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Die
Erfindung betrifft ein Leistungsverzweigungsgetriebe sowie ein Verfahren
zum Wechseln von Gangstufen, insbesondere eines Fahrantriebs.
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Leistungsverzweigungsgetriebe
sind in der Regel so aufgebaut, dass sie neben einem mechanischen
Leistungszweig, welcher mit einer festen Übersetzung arbeitet, einen
hydrostatischen Leistungszweig aufweisen. Dieser hydrostatische
Leistungszweig erlaubt es, das gesamte Übersetzungsverhältnis des
Leistungsverzweigungsgetriebes stufenlos zu variieren. Hierzu werden
die beiden Leistungszweige über
einen Summiergetriebeabschnitt in dem Leistungsverzweigungsgetriebe
zusammengeführt
und wirken so auf eine gemeinsame Abtriebswelle des Leistungsverzweigungsgetriebes.
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Bei
den bekannten Leistungsverzweigungsgetrieben ist es nachteilig,
dass der hydrostatische Leistungszweig und der mechanische Leistungszweig
in jedem Betriebszustand das Leistungsverzweigungsgetriebes zusammenwirken
müssen,
um ein Abtriebsmoment an der Abtriebswelle des Leistungsverzweigungsgetriebes
erzeugen zu können. Es
ist somit kein rein hydrostatischer Antrieb vorgesehen. Dementsprechend
muss zur Umkehr der Fahrtrichtung das Getriebe mechanisch auf Rückwärtsfahrt
umgeschaltet werden. Dies erfordert das Vorsehen einer Trennkupplung
und das Zuschalten eines Vorgeleges, um die Drehrichtung der Getriebeausgangswelle
umzukehren.
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Der
Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein mechanisch einfaches Leistungsverzweigungsgetriebe
zu schaffen, bei dem ein rein hydrostatischer Fahrbereich möglich ist
und der eine Fahrtrichtungsumkehr ohne Betätigen einer mechanischen Kupplung
erlaubt. Ferner ist es Aufgabe der Erfindung, ein Verfahren zum
Wechsel zwischen einem rein hydrostatischen Fahrbereich zumindest
und einem ersten leistungsverzweigten Fahrbereich eines Fahrzeugs zu
schaffen.
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Die
Aufgabe wird durch die Merkmale des Anspruchs 1 bezüglich des
Leistungsverzweigungsgetriebes und durch die Merkmale des Anspruchs
10 bezüglich
des Verfahrens gelöst.
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Erfindungsgemäß weist
das Leistungsverzweigungsgetriebe einen ersten Leistungszweig und einen
zweiten Leistungszweig sowie einen Summiergetriebeabschnitt auf.
Der Ausgang des ersten Leistungszweigs ist mit einem ersten Eingang
des Summiergetriebeabschnitts verbunden. Zudem ist der Ausgang des
zweiten Leistungszweigs mit einem zweiten Eingang des Summiergetriebeabschnitts verbindbar.
Der Ausgang des ersten Leistungszweigs ist direkt mit einer Ausgangswelle
des Summiergetriebeabschnitts oder des Gesamtgetriebes verbindbar.
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Das
erfindungsgemäße Leistungsverzweigungsgetriebe
hat den Vorteil, dass durch die direkte Verbindung zwischen dem
Ausgang des ersten Leistungszweigs gleichzeitig mit einem Eingang
sowie dem Ausgang des Summiergetriebeabschnitts ein direkter Antrieb
des Fahrzeugs durch den ersten Leistungszweig möglich ist. Es erfolgt in diesem
Fall keine Summierung der beiden Leistungszweige. Der zweite Leistungszweig
ist hierzu mit dem zweiten Eingang des Summiergetriebeabschnitts
verbindbar ausgeführt.
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Das
erfindungsgemäße Leistungsverzweigungsgetriebe
ermöglicht
es, einen Fahrbereich vorzusehen, in dem der Antrieb ausschließlich über den ersten
Leistungszweig erfolgt. Insbesondere im Zusammenwirken mit einem
hydrostatischen Leistungszweig hat dies den Vorteil, dass reversiert
werden kann, ohne dass eine Kupplung an der Eingangsseite des Leistungsverzweigungsgetriebes
betätigt
werden muss. Die Fahrtrichtungsumkehr erfolgt ausschließlich durch
Umkehr der Drehrichtung des Hydromotors des hydrostatischen Getriebes.
Somit ist der erste Fahrbereich als Langsamfahrbereich vorgesehen,
welcher für
beide Fahrtrichtungen genutzt werden kann.
