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Technisches Gebiet
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Die
Erfindung betrifft (i) ein Implantat aus einer biokorrodierbaren
Magnesiumlegierung, das eine Beschichtung aufweist, die aus einem
Poly(orthoester) besteht oder dieses enthält, sowie (ii)
eine neue Verwendung von Poly(orthoestern).
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Hintergrund der Erfindung
und Stand der Technik
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Implantate
haben in vielfältiger Ausführungsform Anwendung
in der modernen Medizintechnik gefunden. Sie dienen beispielsweise
der Unterstützung von Gefäßen, Hohlorganen
und Gangsystemen (Endovaskuläre Implantate), zur Befestigung
und temporären Fixierung von Gewebeimplantaten und Gewebstransplantationen,
aber auch zu orthopädischen Zwecken, zum Beispiel als Nagel,
Platte oder Schraube.
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So
hat sich zum Beispiel die Implantation von Stents als eine der wirkungsvollsten
therapeutischen Maßnahmen bei der Behandlung von Gefäßerkrankungen
etabliert. Stents haben den Zweck, in Hohlorganen eines Patienten
eine Stützfunktion zu übernehmen. Stents herkömmlicher
Bauart weisen dazu eine filigrane Tragstruktur aus metallischen
Streben auf, die zur Einbringung in den Körper zunächst
in einer komprimierten Form vorliegt und am Ort der Applikation
aufgeweitet wird. Einer der Hauptanwendungsbereiche solcher Stents
ist das dauerhafte oder temporäre Weiten und Offenhalten
von Gefäßverengungen, insbesondere von Verengungen
(Stenosen) der Herzkranzgefäße. Daneben sind beispielsweise
auch Aneurysmenstents bekannt, die zur Stützung beschädigter
Gefäßwände dienen.
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Stents
besitzen eine Umfangswandung von ausreichender Tragkraft, um das
verengte Gefäß im gewünschten Maße
offen zu halten und einen rohrförmigen Grundkörper,
durch den der Blutfluss ungehindert weiterläuft. Die tragende
Umfangswandung wird in der Regel von einer gitterartigen Tragstruktur
gebildet, die es erlaubt, den Stent in einem komprimierten Zustand
mit kleinem Außendurchmesser bis zur behandelnden Engstelle
des jeweiligen Gefäßes einzuführen und
dort beispielsweise mit Hilfe eines Ballonkatheters soweit aufzuweiten,
dass das Gefäß den gewünschten, vergrößerten
Innendurchmesser aufweist. Um unnötige Gefäßbeschädigungen
zu vermeiden, sollte der Stent nach dem Aufweiten und nach Entfernen
des Ballons nicht oder nur in geringem Umfang elastisch zurückfedern,
so dass der Stent beim Aufweiten nur wenig über den gewünschten
Enddurchmesser hinaus geweitet werden muss. Weitere Kriterien, die
in Bezug auf einen Stent wünschenswert sind, umfassen beispielsweise
eine gleichmäßige Flächenabdeckung und
eine Struktur, die eine gewisse Flexibilität in Bezug auf
die Längsachse des Stents erlaubt. In der Praxis wird zur
Realisation der genannten mechanischen Eigenschaften der Stent in
der Regel aus einem metallischen Werkstoff geformt.
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Neben
den mechanischen Eigenschaften eines Stents sollte dieser aus einem
biokompatiblen Material bestehen, um Abstoßungsreaktionen
vorzubeugen. Derzeit werden bei etwa 70% aller perkutanen Interventionen
Stents eingesetzt, in 25% aller Fälle kommt es jedoch zu
einer In-Stent Restenose aufgrund eines überschießenden
neointimalen Wachstums, das durch eine starke Proliferation der
arteriellen glatten Muskelzellen und eine chronische Entzündungsreaktion
hervorgerufen wird. Zur Senkung der Restenoseraten werden verschiedene
Lösungsansätze verfolgt.
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Ein
Ansatz zur Minderung der Restenoserate sieht vor, auf dem Stent
eine pharmazeutisch aktive Substanz (Wirkstoff) bereitzustellen,
die den Mechanismen der Restenose entgegenwirkt und den Heilungsverlauf unterstützt.
Der Wirkstoff wird in Reinform oder eingebettet in eine Trägermatrix
als Beschichtung aufgetragen oder in Kavitäten des Implantats
gefüllt. Beispiele umfassen die Wirkstoffe Sirolimus und
Paclitaxel.
