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DE102007031114A1 - Hörimplantat mit multidirektional wirkendem Aktor - Google Patents

Hörimplantat mit multidirektional wirkendem Aktor Download PDF

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DE102007031114A1
DE102007031114A1 DE102007031114A DE102007031114A DE102007031114A1 DE 102007031114 A1 DE102007031114 A1 DE 102007031114A1 DE 102007031114 A DE102007031114 A DE 102007031114A DE 102007031114 A DE102007031114 A DE 102007031114A DE 102007031114 A1 DE102007031114 A1 DE 102007031114A1
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hearing system
perilymph
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Hans-Peter Prof. Dr. Zenner
Armin Schäfer
Dirk Malthan
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Eberhard Karls Universitaet Tuebingen
Universitätsklinikum Tübingen
Fraunhofer Gesellschaft zur Foerderung der Angewandten Forschung eV
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Eberhard Karls Universitaet Tuebingen
Universitätsklinikum Tübingen
Fraunhofer Gesellschaft zur Foerderung der Angewandten Forschung eV
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    • H04R25/606Mounting or interconnection of hearing aid parts, e.g. inside tips, housings or to ossicles of acoustic or vibrational transducers acting directly on the eardrum, the ossicles or the skull, e.g. mastoid, tooth, maxillary or mandibular bone, or mechanically stimulating the cochlea, e.g. at the oval window

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Abstract

Implantierbares Hörsystem zur direkten oder indirekten hydrodynamischen Kopplung an den Perilymphraum (56) des menschlichen Ohrs (10), mit einem Schallsignalprozessor (38) und einem gleichmäßig in alle Raumrichtungen, insbesondere sphärisch wirkenden Aktor (42), wobei der Schallsignalprozessor (38) mit dem Aktor (42) zur Signalübertragung in Verbindung steht, wobei der Aktor (42) während einer Implantationsoperation beliebig relativ zum Perilymphraum (56) orientiert werden kann und in Übereinstimmung mit übertragenen Signalen in einer Vorzugsrichtung (51) auslenkbar ist, um Vibrationen an eine Perilymphe zu übertragen, wobei eine Auslenkungsrichtung des Aktors (42) nach erfolgter Implantationsoperation derart in jede beliebige Raumrichtung justierbar ist, dass der Aktor (42) im Wesentlichen in der Vorzugsrichtung (51) ausgelenkt wird.

Description

  • Die vorliegende Erfindung betrifft ein implantierbares Hörgerät zur direkten oder indirekten hydrodynamischen Kopplung an den Perilymphraum des menschlichen Ohrs. Die Erfindung betrifft ferner ein Verfahren zum Übertragen von Umgebungsschall an das Innenohr eines menschlichen Ohrs.
  • Schwerhörigkeit stellt ein schwerwiegendes Gesellschaftsproblem dar, da im Durchschnitt etwa 10 bis 20% der Bevölkerung in den Industrienationen davon betroffen sind. Schwerhörigkeit ist in vielen Fällen bis heute nicht heilbar und verursacht dadurch eine Reduktion der Lebensqualität. Implantierbare Hörsysteme bieten hier einen Ausweg.
  • Ein wesentliches Grundproblem heutiger implantierbarer Hörgeräte stellt die Ankopplung an das sogenannte auditorische System dar. Eine mechanische Ankopplung an die Gehörknöchelchenkette ist nicht immer zuverlässig und beschränkt die Anwendung auf Patienten mit einem reizlosen Mittelohr, wodurch Patienten mit z. B. einer chronischen Entzündung sowie solche Patienten mit einer inoperablen Schallleitungsfehlhörigkeit von der Nutzung solcher Hörgeräte ausgeschlossen sind. Außerdem sollte aus audiologischer Sicht eine Ankopplung möglichst nahe am Innenohr oder sogar an die Perilymphe erfolgen.
  • Typische Ankopplungspunkte für herkömmliche Aktoren, die von außen Impulse an den Gehörnerv übertragen, sind der Körper des Amboss sowie der lange Ambossschenkel, wobei das Implantat entweder über eine Vertiefung im Amboss (vgl. 4) oder durch eine Klippung an den Ambossschenkel (vgl. 5) angekoppelt wird. Ein weiterer typischer Ankopplungspunkt ist der Steigbügelkopf (Ausführungsform nicht dargestellt).
  • Ein Hauptmerkmal herkömmlicher vibratorischer Hörgeräte ist darin zu sehen, dass elektrische Signale eines Signalprozessors mechanisch auf unterschiedliche Teile des Mittelohrs übertragen werden. Hierzu sind üblicherweise elektromechanische Wandler erforderlich, die elektrische Energie in mechanische Vibrationen wandeln. In einigen herkömmlichen implantierbaren Hörgeräten kommen piezoelektrische und magnetoelektrische Wandler zum Einsatz.
  • Ein bekanntes Hörgerät ist z. B. teilimplantierbar, d. h. einige Komponenten, wie z. B. ein Mikrofon, eine Energieversorgung oder ein Soundprozessor, werden außen an der Kopfhaut direkt über dem Ohr getragen (vgl. 4 und 5), während interne Komponenten, wie z. B. ein Empfängermodul und ein sogenannter „Floating Mass Transuser" (FMT), implantiert sind. Dabei wird ein von dem Soundprozessor generiertes elektrisches Signal transkutan mittels einer Induktionsspule auf das Empfängermodul übertragen, welches es wiederum in ein für den FMT verwertbares Signal umwandelt. Dieses bekannte System ist in 5 schematisch dargestellt. Der FMT besteht aus zwei separat ansteuerbaren Spulen, die einen im Inneren gelagerten Eisenkern in (unidirektionale) Schwingungen versetzen können. Bei der Implantation wird der FMT mit Titanklammern am langen Ambossfortsatz möglichst nahe am Gelenk zwischen Amboss und Steigbügel befestigt. Dieses bekannte Hörsystem ist besonders gut für Patienten mit geringer bis mittlerer Schallempfindungsschwerhörigkeit und relativ niedriger Hörschwelle bei Frequenzen bis 1 kHz geeignet.
