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TECHNISCHES GEBIET
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Die
Erfindung betrifft Verfahren zur Herstellung eines Verbundkörpers, eine
Ansprengvorrichtung zur Durchführung
einer Ansprengung, und einen Verbundkörper aus einem ersten Körper und
einem zweiten Körper,
wobei der erste Körper
und der zweite Körper
aneinander angesprengt sind.
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STAND DER TECHNIK
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In
bekannten Lithographieoptiken, auch auf dem Gebiet der Immersionslithographie,
werden in vielen Fällen
Kristalle, beispielsweise Kalzium-Fluorid-(CaF2-)
Kristalle, eingesetzt. Als Immersionsflüssigkeit wird in herkömmlichen
Immersionslithographie-Systemen hochreines Wasser zwischen den zu belichtenden
Wafer und das Objektiv eingebracht.
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Hochreines
Wasser greift jedoch bekanntermaßen die Oberflächen optischer
Komponenten, insbesondere Kristall- und Glasoberflächen, stark
an. Kommen also die eingesetzten Kristalle in Kontakt mit dem hochreinen
Wasser, so werden sie innerhalb kürzester Zeit derart geschädigt, dass
die lithographische Einrichtung außer Betrieb genommen werden muss.
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Aus
diesem Grund wird häufig
ein Schutzelement zum Schutz vor einem direkten Kontakt des Kristalls
mit der Immersionsflüssigkeit
zwischen den Kristall und das Wasser gebracht. Als Material für das Schutzelement
kommt beispielsweise reines Quarzglas in Form einer Linse oder einer
Platte in Frage, da Quarzglas zum einen eine im Vergleich zu anderen nicht
doppelbrechenden Materialien relativ hohe Widerstandfähigkeit
gegen die chemischen Einflüsse des
Wassers aufweist, und zum anderen für die in der Lithographie häufig verwendeten
Wellenlängern
193 nm und 248 nm transparent ist. Quarzglas besteht lediglich aus
einer einzigen Verbindung, nämlich
dem Glasgerüst,
das eine hohe Beständigkeit
aufweist. Bei anderen Gläsern
werden dagegen die Glasbildner chemisch angegriffen, da das Glasgerüst aus SiO2 besteht.
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Zur
Herstellung eines optischen Kontakts zwischen dem Schutzelement
und dem optischen Element aus Kristall kann beispielsweise eine
chemisch weniger aggressive Immersion verwendet werden. Alternativ
dazu kann das Schutzelement mit dem Kristallelement fest verbunden
werden.
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Ein
herkömmliches
Verbindungsverfahren ist beispielsweise in der Druckschrift
US 2003/0079823 A1 offenbart.
Bei dem Verbindungsverfahren wird die Oberfläche des Kristalls mittels einer
Hydroxidlösung aktiviert,
so dass sich reaktive Endgruppen an den gegenüberliegenden Oberflächen ausbilden.
Anschließend
werden die beiden Oberflächen
in Kontakt gebracht. Beim Verbinden der Oberflächen entstehen kovalente Bindungen
zwischen den aktivierten Oberflächen.
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Eine
weitere Verbindungsmethode besteht im Ansprengen des Schutzelements
an das optische Kristallelement. Unter einer Ansprengung wird ein spontanes
Verbinden oder Anhaften zweier Körper verstanden.
Die Verbindung durch Ansprengen kann zwischen zwei Körpern aus
gleichem Material oder aus unterschiedlichen Materialien stattfinden.
Beim Ansprengen werden zwei Oberflächen aneinander angenähert, um
eine Verbindung herzustellen. Eine derartige Verbindung erfolgt
mittels intermolekularer Wechselwirkungen, nämlich mittels von van-der-Waals-Kräften. Im
Gegensatz dazu bilden sich bei der oben genannten Druckschrift
US 2003/0079823 A1 kovalente
Bindungen zwischen den Oberflächenmolekülen der
zu verbindenden Körper
aus. Kovalente Bindungen unterscheiden sich in ihrer Stärke um Größenordnungen
von van-der-Waals-Wechselwirkungen.
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Die
größten Probleme
bei Verbundkörpern, die
durch Ansprengen zweier Körper
aus unterschiedlichen Materialien hergestellt wurden, sind auf die
voneinander abweichenden Wärmeausdehnungskoeffizienten
der Materialien zurückzuführen. Während beispielsweise
der mittlere thermische Ausdehnungskoeffizient von Quarzglas 0,54·10–6/°C beträgt, weist
Kalzium-Fluorid einen mittleren thermischen Ausdehnungskoeffizienten
von 18,4·106/°C auf.
Die Ausdehnungskoeffizienten unterscheiden sich demnach um einen
Faktor 34.
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Beispielsweise
ergibt sich bei einer Verbindungsfläche mit einem Durchmesser von
100 mm zwischen diesen beiden Materialien eine Scherung von 1,8 μm/°C über die
gesamte Länge
bzw. 0,9 μm/°C radial
von der Mitte der Verbindungsfläche
bis zum Rand hin.
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Da
bei der Herstellung (z.B. bei einer Wärmebehandlung des Verbundkörpers) und
beim Einsatz der Lithographieoptik hohe Temperaturdifferenzen auftreten
können,
führen
die unterschiedlichen Ausdehnungskoeffizienten zu hohen Scherkräften, die
sich bis hin zur Ablösung
der Ansprengung auswirken können.
Ein wiederholtes Durchfahren einer Temperaturänderung verschlechtert die
Ansprengung unter Umständen
so sehr, dass in letzter Konsequenz die optische Kristallkomponente
zerstört wird.
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TECHNISCHE AUFGABE
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Ausgehend
davon ist es die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine sichere
und dauerhafte Verbindung zwischen zwei Bauelementen, insbesondere
zwischen einem Bauelement aus einem Kalzium-Fluorid-(CaF2-) Kristall, und einem Bauelement aus Quarzglas
herzustellen. Insbesondere soll eine verbesserte Ansprengung vorgeschlagen
werden, durch die in einem Verbundkörper trotz unterschiedlicher
Temperaturkoeffizienten und hoher in der Übergangsschicht auftretender
Scherkräfte
die atomaren Verbindungskräfte
für eine
sichere und dauerhafte Verbindung ausreichen.
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TECHNISCHE LÖSUNG
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Diese
Aufgabe wird gelöst
durch ein Verfahren nach einem der Ansprüche 1, 15, 21, durch die Bereitstellung
einer Ansprengvorrichtung nach Anspruch 27, und durch einen Verbundkörper nach
Anspruch 29.
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Eines
der erfindungsgemäßen Verfahren
zur Herstellung eines Verbundkörpers
umfasst die folgenden Schritte:
- a) Bereitstellen
eines ersten Körpers
und eines zweiten Körpers
mit jeweils einer für
die Verbindung vorgesehenen Kontaktflache;
- b) Behandeln der Kontaktflächen
derart, dass die Kontaktflächen
von einer monomolekularen oder mehrlagigen Schicht von Wassermolekülen befreit
werden; und
- c) Zusammenbringen der von Wassermolekülen befreiten Kontaktflachen
zum Ansprengen des ersten Körpers
an den zweiten Körper
zur Herstellung eines Verbundkörpers
aus dem ersten Körper
und dem zweiten Körper.
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Bei
herkömmlichen
Ansprengverfahren sind die Oberflächen der zu verbindenden Komponenten, auch
wenn die Ansprengung in trockenen Räumen durchgeführt wird,
gleichwohl mit einer monomolekularen Schicht aus Wasser benetzt,
da unter den üblichen
Bedingungen jede trockene Oberfläche
innerhalb kürzester
Zeit benetzt wird. Nach der Ansprengung stehen die beiden Partner
stellenweise in Kontakt. Zwischen den Kontaktstellen bilden sich
jedoch Hohlräume
aus, in denen sich das vorher als monomolekulare Schicht vorhandene,
bei der Ansprengung verdrängte
Wasser, sammelt. Dieses eingeschlossene Wasser führt zu chemischen Reaktionen mit
dem Kristall, insbesondere zu einer Korrosion der Kristalloberfläche.