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Ein
weiterer, aussichtsreicher Ansatz zur Lösung des Problems
liegt in der Verwendung biokorrodierbarer Metalle und deren Legierungen,
denn zumeist ist eine dauerhafte Stützfunktion durch den
Stent nicht erforderlich; das zunächst geschädigte
Körpergewebe regeneriert. So wird beispielsweise in
DE 197 31 021 A1 vorgeschlagen,
medizinische Implantate aus einem metallischen Werkstoff zu formen,
dessen Hauptbestandteil Eisen, Zink oder Aluminium sind bzw. ein
Element aus der Gruppe der Alkalimetalle oder Erdalkalimetalle.
Als besonders geeignet werden Legierungen auf Basis von Magnesium,
Eisen und Zink beschrieben. Nebenbestandteile der Legierungen können
Mangan, Kobalt, Nickel, Chrom, Kupfer, Cadmium, Blei, Zinn, Thorium,
Zirkonium, Silber, Gold, Palladium, Platin, Silizium, Calcium, Lithium,
Aluminium, Zink und Eisen sein. Weiterhin ist aus der
DE 102 53 634 A1 der Einsatz
einer biokorrodierbaren Magnesiumlegierung mit einem Anteil von
Magnesium > 90%, Yttrium
3,7–5,5%, Seltenerdmetallen 1,5–4,4% und Rest < 1% bekannt, die
sich insbesondere zur Herstellung einer Endoprothese, z. B. in Form
eines selbstexpandierenden oder ballonexpandierbaren Stents, eignet.
Der Einsatz von biokorrodierbaren metallischen Werkstoffen in Implantaten
dürfte zu einer deutlichen Minderung von Abstoßungs-
oder Entzündungsreaktionen führen.
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Die
Kombination aus Wirkstofffreisetzung und biokorrodierbarem metallischen
Wirkstoff erscheint besonders aussichtsreich. Der Wirkstoff wird
als Beschichtung aufgebracht oder in eine Kavität im Implantat
eingebracht – zumeist eingebettet in eine Trägermatrix.
Bekannt sind beispielsweise Stents aus einer biokorrodierbaren Magnesiumlegierung
mit einer Beschichtung aus einem Poly(L-lactid). Ungeachtet der
erreichten Fortschritte sind jedoch für Implantate aus
einer biokorrodierbaren Magnesiumlegierung noch folgende Probleme
zu lösen:
- (i) Der Zutritt von Wasser
an die degradierbare Implantatsoberfläche sollte in den
ersten Wochen vollständig verhindert werden, um den Beginn
des Abbaus des Implantats zu verzögern.
- (ii) Der alkalische pH-Wert, der sich während der Degradation
des Implantats aus einer biokorrodierbaren Magnesiumlegierung bildet,
darf den Abbau der Beschichtung nicht wesentlich beschleunigen.
- (iii) Wirkstoffe, die in der Beschichtung eingebettet sind,
sollten kontinuierlich abgegeben werden und nach Möglichkeit
auch nach 14 Tagen noch merklich eluieren.
- (iv) Das Beschichtungsmaterial sollte biokompatibel sein und
im Körper langsam abgebaut werden.
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Zusammenfassung der Erfindung
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Der
Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein oder mehrere der geschilderten
Probleme zu mindern oder zu überwinden.
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Ein
erster Aspekt der Erfindung liegt in der Bereitstellung eines Implantats
aus einer biokorrodierbaren Magnesiumlegierung und mit einer Beschichtung
bestehend aus oder enthaltend einen Poly(orthoester).
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Seit
etwa 30 Jahren sind Poly(orthoester) bekannt. Mittlerweile wurden
spezifische Poly(orthoester) entwickelt, die als Implantatswerkstoff
oder Trägermaterial für Wirkstoffdepots dienen
können. Einen Überblick über den aktuellen
Stand der Entwicklung liefern
J. Heller und J. Barr, Biomacromolecules,
Vol. 5, No. 5, (2004), 1625–1632. Für
die Zwecke der vorliegenden Erfindung besonders geeignet sind Poly(orthoester),
die durch Polymerisation eines spezifischen Diketenacetals mit einem
Diol und (optional) einem Diol mit einem Polyestersegment (als latent
vorhandene Säurefunktion) nach folgendem Schema erschließbar
sind:
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Poly(orthoester)
sind hydrophob und die Benetzung durch Wasser ist somit gering,
so dass der hydrolytische Abbau des Polymers in wässrigen
Medien verzögert wird. Die Erosionsrate des Polymers kann
durch Einbau der dargestellten latenten Säurefunktion moderiert
werden (vgl. obigen Artikel von J. Heller und J. Barr).
Poly(orthoester) sind im alkalischen Medium sehr stabil, so dass
die basischen Abbauprodukte der Magnesiumlegierung keinen die Degradation
des Polymers beschleunigenden, sondern eher einen verzögernden Effekt
haben.
