, Sulfat, Calcium, Eisen,
Chlorid, Phosphat, Mangan, Jod, Borat, Zink, Kupfer, Molybdän,
Kobalt oder eine Mischung davon. Beispiele der Kohlenhydrate schließen
Myo-Inositol, Saccharose oder eine Mischung davon ein. Wahlweise
kann das Kulturmedium ein Vitamin wie Thiamin·HCl, Pyridoxin·HCl
und Nikotinsäure und ein Ancymidol enthalten. Das Kulturmedium
weist einen pH von etwa 5 bis 7 auf.
-
Die
Gewebekultur-Präparation schließt eine Kolbenkultur,
bevorzugt unter einer Schüttel-Bedingung, ein temporäres
Eintauchsystem (TIS) oder eine Kombination davon ein.
-
Das
an Flavonoid reiche Gewebe von N. gracilis enthält Tectorigenin
in der Menge von etwa 2,5 bis 65 mg pro kg Gewicht des trockenen
Gewebes. Die Gesamtmenge an Flavonoiden einer festen Gewebekultur
in einem MSO (d. h. ein MS-Medium ohne zugegebenen Pflanzenwachstums-Regulator)
beträgt nach 8 Wochen von der Menge her etwa 10,74 mg (basierend
auf Messungen unter Verwendung von ψ-Tectorigenin als Standard)
pro g Trockengewicht des an Flavonoid reichen Gewebes.
-
Ferner
stellt die vorliegende Erfindung ein Verfahren zum Erhalt des an
Flavonoid reichen in vitro-Gewebes von N. gracilis bereit. Das Verfahren
schließt (1) das Impfen eines N. gracilis-Gewebes in ein
Kulturmedium der Gewebekultur; und (2) das Züchten des
N. gracilis-Gewebes in der Gewebekultur für einen ausreichenden
Zeitraum ein, um die Bildung eines Rhizomgewebes zu ermöglichen.
Das N. gracilis-Gewebe ist zur Zellreplikation befähigt,
wie z. B. eine Wurzel oder ein Stiel, ein Blatt, ein Basalabschnitt
eines Blattes oder ein Rhizom.
-
Das
Kulturmedium wird bevorzugt bei etwa 20°C bis 30°C
gehalten.
-
Die
Gewebekultur ist eine Kolbenkultur, ein temporäres Eintauchsystem
(TIS) oder eine Kombination davon.
-
Der
ausreichende Zeitraum zum Bilden des an Flavonoid reichen Rhizomgewebes
von N. gracilis beträgt etwa 4 bis 8 Wochen.
-
Das
TIS ermöglicht dem N. gracilis-Gewebe, etwa alle 2–4
Stunden für etwa 1–3 Minuten in das Kulturmedium
eingetaucht zu werden.
-
Ferner
stellt die vorliegende Erfindung ein Verfahren zum Extrahieren des
Tectorigenins aus dem an Flavonoid reichen Gewebe von N. gracilis
bereit. Das Verfahren umfasst: (1) Trocknen des an Flavonoiden reichen
in vitro-Gewebes von N. gracilis, um ein getrocknetes, an Flavonoid
reiches Gewebe zu erhalten; (2) Zufügen eines Alkohols
zu dem getrockneten, an Flavonoid reichen Gewebe, um eine Suspension
zu bilden; (3) Erwärmen der Suspension, um eine erwärmte
Suspension zu bilden; und (4) Filtern der erwärmten Suspension,
nachdem die erwärmte Suspension abgekühlt hat,
um ein Filtrat zu sammeln, welches Tectorigenin enthält. Das
bevorzugte Verfahren zum Trocknen des an Flavonoid reichen in vitro-Gewebes
ist das durch Gefriertrocknen. Der bevorzugte Weg, die Suspension
zu Erwärmen, ist die Verwendung von Ultraschall-Schwingung unter
Erwärmen der Suspension für etwa eine Stunde bei
etwa 50–70°C. Beispiele des Alkohols, welcher
zu dem getrockneten, an Flavonoid reichem in vitro-Gewebe zugegeben
werden kann, sind Methanol oder Ethanol. Wahlweise kann das getrocknete,
an Flavonoid reiche in vitro-Gewebe zerkleinert werden, bevor der
Alkohol zugegeben wird. Vorzugsweise wird das Filtrat durch Passieren
der erwärmten Suspension durch einen Whatman® Nr.
1 Filter gesammelt.
-
Die
Gesamtmenge an aus dem an Flavonoid reichen Gewebe von N. gracilis
extrahierten Tectorigenin wird durch eine Hochleistungs-Flüssigchromatographie
(HPLC) bestimmt. Die für die HPLC bevorzugte Säule ist
eine Cosmosil® 5 C18-AR-II-Säule.
Die bevorzugte Eluenslösung ist eine Lösung, die
Methanol und Wasser (mit 0,1% Essigsäure) in einem Volumenverhältnis
von 55:45 enthält. Die Tectorigeninmenge wird bei einer Wellenlänge
von etwa 265 nm unter Verwendung eines ψ-Tectorigenins
(Sigma® T-9165) als Standard gemessen.
-
1 ist
eine Zeichnung, die das temporäre Eintauchsystem zeigt,
welches eines der beiden Gewebekultursysteme ist (das andere Gewebekultursystem
ist ein Kolbenkultursystem), die in der vorliegenden Erfindung verwendet
werden.
-
2 ist
ein Diagramm, das die Wirkung vom Inokkulum-Gewichtsverhältnis
auf die Wachstumsrate des an Flavonoiden reichen in vitro-Rhizomgewebes
von N. gracilis in einer Kolbenkultur zeigt. Die Daten wurden von
dem Rhizomgewebe gesammelt, das für 3 Wochen in einem MS-Medium
(Murashige und Skoog Medium) kultiviert wurde, das 0,5 mg/l 6-Benzylaminopurin
(BA), 0,1 mg/l 2,4 Dichlorphenoxyessigsäure (2,4-D) und
0,84 mg/l α-Naphthalinessigsäure (NAA) enthält.
Jeder Datenpunkt stellt ein Mittel von 3 Wiederholungen dar, und
die Fehlerbalken stellen die Standardfehler der Mittelwerte dar.
-
3 ist
ein Diagramm, das die Wirkung von Indol-3-essigsäure (IAA)
und Kinetin auf den Biomasseanstieg bei dem an Flavonoid reichen
in vitro-Rhizomgewebe von Neomarica gracilis zeigt, wo das Rhizomgewebe
von einer Kolbenkultur erhalten wird. Jeder Datenpunkt stellt einen
Mittel von 3 Wiederholungen dar, und die Fehlerbalken stellen die
Standardfehler von den Mittelwerten dar. Biomassenanstieg = Endfrischgewicht – das
Frischgewicht 2 Tage vorher.
-
4 ist
ein Diagramm, das die Wachstumskurve von N. gracilis zeigt, die
für 8 Wochen in einem MS-Medium gezüchtet wurde,
das 0,1 mg/l (♦) von α-Naphthalinessigsäure
(NAA) enthält. Jeder Datenpunkt stellt ein Mittel von 3
Wiederholungen dar und die Fehlerbalken stellen die Standardfehler
von den Mittelwerten dar.
