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Die
vorliegende Erfindung bezieht sich auf rotierbare Substrate mit
Kavitäten wie Kammern oder Verbindungskanälen,
in welchen Fluide über durch Drehbewegung induzierte Scheinkräften
ausgesetzt werden. Zu diesen Scheinkräften gehören
die Zentrifugalkraft, die Eulerkraft und die Corioliskraft. Mit dem
Rotor verbunden sind Funktionselemente, von welchen mindestens eines
unter Verwendung organischer Halbleiter gefertigt ist.
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Als
Fluide werden im Allgemeinen Flüssigkeiten und Gase bezeichnet.
Insbesondere sind in dieser Erfindung auch Gemische aus mehreren
flüssigen, gasförmigen und festen Phasen sowie
auch aus verschiedenen Substanzen eingeschlossen.
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In
bevorzugten Ausführungsbeispielen befinden sich auf dem
rotierenden Substrat mikrofluidische Strukturen, welche Flüssigkeitsmengen
im Bereich von Millilitern bis hinunter zu Nanolitern führen. In
diesen Volumenbereichen haben aufgrund der gegenüber makroskopischen
Systemen stark vergrößerten Oberflächen-zu-Volumenverhältnisse über Oberflächenkräfte
vermittelte Effekte wie Grenzflächenspannung, Oberflächenspannung
und Viskosität einen bedeutenden Einfluss auf Fluide in
den Mikrostrukturen.
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Seit
Ende der 1960er Jahre werden zentrifugal-fluidische Systeme zur
integrierten und automatisierten Prozessführung, insbesondere
für analytische und diagnostische Anwendungen entwickelt [Norman
G. Anderson. Computer interfaced fast analyzers. Science, 166(3903):
317–324, 1969; Norman G. Anderson. Analytical
techniques for cell fractions. XIV. Use of drainage syphons in a
fast-analyzer cuvet-rotor. Analytical Biochemistry, 32(1): 59–69, 1969.].
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Im
Zuge der sich mit rasch voranschreitenden mikrofluidischen Lab-on-a-Chip
bzw. μTAS (Micro Total Analysis System) Technologien traten
seit anfang der 1990er Jahre auch immer mehr zentrifugal-betriebene „Lab-on-a-Disk"
Systeme in Erscheinung [C. T. Schembri, V. Ostoich, P. J.
Lingane, T. L. Burd, and S. N. Buhl. Portable simultaneous multiple analyte
wholeblood analyzer for point-of-care testing. Clinical Chemistry,
38(9): 1665–1670, 1992; C. T. Schembri,
T. L. Burd, A. R. Kopf-Sill, L. R. Shea, and B. Braynin. Centrifugation
and capillarity integrated into a multiple analyte whole-blond analyzer.
Journal of Automated Methods & Management
in Chemistry, 17(3): 99–104, 1995; M.
J. Madou and G. J. Kellogg. LabCD: A centrifuge-based microfluidic
platform for diagnostics. In G. E. Cohn and A. Katzir, editors,
Proceedings of SPIE – Systems & Technologies for Clinical Diagnostics & Drug Discovery,
volume 3259, pages 80–93, 1998.].
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In
bevorzugten Ausführungsbeispielen werden über
die Drehbewegung induzierte Scheinkräfte mit über
die Grenzflächenspannung und die Geometrie der Kavitäten
definierte Kapillarkräften, Siphonstrukturen oder bei Bedarf
durch externe Stimuli wie Wärme, elektromagnetische Strahlung
oder mechanische Einwirkung entfernbaren Opferschichten kombiniert.
Somit lassen sich Funktionselemente wie fluidische Ventile, Schalter,
Router, Dosierer und Mischer realisieren.
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Zunächst
lässt sich das vorwiegend dichteabhängige, durch
Rotation bewirkte Liquid Handling weitgehend unabhängig
von anderen, zwischen unterschiedlichen Proben oft stark schwankenden
Flüssigkeitseigenschaften wie Viskosität und Oberflächenspannung
gestalten.
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Weiterhin
ist das zentrifugale Pumpen anders als beispielsweise bei Kolben-,
Spritzen- oder Zahnringpumpen aufgrund der kontinuierlichen, sich aufgrund
der Massenträgheit des Rotors selbst stabilisierenden Drehbewegung
intrinsisch pulsfrei. Fluktuationen der Druckquelle können
bei vielen Anwendungen zu Problemen wie der Verzerrung von Flüssigkeitssegmenten,
zur Bildung von Gasblasen durch Kavitation oder auch zur Destabilisierung
von Grenzflächen in mehrphasigen Systemen führen.
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Zudem
werden in vielen Anwendungen zur Analyse oder zur Prozessierung
von Flüssigkeiten störende Gasblasen durch die über
das Zentrifugalfeld induzierte Auftriebskraft tendenziell aus der
Flüssigkeit in Richtung Drehzentrum entfernt. Selbst in Gegenwart
von Gasblasen bricht bei rotatorisch induzierten Volumenkräften – anders
als bei vielen, nicht Gasblasen toleranten Mikroverdrängerpumpen – der Pumpeffekt
nicht mit dem Eindringen von Gasblasen in die Verdrängerkammer
zusammen.
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Aufgrund
der quasi „berührungslosen", zentrifugalen Kraftübertragung
werden des weiteren keine druckdichten Schnittstellen, etwa zum
Anschluss von externen Pumpen, benötigt. Ein Substratwechsel kann
daher ohne aufwendiges Verbinden und Lösen druckdichter
Schlauchverbindungen sehr benutzerfreundlich vollzogen werden. Damit
erübrigen sich auch Problematiken wie Anschlusstechnik
sowie Wartungs- und Verschleppungsprobleme, welche mit den nicht
auf dem Einwegsubstrat befindlichen Totvolumina zusammenhängen.