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Eine
Beschichtung im Sinne der Erfindung ist eine zumindest abschnittsweise
Auftragung der Komponenten auf den Grundkörper des Implantats,
insbesondere Stents. Vorzugsweise wird die gesamte Oberfläche des
Grundkörpers des Implantats/Stents von der Beschichtung
bedeckt. Die Beschichtung besteht aus Poly(orthoestern) oder sie
enthält Poly(orthoester). Der Gewichtsanteil der Poly(orthoester)
an den die Trägermatrix bildenden Komponenten der Beschichtung
beträgt mindestens 30%, vorzugsweise mindestens 50%, besonders
bevorzugt mindestens 70%. Die Komponenten der Beschichtung umfassen
die als Trägermatrix agierenden Materialien, also Materialien
die für die funktionellen Eigenschaften der Trägermatrix
notwendig sind, z. B. auch Hilfsstoffe zur Verbesserung der Viskositätseigenschaften,
Gelbildung und Verarbeitbarkeit. Diese Komponenten umfassen nicht
die gegebenenfalls zugesetzten Wirkstoffe oder Markermaterialien.
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Die
erfindungsgemäß eingesetzten Poly(orthoester)
sind hochgradig biokompatibel und biokorrodierbar. Die Verarbeitung
kann nach Standardverfahren für die Beschichtung erfolgen.
Die Biokompatibilität der Poly(orthoester) ist normalerweise
durch die Tatsache eingeschränkt, dass während
der Degradation saure Beiprodukte entstehen. Bei dem Abbau des Implantats
bildet sich jedoch Magnesiumhydroxid als Abbauprodukt, welches zum
einen das Polymer stabilisiert, d. h. den Abbau verlangsamt. Zum
anderen neutralisiert das saure Abbauprodukt des Polymers den hohen
pH-Wert in dem das Implantat umgebenden Gewebe. Ansonsten kann dieser
hohe pH-Wert zu einer unerwünschten Alkalose und einer
Gefäßreaktion führen. Poly(orthoester)
und degradierbares Implantat haben also einen synergistischen Effekt
auf die Biokompatibilität.
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Der
Poly(orthoester) kann als Trägermatrix für pharmazeutische
Wirkstoffe, Röntgenmarker oder Magnetresonanzmarker agieren.
Der Röntgenmarker kann bei Implantaten aus einem biokorrodierbaren
metallischen Werkstoff nicht direkt auf das Produkt aufgebracht
werden, da er z. B. die Degradation des Stents durch Bildung von
Lokalelementen beeinflussen würde. In der Matrix aus Poly(orthoester)
ist der Marker dagegen vom Grundkörper abgeschirmt.
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Als
biokorrodierbar im Sinne der Erfindung werden metallische oder polymere
Werkstoffe bezeichnet, bei denen in physiologischer Umgebung ein
Abbau stattfindet, der letztendlich dazu führt, dass das
gesamte Implantat oder der aus dem Werkstoff gebildete Teil des
Implantates seine mechanische Integrität verliert.
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Unter
einer biokorrodierbaren Magnesiumlegierung im Sinne der Erfindung
wird ein metallisches Gefüge verstanden, dessen Hauptkomponente
Magnesium ist. Hauptkomponente ist die Legierungskomponente, deren
Gewichtsanteil an der Legierung am höchsten ist. Ein Anteil
der Hauptkomponente beträgt vorzugsweise mehr als 50 Gew.%,
insbesondere mehr als 70 Gew.%. Vorzugsweise enthält die
biokorrodierbare Magnesiumlegierung Yttrium und weitere Seltenerdmetalle,
da sich eine derartige Legierung aufgrund ihrer physiko-chemischen
Eigenschaften und hohen Biokompatibilität, insbesondere
auch seiner Abbauprodukte, auszeichnet. Besonders bevorzugt wird
eine Magnesiumlegierung der Zusammensetzung Seltenerdmetalle 5,2–9,9
Gew.%, davon Yttrium 3,7–5,5 Gew.%, und Rest < 1 Gew.%, wobei
Magnesium den auf 100 Gew.% fehlenden Anteil an der Legierung einnimmt,
eingesetzt. Diese Magnesiumlegierung bestätigte bereits
experimentell und in ersten klinischen Versuchen ihre besondere
Eignung, d. h. zeigt eine hohe Biokompatibilität, günstige
Verarbeitungseigenschaften, gute mechanische Kennwerte und ein für
die Einsatzzwecke adäquates Korrosionsverhalten. Unter
der Sammelbezeichnung „Seltenerdmetalle" werden vorliegend
Scandium (21), Yttrium (39), Lanthan (57) und die 14 auf Lanthan
(57) folgenden Elemente, nämlich Cer (58), Praseodym (59), Neodym
(60), Promethium (61), Samarium (62), Europium (63), Gadolinium
(64), Terbium (65), Dysprosium (66), Holmium (67), Erbium (68),
Thulium (69), Ytterbium (70) und Lutetium (71) verstanden.
