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In
den letzten zehn Jahren hat sich die Kommunikationswelt drastisch
verändert.
Mobilfunktelefone haben einen unaufhörlichen Siegeszug angetreten.
Nahezu jeder Bundesbürger
besitzt mittlerweile ein Mobiltelefon. Die erste Generation Jugendlicher
wird langsam erwachsen, die mit dem Mobilfunktelefon als Kommunikationsmedium
aufgewachsen sind. Diese Jugendlichen sind es gewohnt, das Kommunikationsmedium
der Mobilfunktelefone stets und überall
zu nutzen. Während ältere Generationen
die Telefonie zwangsläufig
mit Sprachkommunikation in Verbindung brachten, nutzt die junge
Generation die volle Bandbreite der Kommunikation, die moderne Mobilfunktelefone
bieten. Mehrwertdienste wie SMS und MMS, die Kommunikation auch dann
erlauben, wenn der Gesprächspartner
vorübergehend
nicht erreichbar ist, werden häufig
benutzt. Das dahinter liegende Konzept der asynchronen Kommunikation
wurde von den modernen Anwendern intuitiv verinnerlicht. Gleichzeitig
haben diese Anwender ein neues Gefühl für die Wertigkeit der Kommunikation
entwickelt. Das Mobilfunktelefon ist zum Lifestyle-Objekt geworden,
das nicht mehr nur Kommunikationswerkzeug sondern ein Gerät zum Ausdruck
der Persönlichkeit
geworden ist. Käuflich
erwerbbare Klingeltöne
und Mobilfunktelefonlogos, Spiele für das Mobilfunktelefon, die
Verbreitung von Digitalkameras und MP3-Player in Mobilfunktelefonen
etc. haben diese Entwicklung zusätzlich
unterstützt
und machen das Mobilfunktelefon zum universellen Lifestyle-Endgerät.
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Gleichzeitig
hat sich der Lebensstil der Anwender an die ständige Erreichbarkeit angepasst.
Während vor
wenigen Jahren eine Gruppe noch Treffpunkt und -zeit eines abendlichen
Beisammenseins im Voraus vereinbaren musste und sich diese Kriterien
nach Verlassen des Hauses mangels Erreichbarkeit nicht mehr oder nur
schwer durch "Rundrufe" per Telefon ändern ließen, werden
Treffen und Verabredungen heutzutage "ad hoc" vereinbart. Durch die gestiegene Mobilität der Mobilfunkanwender
reicht es aus, schnell den Gruppenmitgliedern je eine SMS oder MMS
zu senden, um diese zu einem neuen Treffpunkt einzuladen.
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An
dieser Stelle setzt die im Folgenden vorgestellte Erfindung an,
deren Aufgabe darin besteht, die Kommunikation von Gruppenmitgliedern
innerhalb einer "Gruppe" – also einem fest definierte
Benutzerkreis – stark
zu vereinfachen und für
alle Teilnehmer transparenter und vor allem kostengünstiger
zu machen. Weiterhin soll das erfindungsgemäße Verfahren einfach in der
Benutzung, vom Benutzer schnell und intuitiv erlernbar und auf andere
Anwendungen in die verschiedensten Bereiche des Alltags, die einer
schnellen Verbreitung des Verfahrens förderlich sind, einfach übertragbar
sein.
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Nachfolgend
wird das Grundkonzept und verschiedene Ausführungsbeispiele der Erfindung
näher erläutert.
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1. Fachliche Konzeption
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1.1. Die Kommunikation innerhalb einer
Gruppe
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Grundlage
des erfindungsgemäßen Verfahrens
ist der Wunsch, die Kommunikation innerhalb von Gruppen zu vereinfachen.
Hierfür
wird das Konzept der Verteilerlisten auf die Mobilfunktelefon-Kommunikation übertragen
und an diese Kommunikationsform angepasst.
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Die
Mitglieder einer Gruppe richten dazu über ein Webinterface eine "Verteilerliste" ein, welche eine "Benutzeridentifikation" (Mitgliedsnummer),
eines jeden Mitglieds enthält.
Jedem Mitglied der Gruppe ist eine eineindeutige Benutzeridentifikation
zugeordnet. Für
den Erhalt einer "Benutzeridentifikation" ist die Anmeldung
und Eintragung eines Benutzerkontos auf einem Datenbankserver erforderlich,
wobei der Zugang zu dem Server bevorzugt über eine Webseite erfolgt,
die über
das Internet abrufbar ist. Mit der Eintragung des Benutzerskontos
auf dem Datenbankserver kommt zwischen dem Benutzer und dem Anbieter,
der das Kommunikationssystem verwaltet, ein Vertrag zustande, der
die Rechten und Pflichten von Anbieter und Benutzer und auch das
vom Benutzer zu entrichtende Nutzungsentgelt regelt. Die Benutzeridentifikation
gilt im Kommunikationssystem als zentrale Referenz für den jeweiligen
Benutzer. Über
sie erfolgt eine Zuordnung zu einer (internen und für Abrechnungszwecke
genutzten) Kundennummer, zu der im Benutzerkonto die persönlichen Daten
des Benutzers gespeichert und die Abrechung der in Anspruch genommenen
Leistungen der Verbindungen abgewickelt werden.
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Ähnlich wie
beim Skype-System kann der Benutzer beliebige Identifikationskennzeichen
oder „Nicknames" in sein Benutzerkonto
eingeben und auf die Verteilerlisten setzen. Der entsprechende Benutzer
erhält eine
Nachricht über
das (von ihm selbst oder Anderen) angelegte Benutzerkonto und kann
diesem zustimmen und dadurch dem Kommunikationssystem als Teilnehmer
beitreten oder es ablehnen. Dies ist bevorzugt auch online möglich. Jeder
mit einem Benutzerkonto registrierte Benutzer kann seine Mitgliedschaft
in einer oder mehreren Verteilerlisten einsehen und verwalten.
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Ein
Benutzer kann auch mehrere Benutzeridentifikationen besitzen. Aus
Gründen
der Übersichtlichkeit und
eindeutigen Zuordnung ist jedoch zwischen jedem Benutzer und seiner
Benutzeridentifikation eine eineindeutige 1:1-Beziehung vorzuziehen.
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Jeder
Benutzeridentifikation ist im Benutzerkonto wenigstens eine Mobilfunknummer
zugeordnet. Da ein Benutzer mehrere Mobilfunktelefone mit unterschiedlichen
Rufnummern, bspw. für
geschäftliche
oder private Zwecke, haben kann, kann sich daraus eine mehrschichtige
Struktur ergeben.