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Erfindungsgemäß wird auf
diese Weise eine Verbindung zwischen zwei Komponenten durch eine wasserfreie
Ansprengung hergestellt. In diesem Zusammenhang kann man auch von
einer „trockenen" Ansprengung sprechen.
Dadurch wird eine dauerhafte Verbindung zwischen den Komponenten,
auch unter Anwesenheit hoher Scherkräfte und dem Einfluss von UV-Laserstrahlung
erreicht.
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Da
beim Ansprengen bekanntermaßen van-der-Waals-Kräfte zwischen
den Oberflächen
der zu verbindenden Körper
wirken, sind die negativen Auswirkungen von Wassermolekülen, die
zwischen den Schichten vorhanden sind, erheblich. Van-der-Waals-Kräfte sind
in ihrer Stärke
um Größenordnungen
geringer als die Kräfte,
die bei kovalenten Bindungen auftreten (wie beispielsweise in der
US 2003/0079823 A1 beschrieben),
so dass der Einfluss der störenden
Wassermoleküle
größer ist.
Die Verbindungsqualität
wird somit durch eine trockene Ansprengung wesentlich verbessert.
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Ein
auf diese Weise hergestellter Verbundkörper kann beispielsweise in
der Immersionslithographie eingesetzt werden. Bin erster Körper, beispielsweise
ein optischer Kristall kann mit einem zweiten Körper, beispielsweise einer
Quarzlinse verbunden werden, um den Kristall vor einer chemischen
Reaktion mit der Immersionsflüssigkeit
(i.d.R. Wasser) zu schützen.
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Nach
der Entfernung der monomolekularen Wasserschicht von den Verbindungsoberflächen der Verbindungspartner
werden die beiden aneinander anzusprengenden Partner vereinigt.
Dies geschieht erfindungsgemäß unter
Bedingungen, unter denen es zu keiner Neubildung einer Wasserschicht
auf den Oberflächen
kommt. Das Ansprengen wird also unter Abwesenheit von Wasser, selbst
unter Vermeidung der Bildung einer monomolekularen Wasserdampfschicht
auf den Kontaktflächen
durchgeführt.
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Die
Entfernung der Wasserschicht vor dem Ansprengvorgang soll natürlich möglichst
vollständig sein.
Selbstverständlich
ist es jedoch unvermeidbar, dass einzelne Wassermoleküle oder
Bereiche mit Wassermolekülen
auf der Oberfläche
zurückbleiben. Eine
Entfernung der Wasserschicht im erfindungsgemäßen Sinn bedeutet, dass sich
keine Wasserschicht über
einen erheblichen Bereich der zu verbindenden Flächen erstreckt, und nach der
Verbindung keine größeren Wasserreservoirs,
die sich bei einer herkömmlichen
Ansprengung ausbilden, entstehen.
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Insbesondere
wird als erster Körper
ein Kristall, insbesondere ein Kalziumfluorid (CaF2)-Kristall), als optisches
Element bereitgestellt.
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Der
erste Körper
kann vorzugsweise einen Lutetium-Aluminiumgranat (LuAG, Lu3Al5O12)-Kristall umfassen.
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In
einer weiteren Ausführungsform
umfasst der erste Körper
ein Material umfassend Spinell (MgAl2O4), insbesondere polykristallinen Spinell
oder Spinell-Keramik.
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Der
erste Körper
kann in einer anderen Ausführungsform
Quarzglas umfassen.
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Als
zweiter Körper
kann ein Schutzelement aus Quarz zum Schutz des ersten Körpers vor
dem Kontakt mit einer Flüssigkeit,
insbesondere mit Wasser, bereitgestellt werden. Quarz weist günstige optische
Eigenschaft und hohe chemische Stabilität gegenüber Wasser auf und kann so
den Kristall wirksam vor dem Kontakt mit Wasser schützen. Die
als Kristall-Quarz-Verbundkörper gebildete
optische Komponente kann beispielsweise in der Immersionslithographie
eingesetzt werden. Der Quarzkörper kann
z.B. als Linse oder Platte ausgebildet sein.
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Das
Zusammenbringen der Kontaktfläche des
ersten Körpers
mit der Kontaktfläche
des zweiten Körpers
wird bevorzugt in einem Vakuum durchgeführt. Dies ist eine erfindungsgemäße Möglichkeit, eine
auf den Kontaktoberflächen
ausgebildete monomolekulare Wasserschicht zu entfernen, die Neubildung
einer monomolekularen Wasserschicht und so den Einschluss von Wasser
zwischen den Kontaktflächen
zu verhindern. Ein Vakuum im Bereich einiger mbar sorgt dafür, dass
das Wasser sowohl von der Oberfläche
des Kristallkörpers
als auch von der Oberfläche
des Quarzglaskörpers
entfernt wird.
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Vor
der Durchführung
des Schritts c) wird bevorzugt wenigstens eine der Kontaktflächen des
ersten Körpers
und des zweiten Körpers
wenigstens über
einen Teilbereich der Kontaktfläche
mit einer Beschichtung versehen. Insbesondere wird vor dem Ansprengen
eine Aufdampfschicht auf die Kristallfläche aufgebracht, mit der ein
weiteres optisches Element, z.B. das Schutzelement, anschließend verbunden
wird.
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Dadurch
wird der Effekt erreicht, dass zwischen den Kontaktflächen eingefangenes
Restwasser gebunden wird. Keine aufgebrachte Schicht ist vollkommen
kompakt, sondern weist Fehler auf, wie beispielsweise ca. 0,3–3 vol%
Hohlräume.
Diese Hohlräume
neigen jedoch selbst stark dazu, eine monomolekulare Wasserschicht
aufzubauen oder Gase aufzunehmen. So wird Restwasser durch die Porosität der Schicht
in den Hohlräumen
aufgenommen und die Kontaktfläche
bei der Ansprengung trocken gehalten. In der Folge sind die das
optische Element und den Schutzkörper
verbindenden atomaren Kräfte dominant
und halten die Komponenten bei Temperaturschwankungen in Kontakt.
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Vorzugsweise
wird die Beschichtung als Quarzschicht, insbesondere auf den ersten
Körper, aufgebracht.
Beide Kontaktflächen
sollen beim Ansprengen möglichst
trocken, d.h. möglichst
auch von der monomolekularen Wasserschicht auf den Kontaktflächen befreit
sein. Kleine Spuren Wasser die dennoch vorhanden sein können, werden
durch die Porosität
der aufgebrachten Schicht aufgenommen bzw. eingefangen.
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Insbesondere
weist die Beschichtung eine Dicke von 30 nm bis 50 nm auf.
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Die
Beschichtung kann durch Bedampfung in einem Vakuumrezipienten auf
den Körper
aufgebracht werden. Die Kontaktfläche kann z.B. eine praktisch
kalte Beschichtung erhalten. Der Rezipient kann anschließend, z.B.
mit N2, geflutet werden.
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Bevorzugt
wird eine Abdichtung im Randbereich der Kontaktflächen zur
Abdichtung gegen das Eindringen von Wassermolekülen am Rand der Kontaktflächen in
den Verbindungsbereich zwischen dem ersten Körper und dem zweiten Körper angeordnet. Die
Porosität
der aufgebrachten Schicht wirkt sich am Rand der Kontaktfläche dahin
gehend negativ aus, dass sie durch die Tendenz, Wasser zu binden,
eine Diffusion von Wasserdampf und ein Eindringen des Wasserdampfes
in den Verbindungsbereich zwischen dem optischen Element und dem
Schutzkörper
fördert.
