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Die
Erfindung betrifft einen Überspannungsableiter
mit Käfig-Design,
wie er beispielsweise aus der
JP 63-312602 A bekannt ist. Überspannungsableiter
werden bei Stromversorgungssystemen zwischen stromführenden
Leitungen und Masse geschaltet, um im Fall einer Überspannung
in der Leitung diese zur Masse abzuleiten und so andere Bauteile
des Stromnetzes zu schützen.
Ein derartiger Überspannungsableiter
enthält
einen Stapel aus Varistorblöcken,
der zwischen zwei Anschlusselementen gehalten ist. Diese Anordnung
wird in einem Außengehäuse aufgenommen.
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Überspannungsableiter
sind in der Lage, innerhalb ihres Auslegungsbereichs auftretende Überspannungen
sicher und beliebig oft gegen Masse abzuleiten. Die Varistorblöcke, üblicherweise
Zinkoxidkeramikelemente, haben die Eigenschaft, dass ihr elektrischer
Widerstand spannungsabhängig
ist. Das heißt
unterhalb einer Schwellenspannung sind die Varistorblöcke gute
Isolatoren. Oberhalb dieser Spannung hingegen sind sie gut elektrisch
leitend.
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Allerdings
kann es im Fall eines ableiternahen Blitzeinschlags oder eines Leitungsrisses
bei einer Hochspannungsleitung passieren, dass ein Überspannungsableiter
weit über
seinen Auslegungsbereich hinaus beansprucht wird. Dies führt zu einem Festkörperdurchschlag
durch die Varistorblöcke
und zu einer irreversiblen Schädigung
des Überspannungsableiters.
Bei einem derartigen Ereignis wird in dem Überspannungsableiter eine große Energie
frei, was einhergeht mit einem sehr starken Temperatur- und Druckanstieg.
Um einen sicheren Betrieb dennoch zu gewährleisten ist es daher erforderlich,
dass auch in einem solchen Ereignis keine größeren Bruchstücke, weder
des Außengehäuses noch
des Materials der Varistorblöcke,
weit geschleudert werden.
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Derzeit
sind zwei verschiedene Konzepte hinsichtlich des Außengehäuses üblich. Einerseits gibt
es Überspannungsableiter
mit ”Rohr-Design”, bei denen
die aktiven Komponenten in einem Rohr, beispielsweise aus Keramik
oder einen formstabilen Kunststoff aufgenommen sind. Hierbei verbleibt
ein Gasvolumen im inneren des Außengehäuses. Das Außengehäuse dieser Überspannungsableiter
ist darüber
hinaus mit einer Gasauslassöffnung
versehen, durch die im Fall einer Überlastung das heiße Plasma
austreten kann, wodurch ein Druckanstieg im Inneren des Außengehäuses verhindert
wird. Bei derartigen Überspannungsableitern
bleibt in der Regel auch bei einer Überlastung das Außengehäuse selbst
unbeschädigt.
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Andererseits
gibt es Überspannungsableiter, bei
denen das Außengehäuse direkt
um die aktiven Komponenten gegossen oder gespritzt wird. Hierfür wird ein
hochwertiger Kunststoff, meist Silikon verwendet, wie dies beispielsweise
in der
EP-0 963 590 B1 beschrieben
ist.
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Um
sicherzustellen, dass auch bei mechanischen Belastungen die Varistorblöcke gut
miteinander kontaktieren, ist es in beiden Fällen erforderlich, den Stapel
der Varistorblöcke
unter Druck zusammenzuhalten. Eine Möglichkeit hierzu, die sowohl
bei Überspannungsableitern
mit Rohr-Design als auch bei solchen mit angespritztem Außengehäuse verwendet
wird, ist es, Verstärkungselemente,
in der Regel Stäbe
oder Seile, vorzugsweise glasfaserverstärkte Kunststoffstäbe (GFK-Stäbe), die
an den Endarmaturen unter Zug gehalten sind, vorzusehen. Gelegentlich
werden diese Überspannungsableiter auch
als Überspannungsableiter
mit ”Käfig-Design” bezeichnet.
Ein Beispiel eines derartigen Überspannungsableiters
ist in der
DE
10 2005 024 206 B4 offenbart.