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Nachrichten,
die an alle Mitglieder einer Gruppe gesendet werden sollen, werden
per Mobilfunktelefon (SMS, MMS, GPRS, UMTS, Wimax oder über ein
spezielles Client-Programm, das bspw. in Java programmiert auf dem
Mobilfunktelefon oder einem PC zum Einsatz kommt) nicht mehr an
einzelne Personen, sondern an die „Verteilerliste" geschickt. In der
Verteilerliste, welche auf dem Datenbankserver hinterlegt ist und
dort verwaltet wird, sind alle Mitglieder der Gruppe gelistet. Das
Kommunikationssystem sorgt dafür,
dass die Nachrichten an alle Mitglieder der Verteilerliste weitergeleitet
werden (wiederum endgeräteabhängig per
SMS, MMS, GPRS, UMTS, Wimax oder über ein spezielles Client-Programm)
und auf deren Kommunikationsendgeräte (Mobilfunktelefone oder
Computer) erscheinen. Jedes Mitglied der Gruppe kann eine Antwort
auf die empfangene Nachricht an die übrigen Gruppenmitglieder schicken,
wobei diese Antwort über
die Verteilerliste an alle Mitglieder der Gruppe, die in dieser
Verteilerliste stehen, weiter geleitet wird. Denkbar ist auch eine
automatisierte Rückmeldung,
welche Kommunikationsendgeräte
der Verteilerliste gegenwärtig
auf Empfang sind.
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Aus
einer ursprünglichen
1:1-Kommunikation per SMS/MMS wird somit eine echte n:n-Kommunikation, bei
der alle Gruppenmitglieder alle Nachrichten und Antworten, die innerhalb
der Gruppe verschickt werden, erhalten. Daraus ergeben sich folgende
Vorteile:
- – Während sich
beim normalen SMS-Versand keine n:n-Kommunikation realisieren lässt, da
Antworten jeweils nur an den (einzelnen) Absender der Nachricht
versendet werden, ist dies beim erfindungsgemäßen Verfahren möglich. Dadurch
wird die asynchrone Kommunikation innerhalb einer räumlich verteilten
Gruppe ermöglicht.
- – Die
Kosten für
jeden Teilnehmer sinken drastisch. Während das Versenden einer SMS-Nachricht an beispielsweise
10 Teilnehmer einer Gruppe 10 x die SMS-Gebühr umfasst, muss beim erfindungsgemäßen Verfahren
nur eine Nachricht (per SMS, MMS, GPRS, UMTS, Wimax oder über ein
spezielles Client-Programm) an die Verteilerliste geschickt werden,
um alle Gruppenmitglieder zu erreichen.
- – Nachrichten
können über das
erfindungsgemäße Verfahren
auch am PC zu Hause über
das Webinterface bzw. ein auf dem PC installiertes Client-Programm
empfangen und beantwortet werden. Dann entfallen sogar die Kosten
für die
SMS zur Verteilerliste.
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Ein
erstes Ausführungsbeispiel
der Erfindung soll dies verdeutlichen:
Eine Gruppe mit einer
vorgegebenen Anzahl von Mitgliedern möchte sich spontan verabreden.
Um Telefonkosten zu sparen, geschieht dies üblicherweise ad hoc per SMS.
Oftmals geschieht dies erst dann, wenn ein Mitglied der Gruppe an
einem interessanten Ort (z. B. Party oder Disko) eingetroffen ist
und die anderen Mitglieder der Gruppe hinzuholen möchte.
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Bei
den aus dem Stand der Technik bekannten Kommunikationsverfahren
gelingt dies nur, indem ein erstes Mitglied der Gruppe eine SMS
an alle anderen Mitglieder der Gruppe versendet. Da die Gruppe aus bspw.
10 Mitgliedern besteht, sind 10 SMS-Nachrichten zu einem angenommenen
Preis von bspw. 14 Cent pro SMS nötig. Insgesamt fallen also
Kosten in Höhe
von 1,40 Euro an. In einem Beispielsfall erreicht das erste Mitglied
auf diese Weise bspw. nur 8 der insgesamt 10 Mitglieder seiner Gruppe.
Die beiden fehlenden Gruppenmitglieder sitzen bspw. zu Hause am
PC und haben ihr Mobilfunktelefon ausgeschaltet oder nicht in Griffweite.
Eine Antwort erhält
der Absender der SMS, also das erste Gruppenmitglied, bspw. von
drei Mitgliedern der Gruppe. Zwei der drei Antwortenden schlagen
einen anderen Treffpunkt vor. Da sie nur die SMS des Absenders (erstes
Mitglied) kennen, antworten sie nur ihm. Der Absender der ursprünglichen
Nachricht (erstes Mitglied) lässt
sich von einem neuen Treffpunkt überzeugen,
müsste
aber, um wiederum alle Gruppenmitglieder zu informieren, wieder
zehn SMS-Nachrichten verschicken. Da er nur von drei Mitgliedern
Antwort erhalten hat, unterlässt
er dies aber, da er Kosten sparen möchte und nicht sicher ist,
ob die anderen Mitglieder überhaupt
erreichbar sind. Am Ende trifft er zwar am neu vereinbarten Treffpunkt
ein, trifft dort aber nur eines der insgesamt 10 Gruppenmitglieder
an. Die anderen haben sich zwischenzeitlich an einem dritten Treffpunkt
getroffen. Immerhin vier der zehn Gruppenmitglieder treffen sich
schließlich
am ursprünglich
in der ersten (Ausgangs)Nachricht vorgesehenen Treffpunkt und wundern
sich, dass der Absender der Ausgangsnachricht (erstes Gruppenmitglied)
dort nicht auftaucht. Sie haben von der weiteren Kommunikation nichts
mitbekommen.
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Das
Beispiel zeigt eingängig,
wie schwierig es sich gestaltet, mit den aktuell verfügbaren Möglichkeiten
der Mobilkommunikation eine Gruppenkommunikation ähnlich einer
Konferenzschaltung zu ermöglichen. Dies
gilt für
nahezu jede denkbare Ad-hoc-Situation, in der mehrere Mitglieder
einer Gruppe koordiniert werden sollen und lässt sich somit auch auf andere
Szenarien übertragen
(Vereinskommunikation, asynchrone geschäftliche Kommunikation mit mehreren
Mitarbeitern an verschiedenen Standorten).
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Mit
dem erfindungsgemäßen Verfahren
lässt sich
dies nun viel eleganter lösen:
Der Absender der ursprünglichen
Nachricht sendet seine Nachricht an die Verteilerliste, in die er
zuvor alle Mitglieder seiner Gruppe eingetragen hat. Er hat hierzu
bspw. mit der in seinem Mobilfunktelefon integrierten Kamera ein
Foto des Orts geschossen, an dem er die Gruppe versammeln möchte. Das
Photo schickt er über
das Client-Programm auf seinem Mobilfunktelefon (alternativ als
MMS, GPRS- oder UMTS-Nachricht) mit einem Text an das Kommunikationssystem.
