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DE102007047337A1 - Verfahren und System zum Verarbeiten von Sensorsignalen eines Kraftfahrzeugs - Google Patents

Verfahren und System zum Verarbeiten von Sensorsignalen eines Kraftfahrzeugs Download PDF

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DE102007047337A1
DE102007047337A1 DE102007047337A DE102007047337A DE102007047337A1 DE 102007047337 A1 DE102007047337 A1 DE 102007047337A1 DE 102007047337 A DE102007047337 A DE 102007047337A DE 102007047337 A DE102007047337 A DE 102007047337A DE 102007047337 A1 DE102007047337 A1 DE 102007047337A1
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DE
Germany
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motor vehicle
detected
sensor
signal
representative
Prior art date
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Withdrawn
Application number
DE102007047337A
Other languages
English (en)
Inventor
Holger Dr. Faisst
Matthias Dr. Kretschmann
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
VDO Automotive AG
Original Assignee
VDO Automotive AG
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by VDO Automotive AG filed Critical VDO Automotive AG
Priority to DE102007047337A priority Critical patent/DE102007047337A1/de
Publication of DE102007047337A1 publication Critical patent/DE102007047337A1/de
Withdrawn legal-status Critical Current

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    • B60VEHICLES IN GENERAL
    • B60RVEHICLES, VEHICLE FITTINGS, OR VEHICLE PARTS, NOT OTHERWISE PROVIDED FOR
    • B60R21/00Arrangements or fittings on vehicles for protecting or preventing injuries to occupants or pedestrians in case of accidents or other traffic risks
    • B60R21/01Electrical circuits for triggering passive safety arrangements, e.g. airbags, safety belt tighteners, in case of vehicle accidents or impending vehicle accidents
    • B60R21/013Electrical circuits for triggering passive safety arrangements, e.g. airbags, safety belt tighteners, in case of vehicle accidents or impending vehicle accidents including means for detecting collisions, impending collisions or roll-over
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    • BPERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
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    • B60R2021/01327Angular velocity or angular acceleration

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  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Mechanical Engineering (AREA)
  • Electric Propulsion And Braking For Vehicles (AREA)

Abstract

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Verarbeiten von Sensorsignalen eines Kraftfahrzeugs. Es wird mindestens ein Sensorsignal erfasst, das repräsentativ für eine Querbeschleunigung (a_y) des Kraftfahrzeugs ist. Ferner wird mindestens ein Sensorsignal erfasst, das repräsentativ für eine Längsgeschwindigkeit (v_x) des Kraftfahrzeugs ist. Des Weiteren wird mindestens ein Sensorsignal erfasst, das repräsentativ für eine Gierrate (w_z) oder einen Lenkwinkel des Kraftfahrzeugs ist. Die erfassten Sensorsignale werden einer gemeinsamen Recheneinheit (20) zugeführt. Die durch die gemeinsame Recheneinheit (20) erfassten Sensorsignale werden verarbeitet und dadurch wird ein abgeleitetes, von den erfassten Sensorsignalen abhängiges Signal ermittelt, das repräsentativ für eine Quergeschwindigkeit (v_y) des Kraftfahrzeugs ist. Das die Querbeschleunigung (a_x) repräsentierende Signal wird einem Zustandsbeobachter, z.B. einem Kalman-Filter, zur Ermittlung des abgeleiteten Signals zugeführt, wobei als Korrekturgrößen die Sensorsignale berücksichtigt werden, welche die Längsgeschwindigkeit (v_x) und die Gierrate (w_z) oder den Lenkwinkel repräsentieren.

Description

  • Die Erfindung betrifft ein Verfahren und ein entsprechendes System zum Verarbeiten von Sensorsignalen eines Kraftfahrzeugs.
  • Moderne Kraftfahrzeuge weisen regelmäßig Steuersysteme auf, die in vorgegebenen Situationen in eine Steuerung des Kraftfahrzeugs eingreifen. Das Steuerungssystem kann beispielsweise ein Fahrdynamikregelsystem und/oder ein Fahrdynamikkomfortsystem sein. Für Eingriffe in die Steuerung des Kraftfahrzeugs ist zum Vermeiden eines unnötigen oder falschen Eingriffs die Kenntnis eines genauen Fahrzeugzustands des Kraftfahrzeugs von hoher Bedeutung.
  • Gleiches gilt für die Steuerung eines Personenschutzsystems. Die Ermittlung einer zuverlässigen Auslöseentscheidung für ein oder mehrere Personenschutzmittel des Personenschutzsystems ist abhängig von mehreren kritischen Faktoren, welche eine hohe Genauigkeit der von den in einem Kraftfahrzeug vorhandenen Sensoren und der nachfolgenden Datenauswertung erfordern. Die Auswertung erfolgt üblicherweise in einem Steuergerät für das Personenschutzsystem, z.B. einem Airbag-Steuergerät (Airbag Control Unit ACU). Die hierbei in einem Algorithmus ausgewerteten Informationen basieren auf mit diesem Steuergerät verbundenen Sensoren.
  • Im Falle eines Seitenaufpralls oder eines Überschlags kann aus der Quergeschwindigkeit des Kraftfahrzeugs wertvolle Information für eine rechtzeitige Auslöseentscheidung für ein Personenschutzmittel gewonnen werden. Große Quergeschwindigkeiten treten beispielsweise beim Schleudern des Kraftfahrzeugs auf, z.B. abseits einer befestigten Straße auf sandigem oder unbefestigtem Untergrund, auf feuchten Straßen, Schnee oder Eis. Die direkte Messung der Quergeschwindigkeit des Kraftfahrzeugs, z.B. durch optische Sensoren, ist für die Praxis jedoch zu kostspielig.
  • Es ist Aufgabe der Erfindung, ein Verfahren und ein entsprechendes System zum Verarbeiten von Sensorsignalen eines Kraftfahrzeugs zu schaffen, das präzise und zuverlässig die Bestimmung der Quergeschwindigkeit eines Kraftfahrzeugs ermöglicht.
  • Diese Aufgabe wird gelöst durch die Merkmale der unabhängigen Patentansprüche. Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind in den jeweiligen abhängigen Patentansprüchen angegeben.