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Poly(orthoester)
und die Magnesiumlegierungen sind so in ihrer Zusammensetzung zu
wählen, dass sie biokorrodierbar sind. Als Prüfmedium
zur Testung des Korrosionsverhaltens von polymeren Werkstoffen oder
Legierungen dient künstliches Plasma, wie es nach EN
ISO 10993-15:2000 für Biokorrosionsuntersuchungen
vorgeschrieben ist (Zusammensetzung NaCl 6,8 g/l, CaCl2 0,2
g/l, KCl 0,4 g/l, MgSO4 0,1 g/l, NaHCO3 2,2 g/l, Na2HPO4 0,126 g/l, NaH2PO4 0,026 g/l). Eine Probe des zu untersuchenden
Werkstoffs wird dazu in einem verschlossenen Probenbehälter
mit einer definierten Menge des Prüfmediums bei 37°C
gelagert. In zeitlichen Abständen – abgestimmt
auf das zu erwartende Korrosionsverhalten – von wenigen
Stunden bis zu mehreren Monaten werden die Proben entnommen und
in bekannter Weise auf Korrosionsspuren untersucht. Das künstliche
Plasma nach EN ISO 10993-15:2000 entspricht einem
blutähnlichen Medium und stellt damit eine Möglichkeit
dar, eine physiologische Umgebung im Sinne der Erfindung reproduzierbar
nachzustellen.
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Implantate
im Sinne der Erfindung sind über ein chirurgisches Verfahren
in den Körper eingebrachte Vorrichtungen und umfassen Befestigungselemente
für Knochen, beispielsweise Schrauben, Platten oder Nägel,
chirurgisches Nahtmaterial, Darmklammern, Gefäßclips,
Prothesen im Bereich des Hart- und Weichgewebes und Ankerelemente
für Elektroden, insbesondere von Schrittmachern oder Defibrillatoren.
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Vorzugsweise
ist das Implantat ein Stent. Stents herkömmlicher Bauart
weisen eine filigrane Stützstruktur aus metallischen Streben
auf, die zur Einbringung in den Körper zunächst
in einem nicht-expandierten Zustand vorliegt und die am Ort der
Applikation dann in einen expandierten Zustand aufgeweitet wird.
Aufgrund der Verwendungsweise sind spröde Beschichtungssysteme
ungeeignet; Poly(orthoester) haben dagegen besonders geeignete Materialeigenschaften,
wie eine für die Zwecke hinreichende Viskosität
und Flexibilität. Der Stent kann vor oder nach dem Crimpen
auf einen Ballon beschichtet werden.
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Ein
zweiter Aspekt der Erfindung bezieht sich auf die Verwendung von
Poly(orthoestern) als Beschichtungsmaterial für einen Stent
aus einer biokorrodierbaren Magnesiumlegierung.
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Die
Erfindung wird nachfolgend anhand von Ausführungsbeispielen
näher erläutert.
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Beispiel 1: Beschichtung von absorbierbaren
Metallstents
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Ein
Stent aus der biokorrodierbaren Magnesiumlegierung WE43 (97 Gew.%
Magnesium, 4 Gew.% Yttrium, 3 Gew.% Seltenerdmetalle außer
Yttrium) wird wie folgt beschichtet:
Es wird eine 0,1 Gew.%
Lösung eines Poly(orthoesters) in trockenem THF bereitgestellt
(der Konzentrationsbereich sollte vorzugsweise im Bereich von 0,05
bis 0,4 Gew.% liegen). Der Poly(orthoester) wurde aus einer 100/70/30
Mischung von 3,9-Diethyliden-2,4,8,10-tetraoxaspiro[5.5]undecan,
1,10-Decandiol und 1,10-Decandiollaktid hergestellt.
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Der
Stent wird von Staub und Rückständen gereinigt
und in eine geeignete Stentbeschichtungsapparatur (DES Coater, Eigenentwicklung
Fa. Biotronik) eingespannt. Mit Hilfe eines Airbrush Systems (Fa.