Das Kommunikationssystem sorgt für
die Weiterverteilung der Nachricht an alle Mitglieder der Gruppe.
Auch die beiden Gruppenmitglieder, die zu Hause am PC ohne Mobilfunktelefonempfang
sitzen, erhalten die Nachrichten über das Client-Programm, das
auf dem PC installiert ist oder über
eine Internetseite des Kommunikationssystems, auf der sie gerade
eingeloggt sind. welche sie über
eingehende Nachrichten informiert. Obgleich der Absender seine Ursprungsnachricht
an alle Gruppenmitglieder versendet hat, bezahlt er nur die Kosten
für eine
Nachricht (bspw. eine MMS). Wie im Beispiel oben, antworten wieder
drei Gruppenmitglieder. Diese antworten aber nicht dem Absender
direkt, sondern senden ihre Antwort an die Verteilerliste. Jedes
Mitgliede der Gruppe erhält
dann alle drei Antworten.
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Da
eines der Mitglieder einen Alternativort für das Treffen vorschlägt, übersendet
der Absender der Ursprungsnachricht eine weitere Nachricht an die
Verteilerliste. Er nutzt hierzu eine spezielle Funktion Kommunikationssystems,
die "VoteMessage". Mit dieser stellt
er die beiden vorgeschlagenen Orte zur Abstimmung unter den Gruppenmitgliedern.
Jedes Gruppenmitglied kann für
einen der beiden Orte stimmen, wodurch eine Abstimmung und Mehrheits entscheidung
entsteht. Auch für
die „VoteMessage" entstehen wieder
nur Kosten für
eine Nachricht. Von den insgesamt zehn Grupenmitgliedern des Beispielfalles
antworten sieben direkt auf die „VoteMessage". Drei stimmen für Ort 1,
vier für
Ort 2, wodurch die Entscheidung für Ort 2 fällt. Die verbleibenden drei
Mitglieder verweigern die „Votemessage" und antworten, dass
Sie am heutigen Treffen nicht teilnehmen können. Auch diese Antwort erhalten
wieder alle Teilnehmer, allerdings nur in Form einer Zusammenfassung
der Abstimmung. Die sieben Teilnehmer der Gruppe treffen sich kurz
darauf an Ort 2. Die asynchrone Gruppenkommunikation hat funktioniert!
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Das
Beispiel zeigt, wie einfach und schnell sich Gruppenkommunikation
mit dem erfindungsgemäßen Verfahren
realisieren lässt.
Das Verfahren des „Antwortens
an die Gruppe" ist
für jeden
Benutzer intuitiv verständlich
und sofort eingänglich.
Das Kommunikationssystem sorgt für
die Verteilung der Nachrichten, die sowohl als SMS (nur Textnachrichten)
als auch als MMS (Bild- und/oder Tonnachrichten) versandt werden
können. Über ein
Client-Programm,
das auf leistungsstärkeren
Mobilfunktelefonen oder auf anderen Kommunikationsendgeräten, wie
z. B. PCs läuft,
kann ebenfalls am Kommunikationssystem teilgenommen werden. Diese Kommunikationsendgeräte mit Client-Programmen
bieten mehr Funktionalität
und erlauben weiterführende Dienste
wie beispielsweise die vorbeschriebene „VoteMessage". Solche Mehrwertdienste
erlauben es, eine komplexere Gruppenkommunikation wie z. B. eine
Abstimmung durchzuführen.
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In
einer bevorzugten Ausführungsform
des Kommunikationssystems zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens
ist vorgesehen, dass auf den Kommunikationsendgeräten ein
Client-Programm installiert ist, mit dem auch GPRS und/oder UMTS-Nachrichten
zur Datenübertragung
versendet und empfangen werden können.
Bei dieser Ausführungsform
müssen
dann nicht mehr die teuren SMS/MMS-Nachrichten versendet werden
und die innerhalb der SMS und MMS-Standards festgelegten Größenbeschränkungen
entfallen.
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Die
Kosten, die für
die Benutzer entstehen, entsprechen nur einem Bruchteil der Kosten,
die in Beispiel 1 angefallen sind, obgleich die Kommunikation in
Beispiel 1 nicht funktionierte.
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2.2. Die Verwaltung der Verteilerliste
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Jeder
Benutzer mit einem Benutzerkonto kann selbst eine Verteilerliste
anlegen. Er nutzt hierzu die Internetseite, die vom Betreiber des
Kommunikationssystem bereit gestellt wird. Der Benutzer muss hierzu
zunächst
ein Benutzerkonto im Kommunikationssystem anlegen, welches dann
auf dem Datenbankserver des Systems hinterlegt wird. Das Benutzerkonto
umfasst die persönlichen
Daten des Benutzers und seine Bankverbindung, sowie eine oder mehrere
Mobilfunknummern. Beim Anlegen seines Benutzerkontos wird die eingegebene
Mobilfunknummer überprüft, indem
eine SMS mit einem Bestätigungscode
an das Mobilfunktelefon mit der eingetragenen Mobilfunknummer geschickt
wird. Der Code muss vom Mobilfunktelefon abgelesen und innerhalb
eines definierten Zeitraums in das Kommunikationssystem eingegeben
werden. Erst danach wird das Benutzerprofil aktiviert und der Benutzer
erhält
seine eigene, eindeutige Benutzeridentifikation.
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Um
nun mit einer Gruppe kommunizieren zu können, legt der Benutzer, der über ein
Benutzerkonto im System verfügt,
eine Verteilerliste an. Er wird für die von ihm angelegte Verteilerliste
Verwalter der Liste („Verwalter” oder „Moderator"). Um der Liste,
die er mit einem Listennamen versehen kann, Mitglieder hinzuzufügen, gibt
er die Mobilfunknummern der Mitglieder in die Verteilerliste ein.
Bei jeder hinzugefügten
Mobilfunknummer wird geprüft,
ob diese bereits einer Benutzeridentifikation im System entspricht.
Falls ja, erhält
der jeweilige Benutzer, der dann über ein Benutzerkonto verfügt, eine
Einladungsnachricht. Diese entspricht dem Typ der vorbeschriebenen „Votemessage", mit der der Benutzer,
der diese Einladungsnachricht empfängt, entscheiden kann, ob er
an der Verteilerliste teilnehmen möchte oder nicht. Jede Verteilerliste
kann je nach gewähltem
Tarif eine maximale Teilnehmeranzahl enthalten. Die Begrenzung der
Mitgliederzahl einer Verteilerliste soll das Erstellen riesiger
Verteilerlisten, die z. B. für
Spam-Zwecke benutzt werden könnten,
vermeiden.