-
5 ist
ein Diagramm, das den Tectorigeningehalt des an Flavonoid reichen
Rhizoms zeigt, das für 8 Wochen in 0,1 mg/l (O) MS + NAA,
oder 1 mg/l NAA und 0,1 mg/l 2,4-D (∎) kultiviert wurde.
Jeder Datenpunkt stellt ein Mittel von 3 Wiederholungen dar und
Fehlerbalken stellen die Standardfehler von den Mittelwerten dar.
-
6 ist
eine Zusammenstellung von Bildern, die die Trieb-Bildung von N.
gracilis-Rhizomgewebe unter Anwesenheit von Ancymidol zeigen. Die
Photographien wurden nach drei Wochen Kultur gemacht. Balken = 1
cm. Feld (a): 0,5 mg/l Ancymidol, zugegeben am Tag 7; Feld (b):
2,0 mg/l Ancymidol, zugegeben am Tag 7; Feld (c): 2,0 mg/l Ancymidol,
zugegeben am Tag 14, und Feld (d): Kontrollkultur ohne jegliches
Ancymidol.
-
7 ist
ein Diagramm, das die Wirkung des Inokkulumgewichts und des Pflanzenwachstums-Regulators
(PWR) auf die Wachstumsrate von N. gracilis-Rhizomgewebe zeigt.
Jeder Datenpunkt stellt das Mittel von 3 Wiederholungen dar und
die Fehlerbalken stellen die Standardfehler der Mittelwerte dar.
Wachstumsrate = (End-F.G. – anfängliches F.G.)/anfängliches
F.G.
-
Ein
Gegenstand der vorliegenden Erfindung bezieht sich auf ein an Flavonoiden-reiches
Gewebe von N. gracilis, welches aus einer Gewebekultur eines N.
gracilis-Gewebes erhalten wird, das zur Proliferation und Zellreplikation
fähig ist, wie Wurzel oder Stiel, Blatt, der Basalabschnitt
eines Blattes und Rhizom. Das an Flavonoid reiche Gewebe ist ein
in vitro-Rhizomgewebe, welches deutlich verschieden von einem Wildtyp-Rhizom von
N. gracilis ist, indem es Tectorigenin enthält. Die neueste
Forschung hat gezeigt, daß Tectorigenin beim Eliminieren
freier Radikale, beim Anhalten der Tumorprogression und beim Inhibieren
pathologischer Bakterien und Pilze, wie H. pylori und Schimmel,
etc., medizinische Wirkungen zeigt.
-
Tectorigenin
weist die unten gezeigte Struktur auf:
-
Tectorigenin
wird von Natur aus in Rhizomen, Wurzeln oder Stielen vieler Schwertlilien
und Hülsenfruchtpflanzen wie Iris spuria, Iris carthaliniae
und Iris germanica und Pueraria thunbergiana gefunden. Allerdings
sind die Tectorigeninmengen in diesen Pflanzen zu gering, um als
Tectorigeninquellen verwendet zu werden.
-
Die
Hauptquelle von Tectorigenin stammt aus den Rhizomen der natürlich
gewachsenen Belamacanda chinensis. Allerdings weist die B. chinensis
eine langsame Wachstumsgeschwindigkeit (d. h. vom Säen
bis zum Ernten) von etwa zwei bis drei Jahren auf, was die Gewinnung
von Tectorigenin schwer durchführbar macht.
-
Im
Gegensatz zu B. chinensis ist N. gracilis eine gängige
Halb-Freilandpflanze, die leicht zu züchten und fortzupflanzen
ist. Allerdings enthält die N. gracilis kein Tectorigenin.
N. gracilis gehört zur Iridaceae-Familie und zur Neomarica-Gattung,
welche 16 Arten beinhaltet: N. caerulea, N. capitellata, N. caulosa,
N. fluminensis, N. gracilis, N. imbricata, N. longifolia, N. nitida,
N. northiana, N. paradoxa, N. portosecurensis, N. rotundata, N.
rupestris, N. sabini, N. silvestris und N. variegata. N. gracilis
ist in den tropischen Gebieten West-Afrikas und Zentral- und Südamerikas
heimisch, mit der höchsten Dichte in Brasilien. N. gracilis
ist eine krautartige, mehrjährige Pflanze, die sich durch
ein dickes Rhizom und neue Pflänzchen, die sich aus dem
Stiel, wo einst Blüten hervorgingen, fortpflanzt.
-
Ein
anderer Gegenstand der vorliegenden Erfindung bezieht sich auf ein
Verfahren zum Züchten eines in vitro-Rhizomgewebes von
N. gracilis mit hohen Tectorigeningehalten durch Gewebekulturtechniken
für einen relativ kurzen Zeitraum, im allgemeinen zwischen
4 bis 8 Wochen, und stellt somit eine neue Tectorigeninquelle bereit.
Das Verfahren umfasst die Schritte vom Impfen eines N. gracilis-Gewebes
in ein Kulturmedium, und Züchten des N. gracilis-Gewebes
für einen ausreichenden Zeitraum, bis das Rhizomgewebe
entwickelt ist.
-
Das
N. gracilis-Gewebe kann irgendein Gewebe sein, das aus einer natürlich
gewachsenen N. gracilis oder einer kultivierten N. gracilis erhalten
wurde, das zur Proliferation befähigt ist. Bevorzugt ist
das N. gracilis-Gewebe ein Gewebe, das aus der Wurzel oder dem Stiel,
dem Rhizom, dem Blatt oder dem Basalabschnitt des Blattes von N.
gracilis entnommen wird.
-
Das
Kulturmedium umfasst mindestens einen Pflanzenwachstums-Regulator
(PWR), ein Salz und ein Kohlenhydrat. PWR verursachen oder fördern
die Differenzierung oder Dedifferenzierung des explantierten Gewebes,
das in der Kulturkammer fortgepflanzt wird. Beispiele von PWR schließen
Auxine und Cytokinine ein, sind aber nicht darauf eingeschränkt.
-
Auxin
ist der Wirkstoff in den meisten wurzelfördernden Mischungen.
Auxin hilft der vegetativen Fortpflanzung von Pflanzen. Auf einer
zellulären Ebene beeinflussen Auxine die Zellausdehnung,
Zellteilung und die Bildung von hinzukommenden Wurzeln oder Stielen.
Einige Auxine sind bei extrem geringen Konzentrationen effektiv.
Auxine können in einem Konzentrationsbereich von 0,0001–20
mg/l, bevorzugt 0,01–10 mg/l und weiter bevorzugt 0,01–2,0
mg/l verwendet werden. Beispiele von Auxinen schließen
4-Biphenylessigsäure, 3-Chlor-4-hydroxyphenylessigsäure,
4-hydroxyphenylessigsäure, Indol-3-essigsäure
(IAA), Indol-3-propionsäure, Indol-3-buttersäure,
Indol-3-acetyl-L-alanin, Indol-3-acetyl-DL-aspartamsäure,
Indol-3-acetyl-DL-tryptophan, Indol-3-acetyl-L-valin, 2,4-dichlorphenoxyessigsäure
(2,4-D) und alpha-Naphthalinessigsäure (NAA) ein, sind
aber nicht darauf eingeschränkt.
