-
Die
Erfindung geht aus von einer Steuereinrichtung gemäß dem Oberbegriff
des Patentanspruchs 1, 2, 3, 4 oder 7. Die Steuereinrichtung ist
für die
Steuerung einer hydraulische Kolbenmaschine vorgesehen, die als
Hydropumpe oder als Hydromotor ausgebildet sein kann und deren zeitgemittelter Volumenstrom
veränderbar
ist. Die Kolbenmaschine weist eine Vielzahl von Kolben auf, die
jeweils einen Arbeitsraum begrenzen, dessen Volumen sich mit dem
Hub eines Kolbens verändert
und der über
ein erstes Ventil mit einem Hochdruckanschluss und über ein
zweites Ventil mit einem Niederdruckanschluss verbindbar ist. Wenigstens
eines der beiden Ventile eines Arbeitsraums ist aktiv elektrisch
betätigbar.
Die Steuereinrichtung umfasst ein elektronisches Steuergerät, von dem
die aktiv betätigbaren Ventile
der Arbeitsräume
in einem Partialhubmodus, in dem nur ein verschieden großer Teil
des Kolbenhubs genutzt wird, betreibbar sind.
-
Eine
Steuereinrichtung gemäß den Oberbegriffen
der genannten Patentansprüche
ist aus der
EP 1 537
333 B1 bekannt. Dabei sind die Arbeitsräume bzw. Kolben in einem Leerhubmodus,
in dem der Kolbenhub nicht genutzt wird, in dem erwähnten Partialhubmodus,
in dem nur ein Teil des Kolbenhubs genutzt wird, und in einem Vollhubmodus,
in dem der volle Kolbenhub genutzt wird, betreibbar. Bei Volumenstrom
null werden selbstverständlich
alle Kolben im Leerhubmodus und bei maximalem Volumenstrom alle
Kolben im Vollhubmodus betrieben. In der Schrift ist weiter ausgeführt, dass
sich ausgehend von einem Volumenstrom null bei einem geringen Volumenstrom
die Betriebssequenz aus Partialhubmodus und Leerhubmodus zusammensetzt
und mit zunehmender Volumenstromanforderung der Anteil des Partialhubmodus
gegenüber
dem Leerhubmodus steigt. Bei weiter ansteigendem Volumenstrom fügt die Steuereinrichtung
ab und zu Vollhübe
zwischen Leer- und Partialhüben
ein. Ausgehend von maximalem Volumenstrom werden bei abnehmender
Volumenstromanforderung Leerhübe
zwischen die Vollhübe
geschoben. Unterhalb einer festen oder variablen Schwelle beginnt
das Steuergerät,
Leerhubmodus, Partialhubmodus und Vollhubmodus zu mischen. Für eine solche
Art der Steuerung sind ein beträchtlicher
Rechenaufwand und eine beträchtliche Rechnerleistung
notwendig.
-
Es
stellt sich die Aufgabe, eine Steuerung für eine hydraulische Kolbenmaschine,
deren zeitgemittelter Volumenstrom veränderbar ist und die die sonstigen
Merkmale aus dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1 aufweist, zu
finden, bei der der Regelalgorithmus nicht zu komplex ist, die sich
durch einen geringeren Programmieraufwand und einen geringeren Bedarf
an Rechnerleistung auszeichnet und für die kostengünstigere
Elektronik eingesetzt werden kann.
-
Das
gesetzte Ziel wird auf eine erste Weise gemäß dem kennzeichnenden Teil
des Patentanspruchs 1 dadurch erreicht, dass die aktiv betätigbaren
Ventile nur in dem Partialhubmodus betreibbar sind. Während bei
der aus der
EP 1 537
333 B1 bekannten Steuereinrichtung bei einem Volumenstrom, der
zwischen null und dem maximalen Volumenstrom der Kolbenmaschine
liegt, außer
dem Partialhubmodus auch zumindest ein anderer Modus benutzt wird, wird
nach der ersten Erfindungsvariante nur der Partialhubmodus benutzt.
Dabei bilden Volumenstrom null und maximaler Volumenstrom Grenzfälle des Partialhubmodus.
