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Die
Erfindung betrifft spezielle synthetische, wasserlösliche
oder in Wasser dispergierte Polymere sowie ihre Verwendung als Klebstoff
oder Beschichtungsmittel.
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Wässrige
Klebstoffe zum Verkleben von Papier, Pappe, Kunststoff oder Holz
auf verschiedenen Substraten sind weit verbreitet. Als wichtige
Substrate sind harte, nicht saugende Glas- oder Kunststoffoberflächen,
z. B. als Flasche oder Dose, oder auch saugende Untergründe
wie Papp- oder Holzsubstrate bekannt. Bei nicht saugenden Substraten
sollen zum Zweck der Wiederverwertung der Behälter die Etiketten
wieder von dem Untergrund abzulösen sein.
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Aus
der
DE 33 23 851 sind
Klebstoffe bekannt auf Basis einer wässrigen Polymerdispersion, hergestellt
aus Vinylestern und weiteren ethylenisch ungesättigten
Verbindungen in Gegenwart von Stärkeethern als Schutzkolloid
mit speziellen Initiatorgemischen. Diese Dispersionen werden zur
Herstellung von redispergierbaren Kleisterpulvern verwendet. Eine
Verwendung speziell ausgesuchter Monomermischungen als ablösbarer
Etikettenklebstoff wird nicht beschrieben.
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In
der
WO 93/3111 werden
wasserhaltige Klebstoffe für die Etikettierung von Flaschen
beschrieben. Diese basieren auf einem Caseinderivat, einem Kolophonium-Harz,
ein- oder mehrwertigen Alkoholen sowie weiteren Hilfsstoffen. Die
Mitverwendung von Copolymeren aus hydrophoben und säuregruppentragenden
Monomeren wird nicht beschrieben.
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Die
EP-B 0 686 682 betrifft
einen Dispersionsklebstoff auf Polyvinylester-Basis, der als applizierter
Klebstoff eine erhöhte Wasserresistenz aufweist. Zu diesem
Zweck wird eine wässrige Polyvinylester-Dispersion eingesetzt,
die ein Copolymer aus Vinylestern, α,β-ungesättigten
Carbonsäuren, sowie weiteren α-Olefinderivaten
enthält zusammen mit einem Schutzkolloid, sowie einen Aldehydgruppen
freisetzenden Vernetzer. Diese Dispersion ist bei pH 2 bis 6 stabil.
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Die
EP-B 1 304 339 betrifft
einen Dispersionsklebstoff für Holzwerkstoffe auf Polyvinylester-Basis.
Die Polymerdispersion enthält ein Copolymeres auf Basis
von Vinylacetat, α,β-ungesättigten Carbonsäuren,
Acrylestern sowie polymersierbaren Monomeren, die zusätzlich
im Klebstoff vernetzbare funktionelle Gruppe enthalten. Als Dispergierkolloid wird
Polyvinylalkohol eingesetzt. Dieser Klebstoff wird als Holzklebstoff
eingesetzt, für eine Papierverklebung werden nur Polyvinylesterhomopolymere
erwähnt.
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Solche
Klebstoffe zeigen nach der Verklebung aufgrund der Gegenwart von
Emulgatoren und Schutzkolloiden der wässrigen Dispersion
häufig nur eine geringe Widerstandsfähigkeit gegenüber
Feuchtigkeit. Wenn die Klebkraft ausreichend ist, ist eine Wiederablösbarkeit
bei Verpackungsrecycling später nur schwer durchzuführen.
Dauerhaft vernetzende Klebstoffe haben deswegen eine schlechte Ablösbarkeit.
Säuren in den Klebstoffprodukten führen häufig zur
Korrosion bei den Applikationsmaschinen. Der Klebstoff muss für
seine Applikation einen hohen Festkörper aufweisen und
eine geeignete unter Verarbeitungsbedingungen möglichst
konstante Viskosität zeigen. Dazu soll die Abhängigkeit
der Viskosität vom pH und dabei die Löslichkeit
des Bindemittels verbessert werden.
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Aufgabe
der Erfindung ist es daher, eine wässrige Polymerdispersion
auf Basis radikalisch polymersierbaren Vinylestermonomeren zur Verfügung zu
stellen, die auch an hydrophoben Oberflächen hohe Klebkraft
entfaltet, ein stabiles Viskositätsverhalten bei der Applikation
zeigt, ggf. mit Wasser wiederbefeuchtbar oder wasserlöslich
ist, aber darüber hinaus eine geeignete Viskosität
für eine schnelllaufende Maschinenapplikation aufweist.
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Die
Aufgabe wird gelöst durch eine wässrige Polymerdispersion,
wobei die Polymerdispersion ein Copolymer enthält aus
- a) 80 bis 95 Gew.-% Estern des Vinylalkohols
mit C2 bis C6-Monocarbonsäuren,
- b) 1 bis 20 Gew.-% von α,β- ungesättigten
C3 bis C9- Carbonsäuren
oder vinylsubstituierten Phosphon- oder Sulfonsäuren,
- c) 0,01 bis 5 Gew.-% von mehrfach ungesättigten Monomeren,
- d) 0,0 bis 20 Gew.-% von unpolaren, copolymerisierbaren Monomeren,
- e) 0 bis 5 Gew.-% von copolymerisierbaren Monomeren, die polare
funktionelle Gruppen tragen,
wobei die Summe der Monomere
100% betragen soll und wobei das Verhältnis der Bestandteile
c:b von 1:10 bis 1:400 betragen soll.
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Gegenstand
der Erfindung ist weiterhin ein Verfahren zur Herstellung solcher
Polymerdispersionen. Ein weiterer Gegenstand der Erfindung ist außerdem
die Verwendung solcher Polymerdispersionen als Hauptbestandteil
eines wässrigen Klebstoffs. Ein weiterer Gegenstand der
Erfindung ist die Verwendung solcher Dispersionen als Beschichtungsmittel.