  • Die Erfindung zeichnet sich durch ein Verfahren und ein entsprechendes System zum Verarbeiten von Sensorsignalen eines Kraftfahrzeugs aus, bei dem mindestens ein Sensorsignal erfasst wird, das repräsentativ ist für eine Querbeschleunigung des Kraftfahrzeugs. Es wird mindestens ein Sensorsignal erfasst, das repräsentativ ist für eine Längsgeschwindigkeit des Kraftfahrzeugs. Es wird mindestens ein Sensorsignal erfasst, das repräsentativ ist für eine Gierrate oder ein Lenkwinkel des Kraftfahrzeugs. Die erfassten Sensorsignale werden einer gemeinsamen Recheneinheit zugeführt. Die durch die gemeinsame Recheneinheit erfassten Sensorsignale werden verarbeitet. Es wird ein dadurch abgeleitetes, von den erfassten Sensorsignalen abhängiges Signal ermittelt, das repräsentativ für eine Quergeschwindigkeit des Kraftfahrzeugs ist, indem das die Querbeschleunigung repräsentierende Signal einem Zustandsbeobachter zur Ermittlung des abgeleiteten Signals zugeführt wird, wobei als Korrekturgrößen die Sensorsignale berücksichtigt werden, welche die Längsgeschwindigkeit und die Gierrate oder den Lenkwinkel repräsentieren.
  • Die erfassten Sensorsignale werden der gemeinsamen Recheneinheit bevorzugt als im Wesentlichen unverarbeitete Rohsignale zugeführt, wie sie beispielsweise durch einen Analog-Digital-Wandler bereitgestellt werden. Der gemeinsamen Recheneinheit können jedoch ebenso bereits vorverarbeitete Sensorsignale zugeführt werden.
  • Der Vorteil der Erfindung besteht darin, dass die Sensorsignale zentral in der gemeinsamen Rechenarbeit verarbeitet werden und durch diese als abgeleitetes Signal die gewünschte Quergeschwindigkeit bereitgestellt werden kann. Die gemeinsame Recheneinheit kann beispielsweise in einem Steuergerät für ein Personenschutzsystem angeordnet sein. Dann werden zumindest einige der Sensorsignale von einer anderen Recheneinheit, insbesondere einem Steuergerät für ein Fahrdynamikregelsystem, bereitgestellt. Ebenso kann das abgeleitete Signal durch die gemeinsame Recheneinheit zumindest einer Funktionseinheit des Kraftfahrzeugs bereitgestellt werden, welche insbesondere durch ein Steuergerät für ein Personenschutzsystem gebildet ist. Die gemeinsame Recheneinheit kann dann in einer anderen Recheneinheit, z.B. für die Fahrdynamikregelung, angeordnet sein.
  • Die Verarbeitung der Sensorsignale erfolgt nicht separat für jedes Sensorsignal oder für eine Funktionseinheit (welche z.B. eine Fahrdynamiksteuereinheit, eine Airbag-Steuereinheit, eine Motorsteuereinheit oder eine Navigationseinheit sein kann), sondern kann zentral für alle mit der gemeinsamen Recheneinheit gekoppelten Funktionseinheiten durchgeführt werden. Dadurch, dass der gemeinsamen Recheneinheit zur zentralen Verarbeitung verschiedene Sensorsignale zugeführt werden, steht der gemeinsamen Recheneinheit mehr Information über einen aktuellen Zustand des Kraftfahrzeugs zur Verfügung als wenn die Recheneinheit lediglich auf die ihr üblicherweise zugeordneten Sensorsignale zurückgreifen könnte. Durch diese Information kann die Verarbeitung der Sensorsignale so erfolgen, dass das abgeleitete Signal besonders präzise und zuverlässig ist. Hierdurch kann auf die Verwendung besonders teurer Sensoren zur direkten Messung des abgeleiteten Signals verzichtet werden.
  • Das der Erfindung zu Grunde liegende Verfahren zur Ermittlung der Quergeschwindigkeit des Kraftfahrzeugs beruht darauf, die Querbeschleunigung des Kraftfahrzeugs zu messen und z.B. über einen Kalman-Filter aufzuintegrieren. Die Querbeschleunigung kann z.B. durch einen Sensor bereitgestellt werden, der mit der Recheneinheit für das Personenschutzsystem gekoppelt ist. Da die derartige Integration jedoch mit Fehlern behaftet sein kann, werden zur Korrektur Sensorsignale berücksichtigt, welche die Längsgeschwindigkeit und die Gierrate oder stattdessen den Lenkwinkel des Kraftfahrzeugs repräsentieren. Diese Sensorsignale können z.B. von Sensoren bereitgestellt werden, welche üblicherweise nicht der Recheneinheit für ein Personenschutzsystem zugeordnet sind. Vielmehr werden diese Größen typischerweise durch eine Fahrdynamiksteuereinheit ausgewertet. Zur Ermittlung einer zuverlässigen, für die Ansteuerung eines Personenschutzsystems geeigneten Querbeschleunigung werden damit Sensorsignale verwendet, welche unterschiedlichen Recheneinheiten bzw. Steuergeräten zugeordnet sind. Die Korrektur der über den Kalman-Filter aufintegrierten Querbeschleunigung erfolgt damit über ein Reifenmodell, bei dem Querkräfte an den Rädern des Kraftfahrzeugs über die Längsgeschwindigkeit und die Gierrate bzw. den Lenkwinkel ermittelt werden.
  • In einer zweckmäßigen Ausgestaltung wird zur Kompensation des Einflusses einer Gravitationskraft auf das abgeleitete Signal die Orientierung des Kraftfahrzeugs ermittelt, indem eine Nickrate und eine Rollrate des Kraftfahrzeugs erfasst werden, aus welchen der Nickwinkel und der Rollwinkel des Kraftfahrzeugs ermittelt werden, wobei der Nickwinkel und der Rollwinkel der gemeinsamen Recheneinheit bereitgestellt werden. Ein die Nickrate und die Rollrate repräsentierendes jeweiliges Sensorsignal wird der gemeinsamen Recheneinheit zusätzlich zur Verarbeitung zugeführt. Hierdurch kann die Präzision bei der Bestimmung des abgeleiteten Signals weiter verbessert werden. Die Nickrate wird zweckmäßigerweise mit einem Nick-Drehratensensor erfasst. Die Rollrate wird mit einem Roll-Drehratensensor erfasst. Darüber hinaus kann aus der Rollrate sowie der Nickrate und der Gierrate durch die gemeinsame Recheneinheit die Orientierung des Kraftfahrzeugs präzise ermittelt werden. Bei Kenntnis der Orientierung des Kraftfahrzeugs lässt sich die Quergeschwindigkeit noch präziser bestimmen, so dass sich das Personenschutzmittel noch gezielter ansteuern lässt.