-
Das
gesetzte Ziel wird auf eine zweite Weise gemäß dem kennzeichnenden Teil
des Patentanspruchs 2 dadurch erreicht, dass die aktiv betätigbaren
Ventile nur in dem Partialhubmodus und in dem Leerhubmodus betreibbar
sind. Dies bedeutet, dass bei einem Volumenstrom, der kleiner ist
als der maximale Volumenstrom kein Kolben einen Vollnutzhub ausführt. Erst
wenn der maximale Volumenstrom gefordert ist, machen alle Kolben
volle Nutzhübe,
die jedoch als Grenzfälle
des Partialhubmodus zu betrachten sind.
-
Das
gesetzte Ziel wird auf eine dritte Weise gemäß dem kennzeichnenden Teil
des Patentanspruchs 3 dadurch erreicht, dass die aktiv betätigbaren
Ventile nur in dem Partialhubmodus und in dem Vollhubmodus betreibbar
sind. Dies bedeu tet, dass bei einem Volumenstrom, der größer null
ist kein Kolben einen Leerhub ausführt. Erst wenn kein Volumenstrom
gefordert ist, machen alle Kolben volle Leerhübe. Dies ist jedoch als Grenzfall
des Partialhubmodus zu betrachten.
-
Das
gesetzte Ziel wird auf eine vierte Weise gemäß dem kennzeichnenden Teil
des Patentanspruchs 4 dadurch erreicht, dass alle drei Modi nur auf
eine gegrenzte Anzahl von Arbeitskammern angewendet werden und dass
auf die übrigen
Arbeitskammern nur der Leerlaufmodus und der Vollhubmodus angewendet
werden.
-
In
vorteilhafter Ausgestaltung der Steuereinrichtung nach Patentanspruch
4 werden gemäß Patentanspruch
5 alle drei Modi nur auf jede zweite Arbeitskammer angewendet und/oder
gemäß Patentanspruch
6 immer auf die gleichen Arbeitskammern angewendet.
-
Schließlich wird
das gesetzte Ziel wird auf eine fünfte Weise gemäß dem kennzeichnenden
Teil des Patentanspruchs 7 dadurch erreicht, dass nur die zweiten
Ventile, also die niederdruckseitigen Ventile aktiv elektrisch betätigbar sind
und alle drei Modi auf alle zweiten Ventile angewendet werden. Hochdruckseitig
sind einfache, hydraulisch betätigte
Rückschlagventile
angeordnet. Die Kolbenmaschine ist dann zwar nur als Hydropumpe
betreibbar. Es wird dadurch jedoch ein großer Anwendungsbereich von Hydromaschinen
abgedeckt, in dem nur ein Pumpenbetrieb benötigt wird. Durch die Nutzung
einfacher Rückschlagventile
hochdruckseitig wird eine kompakte Bauweise erhalten. Der Gesamtwirkungsgrad ist
insbesondere im Teilförderbereich
gut. Vorzugsweise ist eine solche Hydropumpe, die saugseitig elektrisch
betätigte
Ventile hat, für
mobile Anwendungen, wie Baumaschine, Landmaschinen, Bussen und Kommunalfahrzeugen
vorgesehen, aber auch für stationäre Versorgungsaggregate
einsetzbar.
-
Gemäß Patentanspruch
8 wählt
das elektronische Steuergerät
in aufeinander folgenden Zyklen der Kolbenmaschine den Modus und
im Partialhubmodus den Nutzhub eines Kolbens jeweils neu aus. Demgegenüber lässt sich
der Rechen aufwand reduzieren, wenn gemäß Patentanspruch 9 der für eine Arbeitskammer
einmal gewählte
Modus über
mindestens zwei aufeinander folgende Zyklen der Kolbenmaschine beibehalten
wird. Bei einem Betrieb im Partialhubmodus wird dabei vorteilhafterweise
auch die Höhe
des Nutzhubes über
mindestens zwei aufeinander folgenden Zyklen der Kolbenmaschine
beibehalten. Dies gilt freilich in erster Linie nur, solange der
Volumenstrom konstant ist. Ändert
sich der Volumenstrom, kann dies anders sein.
-
Insbesondere
wenn gemäß Patentanspruch 1
ein Betrieb nur im Partialhubmodus vorgesehen ist, werden bevorzugt
alle Kolben jeweils gleich, also mit gleicher Größe des Nutzhubs betrieben.