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Die
erfindungsgemäße Polymerdispersion ist eine wässrige
Dispersion. Unter Dispersion soll in diesem Zusammenhang auch eine
Emulsion, Suspension oder kolloidaler Lösung verstanden
werden. Es ist im Rahmen der Erfindung auch möglich, dass in
Abhängigkeit vom pH-Wert die Form der Dispersion (Öl-in-Wasser,
Wasser-in-Öl, Lösung) sich ändern kann.
Weiterhin können ggf. auch Pigmente oder Füllstoffe
in Teilchenform in einer erfindungsgemäßen Dispersion
enthalten sein.
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Aus
einer erfindungsgemäßen Polymerdispersion kann
ein wässriger Klebstoff hergestellt werden. Weiterhin können
die üblichen Additive und Zusatzstoffe in dem Klebstoff
enthalten sein. Diese können zusammen mit der Polymerdispersion
eingebracht werden, sie können jedoch auch nachträglich dem
Klebstoff beigemischt werden. Die Polymerdispersion soll nicht vernetzend
sein, d. h. keine Vernetzet enthalten oder dauerhaft selbstvernetzenden Gruppen
im Polymer aufweisen, die bei Herstellung, Lagerung oder Applikation
zum Vernetzen der Polymeren führen.
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Die
erfindungsgemäße Polymerdispersion wird nach an
sich bekannten Verfahren in wässriger Lösung durch
radikalische Polymerisation in Gegenwart mindestens eines Schutzkolloids
hergestellt.
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Als
Schutzkolloid zur Herstellung der Polymerdispersion können
anionische oder nicht-ionische Substanzen eingesetzt werden. Beispiele
dafür sind natürliche Polymere, wie Stärkeether
und/oder Celluloseether oder deren Derivate, z. B. modifiziert durch
Oxidation, Veresterung, Veretherung, sauren Abbau, insbesondere
Hydroxyalkyletherstärken, Hydroxyalkylcellulosen, Carboxyalkylcellulosen,
Carboxyalkyletherstärken; Dextrine oder Hydroxyalkyldextrine.
Diese können einzeln oder im Gemisch eingesetzt werden.
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Ebenfalls
geeignet sind Polyvinylpyrrolidon oder Polycarbonsäuren,
wie Poly(meth)acrylsäure, gegebenenfalls in Form von Copolymerisaten
mit gegebenenfalls OH-Gruppen tragenden Estern der (Meth)acrylsäure
oder Polyacrylamid und seine Derivate. Weiterhin kann auch Polyvinylalkohol
beispielsweise mit einem Hydrolysegrad zwischen 70 bis 90 Gew.-%.
als Schutzkolloid vorhanden sein.
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Die
Schutzkolloide sollen, ggf. auch nach Neutralisation, anionisch
oder neutral sein. Solche Produkte sind kommerziell erhältlich
und können vom Fachmann nach ihren Eigenschaften ausgewählt
werden. Sie sollen einer Menge von 0,2 bis 20 Gew.-% als Schutzkolloid
in der Dispersion während der Polymerisation enthalten
sein, bevorzugt zwischen 1 bis 10 Gew.-%. Erfindungsgemäß ist
es bevorzugt, den Gehalt gering zu halten. Wird jedoch die Polymerisation
in Gegenwart von Pigmenten durchgeführt, kann ein erhöhter
Anteil der Schutzkolloide zweckmäßig sein. Vorzugsweise
werden nichtionische Schutzkolloide, insbesondere Polyvinylalkohol, als
einzige Schutzkolloide eingesetzt.
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Die
erfindungsgemäße Polymerdispersion soll ein Copolymeres
auf Basis von durch radikalische Emulsions- oder Suspensionspolymerisation umgesetzten
Monomeren enthalten. Erfindungsgemäß sollen als
Monomere überwiegend Vinylester enthalten sein, Anteile
an polymerisierbaren Monomeren, die in anionische Gruppen überführbare
funktionelle Gruppen tragen, beispielsweise Carboxylgruppen, Anteile
an unpolaren copolymerisierbaren Monomeren, wie aromatische Mo nomere
oder ungesättigten Carbonsäureester, ggf. geringe
Anteile an polare Gruppen tragenden Monomeren und geringe Anteile
an polymerisierbaren Verbindungen mit mehr als einer Doppelbindung.
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Es
können verschiedene copolymerisierbare Monomere enthalten
sein, es sollen aber keine halogenierten Monomere verwendet werden
oder Monomere, die miteinander vernetzenden funktionellen Gruppen
aufweisen, die später bei Lagerung oder Applikation miteinander
vernetzen können.
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Das
Copolymere ist aus verschiedenen copolymerisierbaren Monomeren aufgebaut.
Als Komponente a) sind Ester aus Vinylalkohol und C2 bis C6-Monocarbonsäuren enthalten, beispielsweise
Vinylacetat oder Vinylhexanoat, insbesondere Vinylacetat, Vinylpropionat,
Vinyl-n-butyrat.
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Weiterhin
ist als Komponente b) mindestens ein polymerisierbares Monomeres
enthalten, das als weitere funktionelle Gruppe Säuregruppen
enthält. Es kann sich dabei anorganische Säuregruppen
handeln, wie Sulfonsäure-, Phosphorsäure- oder
Phosphonsäuregruppen, oder bevorzugt um Carbonsäurengruppen.
Beispiele dafür sind Vinylphenylsulfonsäure, Vinylsulfonsäure,
Vinylphosphorsäure oder Vinylphenylphosphonsäure.