-
Cytokinine
begünstigen die Zellteilung, stimulieren die Trieb-Proliferation,
aktivieren die Genexpression und die metabolische Aktivität
im Allgemeinen. Zugleich inhibieren Cytokinine die Wurzelbildung.
Dies macht Cytokinine beim Kultivieren von Pflanzenzellgewebe verwendbar,
wo starkes Wachstum ohne Wurzelbildung erwünscht ist. Zusätzlich verlangsamen
Cytokinine den Alterungsprozess in Pflanzen. Cytokinin kann in einem
Konzentrationsbereich von 0,0001–20 mg/l, bevorzugt 0,01–10
mg/l und weiter bevorzugt 0,01–2,0 mg/l verwendet werden.
Beispiele von Cytokininen schließen N-(3-Methyl-2-en-butyl)-1H-Purin-6-amin,
6-Benzyl-aminopurin (BA), Kinetin und Zeatin ein, sind aber nicht
darauf eingeschränkt.
-
Beispiele
der Salze schließen Salze von anorganischen Säuren
wie Salpetersäure, Salzsäure, Phosphorsäure,
Schwefelsäure, Borsäure, Jodsäure; organische
Säuren wie Essigsäure, Malonsäure, Mandelsäure,
Oxalsäure, Milchsäure, Lactobionsäure,
Fumarsäure, Maleinsäure, Weinsäure, Zitronensäure
und Ascorbinsäure ein. Das Salz kann ein Natrium-, Kalium-,
Calcium-, Ammonium-, Eisen-, Magnesium-, Mangan-, Zink-, Kupfer-
oder Kobaltsalz sein. Das Kulturmedium kann eine Salzmischung enthalten.
-
In
einer Ausführungsform schließt das Kulturmedium
Nährstoffe ein, die das Wachstum eines explantierten Pflanzengewebes
fördern, wie zum Beispiel die Makro- und Mikronährstoffe,
die in Murashige & Skoog, Physiol.
Plant., 15, 473–497 (1962) dargelegt sind, welche nachstehend
als das "MS Basismedium" bezeichnet werden. Die im MS Basismedium
enthaltenen Salze werden als "MS-Salze" bezeichnet. Die im Kontext
der vorliegenden Erfindung verwendeten MS-Salze schließen
geeignete Konzentrationen an Ammoniumnitrat, Borsäure,
Calciumchlorid, Kobaltchlorid, Kupfersulfat, Na2-EDTA,
Eisensulfat, Magnesiumsulfat, Mangansulfat, Molybdänsäure,
Kaliumjodid, Kaliumnitrat, einbasiges Kaliumphosphat, Natriumnitrat,
einbasiges Natriumphosphat und Zinksulfat ein.
-
Der
Kohlenwasserstoff kann irgendein Kohlenwasserstoff sein, der einen
Nährwert für eine Pflanzenkultur aufweist. Bevorzugt
ist der Kohlenwasserstoff ein Saccharid. Weiter bevorzugt ist der
Kohlenwasserstoff Myo-Inositol, Saccharose oder eine Mischung davon.
-
Das
Kulturmedium kann zusätzlich andere Komponenten, wie Aminosäuren,
Vitamine oder Mischungen davon enthalten. Bevorzugte Vitamine schließen
Vitamin B1 (Thiamin·HCl), Vitamin B6 (Pyridoxin·HCl) und
Vitamin B3 (Nikotinsäure) ein, sind aber nicht darauf eingeschränkt.
-
Das
Kulturmedium wird auf einen pH-Bereich eingestellt, der für
das Züchten von N. gracilis geeignet ist. Der pH-Bereich
liegt bevorzugt zwischen 4 und 8 und weiter bevorzugt zwischen 5
und 7. In einer Ausführungsform schließt das Kulturmedium
geeignete Puffermittel ein, um den pH auf dem gewünschten
Niveau zu halten. Diese Mittel werden typischerweise einen pka zwischen
etwa 4,5 und etwa 5,5 aufweisen und schließen Zitronensäure,
N-Morpholin-Ethansulfonsäure, Kaliumhydrogenphthalat und
Benzoesäure ein, sind aber nicht darauf eingeschränkt.
-
Die
Temperatur der Kultur wird normalerweise bei oder unter etwa 30°C
gehalten, bevorzugt in einem Bereich von etwa 20–30°C.
-
Die
gewünschte Züchtungsdauer beträgt 2 bis
16 Wochen, bevorzugt 4–8 Wochen.
-
In
einer bevorzugten Ausführungsform umfasst das Kulturmedium
MS-Salz, Saccharose (30 g/l), Myo-Inositol (100 mg/l), 6-Benzyl-aminopurin
(BA) (0,5 mg/l), 2,4-Dichlorphenoxyessigsäure (2,4-D) (0,1
mg/l) und α-Naphthalinessigsäure (NAA) (0,84 mg/l).
-
In
einer anderen Ausführungsform wird das N. gracilis-Gewebe
bei konstanter Agitation kultiviert. In einer anderen Ausführungsform
wird das N. gracilis-Gewebe in einem temporären Eintauchsystem
(TIS) kultiviert. Wie in 1 gezeigt, ernährt
und oxygeniert ein TIS Pflanzenkulturen durch unterbrochenes Eintauchen des
Pflanzengewebes in das Kulturmedium. Kurz gesagt wurde eine Kammer 10 fasst
Kulturen 12 auf einem Sieb 14 oder in einem Korb.
Unterdruck-Luft wird in die Kammer 10 gepumpt, was das
flüssige Medium 16 nach oben zwingt und die Kulturen 12 badet.
Der Luftstrom oxygeniert und agitiert das Medium 16 auch.
Wenn der Strom ausgeschaltet wird, endet der Druck, und das Medium 16 kehrt
auf den Boden der Kammer 10 zurück. Normalerweise
sind alle Komponenten des TIS autoklavierbar und wiederverwendbar.
Das System kann für Pflanzengewebekulturen im Großmaßstab
leicht automatisiert werden. In einer bevorzugten Ausführungsform
wird das N. gracilis-Gewebe durch das Kulturmedium alle 2–4
Stunden für 1–3 Minuten eingetaucht.
-
Ein
anderer Gegenstand der vorliegenden Erfindung stellt kultivierte
N. gracilis-Gewebe mit hohen Niveaus an Tectorigenin bereit. In
einer Ausführungsform weisen die kultivierten N. gracilis-Rhizomgewebe
einen Tectorigeningehalt von 2,5–65 mg/kg Gewicht des trockenen
Rhizoms auf. Die kultivierten N. gracilis-Rhizomgewebe weisen einen
Gesamtgehalt an Flavonoid von 10,741 ± 0,311 (Mittelwerte ± Standardabweichung) mg/g
Gewicht des trockenen Rhizomgewebes in fester, ein MS-Medium ohne
zugefügten PWR (MS0) enthaltender Kultur auf, welcher unter
Verwendung von ψ-Tectorigenin als Standard gemessen wird.