  • Ferner existiert ein weiteres implantierbares Hörgerät, das unter der Bezeichnung MET von der Firma Otologics vertrieben wird. Hier handelt es sich um ein Teil- und Vollimplantat, wobei das Vollimplantat schematisch in 4 dargestellt ist. Ein Mikrofon, ein Schallsignalprozessor und ein Akkumulator sind dabei unter der Kopfhaut platziert. Kernstück dieses Hörgeräts ist ein elektromagnetischer Wandler. Ein Stößel des Wandlers, die sogenannte Koppelstange, wird während einer Operation in eine ca. 1 mm tiefe Mulde im Ambosskörper eingepasst. Die Mulde wird mittels eines Diodenlasers erzeugt. Der Wandler wird mittels eines Kabels mit dem Schallsignalprozessor verbunden, um elektrische Signale in entsprechende Vibrationen umzusetzen, die über die Koppelstange auf die Gehörknöchelchenkette (Ossikelkette) übertragen werden. Der Steigbügel leitet dabei die Schwingungen über das sogenannte ovale Fenster ins Innenohr, wo sie in Nervsignale umgewandelt werden. Im Gegensatz zum zuvor erwähnten Hörsystem beruht die Vibrationserzeugung hier nicht auf der Beschleunigung einer Masse, sondern auf der direkten Kraftübertragung durch den fest verankerten Wandler. Dabei muss beachtet werden, dass aufgrund der losen Verbindung zwischen Koppelstange und Amboss nur Druckkräfte übertragbar sind, d. h. der Wandler muss so platziert werden, dass die Gehörknöchelchenkette unter einer gewissen Vorspannung steht. Dieses Hörsystem ist für Patienten mit mittlerer bis hochgradiger Schallempfindungsschwerhörigkeit geeignet.
  • Ein weiteres Hörsystem, das in einem Artikel mit dem Titel „Implantierbare Hörgeräte für hochgradige Schwerhörigkeit" von K.-B. Hüttenbrink (HNO 10/97, Seiten 742 bis 744) beschrieben ist, beruht auf einem hydraulischen Prinzip (vgl. 6). Ein elektrodynamischer Wandler, z. B. mit einer elektrisch angeregten Spule, wird dabei in der Mastoidhöhle oder in der Temporalschuppe vorgesehen, weil dort ausreichend Platz vorhanden ist. Dieser Ort schließt jedoch eine starre Ankopplung an das Innenohr aus. Deshalb hatten sich die Autoren des Artikels sich dazu entschlossen, die Energieübertragung flexibel über einen flüssigkeitsgefüllten Schlauch zu führen. Dies ist schematisch in 6 dargestellt. Am Ende des Schlauches, der an den hydrodynamischen Wandler gekoppelt ist, ist ein ballonartiger Körper vorgesehen. Während einer Operation wird versucht, den Schlauch bzw. dessen ballonförmiges Ende direkt ankoppelnd an das sogenannte runde Fenster zu platzieren. Das runde Fenster ist ein Ort im Innenrohr ohne knöcherne Bedeckung der Cochlea, nämlich eine Membran. Diese Membran zwischen Mittelohr und Innenohr liegt im Inneren einer Vertiefung, deren Eingangsöffnung (für einen Chirurgen) von Knochen des Mittelohrs verdeckt ist. Diese in der Paukenhöhle liegende Eingangsöffnung der Vertiefung ist für einen Operateur zwar sichtbar, aber wegen der Ausrichtung des Mittelohrs (von außen) schwer zugänglich. Idealerweise soll der Schlauch durch die Zugangsöffnung an der Membran des runden Fensters vollständig eingeführt werden und das ballonförmige Ende anschließend vollständig aufgebläht werden, wie es in 6 gezeigt ist, um die Membran des runden Fensters zu berühren. Darüber hinaus sollte ein axialer Aktor in Bezug auf die Rundfenstermembran idealerweise in einem rechten Winkel zur Rundfenstermembran stehen.
  • In der Praxis wird dieser Idealzustand jedoch nie erreicht. In der Praxis kann das Schlauchende mit dem ballonförmigen Körper nur in die Nähe der Eingangsöffnung geführt werden, aber nicht in diese hinein. Bei einem anschließenden Aufblähen des ballonförmigen Endes koppelt dieses zwar an die knöchernen Ränder der Eingangsöffnung, aber selten direkt an die Membran. Dies ist in der 6 durch eine strichpunktierte Linie angedeutet. Ein weiteres Problem ist in den relativ hohen Energieverlusten (ca. 20 dB) zu sehen, so dass das Ziel einer Anregung von bis zu 140 dB in der Praxis nicht erreicht wird. Darüber hinaus wirft die technische Realisierbarkeit des Schlauchs, insbesondere hinsichtlich der Dichtigkeit, unlösbare Probleme auf. Konstruktiv ist es bisher unmöglich, einen permanent mit einer Flüssigkeit (Wasser) gefüllten ballonförmigen Körper und flexiblen Schlauch vorzusehen, die auf die gesamte Lebensdauer gesehen keine Luftblasen ziehen. Da das Mittelohr luftgefüllt ist und der Schlauch gemäß Vorgabe flexibel sein muss, kann ein Eintritt von Luft in die Übertragungsflüssigkeit (Wasser) innerhalb des Schlauchs auf Dauer nicht unterbunden werden. Sobald zuviel Luft in der Übertragungsflüssigkeit vorhanden ist, lassen sich Signale nicht mehr übertragen. Luft ist im Gegensatz zur Übertragungsflüssigkeit kompressibel und würde somit die Signale (Druckänderungen) in der Flüssigkeit kompensieren, so dass es am ballonförmigen Ende zu keinerlei Signalübertragung mehr käme.