  • In einer weiteren zweckmäßigen Ausgestaltung wird zumindest ein zusätzliches Sensorsignal erfasst, das jeweils repräsentativ ist für eine Längsbeschleunigung und/oder eine Vertikalbeschleunigung. Das jeweilige Sensorsignal wird der gemeinsamen Recheneinheit zusätzlich zur Verarbeitung zugeführt. Dies hat den Vorteil, dass Sensorsignale von Inertialsensoren, d.h. von Beschleunigungssensoren und von Drehratensensoren, gemeinsam in der gemeinsamen Recheneinheit verarbeitet werden können, wodurch eine Information über die aktuelle Bewegung des Kraftfahrzeugs besonders präzise und zuverlässig herstellbar ist. Dies ist besonders vorteilhaft für die Verarbeitung der Sensorsignale eines Sensorclusters, der die Inertialsensoren des Kraftfahrzeugs und gegebenenfalls auch die gemeinsame Recheneinheit umfasst.
  • In einer weiteren zweckmäßigen Ausgestaltung ist der Zustandsbeobachter z.B. durch eine der folgenden Arten implementiert: einen Kalman-Filter, einen Recursive Least Mean Square Algorithmus (RLS-Algorithmus), einen nicht-linearen Zustandsbeobachter, einen linearen Zustandsbeobachter.
  • Es ist weiterhin zweckmäßig, wenn das abgeleitete Signal für einen Schwerpunkt des Kraftfahrzeugs ermittelt wird. Speziell bei der Berücksichtigung von Seitwärtsbewegungen des Kraftfahrzeugs (sei es ein Schleudern oder ein drohender oder tatsächlicher Überschlag) kann es vorteilhaft sein, wenn zusätzlich das abgeleitete Signal für weitere Karosseriepunkte des Kraftfahrzeugs ermittelt wird. Solche Karosseriepunkte können beispielsweise Vorder- und/oder Hintertüren, eine A- und/oder B- und/oder C-Säule der Karosserie sein. Allgemein können die Karosseriepunkte Bereiche der Karosserie darstellen, welche in der Nähe von potentiell auszulösenden Personenschutzsystemen angeordnet sind. Hierdurch kann beispielsweise mit größerer Zuverlässigkeit und schneller ein Personenschutzmittel aktiviert werden, um einen Insassen des Kraftfahrzeugs vor Verletzungen zu schützen. Das abgeleitete Signal für weitere Karosseriepunkte kann beispielsweise durch Transformation der der gemeinsamen Recheneinheit zur Verfügung gestellten Sensorsignale ermittelt werden.
  • In einer weiteren zweckmäßigen Ausgestaltung wird zumindest eines der erfassten Sensorsignale beim Verarbeiten in der gemeinsamen Recheneinheit auf ein Vorliegen des Signalfehlers überprüft. Ebenso kann zumindest eines der erfassten Sensorsignale durch das Verarbeiten in der gemeinsamen Recheneinheit korrigiert werden. Signalfehler und/oder korrigierte Signale können als abgeleitete Signale der gemeinsamen Recheneinheit bereitgestellt werden. Insbesondere können Sensorsignale der Sensoren auf Signalfehler überprüft und gegebenenfalls korrigiert werden. Der Vorteil ist, dass die erfassten Sensorsignale durch das Überprüfen plausibilisiert werden können. Dies bedeutet, sie können daraufhin überprüft werden, ob ein Wert des jeweiligen erfassten Sensorsignals im Lichte der insgesamt in der gemeinsamen Recheneinheit oder der Funktionseinheit zur Verfügung stehenden Information plausibel ist oder nicht. Ist der Wert des jeweiligen erfassten Sensorsignals unplausibel, dann liegt der Signalfehler für dieses erfasste Sensorsignal vor. Ferner kann gegebenenfalls der Wert des jeweiligen Sensorsignals im Lichte der insgesamt zur Verfügung stehenden Information korrigiert werden. Dadurch werden durch die gemeinsame Recheneinheit zentral Informationen zu Signalfehlern und korrigierten Signalen als abgeleitete Signale bereitgestellt. Durch die Korrektur der erfassten Signale kann die Präzision, die Zuverlässigkeit und die Verfügbarkeit des jeweiligen Sensorsignals verbessert werden.
  • Gemäß einer weiteren zweckmäßigen Ausgestaltung wird zusätzlich mindestens ein Sensorsignal erfasst, das jeweils reprä sentativ ist für eine Position und/oder Orientierung des Kraftfahrzeugs. Bei Kenntnis der Position und/oder Orientierung des Kraftfahrzeugs kann ein Signal-Offset der der gemeinsamen Recheneinheit zur Verfügung gestellten Sensorsignale auf einfache Weise erkannt werden. Die Position und/oder die Orientierung des Kraftfahrzeugs lassen sich aus den Sensorsignalen der Inertialsensoren auf einfache Weise ermitteln.
  • In einer weiteren zweckmäßigen Ausgestaltung wird zusätzlich mindestens ein Sensorsignal erfasst, das jeweils repräsentativ ist für eine der folgenden Größen: einen Radschlupf eines oder mehrerer Räder des Kraftfahrzeugs; einen Reibwert des Untergrunds, auf dem sich das Kraftfahrzeug bewegt; eine Fahrtrichtung (z.B. Vorwärtsfahrt oder Rückwärtsfahrt) des Kraftfahrzeugs; eine Bodenbeschaffenheit (z.B. die Erkennung von μ-Split) des Untergrunds, auf dem sich das Kraftfahrzeug bewegt; eine Instabilität in der Bewegung des Kraftfahrzeugs. Die Berücksichtigung zumindest einer der genannten Größen ermöglicht in Verbindung mit der Kenntnis der Quergeschwindigkeit des Kraftfahrzeugs eine besonders zuverlässige und schnelle Ermittlung einer Auslöseentscheidung für das Personenschutzsystem.