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Das
erfindungsgemäße Verfahren
zum Umschalten zwischen dem rein hydrostatischen Fahrbereich und
zumindest einem ersten leistungsverzweigten Fahrbereich erfolgt
durch Trennen der direkten Antriebsverbindung zwischen dem Hydromotor
des hydrostatischen Leistungszweigs und gleichzeitig dem Verbinden
des Ausgangs des zweiten, mechanischen Leistungszweigs mit dem zweiten
Eingang des Summierungsgetriebeabschnitts. Dabei wird zunächst durch
den hydrostatischen Leistungszweig in dem ersten, hydrostatischen
Fahrbereich das Übersetzungsverhältnis so
lange erhöht,
bis eine Synchronisationsdrehzahl des anderen Eingangs des Summiergetriebeabschnitts
ist. Die Drehzahl des anderen Eingangs des Summiergetriebeabschnitts stellt
sich dabei zwangsweise ein, da der Hydromotor des hydrostatischen
Getriebes sowohl mit einem Eingang als auch mit dem Ausgang des
Summiergetriebeabschnitts verbunden ist. Wenn die Synchronisationsdrehzahl
des anderen Eingangs des Summiergetriebeabschnitts erreicht ist,
wird der hydrostatische Leistungszweig von dem Ausgang des Summiergetriebeabschnitts
getrennt und gleichzeitig der mechanische Leistungszweig mit dem
anderen Eingang des Summiergetriebeabschnitts verbunden. Dementsprechend
stellt sich nun die Drehzahl des Ausgangs des Summiergetriebeabschnitts
aufgrund der an den beiden Eingängen
des Summiergetriebeabschnitts anliegenden Drehzahlen ein. Der erste
leistungsverzweigte Fahrbereich entspricht somit dem normalen Betrieb
eines Leistungsverzweigungsgetriebes.
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In
den Unteransprüchen
sind vorteilhafte Ausführungen
des erfindungsgemäßen Leistungsverzweigungsgetriebes
sowie des erfindungsgemäßen Verfahrens
zum Wechsel zwischen Fahrbereichen ausgeführt.
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Insbesondere
ist es vorteilhaft, den Summiergetriebeabschnitt als Planetengetriebe
auszuführen.
Dabei ist der erste Eingang des Summiergetriebeabschnitts vorzugsweise
ein Hohlrad des Planetengetriebes oder ein Sonnenrad des Planetengetriebes.
Entsprechend ist der zweite Eingang des Summiergetriebeabschnitts
das Sonnenrand des Planetengetriebes bzw. das Hohlrad des Planetengetriebes.
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Die
Getriebeausgangswelle des Leistungsverzweigungsgetriebes ist vorzugsweise
mit dem Steg des Planetengetriebes verbunden. Gemäß einer
besonders bevorzugten Ausführungsform
ist der erste Leistungszweig ein hydrostatisches Getriebe, welches
besonders bevorzugt eine verstellbare Hydropumpe und/oder einen
verstellbaren Hydromotor aufweist.
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Insbesondere
wird bevorzugt, dass eine Getriebeausgangswelle des Leistungsverzweigungsgetriebes
vorgesehen ist, welche über
zumindest eine erste oder eine zweite Getriebestufe mit dem Summiergetriebeabschnitt
verbindbar ist. Damit lässt
sich am Ausgang des Summiergetriebeabschnitts das Gesamtübersetzungsverhältnis den
jeweiligen Fahrsituationen anpassen. Insbesondere kann eine Getriebestufe
vorgesehen werden, welche auf maximale Zugkraft ausgelegt ist. Die
andere Getriebestufe kann dagegen als Energiesparstufe vorgesehen
werden, welche beispielsweise bei Überführungsfahrten von Nutzfahrzeugen
eingelegt wird.
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Erfindungsgemäß wird nach
dem Wechsel von dem hydrostatischen Fahrbereich in den ersten leistungsverzweigten
Fahrbereich das Übersetzungsverhältnis des
hydrostatischen Leistungszweigs wieder reduziert. Durch die Reduzierung
des Übersetzungsverhältnisses
des hydrostatischen Leistungszweigs erhöht sich die Drehzahl an dem Ausgang
des Summierungsgetriebes als resultierende Drehzahl aus den beiden
Drehzahlen der Eingänge
des Summiergetriebeabschnitts.
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Erfindungsgemäß wird beim
Wechsel zwischen einem ersten leistungsverzweigten Fahrbereich und
einem zweiten Leistungsverzweigten Fahrbereich das Leistungsverzweigungsgetriebe
in einen rein mechanischen Betriebspunkt gebracht. Der rein mechanische
Betriebspunkt wird durch Verstellen des Hydromotors auf ein maximales
Schluckvolumen und ein gleichzeitiges Verstellen des Fördervolumens
der Hydropumpe des hydrostatischen Leistungszweigs auf ein Nullfördervolumen
eingestellt. Insbesondere ist es vorteilhaft, beim Wechsel der dem
Summiergetriebeabschnitt nachgeordneten Gangstufen die Synchronisation
zu verbessern, indem der Hydromotor des hydrostatischen Leistungszweigs
zunächst
auf ein verschwindendes Schluckvolumen eingestellt wird.
