-
Die
Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines Verbundkörpers aus
einem Basiskörper aus
opakem Quarzglas und einer dichten Versiegelungsschicht.
-
Quarzglas-Bauteile
werden häufig
hohen thermischen Belastungen und chemisch aggressiven Umgebungen
ausgesetzt. Bei diesen Anwendungen spielen eine guten Wärmeisolierung,
eine hohe Temperaturstabilität
oder Temperaturwechselbeständigkeit
sowie eine hohe chemische Beständigkeit
und Kontaminationsfreiheit eine wichtige Rolle. Zunehmend höhere Anforderungen
werden an die Standzeit und Partikelfreiheit derartiger Quarzglas-Bauteile gestellt.
-
In
Bezug auf die Standzeit eines Quarzglas-Bauteils spielt die Blasenfreiheit
oberflächennaher
Bereiche eine wichtige Rolle. Beispielsweise führen zunächst geschlossene Blasen, die
im Verlaufe des Einsatzes durch Materialabtrag geöffnet werden
häufig
zum Austritt von Verunreinigungen oder Partikeln, was die Lebensdauer
des Bauteils für
partikelsensitive Anwendungen beendet.
-
Zur
Vermeidung von Kontaminationen bietet es sich besonders in der Halbleiterfertigung
an, Quarzglas-Bauteile aus synthetischem Quarzglas einzusetzen.
Eine demgegenüber
kostengünstigere Alternative
ist in der
DE 698
06 628 T2 beschrieben, aus der auch ein Quarzglas-Bauteil
für die
Halbleiterfertigung und ein Verfahren gemäß der eingangs genannten Gattung
bekannt sind. Darin wird vorgeschlagen, auf einem in einem separaten
Verfahrensschritt vorab erzeugten Quarzglas-Bauteil aus natürlichem
Rohstoff eine dichte Schicht aus synthetischem Quarzglas zu erzeugen.
Hierzu werden durch Flammenhydrolyse einer siliziumhaltigen Ausgangsverbindung
in einem Abscheidebrenner SiO
2-Partikel erzeugt
und diese auf der Oberfläche
des Bauteils abgeschieden und dort unter Bildung einer transparenten,
blasenfreien, dichten und glatten Versiegelungsschicht aus synthetischem
Quarzglas sofort verglast.
-
Die
Ausbildung der Versiegelungsschicht erfolgt durch eine relative
Bewegung des Abscheidebrenners und der zu beschichtenden Bauteil-Oberfläche zueinan der,
wobei das Schichtwachstum von der aktuellen Abscheiderate und der
Anzahl der Schichtlagen abhängt.
-
Die
Herstellung von Versiegelungsschichten durch ein derartiges Abscheideverfahren – insbesondere
die reproduzierbare Herstellung gleichmäßiger Schichtdicken – ist langwierig
und erfordert einen hohen apparativen und zeitlichen Aufwand.
-
Ein
weiteres Verfahren zum Erzeugen einer dichten und transparenten
Versiegelungsschicht auf einem porösen, durch ein Schlickergießverfahren hergestellten
Grünkörper wird
in der
DE 44 40 104 C2 beschrieben.
Dabei wird eine wässrige
Suspension von SiO
2-Teilchen mit einer chemischen
Reinheit von 99,9% SiO
2 erzeugt, in eine
Gipsform gegossen und der so erhaltene Grünkörper wird in einem Ofen auf
eine Sintertemperatur im Bereich von 1.350°C bis 1.450°C aufgeheizt und dabei zu einem
Grundkörper aus
opakem Quarzglas gesintert Die Oberfläche des Grundkörpers wird
anschließend
mittels einer Knallgasflamme lokal auf hohe Temperaturen im Bereich von
1.650°C
bis 2.200°C
erhitzt, so dass sich das opake Grundmaterial in einem oberflächennahen
Bereich einer Stärke
von ca. 0,5 mm in transparentes Quarzglas umwandelt.
-
Es
hat sich jedoch gezeigt, dass mittels dieser Methode transparente
Schichtdicken von mehr als 2 mm nicht zu erreichen sind. Offensichtlich
erschwert die verglaste, transparente Versiegelungsschicht ein ausreichendes
Erhitzen der darunter liegenden Schichten. Dieses Problem ist durch
höhere Flammentemperaturen
nicht zu lösen,
da diese zu einer plastischen Verformung des Bauteils und zum Abdampfen
von gasförmigem
Siliziummonoxid (SiO) führen.
Außerdem
werden durch das Verglasen bei hohen Temperaturen Spannungen induziert,
die zur Verformung des Bauteils führen können.
-
Die
DE 10 2004 051 846
A1 beschreibt ein Verfahren zur Herstellung eines Quarzglas-Bauteils, das
mit einer Reflektorschicht versehen ist. Die Reflektorschicht wird
erzeugt, indem ein Basiskörper aus
Quarzglas mit einer Schicht eines SiO
2-Teilchen enthaltenden
Schlickers versehen wird. Die Schlickerschicht wird getrocknet und
zu einer opaken, diffus reflektierenden SiO
2-Deckschicht
verglast. Bei dem dafür
eingesetzten Schlicker machen SiO
2-Teilchen
mit Teilchengrößen im Bereich
von 1 μm
bis 50 μm
den größten Volumenanteil
aus.
-
Ein
Verfahren der eingangs genannten Gattung ist aus der
DE 10 2004 052 312 A1 bekannt.