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Aus
der
WO 94/14171 A1 oder
der
DE 101 04 393
C1 ist bekannt, Stützplatten
bzw. Stabilisierungsscheiben zwischen die Varistorblöcke einzufügen, die
die Stäbe
des Käfigs
an ihrer Position halten. Die in diesen beiden Druckschriften gezeigten Überspannungsableiter
sind hinsichtlich der Gestaltung des Außengehäuses Überspannungsableiter mit Rohr-Design.
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Ein
Nachteil der Überspannungsableiter
mit Rohr-Design besteht darin, dass es zu Teilentladungen über das
Gasvolumen zwischen dem Kern und dem Außengehäuse kommen kann. Um dies zu
vermeiden, sollte das Eintreten von Feuchtigkeit in das Gasvolumen
verhindert werden. Oft wird ein Gas mit besseren Isolatoreigenschaften
als Luft verwendet. Auch muss vermieden werden, dass ein Austausch des
Gases mit der Umgebungsluft bzw. ein Eindringen von Feuchtigkeit
auftritt. Überspannungsableiter mit
Rohr-Design sind deshalb in der Herstellung relativ teuer. Trotz
dieser Nachteile sind Überspannungsableiter
mit Rohr-Design insbesondere bei extrem hohen Spannungen von mehreren
hunderttausend Volt verbreitet, da so Überspannungsableiter mit einer
Bauhöhe
von mehreren Metern möglich sind.
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Überspannungsableiter
mit direkt umspritzten Außengehäuse haben
hingegen kein eingeschlossenes Gasvolumen, was die Konstruktion
vereinfacht. Bei diesen Überspannungsableitern
wird im Fall der Überlastung
das heiße
Plasma das Außengehäuse lokal
zerstören
und so ins Freie gelangen. Damit dies ohne nennenswerten Druckanstieg
im Inneren des Überspannungsableiters
geschieht, ist erforderlich, dass Außengehäuse so dünnwandig wie möglich auszuführen. Außerdem ist
ein wesentlicher Teil der Kosten bei der Herstellung des Überspannungsableiters
dieser Bauweise durch das Außengehäusematerial
bedingt, das relativ teuer ist. Daher ist der Fachmann bestrebt,
das Außengehäuse mit möglichst
wenig Material auszubilden. Überspannungsableiter
dieser Bauart waren bisher auf relativ niedrige Spannungen, d. h.
einige zehntausend Volt beschränkt.
Für höhere Spannungen
wurden mehrere Überspannungsableiter
hintereinander geschaltet.
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In
den letzten Jahren ist versucht worden, immer größere Überspannungsableiter mit direkt
umspritztem Außengehäuse zu bauen,
wobei Längen von
2 m oder mehr angedacht sind.
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Insbesondere
bei derartig großen Überspannungsableitern
kommt es aber leicht zu einer Verbiegung der Stäbe des Käfigs und einer Beeinträchtigung
der mechanischen Stabilität.
Stabilisierungsmaßnahmen,
wie dickere Stäbe,
waren Nachteilhaft, da sie zwangsläufig zu größeren Wandstärken bei dem
Außengehäuse führten, was – wie ausgeführt – unerwünscht ist.
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Aufgabe
der Erfindung ist es daher, einen Überspannungsableiter mit Käfig-Design
und direkt umspritztem Kunststoffaußengehäuse bereitzustellen, der eine
verbesserte Stabilität
aufweist, ohne das zusätzliches
Außengehäusematerial
verwendet werden müsste.
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Erfindungsgemäß wird die
Aufgabe durch einen Überspannungsableiter
nach Anspruch 1 gelöst.
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Weitere
vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen ausgeführt.
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Im
folgenden wird die Erfindung ausführlich unter Bezugnahme auf
die beiliegenden Figuren beschrieben, in denen zeigt:
Im Folgenden
wird die Erfindung anhand der beiliegenden Zeichnungen detailliert
beschrieben.
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1 zeigt
eine Teilschnittansicht eines Überspannungsableiters
gemäß der Erfindung;
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2 zeigt
eine erste Hälfte
einer Form zur Herstellung des Gehäuses des erfindungsgemäßen Überspannungsableiters;
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3 zeigt
eine zweite Hälfte
der Form zur Herstellung des Gehäuses
des erfindungsgemäßen Überspannungsableiters.
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4 eine
Detailansicht aus 1; und
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5 eine
Detailansicht einer Stabilisierungsscheibe.