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Die
missbräuchliche
Benutzung des Kommunikationssystems für die Versendung von Spammail
ist ohnehin kaum möglich,
da ein Benutzer seine Mitgliedschaften in Verteilerlisten selbst
verwalten kann (bspw. über
die Internetseite). Wird einem Mitglied einer Verteilerliste die
Mitgliedschaft zu „unseriös", kann diese jederzeit
beendet werden. Ferner kann jeder Benutzer im System über einen
Aliasnamen („Nickname") oder über eine
individuelle Benutzer-Identifaktion
im System kommunizieren und sein Name oder seine Mobilfunknummer
muss nicht veröffentlicht
werden, so dass die Identität
des Benutzers verborgen bleiben kann.
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Entspricht
der in einer Verteilerliste eingegebenen Mobilfunknummer noch keine
Benutzeridentifikation, so wird an die eingegebene Mobilfunknummer
lediglich eine unverbindliche SMS verschickt, mit der zur Einrichtung
eines Benutzerkontos über
die Internetseite des Kommunikationssystems eingeladen wird. Der eingeladene
Benutzer kann sich dann im System durch Anlegen eines Benutzerkontos
registrieren und danach an der Verteilerliste teilnehmen. Die Mobilfunknummer
wird für
einen vorgegebenen Zeitraum, bspw. 30 Tage im Kommunikationssystem
anonym als anhängig
("Pending") gespeichert. Meldet
sich der eingeladene Benutzer mit dieser Mobilfunknummer tatsächlich im
System an, wird seine neu erstellte Benutzeridentifikation automatisch
in die einladende Verteilerliste aufgenommen. Andernfalls wird die
Mobilfunknummer wieder aus dem Kommunikationssystem und insbesondere
der Verteilerliste entfernt.
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In
dem bevorzugten Ausführungsbeispiel,
in dem auf den Kommunikationsendgeräten ein Client-Programm installiert
ist, kann das Verwalten und Eintragen von Verteilerlisten direkt über das
Client-Programm erfolgen, das bspw. auf einem Java-fähigen Mobilfunktelefon
oder Organizer läuft.
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Jedes
Mitglied einer Verteilerliste kann jederzeit über die Internetseite des Kommunikationssystems einsehen,
welchen Verteilerlisten es angehört
und welche er selbst erstellt hat. Über die Internetseite kann auch
jederzeit die Mitgliedschaft an einer Verteilerliste beendet werden.
Zudem kann jeder Benutzer selbst erstellte Verteilerlisten löschen, da
er Verwalter der Liste ist. Die Teilnehmer erhalten hierüber zunächst keine Nachricht,
können
dies aber über
die Zugehörigkeit
zur Verteilerliste über
die Internetseite mit dem eigenen Benutzerkonto prüfen. Versuchet
ein Benutzer eine Nachricht an eine bereits gelöschte Verteilerliste zu senden,
erhält
er eine Meldung über
deren Löschung.
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In
dem bevorzugten Ausführungsbeispiel,
in dem auf den Kommunikationsendgeräten ein Client-Programm installiert
ist, kann die Teilnahme an Verteilerlisten direkt über das
Client-Programm
erfolgen, das bspw. auf einem Java-fähigen Mobilfunktelefon oder
Organizer läuft.
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2.3. Nachrichtenarten
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In
dem Kommunikationssystem können
beispielsweise folgende Nachrichtenarten versendet und empfangen
werden:
- 1. Textnachricht (mit Längenbeschränkung einer
SMS)
- 2. Multimedia-Nachricht (Bilder, Töne)
- 3. Mehrwert-Nachricht (z. B. eine „VoteMessage" oder eine Einladungsnachricht „InviteMessage", die eine Text-
oder Multimedia-Nachricht mit einer vordefinierten Aktion verbinden)
- 4. Positions-Nachricht (Übertragung
von GPS-Koordinaten, Voraussetzung dafür ist ein GPS-fähiges Kommunikationsendgerät;
- 5. zahlreiche weitere Nachrichtentypen, die bspw. aus einer
Kombination der Nachrichtentypen 1–4 bestehen, die durch die
Benutzer selbst entwickelt und erstellt werden können. Weiter unten wir gezeigt,
wie anhand von Nachrichtenbausteinen innerhalb eines geschickt implementierten
Kommunikationssystems nahezu beliebige weitere Nachrichtentypen
erstellt werden könnten.
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Die
Nachrichten können
direkt als SMS oder MMS an das Kommunikationssystem über eine
Mehrwertnummer gesendet werden. Die Zuordnung zur Benutzeridentifikation
des Absenders erfolgt über
die Mobilfunknummer des Mobilfunktelefons, von dem die Nachricht
versendet worden ist. Ist dieser keine Benutzeridentifikation zugeordnet,
wird die Nachricht verworfen. Auf diese Weise wird die Teilnahme
am Kommunikationssystem auch mit älteren Mobilfunktelefonen möglich, auf
denen ein Client-Programm nicht ausgeführt werden kann Mehrwertnachrichten
müssen
in diesem Fall aber mit einem Schlüsselwort eingeleitet werden und
einer bestimmten Syntax entsprechen.
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Bei
Verwendung von leistungsfähigen
Mobilfunktelefonen, wie z. B. Smartphones oder UMTS-fähigen Mobilfunktelefonen
können
mithilfe des Client-Programms Nachrichten direkt an die Verteilerliste
versendet werden. Der Absender muss hierzu weder die Mehrwertnummer
des Kommunikationssystems kennen, noch sich um Syntaxvorgaben für Mehrwertnachrichten
kümmern.
Außerdem
erlaubt das Client-Programm auch die Verwaltung von Verteilerlisten.
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Beim
Versand einer Nachricht an das Kommunikationssystem via SMS bezahlt
der Absender die Kosten für
eine SMS bzw. MMS gemäß des von
ihm mit seinem Mobilfunkprovider vereinbarten Tarifs oder einen speziell
für die
Nutzung des erfindungsgemäßen Kommunikationssystems
vereinbarten Tarif.
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2.4. Durchführung von „Chats"
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Die
oben beschriebenen Szenarien erörtern
Szenarien, in denen die Kommunikation mit wenigen Nachrichten bereits
zu Ende geführt
werden kann, weil eine Entscheidung, Verabredung oder ein Treffpunkt vereinbart
werden soll.
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Denkbar
ist ebenso, dass das erfindungsgemäße Kommunikationssystem als
Chat-System zwischen den Benutzern genutzt wird. Für diesen
Zweck sollte das Client-Programm weiterführende Funktionen besitzen,
bspw. sog. „Emoticons" (wie z. B. „Smilies") um Stimmungen auszudrücken, die
entsprechend grafisch dargestellt werden. Auch das Hervorheben von
Textteilen (farbig, fett etc.) wäre
sinnvoll. Das Client-Programm sollte hierzu (endgeräteabhängig) nach
Möglichkeit
mehrere Chatzeilen anzeigen können,
denen der jeweilige Name des Benutzers (oder ein Kürzel) vorangestellt
wird, so dass der Verlauf des Gesprächs, an dem ja mehrere Benutzer
teilnehmen, nachvollzogen werden kann.