Es wird vorgeschlagen, einen Basiskörper aus opakem Quarzglas mit
einer Oberflächenschicht
zu versehen, indem ein SiO
2-Schlicker mit
den aus der
DE 44 40 104
C2 bekannten Eigenschaften als Schlickerschicht aufgebracht,
anschließend
getrocknet und unter Bildung einer transparenten oder opaken Deckschicht
verglast wird. Ziel ist eine hohe Ätzresistenz des Verbundkörpers.
-
Es
hat sich jedoch gezeigt, dass beim Verglasen der Schlickerschicht
auch das darunter liegende opake Material des Basiskörpers eine
Veränderung
erfährt,
und dass es zu Spannungen und Verformungen kommen kann.
-
Da
das Schlickergießverfahren
an und für sich
eine kostengünstige
Herstellung von Bauteilen – auch
mit komplexer Geometrie – ermöglichen
würde, ist
es wünschenswert,
die genannten Nachteile bei der Herstellung von Verbundkörpern aus
Quarzglas mit einer dichten Versiegelungsschicht zu minimieren.
-
Der
Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren anzugeben,
mittels dem ein Basiskörper
aus opakem Quarzglas mit einer dichten Versiegelungsschicht versehen
werden kann, ohne dass es zu nennenswerten Veränderungen und Verformungen
des opaken Materials kommt.
-
Weiterhin
liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, eine geeignete Verwendung
des nach dem erfindungsgemäßen Verfahren
erhaltenen Verbundkörpers
anzugeben.
-
Hinsichtlich
des Verfahrens wird diese Aufgabe erfindungsgemäß durch ein Verfahren gelöst, das
folgende Verfahrensschritte umfasst:
- (a) Herstellen
des Basiskörpers
unter Einsatz eines ersten Schlickers, der eine erste Dispersionsflüssigkeit
und erste amorphe SiO2-Teilchen mit Teilchengrößen bis
maximal 500 μm
enthält,
wobei Teilchen mit Teilchengrößen im Bereich
zwischen 1 μm
und 60 μm
den größten Feststoff-Volumenanteil ausmachen,
der einen ersten Mengenanteil an SiO2-Nanoteilchen mit
Teilchengrößen von
weniger als 100 nm enthält,
und der durch eine erste, höhere
Verglasungstemperatur charakterisiert ist.
- (b) Bereitstellen eines zweiten Schlickers, der eine zweite
Dispersionsflüssigkeit
und zweite amorphe SiO2-Teilchen mit Teilchengrößen bis maximal
100 μm enthält, wobei
Teilchen mit Teilchengrößen im Bereich
zwischen 1 μm
und 40 μm den
größten Feststoff-Volumenanteil
ausmachen, und dessen Zusammensetzung sich von derjenigen des ersten
Schlickers mindestens darin unterscheidet, dass er einen zweiten
Mengenanteil an SiO2-Nanoteilchen enthält, der im Bereich zwischen
0,2 Gew.-% bis 15 Gew.-% größer ist
als der erste Mengenanteil (bezogen auf jeweils den gesamten Feststoffgehalt),
und der durch eine zweite, niedrigere Verglasungstemperatur charakterisiert
ist,
- (c) Erzeugen einer Schlickerschicht aus dem zweiten Schlicker
auf einer Oberfläche
des Basiskörpers,
Trocknen der Schlickerschicht
- (d) und anschließendes
Verglasen der Schlickerschicht unter Bildung der dichten Versiegelungsschicht.
-
Bei
dem Basiskörper
handelt es sich um einen Körper
aus Quarzglas, das aus synthetisch hergestellten oder aus natürlich vorkommenden
Rohstoffen erzeugt ist. Dieses Quarzglas ist opak oder transluzent.
Das Aufbringen des zweiten Schlickers erfolgt beispielsweise durch
Tauchen, Sprühen,
Rakeln oder Siebdruckverfahren. Die Konsistenz des Schlickers wird
an das jeweilige Auftragsverfahren angepasst und reicht zwischen
leichtflüssig
bis pastös.
-
Beim
erfindungsgemäßen Verfahren
erfolgt die Herstellung des Verbundkörpers vollständig über die „Schlicker-Route". Im Unterschied
zum bekannten Verfahren werden für
die Herstellung des Basiskörpers
und für
die Herstellung der Versiegelungs- bzw. Versiegelungsschicht jedoch
Schlickerqualitäten
eingesetzt, die sich hinsichtlich ihrer spezifischen Verglasungstemperaturen
charakteristisch unterscheiden. Ein wesentlicher Aspekt der Erfindung
besteht darin, Maßnahmen
vorzusehen, die den Unterschied der spezifischen Verglasungstemperaturen der
Schlicker vergrößern.
-
Eine
Maßnahme
für unterschiedliche
Verglasungstemperaturen besteht darin, dass der bei niedrigerer
Temperatur verglasende, zweite Schlicker zur Erzeugung der Versiegelungsschicht
zusätzlich SiO2-Nanoteilchen enthält, oder dass er mehr SiO2-Nanoteilchen enthält als der erste Schlicker
zur Erzeugung des Basiskörpers.
Genauer gesagt liegt der Mengenanteil an SiO2-Nanoteilchen
im Bereich zwischen 0,2 Gew.-% bis 15 Gew.-% im zweiten Schlicker
höher als
der entsprechende Mengenanteil beim ersten Schlicker.
-
Unter
SiO2-Nanoteilchen werden SiO2-Teilchen
mit Teilchengrößen im Bereich
einiger Nanometer bis 100 nm verstanden. Derartige Nanoteilchen bestehen
typischerweise aus einigen tausend SiO2-Einheiten
und haben eine spezifische Oberfläche nach BET von 40 bis 800
m2/g, bevorzugt zwischen 55 und 200 m2/g.