  • Darüber hinaus kann die oben genannte ideale axiale Anordnung eines axialen Wandlers senkrecht zur Rundfenstermembran in der Regel nur näherungsweise erreicht werden. Dies liegt an den anatomischen Verhältnissen im Mittelohr, die keine beliebige Anordnung des Wandlers erlauben. Hinzu kommt, dass die axiale Anordnung des Wandlers in Wochen, Monaten und Jahren nach der Operation sich durch Narbenbildung ändern kann. Diese Narbenbildung kann am Implantationsort des Wandlers auftreten und dort seine Wirkachse durch die Verschiebung des Wandlers ändern. Ferner kann durch Narbenbildung am Kabel eine entsprechende Verschiebung hervorgerufen werden. Im Ergebnis ist der axiale Wandler zwar noch voll wirksam, aufgrund seiner veränderten Wirkrichtung kann die Stimulation der Rundfenstermembran aber erheblich nachlassen.
  • Ausgehend von diesen Problemen ist es eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein teil- und/oder vollimplantierbares Hörsystem vorzusehen, das die oben erwähnten Nachteile überwindet. Ferner ist es eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Verfahren zum Betreiben eines solchen Hörsystems bereitzustellen.
  • Diese Aufgabe wird gelöst durch ein implantierbares Hörsystem zur direkten oder indirekten hydrodynamischen Kopplung an den Perilymphraum des menschlichen Ohrs, mit einem Schallsignalprozessor und einem gleichmäßig in alle Raumrichtungen, insbesondere sphärisch, wirkenden Aktor, wobei der Schallsignalprozessor mit dem Aktor zur Signalübertragung in Verbindung steht, wobei der Aktor während einer Implantationsopertion beliebig relativ zum Perilymphenraum orientiert werden kann und in Übereinstimmung mit übertragenen Signalen elektrisch in einer vorbestimmten Vorzugsrichtung auslenkbar ist, um Vibrationen an eine Perilymphe, zu übertragen. Insbesondere ist eine Auslenkungsrichtung des Aktors nach erfolgter Implantationsoperation derart in jede beliebige Raumrichtung justierbar, dass der Aktor im Wesentlichen in der Vorzugsrichtung ausgelenkt wird.
  • Ein derartiges Hörsystem ermöglicht es, den Aktor ungeachtet einer gewünschten Stimulationsrichtung zu implantieren. Die gewünschte Stimulationsrichtung (Vorzugsrichtung) kann nach erfolgter Implantation von außen erfolgen. Dies erleichtert die Implantation des Aktors wesentlich, insbesondere wenn man bedenkt, dass das menschliche Mittelohr räumlich beengt ist. Bisher ließ sich ein herkömmlicher Aktor auf Grund mangelnden Platzes nicht immer in der gewünschten Stimulationsrichtung einbauen.
  • Ein weiterer Vorteil ist darin zu sehen, dass bei einer postoperativen Änderung der Ausrichtung des Aktors relativ zur Cochlea diese Änderung nachträglich einfach elektronisch vorgenommen werden kann.
  • Außerdem kann der Aktor seine Energie in zahlreiche Raumrichtungen abgeben, ohne dass die Wirkrichtung gesteuert wird. Dabei ist man von gezogenen Luftblasen unabhängig, die bei Systemen auftreten, die auf dem eingangs erwähnten „hydraulischen" Prinzip beruhen.
  • Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform ist der Aktor derart dimensioniert, dass der Aktor in die knöcherne Nische des runden Fensters einführbar ist.
  • Auf diese Weise ist eine direkte Ankopplung an die Membran des runden Fensters möglich. Selbst bei einer schweren Zugänglichkeit des runden Fensters kann der Aktor direkt an der Membran appliziert werden.
  • Ferner ist es bevorzugt, wenn der Aktor derart dimensioniert ist, das er in die vom Steigbügel umrandete Öffnung integrierbar ist.
  • Der Steigbügel bildet einen bevorzugten Ort, um Vibrationen an die Cochlea zu übertragen, da der Steigbügel das natürliche Kopplungselement repräsentiert.
  • Auch ist es bevorzugt, wenn der Aktor derart dimensioniert ist, dass der Aktor durch eine in einer Fußplatte des Steigbügels hergestellte Öffnung in den Perilymphraum 56 einführbar ist und dort platzierbar ist.
  • Eine direkte hydrodynamische Kopplung an die Perilymphe stellt die beste Kopplungsmethode dar, da es zu keinerlei Energieverlust auf dem Übertragungsweg kommt.
  • Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform umfasst der Aktor eine Vielzahl von individuellen, vorzugsweise unidirektional, wirkenden Aktorelementen, die derart zueinander angeordnet sind, dass gezielte Auslenkungen im Wesentlichen in alle Raumrichtungen möglich sind.
  • Auf diese Weise ist gewährleistet, dass eine ideale Stimulationsrichtung nachträglich einstellbar ist, und zwar unabhängig von der Ausrichtung des Aktors, wie sie ursprünglich durch die Implantation vorgegeben ist.
  • Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform sind die Aktorelemente derart miteinander verbunden, dass sie eine Struktur bzw. Gerüst bilden.
  • Eine Struktur bedingt Ordnung. Ordnung bedingt die Möglichkeit, vorbestimmte Richtungen auszuwählen. An dem Gerüst kann eine Außenhülle angebracht werden. Das Gerüst kann symmetrisch aufgebaut werden, um die Ansteuerung der verschiedenen Raumrichtungen zu vereinfachen.
  • Insbesondere kann die Struktur von einer äußeren Hülle umgeben sein, die dicht ist und die an ihrer Außenseite Anschlüsse aufweist, um eine elektrische Spannung derart anzulegen, dass einzelne, vorzugsweise alle, Aktorelemente gezielt ansteuerbar sind.
  • Auch hat es sich als Vorteil herausgestellt, wenn die Aktorelemente chaotisch angeordnet sind und von einer äußeren Hülle umgeben sind, insbesondere wenn die Aktorelemente in einem Trägermaterial eingebettet sind.