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Die
Abdichtung kann, um eine Scherung zwischen dem Schutzkörper und
dem Kristall zu erlauben, elastisch ausgebildet sein. Für eine Bewegungsfreiheit
der verbundenen Körper
zueinander kann auch ein elastisches monolithisches Gelenk innerhalb
des Verbundkörpers
sorgen.
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Der
Verfahrensschritt c) kann erfindungsgemäß auch in einer Atmosphäre aus einem
inerten Gas oder einem Gasgemisch durchgeführt werden, welches im Wesentlichen
frei von Wassermolekülen ist.
Selbstverständlich
müssen
die Kontaktflächen vorher
von Wasser befreit worden sein und dürfen vor dem Einbringen in
die Gasatmosphäre
nicht mehr benetzen. Dabei kann es sich beispielsweise um ein Helium-Sauerstoffgemisch
mit einem Wasserdampfdruck von höchstens
5·10–6 mbar,
der durch den Einsatz des Trocknungsmittels auf einen Wert von beispielsweise
1·10–6 mbar
gebracht werden kann.
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Während der
Durchführung
des Schritts c) kann wenigstens zeitweise UV-Strahlung und/oder ein
ionisierter Gasstrom auf wenigstens einem Teilbereich der Kontaktflächen (1', 2') einwirken.
Die Einstrahlung erfolgt zunächst
senkrecht auf die Kontaktflächen,
die anschließend
zur Ansprengung einander zugewandt und in Kontakt gebracht werden.
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Bevorzugt
herrscht in der Atmosphäre
aus dem inerten Gas oder Gasgemisch ein Wasser-Dampfdruck von weniger als 5 × 10–6 mbar,
insbesondere von weniger als 1 × 10–6 mbar.
Zur Erzeugung sehr niedriger Dampfdrücke kann ein Trocknungsmittel
wie P2O5 eingesetzt
werden.
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Der
Verfahrensschritt c) wird insbesondere in einem evakuierten Rezipienten
unter wenigstens zeitweisem Beschuss wenigstens eines Bereichs der Kontaktflächen des
ersten Körpers
und/oder des zweiten Körpers
mit Ionen durchgeführt.
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Das
Zusammenbringen der Kontaktfläche des
ersten Körpers
mit der Kontaktfläche
des zweiten Körpers
kann mittels einer mechanischen Dreheinrichtung bewerkstelligt werden.
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Ein
weiteres erfindungsgemäßes Verfahren zur
Herstellung eines Verbundkörpers
umfasst die folgenden Schritte:
- a) Bereitstellen
eines ersten Körpers
und eines zweiten Körpers
mit jeweils einer für
die Verbindung vorgesehenen ersten bzw. zweiten Kontaktfläche;
- b) Durchführung
einer nassen Ansprengung zwischen der ersten Kontaktfläche und
der zweiten Kontaktfläche
zur Bildung eines Verbundkörpers;
- c) Einbringen des Verbundkörpers
in ein Volumen einer Kammer, das mit einem inerten Gas oder Gasgemisch,
das im Wesentlichen von Wassermolekülen frei ist, gefüllt ist;
- d) teilweises Lösen
der nassen Ansprengung in einem ersten Teilbereich der Kontaktflächen; und
- e) Entfernen der im ersten Teilbereich zwischen den Kontaktflächen bzw.
an den voneinander gelösten
Kontaktflächen
angeordneten Wassermoleküle.
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Bevorzugt
wird die Ansprengung in Schritt d) durch Betätigung einer Mikrometerschraube,
die in einem Außenbereich
an dem ersten Körper
oder dem zweiten Körper
angreift, gelöst.
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In
Schritt e) können
die Wassermoleküle durch
den Durchfluss eines Trockengases, insbesondere von Stickstoff,
durch den Zwischenraum der voneinander gelösten Kontaktflächen im
ersten Teilbereich entfernt werden.
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Nach
Durchführung
des Schritts e) kann der Schritt
- f) Wiederansprengung
der getrockneten Kontaktflächen
(1', 2') im ersten
Teilbereich (1b, 2b) der Kontaktflächen
durchgeführt werden.
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Nach
dem Schritt f) können
die Schritte
- g) teilweises Lösen der
Ansprengung über
einen zweiten Teilbereich der Kontaktflächen;
und
- h) Entfernung der zwischen den Kontaktflächen im gelösten zweiten Teilbereich bzw.
an den im zweiten Teilbereich voneinander gelösten Kontaktflächen angeordneten
Wassermolekülen
durchgeführt werden.
Der zweite Teilbereich stimmt mit dem ersten Teilbereich nicht überein,
d.h. der zweite Teilbereich ist noch nass angesprengt. Durch Lösen und
Trocknen in diesem Bereich werden so auch die Wassermoleküle in dem
vorher noch nass angesprengten Teil der Kontaktfläche entfernt.
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Die
Schritte g) und h) werden bevorzugt mehrmals wiederholt, um Wassermoleküle und eine Wasserschicht
aus dem Zwischenbereich zwischen den Kontaktflächen vollständig zu entfernen. So wird die
nasse Ansprengung schrittweise eine trockene Ansprengung umgewandelt.
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Ein
weiteres erfindungsgemäßes Verfahren zur
Herstellung eines Verbundkörpers
umfasst die folgenden Schritte:
- a) Bereitstellen
eines ersten Körpers
und eines zweiten Körpers
mit jeweils einer für
die Verbindung vorgesehenen ersten bzw. zweiten Kontaktfläche;
- b) Durchführung
einer nassen Ansprengung zwischen der ersten Kontaktfläche und
der zweiten Kontaktfläche
zur Bildung eines Verbundkörpers;
- c) Einbringen des Verbundkörpers
in ein Volumen einer Kammer, das mit einem inerten Gas oder Gasgemisch,
das im Wesentlichen von Wassermolekülen frei ist, gefüllt ist;
- d) Vollständiges
Lösen der
Ansprengung über
die gesamte Kontaktfläche
zwischen dem ersten Körper
und dem zweiten Körper;
und
- e) Entfernen der zwischen den Kontaktflächen bzw. an den voneinander
gelösten
Kontaktflächen angeordneten
Wassermolekülen.
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Nach
dem Schritt d) kann der Abstand zwischen den voneinander abgesprengten
Kontaktflächen
eingestellt werden.
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Insbesondere
wird ein Abstand zwischen 0,25 mm und 0,75 mm, insbesondere von
ungefähr 0,5
mm, eingestellt. Dadurch wird verhindert, dass Staub und sonstige
Verunreinigungen auf die Kontaktflächen gelangen.
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Der
Abstand wird beispielsweise mittels wenigstens eines Abstandshalters
eingestellt.
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In
Schritt e) können
die Wassermoleküle durch
den Durchfluss eines trockenen Gases, insbesondere durch den Durchfluss
von Stickstoff, durch den Zwischenraum der voneinander gelösten Kontaktflächen entfernt
werden.
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Nach
dem Schritt e) kann der Schritt
- f) Wiederansprengung
des ersten Körpers
an dem zweiten Körper
durch Kontaktherstellung zwischen den getrockneten Kontaktflächen;
durchgeführt werden.