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Der
gezeigte Überspannungsableiter
in 1 umfasst zwei Anschlussblöcke bzw. Endarmaturen 3,
zwischen denen eine Mehrzahl von Ableiterblöcken, beispielsweise Varistorblöcke 1 angeordnet sind.
Die Varistorblöcke 1 sind
beispielsweise kreiszylinderförmig
oder polygonal. Sie werden üblicherweise aus
Zinkoxid mit entsprechenden Dotierungen gebildet. Das Varistormaterial
hat die Eigenschaft, dass es unterhalb einer Schwellspannung eine
hohen elektrischen Widerstand besitzt, während der elektrische Widerstand
oberhalb dieser Schwellspannung deutlich abfällt. Der Übergang bei Zinkoxid ist sehr
steil. Auf diese Art ist es möglich,
andere Bauteile in einem Hochspannungsnetzwerk gegen Überspannung
zu schützen,
da diese Überspannung über den Überspannungsableiter
zur Masse abfließt.
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Um
den Stapel von Varistorblöcken 1 und
die beiden Anschlussblöcke 3 zusammenzuhalten,
sind bei dem in 1 gezeigten Überspannungsableiter Verstärkungselemente
vorgesehen. In dem gezeigten Beispiel sind die Verstärkungselemente
Glasfaserstäbe,
die in den beiden Anschlussblöcken
verankert sind. Die Verankerung in den Anschlussblöcken kann
durch Keile, durch Crimpen, durch Schrauben oder Verkleben oder
durch jede andere geeignete Befestigungsmöglichkeit gewährleistet
werden. Die Anschlussblöcke 3 sind
mit einer zentralen Schraube versehen, die zur Verbindung des Überspannungsableiters
mit dem Hochspannungsnetzwerk dient.
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Zum
Schutz gegenüber
Umwelteinflüssen
ist der so geformte Kern des Überspannungsableiters mit
einem Außengehäuse 5 mit
einer Mehrzahl von Schirmen 7 ausgestattet. Das Außengehäuse nimmt die
Varistorblöcke
ohne dazwischenliegendes Fluidvolumen oder Hohlräume auf.
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In
der gezeigten Ausführungsform
sind zwei unterschiedliche Schirme 7 entlang der Längsrichtung
des Überspannungsableiters
ausgebildet, nämlich
Schirme mit einem großen
Durchmesser und solche mit einem kleinen Durchmesser. Die genauen Abmessungen,
Abstände
und Formen der Schirme hängen
vom geplanten Einsatzgebiet des Überspannungsableiters
ab. Die Aufgabe der Schirme 7 ist u. a. die Verlängerung
des Kriechweges für
den Strom zwischen den beiden Anschlussstellen des Überspannungsableiters
sowie die Vergrößerung der
wärmeabstrahlenden
Oberfläche
des Überspannungsableiters.
Obwohl sich die Ausgestaltung des Überspannungsableiters mit zwei
verschiedenen Schirmgrößen bewährt hat,
ist die Erfindung hierauf nicht beschränkt. Es ist möglich, den Überspannungsableiter
auch nur mit einer Schirmgröße auszustatten,
oder drei oder mehr verschiedene Schirmformen entlang eines Überspannungsableiters
vorzusehen.
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In
der Praxis hat es sich als vorteilhaft erwiesen, die Schirme 7 mit
einem Winkel relativ zur Längsachse
des Überspannungsableiters
einzustellen, wobei Winkel von 5 bis 20° bevorzugt sind. Diese Bauweise
erleichtert beim Einsatz des Überspannungsableiters
unter freiem Himmel das Ablaufen von Regenwasser.
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Um
das Eindringen von Feuchtigkeit in das Innere des Überspannungsableiters
zu verhindern, sind auch die Anschlussblöcke 3 weitgehend mit
im Außengehäuse 5 aufgenommen
und mit umspritzt, wie dies in 1 gezeigt
ist, wobei auch hier keine dazwischenliegendes Fluidvolumen oder
Hohlräume auftreten.
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Das
für das
Außengehäuse 5 verwendete
Silikonmaterial ist ein beachtlicher Kostenfaktor bei der Herstellung
von erfindungsgemäßen Überspannungsableitern.