EFD oder Spraying System) wird der sich drehende Stent unter konstanten
Umgebungsbedingungen (Raumtemperatur; 42% Luftfeuchte) halbseitig
beschichtet. Bei einem Düsenabstand von 20 mm ist ein 18
mm langer Stent nach ca. 10 min beschichtet. Nach Erreichen der
beabsichtigten Schichtmasse wird der Stent 5 min bei RT getrocknet,
ehe nach Drehen des Stents und erneutem Einspannen die unbeschichtete
Seite auf dieselbe Weise beschichtet wird. Der fertig beschichtete
Stent wird für 24 h bei 80°C in einem Vakuumofen
(Vakucell; Fa. MMM) getrocknet.
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Beispiel 2: Beschichtung eines Stents
aus einer CoCr-Legierung
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Ein
Stent aus einer CoCr-Legierung wird wie folgt beschichtet:
Es
wird eine 0,1 Gew.% Lösung eines Poly(orthoesters) in Ethylacetat
bereitgestellt (der Konzentrationsbereich sollte vorzugsweise im
Bereich von 0,05 bis 0,4 Gew.% liegen). Der Poly(orthoester) wurde
aus 3,9-Diethyliden-2,4,8,10-tetraoxaspiro[5.5]undecan und 1,6-Hexandiol
hergestellt.
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Der
Stent wird von Staub und Rückständen gereinigt
und in eine geeignete Stentbeschichtungsapparatur (DES Coater, Eigenentwicklung
Fa. BIOTRONIK) eingespannt. Mit Hilfe eines Airbrush Systems (Fa. EFD
oder Spraying System) wird der sich drehende Stent unter konstanten
Umgebungsbedingungen (Raumtemperatur; 42% Luftfeuchte) halbseitig
beschichtet. Bei einem Düsenabstand von 20 mm ist ein 18
mm langer Stent nach ca. 10 min beschichtet. Nach Erreichen der
beabsichtigten Schichtmasse wird der Stent 5 min bei RT getrocknet,
ehe nach Drehen des Stents und erneutem Einspannen die unbeschichtete
Seite auf dieselbe Weise beschichtet wird. Der fertig beschichtete
Stent wird für 24 h bei 80°C in einem Vakuumofen
(Vakucell; Fa. MMM) getrocknet.
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Beispiel 3: Beschichtung eines absorbierbaren
Metallstents mit einem wirkstoffbeladenen Poly(orthoester)
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Ein
Stent aus der biokorrodierbaren Magnesiumlegierung WE43 wird wie
folgt beschichtet:
Es wird eine 0,1 Gew.% Lösung eines
Poly(orthoesters) in trockenem THF bereitgestellt (der Konzentrationsbereich
sollte vorzugsweise im Bereich von 0,05 bis 0,4 Gew.% liegen). Der
Poly(orthoester) wurde aus einer 15/40/40/5 Mischung von 3,9-Diethyliden-2,4,8,10-tetraoxaspiro[5.5]undecan,
1,6-Hexandiol, Triethylenglycol und Triethylenglycolglycolid hergestellt.
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Der
Stent wird von Staub und Rückständen gereinigt
und in eine geeignete Stentbeschichtungsapparatur (DES Coater, Eigenentwicklung
Fa. BIOTRONIK) eingespannt. Es wird eine klare, konzentrierte Lösung eines
pharmakologischen Wirkstoffes in THF wird derart zu der Polymerlösung
zugegeben, dass Polymer und Wirkstoff ein Gewichtsverhältnis
von 20/80 bis 80/20 haben (bevorzugt: 60/40). Mit Hilfe eines Airbrush
Systems (Fa. EFD oder Spraying System) wird der sich drehende Stent
unter konstanten Umgebungsbedingungen (Raumtemperatur; 42% Luftfeuchte)
halbseitig beschichtet. Bei einem Düsenabstand von 20 mm
ist ein 18 mm langer Stent nach ca. 10 min beschichtet. Nach Erreichen
der beabsichtigten Schichtmasse wird der Stent 5 min bei RT getrocknet,
ehe nach Drehen des Stents und erneutem Einspannen die unbeschichtete
Seite auf dieselbe Weise beschichtet wird. Der fertig beschichtete
Stent wird für 24 h bei 80°C in einem Vakuumofen
(Vakucell; Fa. MMM) getrocknet.
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ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
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Zitierte Patentliteratur
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- - DE 19731021
A1 [0007]
- - DE 10253634 A1 [0007]
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Zitierte Nicht-Patentliteratur
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- - J. Heller
und J. Barr, Biomacromolecules, Vol. 5, No. 5, (2004), 1625–1632 [0011]
- - J. Heller und J. Barr [0012]
- - EN ISO 10993-15:2000 [0018]
- - EN ISO 10993-15:2000 [0018]