-
Eine
weitere Maßnahme
für unterschiedliche Verglasungstemperaturen
liegt darin, dass der bei niedrigerer Temperatur verglasende, zweite
Schlicker eine Teilchengrößenverteilung
aufweist, bei der relativ kleine Teilchen – zwischen 1 und 40 μm – den größten Volumenanteil
ausmachen.
-
Dadurch,
dass sich die Verglasungstemperaturen von Basiskörper und Schlickerschicht unterscheiden,
wird zum einen ein Verglasen der Schlickerschicht bei niedrigerer
Temperatur ermöglicht,
so dass geringere Spannungen in den Basiskörper eingebracht werden und
so eine Verformung des Basiskörpers
vermieden wird. Und zum anderen wird die Ausbildung einer Versiegelungsschicht
ermöglicht, die
sich in ihren chemischen, mechanischen und insbesondere in ihren
optischen Eigenschaften deutlich von denjenigen des Basiskörpers absetzt.
Obwohl Basiskörper
und Versiegelungsschicht aus Quarzglas bestehen, bildet sich zwischen
ihnen eine definierte Grenzfläche
ohne größeren Übergangsbereich aus,
was beispielsweise die Effektivität einer diffusen Reflexion
erhöht.
Darüber
hinaus sind wesentliche Funktionen der Versiegelungsschicht darin
zu sehen, dass sie offene Poren des Basiskörpers nach Außen abdichtet
und dass sie das opake Quarzglas des Basiskörpers beim bestimmungsgemäßen Einsatz
oder bei etwaigen Reinigungsmaßnahmen
vor korrosivem Angriff schützt.
-
Die
Versiegelungsschicht im Sinne der Erfindung zeichnet sich durch
eine geschlossene Porosität
und eine vergleichsweise höhere
Dichte aus und sie ist transluzent oder transparent. Das opake oder mindestens
teilweise opake Quarzglas des Basiskörpers dient hingegen als Wärmesperre.
Opakes Quarzglas ist in der Regel weiß, reflektiert Infrarotstrahlung
und hat daher eine gute wärmeisolierende Wirkung.
-
Der
Verglasungsprozess einer getrockneten Schlickerschicht wird im Allgemeinen
nicht nur von der Verglasungstemperatur bestimmt, sondern maßgeblich
auch von der Verglasungsdauer. Durch eine höhere Temperatur wird das Verglasen
lediglich beschleunigt. Wesentlich im Sinne der Erfindung ist, dass
die Schlickerschicht zur Bildung der Versiegelungsschicht bei gleicher
Verglasungsdauer und gleicher Verglasungstemperatur dichter und
transparenter als das Quarzglas des Basiskörpers wird. Je größer der
Dichteunterschied ist, umso wirksamer ist die Versie gelungsschicht.
Nur zum Zweck einer Vergleichsmöglichkeit
wird als schlickerspezifische Verglasungstemperatur im Sinne der
Erfindung diejenige Temperatur definiert, bei der eine während einer Trocknungsdauer
von 2 Stunden bei 90°C
in einem Ofen unter Luft getrocknete Schlickerschicht einer Dicke
von 1 mm beim anschließenden
Verglasen unter Luft während
einer Dauer von 4 Stunden so transparent wird, dass sie im Wellenlängenbereich
zwischen 600 nm bis 2650 nm eine spektrale Transmission von mindestens
60% aufweist.
-
Es
hat sich als vorteilhaft erwiesen, wenn der zweite Schlicker zwischen
0,5 und 8 Gew.-%, und besonders bevorzugt zwischen 1 und 4 Gew.-%, SiO2-Nanoteilchen enthält (bezogen auf den gesamten
Feststoffgehalt).
-
Die
SiO2-Nanoteilchen bewirken eine Verdichtung
der Schlickerschicht und damit einhergehend eine Verringerung der
Verglasungstemperatur. Außerdem
tragen die SiO2-Nanoteilchen zu einer Erhöhung der
Grünfestigkeit
des getrockneten Schlickers bei, was die Handhabung erleichtert
und die Rissbildung beim Trocknen und Verglasen verringert. Dies
gilt insbesondere für
SiO2-Nanoteilchen, die Teilchengrößen von
weniger als 100 nm aufweisen, vorzugsweise weniger als 50 nm.
-
Der
zweite Schlicker enthält
im Mittel deutlich kleiner SiO2-Teilchen
als der erste Schlicker. Es hat sich bewährt, wenn im zweiten Schlicker
amorphe SiO2-Teilchen mit Teilchengrößen im Bereich
zwischen 1 μm
und 30 μm
den größten Feststoff-Volumenanteil ausmachen.
-
Vorzugsweise
weisen die zweiten amorphen SiO2-Teilchen
des zweiten Schlickers eine Teilchengrößenverteilung auf, die durch
einen D50-Wert von weniger als 40 μm, vorzugsweise
weniger als 30 μm, und
besonders bevorzugt weniger als 15 μm, gekennzeichnet ist.
-
SiO2-Teilchen in diesem Größenbereich ermöglichen
die Einstellung eines besonders hohen Feststoffgehalts des zweiten
Schlickers, und zeigen ein vorteilhaftes Verglasungsverhalten, so
dass sich die entsprechende Schlickerschicht bei besonders niedrigen
Temperaturen verglast werden kann.