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Eine
erfindungsgemäße Ansprengvorrichtung
zur Durchführung
einer trockenen Ansprengung, insbesondere zur Durchführung einer
trockenen Ansprengung, insbesondere nach einem Verfahren nach einem
der vorhergehenden Ansprüche,
umfasst einen nach oben/unten abgeschlossenen Hohlraum mit einem
Flutungsvolumen im oberen/unteren Bereich des Hohlraums, wenigstens
einen im Flutungsvolumen angeordneten Ansprengbereich zum Ansprengen
eines ersten Körpers
an einen zweiten Körper,
und wenigstens eine Zuleitung zum Zuleiten eines Flutungsgases zur
Befüllung
des Flutungsvolumens.
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Die
Ansprengvorrichtung weist in einer bevorzugten Ausführungsform
einen UV-Bestrahler auf, der die während einer Ansprengung in
Kontakt zu bringenden Kontaktflächen
wenigstens zeitweise vor und während
des Ansprengvorgangs bestrahlt. Insbesondere werden die Flächen zunächst senkrecht bestrahlt,
dann zueinander gewandt und in Kontakt gebracht.
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Ein
erfindungsgemäßer Verbundkörper umfasst
einen ersten Körper
und einen zweiten Körper, wobei
der erste Körper
und der zweite Körper
aneinander angesprengt sind. Der Bereich der Kontaktfläche zwischen
dem ersten Körper
und dem zweiten Körper
ist im Wesentlichen frei von Wassermolekülen.
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Zwischen
dem ersten Körper
und dem zweiten Körper
ist insbesondere eine Schicht angeordnet, die Hohlräume zum
Einfangen von im Kontaktbereich zwischen dem ersten Körper und
dem zweiten Körper
angeordneten, den Kontaktbereich verunreinigenden Wassermolekülen aufweist.
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Im
Randbereich der Verbindungsfläche
zwischen dem ersten Körper
und dem zweiten Körper kann
eine Dichtung zur Abdichtung des Verbindungsbereichs vor dem Eindringen
von Wassermolekülen in
den Verbindungsbereich angeordnet sein.
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KURZE BESCHREIBUNG DER ZEICHNUNGEN
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Weitere
Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der Beschreibung
bevorzugter Ausführungsbeispiele
und den zugehörigen
Zeichnungen. Die Figuren zeigen:
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1a:
zwei gemäß dem Stand
der Technik aneinander anzusprengende Oberflächen;
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1b:
zwei gemäß dem Stand
der Technik aneinander angesprengte Oberflächen;
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2:
einen Verbundkörper
gemäß der vorliegenden
Erfindung;
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3:
eine perspektivische Ansicht eines erfindungsgemäßen Arbeitsplatzes;
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4:
eine Ansicht des erfindungsgemäßen Arbeitsplatzes
aus 3 von oben;
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5a–5c:
eine zeitliche Abfolge eines Ansprengvorgangs;
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6:
eine vertikale Schnittansicht eines erfindungsgemäßen Arbeitsplatzes;
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7:
eine vertikale Schnittansicht eines weiteren erfindungsgemäßen Arbeitsplatzes;
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8:
eine seitliche Schnittansicht eines ergonomischen erfindungsgemäßen Arbeitsplatzes;
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9:
eine Frontansicht des ergonomischen erfindungsgemäßen Arbeitsplatzes
aus 8;
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10a–10c: einen zeitlichen Ablaufeines erfindungsgemäßen Ansprengvorgangs;
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11:
einen Aufbewahrungsbehälter
gemäß der vorliegenden
Erfindung;
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12a: eine Seitenansicht einer Vorrichtung zur
Durchführung
eines erfindungsgemäßen Verfahrens;
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12b: eine Ansicht auf einen Verbundkörper während der
Durchführung
des anhand der 12a illustrierten Verfahrens;
und
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13:
eine Seitenansicht einer Vorrichtung zur Durchführung eines weiteren erfindungsgemäßen Verfahrens.
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AUSFÜHRUNGSFORMEN
DER ERFINDUNG
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Die 1a zeigt
stark vergrößert einen
Kalzium-Fluoridkristall 1 mit einer Oberfläche 1' und eine Quarzlinse 2 mit
einer Oberfläche 2'. Die Oberflächen 1' und 2', die mikroskopische
Unebenheiten aufweisen, sind für
eine herkömmliche
Ansprengung präpariert
worden. Im getrennten Zustand ist jede der Oberflächen 1', 2' des Kalzium-Fluoridkristalls 1 bzw. der
Quarzlinse 2 mit einer monomolekularen Schicht 3 aus
Wasserdampf benetzt.
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Durch
Kontaktierung der für
eine herkömmliche
Ansprengung vorbereiteten Oberflächen 1', 2' können die
Körper 1' und 2' miteinander
verbunden werden, um einen Verbundkörper 1, 2 zu
bilden, wie in der 1b dargestellt.
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Die 1b verdeutlicht
jedoch auch die Probleme bei herkömmlichen Ansprengverfahren
zur Verbindung eines Kalzium-Fluoridkristalls 1 mit einer Quarzlinse 2.
Nach dem Zusammenfügen
stehen die Verbindungspartner 1 und 2, bedingt
durch die mikroskopischen Unebenheiten der Oberflächen, nicht durchgehend,
sondern lediglich an bestimmten Kontaktbereichen miteinander in
Kontakt. Zwischen den Kontaktbereichen entstehen Wassereinschlüsse 4, 4', 4'' durch Verdrängung des Wasserdampfs der
monomolekularen Schichten 3. Die Wassereinschlüsse 4, 4', 4'' können zu einer Korrosion des
Kristalls 1 führen.
Beim Einsetzen starker Scherkräfte,
beispielsweise ausgelöst
durch Temperaturschwankungen, kann sich die Verbindung zwischen
den Partnern 1 und 2 lösen.
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Wegen
des Vorhandenseins der monomolekularen Wasserschicht 3 auf
den Oberflächen 1' und 2' der Verbindungspartner,
die zu den Wassereinschlüssen 4, 4', 4'' führt, wird die herkömmliche
Ansprengung im Folgenden auch als „nasse" Ansprengung bezeichnet. Da die Wassermoleküle die bei
der Ansprengung zwischen den Oberflächen auftretenden, relativ
schwachen van-der-Waals-Kräfte
erheblich stört,
ist eine zufrieden stellende Verbindung in der Regel nicht zu erreichen.
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Erfindungsgemäß wird daher
die monomolekulare Wasserdampfschicht 3 von den Verbindungsoberflächen 1' und 2' der Verbindungspartner 1 bzw. 2 vor
dem Ansprengvorgang entfernt. Dies kann auf unterschiedliche Weise
bewerkstelligt werden.
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Eine
erste Möglichkeit
besteht in der Erzeugung eines Vakuums vor und während des Ansprengprozesses,
das dafür
sorgt, dass die Oberflächen 1' und 2' von Wasserdampf
weitgehend befreit werden und frei bleiben.
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Auf
diese Weise werden Wassereinschlüsse 4, 4', 4'' und deren negative Auswirkungen
auf die Verbindung der Partner 1 und 2 vermieden.
Die Verbindung ist auch beim Auftreten von Scherkräften oder
beim Einfluss von UV-Laserstrahlung sicher und dauerhaft.
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Im
Folgenden wird eine Ansprengung, bei der die Wasserdampfschicht 3 vor
der Ansprengung wenigstens zu einem Großteil von den Oberflächen entfernt
wurde als „trockene" Ansprengung bezeichnet.
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Eine
erfindungsgemäße „trockene" Ansprengung lässt sich
jedoch auch ohne die Erzeugung eines Vakuums realisieren. Zunächst wird
eine Quarzplatte, die später
an einen Kristall zum Schutz des Kristalls vor Wasser angesprengt
werden soll, gereinigt. Dazu werden beispielsweise wasserfreies
Aceton, Alkohol, Äther
oder andere geeignete, absolut wasserfreie Reinigungsmittel verwendet.
