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Die
vorliegende Erfindung betrifft ein Sensorelement und ein Verfahren
zur Detektion von Teilchen in einem Gasstrom sowie deren Verwendung.
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Stand der Technik
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In
naher Zukunft muss der Partikelausstoß, insbesondere von
Fahrzeugen während des Fahrbetriebes, nach dem Durchlaufen
eines Motors bzw. Dieselpartikelfilters (DPF) per gesetzlicher Vorschrift überwacht
werden (On Board Diagnosis, OBD). Darüber hinaus ist eine
Beladungsprognose von Dieselpartikelfiltern zur Regenerationskontrolle
notwendig, um eine hohe Systemsicherheit bei wenigen effizienten,
kraftstoffsparenden Regenerationszyklen zu gewährleisten
und kostengünstige Filtermaterialien, beispielsweise Cordierit,
einsetzen zu können.
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Eine
Möglichkeit hierzu bieten aus dem Stand der Technik bekannte
resistive Teilchensensoren, insbesondere resistive Rußpartikelsensoren. Resistive
Teilchensensoren ziehen zur Detektion des Teilchenausstoßes
eine durch Teilchenanlagerung hervorgerufene Widerstandsänderung
eines Elektrodensystems mit zwei metallischen, kammartig ineinander
greifenden Elektroden (Intedigitalelektroden) heran. Aufgrund ihrer
Funktionsweise ordnen sich resistive Teilchensensoren bei den sammelnden
Prinzipien ein. Derartige Sensoren werden von der
DE 101 493 33 A1 sowie
der
WO 2003006976
A2 beschrieben.
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Derzeit
sind resistive Teilchensensoren, insbesondere Rußpartikelsensoren,
bekannt, bei denen sich unter Einwirkung einer elektrischen Messspannung
Teilchen zwischen den Elektroden anlagern (Elektrophorese) und Teilchenpfade
bilden, welche die zwei Interdigitalelektroden kurzschließen
und so mit steigender Teilchenkonzentration auf der Sensoroberfläche
ein abnehmender Widerstand (bzw. ein zunehmender Strom bei konstanter
angelegter Spannung) zwischen den Elektroden messbar wird. Nach Erreichen
eines Schwellwertes kann ein sich ändernder Sensorstrom
gemessen werden, der mit der Zunahme der Teilchenmasse auf der Sensoroberfläche korreliert.
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Die
Sensorempfindlichkeit derartiger Sensoren ist maßgeblich
von zwei Parameter und zwar dem Abstand zwischen den kammartig ineinander greifenden
Interdigitalelektroden und der an den Interdigitalelektroden angelegten
Spannung abhängig.
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Ein
großer Abstand zwischen den kammartig ineinander greifenden
Interdigitalelektroden geht mit einer großen Reichweite
des elektrischen Feldes zwischen den Elektroden und somit einem
großen Volumen, aus dem Teilchen durch Elektrophorese angelagert
werden, einher. Jedoch ist bei einem großen Abstand zwischen
den kammartig ineinander greifenden Interdigitalelektroden auch
die von den sich anlagernden Teilchen zu überbrückende
Strecke groß, wobei bei einem Sensor mit einem großen
Abstand zwischen den Interdigitalelektroden mehr Teilchen zur Bildung
leitfähiger Pfade erforderlich sind.
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Durch
das Anlegen einer hohen Spannung an die Elektroden kann die Reichweite
des elektrischen Feldes und damit das Volumen, aus dem Teilchen
durch Elektrophorese angelagert werden, ebenfalls gesteigert werden.
Bei großen Spannungen ist die in die angelagerten Teilchenstrukturen
eingebrachte Heizleistung allerdings nicht vernachlässigbar.
Die Teilchen können hierdurch strukturell verändert,
oxidiert und teilweise entfernt werden, wodurch sich die Messgenauigkeit
eines herkömmlichen, mit einer hohen Spannung betriebenen
Sensors verringert.
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Offenbarung der Erfindung
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Vorteile der Erfindung
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Ein
erfindungsgemäßes Sensorelement (11) zur
Detektion von Teilchen in einem Gasstrom, umfassend mindestens eine
erste, zweite und dritte Elektrode (12, 13, 15),
wobei die erste und zweite Elektrode (12, 13)
Interdigitalelektroden sind, die kammartig ineinander greifenden
und ein erstes Interdigitalelektrodensystem (12, 13)
zur Messung von sich anlagernden Teilchen bilden, wobei die dritte Elektrode
(15) zur Vergrößerung der Reichweite
des elektrischen Feldes im Bereich des ersten Interdigitalelektrodensystems
(12, 13) dient, hat den Vorteil, dass durch eine
Trennung der Sammel- und Messfunktion der Elektroden die Elektrodengeometrie
und -spannung für beide Vorgänge separat optimiert
werden kann.
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Weitere
Vorteile und vorteilhafte Ausgestaltungen des erfindungsgemäßen
Gegenstandes sind der Beschreibung, der Zeichnung und den Patentansprüchen
zu entnehmen.
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Kurze Beschreibung der Zeichnungen
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Die
vorliegende Erfindung wird durch die im Folgenden gezeigten und
diskutierten Figuren und die nachfolgende Beschreibung genauer erläutert. Dabei
ist zu beachten, dass die Figuren nur beschreibenden Charakter haben
und nicht dazu gedacht sind, die Erfindung in irgendeiner Form einzuschränken.