-
Ein
anderer Gegenstand der vorliegenden Erfindung bezieht sich auf ein
Verfahren zum Extrahieren von Flavonoiden aus N. gracilis-Geweben.
Das Verfahren schließt die Schritte des Trocknens des Gewebes, des
Zerkleinerns des getrockneten Gewebes, des Suspendierens des zerkleinerten
Gewebes in einem Alkohol, des Erwärmens der Suspension
und des Filterns der Suspension ein, um Extrakte von Flavonoiden
zu erhalten.
-
Das
Pflanzengewebe kann mit irgendeinem Verfahren getrocknet werden,
bevorzugt durch Gefriertrocknung unter Verwendung eines gekühlten
Vakuumtrockners. Der Alkohol kann irgendein Alkohol sein, bevorzugt
Methanol oder Ethanol. Der Alkohol wird bevorzugt auf einen Temperaturbereich
von 50°C bis 70°C erwärmt, und weiter
bevorzugt wird er unter Schütteln, Vibration oder Ultraschallbehandlung
erwärmt. Ein bevorzugtes Vibrationsverfahren ist die Ultraschallwellenschwingung.
-
Die
folgenden experimentellen Ausgestaltungen und Ergebnisse sind veranschaulichend,
aber schränken den Schutzumfang der vorliegenden Erfindung
nicht ein. Angemessene Änderungen, wie sie erfahrenen Fachleuten
einfallen, können hier gemacht werden. Auch wird beim Beschreiben
der Erfindung um der Klarheit willen ein besonderer Fachwortschatz
verwendet. Allerdings wird nicht beabsichtigt, die Erfindung durch
den so ausgewählten besonderen Fachwortschatz einzuschränken.
Es ist verständlich, daß jedes spezifische Merkmal
alle technischen Äquivalente einschließt, welche
in gleicher Weise arbeiten, um eine ähnliche Aufgabe zu
bewerkstelligen.
-
BEISPIELE
-
Beispiel 1: Material und Methoden
-
An Flavonoid reiches in vitro-Rhizomgewebe
von N. gracilis (Neomarica gracilis)
-
Die
an Flavonoid reichen in vitro-Rhizomgewebe von N. gracilis wurden
vom Tatung Universitäts-Pflanzengewebekulturlabor kultiviert.
Die Rhizomgewebe wurden jeden Monat mit einem mit 30 g/l Saccharose,
100 mg/l Myo-Inositol, 0,5 mg/l BA, 0,1 mg/l 2,4-D und 0,84 mg/l
NAA ergänzten MS-Basissalzmedium subkultiviert.
-
Kulturmedium
-
Das
das MS-Basissalzmedium (Murashige und Skoog, 1962) (Tabelle 1) umfasste
das flüssige Kulturmedium, das mit 30 g/l Saccharose, 100
mg/l Myo-Inositol und verschiedenen Pflanzenwachstumsreglern gemäß den
verschiedenen Experimenten ergänzt wurde. Das feste Kulturmedium
wurde durch Zugeben von 8 g/l Agar zum flüssigen Medium
hergestellt. Die feste Kultur wurde in 8 × 1,5 × 1,5
cm Kulturröhren (10 ml Kulturmedium/Röhre) oder
Kolben (30 ml Kulturmedium/Kolben) durchgeführt. Die Flüssigkultur
wurde in 50 ml, 100 ml oder 250 ml Kolben mit jeweils 10 ml, 50
ml oder 100 ml Kulturmedium durchgeführt. Die Öffnung
der Kulturröhre oder des -kolbens wurde mit Aluminiumfolie
bedeckt.
-
Die
TIS-Kultur verwendete das Plantima® System
von der A-Tech Bioscientific Co. Ltd. Zu jeder Kulturkammer wurde
etwa 200 ml Medium zugegeben. Plastikröhren und sterile
Filtermembrane wurden am Gaseinlass und -auslass wie vorgeschrieben
platziert.
-
Die
Filtermembran wurde mit Baumwolle und Aluminiumfolie umhüllt,
und die Plastikröhren wurden mit Klammern festgemacht,
um den Eintritt von Wasserdampf in den Filter zu verhindern.
-
Die
Kulturkammer wurde mit Aluminiumfolie bedeckt.
-
Alle
Kulturmedien wiesen einen pH-Wert von 5,70 ± 0,05 auf und
wurden für 15 Minuten bei 121°C bei 1,1–1,2
kg/cm
2 Druck autoklaviert. Tabelle 1. Die Grundsalz-Zusammensetzung
von MS (Murashige und Skoog, 1962)
| Chemikalie | mg/l |
| Makronährstoffe |
| | KNO3 | 1900 |
| | NH4NO3 | 1650 |
| | MgSO4·7H2O | 370 |
| | CaCl2·2H2O | 440 |
| | KH2PO4 | 170 |
| Mikronährstoffe |
| | MnSO4·4H2O | 22,3 |
| | KI | 0,83 |
| | H3BO3 | 0,2 |
| | ZnSO4·7H2O | 8,6 |
| | CuSO4·5H2O | 0,025 |
| | Na2MoO4·2H2O | 0,25 |
| | CoCl2·6H2O | 0,025 |
| | FeSO4·7H2O | 27,8 |
| | Na2EDTA | 37,3 |
-
Kolbenkultur
-
- (1) Um die Wirkung des Inokkulumgewichts (ausgedrückt
als Prozentsatz von Gramm Frischgewicht des Inokkulums/100 ml Kulturmedium)
zu bestimmten, wurde flüssig kultiviertes N. gracilis-Rhizomgewebe
einem Subkulturmedium, das ein MS-Grundsalz, 0,5 mg/l BA, 0,1 mg/l
2,4-D und 0,84 mg/l NAA enthält, bei einem Inokkulumgewichtsverhältnis
von 0,5, 1, 1,5, 2, 3, 4, 5, 10 oder 15% (g Frischgewicht (F.G.)/100
ml Medium) inokkuliert. Drei Wochen nach der Impfung wurde das Kulturgewebe
gewogen.
- (2) Um die Wirkung des Pflanzenwachstums-Regulators (PWR) zu
bestimmen, wurden Triebe von flüssig kultiviertem N. gracilis-Rhizomgewebe
mit einem Skalpell entfernt. Das Rhizomgewebe wurde bei 3% Inokkulumgewicht
(g F.G./50 ml) in ein Kulturmedium inokkuliert, das, wie in Tabelle
2 gezeigt, mit PWR ergänztes MS Basismedium enthält.
Das Kulturmedium wurde alle zwei Wochen gewechselt. Das kultivierte Gewebe
wurde bei jedem Mediumwechsel für eine Gesamtzeit von acht
Wochen gewogen.