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2.5. Abgrenzung vom Stand der Technik
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2.5.1. Abgrenzung zu Instant Messengern
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Anders
als das erfindungsgemäße Kommunikationssystems
sind sog. „Instant
Messaging-Systeme" wie „ICQ", „Microsoft
Messenger" oder „Apple
iChat" zunächst rein
computerbasiert und benötigen
in der Regel eine permanente Internet-Verbindung. Diese sind daher
nur bedingt auf die asynchrone Gruppenkommunikation ausgerichtet.
Obgleich verschiedene Instant Messaging Systeme bereits den Versand
von SMS-Nachrichten erlauben, ist dies nur als funktionale Erweiterung
zu sehen. Das Versenden und vor allem der Empfang von SMS-Nachrichten ist bei
den Instant Messaging Systemen in der Regel nicht integriert. Eine
Gruppenkommunikation mit mobilen Benutzern ist nicht vorgesehen.
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2.5.2. Abgrenzung zu Gruppen-SMS-Systemen
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Die
Mobilfunknetzbetreiber bieten seit geraumer Zeit die Funktionalität der "Gruppen-SMS" an. Auf äußerst komplexe
Art und Weise lassen sich hierbei Empfängergruppen bilden, die eine
versendete SMS erhalten. Das System wird dabei nicht durch einen
Client unterstützt.
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Vielmehr
muss der Kunde durch spezielle Textnachrichten zunächst die
Gruppe im System des Mobilfunknetzbetreibers definiert werden. Die
Nachricht kann dann an die Gruppe gesendet werden. Kosten fallen in
der Höhe
der Einzel-SMS-Nachrichten an, die an die Gruppe gesendet werden,
so dass keine Kostenvorteile entstehen. Auch der Rückversand
von Nachrichten durch die Empfänger
an die ganze Gruppe wird nicht unterstützt. Insofern ist die Gruppen-SMS
eher ein Mittel für
den Massenversand von SMS-Nachrichten. Features, wie Sie durch das
erfindungsgemäße System
(gerade in Verbindung mit einem eigenen Client-Programm) möglich werden, sind damit nicht
zu realisieren. Übersichtstabelle
Abgrenzung zu anderen Kommunikationssystemen:
| | KliqMe | Instant
Mess. | Push
Email | Gruppen-SMS |
| direkte
Kommunikation mit Einzelnutzem | o | x | x | - |
| einfache
Gruppendefinition | x | o | o | o |
| 1:1-Kommunikation | o | x | x | - |
| 1:n
Kommunikation in der Gruppe | x | o | x | x |
| n:n
Kommunikation in der Gruppe | x | | o | - |
| verschiedene
Nachrichtentypen | x | 0 | o | - |
| komplexe
Nachrichtentypen mit Workflow | x | | - | - |
| endgeräteunabhängige Kommunikation | x | o | o | - |
| individuelle
Entwicklungen seitens User | x | o | - | - |
| hardwareübergreifendes
System | x | | - | - |
- x = möglich
- o = bedingt möglich
- - = nicht möglich
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3. Technisches Konzept
-
Im
folgenden wird die Architektur des erfindungsgemäßen Kommunikationssystems näher erläutert.
-
3.1. Backend
-
Das
Backend des erfindungsgemäßen Systems
kann mit der im Internetumfeld üblichen
LAMP (Linux/Apache/MySQL (evtl. auch gleich eine leistungsfähigere DB)/PHP
oder JSP (Java Server Pages)) oder äquivalenten Technologien aufgebaut
werden. Diese Plattform ist ausgereift und wird von praktisch allen
Internet-Providern angeboten.
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Kostenintensiv
wird sich hierbei vor allem die Anbindung an einen Mobilfunkanbieter
gestalten. Dies ist jedoch vornehmlich dann der Fall, wenn das Kommunikationssystem
vornehmlich über
SMS/MMS benutzbar sein soll. Wird gleich zu Beginn eine größere Ausbaustufe
mit GPRS-/UMTS-fähigem
Client realisiert, so stellt sich die Anbindung dieses Clients weit
einfacher dar. In diesem Fall ist die Verbindung zum Client lediglich eine
IP-Verbindung. Diese Variante zieht jedoch höhere Kosten im Bereich der
Entwicklung des Clients nach sich.
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Das
Backend besteht vornehmlich aus drei Komponenten, nämlich einem
Kommunikationsserver, einem Applikationsserver und einem Datenbankserver.
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Der
Kommunikationsserver regelt die Kommunikation mit den GSM/UMTS-Netzen
der Netzanbieter und stellt verschiedene Nachrichtenübertragungskanäle (SMS,
GPRS, UMTS, Wimax) zur Verfügung.
Der Kommunikationsserver ist dafür
zuständig,
die unterschiedlichen Kommunikationskanäle gegenüber dem Applikationsserver
(siehe unten) transparent erscheinen zu lassen.
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Der
Applikationsserver ist die eigentliche ausführende Instanz des Backends.
Der Applikationsserver stellt (in Verbindung mit einem Webserver)
die Internetseite des Kommunikationssystems zur Verfügung und enthält die eigentliche
Anwendungslogik.
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Die
Datenverwaltung erfolgt innerhalb einer Datenbank, die von einem
Datenbankserver verwaltet wird.
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Die
Applikationslogik des Systems stellt drei Funktionsebenen bzw. Module
zur Verfügung,
nämlich
ein Nachrichtenmodul („Nachrichtenmodul"), ein Verwaltungsmodul
und dein Abrechnungsmodul („Accounting und
Billing-Modul").
Das Nachrichtenmodul kümmert
sich um die eigentliche Verwaltung, Verarbeitung und Aufbereitung
der Nachrichten, die im System versendet werden. Hier entstehen
bspw. auch die Mehrwertnachrichten wie z. B. eine „VoteMessage". Das Verwaltungsmodul
stellt die für
die Verwaltung von Verteilerlisten, Benutzerprofilen und allgemeinen
Benutzerdaten nötigen
Funktionen zur Verfügung.
Das Abrechnungsmodul kümmert
sich um das Einloggen ins Kommunikationssystem, die Abrechung sowie
die Rechnungsstellung gegenüber
den Benutzern. Im Abrechnungsmodul könnten auch Funktionen zur Erstellung
von Nutzungsstatistiken angesiedelt sein.
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3.2. Frontend/Clients
-
Wird
der Versand von Nachrichten im System per SMS/MMS realisiert, ist
auf dem Mobilfunktelefon kein spezieller Client (Clientprogramm)
nötig.