Das bedeutet, dass bei konstantem Volumenstrom pro Maschinenzyklus
alle aktiven Kolben dieselbe Teilmenge zum gesamten Volumenstrom
beitragen und nicht ein aktiver Kolben mehr fördert oder schluckt als ein
anderer aktiver Kolben. Grundsätzlich
können
auch bei sich änderndem
Volumenstrom über
einen Maschinenzyklus hinweg die Teilmengen aller Kolben gleich sein
und sich von Zyklus zu Zyklus ändern.
Im Sinne einer schnellen Anpassung des Volumenstroms erscheint jedoch
eine Änderung
der Teilmengen innerhalb eines Maschinenzyklus günstiger.
-
Zwei
Ausführungsbeispiele
einer erfindungsgemäß angesteuerten
Kolbenmaschine sind in den Zeichnungen dargestellt. Anhand dieser
Zeichnungen wird die Erfindung nun näher erläutert.
-
Es
zeigen
-
1 ein
abgewickeltes Kolbengehäuse
einer Axialkolbenpumpe mit neun Kolben und aktiv gesteuertem Saugventil
und das zugehörige
Steuergerät
und
-
2 einen
Ausschnitt aus einer zweiten Kolbenmaschine, bei der ein Einlassventil
und ein Auslassventil jedes Arbeitsraums aktiv steuerbar sind und
die als Pumpe und als Motor betreibbar ist.
-
Nach 1 besitzt
eine Axialkolbenpumpe oder Radialkolbenpumpe ein feststehendes Gehäuseteil 10,
das gleichmäßig um eine
Mittelachse herum verteilt neun Sackbohrungen 11 aufweist.
in jede Sackbohrung 11 taucht ein Kolben 12.n (n
= 1 bis 9) ein, der in der Sackbohrung einen Arbeitsraum 13.n (n
= 1 bis 9) begrenzt, dessen Volumen sich ändert, wenn sich der eintauchende
Kolben in Achsrichtung der Sackbohrung bewegt. Jeder Kolben 12.n stützt sich über einen
Kolbenschuh 14 an einer Schrägfläche 15 einer nicht
näher dargestellten
Taumelscheibe oder an einem Hubring ab, die bzw. der fest mit einer
ebenfalls nicht dargestellten Welle verbunden ist. Damit die Kolbenschuhe
an der Schrägfläche 15 bzw. am
Hubring sicher verbleiben, kann für jeden Kolben eine Feder vorgesehen
sein, die den Kolbenschuh mit einer gewissen Kraft gegen die Taumelscheibe bzw.
den Hubring drückt.
-
Zwischen
jedem Arbeitsraum 13.n und einer an die Kolbenpumpe angeschlossenen,
allen Arbeitsräumen
gemeinsamen Druckleitung 16 ist ein zum Arbeitsraum hin
sperrendes Rückschlagventil 17.n (n
= 1 bis 9) angeordnet, das das Druckventil eines Arbeitsraums darstellt.
Alle Druckventile werden allein von der Druckdifferenz zwischen
dem jeweiligen Arbeitsraum und der Druckleitung und einer eventuell
vorhandenen, in Schließrichtung
wirkenden, schwachen Feder, also rein passiv gesteuert. Da somit
nur ein Druckmittelfluss von einem Arbeitsraum in die Druckleitung
möglich
ist, ist die gezeigte Maschine, wie schon ausgedrückt, eine
Hydropumpe.
-
Zwischen
jedem Arbeitsraum 13.n und einer an die Kolbenpumpe angeschlossenen,
allen Arbeitsräumen
gemeinsamen Tankleitung 18 ist ein zum Arbeitsraum hin öffnendes
Rückschlagventil 19.n (n
= 1 bis 9) angeordnet, das das Saugventil eines Arbeitsraums darstellt.
Zu jedem Saugventil gehört
ein Elektromagnet 20.n (n = 1 bis 9), mit dem das Saugventil
direkt oder elektrohydraulisch vorgesteuert offen gehalten werden
kann. Die Saugventile sind also aktiv gesteuerte Ventile.
-
Ihrer
Steuerung dient ein elektronisches Steuergerät 25, das über eine
Eingangsleitung 26 einen Sollwert für die Größe des Volumenstroms in der Druckleitung 16 erhält. An diese
ist ein elektrischer Sensor 27 angeschlossen, der die Größe des Volumenstroms
in der Druckleitung erfasst und über
eine Leitung 28 ein entsprechendes Signal an das Steuergerät 25 abgibt.
Dem Steuergerät
wird außerdem über eine
Leitung 29 noch ein Signal zugeführt, das dem Drehwinkel der
Taumelscheibe bzw. der Antriebswelle der Hydropumpe entspricht.