- (3) Um die Wachstumskurve von N. gracilis-Rhizomgewebe und den
Tectorigeningehalt zu bestimmen, wurden von flüssig kultivierten
N. gracilis-Rhizomgeweben Triebe mit einem Skalpell entfernt. Die
Rhizomgewebe wurden bei einem Inokkulumgewicht (g F.G./50 ml) in
das Kulturmedium inokkuliert, das das MS Basismedium enthält,
das mit 0,1 mg/l NAA oder einer Mischung aus 1 mg/l NAA und 1,0
mg/l 2,4-D ergänzt wurde. Die Gewebe wurden für
acht aufeinanderfolgende Wochen jede Woche gewogen und bezüglich
des Tectorigeningehalts untersucht.
- (4) Um die Wirkung des Ancymidols auf die Triebbildung und den
Tectorigeningehalt zu bestimmen, wurde flüssig kultiviertes
N. gracilis-Rhizomgewebe bei 3% Inokkulumgewicht (g F.G./100 ml)
zu einem Subkulturmedium inokkuliert, das MS, 0,5 mg/l BA, 0,1 mg/l
2,4-D und 0,84 mg/l NAA enthält. Am Tag 7 und 14 der Kultur
wurde steril gefiltertes (0,2 μm) Ancymidol bis zu einer
Endkonzentration von 0,5, 1,0, oder 2,0 mg/l zum Kulturmedium zugegeben.
Das Wachstum des Gewebes wurde überwacht, und der Tectorigeningehalt wurde
analysiert.
-
Tabelle
2. Wirkung des Pflanzenwachstums-Regulators auf das N. gracilis
Gewebewachstum in Kolben-Kultur
-
-
TIS-Kultur
-
Das
TIS-Plantima® Kultursystem wurde
von der A-Tect Bioscientific Co., Ltd. in Taipeh, Taiwan erworben.
- (1) Um die Wirkung des Inokkulumgewichts auf
das Gewebewachstum zu untersuchen, wurde die TIS-Kulturkammer in
vier Bereiche eingeteilt. In jeden Bereich wurde flüssig
kultiviertes N. gracilis-Rhizomgewebe von 1,5, 3, 6 und 9 g inokkuliert.
Das Kulturmedium war ein mit PWR ergänztes MS-Medium, wie
in den Proben TI2, TI7 und TI8 der Tabelle 3 beschrieben. Die Gewebe
wurden unter Bedingungen kultiviert, wie sie im Plantima® Benutzerhandbuch ausführlich
beschrieben sind, und alle drei Stunden für zwei Minuten eingetaucht.
Alle zehn Tage wurde das Kulturgewebe gewogen und das Medium ersetzt.
- (2) Um die Wirkung von PWR auf das Wachstum von N. gracilis
und den Tectorigeningehalt-Einfluss zu bestimmen, wurden zehn Stück
flüssig kultiviertes N. gracilis-Rhizomgewebe in das Kulturmedium
inokkuliert, das MS und PWR wie in den Proben MS0, TI3, TI4, TI5
und TI6 der Tabelle 3 beschrieben, enthält. In Woche 2
wurden die Kulturmedien ersetzt und in Woche 4 wurden die Gewebe
geerntet und bezüglich des Tectorigeningehalts analysiert.
-
Tabelle
3. Wirkung des Pflanzenwachstums-Regulators auf das N. gracilis
Gewebewachstum in der TIS-Kultur
-
Extraktion
von Tectorigenin und Gesamtmenge an Flavonoid N. gracilis-Rhizomgewebe
wurde 10 Stunden bei –80°C gefroren, in einem
gekühlten Vakuumtrockner (VirTis Freezemobile 12XL) über
Nacht getrocknet und zerkleinert. 0,5 g getrocknetes und zerkleinertes
Gewebe wurden in einer hinreichenden Menge Methanol in einem 10
ml Kolben suspendiert, 1 Stunde bei 60°C mit Ultraschallschwingungen
inkubiert und gekühlt. Dann wurde Methanol bis zu einem
Endvolumen von 10 ml zugegeben. Die Suspension wurde mit einem Whatman
Nr. 1 Filterpapier gefiltert. Die filtrierte Lösung wurde
in braunen Probenfläschchen verschlossen und für
weitere Experimente in einen Kühlraum gestellt.
-
Vor
der Bestimmung des Tectorigeningehalts wurden der Tectorigeninstandard
(Sigma T-9165, ψ-Tectorigenin) Lösung und die
Proben durch einen 0,45 μm Filter filtriert. Für
weitere Analysen wurden die filtrierten Proben in braunen 2 ml HPLC-Fläschchen
verschlossen.
-
Messung der Gesamtmenge an
Flavonoid
-
Die
Gesamtmenge an Flavonoid wurde gemäß Lee
et al., J. Agric. Food Chem. (2003) 51: 7292–7295 gemessen.
Kurz gesagt wurden 4 ml deionisiertes Wasser und 0,3 ml 5% NaNO2 wurden zu etwa 0,5 ml N. gracilis Extrakt
gegeben, um eine Probenmischung zu bilden, und es wurde für
etwa 5 Minuten reagieren gelassen. Dann wurden etwa 0,3 ml 10% AlCl3 zu der reagierten Probenmischung gegeben,
und es wurde für zusätzliche 5 Minuten unter gründlichem
Schütteln reagieren gelassen. Dem folgte die Zugabe von
2 ml 1 N NaOH und 2,9 ml deionisiertem Wasser zu der weiter reagierten
Probenmischung. Dann wurde die Gesamtmenge an Flavonoid in der resultierenden
reagierten Probenmischung durch Messen der Absorption bei 510 nm
Wellenlänge mit einem UV-Spektrophotometer (Ultrospec 2000,
Pharmacia Biotech) gemessen, und durch Vergleichen der Daten mit
der Standardkurve unter Verwendung von ψ-Tectorigenin als
Standard bestimmt.
-
Messung von Tectorigenin durch
HPLC
-
Der
Tectorigeningehalt des Gewebeextrakts wurde durch HPLC-Analyse unter
Verwendung einer Cosmosil 5 C18-AR-II-Säule (5 μm,
4,6 × 250 mm), einer Lichrospher® 100
RP-18e-Guard-Säule (45 × 4,6 mm, 5 μm,
Merck), einer Degasser (ER-3415α)-Pumpe, einem Waters 600E
Autosampler und Injektor (Schambeck SGD GmbH S5200), einem Waters
TM 486 UV/VIS-Detektor und einem Integrator (SISC Xunhua Ltd.) bestimmt.
Die Analyse wurde unter Verwendung eines Methanol:H2O
(0,1% Essigsäure) Verhältnisses von 55:45, einer
Durchflussgeschwindigkeit von 0,8 ml/min und einer Detektionswellenlänge
von 265 nm durchgeführt. Der Tectorigeninpeak des Standards
erschien bei etwa 13 min.