Das Außengehäuse 5 wird
daher so dünn
wie möglich
ausgebildet. Wie in 1 zu sehen ist, ist der Durchmesser
des Überspannungsableiters im
Bereich zwischen zwei Schirmen 7 kleiner als im Bereich
eines Anschlussblocks 3.
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Zwischen
die einzelnen Varistorblöcke 1 können nicht
gezeigte Aluminiumscheiben zur besseren Kontaktierung eingelegt
werden. Außerdem
kann nach Bedarf ein Federelement in dem Stapel vorhanden sein,
um die elektrische Kontaktierung der Varistorblöcke 1 untereinander
und mit den Endarmaturen 3 zu sichern.
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Erfindungsgemäß weist
der Überspannungsableiter
darüber
hinaus eine oder mehrere Stabilisierungsscheiben 25 auf,
die zwischen zwei jeweiligen Varistorblöcken 1 angeordnet
sind.
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Eine
Detailansicht einer derartigen Stabilisierungsscheibe 25 ist
in 5 gegeben.
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Die
Stabilisierungsscheibe 25, vorzugsweise aus Aluminium oder
einem anderen geeigneten, gut leitenden Werkstoff, hat eine Dicke,
die ihr ausreichende Stabilität
verleiht, andererseits aber so gering wie möglich gehalten ist. Bei einer
bevorzugten Ausführungsform
der Erfindung ist die Stabilisierungsscheibe ca. 5 mm dick.
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Entlang
des Umfangs der Stabilisierungsscheibe 25 sind eine Anzahl
von Durchgangslöchern 27 ausgebildet,
durch die die GFK-Stäbe 9 laufen. Die
Durchgangslöcher 27 sind
so weit vom Rand der Stabilisierungsscheibe 25 entfernt,
dass eine ausreichende Stabilität
gewährleistet
werden kann. Bei der bevorzugten Ausführungsform der Erfindung beträgt der Abstand
zwischen dem Rand eines jeden Durchgangsloches 27 und dem
Außenumfang
der Stabilisierungsscheibe 25 mindestens 3 mm.
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Mit
dieser Bauweise kann auch bei einer Überlastung des Überspannungsableiters
sicher und wirksam verhindert werden, dass größere Bruchstücke der
Varistorblöcke 1 nach
außen
durch das Außengehäuse 5 hinausgeschleudert
werden. Außerdem
zeigt der so hergestellte Überspannungsableiter eine
ausgezeichnete Biege- und Torsionsfestigkeit, was ihn zum Einsatz
im Freien, auch bei sehr großen Längen, prädestiniert.
In Sonderfällen
sind Längen von
2,5 m oder mehr möglich,
wobei je nach Bedarf mehrere Stabilisierungsscheiben 25 über die
Länge des Überspannungsableiters
verteilt eingesetzt werden.
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Erfindungsgemäß sind die
Stabilisierungsscheiben 25 über die Länge des Überspannungsableiters derart
verteilt, dass sie jeweils im Bereich eines der Schirme 7 angeordnet
sind, wie dies in 1 detailliert gezeigt ist.
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Da
es einerseits erforderlich ist, die Stabilisierungsscheiben 25 mit
einer guten Isolierung durch das Außengehäuse 5 zu versehen,
so dass eine Überdeckung
von einigen Millimetern nötig
ist, da aber andererseits das Außengehäusematerial, nämlich meistens
Silikon, sehr teuer ist, und es unerwünscht ist, die Gesamtmenge
für den Überspannungsableiter
zu erhöhen,
wird erfindungsgemäß die Stabilisierungsscheibe 25 im
Bereich eines der Schirme 7 vorgesehen, wo eine hinreichende Überdeckung
mit Außengehäusematerial
möglich
ist, ohne dass es eines zusätzlichen
Materialeinsatzes bedürfte.
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Bei
einer bevorzugten Ausführungsform
wird der Überspannungsableiter
mit einer modularen Form hergestellt, wie sie in 2 und 3 gezeigt ist.
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Die
modulare Form ermöglicht
es, eine genaue Positionierung der Stabilisierungsscheiben zu erreichen.
Insbesondere ist es möglich,
für solche Schirme 7,
bei denen eine Stabilisierungsscheibe 25 vorgesehen ist,
ein spezielles Zwischenteil 15 zu verwenden, das die sichere
Abdeckung der Stabilisierungsscheibe mit Außengehäusematerial ermöglicht.