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Das
rotierbare Substrat kann weiterhin beliebige Formen aufweisen. Bevorzugte
Formate sind flache runde Scheiben, etwa von den Dimensionen einer
handelsüblichen Compact Disc („CD") oder auch
kuchenartige Kreissegmente und rechteckige Standard-Mikroskopträger
(„Slides"). Prinzipiell sind aber auch nicht-planare Substrate,
etwa tiefgezogene Strukturen oder auch rotationssymmetrische Substrate
wie Reaktionsröhrchen („Tubes") einsetzbar.
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Die
rotierbaren Substrate können aus einem Material oder auch
einer Kombination von im Prinzip beliebigen Materialien, beispielsweise
aus Polymeren, Silikonen, Glas, Silizium, Metall, Keramik oder auch
aus Opfermaterialen wie Waxen, Hydrogelen, Ölen oder Folien
sowie typischen stationären Phasen wie porösen
Membranen, Vliesen, Fritten und aufgestauten Partikeln bestehen.
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Das
Substrat kann auch globale oder lokal begrenzte Beschichtungen aufweisen.
Diese Beschichtungen können die Grenzflächenspannung zwischen
dem Fluid und den Wänden der Kavitäten beeinflussen
sowie als Barrieren für den diffusiven und konvektiven
Stofftransport und zur thermischen, optischen oder elektrischen
Isolation dienen.
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Weiterhin
können die Oberflächenbeschichtungen die Interaktion
mit Fluidbestandteilen, z. B. von Nukleinsäuren, Proteinen,
Teilchen oder Zellen, beeinflussen. Einerseits kann die unspezifische
Adsorption unterdrückt oder auch über die spezifische Bindung
an Sondenmoleküle Eigenschaften der fluidischen Probe,
beispielsweise in Form eines Biosensors oder Mikroarrays, erfasst
werden.
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Die
rotierbaren Substrate und darauf aufgebrachte Beschichtungen und
Funktionselemente können weiterhin mit elektromagnetischer
Strahlung Wechselwirken, z. B. über Wellenlängen
spezifische Transmission, Absorption, Reflektion, Brechung, Wellenleitung
oder über die Anregung von evaneszenten Feldern und Plasmonen.
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Mittlerweile
wurden zentrifugal-mikrofluidische Pendants von nahezu allen Einheitsoperationen der
Laborautomatisation entwickelt, sodass sich auch das Liquid-Handling
komplexerer Laborprotokolle vollständig darstellen lässt
[M. Madou, J. Zoval, G. Jia, H. Kido, J. Kim and N. Kim.
Lab an a CD. Annual Review of Biomedical Engineering, 8: 601–628, 2006; M.
Gustafsson, D. Hirschberg, C. Palmberg, H. Jörnvall, and
T. Bergman. Integrated sample preparation and MALDI mass spectrometry
an a microfluidic compact disk. Analytical Chemistry, 76(2): 345–350,
2004; Mats Inganäs, Helene Dérand,
Ann Eckersten, Gunnar Ekstrand, Ann-Kristin Honerud, Gerald Jesson,
Gunnar Thorsén, Tobias Söderman, and Per Andersson.
Integrated microfluidic compact disc device with potential use in
both centralized and point-of-care laboratory settings. Clinical
Chemistry, 51(10): 1985–1987, 2005; Michael
J. Pugia, Gert Blankenstein, Ralf-Peter Peters, James A. Profitt, Klaus
Kadel, Thomas Willms, Ronald Sommer, Hai Hang Kuo, and Lloyd S.
Schulman. Microfluidic tool box as technology platform for hand-held
diagnostics. Clinical Chemistry, 51(10): 1923–1932, 2005; J.
Steigert, M. Grumann, T. Brenner, K. Mittenbühler, T. Nann,
J. Rühe, I. Moser, S. Haeberle, L. Riegger, J. Riegler,
W. Bessler, R. Zengerle, and J. Ducrée. Integrated sample
preparation, reacting and detection an a highfrequency centrifugal
microfluidic platform. JALA – Journal of the Association
for Laboratory Automation, 10(5): 331–341, 2005.].
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Auf
das rotierbare Substrat können prinzipiell beliebige Funktionselementen
wie etwa zur Temperaturführung, zur Druckgeneration, zur
mechanischen Interaktion, zur Spannungserzeugung, zur Energieerzeugung,
zur Energiewandlung, zur Erzeugung von Oberflächenwellen,
zur Erzeugung von Plasmen, zur Erzeugung von evaneszenten Feldern, zur
Energieversorgung, zur optischen Strahlführung wie Linsen,
Gitter, Prismen, Filter, Verspiegelungen, oder Wellenleitern sowie
zur Übertragung, Verarbeitung, Speicherung und Visualisierung
von Daten aufgebracht werden.
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Diese
Funktionselemente und deren Schnittstelle zum rotierbaren Substrat
müssen den auf sie wirkenden Scheinkräften standhalten.
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Auch
die Wechselwirkung von Funktionselementen auf dem rotierbaren Substrat
mit ortsfesten Komponenten kann ausgenutzt werden.