Aus diesem Signal wird durch Differentiation auch die Drehzahl der
Hydropumpe ermittelt. Vom Steuergerät führt zu jedem Elektromagnet 20.n eine
Steuerleitung 30.n (n = 1 bis 9).
-
Werden
bei der Hydropumpe nach 1 die Saugventile 19.n nicht
aktiv gesteuert, so hängt
die Fördermenge
allein von der Drehzahl ab. Wenn sich ein Kolben 12.n aus
einer Sackbohrung im Saughub herausbewegt, vergrößert sich der entsprechende Arbeitsraum 13.n.
Das Saugventil 19.n öffnet
sich und es strömt
Druckflüssigkeit
aus der Tankleitung 18 in den Arbeitsraum hinein. Im unteren
Totpunkt kehrt sich die Bewegungsrichtung des Kolbens um und der Arbeitsraum
verkleinert sich im folgenden Förderhub. Der
Druck im Arbeitsraum steigt an, bis sich das Druckventil 17.n öffnet. Dann
wird bis zum oberen Totpunkt des Kolbens Druckflüssigkeit über das Druckventil in die
Druckleitung 16 verdrängt.
Das Fördervolumen
der Hydropumpe, das ist die Fördermenge
pro Umdrehung, ist maximal.
-
Um
das Fördervolumen
der Hydropumpe zu verringern, werden nun in einer ersten Steuerungsvariante
die Saugventile 19.n aller Arbeitsräume 13.n beginnend
vom unteren Totpunkt eines jeden Kolbens über einen gewissen Drehwinkel
der Taumelscheibe bzw. des Hubrings und damit über einen gewissen Hub des
Kolbens durch Ansteuerung des entsprechenden Elektromagneten 20.n offen
gehalten. Es wird also zunächst
von jedem Kolben ein Teil der sich im Arbeitsraum befindlichen Druckflüssigkeit über das
offene Saugventil weitgehend drucklos in die Tankleitung 18 verdrängt. Die
Elektromagnete können
dabei irgendwann während
der Bewegung des zugehörigen
Kolbens vom oberen Tot punkt zum unteren Totpunkt an Spannung gelegt
werden, da die Saugventile während
dieser Kolbenbewegung ohnehin offen sind. Die Entregung der Elektromagnete
dagegen muss unter Berücksichtigung
der Drehzahl genau zu dem auf die gewünschte Fördermenge abgestimmten Hub
eines Kolbens erfolgen. Je geringer die Fördermenge sein soll, desto
länger
sind die Saugventile 19.n offen zu halten, bis sie schließlich bei
einer Fördermenge
null überhaupt
nicht mehr geschlossen werden. Bei dieser Steuerungsvariante werden
die Saugventile, die. bei dem gezeigten Ausführungsbeispiel nach 1 die
aktiv betätigbaren Ventile
sind, nur im Partialhubmodus betrieben.
-
In
einer zweiten Steuerungsvariante werden, um ausgehend vom maximalen
Fördervolumen
das Fördervolumen
der Hydropumpe zu verringern, in einem Pumpenzyklus, also innerhalb
einer Umdrehung der Taumelscheibe oder des Hubrings, die Saugventile 19.n eines
Teils der Arbeitsräume 13.n während des
gesamten Förderhubs
eines Kolbens 12.n offen gehalten. Diese Arbeitsräume werden
im Leerhubmodus betrieben. Die Saugventile 19.n der anderen Arbeitsräume 13.n werden
beginnend vom unteren Totpunkt der entsprechenden Kolben nur über einen gewissen
Drehwinkel der Taumelscheibe bzw. des Hubrings und damit über einen
gewissen Hub des Kolbens durch Ansteuerung des entsprechenden Elektromagneten 20.n offen
gehalten. Diese Arbeitsräume
werden im Partialhubmodus betrieben. Bei gleicher Fördermenge
ist bei der zweiten Steuerungsvariante der Nutzhub der im Partialhubmodus betriebenen
Kolben natürlich
größer als
bei der ersten Steuerungsvariante, so dass die Elektromagnete näher am unteren
Totpunkt der im Partialhubmodus betriebenen Kolben entregt werden
und die entsprechende Saugventile näher am unteren Totpunkt schließen. Mit
der Verringerung der Fördermenge nimmt
die Anzahl der pro Pumpenzyklus im Leerhubmodus betriebenen Kolben
immer mehr zu, bis schließlich
bei Fördermenge
null alle Kolben den Leerhubmodus haben.