  • Um die Genauigkeit des Zustandsbeobachters zu verbessern, wird gemäß einer weiteren zweckmäßigen Ausgestaltung ein Gain-Faktor des Zustandsbeobachters in Abhängigkeit einer fahrdynamischen Situation bestimmt, welcher aus einem oder mehreren der durch die gemeinsame Recheneinheit erfassten Sensorsignale ermittelt wird. Diese Ausgestaltung ist insbesondere dann zweckmäßig, wenn der Zustandsbeobachter als Kalman-Filter, als Recursive Least Mean Square Algorithmus oder als nicht-linearer Zustandsbeobachter ausgebildet ist.
  • Gemäß einer weiteren zweckmäßigen Ausgestaltung der Erfindung wird zusätzlich mindestens ein Sensorsignal erfasst, das jeweils repräsentativ ist für eine der folgenden Größen: eine Neigung des Untergrunds, auf dem sich das Fahrzeug bewegt (hierdurch kann überprüft werden, ob die Orientierungsbestimmung in der gemeinsamen Recheneinheit korrekt arbeitet. Die Bestimmung der Neigung des Untergrunds stellt damit eine weitere Plausibilisierung dar.); eine Änderung der Straßenneigung; einen Zustand der Umgebung des Kraftfahrzeugs, welcher beispielsweise durch Fahrerassistenzsysteme, wie z.B. Sensoren einer Einparkhilfe, Radar, einer Kamera oder Infrarotsensoren erfasst werden kann; ein automatisches Beschleunigen und/oder Abbremsen des Kraftfahrzeugs.
  • Gemäß einer weiteren Ausgestaltung wird durch die gemeinsame Recheneinheit unter Verwendung eines globalen Positionsbestimmungssystems zusätzlich ein Signal ermittelt, das repräsentativ ist für eine aktuelle Position und/oder Geschwindigkeit des Kraftfahrzeugs. Durch ein globales Positionsbestimmungssystem kann eine aktuelle, dreidimensionale Geschwindigkeit des Kraftfahrzeugs ermittelt werden, welche mit der berechneten Quergeschwindigkeit verglichen werden kann. Ferner kann die Funktion des Zustandsbeobachters verbessert werden, indem durch das für eine aktuelle Position und/oder Geschwindigkeit repräsentative Signal Stützstellen bereitgestellt werden. Der Vorteil besteht darin, dass dieses zusätzliche Signal nicht auf einem fahrdynamischen Sensorsignal beruht, sondern einen „objektiven" Wert darstellt. Daher weist ein Signal, das repräsentativ für eine aktuelle Position und/oder Geschwindigkeit des Kraftfahrzeugs ist und unter Verwendung eines globalen Positionsbestimmungssystems ermittelt wurde bei einer Plausibilisierung ein hohes Gewicht auf.
  • Gemäß einer weiteren zweckmäßigen Ausgestaltung wird das abgeleitete Signal von der zumindest einen Funktionseinheit als Startwert zur weiteren Verarbeitung und/oder zur Überprüfung auf ein Vorliegen eines Signalfehlers herangezogen und/oder zur Korrektur zumindest eines durch die zumindest eine Funktionseinheit erfassten Sensorsignals herangezogen. Diese Ausgestaltung geht davon aus, dass in dem Kraftfahrzeug zwei voneinander prinzipiell abhängige Recheneinheiten vorgesehen sind, welche unabhängig voneinander entsprechende abgeleitete Signalgrößen ermitteln. Dies tun sie üblicherweise auf Basis der ihnen zur Verfügung gestellten Sensorsignale, welche sich hinsichtlich ihrer Signalqualität und/oder Auflösung unterscheiden können. Diesen Umstand macht sich die Erfindung zunutze, indem ein von der gemeinsamen Recheneinheit ermitteltes abgeleitetes Signal der Funktionseinheit zur Verfügung gestellt wird, um entweder die eigenen Berechnungen zu plausibilisieren oder aber verbessern oder schneller durchführen zu können.
  • Ein erfindungsgemäßes System zum Verarbeiten von Sensorsignalen eines Kraftfahrzeugs, das eine gemeinsame Recheneinheit und zumindest einen Querbeschleunigungssensor, einen Längsgeschwindigkeitssensor und einen Gierratensensor umfasst und zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens ausgebildet ist, weist die gleichen Vorteile auf, wie sie vorstehend in Verbindung mit der Beschreibung des erfindungsgemäßen Verfahrens aufgeführt wurden.
  • Die Erfindung wird nachfolgend näher anhand der Figuren erläutert. Es zeigen:
  • 1 eine schematische Darstellung eines erfindungsgemäßen Systems in einem Kraftfahrzeug,
  • 2A, 2B zwei Graphen, in denen eine gemäß dem Verfahren ermittelte Quergeschwindigkeit im Vergleich zu einer mit einem Referenzsensor gemessenen Referenzgeschwindigkeit über die Zeit bei unterschiedlichen Reibwerten des Untergrunds, auf dem sich das Kraftfahrzeug bewegt, dargestellt sind, und
  • 3 ein kartesisches Koordinatensystem, in dem die in einem Kraftfahrzeug erfassten Signale eingezeichnet sind.