-
Demgegenüber weisen
die amorphen SiO2-Teilchen des ersten Schlickers
bevorzugt eine Teilchengrößenverteilung
auf, die durch einen D50-Wert gekennzeichnet
ist, der größer ist
als der D50-Wert der Teilchengrößenverteilung
beim zweiten Schlicker. Auch diese Maßnahme bewirkt eine Vergrößerung des
Unterschiedes der Verglasungstemperaturen von erstem und zweitem
Schlicker.
-
Der
Feststoffgehalt des zweiten Schlickers wird vorzugsweise möglichst
hoch eingestellt. Im Hinblick hierauf weisen die zweiten amorphen
SiO2-Teilchen eine mehrmodale Teilchengrößenverteilung auf,
mit einem ersten Maximum der Größenverteilung
(D50-Wert) im Bereich von 0,5 bis 3 μm, vorzugsweise
1 bis 3 μm,
und mit einem zweiten Maximum im Bereich von 5 bis 40 μm, vorzugsweise
5 bis 15 μm.
-
Eine
derartige mehrmodale Teilchengrößenverteilung
mit mindestens zwei, vorzugsweise drei und mehr Verteilungsmaxima,
erleichtert die Einstellung einer hohen Feststoffdichte des zweiten
Schlickers, wodurch die Schrumpfung beim Trocknen und Sintern und
damit die Gefahr einer Rissbildung vermindert werden. Beispielsweise
können
Teilchenverteilungen mit D50-Werten von
2, 5, 15, 30 und 40 μm allein
oder in Kombination zum Einsatz kommen.
-
Es
hat sich als besonders vorteilhaft erwiesen, wenn mindestens 90
Gew.-% der zweiten amorphen SiO2-Teilchen
des zweiten Schlickers sphärisch ausgebildet
sind.
-
Sphärische Teilchen
erleichtern die Einstellung einer hohen Feststoffdichte im Schlicker,
so dass Spannungen beim Trocknen und Verglasen verringert werden.
Im Idealfall sind alle SiO2-Teilchen des
zweiten Schlickers sphärisch
ausgebildet.
-
Demgegenüber liegen
beim ersten Schlicker vorzugsweise mindestens 50 Gew.-% der amorphen SiO2-Teilchen in splitteriger Form vor, wobei
sie durch Nassmahlen von SiO2-Augangskörnung erzeugt
werden.
-
Die
amorphen Teilchen werden hierbei durch Nassmahlen von SiO2-Körnung
hergestellt, und sie weisen eine Teilchengrößenverteilung im oben genannten
Bereich auf. Derartige amorphe SiO2-Teilchen
zeigen eine vergleichsweise geringe Trockenschwindung. Daher kann
der Schlicker des Basiskörpers
ohne Rissbil dung getrocknet und verglast werden, wie dies auch ansonsten
aus dem Stand der Technik bekannt ist. Durch das Vorliegen splitteriger SiO2-Körnung
wird außerdem
die mechanische Festigkeit des Grünkörpers nach dem Trocknen erhöht, was
sich insbesondere bei dickeren Basiskörpern positiv bemerkbar macht.
-
Durch
die Kombination des Einsatzes amorpher SiO2-Teilchen
mit überwiegend
splitteriger Morphologie für
die Herstellung des Basiskörpers
und amorpher SiO2-Teilchen mit überwiegend sphärischer
Morphologie für
die Herstellung der Versiegelungsschicht ergeben sich außerdem Unterschiede im
Sinterverhalten und damit einhergehend in den resultierenden optischen
Eigenschaften der benachbarten Quarzglasqualitäten, was die Ausbildung einer
definierten Grenzfläche
ohne großen Übergangsbereich
um die Kontaktfläche
erleichtert.
-
Es
hat sich auch als vorteilhaft erwiesen, wenn beim Erzeugen der Schlickerschicht
der Feststoffgehalt des zweiten Schlickers (Gewichtsanteil der SiO2-Teilchen
und der SiO2-Nanoteilchen zusammen) im Bereich
zwischen 80 und 90 Gew.-% liegt, und vorzugsweise mindestens 83
Gew.-% beträgt.
-
Ein
hoher Feststoffgehalt trägt
zu einer gleichmäßigen und
geringen Schwindung bei, so dass Trocknungs- und Sinterrisse vermindert
werden. Daher können
mit Schlickern mit hohen Feststoffgehalten relativ große Dicken
der Schlickerschicht erzeugt werden. Andererseits nimmt bei sehr hohen
Feststoffgehalten von mehr als 90% die Auftragsfähigkeit des zweiten Schlickers
ab.
-
Vorteilhafterweise
bestehen die zweiten amorphen SiO2-Teilchen
und die SiO2-Nanoteilchen aus synthetischem SiO2.
-
Synthetisches
SiO2 zeichnet sich durch hohe Reinheit aus.
Das Quarzglas der so erzeugten Versiegelungsschicht hat daher einen
Verunreinigungsgehalt von weniger als 1 Gew.-ppm (abgesehen von etwaigen
Dotierstoffen), so dass es im UV-Bereich bis
etwa zu einer Wellenlänge
von etwa 180 nm wenig absorbiert und daher die Reflektoreigenschaften des
Basiskörpers
wenig beeinträchtigt.
Dies gilt insbesondere auch für
den UV-Wellenlängenbereich.
-
Die
Dispersionsflüssigkeit
kann auf wässriger
Basis vorliegen. Dies ist insbesondere für die Herstellung des ersten
Schlickers zur Erzeugung des Basiskörpers vorteilhaft. Die polare
Natur der wässrigen
Phase eines solchen Schlickers kann sich auf die Wechselwirkung
der SiO2-Teilchen vorteilhaft auswirken.