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1a ist
eine schematische Draufsicht auf ein herkömmliches Sensorelement
zur Detektion von Teilchen in einem Gasstrom mit zwei kammartig
ineinander greifenden Interdigitalelektroden;
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1b ist
ein schematischer Querschnitt des in 1a gezeigten
herkömmlichen Sensorelementes entlang der Linie I-I';
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2a ist
eine schematische Draufsicht auf eine erste Ausführungsform
eines erfindungsgemäßen Sensorelementes mit zwei
kammartig ineinander greifenden, interdigitalen Messelektroden und
zwei kammartig ineinander greifenden, unter den Messelektroden angeordneten,
interdigitalen Sammelelektroden;
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2b ist
ein schematischer Querschnitt des in 2a gezeigten
erfindungsgemäßen Sensors entlang der Link II-II'
und veranschaulicht die Beschaltung der Elektroden in der Messphase;
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2c ist
ein schematischer Querschnitt des in 2a gezeigten
erfindungsgemäßen Sensors entlang der Link II-II'
und veranschaulicht die Beschaltung der Elektroden in der Sammelphase;
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3a ist
ein schematischer Querschnitt einer zweiten Ausführungsform
eines erfindungsgemäßen Sensorelementes mit zwei
Interdigitalelektrodensystemen, die jeweils zwei kammartig ineinander greifenden
Interdigitalelektroden aufweisen, wobei die zwei Interdigitalelektrodensystem
auf gegenüberliegenden Flächen eines von zwei Trägerelementen gebildeten
Kanals angeordnet sind und veranschaulicht die Beschaltung und das
elektrische Feld der Elektroden in der Messphase;
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3b ist
ein schematischer Querschnitt der in 3a gezeigten
zweiten Ausführungsform eines erfindungsgemäßen
Sensorelementes und veranschaulicht die Beschaltung und das elektrische
Feld der Elektroden in der Sammelphase;
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4a ist
eine schematischer Draufsicht auf eine dritte Ausführungsform
eines erfindungsgemäßen Sensorelementes mit zwei
Interdigitalelektrodensystemen, die jeweils zwei kammartig ineinander greifenden
Interdigitalelektroden aufweisen, wobei die zwei Interdigitalelektrodensysteme
nebeneinander auf einem Trägerelement angeordnet sind;
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4b ist
ein schematischer Querschnitt der in 4a gezeigten
dritten Ausführungsform eines erfindungsgemäßen
Sensorelementes entlang der Linie III-III' und veranschaulicht die
Beschaltung und das elektrische Feld der Elektroden in der Messphase;
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4c ist
ein schematischer Querschnitt der in 4a und 4b gezeigten
dritten Ausführungsform eines erfindungsgemäßen
Sensorelementes entlang der Linie III-III' und veranschaulicht die
Beschaltung und das elektrische Feld der Elektroden in der Messphase;
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5a ist
eine schematischer Draufsicht auf einer fünften Ausführungsform
eines erfindungsgemäßen Sensorelementes mit drei
nebeneinander auf einem Trägerelement angeordneten, kammartig
ineinander eingreifenden Interdigitalelektroden, von denen die zwei äußeren
Interdigitalelektroden eine nach innen gerichtete einfache Kammstruktur
und die mittlere Interdigitalelektrode eine doppelt Kammstruktur
aufweisen;
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5b ist
ein schematischer Querschnitt der in 5a gezeigten
fünften Ausführungsform eines erfindungsgemäßen
Sensorelementes entlang der Linie IV-IV' und veranschaulicht die
Beschaltung und das elektrische Feld der Elektroden;
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5c ist
ein schematischer Querschnitt der in 5a und 5b gezeigten
fünften Ausführungsform eines erfindungsgemäßen
Sensorelementes entlang der Linie VI-VI' und veranschaulicht die Beschaltung
und das elektrische Feld der Elektroden; und
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5d ist
ein schematischer Querschnitt der in 5a gezeigten
fünften Ausführungsform eines erfindungsgemäßen
Sensorelementes entlang der Linie V-V' und veranschaulicht die Beschaltung
und das elektrische Feld der Elektroden.
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Beschreibung der Abbildung
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1a und 1b zeigen
ein herkömmliches Sensorelement 1 zur Detektion
von Teilchen in einem Gasstrom in der Draufsicht und im Querschnitt entlang
der Linie I-I'. Das Sensorelement weist ein Interdigitalelektrodensystem
aus zwei kammartig ineinander greifenden Interdigitalelektroden 2, 3 unterschiedlichem
Potentials auf, das auf einem Trägerelement 4 angeordnet
ist. Bei einem derartigen Sensorelement 1 wird sowohl für
die Teilchenanlagerung als auch für die Messung der Leitfähigkeit
der Teilchenpfade dasselbe Elektrodensystem 2, 3 und
dieselbe Elektrodenspannung verwendet. Wie bereits erläutert
können daher die Sammelfunktion und die Messfunktion der
Elektroden des Sensorelementes nicht unabhängig voneinander
optimiert werden.
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Die 2a bis 2c zeigen
eine erste Ausführungsform eines erfindungsgemäßen
Sensorelementes 11 mit zwei kammartig ineinander greifenden,
interdigitalen Messelektroden 12, 13 und zwei kammartig
ineinander greifenden, unter den Messelektroden 12, 13 angeordneten,
interdigitalen Sammelelektroden 15, 16 in der
Draufsicht und im Querschnitt entlang der Linie II-II'. Die Sammelelektroden 15, 16 sind
im Rahmen der vorliegenden Erfindung von den Messelektroden 12, 13 beabstandet
angeordnet. Die interdigitalen Sammelelektroden 15, 16 sind
in ein Trägerelement 14 integriert oder zwischen mindestens
zwei Trägerelementschichten laminiert, auf dem/denen die
interdigitalen Messelektroden 12, 13 angeordnet
sind. Die 2a und 2b veranschaulicht
die Beschaltung der Messelektroden 12, 13 und
Sammelelektroden 15, 16 in der Messphase.
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Wie 2b zeigt,
liegt in der Messphase an den Messelektroden 12, 13 eine
Messspannung UM an, wobei die Elektrode 12 ein anderes
Potential als die Elektrode 13 aufweist und das Potential
daher zwischen benachbarten Elektrodenarmen alternierend wechselt.