-
Statistische Auswertung
-
Alle
Messungen wurden dreimal wiederholt. Die experimentellen Daten wurden
unter Verwendung von Duncans multiplem Vergleichstest mit 5% Signifikanzniveau (Duncan
D. B. 1955, Biometrics, 11:1–42) ausgewertet.
-
Morphologische Beobachtung
und Photographie
-
Morphologische
Untersuchungen wurden unter einem Seziermikroskop (Olympus SZ-ET)
durchgeführt. Photographische Aufnahmen wurden unter Verwendung
einer Digitalkamera (Nikon Coolpix 8700) gemacht.
-
Beispiel 2: Wirkung des Inokkulumgewichts
auf das Gewebewachstum in der Kolbenkultur
-
Flüssig
kultiviertes N. gracilis-Rhizomgewebe wurde in ein Submedium inokkuliert,
das MS, 0,5 mg/l BA, 0,1 mg/l 2,4-D und 0,84 mg/l NAA bei einem
Inokkulumgewicht von 0,5, 1, 1,5, 2, 3, 4, 5, 10 oder 15% (g Frischgewicht
(F.G.)/100 ml Medium) enthält. Wie in 2 gezeigt,
bewirkte ein Inokkulumgewicht von 3% (g Frischgewicht (F.G.)/100
ml Medium) die höchste Wachstumsgeschwindigkeit, d. h.
etwa einen vierfachen Anstieg des Frischgewichts ((mehrfacher Anstieg
des Frischgewichts = End-Frischgewicht – anfängliches
Frischgewicht)/anfängliches Frischgewicht). Der Gewichtszuwachs
nimmt ab, wenn das Inokkulumgewicht größer als
4% ist, wahrscheinlich aufgrund des begrenzten Platzes und der Nährstoffzufuhr
im Kolben.
-
Beispiel 3: Wirkung von PWR auf das Gewebewachstum
und den Tectorigeningehalt in der Kolbenkultur
-
Das
N. gracilis-Rhizomgewebe wurde bei 3% Inokkulumgewicht (g F.G./100
ml) in das Kulturmedium inokkuliert, das mit verschiedenen Mengen
an PWR (Tabelle 2) ergänztes MS enthält. Das Kulturmedium
wurde gewechselt, und das Frischgewicht der Gewebe wurde alle zwei
Wochen gemessen. Während der 6–8 Kultivierung
wurden signifikante Anstiege an Frischgewicht beobachtet.
-
Unter
den 15 in Tabelle 2 aufgelisteten Kinetin/IAA Kombinationen führten
nur 4 Kombinationen (d. h. B1, C1, C2 und D1) zu signifikanten Anstiegen
beim Tectorigeningehalt. Unter den 4 Kombinationen, die zu erhöhtem
Tectorigeningehalt führten, stellte die Kombination mit
0,5 mg/l IAA/0 mg/l Kinetin den höchsten Tectorigeningehalt
von 37,6 ± 4,9 mg/kg D.W. (Tabelle 4) bereit. Es scheint,
daß das Zugeben von Kinetin Kulturmedium nicht zu einem
Anstieg bezüglich des Tectorigeningehalts führte. Tabelle 4. Wirkungen von IAA und Kinetin
auf das Trockengewicht und den Tectorigenin-Anteil im Rhizomgewebe
von Neomarica gracilis
| Pflanzenwachstums-Regulator
[mg/l] | | |
| IAA | Kinetin | Trockengewicht
[g]1 | Tectorigenin
[mg/kg D.W.]1 |
| 0 | 0 | 1,08 ± 0,16
bc2 | 3,0 ± 0,24
d2 |
| 0,5 | 0,1 | 0,93 ± 0,06
c | 37,0 ± 1,2
a |
| 0,1 | 0 | 1,26 ± 0,22
b | 11,8 ± 8,4
b |
| 0,5 | 0 | 1,02 ± 0,11
bc | 37,6 ± 4,9
a |
| 1 | 0 | 1,70 ± 0,08
a | 29,0 ± 0,29
c |
- 1. Die Daten wurden nach 8-wöchiger
Kultur gesammelt, und die Werte sind Mittelwerte von 3 Wiederholungen ± Standardabweichung.
- 2. Die Mittelwerte innerhalb einer Spalte, denen die gleichen
Buchstaben (a bis d) nachfolgen, unterscheiden sich nach Duncans
multiplem Vergleichstest (P > 0,05)
nicht wesentlich.
-
Bei
Anwesenheit von 2,4-D und NAA wurde außerdem in allen kultivierten
Geweben ein erhöhter Tectorigeningehalt gefunden, ebenso
wie in einigen nur mit NAA kultivierten Geweben (Tabelle 5). Die
höchsten Tectorigeningehalte wurden bei Geweben gefunden,
die in Anwesenheit von 1,0 mg/l NAA und 0,1 mg/l 2,4-D (60,9 ± 0,67
mg/kg D.W.), nur 0,5 mg/l NAA (58,9 ± 0,23 mg/kg D.W.)
und nur 0,1 mg/l NAA (55,5 ± 0,67 mg/kg D.W.) kultiviert
wurden. Wenn NAA alleine verwendet wurde, führte ein Anstieg
der NAA-Konzentration zu einem verringerten Trockengewicht. Das
höchste Trockengewicht wurde mit einer NAA-Konzentration
von 0,1 mg/l (Tabelle 5) erhalten. Tabelle 5. Wirkungen von NAA und 2,4-D
auf das Trockengewicht und den Tectorigenin-Anteil im Rhizomgewebe
von Neomarica gracilis.
| Pflanzenwachstums-Regulator
[mg/l] | |
| 2,4-D | NAA | Trockengewicht
[g]1 | Tectorigenin
[mg/kg D.W.]1 |
| 0 | 0 | 1,17 ± 0,02
ab2 | 8,2 ± 0,42
e2 |
| 0 | 0,1 | 1,39 ± 0,32
a | 55,5 ± 0,67
ab |
| 0 | 0,5 | 1,03 ± 0,31
bc | 58,9 ± 0,23
ab |
| 0 | 1,0 | 1,05 ± 0,20
bc | 49,0 ± 0,81
bc |
| 0 | 2,0 | 0,75 ± 0,02
cd | 9,4 ± 0,22
e |
| 0,1 | 0 | 0,92 ± 0,15
bc | 38,9 ± 1,17
cd |
| 0,1 | 0,1 | 1,06 ± 0,03
bc | 49,5 ± 1,21
bc |
| 0,1 | 0,5 | 0,92 ± 0,13
bc | 40,1 ± 0,55
cd |
| 0,1 | 1,0 | 0,95 ± 0,01
bc | 60,9 ± 0,67
a |
| 0,1 | 2,0 | 0,93 ± 0,02
bc | 14,5 ± 0,67
e |
| 1,0 | 0 | 1,17 ± 0,21
ab | 36,7 ± 0,33
cd |
| 1,0 | 0,1 | 1,39 ± 0,54
a | 35,3 ± 0,23
d |
| 1,0 | 0,5 | 1,03 ± 0,12
bc | 33,4 ± 0,16
d |
| 1,0 | 1,0 | 1,05 ± 0,10
bc | 16,5 ± 0,80
e |
| 1,0 | 2,0 | 0,75 ± 0,03
cd | 38,0 ± 1,13
cd |
- 1. Die Daten wurden nach 8-wöchiger
Kultur gesammelt, und die Werte sind Mittelwerte von 3 Wiederholungen ± Standardabweichung.