Anschließend
wird die Platte in einer wasserdampffreien Umgebung, z.B. in einer
absolut trockenen Luftatmosphäre,
z.B. in einer Atmosphäre
von synthetischer Luft, in einer Stickstoffatmosphäre, Heliumatmosphäre oder
einer Mischung der entsprechenden Gase auf Temperaturen von ungefähr 150–200°C erhitzt.
Bei diesen Temperaturen wird die monomolekulare Schicht aus Wasser
von der Oberfläche
der Quarzplatte entfernt, ohne dass sich die inneren Eigenschaften
der Quarzstruktur ändern.
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Anschließend wird
die Quarzplatte in ihrer wasserdampffreien Umgebung auf Zimmertemperatur,
beispielsweise auf ungefähr
22°C, abgekühlt. Die abgekühlte Platte
wird in einer gasdichten und wasserfreien Box oder in einem wasserdampffreien Raum
aufbewahrt, so dass es zu keiner Neubildung einer monomolekularen
Wasserdampfschicht auf der Oberfläche kommt.
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Anschließend muss
die Oberfläche
des Kalzium-Fluoridelements, das für den Einsatz in der Immersionslithographie
vorgesehen ist, vorgenommen werden Allerdings reagieren Kalzium-Fluoridkristalle wesentlich
empfindlicher auf hohe Temperaturen und Temperaturwechsel als Quarzkristalle.
Aus diesem Grund wird das optische Element in einer Bedampfungsanlage
mittels Innenbeschuss gereinigt.
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Danach
wird das optische Kalzium-Fluoridelement erfindungsgemäß mit einer
Haftschicht, beispielsweise mit einer 30 bis 50 nm dicken Quarzschicht,
praktisch kalt bedampft. Nach der Abkühlung des beschichteten optischen
Elements wird die Bedampfungsanlage mit einem trockenen Gas oder Gasgemisch,
beispielsweise mit Stickstoff, geflutet. Das optische Element wird
anschließend
in eine wasserdampffreie Umgebung, wie etwa eine Trockenbox, gebracht.
Im besten Fall wird die Bedampfungsanlage in einer wasserdampffreien
Umgebung, d.h. in einem Raum mit absolut trockener Luft, betrieben, so
dass das optische Element beim Öffnen
der Bedampfungsanlage nach Möglichkeit
nicht mit Wasserdampf benetzt wird.
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Anschließend werden
die Quarzplatte und die beschichtete Oberfläche des Kalzium-Fluoridelements mit
ihren trockenen Oberflächen
durch eine „trockene" Ansprengung miteinander
verbunden. In den Hohlräumen
zwischen der auf das optische Element gebrachten Quarzschicht, im
optischen Element selbst und im Verbindungsbereich zwischen der Quarzplatte
und dem optischen Element entstehen somit (bis auf unvermeidbare
Verunreinigungen) keine Wassereinschlüsse, die die Verbindung, insbesondere
beim Auftreten von Scherkräften
und UV-Lasereinstrahlung, negativ beeinflussen.
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Die
Porosität
der Quarzschicht sorgt dafür, dass
noch im Verbindungsbereich als Verunreinigungen vorhandene Wasserreste
in den Hohlräumen
der Quarzschicht gesammelt werden, da die Tendenz besteht, dass
eingeschlossenes Wasser in den Hohlräumen der Quarzschicht eine
monomolekulare Wasserschicht ausbildet.
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Statt
eines optischen Elements aus Kalzium-Fluorid und/oder einem Schutzelement
aus Quarz können
auch andere Materialien eingesetzt werden. Wenn beispielsweise das
Potential von Immersionsflüssigkeiten
mit hohen Brechungsindizes voll verwertet werden soll, sind Linsen
mit hohem Brechungsindex hilfreich. Eines der verwendeten Materialien
mit sehr hohem Brechungsindex ist LuAG.
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Ein
Ausführungsbeispiel
für die
trockene Ansprengung mit wenigstens einem Körper aus LuAG bezieht sich
auf die Fertigung von Projektionsobjektiven für die Mikrolithographie. Es
wird eine erste Linse bereitgestellt, die auf der Bildseite das
vorletzte gekrümmte
optische Element darstellt und auf der Bildseite eine beispielsweise
konkave Oberfläche
aufweist. Die erste Linse umfasst einen ersten intrinsisch doppelbrechenden
Kristall mit einer ersten Orientierung der Kristallachsen. Eine
zweite Linse, die das letzte gekrümmte optische Element auf der
Bildseite darstellt, weist eine entsprechend zur Objektseite hin
konvexe Oberfläche
auf und umfasst einen zweiten intrinsisch doppelbrechenden Kristall.
Die Kristallachsen der Linsen sind so ausgerichtet, dass eine intrinsische
Doppelbrechung durch den ersten Kristall zusammen mit einer intrinsischen
Doppelbrechung durch den zweiten Kristall insgesamt zu einer wenigstens
annähernd
achsensymmetrischen Verteilung der gesamten Doppelbrechung führt.
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Die
Berührungsflächen der
hintereinander angeordneten Kristalle sind nicht planar, sondern
gekrümmt,
so dass Lichtstrahlen, die durch diese Grenzfläche wandern, eine Totalreflexion
erfahren, sogar dann, wenn sie aus der ersten Linse in sehr großen Winkeln
hinsichtlich der optischen Achse des Projektionsobjektivs austreten.
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Die
Linsen werden an ihren Kontaktflächen mit
der erfindungsgemäßen trocknen
Ansprengung verbunden.
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Außerdem kann
in dem System zwischen der Immersionsflüssigkeit und dem System aus
den beiden Linsen, von denen wenigstens eine aus LuAG besteht, eine
Abdeckplatte vorgesehen sein. Diese Abdeckplatte kann an einer der
LuAG-Linsen ebenfalls mittels einer trocknen Ansprengung befestigt werden.
Insbesondere kann die Schutzplatte selbst aus LuAG bestehen.
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Ein
weiterer Anwendungsfall für
das sich das erfindungsgemäße Verbindungsverfahren
eignet, ist die Herstellung transmittierender optischer Elemente,
die aus zwei Unterelementen zusammengesetzt sind. Diese Unterelemente
sind durch eine optische Kontaktverbindung zwischen ihren Kontaktoberflächen miteinander
verbunden, wobei die optische Verbindung einen möglichst nahtlosen Übergang
bilden soll. Das erste Unterelement kann beispielsweise eine Planar-Konvexlinse,
das zweite Unterelement ein planares Element sein, wobei die Kontaktflächen planar
sind. Die Verbindungsfläche
kann jedoch auch eine sphärische
Fläche
sein. Auch diese Flächen müssen vor
einer trocknen Ansprengung gereinigt und von Wassermolekülen befreit
werden.
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Wenigstens
eins der verbundenen Teilelemente kann als Spinell vorliegen, insbesondere
als polykristalliner Spinell MgAl2O4 bzw. Spinell-Keramik. Polykristalliner
Magnesiumspinell weist unterschiedlich orientierte Körner oder
Kristallite mit unterschiedlichen Kristallorientierungen auf. Bei
der Verwendung dieses Materials kann ein Linsenformling direkt in
einer sphärischen
Form hergestellt werden, beispielsweise durch Sintern und anschließendes heiß-isostatisches
Pressen. Der Wert der intrinsischen Doppelbrechung ist in allen
Raumrichtungen im Wesentlichen 0. Auf diese Weise wird die intrinsische
Doppelbrechung unterdrückt.
Folglich kann auf Anordnungen zur Kompensation einer intrinsischen
Doppelbrechung verzichtet werden.