Dies hat den Vorteil, dass kein Mobilfunktelefonbesitzer vom Kommunikationssystem
ausgeschlossen wird. Selbst ältere
Mobilfunktelefone können
als Endgerät
zum Einsatz kommen. Nachteilig wirkt sich jedoch die Bindung an
die ungünstigen
SMS/MMS-Tarife der Mobilfunkbetreiber aus, da konsequenterweise
auch ausgehende Nachrichten an Mobilfunktelefone per SMS/MMS zugestellt
werden müssten.
Zudem müsste
für Mehrwertnachrichten
eine spezielle Syntax etabliert werden, die es dem Backend erlaubt,
beispielsweise eine per SMS/MMS gesendete „Votemessage" auch als solche
zu erkennen.
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Die
zweite Variante ist die konsequente Entwicklung und Etablierung
eines (z. B. Java-basierten)
Client-Programms. Die meisten Mobilfunktelefone besitzen mittlerweile
ausreichend Rechenleistung, um einen solchen Client zu unterstützen. Große Vorteile
wären hierbei
die bessere Ausnutzbarkeit der multimedialen Fähigkeiten moderner Mobilfunktelefone.
Auch könnten
zahlreiche Mehrwertnachrichten-Typen entwickelt werden. Über das
Client-Programm
wäre eine
engere Kopplung zwischen Client und Backend möglich und die laufende Weiterentwicklung
kann leichter verbreitet werden (durch automatische oder halbautomatische
Updates).
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Der
größte Vorteil
eines dedizierten Clients auf den Kommunikationsendgeräten ergibt
sich jedoch aus dem Wegfall der Zwangskopplung zu den (teuren) SMS/MMS-Diensten
der Netzbetreiber. Der Datenverkehr zwischen den Mobilfunktelefonen
der Nutzer und dem Backend würde
per GPRS/UMTS erfolgen, wäre
also reiner IP-Verkehr. Hier ist der Datentarif des Mobilfunknetzbetreibers
allerdings ein Kostenfaktor für
den Nutzer, nicht für
den Betreiber.
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Denbar
ist auch eine Kombination aus beiden Varianten. Der volle Funktionsumfang
erschließt
sich hierbei nur für
Nutzer moderner und leistungsfähiger
Mobilfunktelefone, die das Client-Programm ausführen können. Dennoch stellt das Kommunikationssystem
eine abgespeckte Funktionalität
per SMS/MMS bereit.
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Auch
auf dem PC kann das erfindungsgemäße Kommunikationsverfahren
verfügbar
sein. Hier wäre zwischen
einer webbasierten Variante und einem speziell entwickelten Clientprogramm
zu unterscheiden. Die webbasierte Variante bietet Vorteile im Bereich
der Verwaltung von Verteilerlisten, hat jedoch Nachteile im Bereich
der Interaktivität
mit anderen Benutzern. Die Variante eines speziellen Clientprogramms
wiederum bietet Vorteile im Bereich der Interaktivität (Versand
und Empfang von Nachrichten in Echtzeit), hat jedoch Nachteile im
Bereich des hierfür
nötigen
Entwicklungsaufwandes und eventueller Sicherheitsbedenken (Spyware,
Profilierung, etc.).
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Denkbar
ist auch, das Clientprogramm auf einem mobilen Datenträger bspw.
einem USB Stick anzubieten, der rechnerunabhängig läuft, was die Benutzung auf
verschiedenen Computern , bspw. in Internet-Cafes oder auf einem
Privat- und einem Firmenrechner, ermöglicht. Solche Client-Programme
sind auch für
andere Kommunikationsendgeräte
wie PDAs/Smartphones, iPods/iPhones, Blackberrys etc. denkbar.
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3.3. Figur von Nutzungsszenarien
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Um
die Funktionsweise der in den Kapiteln 3.1 und 3.2 beschriebenen
Architektur zu verdeutlichen, sollen im folgenden typische Abläufe, wie
sie im Kommunikationssystem üblich
sein werden, anhand der genannten Komponenten dargestellt werden,
wobei Bezug genommen wird, auf die begleitenden Diagramme, welche
zeigen:
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1 zeigt
den schematischen Versand einer Nachricht an eine Verteilerliste;
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2 zeigt
schematisch die Anmeldung eines neuen Benutzers im System;
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3 zeigt
schematisch die Verwaltung von Verteilerlisten;
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Es
wird zunächst
anhand von 1 die Basisfunktionalität, nämlich der
Versand einer Nachricht von einem registrierten Benutzer an eine
Verteilerliste, beschrieben. Weitergehende Szenarien befassen sich
mit der Registrierung eines neuen Benutzers im Kommunikationssystem
(2) sowie mit der Erstellung und Verwaltung einer
Verteilerliste (3). Dies sind die grundlegenden
Funktionen, die den Hauptanteil der Nutzung des Systems ausmachen
werden.
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3.3.1. Versand einer Nachricht
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1 zeigt
den schematischen Versand einer Nachricht an eine Verteilerliste.
In der 1 sind die oben genannten Front- und Backend-Komponenten
dargestellt. Des Weiteren sind zur Verdeutlichung des Konzepts zwei
Verteilerlisten dargestellt. Verteilerliste 1 umfasst die Benutzer
A, B und C und Verteilerliste 2 umfasst die Benutzer D, E und F
sowie ebenfalls Benutzer A. Diese Darstellung wird auch für die nachfolgenden
Szenarien in den Kapitel 3.3.2 bis 3.3.4 Verwendung finden. Da der
Versand einer Nachricht nur innerhalb einer Verteilerliste möglich und
sinnvoll ist, wird nur Verteilerliste 1 betrachtet.
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Benutzer
A möchte
eine Nachricht an alle Mitglieder seiner Verteilerliste senden.
Hierbei ist es zunächst
egal, auf welchem Wege die Nachricht versendet wird, d. h. per SMS
oder mit Hilfe des Client-Programms auf seinem Mobilfunktelefon
via GPRS oder UMTS. Auch der Nachrichtentyp ist zunächst unerheblich.
Benutzer A erstellt die Nachricht und versendet diese an Verteilerliste
1. Die Nachricht wird hierzu von seinem Mobilfunktelefon über das
Netz des Mobilfunkbetreibers zum Backend gesendet (Schritt 1).
Dort kommt die Nachricht zunächst
beim Kommunikationsserver an. Dieser erkennt die Nachricht, decodiert
sie und übermittelt
die Nachrichteninformationen (in erster Linie Nachrichtentyp, Empfänger-Verteilerliste sowie
den eigentlichen Nachrichteninhalt) an den Applikationsserver (Schritt 2).
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Der
Applikationsserver überprüft nun zunächst, ob
Benutzer A überhaupt
Mitglied der Verteilerliste ist, an die er seine Nachricht versenden
möchte.