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Beispielsweise
wurden auf dem rotierbaren Substrat V-Nuten zur Totalreflektion
(TIR) eines senkrecht, also von oben auf das Substrat einfallenden
Strahls integriert [M. Grumann, J. Steigert, L. Riegger,
I. Moser, B. Enderle, G. Urban, R. Zengerle, and J. Ducrée.
Sensitivity enhancement for colorimetric glucose assays an whole
blond by an-chip beam-guidance. Biomedical Microdevices, 8(3): 209–214,
2006.]. Bei einem Anstellwinkel von 45° lenken
diese Komponenten den Strahl in die Substratebene um und können
so beispielsweise die Weglängen für die Vermessung
optischer Absorption in für Lab-on-a-Chip Systemen typischen,
flachen Kammern verlängern.
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Weiterhin
können Grenzflächen von Flüssigkeiten
und Gasen, beispielsweise zur Füllstandsbestimmung, erfasst
werden [F. Bundgaard, O. Geschke, R. Zengerle, and J. Ducrée.
A simple opto-fluidic switch detecting liquid filling in polymer-based
microfluidic systems. In Proceedings of the 14th International Conference
an Solid-State Sensors, Actuators & Microsystems (Transducers'07), June
10–14, Lyon, France, volume 1, pages 759–762,
2007.].
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Auch
eine mechanische Aktorik kann über die Drehbewegung auf
dem rotierenden Substrat bewirkt werden. So kann man über
die Drehbewegung eine periodische Wechselwirkung zwischen mitrotierenden
und entsprechend gepolten ortsfesten Magneten herbeiführen.
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Auf
diese Weise wurde beispielsweise eine über Magnete, welche
in den elastischen Deckel des rotierbaren Substrats eingelassen
sind, eine Pumpfunktion realisiert [S. Haeberle, N. Schmitt,
R. Zengerle, and J. Ducrée. Centrifugo-magnetic generation of
gas-liquid microflows. Sensors & Actuators
A – Physical, 135(1): 28–33, 2007].
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Weiterhin
wurden mit magnetischen Beads in der Substratbasierten Kammer ein
effizienter Mischer demonstriert [M. Grumann, A. Geipel,
L. Riegger, R. Zengerle, and J. Ducrée. Batch-mode mixing
with magnetic beads an centrifugal microfluidic platforms. Lab an
a Chip, 5(5): 560–565, 2005.].
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Falls
das rotierbare Substrat den Charakter eines kostengünstigen
Einwegteils einnehmen soll, so sind für die Integration
dieser weiteren Funktionselemente kostengünstige Materialen,
Herstellungsprozesse und Verbindungstechnologien wie beispielsweise
Dickschichttechnologien, Stempel, Druckverfahren oder auch eine „Reel-to-Reel"-Fertigung
einzusetzen.
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Fluide
wie Probenflüssigkeiten oder Reagenzien können
entweder durch zusätzliche Dispenser oder Pipettoren im
Peripheriegerät dem rotierenden Substrat über
entsprechende Einlässe in Ruhe oder auch während
der Rotation zugeführt werden.
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Reagenzien
können aber auch auf dem rotierbaren Substrat flüssig
vorgelagert werden. Hierzu werden durch zumindest abschnittsweise über
externe Stimuli wie elektromagnetische Strahlung, Wärme oder
mechanische Einwirkung entfernbare Diffusionsbarrieren zur Kompartimentierung
der vorgelagerten Flüssigkeitsvolumina eingesetzt.
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Solche
Flüssigkeiten können auch in trockener Form vorgelegte
oder lyophilisierte Reagenzien auflösen.
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Es
wurden zudem stroboskopische Messplätze entwickelt, welche
die Beobachtung von fluidischen Vorgängen während
der Rotation mittels stationärer Kameras oder Detektoren
realisieren [M. Grumann, T. Brenner, C. Beer, R. Zengerle,
and J. Ducrée. Visualization of flow patterning in high-speed centrifugal
microfluidics. Review of Scientific Instruments, 76(2): 025101,
2005; Chern-Sheng Lin, Chia-Hau Lin, Chao-Ying
Wu, Hong Zong Shieh and Chi-Chih Lay. Rotation rate measurement
of a microfluidic biodisk spinner and automatic adjustment for the
pulsed light source. Optics & Laser
Technologies, 39(1): 202–209, 2007.].
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Für
ausgewählte Anwendungen in der Labormedizin konnte schon
gezeigt werden, dass sich das Peripheriegerät im wesentlichen
auf einen Drehmotor mit Strahlquelle und einen Detektor, also insgesamt
auf einen handelsüblichen oder nur unwesentlich modifizierten
Compact Disc/DVD Player zurückführen lässt
[L. Riegger, M. Grumann, J. Steigert, S. Lutz, C. P. Steinert,
C. Mueller, J. Viertel, O. Prucker, J. Rühe, R. Zengerle,
and J. Ducrée. Single-step centrifugal hematocrit determination
an a 10-$ processing device. Biomedical Microdevices, 2007.
Status: online first (doi:10.1007/s10544-007-9091-1); L.
Riegger, J. Steigert, S. Lutz, W. Streule, R. Zengerle, and J. Ducrée.
Automated hematocrit measurement and Patient data labelling by a
commercial DVD-writer with a lowcost optical add-on. In Jean-Louis
Viovy, editor, Proceedings of the llth International Conference
an Miniaturized Systems for Chemistry and Life Sciences (μTAS2007),
Oktober 7–11, Paris, France. Chemical and Biological Microsystems
Society, 2007. Status: akzeptiert, Publikation in den Verhandlungen der
Konferenz am 7. Oktober 2007.].