Die Sammelelektroden 15, 16 sind in der Messphase
spannungsfrei. 2c zeigt, dass die Messelektroden 12, 13 in
der Sammelphase spannungsfrei sind, damit die darunter liegenden Sammelelektroden 15, 16 nicht
abgeschirmt werden; wohingegen an den Sammelelektroden 15, 16 eine Sammelspannung
US anliegt, die deutlich größer
als die Messspannung UM ist. In der Sammelphase
weist die Elektrode 15 ein anderes Potential als die Elektrode 16 auf,
weshalb das Potential zwischen benachbarten Elektrodenarmen auch
hier alternierend wechselt. Dem erfindungsgemäßen
Verfahren entsprechend wechselt die Beschaltung der Elektroden zwischen
der Sammel- und Messphase in bestimmten Zeitintervallen. Die räumliche
Ausdehnung des elektrischen Feldes ist bei dieser Ausführungsform eines
erfindungsgemäßen Sensorelementes in der Sammel-
und Messphase ähnlich. Die während der Messung
angelegten Spannungen können jedoch wesentlich kleiner
gewählt werden, so dass eine Aufheizung der Teilchen vermieden
wird.
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Die 3a und 3b zeigen
eine zweite Ausführungsform eines erfindungsgemäßen
Sensorelementes 11 mit zwei Interdigitalelektrodensystem, die
jeweils zwei kammartig ineinander greifenden Interdigitalelektroden 12, 13; 15, 16 aufweisen,
wobei jedes Interdigitalelektrodensystem 12, 13; 15, 16 auf einem
Trägerelement 14a; 14b angeordnet ist
und die zwei Trägerelemente 14a; 14b,
derart zueinander angeordnet sind, dass sich zwischen den Trägerelementen 14a; 14b ein
Kanal 17 bildet, wobei die beiden Interdigitalelektrodensysteme 12, 13; 15, 16 innerhalb
des Kanals 17 und auf gegenüberliegenden Flächen
des Kanals 17 angeordnet sind. Die Elektrodenarme des Interdigitalelektrodensystems 12, 13 und
des Interdigitalelektrodensystems 15, 16 können mittig über/untereinander
angeordnet sein. Zur Detektion von Teilchen in einem Gastrom wird
ein Gasstrom mit den darin enthaltenen zu detektierenden Teilchen
durch den Kanal 17 geströmt. Es kann sich hierbei
auch um einen Teilstrom des Gasstroms handeln. Die Strömungsrichtung
kann horizontal in der Zeichnungsebene und/oder senkrecht zur Zeichnungsebene
liegen. In der Messphase wird, wie in 3a gezeigt,
innerhalb jedes Interdigitalelektrodensysteme 12, 13; 15, 16 eine
Messspannung UM angelegt. Zweckmäßigerweise
haben die an den beiden Interdigitalelektrodensystemen 12, 13; 15, 16 angelegten
Spannungen den gleichen Betrag. Als Messsignal dient in der Messphase
beispielsweise der aus Teilchenablagerung resultierende Stromfluss und/oder
Spannungsabfall zwischen den Interdigitalelektroden 12, 13 und 15, 16 eines
Interdigitalelektrodensystems. In der Sammelphase wird, wie 4b zeigt,
an zu unterschiedlichen Interdigitalelektrodensystemen 12, 13; 15, 16 gehörenden,
einander gegenüberliegenden Interdigitalelektroden, beispielsweise
an die Interdigitalelektroden 12 und 15 sowie an
die Interdigitalelektroden 13 und 16, jeweils
eine Sammelspannung US angelegt, die wie
bereits erläutert deutlich größer als
die Messspannung ist. Um die Bildung von Teilchenpfaden zwischen
zu unterschiedlichen Interdigitalelektrodensystemen 12, 13; 15, 16 gehörenden
Interdigitalelektroden 12, 15; 13, 16 während
der Sammelphase zu vermeiden und um eine bessere Ausrichtung der
Teilchenpfade zu erzielen kann die Sammelspannung US gepulst
betrieben werden.
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Die 4a bis 4c zeigen
eine dritte Ausführungsform eines erfindungsgemäßen
Sensorelementes 11 mit zwei Interdigitalelektrodensystemen 12, 13; 15, 16,
die jeweils zwei kammartig ineinander greifenden Interdigitalelektroden 12, 13 bzw. 15, 16 aufweisen,
wobei die zwei Interdigitalelektrodensysteme nebeneinander, insbesondere
in einer Ebene, auf einem Trägerelement 14 angeordnet sind,
in der Draufsicht und im Querschnitt entlang der Linie III-III'.
Vorzugsweise sind die Elektrodenarme der beidem Interdigitalelektrodensysteme 12, 13; 15, 16 parallel
zueinander ausgerichtet.
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4b veranschaulicht,
dass in der Messphase an die Elektroden 12, 13 und 15, 16 eine Messspannung
UM derart angelegt wird, dass das Potential
der Spannung von einem Elektrodenarm zu einem benachbarten Elektrodenarm
alterniert. Dabei veranschaulicht die in 4b zusätzliche
verwendete Punktierung der Querschnittsflächen 12, 15,
dass in der Messphase an den Elektroden 12, 15 das
gleiche Potential anliegt, welches sich jedoch von dem an den Elektroden 13, 16 angelegten
Potential (unpunktiert) unterscheidet. Dies kann beispielsweise
einerseits dadurch gewährleistet werden, dass an die Elektroden 12, 13 und 15, 16 jeweils
eine Messspannung UM (UM12,13,
UM15,16) angelegt wird, wobei die Messspannung
UM12,13 den gleichen Betrag wie die Messspannung
UM15,16 aufweist. Andererseits kann dies
dadurch gewährleistet werden, dass die Elektroden 12 und 15 sowie 13 und 16 zusammengeschaltet werden
und nur eine Messspannung UM zwischen den
Elektrodengruppen 12, 15 und 13, 16 angelegt wird.