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Im
Folgenden wird ein Verfahren zur Herstellung des Überspannungsableiters
nach 1 beschrieben.
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Zunächst wird
in Abhängigkeit
der geforderten Spannungsfestigkeit des Überspannungsableiters die benötigte Anzahl
von Varistorblöcken 1 zusammengestellt.
Zwischen den einzelnen Varistorblöcken 1 können zur
Verbesserung des elektrischen Kontakts zwischen diesen Blöcken Aluminiumkontaktscheiben
zwischengelegt sein. Außerdem
wird eine oder mehrere Stabilisierungsscheiben in den Stapel eingefügt. Zur
Vergrößerung der
Gesamtlänge
des Überspannungsableiters
und somit des Abstandes zwischen der stromführenden Leitung und Masse sowie
zur genauen Psositionierung der Stabilisierungsscheiben 25 hinsichtlich
der Schirme 7 können
darüber
hinaus Distanzstücke
aus Aluminium, die in ihrer Form den Varistorblöcken 1 im Wesentlichen
entsprechen, bereitgestellt werden. Des Weiteren werden zwei Endarmaturen 3 vorgesehen.
Aus den Endarmaturen 3, den Varistorblöcken 1, den Stabilisierungsscheiben 25 und
ggf. den Distanzstücken und
Kontaktscheiben wird ein Stapel gebildet.
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Zusätzlich können nach
Bedarf Tellerfedern oder weitere Elemente dem Stapel zugefügt sein.
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Bei
der gezeigten Ausführungsform
werden anschließend
glasfaserverstärkte
Kunststoffstäbe 9 zwischen
den Endarmaturen 3 angeordnet und verspannt, um den Stapel
Varistorblöcke 1 und
Endarmaturen 3 unter Zug zusammenzuhalten. Der so gebildete
Kern wird in eine in 2 gezeigte Form eingesetzt.
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Die
in 2 gezeigte Form ist modular aufgebaut und umfasst
ein Kopfteil 11 und ein Fußteil 13, die jeweils
mit den beiden Endarmaturen 3 korrespondieren. Zwischen
dem Kopfteil 11 und dem Fußteil 13 ist eine
wählbare
Anzahl von Zwischenteilen 15 vorgesehen, so dass insgesamt
eine modular aufgebaute Form entsteht.
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Alle
Teile zusammen werden auf einer Montage- oder Grundplatte 17 fixiert.
Die Montageplatte 17 ist mit einer Rasterung versehen ist,
so dass der Abstand zwischen dem Kopfteil 11 und dem Fußteil 13 einstellbar
ist, so dass eine variable Zahl von Zwischenteilen 15 eingesetzt
werden kann.
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Die
Zwischenteile 15 enthalten die für den Füll- und Vernetzungsprozess
des Silicons notwendigen Heizungselemente (nicht gezeigt) sowie
Kühl- und
Entlüftungskanäle 19 und 21.
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Bei
einer bevorzugten Ausführungsform
sind die Heizungselemente und Kühlkanäle 19 der
einzelnen Zwischenteile 15 mit Anschlüssen ausgestattet, die auch
dann von außen
zugänglich
sind, wenn die Form zusammengebaut ist. Auf diese Art ist eine Verschaltung
der Heizungselemente bzw. der Kühlkanäle möglich, was
eine gezielte, räumlich
unterschiedliche und eventuell auch zeitabhängige Temperierung der einzelnen
Abschnitte der Form erlaubt und so den Vernetzungsprozess des Silicons
positiv beeinflussen kann.
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Die
Zwischenteile 15 berühren
einander entlang der Umfangskante eines Schirms 7 des Außengehäuses 5.
Anders gesagt, wenn die obere Seite eines Schirms 7 durch
ein erstes Zwischenteil 15 gebildet wird, so wird die Unterseite
des gleichen Schirms 7 durch das nächstfolgende Zwischenteil 15 geformt. Eine
Naht, die beim Gießen
entlang der Übergangslinie
der beiden Zwischenteile 15 gebildet wird, fällt daher
mit dem Außenumfang
des Schirms 7 zusammen.