Ist dies nicht der Fall, wird die Nachricht verworfen. Ist A jedoch Mitglied
der Verteilerliste, so besitzt er auch die Berechtigung, Nachrichten
an die Verteilerliste zu senden. In diesem Fall wird die Nachricht
durch das Nachrichtenmodul ausgewertet (Schritt 3). Je
nach Nachrichtentyp muss der Inhalt der Nachricht zunächst aufbereitet
werden (z. B. bei einer „VoteMessage") oder kann unverändert weiter
geleitet werden. Das Nachrichtenmodul erledigt diese Arbeit und
erzeugt dadurch die Nachricht, die an die anderen Mitglieder der
Verteilerliste gesendet wird.
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Ist
dies erledigt, so werden mit Hilfe der in der Datenbank gespeicherten
Informationen die restlichen Teilnehmer der Verteilerliste ermittelt
(Schritt 4). Diese sind die Empfänger der aufbereiteten Nachricht.
Diese wird nun auf demselben Wege in umgekehrter Richtung versendet:
Der Applikationsserver übergibt
die Nachricht an den Kommunikationsserver (Schritt 5),
dieser wiederum übersendet
die Nachricht über
das Netz des Mobilfunkproviders an alle anderen Mitglieder der Verteilerliste
(Schritt 6). Je nach genutzter Verbindung kann der Kommunikationsserver
den Erfolg des Versands überprüfen. Ist
dies erledigt, werden in dem Abrechnungsmodul die entsprechenden
Logs fortgeschrieben, die später
zur Abrechnung, Rechnungsstellung und ggf. zur Erstellung von Statistiken
verwendet werden (Schritt 7).
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Im
Falle einer einfachen Text- oder Bildnachricht ist damit der Ablauf
erledigt. Im Falle einer komplexeren Mehrwertnachricht kann es jedoch
erforderlich sein, Antworten der anderen Mitglieder der Verteilerliste abzuwarten
und diese wiederum in aufbereiteter Form dem ursprünglichen
Sender (also Benutzer A) oder sogar allen Mitgliedern der Verteilerliste
zu übersenden.
Ein typischer Fall wäre
die „VoteMessage", bei der erst die
Antwort aller Mitglieder der Verteilerliste über das Abstimmungsergebnis
entscheidet. In diesem Fall muss der Applikationsserver anhand des
Nachrichtentyps erkennen, dass mit den jeweiligen zugehörigen Antworten entsprechende
Aktionen nötig
sind. Nachrichten benötigen
deshalb eindeutige Identifikationen, um die ursprüngliche
Nachricht sowie die dazu gehörenden
Folgenachrichten einander zuordnen zu können. Im Applikationsserver
kann der Ablauf einer Mehrwertnachricht wie beispielsweise einer „Votemessage" mit Hilfe eines Ablaufplans
(Workflow) oder anhand von aufeinanderfolgenden Statuszuständen, die
die jeweilige Weiterverarbeitung der Nachricht bestimmen, realisiert
werden. Am Beispiel der „Votemessage" soll dies beispielhaft verdeutlicht
werden:
- – Status
1: „Votemessage" von Benutzer A wurde
aufbereitet an die Mitglieder der Verteilerliste versendet.
- – Status
2: Die Antworten auf die „Votemessage" sind von den restlichen
Benutzern eingetroffen.
- – Status
3: Das Resultat der Abstimmung wurde an alle Teilnehmer der Verteilerliste
versendet.
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Da
Vorkehrungen getroffen werden, dass Nachrichten und zugehörige Antworten
stets einander zugeordnet werden können, ist es möglich, über die
Vergabe von aufeinander folgenden Statuszuständen, die an bestimmte Verarbeitungsschritte
gekoppelt sind, zahlreiche weitere Mehrwertnachrichtentypen zu erstellen.
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So
wäre es
denkbar, dass eigene Nachrichtentypen von den Benutzern selbst erstellt
und verwendet werden. Solche Nachrichten bestünden dann wiederum aus Ablaufplänen (Workflows)
und damit verknüpften Einzelanwendungen.
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3.3.2. Anmeldung eines neuen Benutzers
im System
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In 2 ist
die Anmeldung eines neuen Benutzers im System schematisch dargestellt.
Möchte
sich ein neuer Benutzer im Kommunikationssystem anmelden, so sind
zunächst
zwei Fälle
zu unterscheiden:
- 1. Der Benutzer wird einem
anderen Benutzer, der bereits über
ein Benutzerkonto verfügt,
eingeladen.
- 2. Der Benutzer hat von der Existenz des Kommunikationssystems
erfahren und meldet sich spontan an.
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Im
Fall 1 wird der einladende Benutzer den eingeladenen Benutzer zunächst beim
Kommunikationssystem bekannt machen. Aufbauend auf dem bereits in
Kapitel 3.3.1 dargestellten Szenario möchte beispielsweise „Benutzer
D", der Mitglied
und Verwalter („Verwalter") der Verteilerliste
2 ist, den noch nicht im Kommunikationssystem registrierten Benutzer
X einladen. Er tut dies entweder über sein Client-Programm auf
seinem Mobilfunktelefon oder über
das Webportal des Systems (Schritt 1). Da der eingeladene
Benutzer X dem Kommunikationssystem noch nicht bekannt ist und dementsprechend
noch nicht über
ein Benutzerkonto mit einer Benutzeridentifikation verfügt, gibt
Benutzer E hierzu die (ihm bekannte) Mobilfunknummer vom eingeladenen Benutzer
X an. Der Kommunikationsserver, der die Nachricht enthält, prüft gemeinsam
mit dem Backend, ob diese Mobilfunknummer bereits im Kommunikationssystem
mit einer Benutzeridentifikation (von der Benutzer E vielleicht
nichts weiß)
verknüpft
ist (Schritt 2). Ist dies der Fall kann Benutzer X, der
dann bereits über
ein Benutzerkonto verfügt,
prinzipiell gleich der Verteilerliste hinzugefügt werden. Ist X jedoch noch
nicht im Kommunikationssystem registriert, erhält X zunächst nur eine Einladungsnachricht,
bspw. per SMS, vom Kommunikationsserver (Schritt 3). Diese
lädt ihn
ein, sich im System über
das Webinterface anzumelden (Schritt 4). Das System wartet
nun einen vorgegebenen Zeitraum (z. B. 30 Tage) darauf, dass sich
X auch wirklich im System anmeldet und ein Benutzerkonto einrichtet.
Während
dieser Wartezeit bleibt seine Mobilfunknummer im Kom munikationssystem
als anhängig
(„pending") gespeichert. Nach
ergebnislosem Ablauf der Wartezeit wird die Mobilfunknummer von
X verworfen und die Einladung erlischt.
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Schritt 4 ist
gleichzeitig der erste Schritt, der im o. g. Fall 2 zu tätigen wäre. Hier
erfährt
Benutzer X ohne Einladung auf anderem Wege vom System und möchte sich
anmelden. Er tut dies über
das Webinterface des Kommunikationssystems.