Insbesondere sollen α,β-ungesättigte
C3 bis C9-Mono-
oder Dicarbonsäuren enthalten sein, insbesondere C3 bis C5. Besonders
bevorzugt handelt es sich dabei um Acrylsäure, Methacrylsäure,
Itaconsäure, Crotonsäure und/oder Maleinsäure,
Fumarsäure oder deren Halbester mit C1-
bis C4-Alkoholen. Es können auch
die entsprechenden Carbonsäureanhydride eingesetzt werden.
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Erfindungsgemäß sind
die Polymere durch Verzweigungsbausteine miteinander schwach vernetzt
oder besitzen einen verzweigten Aufbau. Diese mehrfachfunktionellen
Monomere sind als Komponente c) zu einem geringen Anteil enthalten.
Es kann sich dabei um di- oder polyfunktionelle Monomere handeln.
Beispiele für solche mehrfach ungesättigte Moleküle
sind Diallylphthalate, Diallylmaleinat, Triallylcyanurat, Tetraallyloxyethan,
Divinylbenzol, Allylacrylat, Allylmethacrylat, Vinylcrotonat, Butandiol-1,4-di(meth)acrylat,
Hexandiol-1,6-di(meth)acrylat, Triethylenglykoldi(meth)acrylat,
Divinyladipat oder Gemische davon. Diese können in Mengen von
0,01 bis 5 Gew.-% insbesondere von 0,05 bis 2 Gew.-% zusätzlich
zu den oben genannten Monomeren eingesetzt werden.
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Diese
polyfunktionellen Monomere führen zu einer Verzeigung bzw.
Vernetzung innerhalb der Polymerpartikel, die sich positiv auf das
Viskositätsverhalten bei der Neutralisation des Klebstoffes
auswirkt. Auf diese Weise lässt sich ein gezielter und steuerbarer
Viskositätsanstieg erzielen, der durch unter anderem durch
eine stärkere Löslichkeit bzw. Quellbarkeit des
Polymers beeinflusst wird.
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Weiterhin
kann das erfindungsgemäß geeignete Copolymere
als Komponente d) mindestens eine Art von unpolaren Monomeren enthalten,
d. h. diese sollen keine polaren Gruppen aufweisen. Beispiele dafür
sind Ester aus α,β-ethylenisch ungesättigten
C2 bis C5-Mono-
oder Dicarbonsäuren mit C1 bis
C12-linearen oder verzweigten Alkanolen,
wie beispielsweise Acrylsäure- und Methacrylsäuremethyl-, -ethyl-,
-n-butyl-, -iso-butyl und -2-ethylhexylester, Crotonsäuremethyl-,
ethyl-, propylester, Maleinsäure- und Fumarsäuredimethyl
oder -di-n-butylester. Bevorzugt sind Ester der (Meth)Acrylsäure
mit C6 bis C12 Alkoholen.
Weiterhin können als unpolare Monomere Vinylester langkettiger
linearer oder verzweigter Monocarbonsäuren enthalten sein.
Beispiele dafür sind Vinylester von C7 bis
C18-Monocarbonsäuren, wie Stearinsäure,
Laurinsäure oder Versaticsäure.
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Es
können auch zusätzlich geringe Anteile an funktionalisierten
Estern vorhanden sein, solange dabei die funktionellen Gruppen nicht
miteinander reagieren. Es handelt sich dabei um polare Gruppen. Beispiele
dafür sind Amino-, Hydroxyl-, N-Methylolgruppen in dem
Alkoholsubstituenten, beispielsweise Hydroxyethyl(meth)acrylat,
Hydroxypropyl(meth)acrylat, Hydroxybutyl(meth)acrylat, (Meth)acrylamid,
Hydroxyethylacrylamid Allylcarbamat, N-Methylol(meth)acrylamid,
N-Methylolallylcarbamat sowie die N-Methylolester, Acrylamidomethoxyssigsäuremethylester,
N-Dimethylaminopropylmethacrylamid, N-Methyl(meth)acrylamid, N-Butyl(meth)acrylamid,
N-Cyclohexyl(meth)acrylamid, Acrylnitril und dergleichen. Die Menge
soll jedoch unter 10, insbesondere unter 5 Gew.-%, betragen.
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Die
genannten Vinylester a) können jeweils einzeln oder als
Gemische aus zwei oder mehr der genannten Vinylester eingesetzt
werden. Der Anteil solcher Vinyl ester im gesamten Polymeren beträgt
im Rahmen einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung
zwischen 80 bis 95 Gew.-%.
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Von
den säuregruppentragenden Monomeren werden zwischen 1 bis
zu 20 Gew.-% eingesetzt, insbesondere zwischen 5 Gew.-% bis 15 Gew.-%. Werden
nicht ausreichende Mengen in anionische Gruppen überführbare
Monomere eingesetzt, ist eine spätere Wiederlösbarkeit
verringert.
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Die
Menge der hydrophoben, unpolaren Monomere der Erfindung ist so gewählt,
dass bis zu 15 Gew.-% hydrophobe Monomere, insbesondere zwischen
1,0 Gew.-% bis 10 Gew.-% eingesetzt werden. Werden keine hydrophoben
Monomere eingesetzt, wird die Haftung zu den unpolaren Substraten schlechter.
Die Monomere können statistisch über die Molekülkette
verteilt vorliegen oder sie bilden Blöcke.
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Erfindungsgemäß ist
es notwendig, dass das Verhältnis der di- oder polyungesättigten
Monomere (c) zu dem Verhältnis der Säuregruppen
aufweisenden ungesättigten Monomeren (b) von 1:10 bis 1:400 betragen
soll. Insbesondere soll das Verhältnis von 1:30 bis 1:300
betragen. Ist die Menge der poly-ungesättigten Monomere
zu groß, wird keine lagerstabile Polymerdispersion erhalten.