-
In
einer dritten Steuerungsvariante sind, um ausgehend vom maximalen
Fördervolumen
das Fördervolumen
der Hydropumpe zu verringern, in einem Pumpenzyklus, also innerhalb
einer Umdrehung der Taumelscheibe bzw. des Hubrings, die Saugventile 19.n eines
Teils der Arbeitsräume 13.n während des gesamten
Förderhubs
eines Kolbens 12.n geschlossen. Diese Arbeitsräume werden
im Vollhubmodus betrieben. Die Saugventile 19.n der anderen
Arbeitsräume 13.n werden
beginnend vom unteren Totpunkt der entsprechenden Kolben nur über einen
gewissen Drehwinkel der Taumelscheibe bzw. des Hubrings und damit über einen
gewissen Hub des Kolbens durch Ansteuerung des entsprechenden Elektromagneten 20.n offen
gehalten. Diese Arbeitsräume
werden im Partialhubmodus betrieben. Bei gleicher Fördermenge
ist bei der dritten Steuerungsvariante der Nutzhub der im Partialhubmodus
betriebenen Kolben natürlich
kleiner als bei der ersten Steuerungsvariante, so dass die Elektromagnete
weiter weg vom unteren Totpunkt der im Partialhubmodus betriebenen Kolben
entregt werden und die entsprechende Saugventile weiter weg vom
unteren Totpunkt schließen.
-
In
einer vierten Steuerungsvariante werden, um ausgehend vom maximalen
Fördervolumen
das Fördervolumen
der Hydropumpe zu verringern, in einem Pumpenzyklus, also innerhalb
einer Umdrehung der Taumelscheibe bzw. des Hubrings, alle drei Betriebsmodi,
nämlich
Leerhubmodus, Partialhubmodus und Vollhubmodus, nur auf eine begrenzte
Anzahl von Arbeitskammern angewendet, während die übrigen Arbeitskammern nur im
Leerhubmodus und im Vollhubmodus betrieben werden. Zum Beispiel sind
je nach dem augenblicklichen Fördermengenbedarf
in jedem Pumpenzyklus für
die Kolben 12.1, 12.3, 12.5, 12.7 und 12.9 alle
drei Modi und für
die Kolben 12.2, 12.4, 12.6 und 12.8 nur
der Leerhubmodus, in dem ein Saugventil während des gesamten Förderhubs
eines Kolbens offen ist, und der Vollhubmodus, in dem ein Saugventil
während
des gesamten Förderhubs
eines Kolbens geschlossen ist, möglich.
Denkbar wäre
auch, über
die Zyklen hinweg zum Beispiel jeden nten, zum Beispiel jeden zweiten
Kolben in allen drei Modi bzw. nur im Leerhubmodus oder im Vollhubmodus
zu betreiben. Zum Beispiel wären
in einem Zyklus für
die Kolben 12.1, 12.3, 12.5, 12.7 und 12.9 alle
drei Modi und für
die Kolben 12.2, 12.4, 12.6 und 12.8 nur
der Leerhubmodus und der Vollhubmodus und im folgenden Zyklus für die Kolben 12.2, 12.4, 12.6 und 12.8 alle
drei Modi und für
die Kolben 12.1, 12.3, 12.5, 12.7 und 12.9 nur
der Leerhubmodus und der Vollhubmodus möglich. Ist allgemein der Betrieb
jedes nten Kolbens nur im Leerhubmodus und im Vollhubmodus möglich, so
ist die Abfolge der in den verschiedenen Modi betreibbaren Kolben über die
Zyklen gleich, wenn die Gesamtzahl der Kolben ein ganzzahliges Vielfache
von n ist.
-
Ein
einmal ausgewählter
Modus kann auch über
mindestens zwei aufeinander folgende Pumpenzyklen beibehalten werden.
Ebenso kann für
einen im Partialhub betriebenen Kolben der Nutzhub über mindestens
zwei Pumpenzyklen beibehalten werden.