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Solche
Platz sparenden Geräte sind heute (Mitte 2007) schon für
einen Preis deutlich unter 20 EUR kommerziell erhältlich.
Wartungskosten fallen in der Regel kaum an. Gegenüber anderen Lab-on-a-Chip
Technologien stellt der geringe Preis für die assoziierte
Peripherie ebenso wie die hohe Bedienfreundlichkeit einen möglicherweise
kommerziell ausschlaggebenden Wettbewerbsvorteil dar.
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In
manchen Anwendungen kann es sinnvoll sein Strahlung zwischen ortsfesten
Komponenten und dem Rotor zu übertragen. Beispiele hierfür
sind Sender und Empfänger für Datensignale. Z.
B. kann ein rotierender Sender Messdaten vom Rotor auf einen stationären
Empfänger übertragen oder eine stationäre
Steuereinheit kann Komponenten auf dem Rotor regeln. Sowohl der
Austausch von analogen als auch von digitalen Signalen ist möglich.
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Weiterhin
lässt sich beispielsweise Strahlungsenergie von einer ortsfesten
Strahlungsquelle berührungslos über eine mitrotierende,
photovoltaische Zelle in elektrische Leistung zur Versorgung mitrotierender
Funktionselemente verwenden. Wenn die photovoltaische Zelle beispielsweise
zentrische Kreise oder Ringe überdeckt, so lässt
sich auch mit einer ortsfesten Strahlungsquelle unabhängig
von der Drehzahl eine durch die zeitliche Modulation der Strahlung
bestimmte Leistung auf dem Rotor bereitstellen.
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Allerdings
lassen sich nur sehr schwer von der Rotationsbewegung entkoppelte
Komponenten realisieren, was besonders bei der Detektion und der Erzeugung
von der Zentrifugalkraft und der Rotationssymmetrie unabhängiger
Einflussgrößen ein ernsthaftes technisches Problem
darstellen kann.
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Ein
Beispiel für eine solche Technologie stellt ein Batteriebetriebenes
Elektrodensystem zur zentrifugal-dielektrophoretischen Separation
von Zellen dar [M. Boettcher, M. S. Jaeger, L. Riegger,
J. Ducrée, R. Zengerle, and C. Duschl. Labon-chip-based cell
separation by combining dielectrophoresis and centrifugation. Biophysical
Reviews & Letters,
1(4): 443–451, 2006.]. Allein schon aus Kosten-
und Sicherheitsgründen blieben solche mehrkomponentigen
Hybride aber bisher auf das akademische Umfeld beschränkt.
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Diese
Erfindung liefert einen neuen technischen Ansatz auf der Basis der
in den 1960er entdeckten [R. McNeill, R. Siudak, J. H. Wardlaw,
D. E. Weiss. Electronic conduction in polymers. I. The chemical
structure of polypyrrole. Australian Journal of Chemistry, 16(6):
1056–1075, 1963 sowie nachfolgende Artikel auf den Seiten
1076–1089 und 1090–1103 in der selben Ausgabe]
und in den 1970er Jahren wiederentdeckten [C. K. Chiang,
C. R. Fincher Jr., Y. W. Park, A. J. Heeger, H. Shirakawa, E. J. Louis,
S. C. Gau, Alan G. MacDiarmid. Electrical conductivity in doped
polyacetylene. Physical Review Letters, 39(17): 1098–1101,
1977] organischen Leiter.
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Stimuliert
durch die verbesserte Prozessierbarkeit organischer Materialien
[J. H. Burroughes, D. D. C. Bradley, A. R. Brown, R. N.
Marks, K. Mackay, R. H. Friend, P. L. Burns, A. B. Holmes. Light-emitting diodes
based an conjugated polymers. Nature, 347(6293): 539–541,
1990.] ließen sich seit den 1990er Jahren insbesondere
als elektrolumineszent oder heutzutage meist nur als „EL"
bezeichnete Funktionselemente wie LEDs (light emitting diode) auf
sehr kostengünstige und technisch vorteilhafte Weise herstellen
[R. H. Friend, R. W. Gymer, A. B. Holmes, J. H. Burroughes,
R. N. Marks, C. Taliani, D. D. C. Bradley, D. A. Dos Santos, J.
L. Bredas, M. Lögdlund, W. R. Salaneck. Electroluminescence
in conjugated polymers. Nature, 397(6715): 121–128, 1999.].
Gegenwärtig (Mitte 2007) werden schon auf organischen Leitern
basierende Flachbildschirme kommerziell angeboten.
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Es
konnte weiterhin gezeigt werden, dass Komponenten auf Basis organischer
leitender EL Schichten auch als Photodioden eingesetzt werden können
[G. Yu, C. Zhang, A. J. Heeger. Applied Physics Letters,
64(12): 1540–1542, 1994.].
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Aus
der Literatur sind verschiedene Funktionselemente auf Basis organischer
Leiter bekannt. Das sind beispielsweise LEDs und daraus aufgebaute
Displays [
G. Parthasarathy, G. Gu, S. R. Forrest. A full-color
transparent metal-free stacked organic light emitting device with
simplified Pixel biasing. Advanced Materials, 11(11), 907–910,
1999.], Photodioden [
G. Yu, C. Zhang, A. J. Heeger.
Dual-function semiconducting polymer devices: Light-emitting and
photodetecting diodes. Applied Physics Letters, 64/12): 1540–1542,
1994], photovoltaische Zellen [
G. Yu, J. Gao, J.
C. Hummelen, F. Wudl, A. J. Heeger). Polymer photovoltaic cells:
Enhanced efficiencies via a network of internal donor-acceptor heterojunctions. Science,
270(5243): 1789–1791, 1995.], Transistoren und
daraus aufgebaute elektronische Schaltkreise [
C. D. Dimitrakopoulos
and D. J. Mascaro. Organic thin-film transistors: A review of recent
advances. IBM Journal of Research & Development, 45(1): 11–27,
2001.], Batterien [Patentschrift
US 5,637,421 ], Cantilever [
F.