Wie bereits erläutert, werden in der erfindungsgemäßen
Messphase niedrige Spannungen (UM << US) verwendet. 4b zeigt,
dass eine derartige Beschaltung zur Folge hat, dass sich jeweils
zwischen benachbarten Elektrodenarmen ein elektrisches Feld geringer
Stärke und kurzer Reichweite ausbildet.
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4c veranschaulicht,
dass in der Sammelphase an die Elektroden 12, 13 und 15, 16 eine Sammelspannung
US derart angelegt wird, dass die die Elektroden 12, 13 sowie
die Elektroden 15, 16 jeweils eine Elektrodengruppe 12, 13 (zusätzlich
punktierte Querschnittsfläche) bzw. 15, 16 (unpunktierte Querschnittsfläche)
unterschiedlichen Potentials bilden. Dies kann beispielsweise dadurch
gewährleistet werden, dass an die inneren Elektroden 13, 15 und an
die äußeren Elektroden 12, 16 jeweils
eine Sammelspannung US (US13,15,
US12,16) derart angelegt wird, dass jeweils
die Elektroden einer Elektrodengruppe 12, 13; 15, 16 das
gleiche Potential aufweisen. Andererseits kann dies dadurch gewährleistet
werden, dass die Elektroden 12 und 13 sowie 15 und 16 zusammengeschaltet
werden und nur eine Messspannung US zwischen
den Elektrodengruppen 12, 13 und 15, 16 angelegt
wird. Wie bereits erläutert, werden in der erfindungsgemäßen
Sammelphase Sammelspannungen US verwendet,
die deutlich höher als die erfindungsgemäßen
Messspannungen UM sind. 5c zeigt,
dass eine derartige Beschaltung zur Folge hat, dass sich zwischen
den Elektrodengruppen 12, 13 und 15, 16 ein
elektrisches Feld hoher Stärke und langer Reichweite ausbildet.
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Die 5a bis 5d zeigen
eine fünfte Ausführungsform eines erfindungsgemäßen
Sensorelementes 11 mit drei nebeneinander, insbesondere in
einer Ebene, auf einem Trägerelement 14 angeordneten,
kammartig ineinander eingreifenden Interdigitalelektroden 12, 13, 15,
von denen die zwei äußeren Interdigitalelektroden 12, 15 eine
nach innen gerichtete einfache Kammstruktur und die mittlere Interdigitalelektrode 13 eine
doppelt Kammstruktur aufweisen, in der Draufsicht und in Querschnitten
entlang der Linien IV-IV', V-V' und VI-VI'. Wie 5a zeigt,
sind die Elektrodenarme der drei Interdigitalelektroden 12, 13, 15 parallel
zueinander ausgerichtet.
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Darüber
hinaus veranschaulichen die 5a bis 5d die
erfindungsgemäße Beschaltung der drei Elektroden 12, 13, 15.
An den äußeren Interdigitalelektroden mit einfacher
Kammstruktur 12, 15 wird jeweils eine Spannung
gleichen Betrages, jedoch unterschiedlicher Polarität angelegt,
wobei die mittlere Interdigitalelektrode 13 mit doppelter
Kammstruktur geerdet wird. Als Messsignal dient beispielsweise der
aus Teilchenablagerung resultierende Stromfluss und/oder Spannungsabfall
zwischen den äußeren Interdigitalelektroden mit
einfacher Kammstruktur 12, 15 und der mittleren,
geerdeten Interdigitalelektrode 13 mit doppelter Kammstruktur.
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5b ist
ein Querschnitt entlang der Linie IV-IV' und 5d ist
ein Querschnitt entlang der Linie V-V' der in 5a in
der Draufsicht gezeigten erfindungsgemäßen Ausführungsform. 5b und 5d zeigen
stark vereinfacht, dass sich zwischen den äußeren
Interdigitalelektroden mit einfacher Kammstruktur 12, 15 und
der mittleren, geerdeten Interdigitalelektrode 13 mit doppelter
Kammstruktur ein elektrisches Feld kurzer Reichweite ausbildet.
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5c ist
ein Querschnitt der in 5a in der Draufsicht gezeigten
erfindungsgemäßen Ausführungsform entlang
der Linie VI-VI'. 5c zeigt stark vereinfacht,
dass sich darüber zusätzlich zu den in 5b und 5d gezeigten
elektrischen Feldern ein elektrisches Feld größerer
Reichweite zwischen den äußeren Interdigitalelektroden
mit einfacher Kammstruktur 12, 15 ausbildet, welches
das Volumen aus dem Teilchen angezogen und angelagert werden und
somit die Empfindlichkeit des Sensorelementes deutlich erhöht.
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Gegenstand
der vorliegenden Erfindung ist ein Sensorelement zur Detektion von
Teilchen in einem Gasstrom, umfassend mindestens eine erste, zweite
und dritte Elektrode, wobei die erste und zweite Elektrode Interdigitalelektroden
sind, die kammartig ineinander greifenden und ein erstes Interdigitalelektrodensystem
zur Messung von sich anlagernden Teilchen bilden, wobei die dritte
Elektrode zur Vergrößerung der Reichweite des
elektrischen Feldes im Bereich des ersten Interdigitalelektrodensystems dient.
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Die
vorliegende Erfindung beruht dabei auf dem Prinzip, die beiden Funktionen
eines herkömmlichen Interdigitalelektrodensystems, nämlich
das Anziehen von Teilchen auf das Interdigitalelektrodensystem über
Elektrophorese und das Messen des Widerstandes der angelagerten
Teilchen, physikalisch zu trennen, um dadurch die beide Funktionen
unabhängig voneinander optimieren zu können.