Weiterhin sind die Viskositätseigenschaften nicht ausreichend,
die Viskosität ist im allgemeinen zu niedrig. Ist die Menge
der poly-ungesättigten Monomeren zu gering, ist das Viskositätsverhalten
im erforderlichen pH-Bereich ungeeignet. Es sollen bezogen auf die
polymerisierbaren Monomere 0,05 bis 1,5 Mol-% von bevorzugt difunktionellen
Monomeren eingesetzt werden. Auch die Menge der in ionische Gruppen überführbaren
Gruppen, insbesondere der Carboxylgruppen, beeinflusst die Viskosität.
Ist die Menge der Säuregruppen zu gering, ist das Polymer
nicht in wässrigen Lösung zu überführen.
Ist die Menge der Carbonsäure zu hoch, ist der pH-Wert
bei geeigneter Viskosität zu niedrig.
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Durch
den Zusatz dieser Monomere ist es möglich, die rheologischen
Eigenschaften des neutralisierten Klebstoffs zu beeinflussen. Insbesonders das
Scherverhalten kann auf diese Weise für die Anwendung verbessert
werden.
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Die
Herstellung der erfindungsgemäß eingesetzten Polymerdispersionen
kann durch Emulsions- oder Suspensionscopolymerisation erfolgen
in an sich bekannter Weise. Geeignete Verfahren zur Emulsionspolymerisation
werden beispielsweise in "Comprehensive Polymer Chemistry", 4, 171–218 beschrieben.
Dabei wird beispielsweise zunächst eine wässrige
Lösung mindestens einem Tensids/Emulgators hergestellt.
Zu dieser Lösung werden dann ein oder mehrere Schutzkolloide
wie Stärkeether und/oder Celluloseether oder deren Derivate zugefügt.
Diese Lösung oder Dispersion wird dann homogenisiert, das
kann ggf. auch durch Erwärmung unterstützt werden.
Das Monomerengemisch wird anteilig zugegeben und homogenisiert,
dann wird durch Zugabe von üblichen Initiatorkomponenten
die Polymerisation ausgelöst, ggf. Monomere nachdosiert
und die Reaktion bei erhöhten Temperaturen abgeschlossen.
Gegebenenfalls können noch weiter Additive zugesetzt werden,
beispielsweise Antischaummittel, Neutralisationsmittel, Stabilisatoren.
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Als
Polymerisationsinitiatoren können die bekannten wasserlöslichen
oder öllöslichen Polymerisationsinitiatoren verwendet
werden. Besonders geeignet sind Peroxidverbindungen, wie tert.-Butylhydroperoxid,
NH4-, Na- oder K-peroxodisulfat, Peroxodischwefelsäure,
Cumolhydroperoxid oder Benzoylperoxid; Azoverbindungen, wie Diazoisobuttersäuredinitril,
Azobis(amidinopropyl)-dihydrochlorid; oder Redoxinitiatoren, wie
Peroxysulfate/Metabisulfate, Peroxysulfate/Thiosulfate oder Peroxide/Thiosulfate. Die
Menge an eingesetztem Polymerisationsinitiator liegt im Rahmen der
vorliegenden Erfindung in der Regel bei etwa 0,01 bis etwa 2,0 Gew.-%,
insbesondere zwischen 0,1 bis 1,5 Gew.-%. Um eine vollständige
Reaktion zu erhalten und den Gehalt an Restmonomeren zu vermindern,
kann in einer Ausführungsform nach dem Ende der Reaktion
zusätzlich ein ggf. auch unterschiedlicher Initiator zugesetzt werden
und durch erhöhte Temperatur noch eine Nachreaktion durchgeführt
werden.
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Die
Feststoffkonzentration der Polymerdispersion kann bei der Herstellung
in weitem Bereich schwanken und beispielsweise 25 bis 75 Gew.-%, insbesondere
45 bis 65 Gew.-%, betragen. Besonders geeignet ist ein Feststoffgehalt
im Bereich von 50 bis 60 Gew.-%. Bevorzugt sollen diese Dispersionen
frei von organischen Lösemitteln sein, d. h. es sollen
nur Mengen unterhalb 0,5% enthalten sein.
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Die
erfindungsgemäße Polymerdispersion soll einen
pH-Wert zwischen 5,5 bis 9,0 aufweisen. Dabei kann, wenn der pH-Wert
durch Zugabe von Neutralisationsmitteln eingestellt wird, ggf. eine
Veränderung der vorliegenden Form des Polymeren geschehen,
beispielsweise kann das Polymere von der Dispersionsform in eine
gelöste Form übergeht. Die Viskosität
der Polymerdispersion soll bei einer Temperatur von 20 bis 40°C
zwischen 30 000 bis 100 000 mPas betragen, insbesondere von 40 000
bis 70 000 mPas (Brookfield RVT, Spindel 27, DIN ISO 2555). Diese
Dispersionen sind stabil und lagerfähig.
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Zu
der Polymerdispersion können nach dem Abkühlen
oder in der Wärme weitere Zusatzstoffe zugefügt
werden. In einer weiteren Ausführungsform wird aus dieser
Polymerdispersion ein erfindungsgemäßer Klebstoff
in Dispersionsform hergestellt. Auch bei der Herstellung des Klebstoffs
können weitere Zusatzstoffe zugefügt werden. Der
erfindungsgemäße wässrige Klebstoff soll
zwischen 40 bis 80 Gew.-% der erfindungsgemäßen
Polymerdispersion enthalten.
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In
einer Ausführungsform der Erfindung enthält der
Klebstoff bis zu etwa 40 Gew.-%, bezogen auf die gesamte Klebstoffdispersion,
an Additiven oder Zusatzstoffen. Zu den Additiven oder Zusatzstoffen
zählen beispielsweise Benetzungsmittel, Entschäumer,
Stabilisatoren, Antioxidantien, Photostabilisatoren, Biozide, pH-Regler,
Farbstoffe und dergleichen. In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform
können auch Pigmente/Füllstoffe enthalten sein.