Hua, T. Cui, Yuri M. Lvov. Ultrathin cantilevers based an polymer-ceramic
nanocomposite assembled through layer-by-layer adsorption. Nano
Letters, 4(5): 823–825, 2004.] und Sensoren [
T.
Someya, Y. Kato, T. Sekitani, S. Iba, Y. Noguchi, Y. Murase, H.
Kawaguchi, T. Sakurai. Conformable, flexible, large-area networks
of pressure and thermal sensors with organic transistor active matrixes.
Proceedings of the National Academy of Sciences of the USA, 102(35):
12321–12325, 2005.].
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Auch
in der „Lab-on-a-Chip" Community wurden schon Möglichkeiten
der opto-fluidischen Systemintegration betrachtet [R. Yang,
M. Wu, G. Jin. Integrated micro-optical and microfluidic system
for micro total analysis system. Proceedings of SPIE, 4177: 194–197,
2000; A. M. Jorgensen, K. B. Mogensen, J. P. Kutter,
Oliver Geschke. A biochemical microdevice with an integrated chemiluminescence
detector. Sensors & Actuators
B, 90(1–3): 15–21, 2003; K. B.
Mogensen, H. Klank, J. P. Kutter. Recent developments in detection
for microfluidic systems. Electrophoresis, 25(21–22): 3498–3512,
2004.]
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Die
Verfügbarkeit von LEDs und Photodioden auf Basis organischer
Leitermaterialien legte den Einsatz von organischen LEDs als Strahlquelle,
organischen Photodioden als Detektor zur Erfassung optischer Eigenschaften
von dazwischen liegenden, optisch mit dem Strahl wechselwirkenden
Schichten nahe [Patentschrift
US
5,629,533 ]. Insbesondere wurden in einer solchen optischen
Anordnung auch Fluide untersucht [Patentschrift
US 6,331,438 B1 ].
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Eine
beispielhafte Anordnung ist in 3 dargestellt.
Ein rotierbares Substrat (30) weist eine Kavität
(31) auf, welche sich zwischen einer LED (33; 34; 36)
und einer Photodiode (32; 35; 37) befindet. Beide
optischen Elemente sind prinzipiell gleich aufgebaut. Bei der LED
(33; 34; 36) befindet sich eine organische
EL Schicht (33) zwischen einer Kathode (36) und
einer transparenten Anode (34). Strahlung wird von der
LED bei Anlegen einer Spannung emittiert.
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Bei
der Photodiode (32; 35; 37) wird durch Einfall
von elektromagnetischer Strahlung durch die transparente Anode (37)
auf die EL-Schicht (32) eine Spannungsdifferenz zwischen
den zwischen Anode (37) und Kathode (35) erzeugt.
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Speziell
bei Fluoreszenzmessungen können auch noch Emissions- und
Detektionsfilter in den Strahlengang zwischen Strahlungsquelle und
Detektor vorgesehen werden.
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Möglich
ist auch die räumlich über einen Erfassungsbereich
aufgelöste Erfassung von Eigenschaften eines Fluids über
ein Feld von Photodioden.
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Auch
in nicht miniaturisierten, aber nicht rotierenden Analysesystemen
(Lab-on-a-Chip) wurden schon organisch leitende Strahlquellen und
Photodioden eingesetzt [Patentschriften
GB 000002369428 A ;
US 000006995348 B2 ;
AT 000000500855 B1 ;
WO 002006026796 A1 ],
[
O. Hofmann, P. Miller, P. Sullivan, T. S. Jones, J. C.
deMello, D. D. C. Bradley, A. J. deMello. Thinfilm organic photodiodes
as integrated detectors for microscale chemiluminescence assays. Sensors & Actuators B,
106(2): 878–884, 2005;
O. Hofmann, X.
Wang, J. Huang, S. Atkins, P. Sullivan, D. D. C. Bradley and A.
J. DeMello and J. C. De Mello. Integrated sensors for point-of-care
detection. Proceedings of SPIE, 5938, 59380H, 2005.].
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Zum
Zwecke von Fluoreszenzmessung wurden spezielle räumliche
Anordnungen gewählt [X. Wang, O. Hofmann, J. Huang,
E. M. Barrett, R. Das, A. J. de Mello, J. C. de Mello, D. D. C.
Bradley. Organic light emitting diodes and photodetectors: Toward applications
in lab-on-a-chip portable devices. Proceedings of SPIE, 6036, 603610,
2006.] und auch schon adäqua te Filter integriert
[O. Hofmann, X. Wang, A. Cornwell, S. Beecher, A. Raja,
D. D. C. Bradley, A. J. deMello, J. C. de-Mello. Monolithically integrated
dye-doped PDMS long-pass filters for disposable an-chip fluorescence
detection Lab an a Chip, 6(8): 981–987, 2006].