- 2. Die Mittelwerte innerhalb einer Spalte, denen die gleichen
Buchstaben (a bis e) nachfolgen, unterscheiden sich nach Duncans
multiplem Vergleichstest (P > 0,05)
nicht wesentlich.
-
Beispiel 4: Wachstumsgeschwindigkeit von
N. gracilis und der Tectorigeningehalt während des Wachstums
-
Das
Rhizomgewebe wurde bei 3% Inokkulumgewicht (g F.G./50 ml) in ein
Kulturmedium inokkuliert, das ein mit 0,1 mg/l NAA oder eine Mischung
aus 1 mg/l NAA und 1,0 mg/l 2,4-D ergänztes MS Basismedium enthielt.
Die Gewebe wurden für acht aufeinanderfolgende Wochen jede
Woche gewogen und bezüglich des Tectorigeningehalts analysiert.
-
Wie
in 4 gezeigt, wuchs Rhizomgewebe, das in einem mit
0,1 mg/l NAA ergänztem MS Basismedium kultiviert wurde,
während Zeiträumen von 3–4 Wochen und
6–7 Wochen schnell. Während Woche 5 und Woche
8 gab es nur geringes Wachstum. Rhizomgewebe, das in einem mit 1
mg/l NAA und 1,0 mg/l 2,4-D ergänztem MS Basismedium kultiviert
wurde zeigte eine ähnliche Wachstumskurve.
-
Im
Hinblick auf den Tectorigeningehalt während des Wachstums
wurde bei beiden Kulturbedingungen (jeweils 56 ± 2,82 mg/kg
D.W. und 43 ± 2,15 mg/kg D.W. für 0,1 mg/l NAA
und 1 mg/l NAA/1,0 mg/l 2,4-D) während Woche 1 der höchste
Gehalt nachgewiesen. In Woche 2 verringerte sich der Tectorigeningehalt
signifikant, er erreichte 7 ± 0,42 mg/kg D.W. am niedrigsten
Punkt und stieg über die Wochen 3–4 schrittweise
an. Bei Woche 5 zeigte der Tectorigeningehalt eine weitere signifikante
Verringerung, und stieg während der Wochen 6–8
wieder an (5).
-
Der
Gesamtgehalt an Flavonoid in in MS0 (d. h. MS-Medium ohne PWR) in
fester Kultur kultivierten Geweben ist im Allgemeinen größer
als in MS in flüssigem Kulturmedium und in TIS bei dem
gleichen Zeitraum bei der Kultivierung. Der Gesamtgehalt an Flavonoid
in fester Gewebekultur, die für etwa 8 Wochen MSO enthielt,
war gleich zu etwa 10,74 ± 0,31 ψ-Tectorigenin
mg/g Trockengewicht, was dem gesamten Flavonoidgehalt, der von der
Pflanze Belamacanda chinensis extrahiert wurde, ähnlich
ist, welche für ihren hohen Gehalt an Flavonoid wohlbekannt
ist. Der Gesamtgehalt an Flavonoid in der B. chinensis betrug etwa
11,50 ± 0,1 ψ-Tectorigenin mg/g Trockengewicht,
das auf dem gleichen wie hier verwendeten Messverfahren basiert.
-
Beispiel 5: Die Wirkung von Ancymidol
auf die Triebbildung und den Tectorigeningehalt von kultivierten
N. gracilis-Rhizomgeweben
-
Flüssig
kultiviertes N. gracilis-Rhizomgewebe wurde bei 3% Inokkulumgewicht
(g F.G./100 ml) zu einem Subkulturmedium inokkuliert, das MS, 0,5
mg/l BA, 0,1 mg/l 2,4-D und 0,84 mg/l NAA enthält. Am Tag
7 und 14 der Kultur wurde steril gefiltertes (0,2 μm) Ancymidol
bis zu einer Endkonzentration von 0,5, 1,0 oder 2,0 mg/l zu dem
Kulturmedium zugegeben. Das Wachstum des Gewebes wurde überwacht,
und der Tectorigeningehalt analysiert. Wie in Tabelle 6 gezeigt,
führte die Zugabe von 0,5 oder 2,0 mg/l Ancymidol zur Gewebekultur
am Tag 14 zu einem reduzierten Tectorigeningehalt. Die Zugabe von
Ancymidol am Tag 7 der Gewebekultur beeinflusste den Tectorigeningehalt
nicht. Jedoch führte die Ancymidolzugabe zur Gewebekultur
am Tag 7 zu einer deutlichen Verringerung der Triebbildung (
6). Tabelle 6. Wirkung von Ancymidol auf den
Tectorigenin-Gehalt von N. gracilis-Rhizomgewebe
| Ancymidol
[mg/l] | Zugabe-Zeit
[Tag] | Tectorigenin1 [mg/kg D.W.) |
| Kontrolle | - | 32,81 ± 0,72
ab2 |
| 0,5 | 7 | 28,31 ± 0,11
b |
| 1,0 | 7 | 27,74 ± 0,08
b |
| 2,0 | 7 | 35,65 ± 0,18
a |
| 0,5 | 14 | 18,59 ± 0,07
c |
| 1,0 | 14 | 30,81 ± 0,35
a |
| 2,0 | 14 | 13,36 ± 0,13
d |
- 1. Die Daten wurden nach 3-wöchiger
Kultur gesammelt. Die Werte sind Mittelwerte von 3 Wiederholungen ± Standardabweichung.
- 2. Die Mittelwerte innerhalb einer Spalte, denen die gleichen
Buchstaben (a bis d) nachfolgen, unterscheiden sich nach Duncans
multiplem Vergleichstest (P > 0,05)
nicht wesentlich.
-
Beispiel 6: Wirkung des Inokkulums auf
den Biomassenanstieg von N. gracilis
-
Die
TIS-Kulturkammer wurde in vier Bereiche aufgeteilt, und in jedem
Bereich wurde flüssig kultiviertes N. gracilis-Rhizomgewebe
mit einem Inokkulumgewicht von 1,5, 3, 6 und 9 g inokkuliert. Das
Kulturmedium war ein mit PWR ergänztes MS-Medium, wie in
den Proben TI2, TI7 und TI8 von Tabelle 3 beschrieben. Das kultivierte
Gewebe wurde alle zehn Tage gewogen. Wie in 7 gezeigt,
stellte das Inokkulumgewicht von 1,5 g in mit 1 mg/l Kinetin ergänztem
MS-Medium das beste Gewebewachstum bereit – es erreichte
ein Frischgewicht (6,76 ± 0,33 g), das in 30 Tagen das
4,5-fache des Inokkulumgewichts betrug. Alle anderen Inokkulumgewicht/PWR-Kombinationen
führten zu langsamerem Wachstum (7).