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Ein
Nachteil der angegebenen Methode besteht darin, dass auch am Rand
des Verbindungsbereichs zwischen der Linse und dem Quarzglaselement
durch die Porosität
der aufgedampften Quarzschicht Wasser angezogen wird und sich dieses
in den Hohlräumen
sammelt. Durch Diffusion dringt im Verlauf der Zeit Wasserdampf
in die Verbindungsschicht zwischen der Linse und dem Quarzglaselement
ein.
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Aus
diesem Grund wird in einer besonders vorteilhaften Ausführungsform
der Erfindung, die in der 2 dargestellt
ist, am Rand des Verbindungsbereichs 7 zwischen einer Kristalllinse 5 und
einer Quarzplatte 6 eine beispielsweise ringförmige Abdichtung 8 vorgesehen.
Ein ringförmiger
Hohlraum 9 kann mit einem trockenen Gas gerillt sein.
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Um
Scherkräfte
bei einer Temperaturschwankung aufnehmen zu können, muss auch die Abdichtung
entweder elastisch oder als monolithisches Gelenk in den Bauteilen
selbst ausgebildet sein.
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Da
bei dem genannten erfindungsgemäßen Verfahren
die Ansprengung in einer trockenen Atmosphäre stattfindet, die in üblichen
Fertigungsräumen
praktisch nicht erreicht wird, werden für die Durchführung der „trockenen" Ansprengung anhand der 3, 4, 6, 7, 8 und 9 Vorrichtungen
vorgeschlagen, die als Arbeitsplatz für eine „trockene" Ansprengung dienen können.
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Die 3 illustriert
einen Arbeitsplatz 10 mit zwei in einer Box 12 vorgesehenen
Durchgriffen 11 für
die Hände
und Arme eines Benutzers. An ihrer Oberfläche weist die Box 12 eine
für UV-Strahlung undurchlässige Glasschicht 13 zur
Beobachtung des Ansprengvorgangs auf. Im unteren Bereich der Box 12 ist
eine Durchreiche 14 zum Einbringen der aneinander anzusprengenden
optischen Elemente vorgesehen.
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Seitlich
in den Innenraum der Box 12 erstreckt sich eine Anschlussleitung 15 zur
Zufuhr eines Trockengases in den Innenraum der Box 12. Nach
einer Spülung
mit einem Gas bzw. Gasgemisch wird die Box 12 komplett
mit einem absolut wasserdampffreien Gas, beispielsweise Helium,
Sauerstoff, usw. oder einem Gemisch befüllt. Da das Füllgas im vorliegenden
Fall leichter als Luft ist, verbleibt das Gas von sich aus innerhalb
der Box 12, da durch die Durchreiche 14 möglicherweise
eindringende Luft nicht in bzw. über
das leichtere Gasgemisch aufsteigen kann.
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In
der 4 ist der Arbeitsplatz 10 schematisch
von oben skizziert. Links und rechts sind jeweils Liegeplätze 16a und 16b angeordnet,
auf denen jeweils eines der zu verbindenden Elemente abgelegt wird.
In der Nähe
der Liegeplätze 16a und 16b ist
ein Trocknungsmittel 17 angeordnet. Zur Mitte in Richtung
zum Ansprengplatz 19 hin ist jeweils ein wasserfreies oder
hygroskopisches Reinigungsbad 18a bzw. 18b (beispielsweise
Acetonbad) vorgesehen.
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Im
zentralen Bereich des Arbeitsplatzes 10 ist der Ansprengplatz 19 angeordnet.
Auf diesem liegen, wie in der 4 angedeutet,
die beiden aneinander anzusprengenden Elemente 1 und 2.
Während des
Ansprengens werden die zu verbindenden Oberflächen der Partner 1 und 2 aneinander
angenähert und
unter Bestrahlung mit durch einen UV-Brenner 20 erzeugter
UV-Strahlung in
Kontakt gebracht. Auf diese Weise kann eine „trockene" Ansprengung realisiert werden, so dass
eine sichere und dauerhafte Verbindung zwischen den Elementen 1 und 2 ohne erhebliche
Wassereinschlüsse
entsteht.
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Es
sei jedoch angemerkt, dass die oben und unten beschriebenen Arbeitsplätze auch
anderweitig, insbesondere für
jede andere Art von „nasser" Ansprengung, eingesetzt
werden können.
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Der
Ansprengvorgang ist detailliert in den 5a bis 5c skizziert.
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Sobald
die Elemente 1 und 2 von ihrem Reinigungsbad aus
an dem UV-Bestrahlungsplatz bzw. Ansprengplatz 19 ankommen,
werden sie durch den UV-Brenner 20 mit UV-Strahlung zunächst senkrecht bestrahlt
(vgl. 5a).
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Anschließend werden
die Teile 1 und 2 unter laufender UV-Strahlung
einander zugewandt, wobei sich die zu verbindenden Flächen 1' bzw. 2' aneinander
annähern.
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Ein
Ansprengpapier kann eingelegt, wieder ausgezogen und die Ansprengung
durchgeführt
werden.
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In
der 5c ist der Verbundkörper aus den Elementen 1 und 2 nach
der Ansprengung gezeigt. Der Verbundkörper kann nun aus der Flowbox 12 entfernt
werden.
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Statt
einer starken UV-Bestrahlung kann im Übrigen auch ein ionisierter
Gasstrom über
die Oberflächen
der Elemente 1 und 2 geleitet werden, wobei selbstverständlich der
ionisierte Gasstrom ebenfalls absolut wasserfrei sein muss.
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Das
Bedienungspersonal muss bei der Durchführung einer „trockenen" Ansprengung von optischen
Bauelementen mit später
zu erwartenden temperaturbedingten Schereffekten in jedem Augenblick
besondere Sorgfalt walten lassen, um die Abwesenheit von Feuchtigkeit
während
der Ansprengung zu gewährleisten.
Neben einer möglichst
geringen Anzahl von Wassermolekülen
soll selbstverständlich auch
die Anwesenheit anderer Verunreinigungen, beispielsweise das Vorhandensein
von Staubpartikeln, minimiert werden.
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In
der 6 ist der Arbeitsplatz 10 in einer vertikalen
Schnittansicht gezeigt. Die bereits vorher beschriebenen Komponenten
des Arbeitsplatzes 10 sind mit entsprechenden Bezugszeichen
bezeichnet.
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Insbesondere
wird aus der 6 deutlich, dass ein durch die
Grenzlinie 21 angedeuteter oberer Bereich des Innenraums
der Box 12 mit einem absolut trockenen Helium-Sauerstoffgemisch
gefüllt
ist, während
in einem unterhalb der Grenzfläche 21 liegenden
Bereich Raumluft vorhanden ist. Die Durchreiche 14 erstreckt
sich in den Bereich des Innenraums der Box 12 unterhalb
der Grenzfläche 21.
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Um
das Helium-Sauerstoffgemisch während des
Arbeitsbetriebs absolut trocken zu halten, wird ein Trocknungsmittel 17,
beispielsweise P2O5,
eingesetzt. Der Wasserdampfdruck, der bei 22°C nicht höher als 5·10–6 mbar
sein sollte, kann durch den Einsatz des Trocknungsmittels auf einen
Wert von beispielsweise 1·10–6 mbar
oder weniger gebracht werden, da P2O5 auch geringste Spuren von Wasserdampf entfernen
kann.
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Eine
alternative Ausführungsform
in einer Schnittansicht ist in der 7 skizziert.
Bereits beschriebene Komponenten des Arbeitsplatzes 10 sind mit
gleichen Bezugszeichen bezeichnet.