  • In einem Kraftfahrzeug sind eine Mehrzahl an Recheneinheiten 10, 20, 30 angeordnet, welche jeweils mit einer Anzahl an Sensoren 11, 12, 13 bzw. 21, 22 bzw. 31, 32, 33 verbunden sind (1). Die Recheneinheit 10 stellt beispielsweise ein Fahrdynamiksteuergerät dar. Das Fahrdynamiksteuergerät 10 ist mit einem Beschleunigungssensor 11, einem Drehratensensor 12 sowie einem Geschwindigkeitssensor 13 gekoppelt. Die Recheneinheit 20 stellt beispielsweise ein Steuergerät zur Ansteuerung eines Personenschutzsystems 100 dar. Dieses ist mit einem Beschleunigungssensor 21 sowie einem Drehratensensor 22 gekoppelt, wobei der Drehratensensor 22 eine Drehrate um die Fahrzeuglängsachse (x-Achse) ermittelt. Die Recheneinheit 30 stellt ein Steuergerät für ein Fahrerassistenzsystem des Kraftfahrzeugs dar. Diese ist beispielhaft mit einem Kamerasensor 31, sowie einem Radarsensor 32 und einem Lidarsensor 33 gekoppelt, um die Umgebung des Kraftfahrzeugs erfassen zu können. Die Recheneinheiten 10, 20, 30 sind über einen Datenbus 1 zum Datenaustausch miteinander gekoppelt. Mit dem Datenbus 1 ist ferner ein GPS-Empfänger 40 gekoppelt, welcher zur Bestimmung einer aktuellen Position und/oder Geschwindigkeit des Kraftfahrzeugs dient. Der GPS-Empfänger 40 liefert beispielsweise Sensorsignale für eine Navigationseinheit (nicht dargestellt), welche beispielsweise ebenfalls mit dem Datenbus 1 verbunden ist.
  • Bevorzugt sind Inertialsensoren des Kraftfahrzeugs, d.h. Beschleunigungssensoren und Drehgeschwindigkeitssensoren in einem Sensorcluster 14 zusammengefasst. Das Sensorcluster 14 ist bevorzugt als sog. sechsdimensionaler Sensorcluster ausgebildet. Das Sensorcluster 14 kann in einer Ausgestaltung auch die Recheneinheit 10 umfassen. Das Sensorcluster 14 ist ausgebildet, mittels des Beschleunigungssensors 11 eine Querbeschleunigung a_y und mittels des Drehratensensors 12 eine Gierrate w_z des Kraftfahrzeugs zu erfassen. Ferner können weitere Sensoren in dem Sensorcluster 14 vorgesehen sein, insbesondere Inertialsensoren, die eine Längsbeschleunigung a_x des Kraftfahrzeugs, eine Vertikalbeschleunigung a_z des Kraftfahrzeugs, eine Rollrate w_x des Kraftfahrzeugs und/oder eine Nickrate w_y des Kraftfahrzeugs erfassen. Die Nickrate w_y repräsentiert dabei eine Bewegung um die Querachse (y-Achse) des Kraftfahrzeugs und die Rollrate w_x repräsentiert eine Bewegung um eine Längsachse (x-Achse) des Kraftfahrzeugs (vgl. auch 3). Inertialsensoren können auch separat in dem Fahrzeug vorgesehen sein und beispielsweise einer der Recheneinheiten 20, 30 zugeordnet sein. Beispielsweise kann ein Rollratensensor zusätzlich oder alternativ zu dem Sensorcluster 14 in der Recheneinheit 20 angeordnet oder dieser zugeordnet sein.
  • Die Inertialsensoren und entsprechend das Sensorcluster 14 müssen für das Erfassen der Längs-, Quer- bzw. Vertikalbeschleunigung a_x, a_y, a_z und für das Erfassen der Roll-, Nick- bzw. Gierrate w_x, w_y, w_z entsprechend in dem Kraftfahrzeug angeordnet und ausgerichtet sein, z.B. entlang der Längsachse, der Querachse oder einer Hochachse des Kraftfahrzeugs und insbesondere eines Aufbau des Kraftfahrzeugs oder entlang von Flächendiagonalen oder einer Raumdiagonalen zwischen den jeweiligen Achsen. Sind die Inertialsensoren oder das Sensorcluster 14 nicht entsprechend ausgerichtet, dann erfassen die Sensoren Beschleunigungen bzw. Drehraten des Kraftfahrzeugs, die jedoch durch eine geeignete Koordinatentransformation in die Längsbeschleunigung a_x, die Querbeschleunigung a_y, die Vertikalbeschleunigung a_z, die Rollrate w_x, die Nickrate w_y bzw. die Gierrate w_z transformierbar sind. Vorzugsweise sind die Inertialsensoren und entsprechend das Sensorcluster 14 in einem Schwerpunkt eines Chassis des Kraftfahrzeugs oder in einem Schwerpunkt eines Aufbaus des Kraftfahrzeugs angeordnet. Die Inertialsensoren und entsprechender Sensorcluster 14 können auch an einem anderen Einbauort in dem Kraftfahrzeug angeordnet sein.
  • Neben den genannten Sensoren können beispielsweise Sensoren zum Erfassen eines Federswegs des Kraftfahrzeugs, zum Erfassen von Radantriebs- oder Radbremsmomenten oder zum Erfassen eines Bremslichtsignals vorgesehen sein, die bevorzugt eben falls über den Datenbus 1 oder eine der Recheneinheiten 10, 20, 30 angekoppelt sind.
  • Das Personenschutzsystem 100 kann beispielsweise Frontairbags, Seitenairbags, Fensterairbags, Gurtstraffer und dergleichen umfassen. Für eine gezielte Auslösung des Personenschutzsystems 100 durch die Recheneinheit 20, insbesondere im Falle eines Seitenaufpralls, eines drohenden oder beginnenden Überschlags, ist die Kenntnis einer Quergeschwindigkeit v_y des Kraftfahrzeugs von großer Bedeutung. Bei Kenntnis der Quergeschwindigkeit kann eine gezielte und schnellere Auslösung des Personenschutzsystems für einen verbesserten Schutz der in dem Kraftfahrzeug befindlichen Insassen erfolgen. Da die direkte Messung der Quergeschwindigkeit die Verwendung von sehr teuren Sensoren erforderlich macht, wird die Quergeschwindigkeit auf Basis der in dem Kraftfahrzeug vorhandenen Sensorsignale ermittelt.