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Bei
der Anmeldung hat der Benutzer im Schritt 4 Angaben zu
seiner Person sowie zur gewünschten Zahlungsweise
für die
anfallenden Kosten zu machen. Zu den Angaben gehört bspw. ein vom Benutzer gewählter Benutzername
sowie Angaben zu seinem Mobilfunktelefontyp (woraus das Kommunikationssystem schließen kann,
ob beispielsweise das Client-Programm
auf dem Mobilfunktelefon zum Einsatz kommen kann). Besonders wichtig
ist hierbei die Angabe seiner Mobilfunknummer. Im Fall 1 (Einladung
durch Dritten) ist diese dem System bereits bekannt, im Fall 2 (spontane
Anmeldung) noch nicht. Zur Prüfung,
ob die angegebene Mobilfunknummer existiert, erhält Benutzer X über den
Kommunikationsserver eine SMS an die von ihm angegebene Mobilfunknummer
gesendet (Schritt 5). Diese SMS enthält einen Bestätigungscode,
den Benutzer X innerhalb einer vorgegebenen Frist von z. B. 24 Stunden
im Webportal eingeben muss (Schritt 6). Auf diese Weise
kann sichergestellt werden, dass X auch tatsächlich in Besitz des Mobilfunktelefons
ist, dessen Nummer er bei seiner Anmeldung angibt. Nach Eingabe
des Bestätigungscodes
werden auch die Konto- und /oder Kreditkarteninformationen des Benutzers
geprüft
(Schritt 7). Danach ist der Benutzer im Kommunikationssystem
angelegt und er verfügt über ein
gültiges
Benutzerkonto mit einer Benutzeridentifikation. Seine (neue) Benutzeridentifikation
erhält
der Benutzer per SMS an das Mobilfunktelefon gesendet.
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Das
Kommunikationssystem muss dabei berücksichtigen, dass Benutzer
durchaus mehrere Mobilfunktelefone besitzen können, die alle innerhalb des
Systems (z. B. in Verbindung mit verschiedenen Verteilerlisten)
Verwendung finden sollen. Wichtig ist jedoch stets, dass eine eindeutige
Zuordnung zwischen Benutzeridentifikation, Mobilfunknummer und Benutzer
(und auch dessen Zahlungsdaten) möglich ist.
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3.3.3. Verwaltung von Verteilerlisten
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In 3 ist
die Verwaltung von Verteilerlisten schematisch dargestellt.
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Im
System angemeldete Benutzer können
nicht nur Mitglieder einer Verteilerliste sein, sondern auch neue
Verteilerlisten anlegen. In diesem Fall wird der anlegende Benutzer
automatisch Verwalter („Verwalter") dieser Liste. Es
obliegt ihm zukünftig,
andere Mitglieder in die Liste aufzunehmen.
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Möchte ein
Verwalter einer Verteilerliste eine neue Verteilerliste anlegen,
so kann er dies über
das Webinterface oder ggf. auch über
das Client-Programm auf seinem Mobilfunktelefon erledigen. Die Verteilerliste
erhält
von ihm einen Listennamen und vom System eine eindeutige Listenidentifikationsbezeichnung
zugewiesen. Die Listenidentifikationsbezeichnung identifiziert bei
der späteren
Kommunikation die Liste und damit die in der Verteilerliste enthaltenen
Mitglieder.
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Zu „leben" beginnt die Liste
jedoch erst, wenn weitere Benutzer vom Verwalter in eine Liste aufgenommen
werden oder zur Teilnahme eingeladen werden.
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Die
Anbahnung der Aufnahme in eine Liste kann auf verschiedene Weise
geschehen, beispielsweise:
- – über persönlichen/verbalen Kontakt zwischen
dem Verwalter und einem Interessenten
- – zwischen
einem zunächst
anonymen Interessenten und dem Verwalter über das Internetportal des
Kommunikationssystems
- – über eine
Internetseite, die einen Link zur Internetseite des Kommunikationssystems
enthält.
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In
jedem Fall kann nur dann ein neues Mitglied in eine Verteilerliste
aufgenommen werden, wenn dieses bereits als Benutzer im System registriert
und validiert ist und somit ein gültiges Benutzerkonto mit einer Benutzeridentifikation
besitzt.
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Die
Aufnahme eines neuen Benutzers kann vom Verwalter über das
WebPortal oder das Client-Programm auf dem Mobilfunktelefon erfolgen.
Der Verwalter muss hierzu entweder die Benutzeridentifikation oder einen
dieser zugeordneten Namen des Interessenten oder dessen Mobilfunknummer
kennen (Schritt 1). Im Beispiel ist dies wiederum Benutzer
D (der Verwalter der Verteilerliste ist), der Benutzer X nach seiner
Anmeldung (vgl. Kapitel 3.3.2) in die Verteilerliste 2 aufnehmen
möchte.
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Das
Kommunikationssystem prüft,
ob Benutzer D überhaupt
berechtigt ist, weitere Benutzer in die Verteilerliste 2 aufzunehmen
(Schritt 2), d. h. es wird geprüft ob Benutzer D der Verwalter
der Verteilerliste 2 ist. Da Benutzer D Verwalter der Verteilerliste
2 ist, besitzt er diese Berechtigung. Das System prüft des Weiteren, ob
der von D angegebene Benutzer X überhaupt
im System existiert, d. h. ob er über ein gültiges Benutzerkonto verfügt (dies
ist vor allem dann wichtig, wenn D nur eine Mobilfunknummer aber
keinen Namen oder keine Benutzeridentifikation des Benutzers angegeben
hat) (Schritt 3).
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Das
Kommunikationssystem sendet daraufhin eine Einladungsnachricht vom
Typ „JoinMessage" an den Benutzer
X. Die Einladungsnachricht („JoinMessage") erlaubt dem Benutzer
X lediglich, die Aufnahme in die Verteilerliste anzunehmen oder
abzulehnen (Schritt 4).
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Nachdem
die Aufnahme eines Benutzers voraussetzt, dass dieser bereits registrierter
und validierter Benutzer im System ist, würde sich der erneute Versand
einer Bestätigungsnachricht
erübrigen.
Verfügt
der Benutzer noch nicht über
ein gültiges
Benutzerkonto, würde
der Prozess wie in Kapitel 3.3.2 beschrieben fortgesetzt.
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Über das
WebPortal sowie das Client-Programm sind alle Benutzer mit einem
gültigem
Benutzerkonto in der Lage, jederzeit festzustellen, in welchen Verteilerlisten
sie eingetragen sind und welchen Status sie besitzen (Nutzer oder
Verwalter). Verwalter besitzen zudem die Möglichkeit, Benutzer jederzeit
aus einer Liste zu streichen.