Gegenwärtig (Mitte 2007) werden (bio-)analytische Lab-on-a-Chip
Systeme schon von Firmen wie Acron Genomics (GB, http://www.acrongen.com)/Molecular
Vision (GB, http://www.molecularvision.co.uk),
Nanoident (Österreich, http://www.nanoident.com)/Bioident
(USA, http://www.bioident.com) zu Demonstratoren
und ersten Produkten entwickelt.
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Heute
bekannte Herstellungstechnologien für Funktionselemente
aus organischen Leitern hängen von dessen Beschaffenheit,
besonders auch den tolerierbaren Prozesstemperaturen ab. Kleine
Moleküle lassen sich beispielsweise durch Gasabscheidung
auf dem Substrat deponieren [S. R. Forrest. Ultrathin organic
films grown by organic molecular beam deposition and related techniques.
Chemical Reviews, 97(6): 1793–1896, 1997.].
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Weitere
Verfahren sind beispielsweise Transfertechniken nach dem Tintenstrahl-[H.
Sirringhaus, T. Kawase, R. H. Friend, T. Shimoda, M. Inbasekaran,
W. Wu, E. P. Woo. High-resolution inkjet printing of all-polymer
transistor circuits. Science, 290(5499): 2123–2126, 2000.],
Siebdruck-[J. A. Rogers, Z. Bao, V. R. Raju. Nonphotolithographic
fabrication of organic transistors with micron feature sizes. Applied
Physics Letters, 72 (21): 2716–2718, 1998; D.
A. Pardo, G. E. Jabbour, N. Peyghambarian. Application of screen
printing in the fabrication of organic light-emitting devices. Advanced
Materials, 12(17): 1249–1252, 2000.] oder Stempelprinzip
[B. Goss Levi. New printing technologies raise hopes for cheap
plastic electronics. Physics Today, 54(2): 20–22, 2001.].
Weiterhin sind lithographische [J. Huang, R. Xia, Y. Kim,
X. Wang, J. Dane, O. Hofmann, A. Mosley, A. J. de Mello, J. C. de
Mello, D. D. C. Bradley. Patterning of organic devices by interlayer
lithography. Journal of Materials Chemistry, 17(11): 1043–1049,
2007.] und kapillar getriebene [K. S. Lee, G.
B. Blanchet, F. Gao, Y.-L. Loo. Direct patterning of conductive
water-soluble polyaniline for thin-film organic electronics. Applied
Physics Letters, 86(7): 074102, 2007.] Verfahren aus der
Literatur bekannt.
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Einerseits
ist eine hybride Aufbautechnik möglich. Hierbei werden
separat hergestellte, ggf. auch kommerziell erhältliche
Elemente wie beispielsweise OLEDs mit rotierbaren Substrat über
aus der Aufbau- und Verbindungstechnik (AVT) bekannte Methoden wie
Klebe- oder Klemmtechniken verbunden. Die Substrate können
jeweils mechanisch starr oder flexibel sein.
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Andererseits
können, eine entsprechende Materialien- und Prozessverträglichkeit
vorausgesetzt, weitere organische und auch nicht-organische Funktionselemente
direkt auf den Fluid führenden, rotierbaren Substrat hergestellt
werden.
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Zum
Schutz der Substrate vor dem Kontakt mit nicht kompatiblen, physiko-chemischen
Bedingungen wie Feuchtigkeit oder chemisch aggressiven Stoffen können
in beiden Herstellungsvarianten zumindest abschnittsweise Zwischenschichten
mit geeigneten Barriereeigenschaften eingefügt werden.
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Diese
Erfindung setzt organische Leitermaterialien erstmals auf rotatorischen
Plattformen ein, auf welchen Fluide über die Steuerung
der Drehfrequenz Scheinkräften wie der Zentrifugal-, Euler-,
und Corioliskraft unterworfen werden.
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1 zeigt
den Querschnitt eines rotierbaren Substrats (10) mit einer
Verdeckelung (11), welches von einem Drehvorrichtung (12)
um die Drehachse (13) rotiert wird. Das rotierbare Substrat
weist Kavitäten (14) zur Aufnahme von Fluiden
auf und ist mit einer Strahlquelle (15) und einem Photodetektor (16)
verbunden. Erfindungsgemäß basiert mindestens
eines dieser Elemente auf einem organischen leitenden (EL) Material.
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2 zeigt
die Aufsicht eines rotierbaren Substrats (20) mit einer
Kavität (21), welche sich um die Drehachse (22)
in einer bestimmten Drehrichtung (23) bewegt.
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Durch
die erfindungsgemäße Zusammenführung
von rotierbaren Substraten mit Funktionselementen auf der Basis
von organischen Leitern lassen sich die oben aufgeführten
Vorteile der über die Drehbewegung gesteuerten Hydrodynamik
mit den Vorteilen des Einsatzes von Komponenten, welche auf organischen
Leitern basieren, zusammenführen.
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Die
oben aufgeführten Vorteile des Handlings der Flüssigkeiten
durch rotatorisch induzierte Scheinkräfte lassen sich wie
folgt zusammenfassen:
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– Robustes
Handling von Fluiden, welches weitgehend unabhängig von
Flüssigkeitseigenschaften wie Viskosität und Oberflächenspannung
gestaltet werden kann.
- – Pulsfreie
Aktorik.
- – Tendenz zur Beseitigung von Gasblasen.
- – Keine druckdichten Schnittstellen erforderlich, dadurch
benutzerfreundlicher Substratwechsel und geringer Wartungsaufwand.
- – Vereinfachtes Peripheriegerät, welches sich
im Idealfall auf einen einfachen, frequenzsteuerbaren Drehmotor,
ggf. ergänzt durch Dispensier- und Detektionseinheiten,
zurückführen lässt.