  • Mittels des Trägermaterials können die chaotisch angeordneten Aktorelemente z. B. durch Anlegen einer Spannung oder durch Vorsehen eines magnetischen Felds in einer vorbestimmten Richtung ausgerichtet werden, um dann in der idealen Stimulationsrichtung zu schwingen.
  • Gemäß einer weiteren Ausgestaltung ist die Hülle zusätzlich mit einem Fluid gefüllt.
  • Auf diese Weise kann eine Auslenkung eines oder mehrerer Aktorelemente verstärkt an die Hülle übertragen werden.
  • Gemäß einer weiteren Ausführungsform weist der Aktor eine mit einer elektromagnetischen Flüssigkeit gefüllte Hülle auf, wobei die elektromagnetische Flüssigkeit beim Anlegen einer äußeren Spannung ihre Viskosität und/oder ihre räumliche Ausdehnung ändert.
  • Auf diese Weise kann der Aktor in beliebigen Raumrichtungen in Schwingungen versetzt werden, die zum Übertragen von Impulsen an die Cochlea erforderlich sind.
  • Auch ist es bevorzugt, wenn jedes Aktorelement derart ausgebildet ist, dass durch Anlegen einer elektrischen Spannung eine Längen- und/oder Volumenänderung hervorgerufen wird.
  • Auf diese Weise kann der Aktor wiederum in Schwingung versetzt werden.
  • Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung ist der Aktor aus einer Gruppe auswählbar, die durch Piezoaktoren, Polymeraktoren, Kondensatoraktoren und Memorymetallaktoren gebildet wird.
  • Gemäß einem weiteren Aspekt der vorliegenden Erfindung hat der Aktor einen maximalen Durchmesser von 2 mm.
  • Mit einem maximalen Durchmesser von 2 mm lässt sich der Aktor einfach in die Nische des runden Fensters einführen.
  • Vorzugsweise weist das Hörsystem zusätzlich einen Schallsensor und eine Energiequelle auf.
  • Auf diese Weise lässt sich ein Vollimplantat realisieren, da alle dazu nötigen Komponenten des Hörsystems vorhanden sind.
  • Gemäß dem erfindungsgemäßen Verfahren wird ein Signalprozessor, insbesondere im Bereich des Außen- oder Mittelohrs, vorzugsweise am oder im Felsenbeinknochen, vorgesehen; ein Aktor, der in beliebige Raumrichtungen elektrisch auslenkbar ist, wird in einer beliebigen Orientierung im Mittelohr vorgesehen, so dass zumindest Energie an den Perilymphraum der Cochlea übertragbar ist; und der Aktor wird in einer vorbestimmten Vorzugsrichtung ausgelenkt.
  • Auf diese Weise ist es möglich, während der Implantation den Aktor in beliebige Ausrichtung relativ zur Cochlea an bzw. in derselben vorzusehen. Der Aktor kann in der bevorzugten Stimulationsrichtung schwingen. Dies wird erreicht, indem der Aktor entsprechend angeregt wird. Luftblasen können vom System nicht gezogen werden.
  • Vorzugsweise wird der Aktor entweder in der Nähe des runden Fensters, in der Nische des runden Fensters, am Steigbügel oder im Perilymphraum angeordnet.
  • Zudem ist es bevorzugt, wenn der Aktor aus einer Vielzahl individueller, unidirektionaler Aktorelemente gebildet ist, wobei nur solche Aktorelemente ausgelenkt werden, die im Wesentlichen in der Vorzugsrichtung wirken.
  • Es versteht sich, dass die vorstehend genannten und die nachstehend noch zu erläuternden Merkmale nicht nur in der jeweils angegebenen Kombination, sondern auch in anderen Kombinationen oder in Alleinstellung verwendbar sind, ohne den Rahmen der vorliegenden Erfindung zu verlassen.
  • Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in der Zeichnung dargestellt und werden in der nachfolgenden Beschreibung näher erläutert. Es zeigen:
  • 1A eine schematische Darstellung eines menschlichen Ohrs;
  • 1B ein Blockdiagramm eines Hörgeräts;
  • 2A bis 2C verschiedene Applikationsorte für einen Aktor gemäß der vorliegenden Erfindung;
  • 3A bis 3E verschiedene Aktoren gemäß der vorliegenden Erfindung;
  • 4 ein Hörgerät gemäß dem Stand der Technik;
  • 5 ein weiteres Hörgerät gemäß dem Stand der Technik; und
  • 6 ein noch weiteres Hörgerät gemäß dem Stand der Technik.
  • In 1A ist ein menschliches Ohr 10 einer normal hörenden Person schematisiert und teilweise geschnitten dargestellt. Schall (Töne und Geräusche) werden durch die Ohrmuschel gebündelt und entlang des Gehörgangs (Außenohr) in Richtung des Trommelfells 12 geleitet. Der Schall trifft auf das Trommelfell 12 und wird in die Cochlea 14 (Innenohrschnecke) über ein System von Knochen 16 (Gehörknöchelchenkette bzw. Ossikelkette) übertragen, die als Hebel dienen, um eine Verstärkung und akustische Anpassungstransformation an einen Stempel bzw. eine Membran 18, genannt das „ovale Fenster", zu ermöglichen. Die Cochlea 14 ist eine spiralförmig gewundene Röhre ähnlich einem Schneckenhaus, die im abgewinkelten Zustand etwa 35 mm lang ist und die über den größten Teil ihrer gesamten Länge durch eine Zwischenwand unterteilt ist, genannt die „Basilarmembran". Eine untere Kammer der Cochlea wird „Scala Tympani" genannt, und eine obere Kammer wird „Scala Vestibuli" genannt. Die Cochlea 14 ist mit einem Fluid (Perilymphe) mit einer Viskosität gefüllt, die etwa der Viskosität von Wasser entspricht. Die Scala Tympani ist mit einer weiteren Membran 20, genannt „rundes Fenster", ausgestattet, das dazu dient, den Versatz des Fluids aufzunehmen, wenn das ovale Fenster 18 ausgelenkt wird.