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In 3 ist
das entsprechende Gegenstück zu
der Formhälfte
aus 2 gezeigt. Für
das Ausbilden des Überspannungsableiters,
werden die in 2 und 3 gezeigten Formteile,
nach dem Einsetzen des Kerns, zusammengebracht und mittels einer
Schließvorrichtung
fest miteinander verbunden. Anschließend wird das Siliconelastomer
unter Druck eingespritzt und unter Wärmezufuhr vernetzt. Die einzelnen
Parameter dieses Vernetzungsprozesses, wie die optimale Temperatur,
der benötigte
Druck oder die Fließgeschwindigkeiten
hängen
vom gewählten
Kunststoffmaterial ab und sind dem Fachmann bekannt. Beispielsweise
kann eine Temperatur von 50 bis 300°, bevorzugt 80–150°C, und ein
Druck von 1 bis 20 bar gewählt
werden.
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Nach
dem Vernetzungsvorgang des Silicons wird die Form wieder in die
beiden in den 2 und 3 gezeigten
Hälften
getrennt und der Überspannungsableiter
entnommen. Da das Silicon auch im ausgehärteten Zustand noch relativ
elastisch ist, lösen
sich die Schirme problemlos aus den Hinterschneidungen, die durch
die Form gebildet werden.
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Wie
in 2 und 3 gezeigt ist, ist zumindest
in einer der beiden Formhälften
ein speziell für das
Anspritzen vorgesehenes Zwischenteil 23 vorgesehen. Zur
Vermeidung von sichtbaren Anspritzstellen im Silicongehäuse ist
es vorzuziehen, diese Anspritzstelle so zu legen, dass sie sich
auf der Unterseite eines Schirms 7 ausbildet.
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Mit
der modularen Form aus 2 und 3 ist es
möglich,
sehr flexibel die Länge
des Überspannungsableiters
einzustellen, ohne dass neue Formen hergestellt werden müssen. Hierzu reicht
es aus, einzelne Zwischenteile 15 aus der Form zu entnehmen
und diese entsprechend zu verkürzen
bzw. weitere Zwischenteile 15 einzusetzen. Die Form erlaubt
darüber
hinaus eine große
Flexibilität
hinsichtlich der genauen Formgebung der Anschlussblöcke, da
durch einfachen Austausch des Kopfteils 11 bzw. des Fußteils 13 leicht
auch unterschiedliche Durchmesser für diese Abschnitte des Überspannungsableiters
realisiert werden können.
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Ein
weiterer Vorteil des geschilderten Herstellungsverfahrens ist es,
dass unterschiedliche Schirmformen bzw. Schirmfolgen möglich sind,
insbesondere können
spezielle Schirme dort vorgesehen werden, wo Stabilisierungsscheiben 25 angeordnet
sind.
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Die
Erfindung ist grundsätzlich
nicht auf die Herstellung von Überspannungsableitern
mit Varistorblöcken
beschränkt.
Es ist ebenso möglich,
die Überspannungsableiter
mit einer Funkenstrecke mit dem erfindungsgemäßen Verfahren herzustellen.
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Ein
weiterer Vorteil der Erfindung besteht darin, dass die Zwischenteile 15 der
Form einfach und preiswert, beispielsweise an einer Dreh- oder Fräsmaschine
hergestellt werden können.
Im Zusammenbau sind dennoch Hinterschneidungen möglich, die ansonsten bei einstückigen Formen
nur schwer oder gar nicht zu verwirklichen sind.
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Weitere
vorteilhafte Ausgestaltungen ergeben sich für den Fachmann bei Nacharbeitung
der hier offenbarten Lehre in naheliegender Weise. So ist es beispielsweise
möglich,
anstelle einer runden Stabilisierungsscheibe eine polygonale Stabilisierungsscheibe
zu verwenden, wie sie etwa aus der
WO 94/14171 bekannt
ist. Auch der Einsatz einer mehrteiligen Stabilisierungsscheibe,
wie sie aus der
DE 101
04 393 C1 bekannt ist, ist im Zusammenhang mit der erfindungsgemäßen Lehre
möglich.
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Zur
weiteren Stabilisierung kann darüber
hinaus auch daran gedacht werden, die glasfaserverstärkten Kunststoffstäbe auch
gegenüber
einer Bewegung in Längsrichtung
an den Stabilisierungsscheiben zu befestigen. Dies kann beispielsweise durch
Crimpen erfolgen.