-
Die
Vorteile der Verwendung von auf organischen Leitern basierenden
Funktionselementen lassen sich wie folgt zusammenfassen:
- – Integration von leistungsfähigen
und ggf. auch großflächigen Funktionselementen
wie LEDsOLED-Displays, Photodioden, photovoltaischen Elementen und
Elektronik zu Herstellungskosten, welche im Gegensatz zur Realisierung durch
konventionelle Halbleiterkomponenten die Auslegung der Substrate
als Einweglösungen erlauben.
– Durch Verwendung
des integrierten Systems als Einwegteil entfällt auch die
Notwendigkeit einer fluidischen Reinigung damit auch das Problem der
Verschleppung von Probenmaterial.
– Andererseits erübrigt
sich das Problem der vergleichsweise geringen Lebensdauern von Funktionselementen
auf Basis organischer Leiter.
- – Die Systemintegration erlaubt kurze Signalwege, z.
B. zur Vermeidung von Strahlaufweitung, Streueffekten und Hintergrund
bei der optischen Detektion.
-
Der
Synergieeffekt geht dabei aber deutlich über die reine
Addition der Einzeleffekte hinaus. Dabei lassen sich besonders gegenüber
stationären Lab-on-a-Chip Systemen und konventionellen
Zentrifugal-Analysatoren einige wichtige, gerade im Hinblick auf
eine erfolgreiche Kommerzialisierung möglicherweise ausschlaggebende
Vorteile aufzeigen.
-
Gegenüber
herkömmlichen zentrifugalen Analysatoren mit ortsfesten
Detektoren und Lichtquellen bringt diese weitergehende Systemintegration
des Rotors folgende Synergien:
- – Möglichkeit
der Wechselwirkung mit dem Fluid oder der Erfassung von Eigenschaften
des Fluids unabhängig von dem zumeist auf die zentrifugale Hydrodynamik
optimierten Verlauf der Drehzahl.
- – Erhöhung der Sensitivität bei der
Erfassung von Eigenschaften des Fluids durch die Möglichkeit
einer kontinuierliche Erfassung von Eigenschaften des Fluids.
- – Einfache Aufbereitung des kontinuierlich erfassten
Signals, gerade auch bei simultanem Auslesen mehrerer, paralleler
Erfassungsstrukturen auf dem gleichen rotierbaren Substrat.
- – Erhöhung der Sensitivität bei der
Erfassung von Eigenschaften des Fluids durch den direkten Strahlgang
mit kammernaher Anregung und Messung.
-
Die
Messwerterfassung über mitrotierende Detektoren erfordert
oftmals die Übertragung der erfassten Daten von dem rotierbaren
Substrat auf einen stationären Empfänger oder
eine Zwischenspeicherung der erfassten Daten auf dem rotierbaren Substrat.
Zu diesem Zweck können Elemente zur elektronischen Verarbeitung,
Speicherung und Übertragung von Daten auf dem rotierbaren
Substrat integriert werden. Diese Komponenten der Datenverarbeitung
können beispielsweise aus bekannten mikroelektronischen
oder opto-elektronischen Funktionselementen auf Basis von organischen
Leitern bereitgestellt werden.
-
Ebenfalls
möglich ist eine Datenübertragung über
elektrische leitende Vias, beispielsweise vom Detektor über
auf das rotierbare Substrat aufgedruckte Leiterbahnen auf die zentrale
Drehspindel, welche die Daten über Schleifkontakte auf
ortfeste Empfänger weiterleitet.
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Auch
kann eine mitrotierbare, gerichtet emittierende LED bei entsprechender
Ausrichtung in Richtung der Drehachse kontinuierlich optische Signale
auf einen auf der Drehachse positionierte Empfänger übertragen.
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Beispiele
für solche Anordnungen sind in 4 gezeigt.
Ein rotierbares Substrat (40) mit einer Kavität
(41) wird um die Achse (42) gedreht. Auf dem Substrat
(40) befindet sich eine Signalquelle (43), z. B.
eine LED, welche ein Signal (44) berührungslos auf
den koaxial zur Drehachse (42) platzierten Detektor (45),
z. B. eine Photodiode, sendet.
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In
einer ähnlichen Konfiguration in 4 kann auch
der Sender (46) koaxial platziert werden, so dass das Signal
(44) auf einer ortsfesten Bahn zum stationären
Detektor (45) gelangt.
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Aufgrund
der Umkehrbarkeit der Strahlwege lassen sich Sender und Empfänger
gegeneinander austauschen, so dass Funktionselemente auf dem rotierbaren
Substrat beispielsweise auch Steuersignale von einem ortsfesten
Sender empfangen könnten.
-
Die
Daten können über das Peripheriegerät auf
einer Anzeigevorrichtung wie einem Bildschirm oder einem Drucker
ausgegeben werden. Zudem ist eine Anzeige der Daten auf einem mit
dem Substrat verbundenen Bildschirm, z. B. einem OLED-Display, möglich.
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Dem
stroboskopischen Prinzip folgend könnte sogar ein mitrotierendes
Display oder eine andere mitrotierende, dem menschlichen Auge erfassbare Signalquelle
dem Benutzer während der Rotation Informationen in einem
quasi stehenden Bild anzeigen. Dabei kann das Informationsfeld entweder
mit einem ganzzahligen Vielfachen der Drehfrequenz angeblitzt werden
oder seine aktive Darstellung entsprechend oszillieren.