  • Die Ermittlung der Quergeschwindigkeit erfolgt zweckmäßigerweise in der Recheneinheit 20, welche die Auslöseentscheidung für das Personenschutzsystem 100 trifft. Zu diesem Zweck umfasst die Recheneinheit 20 z.B. einen Kalman-Filter, welchem die durch den Beschleunigungssensor 21 ermittelte Querbeschleunigung a_y zur Integration zugeführt wird. Ergebnis dieser Integration ist die Quergeschwindigkeit v_y. Zur Verbesserung des Integrationswerts werden dem Kalman-Filter in der Recheneinheit 20 als Korrekturgrößen Sensorsignale zugeführt, welche die Längsgeschwindigkeit und die Gierrate des Kraftfahrzeugs repräsentieren. Statt der Gierrate kann dem Kalman-Filter auch ein Lenkwinkel zugeführt werden. Diese Daten stehen der Recheneinheit 20 nicht unmittelbar zur Verfügung. Jedoch werden entsprechende Sensorsignale dem Fahrdynamiksteuergerät 10 durch die Sensoren 11, 12 zugeführt, welches diese der Recheneinheit 20 für die weitere Verwendung zur Verfügung stellt.
  • In bekannter Weise werden durch den Kalman-Filter die folgenden Schritte ausgeführt:
    • – Vorhersage eines Zustandsvektors;
    • – Vorhersage einer Kovarianz-Matrix;
    • – Ermittlung des Gain-Faktors des Kalman-Filters;
    • – Aktualisierung der Zustandsvorhersage; und
    • – Aktualisierung der Kovarianz-Matrix.
  • Es ist zweckmäßig, wenn der Gain-Faktor an eine gegenwärtige fahrdynamische Situation des Kraftfahrzeugs angepasst wird. Die dazu entsprechenden Steuersignale können der Recheneinheit 20 insbesondere durch das Fahrdynamiksteuergerät 10 bereitgestellt werden, welches die entsprechenden Informationen aus den Sensorsignalen ermitteln kann, die es von den daran angeschlossenen Sensoren 11, 12, 13 erhält.
  • Es ist im Allgemeinen ausreichend, wenn die modellierte Quergeschwindigkeit sich auf den Schwerpunkt des Kraftfahrzeugs bezieht. Nachdem die Quergeschwindigkeit jedoch insbesondere für Seitenaufpralle, Überschläge oder auch seitliches Schleudern des Kraftfahrzeugs von Bedeutung ist, ist es zweckmäßig, wenn die Quergeschwindigkeit zusätzlich für weitere Karosseriepunkte auf der linken und rechten Seite durchgeführt wird. Solche Karosseriepunkte können beispielsweise die jeweiligen Vorder- und Hintertüren und/oder die A-, B-, C-Säulen des Chassis des Kraftfahrzeugs darstellen.
  • Für eine weitere Präzisierung der Ermittlung der Quergeschwindigkeit ist ferner vorgesehen, den Einfluss der Gravitationskraft auf die durch den Kalman-Filter ermittelte Quergeschwindigkeit zu kompensieren. Die Kompensation kann unter Verwendung der Nickrate und Rollrate des Kraftfahrzeugs erfolgen, welche durch den Inertialsensor 12 bereitgestellt wird, welcher dem Fahrdynamiksteuergerät 10 zugeordnet ist. Aus der Nickrate und der Rollrate können der Nickwinkel und der Rollwinkel des Kraftfahrzeugs ermittelt werden, wobei dies zweckmäßigerweise bereits in dem Fahrdynamiksteuergerät 10 erfolgt. Der ermittelte Nickwinkel und Rollwinkel können dann der Recheneinheit 20 zur weiteren Verarbeitung durch den Kalman-Filter bereitgestellt werden.
  • Die dem Fahrdynamiksteuergerät 10 sowie der Recheneinheit 20 zur Verfügung stehenden Sensorsignale sind zumindest teilweise vom gleichen physikalischen Typ. So steht beispielsweise sowohl dem Fahrdynamiksteuergerät 10 als auch der Recheneinheit 20 jeweils eine über die Beschleunigungssensoren 11 und 21 ermittelte Querbeschleunigung zur Verfügung, wobei diese jedoch in einem unterschiedlichen Beschleunigungsbereich erfasst sind. Die Beschleunigungssensoren 11 und 21 weisen damit unterschiedliche Empfindlichkeiten auf. Dieser Umstand kann sich zunutze gemacht werden, indem in der Recheneinheit 20 anhand des durch den Beschleunigungssensor 11 bereitgestellte und gegebenenfalls durch das Fahrdynamiksteuergerät 10 vorverarbeitete Sensorsignal zur Plausibilisierung des von dem Beschleunigungssensor 21 gelieferten Sensorsignals herangezogen wird. Neben einer Plausibilisierung ist auch eine Korrektur des durch die Recheneinheit 20 verwendeten Sensorsignals möglich.
  • Insbesondere ist die Recheneinheit 20 in der Lage, temporäre Variationen individueller Sensor-Offset-Fehler sowie Drifts in der Messgenauigkeit zu erkennen und zu kompensieren. Eine entsprechende Vorgehensweise ist beispielsweise in der DE 10 2005 054 208 B3 der Anmelderin beschrieben.
  • Die Bestimmung der Quergeschwindigkeit bzw. die Funktionsweise des Kalman-Filters kann bei Kenntnis der Position und Orientierung des Kraftfahrzeugs, bei bekannten Signal-Offsets sowie gegebenenfalls bekannten Umgebungsbedingungen weiter präzisiert werden. Hierzu können entsprechende Sensorsignale des Sensorclusters 14, welches mit dem Fahrdynamiksteuergerät 10 gekoppelt ist, herangezogen werden. Die hier zur Verfügung gestellten Informationen können als Startbedingungen für Integrale, z.B. der Quergeschwindigkeit, aber auch eines Winkels herangezogen werden.
  • Bezüglich der Umgebungsbedingungen sind von besonderem Interesse der Radschlupf eines oder mehrerer Räder des Kraftfahrzeugs, womit das Durchdrehen von Rädern berücksichtigt werden kann. Für die Bestimmung der Quergeschwindigkeit ebenfalls von Interesse ist der Reibwert des Untergrunds, auf dem sich das Kraftfahrzeug bewegt. Eine weitere Erhöhung der Genauigkeit lässt sich durch die Kenntnis der Fahrtrichtung des Kraftfahrzeugs (Vorwärtsfahrt oder Rückwärtsfahrt), die Bodenbeschaffenheit des Untergrunds, auf dem sich das Fahrzeug bewegt (z.B. die Erkennung von μ-Split) sowie eine Instabilität in der Bewegung des Kraftfahrzeugs gewinnen. Diese Informationen können insbesondere zur Adaption des Gain-Faktors des Kalman-Filters verwendet werden.