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Der
erfindungsgemäße Klebstoff kann mindestens einen
grenzflächenaktiven Stoff enthalten. Darunter werden Stoffe
verstanden, die die Grenzflächenspannung zu Wasser herabsetzen,
wie Entschäumer, Tenside, Benetzungsmittel. Diese können zusätzlich
zu den oben genannten Schutzkolloiden enthalten sein. Solche Stoffe
enthalten in der Regel hydrophile und hydrophobe Gruppen. Ein Teil
der grenzflächenaktiven Stoffe kann vor der Polymerisation
zugesetzt werden oder sie werden erst in die Klebstoffdispersion
eingearbeitet. Diese dienen zur Vermeidung von Schaum, zur Verbesserung
der Benetzung, sowie zur Stabilisierung der allein nicht wasserlöslichen
Anteile an Monomeren, Polymeren oder Additiven, ggf. auch von Pigmenten
oder Füllstoffen. Es können anionische, nichtionische,
ampholytische Tenside oder deren Gemische enthalten sein.
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Beispiele
für geeignete anionische Tenside sind Alkylsulfate, Alkyl-,
Alkylarylether sulfate, wie Alkylphenolether-Sulfate; Sulfonate,
insbesondere Fettalkoholsulfonate, Alkylsulfonate, Alkylarylsulfonate;
Ester und Halbester der Sulfobernsteinsäure, die gegebenenfalls
ethoxyliert sein können; Alkali- und Ammoniumsalze von
Carbonsäuren, beispielsweise von Fettsäuren; Phosphorsäurepartialester und
deren Alkali- und Ammoniumsalze.
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Beispiele
für ampholytische Tenside sind langkettig substituierte
Aminosäuren wie N-Alkyl-di(aminoethyl)glycin oder N-Alkyl-2-aminopropionsäuresalze,
Betaine, wie N-(3-acylamidopropyl)-N,N-dimethylammoniumsalze oder
Alkylimidazoliumbetaine.
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Beispiele
für nichtionische Tenside sind Alkyl-, Alkylaryl-, Fettalkoholpolyglykolether;
Ethylenoxid/Propylenoxid (EO/PO)-Blockcopolymere, -Fettalkohole,
und- Alkylphenol-Addukte, vorzugsweise solche mit etwa 8 bis etwa
50 EO/PO-Einheiten; Additionsprodukte von Alkylaminen, Fett- und
Harzsäuren, Alkylpolyglykoside mit linearen oder verzweigten,
gesättigten oder ungesättigten Alkylresten mit
8 bis etwa 24 C-Atomen und einem Oligoglykosidrest; Naturstoffe
und deren Derivate wie Lecithin, Lanolin oder Sarkosin; polare Gruppen
enthaltende lineare Organo(poly)siloxane, insbesondere solche mit
Alkoxygruppen mit bis zu 10 C-Atomen und bis zu etwa 30 EO- oder
PO-Gruppen.
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In
einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung enthält
die Klebstoffdispersion mindestens ein anionisches oder ein nichtionisches
Tensid. Die erfindungsgemäße Klebstoffdispersion
kann solche grenzenflächenaktive Substanzen enthalten in
einer Menge von 0,1 bis zu etwa 5,0 Gew.-%, beispielsweise von 0,2
bis 2,5 Gew.-%, bezogen auf die gesamte Klebstoffdispersion.
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Als
Konservierungsmittel kann man vorteilhaft Benzoate, Fluoride wie
Natriumfluorid, amidische Substanzen und Hydroxybenzoesäureester
in Mengen von 0,2 bis 1 Gew.-% zufügen. Als weitere Zusatzstoffe
kann die erfindungsgemäße Kleb stoffdispersion
bis zu 2 Gew.-%, vorzugsweise 0,1 bis 1 Gew.-% an UV-Stabilisatoren
enthalten. Als UV-Stabilisatoren besonders geeignet sind die sogenannten HALS-Verbindungen.
Viskositätsregelnde Stoffe, wie Polyacrylsäuren,
Harnstoff, Thioharnstoff und/oder Dicyandiamid sollen bevorzugt
nicht in dem erfindungsgemäßen Klebstoff vorhanden
sein.
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Die
erfindungsgemäßen Klebstoffe können auch
andere in Etikettierklebstoffen gängige Zusatzstoffe enthalten.
So können beispielsweise zur Verstärkung der Naßklebekraft
Polysaccharide wie native Stärken, abgebaute Stärken,
chemisch modifizierte Stärken, Dextrine, wobei das Molekulargewicht
höher liegt als von chemisch ähnlichen, als Schutzkolloid
vorhandenen Bestandteilen.
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Beispielsweise
kann die erfindungsgemäße Klebstoffdispersion
noch Anteile von Weichmachern oder Klebrigharzen enthalten. Als
Weichmacher geeignet sind beispielsweise Ester wie Abietinsäureester,
Adipinsäureester, Azelainsäureester, Ester OH-Gruppen
tragender oder epoxidierter Fettsäuren, Glykolsäureester,
Phosphorsäureester, Phthalsäureester, Sebacinsäureester,
Sulfonsäureester, Trimellithsäureester, Zitronensäureester,
sowie Gemische davon. Als Klebrigharz geeignet sind beispielsweise
Kohlenwasserstoffharze, wie Terpenharze, Cumaron-/Inden-Harze; aliphatische
petrochemische Harze; Kohlenwasserstoffharze auf Basis ungesättigter
CH-Verbindungen oder modifizierte Phenolharze oder Kolophoniumharze
und -derivate. Die Mengen bezogen auf den gesamten Klebstoff sollen unterhalb
10 Gew.-% betragen.
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In
einer Ausführungsform können auch Pigmente oder/und
Füllstoffe in dem erfindungsgemäßen Klebstoff
enthalten sein. Diese können der Klebstoffdispersion nachträglich
zugemischt werden, oder bevorzugt findet die Polymerisation in Gegenwart
der Füllstoffe statt. Geeignet sind insbesondere organischen
oder anorganischen Füllstoffe, die eine Partikelgröße
von etwa 0,05 bis etwa 10 μm, beispielsweise 0,1 bis 5 μm,
oder 0,2 bis 4 μm. Unter Füllstoffen sind auch
Pigmente zu verstehen, solange diese in der Wasserphase nicht löslich
sind.