  • Wenn das ovale Fenster 18 akustisch über die Gehörknöchelchen 16 betätigt wird, so wird korrespondierend dazu die Basilarmembran versetzt und diese vibriert durch die Bewegung des Fluids in der Cochlea. Der Versatz der Basilarmembran regt Haarzellen (Sinneszellen) an, die in einer besonderen Struktur auf der Basilarmembran liegen (nicht gezeigt). Bewegungen dieser Sinneshaare erzeugen elektrische Entladungen in Fasern des Hörnervs 22, und zwar durch die Vermittlung von Zellen des Spiralganglion, die in der Modiolus- oder Modiolarwand positioniert sind.
  • Das menschliche Ohr 10 lässt sich grob in drei Bereiche unterteilen, nämlich ein Außenohr 24, ein Mittelohr 26 und ein Innenohr 28.
  • Ein Druck der Gehörknöchelchen 16 auf das ovale Fenster 18 läuft also als Schwingung die Scala Vestibuli hinauf zur Spitze der Schnecke 14 und über ein Schneckenloch (nicht dargestellt) entlang der Scala Tympani wieder hinab zum runden Fenster 20, das den eingetragenen Druck durch Dehnung bzw. Schwingung ausgleichen kann.
  • In 1B ist ein stark vereinfachtes Blockdiagramm eines Hörsystems bzw. -geräts 30 veranschaulicht. Einige der dargestellten Systemkomponenten sind nahezu allen Hörgeräten gemein. Umgebungsschall 32 wird über ein Sensorelement 34 (z. B. ein Mikrofon) aufgenommen. Dabei entstehende elektrische Signale 36 werden an einen (Schall-)Signalprozessor 38 weitergeleitet. Dort werden sie verarbeitet und in solche elektrische Signale 40 umgewandelt, die ein Übertragungselement 42 an das Ohr 10 bzw. den Gehörnerv 22 weiterleiten kann. Zur Signalverarbeitung und Signalübertragung ist Energie von einer Energiequelle 44 notwendig, die z. B. durch einen Akkumulator bereitgestellt werden kann. Je nachdem, ob alle Komponenten des Hörgeräts 30 im bzw. am Schädel des Patienten angeordnet sind, spricht man von Vollimplantaten bzw. Teilimplantaten. Bei Vollimplantaten sind alle Komponenten in den Kopf des Patienten integriert. Die vorliegende Erfindung lässt sich sowohl auf Teil- als auch Vollimplantate anwenden. Es ist aber bevorzugt, so viel wie möglich herkömmliche und bekannte Komponenten – mit Ausnahme des Übertragungselementes – zu verwenden. Auf diese Weise lässt sich eine flächendeckende technische Versorgung und Unterstützung gewährleisten. So ist es z. B. denkbar, dass man bekannte Sensorelemente und Signalprozessoren verwendet, die entsprechende klinische Studien bereits erfolgreich durchlaufen haben. Die vorliegende Entwicklung beschäftigt sich im Wesentlichen mit zwei Themenkomplexen, nämlich mit der Signal- und Energieübertragung vom Prozessor zum Wandler bzw. Aktor und mit der Ausgestaltung des Aktors als solchen.
  • Die vorliegende Erfindung betrifft ein vibratorisches Hörgerät 30, das zumindest einen Signalprozessor 38 und ein Übertragungselement bzw. einen Aktor 42 umfasst. Elektrische Signale des Signalprozessors 38 werden mechanisch auf unterschiedliche Teile des Mittelohrs 20 übertragen. Dazu ist ein Wandler erforderlich, der elektrische Energie in mechanische Vibrationen umwandelt. Hier könnten z. B. piezoelektrische oder magnetoelektrische Wandler eingesetzt werden.
  • Die vorliegende Erfindung beschreitet aber einen etwas anderen Weg, und zwar aus Gründen, die im Zusammenhang mit den 2A bis 2C klarer werden.
  • Vorliegend wird ein – im Gegensatz zum bekannten unidirektional wirkenden Aktor – multidirektional wirkender Aktor 42 vorgeschlagen, der indirekt oder direkt hydrodynamisch an einen Perilymphraum (vgl. Bezugszeichen 56 im 2) ankoppelt. Vorzugsweise wird ein annähernd sphärischer oder sphäroider Aktor 42 verwendet, der an verschiedenen Orten angeordnet werden kann.
  • Gemäß einer ersten Ausführungsform wird der Aktor 42 in der Nähe des runden Fensters 20 (vgl. auch 1A) in der Paukenhöhle des Mittelohrs befestigt. Der Aktor 42 ist insbesondere so dimensioniert, dass er in die Eingangsöffnung der Nische zum runden Fenster 20 (vgl. 6) passt, d. h. er hat vorzugsweise einen Durchmesser von 1,5 bis 2,5 mm. Die Form des Aktors 42 ist in 2A als Kugel durch eine Strichlinie angedeutet. Wie es nachfolgend noch detaillierter erläutert werden wird, stellt die Kugel jedoch nur eine spezielle Form von vielen für einen Aktor dar, der prinzipiell in alle Raumrichtungen wirken, d. h. schwingen bzw. vibrieren, kann.
  • Der Aktor 42 ist ein elektromechanischer Wandler, der durch elektrische Impulse zu Längen- und/oder Volumenänderungen angeregt wird. Dazu ist der Aktor 42 mit einer Leitung 48 z. B. mit einem Empfänger 50 verbunden, wenn er nicht direkt mit dem Signalprozessor 38 in Verbindung steht. In diesem Fall erfolgt die Kommunikation zwischen Aktor und Prozessor drahtlos.
  • Es versteht sich, dass der Aktor 42 auch direkt an die Membran des runden Fensters 20 koppeln kann. Eine Vorzugsrichtung ist mit einem Pfeil 51 veranschaulicht. Die Vorzugsrichtung 51 steht senkrecht auf der Membran des runden Fensters 20 und stellt die Richtung dar, in der am meisten Energie an die Cochlea 14 übertragen wird. Wenn Energie in der Vorzugsrichtung 51 an die Cochlea 14 übertragen wird, hört der Träger des Hörgeräts 30 am besten bzw. lautesten.