-
Für den zweiten
Schlicker gemäß der Erfindung
liegt die zweite Dispersionsflüssigkeit
jedoch bevorzugt auf Basis eines organischen Lösungsmittels, vorzugsweise
auf alkoholischer Basis.
-
Dadurch
erfolgt das Trocknen deutlich schneller als bei einer wässrigen
Schlickerphase. Dies bringt eine Zeitersparnis mit sich und führt zu einer
schnelleren Fixierung der Schlickerschicht auf dem Basiskörper, so
dass ein Abfließen
der Schlickerschicht vermieden wird. Durch Zugabe einer geringfügigen Wassermenge
(weniger als 30 Vol.-%) in der Dispersionsflüssigkeit kann die Verarbeitungsdauer
den jeweiligen Anforderungen angepasst werden.
-
Vorzugsweise
beträgt
der SiO2-Gehalt der zweiten amorphen SiO2-Teilchen mindestens 99,9 Gew.-%.
-
Der
Feststoffanteil des unter Einsatz derartiger Teilchen hergestellten
Schlickers besteht zumindest zu 99,9 Gew.-% aus SiO
2 (abgesehen
von Dotierstoffzugaben). Bindemittel und andere Zusatzstoffe sind
allgemeinen nicht erforderlich und im Idealfall auch nicht enthalten.
Der Gehalt an Metalloxid-Verunreinigungen beträgt vorzugsweise weniger als
1 Gew.-ppm. Der Reinheitsgrad des Quarzglases für die Versiegelungsschicht
ist in der Regel höher
als der des Basiskörper-Quarzglases.
Bei diesem bestehen die SiO
2-Teilchen in
der Regel aus gereinigtem natürlich
vorkommendem Rohstoff, wie dies in der oben erwähnten
DE 44 40 104 C2 beschrieben
ist.
-
Es
hat sich bewährt,
wenn der Unterschied zwischen erster und zweiter Verglasungstemperatur mindestens
40°C, vorzugsweise
mindestens 60°C beträgt.
-
Je
größer der
Unterschied zwischen den beiden Verglasungstemperaturen ist, um
so eher gelingt es, eine dichte und transparente Versiegelungsschicht
auf einem porösen
Basiskörper
ohne ein Verziehen und nennenswertes Nachsintern zu erzeugen. Andererseits
gehen große
Unterschiede in der Verglasungstemperatur in der Regel auch mit
Unterschieden hinsichtlich der thermischen Ausdehnungskoeffizienten
der unterschiedlichen Gläser
einher, was sich wiederum auf die Haftfähigkeit der dichten Versiegelungsschichten
ungünstig
auswirken würde. Der
Unterschied der Verglasungstemperaturen liegt daher vorzugsweise
nicht höher
als 150°C.
-
In
dem Zusammenhang hat es sich bewährt, wenn
das Verglasen der getrockneten Schlicker-Schicht durch Erhitzen
auf eine Temperatur im Bereich zwischen 1000°C und 1460°C, vorzugsweise zwischen 1200°C und 1440°C, erfolgt.
-
Wesentlich
dabei ist, dass das Quarzglas des Basiskörpers opak und damit diffus
reflektierend bleibt, wohingegen die Versiegelungsschicht dicht und
frei von offener Porosität
sintert. Die vollständige Transparenz
der Versiegelungsschicht ist die bevorzugte Ausführungsform, wenn es auf eine
hohe Dichte, Porenfreiheit und gute Ätzresistenz des herzustellenden
Verbundkörpers
ankommt.
-
Es
hat sich bewährt,
wenn der Basiskörper beim
Erzeugen der Schlickerschicht als poröser Grünkörper vorliegt.
-
Auf
den über
die Schlicker-Route erzeugten, unverglasten Grünkörper wird eine Schlickerschicht aus
dem zweiten Schlicker aufgebracht, wie oben beschrieben. Der Verbund
aus Grünkörper und
Schlickerschicht wird anschließend
verglast. Diese Verfahrensvariante hat den Vorteil, dass bei einer
gegebenen Verglasungstemperatur – beispielsweise 1430°C – die Schlickerschicht
bereits zu einer transparenten Versiegelungsschicht verglast, während der Grünkörper noch
opak bleibt. Für
die Herstellung eines Verbundkörpers
aus Basiskörper
und Versiegelungsschicht ist somit nur ein einziger Verglasungsvorgang
erforderlich.
-
Bei
einer alternativen und gleichermaßen bevorzugten Verfahrensvariante
liegt beim Erzeugen der Schlickerschicht ein Basiskörper aus
opakem Quarzglas vor.
-
Hierbei
wird die Schicht aus dem zweiten Schlicker auf einen bereits vorverglasten
Basiskörper aufgebracht.
Diese Verfahrensvariante ermöglicht eine
vorherige exakte Bearbeitung des Basiskörpers, die bei einem porösen Grünkörper wegen dessen mechanischer
geringer Stabilität
nicht ohne weiteres möglich
wäre. Insbesondere
kann der Basiskörper als
dünnwandige,
opake, mechanisch geschnittene oder geschliffene Platte ausgebildet
sein.
-
Es
wird eine Verfahrensvariante bevorzugt, bei der die transparente
Versiegelungsschicht sukzessive durch Wiederholung der oben genannten Verfahrensschritte
(b) und (c) ausgebildet wird, wobei die Teilchengrößenverteilung
des jeweils eingesetzten zweiten Schlickers zunehmend in Richtung
einer feineren Körnung
verschoben ist.