-
In
einer fünften
Steuerungsvariante werden für
eine bestimmte, veränderbare
Fördermenge und/oder
einen bestimmten, veränderbaren
Pumpendruck und damit für
ein bestimmtes, veränderbares Fördervolumen
der in 1 gezeigten Hydropumpe, bei der nur die Saugventile
aktiv steuerbar und die Druckventile einfache Rückschlagventile sind, in einem
Pumpenzyklus, also innerhalb einer Umdrehung der Taumelscheibe bzw.
des Hubrings, alle drei Betriebsmodi, nämlich Leerhubmodus, Partialhubmodus
und Vollhubmodus, auf alle Arbeitskammern angewendet. Dabei ist
eine solche Steuerung möglich, dass
für die
Arbeitskammern in jedem Zyklus der Hubmodus und im Falle des Partialhubmodus
auch der effektive Förderhub
aus den Istwerten der gemessenen Parameter und den Sollwerten für die Fördermenge
und/oder den Pumpendruck neu berechnet wird.
-
Auch
bei dieser Steuerungsvariante kann ein einmal ausgewählter Modus über mindestens
zwei aufeinander folgende Pumpenzyklen beibehalten werden. Ebenso
kann für
einen im Partialhub betriebenen Kolben der Nutzhub über mindestens
zwei Pumpenzyklen beibehalten werden.
-
In 2 erkennt
man einen von mehreren Kolben 12 einer Radial- oder Axialkolbenmaschine, der
in eine Sackbohrung 11 eines Gehäuseteils 10 verschieden
weit eintauchen kann und in der Sackbohrung einen Arbeitsraum 13 begrenzt, dessen
Volumen sich ändert,
wenn sich der eintauchende Kolben in Achsrichtung der Sackbohrung
bewegt.
-
Zwischen
dem Arbeitsraum 13 und einer Niederdruckleitung 18 befindet
sich ein als Sitzventil ausgebildetes Auslassventil 35,
das ein tellerartiges Schließelement 36 besitzt,
das von einer schwachen Schraubendruckfeder 37 in Öffnungsrichtung
belastet ist. Ist der Druck im Arbeitsraum um mindestens das Druckäquivalent
der Druckfeder 37 größer als
in der Niederdruckleitung 18, so wird das Auslassventil 35 durch
die Druckdifferenz geschlossen. Die Druckfeder 37 umgibt
einen Stößel 38,
der mit dem Anker eines Elektromagneten 39 fest verbunden
ist. Wenn der Elektromagnet 39 erregt ist, unterstützt er die Druckfeder 37 beim
Offenhalten des Auslassventils 35.
-
Zwischen
dem Arbeitsraum 13 und einer Hochdruckleitung 16 befindet
sich ein Einlassventil 45, das sehr ähnlich dem Auslassventil 35 gestaltet ist
und ebenfalls ein tellerartiges Schließelement 46 besitzt,
das von einer schwachen Schraubendruckfeder 47 in Öffnungsrichtung
belastet ist. Die Druckfeder 47 umgibt einen Stößel 48,
der mit dem Anker eines Elektromagneten 49 fest verbunden
ist. Wenn der Elektromagnet 49 erregt wird, schließt er das
Einlassventil 45 gegen die Kraft der Druckfeder 47 und gegen
eine Druckdifferenz zwischen dem Druck in der Druckleitung und dem
Druck im Arbeitsraum.
-
Die
beiden Elektromagnete 39 und 49 werden von einem
elektronischen Steuergerät 25 angesteuert,
dem unter anderem über
die Leitung 26 ein Sollwert für eine Drehzahl des Hydromaschine
und ein Signal von einem Positionsgeber 50 zugeführt wird,
der die Position des Kolbens 12 in der Sackbohrung 11 direkt
oder zum Beispiel über
den Drehwinkel einer Abtriebswelle indirekt erfasst.
-
Eine
Maschine nach 2 ist als Hydromotor mit veränderbarem
Schluckvolumen betreibbar. Bei einem Betrieb mit maximalem Schluckvolumen ist
während
der gesamten Bewegung des Kolbens 12 vom oberen Totpunkt,
in dem der Arbeitsraum am kleinsten ist, zum unteren Totpunkt, in
dem der Arbeitsraum am größten ist,
das Einlassventil offen. Das Auslassventil wird im oberen Totpunkt
durch den sich nach dem Öffnen
des Einlassventils im Arbeitsraum aufbauenden Druck geschlossen.
Im unteren Totpunkt oder kurz vor Erreichen des unteren Totpunkts
wird der Elektromagnet 49 erregt und dadurch das Einlassventil 45 geschlossen.