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Als
Pigmente/Füllstoff eignen sich im Rahmen der vorliegenden
Erfindung beispielsweise anorganische Stoffe, unter den Lagerbedingungen
inert sind. Beispie le für geeignete anorganische Materialien
sind Schichtsilikate wie Aluminiumsilikate, Natriumaluminium- oder
Calciumsilikate, Siliciumdioxid, Mineralien wie Kieselerde, Quarzmehl,
Kieselgel, Bariumsulfat, Metalloxide, wie Zinkoxid, Titandioxid,
Zeolithe, Kalifeldspat, Biotit, schwer löslichen Sulfate, wie
Gips, Anhydrit oder Schwerspat, sowie Calciummineralien wie Talkum
oder Kreide. Die genannten anorganischen Materialien können
im Rahmen der vorliegenden Erfindung einzeln, d. h. als einzige
Art von Füllstoffpartikeln eingesetzt werden. Es ist jedoch
ebenso gut möglich, ein Gemisch aus zwei oder mehr der
genannten Füllstoffpartikel einzusetzen.
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Die
Menge der Füllstoffe in der erfindungsgemäßen
Klebstoffdispersion soll 0 bis 90 Gew.-% betragen, bevorzugt 10
bis 70 Gew.-% bezogen auf den Polymeranteil. Dabei kann der Füllstoff
ggf. auch bei der Herstellung der Polydispersion schon zugegen sein.
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Die
erfindungsgemäßen Klebstoffe werden durch Mischen
der Komponenten in an sich bekannter Weise hergestellt. Dabei ist
es zweckmäßig zunächst eine Polymerdispersion
herzustellen. Durch Neutralisation der anionischen Gruppen kann
dann Viskosität und Lösungverhalten der Dispersion
eingestellt werden. Die erfindungsgemäß eingesetzten Polymeren
zeigen eine Abhängigkeit der Löslichkeit vom pH-Wert,
d. h. dass bei pH-Werten im sauren Bereich, bei denen die Säuregruppe
nicht oder nur zu einem sehr geringen Anteil als Ionen vorliegen,
ist das Copolymer kaum oder nicht löslich. Erst durch Neutralisation
mindestens eines Teils der Säuregruppen werden die Substanzen
so hydrophil, dass sie in Lösung gehen. Das kann auch schon
im neutralen pH-Bereich oder auch im schwach sauren Bereich, beispielsweise
pH 6, stattfinden.
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Dabei
kann die Neutralisation teilweise mit einer nichtflüchtigen
Base, etwa einem Alkalimetallhydroxid oder einem nichtflüchtigen
Amin, zum Beispiel Triethanolamin stattfinden. Bevorzugt soll jedoch
das Neutralisationsmittel zu mindestens 75% aus einer flüchtigen
Base bestehen, zum Beispiel Ammoniak oder einem flüchtigen
Amin insbesondere über 95%. Das ist insbesondere dann zweckmäßig, wenn
die verklebte Fläche nach Lagerung eine verbesserte Wasserfestigkeit
aufweisen soll.
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Die
wäßrigen Klebstoffdispersionen weisen bevorzugt
einen pH im Bereich 5,5 bis 9,5 insbesondere 6,0 bis 9,0 auf. Die
Viskosität des fertigen Klebstoffs liegt üblicherweise
im Bereich von 10 000 bis 200 000 mPas, insbesondere im Bereich
von etwa 20 000 bis 100 000 mPas bei 25°C.
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Da
solche Klebstoffe bei der Applikation häufig in schnelllaufenden
Maschinen aufgetragen werden, ist es zweckmäßig,
wenn die Klebstoffe ein nicht newtonisches Verhalten der Viskosität
aufweisen. Sie sollen strukturviskos sein. Die erfindungsgemäß geeigneten
Klebstoffdispersionen sind stabil gegen Scherbelastungen. Auch bei
längerem Umpumpen während der Applikation ändert
sich die Viskosität nur gering. Auch das strukturviskose
Verhalten bleibt erhalten.
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Das
erfindungsgemäß zweckmäßige
Viskosität ist auch von dem pH-Wert der entsprechenden Klebstoffdispersionen
abhängig. Wird der pH-Wert zu alkalisch gewählt,
wird die entsprechende geeignete Viskosität nicht mehr
erzielt. Solche Dispersionen sind für einen Verwendung
als Etikettierklebstoff nicht geeignet. Bei den Klebstoffdispersionen
ist es erfindungsgemäß deswegen besonders vorteilhaft,
wenn die Viskosität reversibel in Abhängigkeit
von dem pH-Wert der Klebstoffdispersion zu beeinflussen ist.
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Die
erfindungsgemäßen Klebstoffdispersionen eignen
sich zum Verkleben von gleichen oder unterschiedlichen Substraten.
Es können Substrate mit glatter Oberfläche als
auch Substrate mit rauhen oder porösen Oberflächen
beschichtet bzw. verklebt werden, beispielsweise saugende Substrate,
wie Papier oder Pappe, es können aber insbesondere nicht saugende
Substrate verklebt werden. Bevorzugt soll ein Substrat aus einem
wasserdurchlässigen Material bestehen. Als flexible Substrate
sind beispielsweise Etiketten, insbesondere Papier-Etiketten geeignet.