  • Bezug nehmend auf 2B ist eine Situation gezeigt, bei der der Aktor 42 innerhalb der Steigbügelschenkel auf einer künstlichen Öffnung 47 des Steigbügels 46 angeordnet ist. Auch hier steht die Vorzugsrichtung 51 senkrecht auf einer Steigbügelfußplatte 52, die an ihrem äußeren Rand über ein dünnes Häutchen (nicht dargestellt) mit der Cochlea 14 verbunden ist. Dieses Häutchen stellt die Membran des ovalen Fensters 18 dar. Energie wird am besten in Richtung der Vorzugsrichtung 51 übertragen.
  • Da der Aktor 42 der vorliegenden Erfindung äußerst klein dimensioniert werden kann, wie es detaillierter im Zusammenhang mit den 3A bis 3E noch erläutert werden wird, kann eine Öffnung 54 von z. B. 0,6 mm Durchmesser in die Steigbügelfußplatte 52 künstlich hergestellt werden, um den entsprechend dimensionierten Aktor 42 in den Perilymphraum 56 zur direkten hydrodynamischen Kopplung an die Perilymphe zu integrieren. Nach erfolgter Integration des Aktors 42 in den Perilymphraum 56 wird die Öffnung wieder verschlossen, um das „System" 56 wieder abzudichten.
  • Für die Applikationsorte, wie sie in den 2A bis 2C und insbesondere in der 2C dargestellt sind, musste der Aktor 42 entsprechend miniaturisiert werden. Mit Bezug auf die 3A bis 3E werden nachfolgend miniaturisierte Aktoren 42 erläutert werden, die diese Vorgabe (Durchmesser vorzugsweise kleiner 2 mm) erfüllen.
  • In 3A ist ein erster Aktor 42' (hier lediglich zweidimensional) schematisch dargestellt, der aus einer Vielzahl von Aktorelementen 60i (i = 1, ..., n; hier n = 6) gebildet ist. Es versteht sich, dass ein Winkel zwischen zwei benachbarten Aktorelementen 60 beliebig gewählt werden kann. Je mehr Aktorelemente 60 verwendet werden, desto geringer wird der Winkel zwischen ihnen und desto größer wird eine Genauigkeit, mit der eine vorbestimmte Raumrichtung, insbesondere die Vorzugsrichtung 51 der 2, zum Schwingen angeregt werden kann.
  • Ferner versteht es sich, dass die in der 3A zweidimensional dargestellte Struktur 61, die einem Fachwerk ähnelt, sich auch in die dritte Dimension erstreckt.
  • Die Aktorelemente 60 können durch Anlegen einer Spannung in Schwingung versetzt werden, wie es exemplarisch durch einen Doppelpfeil 62 angedeutet ist. Die Aktorelemente 60 schwingen dabei entlang ihren Längsachsen. Die Kontaktierung der jeweiligen Aktorelemente 60 erfolgt derart, dass die Aktorelemente einzeln und vorzugsweise in sich gegenüberliegenden Paaren (z. B. 606 und 603 ) ansteuerbar sind. Um die einzelnen Elemente ansteuern zu können, müssen z. B. bei kugelsymmetrischen Aktoren 42 lediglich zwei Parameter (in Kugelkoordinaten die Winkel ϕ und θ) geändert werden, um ein spezielles Aktorelement 60i anwählen zu können.
  • Der große Vorteil eines Aktors 42, der dazu in der Lage ist, in allen beliebigen Raumrichtungen zu schwingen, ist darin zu sehen, dass während einer Implantation des Aktors nicht darauf geachtet werden muss, wie der Aktor 42 relativ zum gewünschten Ankopplungspunkt (z. B. rundes Fenster, ovales Fenster, Steigbügel) orientiert ist. Der Aktor kann einfach eingesetzt werden, was im Hinblick auf die äußerst beengten räumlichen Verhältnisse eine unschätzbare Vereinfachung der Implantation darstellt. Nach erfolgter Implantation kann der Träger des Hörgeräts selbst bestimmen, unter welchen Bedingungen er am besten hört. Dazu können die Aktorelement 60 nacheinander getrennt angesteuert und ausgelenkt werden, wobei der Träger des Hörsystems entsprechende Rückantworten gibt.
  • Diese Vorgehensweise hat den weiteren Vorteil, dass bei einer nachträglichen Änderung der Orientierung des Aktors 42 relativ zum Perilymphraum 56, wie es z. B. bei einer postoperativen Narbenbildung regelmäßig der Fall ist, die bevorzugte Auslenkungsrichtung nachträglich jederzeit verändert werden kann. Bei einem herkömmlichen, unidirektional wirkenden Aktor war diese Möglichkeit nicht gegeben. Kam es zu einer Fehlausrichtung – entweder während der Implantation oder nachträglich durch Narbenbildung – so konnte diese nachträglich nicht mehr geändert werden. Die vorliegende Erfindung ermöglicht es, dass man die Richtung, in der Energie bevorzugt an die Cochlea übertragen wird, jederzeit beliebig ändern und einstellen kann.
  • Ein weiterer Vorteil der vorliegenden Erfindung ist darin zu sehen, dass der Aktor äußerst klein baut. Er baut mitunter so klein, dass er direkt in die Nische des runden Fensters 20 integriert werden kann. Vorzugsweise wird der Aktor direkt in den Perilymphraum 56 eingeführt, wie es exemplarisch in 2C dargestellt ist. In diesem Fall koppelt der Aktor direkt hydrodynamisch mit der Perilymphe.
  • Bezug nehmend auf 3D ist eine weitere Ausführungsform eines Aktors 42'' gemäß der vorliegenden Erfindung gezeigt.