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Unter
dem Begriff „Teilchen" werden im Sinn der vorliegenden
Erfindung feste und/oder flüssige leitfähige Teilchen,
beispielsweise leitfähige Partikel und/oder Tröpfchen,
insbesondere Rußpartikel, beispielsweise halbleitender
Kohlenstoff verstanden.
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Im
Rahmen der vorliegenden Erfindung ist die dritte Elektrode zur Vergrößerung
der Reichweite des elektrischen Feldes in oder unter/oberhalb der Ebene
der Interdigitalelektroden angeordnet. Beispielsweise ist die dritte
Elektrode zur Vergrößerung der Reichweite des
elektrischen Feldes eine flächige Elektrode oder Interdigitalelektrode.
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Im
Rahmen von mehreren erfindungsgemäßen Ausführungsformen
umfasst das erfindungsgemäße Sensorelement eine
dritte und eine vierte Elektroden zur Vergrößerung
der Reichweite des elektrischen Feldes. Dabei können die
dritte und vierte Elektrode zur Vergrößerung der
Reichweite des elektrischen Feldes als flächige Elektroden
oder in Form von zwei kammartig ineinander greifenden Interdigitalelektroden,
die ein zweites Interdigitalelektrodensystem bilden, ausgebildet
sein.
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Die
erste Interdigitalelektrode, die zweite Interdigitalelektrode, die
dritte Elektrode und/oder die vierte Elektrode können aus
einem elektrisch leitenden und hochtemperaturstabilen Material ausgebildet
sein. Unter einem „hochtemperaturstabilen Material" wird
erfindungsgemäß ein Material verstanden, das beispielsweise
bis zu einer Temperatur von etwa 1200°C keine der für
den erfindungsgemäßen Zweck notwendigen Eigenschaften
verliert. Beispielsweise können die erste Interdigitalelektrode,
die zweite Interdigitalelektrode, die dritte Elektrode und/oder
die vierte Elektrode aus einem Metall, wie Platin, Kupfer, Silber,
Gold, Eisen, Cobalt, Nickel, Palladium, Ruthenium, Iridium oder
Rhodium, oder einer Metalllegierung, insbesondere einer Metalllegierung
umfassend Platin, Kupfer, Silber, Gold, Eisen, Cobalt, Nickel, Palladium,
Ruthenium, Iridium und/oder Rhodium, ausgebildet sein. Vorzugsweise
ist die erste Interdigitalelektrode, die zweite Interdigitalelektrode,
die dritte Elektrode und/oder die vierte Elektrode aus Platin ausgebildet.
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Ein
erfindungsgemäßes Sensorelement kann mindestens
ein Trägerelement umfassen, auf dem die erste Interdigitalelektrode,
die zweite Interdigitalelektrode, die dritte Elektrode und/oder
die vierte Elektrode angeordnet sind. Die dritte Elektrode und/oder
die vierte Elektrode können beispielsweise in ein Trägerelement
integriert oder zwischen zwei Trägerelementschichten laminiert
sein.
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Im
Rahmen einer ersten, zweiten und dritten Ausführungsform
eines erfindungsgemäßen Sensorelementes umfasst
das Sensorelement eine dritte und vierte flächige Elektrode
oder eine dritte und vierte Interdigitalelektrode zur Vergrößerung
des Reichweite des elektrischen Feldes umfasst, die in einer Ebene
unter/oberhalb des ersten Interdigitalelektrodensystems und zu diesem
beabstandet angeordnet sind.
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Im
Rahmen der ersten Ausführungsform eines erfindungsgemäßen
Sensorelementes umfasst das Sensorelement eine dritte und vierte
Interdigitalelektrode (Sammelelektroden) zur Vergrößerung
der Reichweite des elektrischen Feldes, welche in einer Ebene unter/oberhalb
des ersten Interdigitalelektrodensystems und zu diesem beabstandet
angeordnet sind. Dabei greifen die dritte und vierte Interdigitalelektrode
kammartig ineinander ein und bilden ein zweites Interdigitalelektrodensystem.
Die Teilchen werden im Rahmen dieser Ausführungsformen
aus dem Volumen oberhalb des ersten Interdigitalelektrodensystems
angelagert.
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Im
Rahmen der zweiten Ausführungsform eines erfindungsgemäßen
Sensorelementes umfasst das Sensorelement ebenfalls eine dritte
und vierte Interdigitalelektrode zur Vergrößerung
der Reichweite des elektrischen Feldes, die ein zweites Interdigitalelektrodensystem
bilden. Im Rahmen der zweiten Ausführungsform ist das zweite
Interdigitalelektrodensystem jedoch derart in einer Ebene unter/oberhalb
des ersten Interdigitalelektrodensystems und zu diesem beabstandet
angeordnet ist, dass sich zwischen dem ersten und zweiten Interdigitalelektrodensystem
ein Kanal bildet. Im Rahmen dieser Ausführungsform wird
zur Detektion von Teilchen in einem Gastrom durch diesen Kanal der
Gasstrom mit den darin enthaltenen zu detektierenden Teilchen geströmt.
Die Teilchen werden somit aus dem Volumen (Kanal) zwischen den beiden
Interdigitalelektrodensystemen angelagert. Im Rahmen dieser Ausführungsform
können sowohl das erste als auch das zweite Interdigitalelektrodensystem
jeweils auf einem Trägerelement angeordnet sein, wobei
die beiden Trägerelemente derart zueinander angeordnet
sind, dass sich zwischen den Trägerelementen der Kanal bildet
und die beiden Interdigitalelektrodensysteme innerhalb des Kanals
und auf gegenüberliegenden Flächen des Kanals
angeordnet sind.