  • Zusätzliche Informationen zur weiteren Präzisierung der ermittelten Quergeschwindigkeit v_y können der Recheneinheit 20 von der Recheneinheit 30 für das Fahrerassistenzsystem des Kraftfahrzeugs bereitgestellt werden. Die durch die Recheneinheit 30 erfassten Informationen umfassen beispielsweise Kameradaten im sichtbaren, aktiven oder passiven Infrarotbereich und/oder Radar- und/oder Lidarinformationen, aus welchen die Position und Orientierung des Fahrzeugs und Objekten, welche das Fahrzeug umgeben, ermittelt werden können. Ebenso können Geschwindigkeiten, Winkelraten des Fahrzeugs und der Objekte ermittelt werden. Die Informationen lassen sich für eine Situationsanalyse verwenden, welche beispielsweise den Startwert des Integrals für die Quergeschwindigkeit oder eine Winkelrate beeinflussen können.
  • Darüber hinaus lassen sich die Daten des globalen Positionsbestimmungssystems zur Stützung der Funktion des Kalman-Filters verwenden, da das globale Positionsbestimmungssystem nicht fahrdynamisch beeinflusste Signalwerte, sondern objektive Signalwerte bereitstellt. Insbesondere kann anhand des Signals des globalen Positionsbestimmungssystems eine aktuelle dreidimensionale Geschwindigkeit ermittelt werden, welche zum Abgleich mit der ermittelten Quergeschwindigkeit verwendet werden kann.
  • Die 2A und 2B zeigen zwei Graphen, in denen eine gemäß der Erfindung ermittelte Quergeschwindigkeit v_y im Vergleich zu einer mit einem Referenzsensor gemessenen Referenzgeschwindigkeit über die Zeit bei unterschiedlichen Reibwerten des Untergrunds, auf dem sich das Kraftfahrzeug bewegt, dargestellt sind. Die gemäß der Erfindung ermittelte Quergeschwindigkeit v_y ist in den 2A, 2B mit LVO gekennzeichnet. In entsprechender Weise ist in den 2A, 2B die mit dem Referenzsensor gemessene Referenzgeschwindigkeit mit Ref gekennzeichnet. 2A zeigt hierbei eine Situation mit hohem Reibfaktor, während 2B eine Situation mit geringem Reibfaktor darstellt. Aus den Figuren ist gut ersichtlich, dass das erfindungsgemäße Verfahren in einer extremen Schleudersituation des Kraftfahrzeugs die über einen optischen Sensor gemessene Referenzgeschwindigkeit gut nachbildet. In den durchgeführten Versuchen basiert die Ermittlung der Quergeschwindigkeit auf Signalen, die repräsentativ sind für eine Gierrate, eine Querbeschleunigung, eine Längsbeschleunigung, den Lenkradwinkel und die Radgeschwindigkeiten.
  • Im beschriebenen Ausführungsbeispiel ist der Kalman-Filter zur Ermittlung der Quergeschwindigkeit in der Recheneinheit zur Ansteuerung des Personenschutzsystems angeordnet. Dies ist nicht zwingend notwendig. Stattdessen könnten der Kalman-Filter und die Berechnung der Quergeschwindigkeit auch in dem Fahrdynamiksteuergerät 10 erfolgen und ein die Quergeschwindigkeit repräsentierendes Sensorsignal zur weiteren Verarbeitung an die Recheneinheit 20 übermittelt werden.
  • Ebenso ist es in einer weiteren alternativen Ausgestaltung denkbar, dass sowohl das Fahrdynamiksteuergerät 10 als auch die Recheneinheit 20 über einen Kalman-Filter zur Berechnung der Quergeschwindigkeit verfügen, wobei dann eine Plausibilisierung mit den Ergebnissen der jeweils anderen Recheneinheit vorgenommen werden kann.
  • Der Kalman-Filter kann alternativ durch einen Recursive Least Mean Square Algorithmus (RLS-Algorithmus), einen nicht-linearen Zustandsbeobachter oder einen linearen Zustandsbeobachter ersetzt sein.

Claims (19)

  1. Verfahren zum Verarbeiten von Sensorsignalen eines Kraftfahrzeugs, bei dem – mindestens ein Sensorsignal erfasst wird, das repräsentativ ist für eine Querbeschleunigung (a_y) des Kraftfahrzeugs, – mindestens ein Sensorsignal erfasst wird, das repräsentativ ist für eine Längsgeschwindigkeit (v_x) des Kraftfahrzeugs, – mindestens ein Sensorsignal erfasst wird, das repräsentativ ist für eine Gierrate (w_z) oder einen Lenkwinkel des Kraftfahrzeugs, – die erfassten Sensorsignale einer gemeinsamen Recheneinheit (20) zugeführt werden, – die durch die gemeinsame Recheneinheit (20) erfassten Sensorsignale verarbeitet werden und dadurch ein abgeleitetes, von den erfassten Sensorsignalen abhängiges Signal ermittelt wird, das repräsentativ für eine Quergeschwindigkeit (v_y) des Kraftfahrzeugs ist, indem das die Querbeschleunigung (a_y) repräsentierende Signal einem Zustandsbeobachter zur Ermittlung des abgeleiteten Signals zugeführt wird, wobei als Korrekturgrößen die Sensorsignale berücksichtigt werden, welche die Längsgeschwindigkeit (v_x) und die Gierrate (w_z) oder den Lenkwinkel repräsentieren.
  2. Verfahren nach Anspruch 1, bei dem zur Kompensation des Einflusses einer Gravitationskraft auf das abgeleitete Signal die Orientierung des Kraftfahrzeugs ermittelt wird, indem eine Nickrate (w_y) und eine Rollrate (w_x) des Kraftfahrzeugs erfasst werden, aus welchen der Nickwinkel und der Rollwinkel des Kraftfahrzeugs ermittelt werden, wobei der Nickwinkel und der Rollwinkel der gemeinsamen Recheneinheit (20) bereitgestellt werden.
  3. Verfahren nach Anspruch 2, bei dem die Nickrate (w_y) mit einem Nick-Drehratensensor erfasst wird und/oder die Rollrate (w_x) mit einem Roll-Drehratensensor erfasst wird.