-
Hierbei
wird die Versiegelungsschicht sukzessive erzeugt, wobei zunächst ein
zweiter Schlicker eingesetzt wird, der vergleichsweise gröbere Teilchen
enthält,
dadurch werden im Basiskörper
vorhandene offene Poren geschlossen. Daraufhin erfolgt das einmalige
oder mehrmalige Auftragen von weiteren Schlickerschichten, wobei
sich die Schlicker durch eine feinere Teilchengrößenverteilung auszeichnen.
Dadurch gelingt es, glatte Oberflächen zu erzeugen. Diese Verfahrensweise
ist dazu geeignet, möglichst
dicke Versiegelungsschichten aufzubauen, oder eine Versiegelungsschicht,
die eine Zwischenschicht mit besonderen Eigenschaften umfasst.
-
Nach
jedem Auftragen der Schlickerschicht wird diese getrocknet. Es hat
sich aber auch bewährt, wenn
die Schlickerschicht wenigstens geringfügig thermisch verdichtet wird,
wenn auch hierbei die Verdichtung nicht bis zur Transparenz erfolgen
muss.
-
Insbesondere
im Hinblick auf eine hohe Reflexion im UV-Wellenlängenbereich
hat sich eine Verfahrensvariante bewährt, bei der zwischen dem Basiskörper und
der Versiegelungsschicht eine opake Zwischenschicht aus synthetischem
Quarzglas mit hoher Reflexion im UV-Wellenlängenbereich erzeugt wird.
-
Eine
hohe Reflexion im UV-Wellenlängenbereich
(zum Beispiel von mehr als 90%) setzt Opazität und extrem hohe Reinheit
des Quarzglases voraus. Die zuletzt genannte Voraussetzung ist beim
Quarzglas des Basiskörpers
in der Regel nicht erfüllt,
so dass der Basiskörper
dann nicht im UV-Wellenlängenbereich
reflektiert. Bei der Verfahrensvariante wird eine Zwischenschicht
auf dem Basiskör per
erzeugt, die beide oben genannten Voraussetzungen erfüllt. Die
Reinheit wird durch den Einsatz von synthetisch erzeugtem SiO2 gewährleistet,
wobei insbesondere eine geringe Verunreinigung mit Lithiumoxid hervorzuheben
ist. Der Gehalt an Lithium liegt unterhalb von 100 Gew.-ppb, vorzugsweise
bei weniger als 20 Gew.-ppb. Die Opazität der Zwischenschicht wird
beispielsweise erreicht, indem die amorphe SiO2-Körnung relativ
grobkörnig
gewählt
wird und/oder indem dem betreffenden Schlicker keine oder wenige
SiO2-Nanoteilchen zugesetzt werden.
-
Insbesondere
für einen
Einsatz des Verbundkörpers
im Bereich der Halbleiterfertigung mit Anwendungen unter reaktiven, ätzenden
Prozessmedien, hat es sich bewährt,
wenn dem zweiten Schlicker ein die Ätzbeständigkeit von Quarzglas erhöhender Dotierstoff
beigefügt
wird.
-
Geeignete
Dotierstoffe sind Aluminium, Stickstoff und Seltenerdmetalle, wobei
die genannten Metalle im Quarzglas in der Regel als Oxide der Nitride
vorliegen.
-
Es
hat sich bewährt,
wenn ein plattenförmiger
Basiskörper
erzeugt und mit der Versiegelungsschicht versehen wird.
-
Der
Basiskörper
liegt hierbei als Platte mit beliebiger Geometrie (Ring, Rechteck,
Kreis und dergleichen) mit planen Flächen vor, und er wird durch ein
Schlickergießverfahren
erhalten. Die Plattenform wird unmittelbar durch den Schlickergießprozess
vorgegeben oder sie wird nachträglich
durch mechanische Bearbeitung des durch Schlickergießen erhaltenen
Formkörpers
erzeugt.
-
Die
Oberfläche
des Basiskörpers
wird ganz oder teilweise mit einer Versiegelungsschicht versehen,
vorzugsweise werden dabei mindestens eine oder beide Planflächen versiegelt,
für besondere
Anwendungen kommt auch eine Versiegelung der Stirnflächen in
Betracht.
-
Der
nach dem Verfahren erhaltene Verbundkörper wird vorzugsweise als
Reflektor eingesetzt. Bisher wurden plattenförmige Reflektoren zum Einsatz
in der Halbleiterfertigung auch dadurch hergestellt, dass eine opake
Quarzglasplatte beidseitig mit transparenten Platten aus Quarzglas
verschmolzen und der Verbund anschließend elongiert wurde. Diese
Verfahrensweise ist jedoch sehr aufwändig und führt zu leicht welligen Oberflächen. Die
nach dem erfindungsgemä ßen Verfahren
erhaltene opake Quarzglasplatte ist geeignet, derartige sandwichartig
aufgebaute opake Quarzglasplatten zu ersetzen.
-
In
dem Zusammenhang hat es sich als besonders günstig erwiesen, wenn der mit
der Versiegelungsschicht versehene Verbundkörper eine Planfläche aufweist
und in Richtung parallel zur Planfläche elongiert wird.
-
Der
eine Planfläche
aufweisende Verbundkörper
dient hierbei als Vorform, aus der durch Elongieren eine Verbundplatte
mit vorgegebenen Endabmessungen gezogen werden kann, die sich insbesondere
durch eine dichte und glatte Oberfläche auszeichnet.
-
Hinsichtlich
der Verwendung wird die oben genannte Aufgabe erfindungsgemäß dadurch
gelöst, dass
der Verbundkörper
als diffus reflektierender Reflektor eingesetzt wird.