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Sowohl
im Rahmen der ersten als auch im Rahmen der zweiten Ausführungsform
eines erfindungsgemäßen Sensorelementes kann das
zweite Interdigitalelektrodensystem mittig unter/oberhalb des ersten
Interdigitalelektrodensystems angeordnet sein. Die Elektrodenarme
des zweiten Interdigitalelektrodensystems können parallel
zu den Elektrodenarmen des ersten Interdigitalelektrodensystems
angeordnet sein. Beispielsweise kann das zweite Interdigitalelektrodensystem
derart unter/oberhalb des ersten Interdigitalelektrodensystems angeordnet sein,
dass die Elektrodenarme des zweiten Interdigitalelektrodensystems
unter/oberhalb der Elektrodenarme des ersten Interdigitalelektrodensystems
liegen.
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Im
Rahmen der dritten Ausführungsform eines erfindungsgemäßen
Sensorelementes umfasst das Sensorelement eine dritte und vierte
Interdigitalelektrode zur Vergrößerung der Reichweite
des elektrischen Feldes, die kammartig ineinander greifen und ein
zweites Interdigitalelektrodensystem bilden, welches derart in der
Ebene des ersten Interdigitalelektrodensystem angeordnet ist, dass
die Elektrodenarme der Interdigitalelektroden parallel zueinander angeordnet
sind. Der Abstand zwischen den Elektrodenarmen des ersten Interdigitalelektrodensystems kann
beispielsweise gleich groß wie der Abstand der Elektrodenarme
des zweiten Interdigitalelektrodensystems. Vorzugsweise sind im
Rahmen dieser Ausführungsform das erste und das zweite
Interdigitalelektrodensystem derart in einer Ebene angeordnet, dass
einer der äußeren Elektrodenarme des ersten Interdigitalelektrodensystems
parallel neben einem der äußeren Elektrodenarme
des zweiten Interdigitalelektrodensystems angeordnet ist. Vorzugsweise weist
dabei der Abstand zwischen parallel nebeneinander angeordneten äußeren
Elektrodenarmen des ersten und zweiten Interdigitalelektrodensystems, den
gleichen Wert wie der Abstand zwischen den Elektrodenarmen innerhalb
des ersten und zweiten Interdigitalelektrodensystems auf. Beispielsweise können
hierbei die Kammrücken der Interdigitalelektroden derart
parallel zueinander angeordnet sein, dass jeweils ein Kammrücken
einer Interdigitalelektrode des ersten Interdigitalelektrodensystems
bezüglich eines Kammrückens einer Interdigitalelektrode des
zweiten Interdigitalelektrodensystems derart ausgerichtet ist, dass
diese in entlang einer gemeinsamen fiktiven Geraden fluchten. Die
Teilchen werden im Rahmen dieser Ausführungsformen aus
dem Volumen oberhalb der beiden Interdigitalelektrodensystems angelagert.
Wenn das Sensorelement im Rahmen dieser Ausführungsform
ein Trägerelement umfasst, ist dieses aus einem nicht-piezoelektrischen Material,
beispielsweise aus Aluminiumoxid oder Zirkoniumoxid ausgebildet.
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Im
Rahmen der vierten Ausführungsform eines erfindungsgemäßen
Sensorelementes umfasst das Sensorelement eine dritte und vierte
flächige Elektrode (Sammelelektroden) zur Vergrößerung
der Reichweite des elektrischen Feldes, die derart in der Ebene
des ersten Interdigitalelektrodensystem angeordnet sind, dass sich
die flächige Elektroden jeweils auf gegenüberliegenden
Seiten des ersten Interdigitalelektrodensystems befinden. Die Teilchen
werden im Rahmen dieser Ausführungsformen aus dem Volumen
oberhalb des ersten Interdigitalelektrodensystems angelagert. Beispielsweise
kann eine erfindungsgemäße flächige Elektrode
eine Länge in einem Bereich von ≥ 0,2 mm bis ≤ 100
mm, beispielsweise von ≥ 1 mm bis ≤ 50 mm, insbesondere
von ≥ 5 mm bis ≤ 15 μm, und einer Breite
in einem Bereich von ≥ 1 μm bis ≤ 10
mm, beispielsweise von ≥ 20 μm bis ≤ 3
mm, insbesondere von ≥ 50 μm bis ≤ 3
mm, und einer Dicke in einem Bereich von ≥ 0,01 mm bis ≤ 100 μm,
beispielsweise von ≥ 1 bis ≤ 50 μm, insbesondere
von ≥ 5 bis ≤ 40 μm, aufweisen.
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Im
Rahmen der fünften Ausführungsform eines erfindungsgemäßen
Sensorelementes umfasst das Sensorelement eine dritte Interdigitalelektrode mit
einer einfachen Kammstruktur zur Vergrößerung der
Reichweite des elektrischen Feldes, die in der Ebene des ersten
Interdigitalelektrodensystems angeordnet ist, wobei die erste Interdigitalelektrode eine
einfache Kammstruktur und die zweite Interdigitalelektrode eine
doppelte Kammstruktur aufweisen, wobei die zweite Interdigitalelektrode
derart mittig zwischen der ersten Interdigitalelektrode und der
dritten Interdigitalelektrode angeordnet ist, dass die Elektrodenarme
ersten Interdigitalelektrode und der dritten Interdigitalelektrode
kammartig in die Elektrodenarme der mittigen zweiten Interdigitalelektrode eingreifen.
Dabei wird unter dem Begriff „doppelte Kammstruktur" sowohl
eine spiegelsymmetrische, antennen- oder fischgrätartige,
beidseitige Anordnung von Elektrodenarmen als auch eine nicht-spiegelsymmetrische,
beidseitige Anordnung von Elektrodenarmen verstanden, bei der die
Elektrodenarme der einen Kammseite um einen Bestimmten Betrag entlang
der Kammlänge versetzt zu den Elektrodenarmen der zweiten,
gegenüberliegenden Kammseite angeordnet sind. Die Teilchen
werden im Rahmen dieser Ausführungsformen aus dem Volumen
oberhalb des ersten Interdigitalelektrodensystems angelagert.