Als feste Substrate bzw. als Formkörper sind insbesondere
Glas- oder Kunststoffoberflächen geeignet. Mit dem erfindungsgemäßen
wässrigen Klebstoff können beispielsweise auf
PU-beschichtetem Glas, Polystyrol, Polycarbonat, Polyvinylchlorid,
Polyethylenterephthalat gute Verklebungen erreicht werden. Aber
auch für andere Kunststoffe ist der erfindungsgemäße
Klebstoff geeignet, z. B. für Polyethylen oder Polypropylen.
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Gegenstand
der vorliegenden Erfindung ist daher auch die Verwendung der erfindungsgemäßen Polymerdispersionen
in Etikettierklebstoffen. Dabei wird auf das zu verklebende flache
Substrat, z. B. ein Etikett, der erfindungsgemäße
Klebstoff aufgetragen. Die Verklebung zeigt schnell eine gute Haftung.
Bei weniger porösen oder hydrophilen Substraten, z. B. Kunststoffetiketten,
dauert der Trockenprozess länger. Dieser kann ggf. durch
erhöhte Temperatur unterstützt werden. Nach der
Trocknung ist die Klebeverbindung wasserfest, d. h. bei üblicher
Nässe der Umgebung, z. B. bei hoher Luftfeuchtigkeit, Tau,
Regen, wird das Etikett nicht vom Untergrund abgelöst.
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Bei
der Applikation der Klebstoffdispersion auf die Substrate ist es üblich,
diese durch schnelllaufende Walzen durchzuführen. Dabei
wird die Klebstoffdispersion in einen Vorratsbehälter gebracht
und von dort mit bekannten Auftragswalzen, Abstreifeinrichtungen
usw. auf die Druckwalze aufgebracht, die den Klebstoff auf das zu
beschichtende Substrat überträgt. Um eine homogene
Zusammensetzung sicherzustellen, wird die Klebstoffmischung mit
den überschüssigen abgestreiften Anteilen von
den Walzen gemischt und umgepumpt. Für das Erzeugen einer
geeigneten Auftragsschicht ist eine strukturviskose Flüssigkeit
mit einer erfindungsgemäß eingestellten Viskosität
bei der Applikationstemperatur besonders vorteilhaft. Dabei zeigt
die erfindungsgemäße Klebstoffdispersion eine
hervorragende Stabilität beim Umpumpen. Die Viskosität
und das strukturviskose Verhalten bleiben auch für einen
längeren Zeitraum erhalten.
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Wird
bei zu recyclisierenden Gegenständen zu einem späteren
Zeitpunkt der Gegenstand wieder einer alkalischen Wäsche,
z. B. bei pH-Werten > 9, unterzogen,
insbesondere auch in der Wärme bei 40 bis 80°C,
kann der Klebstoff mit dem Etikett wieder gelöst und so
von dem Substrat getrennt werden.
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Gemäß einer
weiteren Ausführungsform der Erfindung können
aus den erfindungsgemäßen Polymerdispersionen
wiederbefeuchtbare Klebstoffe hergestellt werden. Dabei wird aus
der Polymerdispersion unter Zusatz von geeigneten Additiven ein
Klebstoff erzeugt. Dieser Klebstoff kann in dünner Schicht auf
ein flächiges Substrat, beispielsweise ein Papiersubstrat,
aufgetragen werden. Nach dem Trocknen wird eine nicht-klebende,
nicht-verblockende Klebstoffschicht erhalten. Bei Wiederbefeuchtung
der Klebstoffschicht entwickelt diese wieder eine Klebkraft und
kann so mit anderen Substratoberflächen verklebt werden.
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Eine
weitere Ausführungsform der vorliegenden Erfindung setzt
die erfindungsgemäßen Polymerdispersion zur Herstellung
von abwaschbaren Beschichtungen ein. Dabei können der Polymerdispersion
weitere Hilfsstoffe, beispielsweise Farbstoffe oder UV-Stabilisatoren
beigefügt werden. Nach Einstellen einer geeigneten Viskosität
kann das Beschichtungsmittel auf eine Oberfläche aufgetragen werden.
Dabei kann das Wasser der Dispersion verdampfen, danach wird eine
Beschichtung erhalten. Diese Beschichtung ist beispielsweise durch
abwaschen mit Wasser oder leicht alkalischen wässrigen Lösungen
wieder auflösbar. Sie kann deswegen beispielsweise als
Transportbeschichtung für Gegenstände eingesetzt
werden.
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Die
erfindungsgemäße Dispersion zeigt eine gute Haftung
auf den verschiedenen glatten Klebstoffsubstraten und ist durch
alkalische Waschlösungen auch wieder gut von dem Substrat
zu entfernen. Unter Verarbeitungsbedingungen ist die Klebstoffdispersion
stabil und behält das erforderliche strukturviskose Verhalten
auch nach längerem Umpumpen im Applikationsgerät
bei.
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Die
Erfindung wird nachfolgend durch Beispiele näher erläutert.
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Beispiele:
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Beispiel 1 (Vergleich):
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In
einem schnell laufenden Rührer wird eine Pre-Emulsion (A)
hergestellt aus:
240 g destilliertes Wasser
26 g Polyvinylalkohol
(Mowiol 4-88)
4 g Na2S2O5
62 g eines Emulgators (4:1 Disponil
FES 77/Disponil A 3065)
510 g Vinylacetat
57 g Crotonsäure
5
g TBHP (tert. Butylhydroperoxid)
50 g destilliertes Wasser
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Es
wird eine Initiatorlösung (B) hergestellt aus 100 g Wasser
und 6 g K2S2O8
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Es
wird eine Initiatorlösung (C) hergestellt aus 10 g dest.