-
Nachfolgend
wird die Erfindung anhand von Ausführungsbeispielen und einer
Zeichnung näher erläutert. In
der Zeichnung zeigen im Einzelnen
-
1 ein
Diagramm der SiO2-Teilchengrößenverteilung
einer Rohstoffkomponente für
den Einsatz zur Herstellung eines Schlickers zur Erzeugung einer
Versiegelungsschicht (vor dem Zusatz von SiO2-Nanoteilchen),
und
-
2 eine
Quarzglas-Platte zum Einsatz als Wärmestrahlungsreflektor in der
Halbleiterfertigung in schematischer Darstellung
-
Herstellung eines plattenförmigen Basiskörpers (Beispiel
1)
-
Es
wird ein Schlicker aus Wasser und SiO
2-Teilchen
hergestellt und durch Nassmahlen homogenisiert, wie er in der
DE 44 40 104 A1 beschrieben
ist. Aus diesem Schlicker wird nach dem üblichen Formgießen, Trocknen
und Sintern bei 1440°C ein
plattenförmiger
Sinterkörper
aus opakem Quarzglas mit Abmessungen von 400 × 400 mm und einer Dicke von
2 mm hergestellt. Die spektrale Transmission des opaken Quarzglases
im Wellenlängenbereich
zwischen 200 nm und 2650 nm liegt bei weniger als 4%.
-
Herstellen des Schlickers
für eine
Versiegelungsschicht
-
Es
wird ein weiterer Schlicker hergestellt, der zur Erzeugung der Versiegelungsschicht
dient. 1 zeigt eine Teilchengrößenverteilung einer wesentlichen
Rohstoffkomponente dieses Schlickers. Auf der y-Achse ist der Volumenanteil
V (in %) aufgetragen, auf der x-Achse der Teilchendurchmesser D
(in μm).
-
Diese
Rohstoffkomponente besteht aus sphärischen, synthetisch erzeugten
SiO2-Teilchen, die
sich durch eine mehrmodale Teilchengrößenverteilung mit einem verhältnismäßig engen
Maximum der Größenverteilung
bei etwa 15 μm
(D50-Wert) auszeichnen. Ein Nebenmaximum
liegt im Bereich um 2 μm.
Diese Rohstoffkomponente mit einem D50-Wert bei
15 μm wird
im Folgenden als R15 bezeichnet.
-
Für die Herstellung
des Schlickers werden weitere Rohstoffkomponenten eingesetzt, die D50-Wert bei 5 μm, 30 μm und 40 μm aufweisen und deren Teilchengrößenverteilungen
ansonsten der in 1 Gezeigten ähneln. Diese Rohstoffkomponenten
werden je nach ihrem D50-Wert mit R5, R30, beziehungsweise
als R40 bezeichnet. Diese Rohstoffkomponenten
werden vorab in einem Heißchlorierverfahren
gereinigt. Der Verunreinigungsgehalt der gereinigten Rohstoffkomponenten
ist gering und liegt insgesamt bei weniger als 1 Gew.-ppm. Insbesondere der
Gehalt an Li2O beträgt weniger als 10 Gew.-ppb.
-
Den
Rohstoffkomponenten werden außerdem
SiO2-Nanoteilchen mit Durchmessern um 40
nm zugesetzt, die als „pyrogene
Kieselsäure" bezeichnet werden.
-
Folgende
Rezepturen haben sich bewährt: Rezeptur
1
| R30 | 250
g |
| R15 | 500
g |
| R5 | 200
g |
- Pyrogene Kieselsäure: 50 g mit BET-Oberfläche von 60
m2/g
-
Die
genannten Komponenten werden in reinem Ethanol dispergiert, so das
sich ein Feststoffgehalt von 86 Gew.-% ergibt. Rezeptur
2
- Pyrogene Kieselsäure: 10 g mit BET-Oberfläche von 200
m2/g
-
Die
genannten Komponenten werden in reinem Ethanol dispergiert, so dass
sich ein Feststoffgehalt von 84 Gew.-% einstellt. Rezeptur
3
- Pyrogene Kieselsäure: 4 g mit BET-Oberfläche von 50
m2/g
-
Die
genannten Komponenten werden mit 70 g Polysilazan in Methanol dispergiert.
-
Der
Feststoffgehalt liegt bei 83 Gew.-%.
-
Der
so erzeugten hoch gefüllten
Schlicker zeigen thixotropes Verhalten. Die Schlicker sind gieß- und streichfähig und
aus diesem Grund für
Verarbeitungstechniken wie Tauchen und Aufrakeln (Aufstreichen,
Abstreifen, Schaben, Aufspachteln, Abziehen, Aufziehen und dergleichen)
besonders gut geeignet. Bei jeder Rezeptur machen die Korngrößen unterhalb
von 30 μm
den größten Volumenanteil der
Körnung
aus.
-
Herstellung eines Verbundkörpers aus
Sinterkörper und
Versiegelungsschicht (Beispiel 1)
-
Der
oben beschriebene plattenförmige
opake Sinterkörper
(Basiskörper)
wird in den Schlicker gemäß Rezeptur
1 einige Sekunden lang eingetaucht. Es bildet sich dadurch eine
gleichmäßige, geschlossene
Schlicker-Schicht mit einer Dicke von etwa 1 mm. Diese Schlicker-Schicht
auf Ethanolbasis wird zunächst
ca. 5 Stunden bei Raumtemperatur getrocknet, wobei der Ethanol verdunstet.
Die getrocknete Schlicker-Schicht ist rissfrei, und sie hat eine mittlere
Dicke von etwas weniger als 0,9 mm.