Das Auslassventil 35 wird durch Erregung des Elektromagneten 39 geöffnet und
offen gehalten, so dass der Kolben bei der folgenden Aufwärtsbewegung
die im Arbeitsraum 13 befindliche Druckflüssigkeit über das
Auslassventil 35 in die Niederdruckleitung verdrängen kann.
Hier wird also der Kolben im Vollhubmodus betrieben.
-
Bei
einem Betrieb des Hydromotors mit einem kleineren als dem maximalen
Schluckvolumen, wird der Elektromagnet 49 schon erregt
und damit das Einlassventil 45 geschlossen, noch ehe der
Kolben 12 den unteren Totpunkt erreicht hat. Der Druck im
Arbeitsraum 13 bricht aufgrund der weiteren Bewegung des
Kolbens 12 zusammen, so dass das Auslassventil 35 öffnet und
während
des Weges des Kolbens 12 bis zum unteren Totpunkt Druckflüssigkeit
aus der Niederdruckleitung 18 in den Arbeitsraum 13 nachgesaugt
wird. Spätestens
im unteren Totpunkt des Kolbens 12 wird der Elektromagnet 39 erregt,
so dass das Auslassventil 35 während der folgenden Aufwärtsbewegung
des Kolbens 12 offen bleibt. Hier wird also der Kolben
im Partialhubmodus betrieben.
-
Bleibt
während
der gesamten Bewegung des Kolbens 12 vom oberen Totpunkt
zum unteren Totpunkt und zurück
zum oberen Totpunkt das Einlassventil 45 geschlossen und
das Auslassventil 35 geöffnet,
so ist dies ein Betrieb im Leerhubmodus.
-
Wie
oben bezüglich 1 beschrieben
können
nun auch bei dem Hydromotor nach 2 in einer
ersten Steuerungsvariante alle Kolben 12 im Partialhubmodus
betrieben werden.
-
In
einer zweiten Steuerungsvariante werden die Kolben nur im Partialhubmodus
und im Leerhubmodus betrieben werden.
-
In
einer dritten Steuerungsvariante werden die Kolben nur im Partialhubmodus
und im Vollhubmodus betrieben.
-
In
der vierten Steuerungsvariante werden alle Modi, also Leerhubmodus,
Partialhubmodus und Vollhubmodus nur auf eine begrenzte Anzahl von
Arbeitsräumen
angewendet, während
die übrigen
Arbeitsräume
nur im Leerhubmodus und im Vollhubmodus betrieben werden.
-
Die
Kolbenmaschine nach 2 kann auch als Hydropumpe verwendet
werden. Dazu werden in den verschiedenen Modi die Elektromagnete 39 und die
Auslassventile 35 genauso angesteuert wie die Ventile 19.n aus 1.
Die Auslassventile 35 werden also über den gesamten Weg eines
Kolbens vom unteren Totpunkt zum oberen Totpunkt (Leerhub), über einen
Teil des Weges (Partialhub) oder überhaupt nicht offen gehalten
(Vollhub). Immer dann, wenn das Auslassventil während des Förderhubs offen gehalten wird
und während
des gesamten Saughubs eines Kolbens 12 muss das Einlassventil 45 durch
Erregung des Elektromagneten 49 geschlossen gehalten werden.
-
Natürlich können in
einer Variante der Kolbenmaschine nach 2 die beiden
Ventile 35 und 45 auch so gestaltet sein, dass
die Druckfedern 37 und 47 das Schließelement
in Richtung schließen
beaufschlagen.
-
Ebenso
können
die Auslassseite und die Einlassseite miteinander vertauscht werden,
so dass die Leitung 18 die Hochdruckleitung und die Leitung 16 die
Niederdruckleitung wäre.
Das Verhalten der Maschine ist in beiden Fällen gleich, da die beiden
Ventile 35 und 45 gleich und in gleicher Weise
angeordnet sind.
-
Denkbar
wäre es
jedoch auch, das hochdruckseitige Ventil invers zum niederdruckseitigen Ventil
auszubilden. Der zugehörige
Elektromagnet müsste
dann das Ventil nicht unter Last, also gegen den Hochdruck schalten
bzw. halten und könnte
entsprechend schwächer
ausgebildet werden. Allerdings wäre
die Ma schine nicht mehr invariant gegen ein Vertauschen von Hochdruck-
und Niederdruckleitung.