  • Der Aktor 42'' umfasst eine Vielzahl von Polymeraktoren 66. Solche Polymeraktoren sind z. B. detailliert in der deutschen Patentanmeldung DE 102 44 312 A1 offenbart, auf deren Inhalt hiermit Bezug genommen wird.
  • Die Aktoren 42 können optional eine äußere Hülle 64 aufweisen, die die Aktorelemente (60 oder 66) umgibt, dicht ist und vorzugsweise flexibel ist. Im Fall des Aktors 42'' der 3B kann die Hülle mit einem elastischen Füllmaterial 68 gefüllt sein, in das auch die Polymeraktoren 66 eingebettet sind. Das elastische Füllmaterial ermöglicht es, dass sich der Aktor 42'' an seinen Applikationsort (vgl. 6) anpassen kann. Wird der Aktor 42'' z. B. in die Nische des runden Fensters eingeführt, so ermöglicht das elastische Füllmaterial 68 zusammen mit der elastischen Hülle eine Anpassung der Oberfläche des Aktors 42'' an die Innenfläche der Nische. Das Füllmaterial 68 kann zusätzlich die Eigenschaft aufweisen, dass mittels eines elektrischen oder magnetischen Felds, das nach einer Implantation von außen aufgebaut wird, die Polymeraktoren 66 in der Vorzugsrichtung 51 (vgl. 2A und 2B) ausgerichtet wird. Idealerweise schwingen alle Polymeraktoren 66 dann im Wesentlichen parallel zur Vorzugsrichtung 51.
  • In 3C ist eine weitere Möglichkeit dargestellt, wie ein Aktor 42''' aufgebaut sein könnte, um multidirektional schwingen zu können. Es versteht sich, dass aus Gründen der Darstellung hier lediglich zwei Dimensionen dargestellt sind, eine dritte Dimension jeweils ohne weiteres hinzugefügt werden kann.
  • In 3C ist ein zentral angeordnetes Zahnrad 70 dargestellt, das mit einer Vielzahl von Zahnstangen 72 zusammenwirkt. Das Zahnrad 70 kann mittels eines oder mehrerer miniaturisierter Motoren, wie in 3C mit 74 bezeichnet und mit einer Strichlinie dargestellt, mittels einer Welle 76 verbunden sein.
  • In 3D ist eine weitere Ausführungsform eines Aktors 42'''' gezeigt.
  • Der Aktor 42'''' umfasst einen elektrisch aufladbaren inneren Kern 80 und ein aus einer Vielzahl von Hüllenelementen 78i bestehende Außenhülle 78, die ebenfalls elektrisch geladen werden kann. Jedes oder mehrere der Hüllenelemente 78 kann separat angesteuert werden, um den Aktor 42'''' in eine vorbestimmte Richtung schwingen zu lassen.
  • Eine weitere Ausführungsform eines Aktors ist in 3E gezeigt. Dieser Aktor besteht aus einer mit einer elektromagnetischen wechselwirkenden Flüssigkeit gefüllten Hülle 64. Auch diese Hülle 64 ist vorzugsweise dicht und elastisch. Die Hülle 64 kann mit einem elektrisch leitenden Gitter 82 umgeben werden, wobei Gitterpunkte 84 derart (separat) ansteuerbar sind, dass eine Gesamtmasse des Aktors in eine vorbestimmte Richtung zum Schwingen angeregt werden kann.
  • Zusätzlich sind die genannten Ausführungsformen eines Aktors geeignet, selbst im Falle eines Gaseintritts störungsfrei zu funktionieren. Aus diesem Grunde können die Aktoren auch in einer vereinfachten (preiswerten) Version angewendet werden, die eine Energieabgabe in zahlreiche Raumrichtungen ermöglicht und diese Raumrichtungen nach einer Implantation beibehält, ohne dass eine bevorzugte Raumrichtung nachträglich justiert werden kann.
  • Es versteht sich, dass eine Vielzahl von Materialien eingesetzt werden kann, um einen elektromechanischen Aktor bzw. Wandler vorzusehen. Ein erfindungsgemäßer Aktor ist dazu in der Lage, in einer (nachträglich zu bestimmenden) Vorzugsrichtung zu schwingen. Diese Vorzugsrichtung wird aus einer Vielzahl von Richtungen ausgewählt, in denen der Aktor grundsätzlich schwingen kann. Dazu ist der Aktor derart elektrisch ansteuerbar, dass er vorzugsweise im Wesentlichen nur entlang der Vorzugsrichtung schwingt. Je nach Aufbau des Aktors können Raumwinkel grob oder fein angesteuert werden. Im Beispiel der 3A sind mindestens drei Linearaktoren 60 erforderlich, um nahezu alle Raumrichtungen anregen zu können. In diesem Fall sind die linear wirkenden Aktorelemente entlang den Einheitsvektoren eines kartesischen Koordinatensystem orientiert. Die Aktorelemente können unterschiedlich stark zum Schwingen angeregt werden, so dass durch Überlagerung nahezu jeder beliebige Raumwinkel, was die Schwingungsrichtung betrifft, ausgewählt werden kann.
  • Die vorliegende Erfindung ermöglicht also Stimulationsrichtungen, die mit herkömmlichen unidirektionalen Aktoren auf Grund deren Größe und einer damit verbundenen chirurgischen Unmöglichkeit der Anordnung des Aktors in der Stimulationsrichtung nicht möglich waren.
  • Ferner versteht es sich, dass die eingesetzten Materialien grundsätzlich biokompatibel sind.
  • Ferner kann herkömmliche Hörgerättechnologie eingesetzt werden, was die Signalverarbeitung betrifft. Dies resultiert in einem erheblichen Kostenvorteil. Das erfindungsgemäße Implantat kann von jedem Hörgeräteakustiker (für herkömmliche Hörgeräte) an das Hörvermögen des Benutzers angepasst werden. Auf diese Weise ist eine flächendeckende Versorgung bei der Anpassung gewährleistet.
  • ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
  • Diese Liste der vom Anmelder aufgeführten Dokumente wurde automatisiert erzeugt und ist ausschließlich zur besseren Information des Lesers aufgenommen. Die Liste ist nicht Bestandteil der deutschen Patent- bzw. Gebrauchsmusteranmeldung. Das DPMA übernimmt keinerlei Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.
  • Zitierte Patentliteratur
    • - DE 10244312 A1 [0074]
  • Zitierte Nicht-Patentliteratur
    • - „Implantierbare Hörgeräte für hochgradige Schwerhörigkeit" von K.-B. Hüttenbrink (HNO 10/97, Seiten 742 bis 744) [0008]

Claims (19)

  1. Implantierbares Hörsystem zur direkten oder indirekten hydrodynamischen Kopplung an den Perilymphraum (56) des menschlichen Ohrs (10), mit einem Schallsignalprozessor (38) und einem gleichmäßig in alle Raumrichtungen, insbesondere sphärisch, wirkenden Aktor (42), wobei der Schallsignalprozessor (38) mit dem Aktor (42) zur Signalübertragung in Verbindung steht, wobei der Aktor (42) während einer Implantationsopertion beliebig relativ zum Perilymphenraum (56) orientiert werden kann und in Übereinstimmung mit übertragenen Signalen elektrisch in einer vorbestimmten Vorzugsrichtung (51) auslenkbar ist, um Vibrationen an eine Perilymphe, zu übertragen.
  2. Hörsystem nach Anspruch 1, wobei eine Auslenkungsrichtung des Aktors (42) nach erfolgter Implantationsoperation derart in jede beliebige Raumrichtung justierbar ist, dass der Aktor (42) im Wesentlichen in der Vorzugsrichtung (51) ausgelenkt wird.
  3. Hörsystem nach Anspruch 1 oder 2, wobei der Aktor (42) derart dimensioniert ist, dass der Aktor (42) in die knöcherne Nische des runden Fensters (20) einführbar ist.
  4. Hörsystem nach Anspruch 1 oder 2, wobei der Aktor (42) derart dimensioniert ist, dass er in die vom Steigbügel (46) umrandete Öffnung (47) integrierbar ist.
  5. Hörsystem nach Anspruch 1 oder 2, wobei der Aktor (42) derart dimensioniert ist, dass der Aktor (42) durch eine in einer Fußplatte (52) des Steigbügels (46) hergestellte Öffnung (54) in den Perilymphraum (56) einführbar und dort platzierbar ist.
  6. Hörsystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei der Aktor (42) eine Vielzahl von individuellen, vorzugsweise unidirektional wirkenden Aktorelementen (60; 66; 72) aufweist, die derart zueinander angeordnet sind, dass gezielte Auslenkungen im Wesentlichen in alle Raumrichtungen möglich sind.
  7. Hörsystem nach Anspruch 6, wobei die Aktorelemente derart miteinander verbunden sind, dass sie eine Struktur (61) bilden.
  8. Hörsystem nach Anspruch 7, wobei die Struktur (61) von einer äußeren Hülle (64) umgeben ist, die dicht ist und die an ihrer Außenseite Anschlüsse aufweist, um eine elektrische Spannung derart anzulegen, dass einzelne, vorzugsweise alle, Aktorelemente (60) gezielt ansteuerbar sind.
  9. Hörsystem nach Anspruch 6, wobei die Aktorelemente (66) chaotisch angeordnet sind und von einer äußeren Hülle (64) umgeben sind.
  10. Hörsystem nach Anspruch 9, wobei die Aktorelemente (66) in einem Trägermaterial (68) eingebettet sind.
  11. Hörsystem nach einem der Ansprüche 6 bis 10, wobei die Hülle (64) zusätzlich mit einem Fluid gefüllt ist, um eine Auslenkung eines oder mehrerer Aktorelemente (60; 66) an die Hülle (64) verstärkt zu übertragen.
  12. Hörsystem nach Anspruch 1, wobei der Aktor (42) eine mit einer elektromagnetischen Flüssigkeit gefüllte Hülle (64) aufweist, wobei die elektromagnetische Flüssigkeit beim Anlegen einer äußeren Spannung ihre Viskosität und/oder ihre räumliche Ausdehnung ändert.
  13. Hörsystem nach, wobei jedes Aktorelement derart ausgebildet ist, dass durch Anlegen einer elektrischen Spannung eine Längen- und/oder Volumenänderung hervorgerufen wird.
  14. Hörsystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei der Aktor (42) aus einer aus Piezoaktoren, Polymeraktoren, Kondensatoraktoren und Memorymetallaktoren gebildeten Gruppe auswählbar ist.
  15. Hörsystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei der Aktor (42) einen maximalen Durchmesser von 2 mm hat.
  16. Hörsystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche, das ferner einen Schallsensor (34) und eine Energiequelle (44) aufweist.
  17. Verfahren zum Übertragen von Umgebungsschall an das Innenohr (28) eines menschlichen Ohrs (10), mit den folgenden Schritten: – Vorsehen eines Signalprozessors (38) insbesondere im Bereich des Außen- oder Mittelohrs (24, 26), vorzugsweise im Felsenknochen; – Vorsehen eines Aktors (42), der in beliebige Raumrichtungen elektrisch auslenkbar ist, in einer beliebigen Orientierung im Mittelohr (26), so dass zumindest Energie an den Perilymphraum (56) der Cochlea (14) übertragbar ist; und – Auslenken des Aktors (42) in einer vorbestimmten Vorzugsrichtung (51).
  18. Verfahren nach Anspruch 17, wobei der Aktor (42) entweder in der Nähe des runden Fensters (20), in der Nische des runden Fensters (20), am Steigbügel (46) oder im Perilymphraum (56) angeordnet wird.
  19. Verfahren nach Anspruch 17 oder 18, wobei der Aktor (42) aus einer Vielzahl individueller, unidirektionaler Aktorelemente gebildet ist, wobei nur solche Aktorelemente ausgelenkt werden, die im Wesentlichen in der Vorzugsrichtung (51) wirken.
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