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Ein
weiterer Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist ein Sensor zur
Detektion von Teilchen in einem Gasstrom, der dadurch gekennzeichnet
ist, dass der Sensor ein erfindungsgemäßes Sensorelement
umfasst.
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Ein
weiterer Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist ein Verfahren
zur Detektion von Teilchen in einem Gasstrom mit einem erfindungsgemäßen
Sensorelement, indem
- – in einer Messphase
an eine erste und zweite Interdigitalelektrode eines ersten Interdigitalelektrodensystems
eine Messspannung angelegt wird, wobei die durch angelagerte Teilchen
hervorgerufene Strom-, Spannungs- und/oder Widerstandsänderung
gemessen und als Maß für die Teilchenkonzentration
und/oder den Teilchenmassestrom ausgegeben wird; und
- – in einer Sammelphase an mindestens eine dritte Elektrode
ein Sammelpotenzial (Sammelspannung) angelegt wird, um die Reichweite
des elektrischen Feldes im Bereich des ersten Interdigitalelektrodensystems
zu vergrößern.
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Die
vorliegende Erfindung beruht dabei auf dem Prinzip, dass zwischen
einem kleinen elektrisches Feld mit kurzer Reichweite in der Messphase und
einem hohen elektrischen Feld mit großer Reichweite in
der Sammelphase umgeschaltet wird. Durch das Anlegen der Sammelspannung
vergrößert sich erfindungsgemäß die
Reichweite des elektrischen Feldes im Bereich des ersten Interdigitalelektrodensystems
und damit das Volumen aus dem Teilchen angelagert/gesammelt werden
können, wodurch sich wiederum die Empfindlichkeit des Sensors
und damit die Genauigkeit des Messergebnis verbessert. Darüber
hinaus ermöglicht die erfindungsgemäße
Unterteilung in Messphase und Sammelphase vorteilhafterweise die
Anwendung von hohen Sammelspannungen, da eine daraus gegebenenfalls
resultierende Erwärmung in der Sammelphase und nicht in
der Messphase auftritt und damit die Teilchenmessung nicht durch
eine im Fall von herkömmlichen Sensoren auftretende, temperaturbedingte Änderung
des elektrischen Widerstandes der Teilchen beeinflusst wird.
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Erfindungsgemäß werden
die Mess- und Sammelphase alternierend wiederholt. Der Wechsel zwischen
Sammel- und Messphase erfolgt dabei in bestimmten Zeitintervallen.
Im Rahmen der vorliegenden Erfindung kann die Messphase ≥ 10–6 s bis ≤ 180 s, beispielsweise ≥ 10–3 s ≤ 10 s, insbesondere ≥ 10–1 s ≤ 5 s, und die Sammelphase ≥ 0,1
s bis ≤ 1200 s, beispielsweise ≥ 1 s ≤ 100
s, insbesondere ≥ 5 s ≤ 50 s, betragen. Die die
Sammelspannung kann im Rahmen der vorliegenden Erfindung beispielsweise eine
gepulste Spannung sein. Vorzugsweise ist die Sammelspannung im Rahmen
der vorliegenden Erfindung höher als die Messspannung.
Beispielsweise ist die Sammelspannung ≥ 2- bis ≤ 106-mal, beispielsweise ≥ 10- bis ≤ 1000-mal,
insbesondere ≥ 50- bis ≤ 100-mal höher
als die Messspannung. Die Messspannung liegt beispielsweise in einem
Bereich von ≥ 10 mV bis ≤ 20 V, beispielsweise
von ≥ 100 mV bis ≤ 10 V, insbesondere von ≥ 1
V bis ≤ 10 V. Die Sammelspannung liegt beispielsweise in
einem Bereich von ≥ 20 V bis ≤ 10 kV, beispielsweise
von ≥ 30 V bis ≤ 1 kV, insbesondere von ≥ 80
V bis ≤ 500 V.
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Im
Rahmen einer ersten Ausführungsform eines erfindungsgemäßen
Verfahrens wird bei einem Sensorelement, das gemäß der
ersten, zweiten oder fünften Ausführungsform eines
erfindungsgemäßen Sensorelementes ausgebildet
ist,
- – in der Messphase an der ersten
und zweiten Interdigitalelektrode des ersten Interdigitalelektrodensystems
eine Messspannung angelegt, wobei die durch angelagerte Teilchen
hervorgerufene Strom-, Spannungs-, Widerstands- und/oder Impedanzänderung
gemessen und als Maß für die Teilchenkonzentration
und/oder den Teilchenmassestrom ausgegeben wird; und
- – in der Sammelphase an die dritte und vierte flächige
Elektrode oder an die dritte und vierte Interdigitalelektrode zur
Vergrößerung der Reichweite des elektrischen Feldes
eine Sammelspannung angelegt.
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Im
Rahmen der vorliegenden Erfindung sollte bei einem Sensorelement,
das gemäß der ersten Ausführungsform
eines erfindungsgemäßen Sensorelementes ausgebildet
ist in der Sammelphase gewährleistet sein, dass an die
erste und zweite Interdigitalelektrode des ersten Interdigitalelektrodensystems
kein Potenzial (Spannung) angelegt wird, da ansonsten das elektrische
Feld der Sammelelektroden durch die darunter/darüber liegenden
Messelektroden abgeschirmt werden würden.