-
Um
die Wirkung von PWR auf den Tectorigeningehalt zu bestimmen, wurden
zehn Teile von flüssig kultiviertem N. gracilis-Rhizomgewebe
(jeweils 1,5 g) in MS und PWR enthaltendes Kulturmedium inokkuliert, wie
in den Proben MS0, TI3, TI4, TI5 und TI6 von Tabelle 3 beschrieben.
Die Gewebe wurden nach 4 Wochen geerntet und hinsichtlich des Tectorigeningehalts
analysiert. Wie in Tabelle 7 gezeigt, wurde der höchste
Tectorigeningehalt (48 ± 0,22 mg/kg D.W.) mit MS-Medium
erhalten, das mit 0,1 mg/l 2,4-D und 1,0 mg/l NAA ergänzt
wurde. Tabelle 7. Wirkung von PWR auf das Wachstum
und den Tectorigeningehalt von N. gracilis-Rhizomgewebe in TIS Kultur
| PWR
[mg/l] | F.G.
[g] | Wachstumsgeschwindigkeit1 | Tectorigenin
[mg/kg D.W.] |
| Kontrolle | 42,63 ± 3,51 | 1,84 ± 0,23 | 22 ± 0,11 |
| Kinetin
1,0 | 46,12 ± 2,18 | 2,07 ± 0,15 | 10 ± 0,15 |
| NAA
0,1 | 40,65 ± 2,09 | 1,71 ± 0,14 | 38 ± 0,57 |
| NAA
0,5 | 31,47 ± 3,12 | 1,10 ± 0,21 | 33 ± 0,38 |
| NAA
1,0 + 2,4-D 0,1 | 30,84 ± 1,13 | 1,06 ± 0,08 | 48 ± 0,22 |
| BA
0,5 + 2,4-D 0,1 + NAA 0,84 | 33,50 ± 1,03 | 1,23 ± 0,07 | 40 ± 0,52 |
- Die Werte sind Mittelwerte von 3 Wiederholungen ± Standardabweichung
- 1. Wachstumsgeschwindigkeit = (End-F.G. – anfängliches
F.G.)/anfängliches F.G.
-
Beispiel 7: Vergleich von Tectorigeningehalt
in in Kolben und in TIS kultivierten N. gracilis-Rhizomgeweben
-
Basierend
auf dem Ergebnism von Beispiel 2 stellt die Kombination von 2,4-D
und NAA einen höheren Tectorigeningehalt als die Kombination
aus IAA und Kinetin bereit. Die höchsten Tectorigeningehalte
wurden bei dem MS-Medium erhalten, das mit 0,1 mg/l NAA (Tectorigenin
55,5 ± 0,67 mg/kg D.W.) 0,5 mg/l NAA (Tectorigenin 59,9 ± 0,23
mg/kg D.W.) oder 0,1 mg/l NAA und 1 mg/l 2,4-D (Tectorigenin 60,9 ± 0,67
mg/kg D.W.) ergänzt wurde. Die gesamten Flavonoidgehalte
wurden ebenfalls unter diesen Kulturbedingungen bestimmt.
-
Beispiel 8: Vergleich von Tectorigeningehalten
in Rhizomgeweben von kultivierter N. gracilis und Wildtyp-N. gracilis
-
Tabelle
8 zeigt den Tectorigeningehalt in Rhizomgeweben von kultivierter
N. gracilis und Wildtyp-N. gracilis. Die Ergebnisse zeigen, daß Wildtyp-N.
gracilis-Rhizomgewebe kein Tectorigenin aufwiesen, aber die kultivierten
N. gracilis-Rhizomgewebe wiesen einen Tectorigeningehalt von 55,5 ± 0,67
mg/kg D.W. auf. Tabelle 8. Der Tectorigenin-Gehalt in
Rhizomgeweben von kultivierter N. gracilis und Wildtyp N.-gracilis
| | Tectorigenin
[mg/kg D.W.]2 |
| |
| im
Kolben kultiviertes Rhizom1 | 55,5 ± 0,67 |
| |
| Wildtyp-Rhizom | ND3 |
- 1. Das Rhizom Kulturmedium war MS mit 0,1
mg/l NAA
- 2. Die Werte sind Mittelwerte von 3 Wiederholungen ± Standardabweichung
- 3. ND = nicht detektierbar
-
Beispiel 9: Das Extrakt von kultiviertem
N. gracilis-Rhizomgewebe inhibiert Tumorzellenwachstum
-
Das
Extrakt von kultiviertem N. gracilis-Rhizomgewebe, das unter Verwendung
des in Material und Methoden beschriebenen Arbeitsablaufs erhalten
wurde, wurde in vitro in kultivierten Tumorzellen getestet. Das
Extrakt zeigte gegenüber menschlichen normalen Darmzellen
in dem Konzentrationsbereich von 0,1% bis 20% keine Toxizität.
Allerdings inhibiert das Extrakt das Wachstum von Mausmelanomzellen
(B16-F0) bei Konzentrationen von 3,13%, 25% und 50%. Das Extrakt
wurde auch gegenüber der akuten myeloischen Leukämiezelllinie
PLB985 und der menschlichen Brustkrebszelllinie MCF7 unter Verwendung
der Lucigeninanalyse getestet, um die Bildung von Peroxid zu überwachen,
gefolgt von der Analyse freier Radikale durch einen Antioxidans-Analysator.
Das Ergebnis zeigte, daß das Extrakt das Wachstum der zwei
Tumorzelllinien inhibierte.
-
Die
in dieser Beschreibung veranschaulichten und diskutierten Ausführungsformen
sind lediglich dazu beabsichtigt, den Fachleuten den den Erfindern
besten bekannten Weg zu lehren, um die Erfindung durchzuführen
und zu verwenden. Nichts in dieser Beschreibung sollte als die vorliegende
Erfindung einschränkend betrachtet werden. Die oben beschriebenen
Ausführungsformen der Erfindung können modifiziert
oder variiert werden, und es können Elemente zugefügt
oder weggelassen werden, wie es von Fachleuten angesichts der obigen
Lehren verstanden wird, ohne von der Erfindung abzuweichen. Daher
ist es verständlich, daß die Erfindung anders
als speziell beschrieben ausgeführt werden kann.
-
ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
-
Diese Liste
der vom Anmelder aufgeführten Dokumente wurde automatisiert
erzeugt und ist ausschließlich zur besseren Information
des Lesers aufgenommen. Die Liste ist nicht Bestandteil der deutschen
Patent- bzw. Gebrauchsmusteranmeldung. Das DPMA übernimmt
keinerlei Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.
-
Zitierte Nicht-Patentliteratur
-
- - (s. z. B.
Midddledton et al., Pharmacological Reviews, 2000, 52: 673–751) [0004]
- - Lee et al., J. Agric. Food Chem. (2003) 51: 7292–7295 [0060]
- - (Duncan D. B. 1955, Biometrics, 11:1–42) [0062]