-
Die
getrocknete Schlicker-Schicht wird anschließend zusammen mit dem Sinterkörper (=
Verbundkörper)
in einem Verglasungsofen verglast. Das Heizprofil umfasst ein langsames
Aufheizen auf 400°C
und eine Haltezeit von 2 h zum Entfer nen von Kohlenwasserstoffresten.
Anschließend
wird der Verbundkörper
innerhalb von einer Stunde auf eine untere Heiztemperatur von 1000°C erhitzt
und auf dieser Temperatur 2 Stunden lang gehalten, und anschließend über eine
zweite, flache Heizrampe über vier
Stunden auf eine obere Heiztemperatur von 1440°C erhitzt. Die Haltezeit bei
der oberen Heiztemperatur beträgt
im Ausführungsbeispiel
zwei Stunden. Danach ist die Schlicker-Schicht vollständig zu einer
Versiegelungsschicht verglast. Sie ist transparent und blasenfrei
und ihre Dichte entspricht etwa derjenigen von Quarzglas. Ihre direkte
spektrale Transmission im Wellenlängenbereich zwischen 200 nm
und 2650 nm liegt oberhalb von 60%. Die Opazität und spektrale Transmission
des Sinterkörpers
ist unverändert.
-
2 zeigt
den so erhaltenen Verbundkörper
in Form einer beschichteten Quarzglasplatte 3 schematisch
anhand einer Schnittdarstellung. Der Platte 3 besteht aus
einem rechteckigen Basiskörper 1 aus
opakem Quarzglas, der allseitig von einer rissfreien und transparenten
SiO2-Versiegelungsschicht 2 umgeben
ist, die aus Darstellungsgründen
in der Figur übertrieben
dick eingezeichnet ist. Die Gesamtdicke der Quarzglasplatte 3 liegt
bei etwas weniger als 4 mm.
-
Die
Versiegelungsschicht 2 hat eine mittlere Schichtdicke um
0,8 mm. Sie zeichnet sich durch Rissfreiheit sowie chemische und
mechanische Eigenschaften aus, die denjenigen von Quarzglas entsprechen.
Sie zeigt eine hohe Trockenätzbeständigkeit
gegenüber
den üblichen
fluorhaltigen Prozessgasen der Halbleiterfertigung.
-
Elongieren des Verbundkörpers
-
Der
Verbundkörper 3 ist
in der oben beschriebenen Form unmittelbar als Wärmestrahlungsreflektor einsetzbar.
Er kann aber auch als Vorform zur Herstellung einer größeren Quarzglas-Platte
dienen, indem er in Richtung parallel zur Plattenoberfläche 4 in
einem Heißverformungsprozess
elongiert wird, wie dies die Richtungspfeile 5 andeuten.
Günstige
Elongierverhältnisse
für die
Quarzglas-Platte 3 liegen
zwischen 2 oder 5.
-
Herstellung eines plattenförmigen Basiskörpers (Beispiel
2)
-
Es
wird ein Schlicker aus Wasser und SiO
2-Teilchen
hergestellt und durch Nassmahlen homogenisiert, wie er in der
DE 44 40 104 A1 beschrieben
ist. Aus diesem Schlicker wird nach dem üblichen Formgießen und
Trocknen ein ringförmiger Grünkörper aus
porösem
SiO
2 mit einem Außendurchmesser von 300 mm und
einer Dicke von 20 mm hergestellt.
-
Herstellung eines Verbundkörpers (Beispiel
2)
-
Auf
der Oberfläche
des ringförmigen
Grünkörpers wird
ein Schlicker gemäß Rezeptur
3 aufgetragen. Dieser Schlicker ist verhältnismäßig dünnflüssig und lässt sich leicht Aufstreichen.
Es bildet sich dadurch eine gleichmäßige, geschlossene Schlicker-Schicht
mit einer Dicke von etwa 2 mm. Die Schlickerschicht verfestigt sich
sehr rasch, da der poröse
Grünkörper einen
Teil der Flüssigkeit
einsaugt. Nach dem vollständigen
Trocknen ist der Schlicker-Schicht rissfrei, und sie hat eine mittlere
Dicke von etwas weniger als 1,8 mm.
-
Die
getrocknete Schlicker-Schicht wird anschließend zusammen mit dem Grünkörper in
einem Verglasungsofen verglast. Das Heizprofil entspricht demjenigen
wie oben anhand Beispiel 1 beschrieben, mit der Ausnahme, dass die
Haltezeit bei der oberen Heiztemperatur von 1440°C drei Stunden beträgt. Danach
sind Schlicker-Schicht und Grünkörper vollständig verglast.
Der Grünkörper liegt
nun als opakes Quarzglas vor, dessen spektrale Transmission im oben
genannten Wellenlängenbereich
weniger als 4% beträgt.
Die Schlickerschicht liegt demgegenüber als transparente und blasenfreie
Versiegelungsschicht mit einer Dicke von etwa 1,5 mm vor. Deren Dichte
entspricht etwa derjenigen von Quarzglas und sie weist eine direkte
spektrale Transmission im Wellenlängenbereich zwischen 200 nm
und 2650 nm oberhalb von 60% auf (bezogen auf eine Dicke von 1 mm).
-
Die
Versiegelungsschicht zeichnet sich durch Rissfreiheit und hohe Trockenätzbeständigkeit gegenüber den üblichen
fluorhaltigen Prozessgasen der Halbleiterfertigung aus. Der so erhaltene
Verbundkörper
ist als Flansch für
chemische Reaktoren einsetzbar.