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Im
Rahmen einer zweiten Ausführungsform eines erfindungsgemäßen
Verfahrens wird bei einem Sensorelement, das gemäß der
dritten Ausführungsform eines erfindungsgemäßen
Sensorelementes ausgebildet ist,
- – in
der Messphase an dem ersten Interdigitalelektrodensystem und dem
zweiten Interdigitalelektrodensystem jeweils eine Messspannung angelegt,
wobei die durch angelagerte Teilchen hervorgerufene Strom-, Spannungs-,
Widerstands- und/oder Impedanzänderung gemessen und als Maß für
die Teilchenkonzentration und/oder den Teilchenmassestrom ausgegeben
wird; und
- – in der Sammelphase an die erste Interdigitalelektrode
des ersten Interdigitalelektrodensystem und eine Interdigitalelektrode
des zweiten Interdigitalelektrodensystems eine Sammelspannung angelegt
und/oder an die zweite Interdigitalelektrode des ersten Interdigitalelektrodensystem
und die verbleibende Interdigitalelektrode des zweiten Interdigitalelektrodensystems
eine Sammelspannung angelegt.
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Beispielsweise
wird die Sammelspannung an Interdigitalelektroden unterschiedlicher
Interdigitalelektrodensysteme angelegt, die einander gegenüberliegenden.
Zweckmäßigerweise haben jeweils die beiden Messspannungen
und/oder die beiden Sammelspannungen den gleichen Betrag. Um die Bildung
von Teilchenpfaden zwischen zu unterschiedlichen Interdigitalelektrodensystemen
gehörenden Interdigitalelektroden während der
Sammelphase zu vermeiden und um eine bessere Ausrichtung der Teilchenpfade
zu erzielen ist die Sammelspannung im Rahmen dieser Ausführungsform
vorzugsweise eine gepulste Spannung.
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Im
Rahmen einer dritten Ausführungsform eines erfindungsgemäßen
Verfahrens wird bei einem Sensorelement, das gemäß der
vierten Ausführungsform eines erfindungsgemäßen
Sensorelementes ausgebildet ist,
- – in
der Messphase an die Interdigitalelektroden eine Messspannung derart
angelegt, dass das Potential von einem Elektrodenarm zu einem benachbarten
Elektrodenarm alterniert, wobei die durch angelagerte Teilchen hervorgerufene Strom-,
Spannungs-, Widerstands- und/oder Impedanzänderung gemessen
und als Maß für die Teilchenkonzentration und/oder
den Teilchenmassestrom ausgegeben wird; und
- – in der Sammelphase an die Interdigitalelektroden
eine Sammelspannung derart angelegt, dass die erste und zweite Interdigitalelektrode
des ersten Interdigitalelektrodensystems eine erste Elektrodengruppe
und die dritte und vierte Interdigitalelektrode des zweiten Interdigitalelektrodensystems
eine zweite Elektrodengruppe bilden, wobei die erste Elektrodengruppen
ein anderes Potential als die zweite Elektrodengruppe aufweist.
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Dies
kann einerseits dadurch erreicht werden, indem in der Messphase
an die Interdigitalelektroden eines Interdigitalelektrodensystems
jeweils eine Messspannung angelegt wird, wobei die beiden Messspannungen
den gleichen Betrag aufweisen; oder indem die erste Interdigitalelektrode
des ersten Interdigitalelektrodensystem mit einer Interdigitalelektrode
des zweiten Interdigitalelektrodensystems und die zweite Interdigitalelektrode
des ersten Interdigitalelektrodensystems mit der verbleibenden Interdigitalelektrode
des zweiten Interdigitalelektrodensystems derart kurzgeschlossen
werden, dass ein einziges Interdigitalelektrodensystem mit zwei
kurzgeschlossenen Elektroden entsteht, indem benachbarte Elektrodenarme
zu unterschiedlichen kurzgeschlossenen Elektroden gehören;
und indem in der Sammelphase an die äußeren Interdigitalelektroden und
an die inneren Interdigitalelektroden jeweils eine Sammelspannung
derart angelegt wird, dass jeweils die Elektroden einer Elektrodengruppe
das gleiche Potential aufweisen oder die Interdigitalelektroden des
ersten Interdigitalelektrodensystem und die Interdigitalelektrode
des zweiten Interdigitalelektrodensystems derart kurzgeschlossen
werden, dass das erste Interdigitalelektrodensystem und das zweite
Interdigitalelektrodensystem jeweils eine Elektrode darstellen an
die eine Sammelspannung angelegt wird.
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Ein
weiterer Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist ein Verfahren
zur Detektion von Teilchen in einem Gasstrom mit einem Sensorelement, das
gemäß der sechsten Ausführungsform eines
erfindungsgemäßen Sensorelementes ausgebildet
ist, indem an die erste Interdigitalelektrode und an die dritte
Interdigitalelektrode, welche die äußeren Interdigitalelektroden
darstellen, jeweils eine Spannung, insbesondere gleichen Betrages,
jedoch unterschiedlicher Polarität angelegt wird und die
zweite, mittige Interdigitalelektrode geerdet wird, wobei die durch
angelagerte Teilchen hervorgerufene Strom-, Spannungs-, Widerstands-
und/oder Impedanzänderung zwischen den äußeren
Interdigitalelektroden und der mittigen Interdigitalelektrode gemessen
und als Maß für die Teilchenkonzentration und/oder
den Teilchenmassestrom ausgegeben wird.
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Ein
weiterer Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist die Verwendung
eines erfindungsgemäßen Sensorelementes und/oder
eines erfindungsgemäßen Sensors und/oder die Durchführung
eines erfindungsgemäßen Verfahrens in einem Werkstattmessgerät
zur Abgasuntersuchung oder in einem Messgerät zur Kontrolle
der Luftqualität oder zur Überwachung der Betriebsweise
eines Verbrennungsmotors, beispielsweise eines Dieselmotors, oder
einer Verbrennungsanlage, beispielsweise einer Ölheizung,
oder zur Überwachung der Funktionsfähigkeit eines
Partikelfilters und/oder des Beladungszustandes eines Partikelfilters
oder zur Überwachung von chemischen Herstellungsprozessen,
Abluftanlagen und/oder Abluftnachbehandlungsanlagen.
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ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
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Zitierte Patentliteratur
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- - DE 10149333
A1 [0003]
- - WO 2003006976 A2 [0003]