  4. Verfahren nach einem der vorherigen Ansprüche, bei dem zusätzlich mindestens ein Sensorsignal erfasst wird, das jeweils repräsentativ ist für eine Längsbeschleunigung (a_x) und/oder eine Vertikalbeschleunigung (a_z).
  5. Verfahren nach einem der vorherigen Ansprüche, bei dem der Zustandsbeobachter durch eine der folgenden Arten implementiert ist: einen Kalman-Filter, einen Recursive Least Mean Square Algorithmus, einen nicht-linearen Zustandsbeobachter, einen linearen Zustandsbeobachter.
  6. Verfahren nach einem der vorherigen Ansprüche, bei dem das abgeleitete Signal für einen Schwerpunkt des Kraftfahrzeugs ermittelt wird.
  7. Verfahren nach Anspruch 6, bei dem das abgeleitete Signal zusätzlich für weitere Karosseriepunkte des Kraftfahrzeugs ermittelt wird.
  8. Verfahren nach einem der vorherigen Ansprüche, bei dem zumindest eines der erfassten Sensorsignale beim Verarbeiten in der gemeinsamen Recheneinheit auf ein Vorliegen eines Signalfehlers überprüft wird.
  9. Verfahren nach einem der vorherigen Ansprüche, bei dem zumindest eines der erfassten Sensorsignale durch das Verarbeiten in der gemeinsamen Recheneinheit (20) korrigiert wird.
  10. Verfahren nach einem der vorherigen Ansprüche, bei dem zusätzlich mindestens ein Sensorsignal erfasst wird, das jeweils repräsentativ ist für eine Position und/oder Orientierung des Kraftfahrzeugs.
  11. Verfahren nach einem der vorherigen Ansprüche, bei dem zusätzlich mindestens ein Sensorsignal erfasst wird, das jeweils repräsentativ ist für eine der folgenden Größen: einen Radschlupf eines oder mehrerer Räder des Kraftfahrzeugs; einen Reibwert des Untergrunds, auf dem sich das Kraftfahrzeug bewegt; eine Fahrtrichtung des Kraftfahrzeugs; eine Bodenbeschaffenheit des Untergrunds, auf dem sich das Kraftfahrzeug bewegt; eine Instabilität in der Bewegung des Kraftfahrzeugs.
  12. Verfahren nach Anspruch 11, bei dem ein Gain-Faktor des Zustandsbeobachters in Abhängigkeit einer fahrdynamischen Situation bestimmt wird, welche aus einem oder mehreren der durch die gemeinsame Recheneinheit erfassten Sensorsignale ermittelt wird.
  13. Verfahren nach einem der vorherigen Ansprüche, bei dem zusätzlich mindestens ein Sensorsignal erfasst wird, das jeweils repräsentativ ist für eine der folgenden Größen: eine Neigung des Untergrunds, auf dem sich das Kraftfahrzeug bewegt; eine Änderung der Straßenneigung; einen Zustand der Umgebung des Kraftfahrzeugs; ein automatisches Beschleunigen und/oder Abbremsen des Kraftfahrzeugs.
  14. Verfahren nach einem der vorherigen Ansprüche, bei dem durch die gemeinsame Recheneinheit (20) unter Verwendung eines globalen Positionsbestimmungssystem (40) zusätzlich ein Signal ermittelt wird, das repräsentativ ist für eine aktuelle Position und/oder Geschwindigkeit (v_x, v_y) des Kraftfahrzeugs.
  15. Verfahren nach einem der vorherigen Ansprüche, bei dem die gemeinsame Recheneinheit (20) in einem Steuergerät für ein Personenschutzsystem angeordnet ist und zumindest einige der Sensorsignale von einer anderen Recheneinheit (10, 30), insbesondere einem Steuergerät für ein Fahrdynamikregelsystem, bereitgestellt werden.
  16. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 14, bei dem das abgeleitete Signal durch die gemeinsame Recheneinheit zumindest einer Funktionseinheit, insbesondere einem Steuergerät für ein Personenschutzsystem, des Kraftfahrzeugs bereitgestellt wird.
  17. Verfahren nach Anspruch 16, bei dem das abgeleitete Signal von der zumindest einen Funktionseinheit als Startwert zur weiteren Verarbeitung und/oder zur Überprüfung auf ein Vorliegen eines Signalfehlers herangezogen wird und/oder zur Korrektur zumindest eines durch die zumindest eine Funktionseinheit erfassten Sensorsignals herangezogen wird.
  18. System zum Verarbeiten von Sensorsignalen eines Kraftfahrzeugs, das eine gemeinsame Recheneinheit (20), und zumindest einen Querbeschleunigungssensor (11), einen Längsgeschwindigkeitssensor (13) und einen Gierratensensor (12) umfasst und das dazu ausgebildet ist, – zum Erfassen mindestens eines Sensorsignals, das repräsentativ ist für eine Querbeschleunigung (a_y) des Kraftfahrzeugs, – zum Erfassen mindestens eines Sensorsignals, das repräsentativ ist für eine Längsgeschwindigkeit (v_x) des Kraftfahrzeugs, – zum Erfassen mindestens eines Sensorsignals, das repräsentativ ist für eine Gierrate (w_z) oder einen Lenkwinkel des Kraftfahrzeugs, – zum Zuführen der erfassten Sensorsignale einer gemeinsamen Recheneinheit (20), – zum Verarbeiten der erfassten Sensorsignale durch die gemeinsame Recheneinheit (20) und zum Ermitteln eines dadurch abgeleiteten, von den erfassten Sensorsignalen abhängigen Signals, das repräsentativ für eine Quergeschwindigkeit (v_y) des Kraftfahrzeugs ist, indem das die Querbeschleunigung (a_y) repräsentierende Signal einem Zustandsbeobachter zur Ermittlung des abgeleiteten Signals zugeführt wird, und wobei als Korrekturgrößen die Sensorsignale berücksichtigt werden, welche die Längsgeschwindigkeit (v_x) und die Gierrate (w_z) oder den Lenkwinkel repräsentieren.
  19. System nach Anspruch 18, bei dem dieses weitere Mittel zur Durchführung der Verfahrensschritte nach einem der Ansprüche 2 bis 17 umfasst.
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