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Weiterhin
können Daten in für Menschen oder Maschinen lesbarem
Format, beispielsweise als alphanumerischer Wert, als Graphik oder
Barcode, über die LightScribeTM-Technologie
auf das rotierbare Substrat geschrieben werden.
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Zudem
ist eine Speicherung der Daten auch auf einem substratbasierten
Datentrack, wie etwa im Format beschreibbarer CDs (Compact Disc)
oder DVDs (Digital Video Disc), möglich.
-
Potentielle
Anwendungen der hier beschriebenen Erfindung liegen in Feldern,
wie sie beispielsweise für herkömmliche mikrofluidische
Technologien aufgeführt werden [J. Ducrée
and R. Zengerle, editors. FlowMap – Microfluidics roadmap
for the life sciences. Books an Demand GmbH, Norderstedt, Germany,
2004. ISBN 3833407441.]. Vom Marktpotential her sind hierbei
Anwendungen in der Analytik, Bioanalytik und medizinischen Diagnostik
hervorzuheben. Beispiele hierfür sind die klini sche Chemie, Toxikologie,
Serologie, Immundiagnostik, moleklare Diagnostik inklusive PCR,
Proteinkristallisation und Zellanalytik.
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Weitere
Anwendungen liegen in der zentrifugalen Mikroverfahrenstechnik,
beispielsweise bei der Erzeugung und Behandlung von mehrphasigen
Systemen und Mikrokugeln.
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Aufgrund
der Kompaktheit, Benutzerfreundlichkeit, Portabilität und
der Kosten bietet sich neben dem Einsatz in der Forschungslaboren
und in medizinischen Großlaboren insbesondere der dezentrale und
zeitnahe Einsatz (z. B. Felduntersuchungen in der Landwirtschaft,
Flugsicherheit) oder der Einsatz nah beim Patienten an (z. B. „so
genanntes „point-of-care testing", „patient self-testing"
oder „bedside testing").
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Zusammenfassend
betrifft die hier beschriebene Erfindung rotierbare Substrate mit
Kavitäten zur Aufnahme, Aufbereitung, Prozessführung
oder Analyse von Fluiden, vorwiegend Flüssigkeiten. Das
rotierbare Substrat wird mit mindestens einem weiteren Funktionselement
auf Basis organischer Leiter oder Halbleiter verbunden.
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Das
rotierbare Substrat kann neben weiteren organischen auch mit nicht-organischen
Funktionselementen verbunden werden. Wie die organischen Funktionselemente
können auch die nicht-organischen Funktionselemente unabhängig
vom Substrat mit für die Materialen bekannten Verarbeitungsprozessen
hergestellt und dann hybrid integriert werden. Auch eine Herstellung
direkt auf dem rotierbaren Substrat ist je nach der Verträglichkeit
des Herstellungsprozesses mit dem rotierbaren Substrat möglich.
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Diese
Funktionselemente können beispielsweise übliche
Komponenten zur fluidischen Prozessführung, Prozessüberwachung,
Energieversorgung, Energiewandlung, zur elektrischen und elektronischen
Beschaltung, Temperaturführung, Erzeugung und Detektion
von elektromagnetischer Strahlung, zur optischen Strahlführung,
Datenverarbeitung, Datenspeicherung, Datenkommunikation oder zur
Anzeige von Informationen für den Benutzer dienen.
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Beispiele
für die Zusatzelemente aus organischen Halbleitern sind
Photodioden zur Chemilumineszenz-Detektion, welche zusammen mit
einer Anregungsquelle (z. B. eine „OLED" oder Polymer-LED – „pLED")
auch für Absorptions- oder Fluoreszenzmessungen geeignet
sind. Weiter vorstellbar sind Peltier- und Heizelemente zur Temperaturführung oder
zum Öffnen von thermisch sensitiven Opferschichten, Elemente
zur Energieeinkopplung, z. B. photovoltaische Zellen, zur Energiespeicherung
auf dem rotierbaren Substrat, z. B. Batterien, zur Datenverarbeitung,
Speicherung und Kommunikation (Kommunikation mit stationärer
Sende-/Empfangseinheit, z. B. IR oder optisch). Die Resultate können dem
Benutzer entweder auf einem stationären Gerät, z.
B. einem PDA, oder auch über eine mitrotierbares Display
oder z. B. auch über die LightScribeTM-Technologie
dargestellt werden.
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Durch
Substrat-integrierte Heiz- und Kühlelemente lassen sich
zusammen mit Thermometer-Feedback auch Inkubationstemperaturen konstant
halten oder Temperaturrampen wie bei der PCR zeitlich und örtlich
sehr genau kontrollieren. Selbst lokal unterschiedliche Temperaturregime
lassen sich beispielsweise bei paralleler (simultaner) Prozessführung
oder sequentiellen Durchlaufen verschiedener Temperaturzonen auf
dem gleichen Substrat gut implementieren.
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Die
Integration des Substrats kann soweit führen, dass sich
die Peripherie auf einen konzeptionell einfachen, frequenzsteuerbaren
Drehmotor reduziert. Durch den Einsatz kostengünstiger
Materialien und damit assoziierten Herstellungstechnologien lässt
sich das rotierbare Substrat als in der medizinischen Diagnostik übliches
Einwegteil auslegen, was das System sehr wartungsarm macht und gleichzeitig
Probleme, welche z. B. mit der vergleichsweise geringen Lebensdauer
der organischer EL Materialien verknüpft sind, in der Praxis
erübrigt.
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ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
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