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Der
Unterschied zu den bisher beschriebenen Ausführungsformen liegt im Wesentlichen
darin, dass statt eines Schutzgases, das leichter als Luft ist (beispielsweise
ein Helium-Sauerstoffgemisch),
ein Schutzgas verwendet wird, das schwerer als Luft ist und den
unteren Bereich des Innenraums der Box 12 unterhalb der
Grenzfläche 21 füllt. In
dem mit dem Schutzgas befüllten
unteren Bereich befinden sich die bereits beschriebenen Komponenten
des Arbeitsplatzes 10, nämlich die Liegeplätze 16a und 16b,
die Reinigungsbäder 18a und 18b,
der Ansprengplatz 19, die UV-Quelle 20 und evtl.
Trocknungsmittel zum Trockenhalten des Schutzgases.
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Das
Schutzgas wird über
eine Öffnung 22, die
sich in den unteren Bereich der Box 12 unterhalb der Grenzfläche 21 erstreckt,
eingeleitet, bevor der Ansprengvorgang initiiert wird.
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Die
Ausführungsform
bietet die Möglichkeit, die
zu verbindenden optischen Elemente über eine oberhalb der Grenzfläche 21 befindliche
Durchreiche in den Innenraum der Box 12 einzubringen und
von oben her auf den Liegeplätzen 16a bzw. 16b abzulegen.
Die Verfahrensschritte des Ansprengvorgangs können im Wesentlichen in Bodennähe der Box 12 von
oben her durchgeführt
werden.
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Die 8 zeigt
einen weiteren, ergonomisch gestalteten, erfindungsgemäßen Arbeitsplatz 10,
an dem sitzend der Ansprengvorgang vorgenommen werden kann. Die
Box 12 ist über
ein mit einer UV-Sperre versehenes, schräg angeordnetes Beobachtungsfenster 23 einsehbar.
Auf diese Weise können
die durchgeführten
Verfahrensschritte vom Benutzer verfolgt werden. Nach oben hin ist
die Box durch ein UV-durchlässiges
SiO2-Fenster 24 abgeschlossen.
Ein UV-Brenner 20 ist in einem Raum oberhalb des SiO2-Fensters angeordnet.
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In
der 9 ist der Arbeitsplatz 10 der 8 von
vorne dargestellt. Frontal nach vorne ist die Box 12 durch
das Beobachtungsfenster 23 abgeschlossen, nach oben hin
durch das UV-Fenster 24.
In den Seitenbereichen der Box 12 sind, schräg nach vorne ausgerichtet,
Durchgriffsöffnungen
für die
Hände und Arme
einer Bedienperson vorgesehen. Der Durchgriff der Hände wird
mit Gummihandschuhen vorgenommen, welche am Rand der Öffnungen 11 befestigt sein
können,
so dass zwischen der Außenseite
der Gummihandschuhe und dem Rand der Öffnungen 11 keine
Feuchtigkeit in den Innenraum der Box 12 eindringen kann.
-
Ein
weiteres erfindungsgemäßes Verfahren zur „trockenen" Ansprengung wird
anhand der 10a–10c beschrieben.
Bei dem Verfahren werden die aneinander anzusprengenden Teile 1 und 2 zunächst entsprechend
vorbehandelt, bevor sie in eine Vakuum-Ionenstrahlkammer 25 eingebracht werden.
Die Vorbehandlung umfasst dabei folgende Schritte:
- 1. Mechanisches Abreiben der Oberflächen, insbesondere der am Kristallelement
vorgesehenen Verbindungsfläche.
Diese Verbindungsfläche kann
entsprechend einem der oben beschriebenen Verfahren eine bedampfte
Fläche
sein. Die Fläche
ist gründlich
zu reinigen, da auch Defekte der Aufdampfung entfernt werden müssen. Das mechanische
Abreiben erfolgt beispielsweise durch Reiben der Oberfläche mit
einem Mikrofasertuch.
- 2. Wasserfreies Reinigen von Hand oder in einem Ultraschallbad.
- 3. Als optionaler Schritt eine wasserentziehende Behandlung
in schwacher H3PO4-Säure, beispielsweise
in 5%iger H3PO4-Säure.
-
Die
vorbehandelten, aneinander anzusprengen Teile 1 und 2 mit
ihren weitgehend wasserfreien Verbindungsoberflächen 1' und 2' werden anschließend in
einen Vakuumrezipienten 25 eingebracht, in dem eine Innenquelle 26 angeordnet
ist. Im Vakuum werden die Oberflächen 1' und 2' gereinigt,
beispielsweise durch den Beschuss mit Argon-Ionen über eine Zeitspanne zwischen
2 und 5 Minuten (vgl. 10a).
-
Anschließend werden
die aneinander anzusprengenden Teile 1 und 2 unter
laufendem Innenbeschuss mechanisch aufeinander zu bewegt, wie dies in
der 10b durch Pfeile angedeutet
ist. Die Bewegung kann durch eine mechanische Dreheinrichtung bewerkstelligt
werden.
-
Den
durch den Ansprengvorgang entstandenen Verbundkörper aus den Teilen 1 und 2 zeigt
die 10c.
-
Nach
der Ansprengung sollte eine Versiegelung durchgeführt werden.
Der Zeitraum zwischen Ansprengung und Versiegelung sollte möglicht kurz sein,
um eine Diffusion von Feuchtigkeit über den Rand der Kontaktfläche zwischen
den Teilen 1 und 2 in den Verbindungsbereich weitgehend
zu verhindern.
-
Zu
diesem Zweck sollten spezielle Aufbewahrungsmethoden und/oder spezielle
Aufbewahrungseinrichtungen eingesetzt werden. Wirkungsvoll ist in
jedem Fall eine Aufbewahrung in einer möglichst trockenen, d.h. von
Wassermolekülen
weitgehend freien Gasatmosphäre.
Als wirkungsvoll erweist sich auch eine Aufbewahrung in einer Aufbewahrungsvorrichtung
(Trockenbehälter) 27,
wie in der 11 illustriert.
-
In
dem Aufbewahrungsbehälter
wird das Verbundbauteil aus einer Kalzium-Fluorid (CaF2)-Linse 1 und
einer Quarzglasplatte 2 auf einer Halterung 28 aufliegend
direkt über
einem Trocknungsmittel, beispielsweise einer Schicht aus P2O5, aufbewahrt.
-
Alternativ
dazu ist es auch möglich,
den Verbundkörper
in einer Flüssigkeit
aufzubewahren, deren Zähigkeit
so groß ist,
dass die Flüssigkeit
nicht in den Verbindungsbereich zwischen dem optischen Element und
dem Schutzelement kriecht. Besonders vorteilhaft ist die Verwendung
einer Flüssigkeit,
die stark wasseranziehend ist. In diesem Fall kann eine Ansprengung
möglicherweise
sogar vom Rand her teilweise geheilt werden, indem im Kontaktbereich zwischen
dem optischen Element und dem daran angesprengten Schutzelement
eingelagertes Wasser entzogen wird.
-
Im
Folgenden wird ein weiteres Verfahren zur Ansprengung eines optischen
Elements an ein Schutzelement beschrieben, für das unabhängig Schutz begehrt wird. Die
Ansprengung erfolgt bei diesem. Verfahren im Wesentlichen in zwei
Schritten.
-
Zunächst wird
eine „nasse" Ansprengung eines
Schutzelements an ein optisches Element, beispielsweise eine Kristalllinse,
durchgeführt.
Diese Ansprengung erfolgt in herkömmlicher Weise in einem staubfreien
Raum und/oder in einer Flowbox.
-
Vor
der Durchführung
der „nassen" Ansprengung werden
die Ansprengpartner sorgfältig
gereinigt, um sie für
die „nasse" Ansprengung vorzubereiten.