Wasser und 3 g TBHP.
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In
einem Reaktor werden 440 destilliertes Wasser, 2,5 g NaHCO3 und 3,0 g K2S2O8 gemischt.
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In
den Reaktor werden 100 g Pre-Emulsion (A) zugemischt und unter Rühren
bei 90°C die restliche Menge der Pro-Emulsion und die Initiatorlösung (B)
innerhalb von 5 Stunden nachdosiert.
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Nach
einer weiteren Stunde wird zu der Emulsion eine Mischung (C) langsam
zugegeben und 1 Std bei ca. 90°C gerührt.
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Danach
werden 10 g destilliertes Wasser zusammen mit 1 g Ascorbinsäure
zudosiert und eine Stunde gerührt.
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Nach
dem Abkühlen wird der Ansatz filtriert.
Festkörper
36,5%
-
Zu
der Lösung werden 1275 g einer wässrigen Natronlauge
(19 gNaOH) zugegeben und homogenisiert. Die Dispersion hat einen
Festkörper von 29,3% sowie einen pH-Wert von 6,3.
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Beispiel 2:
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Es
wird durch einen schnell laufenden Rührer eine Pre-Emulsion
(A) hergestellt aus:
240 g destilliertes Wasser
26 g Polyvinylalkohol
4
g Na2S2O5
62 g eines Emulgators (Disponiel FES
77)
492 g Vinylacetat
30 g TPGDA (difunktionelles Monomer)
57
g Crotonsäure
5 g TBHP (tert. Butylhydroperoxid)
50
g destilliertes Wasser
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In
einem Reaktor werden 440 destilliertes Wasser, 2,5 g NaHCO3 und 3,0 g K2S2O8 gemischt.
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In
den Reaktorwerden 100 g Pre-Emulsion (2A) zugemischt und unter Rühren
ein 90°C die restliche Menge der Pre-Emulsion zusammen
mit der Initiatorlösung (1B) innerhalb von 5 Stunden nachdosiert.
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Nach
einer weiteren Stunde wird zu der Emulsion Lösung (1C)
bei ca. 90°C langsam zudosiert und eine Stunde gerührt.
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Danach
werden 10 g destilliertes Wasser zusammen mit 1 g Ascorbinsäure
zudosiert und eine Stunde gerührt.
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Nach
dem Abkühlen wird der Ansatz filtriert.
Festkörper
33,5%
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Zu
der Lösung werden 1275 g einer wässrigen Natronlauge
(19 g NaOH) zugegeben und homogenisiert. Die Dispersion hat einen
Festkörper von 33,5% sowie einen pH-Wert von 6,4.
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Beispiel 3:
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Es
wird eine Pre-Emulsion (A) hergestellt aus:
240 g destilliertes
Wasser
26 g eines Polyvinylalkohols
4 g Na2S2O5
62 g eines
Emulgators (Disponiel FES 77/Disponil A 3065)
500 g Vinylacetat
15
g TPGDA (difunktionelles Monomer)
57 g Crotonsäure
5
g TBHP
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In
einem Reaktor werden 430 destilliertes Wasser, 2,5 g NaHCO3 und 6,0 g K2S2O8 gemischt.
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In
den Reaktor werden 100 g Pre-Emulsion (3A) zugefügt und
unter Rühren ein 90°C die restliche Menge der
Pre-Emulsion und die Initatorlösung (1B) innerhalb von
4 Stunden nachdosiert.
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Nach
einer weiteren Stunde wird zu der Emulsion Mischung (1C) bei ca.
90°C langsam zudosiert und eine Stunde gerührt.
-
Danach
werden 10 g destilliertes Wasser zusammen mit 1 g Ascorbinsäure
zudosiert und eine Stunde gerührt.
-
Nach
dem Abkühlen wird der Ansatz filtriert.
Festkörper
33,5%
-
Zu
der Lösung werden 1275 g einer wässrigen Natronlauge
(19 g NaOH) zugegeben und homogenisiert. Die Dispersion hat einen
Festkörper von 29,3% sowie einen pH-Wert von 6,3.
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Anwendungsversuche:
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- Versuch 4: Zu 250 g einer Dispersion nach Versuch 2 werden
5 g einer wasserlöslichen Stärke, (Merigel 100)
zugemischt.
Es wird ein Buchenholzprüfkörper
mit der Lösung mit ca. 0,5 mm Schichtdicke beschichtet.
Danach wird unmittelbar ein zweiter Prüfkörper
aufgebracht und für eine Stunde verpresst. Es entsteht
eine feste Verklebung.
- Versuch 5: Zu 250 g einer Dispersion nach Versuch 2 werden 20
g eines wasserlöslichen Polyvinylalkohols (EV 0498) gegeben
und vermischt.
Es wird auf eine Metallplatte eine Beschichtung
mit einem Rakel aufgetragen und 24 std. getrocknet (Schichtdicke
ca. 400 μm). Nach weiteren 2 Tagen kann die Beschichtung
mit Wasser unter leichtem Reiben wieder abgewaschen werden. Die
Beschichtung löst sich auf.
- Versuch 6: Zu 250 g einer Dispersion nach Versuch 3 werden 5
g einer wasserlöslichen Stärke, zugemischt.
Es
wird ein Papieretikett mit ca. 200 μm beschichtet und unmittelbar
danach auf eine Glasflasche aufgeklebt. Nach Trocknung wird ein
fest verklebtes Etikett erhalten. Durch abwaschen mit 1,5% NaOH
bei einer Temperatur von 75°C kann das Etikett von dem
Substrat wieder abgelöst werden.
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ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
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Zitierte Patentliteratur
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- - DE 3323851 [0003]
- - WO 93/3111 [0004]
- - EP 0686682 B [0005]
- - EP 1304339 B [0006]
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Zitierte Nicht-Patentliteratur
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