Dabei werden die Elemente mit frisch gereinigten Baumwolltüchern und/oder
Mikrofasertüchern
abgerieben. Gleichzeitig wird durch die Reinigung eine hohe Transmission
des optischen Elements für
Lichtstrahlung, insbesondere für
die in Lithographieverfahren häufig
verwendeten Laserwellenlängen
193 nm und 157 nm, erreicht.
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Nach
dem Abreiben beider Partner werden diese von Reststaub bereit, beispielsweise
mittels eines Gasstroms, oder mechanisch mit Hilfe eines Pinsels.
Die Ansprengung erfolgt durch das Abziehen eines stets nur einmal
zu verwendenden Abziehvlieses. Für
extreme Anforderungen wird kann das Abziehvlies vorher in Analysenaceton
gereinigt werden.
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Die „nasse" Ansprengung erfolgt
in herkömmlicher
Art durch Andrücken
beider Partner aneinander. Es versteht sich von selbst, dass unter
diesen Bedingungen nach der Ansprengung Wassermoleküle zwischen
den Ansprengpartnern eingeschlossen sind. Die Ursache dafür ist eine
monomolekulare Wasserschicht, die auf den Oberflächen der Reaktionspartner vor
der Ansprengung ausgebildet ist. Wie im Zusammenhang mit den 1a und 1b beschrieben,
werden die Wassermoleküle
beim Ansprengvorgang zwischen den Kontaktflächen eingeschlossen.
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Anschließend werden
die Teile in einer Transportkiste mit einem einfachen Trockenmittel zum
Schutz der fertig polierten offenen (evtl. schon belegten) Kristalllinse
aufbewahrt.
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In
einem zweiten Verfahrensabschnitt erfolgt die Überführung der „nassen" Ansprengung in eine „trockene" Ansprengung. Dieser
Verfahrensabschnitt wird in einer möglichst wasserdampffreien Atmosphäre durchgeführt. Beispielsweise
kann der Verfahrensabschnitt in einer der bereits vorher beschriebenen
Bearbeitungsstationen durchgeführt
werden. Der Vorgang kann jedoch auch in einer bereits bekannten herkömmlichen
Manipulationskammer, welche mit trockenem Gas, beispielsweise mit
Stickstoff, geflutet und befüllt
ist, durchgeführt
werden. Neben einem Durchbruch für
die Hände
mit luftdichten Gummihandschuhen zur weist eine derartige bekannte
Manipulationskammer einen an ihrer Oberseite befindlichen Glaseinblick
auf.
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Nach
dem Einbringen des Verbundkörpers mit
der noch „nassen" Ansprengung in die
trockene Kammer wird die vorhandene Ansprengung stellenweise wieder
gelöst.
Eine Vorrichtung zur Durchführung
dieses Verfahrensschritts ist in der 12a illustriert.
Mittels Zustellung einer Mikrometerschraube 30a, die eine
Kunststoffkappe 31 aufweist, wird eine lokale Teilabsprengung 1b, 2b des
Schutzglases 2 von einer Kristalllinse 1 erzeugt.
In der 12a ist der noch „nass" angesprengte Bereich
links mit den Bezugszeichen 1a, 2a, der abgelöster Bereich
rechts mit den Bezugszeichen 1b, 2b bezeichnet.
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Der
nass angesprengte Bereich 2a und der gelöste Bereich 2b sind
in der 12b in einer Draufsicht auf
die Platte 2 dargestellt, wobei im Übergangbereich vom gelösten Bereich 2b zum
angesprengten Bereich 2a ein Bereich 2c mit Interferenzstreifen
erkennbar ist. Im vorliegenden Fall wird mehr als die Hälfte der
Kontaktfläche
wieder abgesprengt.
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Anschließend wird
die monomolekularen Wasserschicht im Spalt zwischen der Linse 1 und
der Schutzplatte 2, beispielsweise durch Austrocknung mit
Stickstoff, optional unter UV-Bestrahlung,
entfernt. Der Zwischenraum zwischen den Komponentenoberflächen 1b, 2b wird
getrocknet.
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Nach
Abschluss des Trocknungsprozesses wird die Mikrometerschraube 30a zurückgedreht.
Der getrocknete Spalt im Bereich 1b, 2b wird dadurch wieder
geschlossen. Durch die Herstellung eines Kontakts des Bereichs 2b des
Schutzelements 2 mit der Kontaktfläche 1b der Linse 1 werden
die Kontaktflächen
wieder aneinander angesprengt, diesmal allerdings „trocken", d.h. ohne Einschluss
von Wassermolekülen
(abgesehen von zurückbleibenden
Verunreinigungen).
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Eine
zweite Mirkometerschraube 30b wird dann zugezogen, um den
bisher noch „nass" angesprengten Bereich 2a der
Schutzplatte 2 von der Linse 1 zu lösen. Der „nasse" Bereich wird anschließend ebenfall
getrocknet.
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Durch
die lokale und abwechselnde Loslösung
einer Ansprengung und anschließendes
Trocknen des durch die Absprengung gebildeten Spalts ist es möglich, mittels
einfacher Manipulation die „nasse" Ansprengung von
ihrer einmolekularen Wasserschicht zu befreien und auf diese Weise
die „nasse" Ansprengung Schritt
für Schritt
ganzflächig
in eine „trockene" Ansprengung umzuwandeln,
ohne dass zu einem Zeitpunkt die Quarzplatte 2 vollständig von der
Linse 1 abgesprengt wäre.
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Eine
alternative Möglichkeit,
eine „nasse" Ansprengung einer
Schutzplatte 2 an eine Kristalllinse 1 in eine „trockene" Ansprengung umzuwandeln wird
anhand der 13 verdeutlicht. Demnach wird die
Schutzplatte 2 von der Kristalllinse 1 in einem
Trockenraum vollständige
abgesprengt. Nach der Absprengung wird die Platte jedoch nicht angehoben, sondern
in einem vorgegebenen Abstand d gehalten, beispielsweise in einem
kleinen Abstand von d = 0,5 mm. Der Abstand kann beispielsweise
mit Hilfe von Abstandhaltern 31 eingestellt werden.
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Anschließend wird,
analog zum bereits vorher geschilderten Verfahren, die Wasserschicht
zwischen den Elementen 1 und 2 durch den Durchfluss extrem
trockenen Gases, evtl. bei gleichzeitiger UV-Bestrahlung von oben
her, durchgeführt.
Nachdem die Wassermoleküle
aus dem Zwischenraum weitgehend entfernt sind, erfolgt die endgültige, diesmal „trockene" Ansprengung, d.h.
eine Ansprengung der Kontaktflächen
der Linse 1 und der Platte 2 aneinander, ohne
zwischen den Kontaktflächen
liegende Wassermoleküle
bzw. Wassereinschlüsse.
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Der
im Wesentlichen in zwei Verfahrensabschnitten durchgeführte Prozess
weist mehrere Vorteile auf. Zum einen kann die Vorbereitung der
Oberflächen,
beispielsweise das Reinigen durch Reiben, in der freien Umgebung,
und damit leichter als in einer verschlossenen Box, durchgeführt werden.
Der notwendige Prozess, die Flächen
ansprengfähig
zu machen, kann somit in einem deutlich günstigeren Umfeld ausgeführt werden.
Lediglich die Trocknung erfolgt in einer praktisch wasserfreien
Umgehung.
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Die
zweistufigen Methoden weisen darüber hinaus
den Vorteil auf, dass durch die Ausbildung eines nur engen Spalts
zur Entfernung des Wassers mittels Trockengas kein Staub in den
Zwischenraum eindringen und diesen verschmutzen kann. Auf diese Weise
können
annähernd
absolut saubere „trockene" Ansprengungen realisiert
werden.