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Das
erfindungsgemäße Leistungsverzweigungsgetriebe
sowie das erfindungsgemäße Verfahren
zum Wechsel der Fahrbereiche ist in der Zeichnung vereinfacht dargestellt
und wird in der nachfolgenden Beschreibung näher erläutert. Es zeigen:
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1 ein
erstes Ausführungsbeispiel
für ein erfindungsgemäßes Leistungsverzweigungsgetriebes;
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2 ein
zweites Ausführungsbeispiel
für ein
erfindungsgemäßes Leistungsverzweigungsgetriebe;
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3 eine
erste schematische Darstellung zur Vorgehensweise beim Wechsel zwischen
den Fahrbereichen für
das Ausführungsbeispiel
nach 1;
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4 eine
zweite schematische Darstellung zum Wechsel zwischen den Fahrbereichen
für ein Ausführungsbeispiel
gemäß 2;
und
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5 eine
weitere Darstellung zur Erläuterung
des Wechsels zwischen den einzelnen Fahrbereichen.
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In
der 1 ist ein erstes Ausführungsbeispiel eines Fahrantriebs 1 eines
Nutzfahrzeugs dargestellt. Der Fahrantrieb 1 umfasst das
erfindungsgemäße Leistungsverzweigungsgetriebe 2.
Das Leistungsverzweigungsgetriebe 2 weist einen ersten Leistungszweig
und einen zweiten Leistungszweig auf. Der erste Leistungszweig ist
als hydrostatischer Leistungszweig 3 ausgeführt. Der
zweite Leistungszweig ist als mechanischer Leistungszweig 4 ausgeführt.
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Zum
Antrieb des Fahrzeugs ist eine Antriebsmaschine 5 vorgesehen.
In der Regel ist die Antriebsmaschine 5 als Dieselbrennkraftmaschine
ausgeführt.
Die Antriebsmaschine 5 treibt eine Getriebeeingangswelle 6 des
Leistungsverzweigungsgetriebes 2 an. Zum Antrieb des Fahrzeugs
ist eine Getriebeausgangswelle 7 des Leistungsverzweigungsgetriebes 2 mit
einer angetriebenen Fahrzeugachse 8 verbunden. Die angetriebenen
Fahrzeugachse 8 umfasst in der Regel ein Differenzialgetriebe 9,
welches über Halbwellen 10 angetriebene
Räder 11 antreibt.
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Der
hydrostatische Leistungszweig 3 weist eine Hydropumpe 12 und
einen Hydromotor 13 auf. Die Hydropumpe 12 ist
in ihrem Fördervolumen
einstellbar und zur Förderung
in zwei Richtungen ausgelegt. Zum Einstellen der Förderrichtung
sowie des Fördervolumens
der Hydropumpe 12 ist eine erste Verstellvorrichtung 14 vorgesehen,
die in nicht dargestellter Weise beispielsweise durch eine Fahrzeugelektronik
angesteuert wird. Eine zweite Verstellvorrichtung 15 wirkt
auf einen Verstellmechanismus des Hydromotors 13. Der Hydromotor 13 ist
ebenfalls für beide
Strömungsrichtungen
ausgelegt und in seinem Schluckvolumen durch die zweite Verstellvorrichtung 15 einstellbar.
Die Hydropumpe 12 und der Hydromotor 13 sind über eine
erste Arbeitsleitung 16 und eine zweite Arbeitsleitung 17 in
einem geschlossenen hydraulischen Kreislauf miteinander verbunden.
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Zum
Antreiben der Hydropumpe 12 weist die Hydropumpe 12 eine
Pumpenantriebswelle 18 auf. Der hydrostatische Leistungszweig 3 wirkt über eine Motorabtriebswelle 19 auf
einen Summiergetriebeabschnitt 20. Die Motorabtriebswelle 19 bildet
dabei den Ausgang des hydrostatischen Leistungszweigs 3. Entsprechend
bildet die Pumpenantriebswelle 18 den Eingang des hydrostatischen
Leistungszweigs 3.
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Der
Ausgang des hydrostatischen Leistungszweigs 3, also die
Motorabtriebswelle 19, ist mit einem ersten Eingang des
Summiergetriebes 20 verbunden. In dem dargestellten Ausführungsbeispiel
ist der Summiergetriebeabschnitt 20 als einstufiges Planetengetriebe
ausgeführt.
Das einstufige Planetengetriebe weist ein Hohlrad 21 auf,
welches einen ersten Eingang des Summiergetriebeabschnitts 20 bildet.
Ein zweiter Eingang des Summiergetriebeabschnitts 20 ist
durch ein Sonnenrad 23 realisiert, das drehfest mit einer
Sonnenradwelle 22 verbunden ist.
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Das
Hohlrad 21 weist eine Außenverzahnung 24 auf,
welche sich im permanenten Eingriff mit einem ersten Motorzahnrad 25 befindet.
Das erste Motorzahnrad 25 ist mit der Motorabtriebswelle 19 des
Hydromotors 13 fest verbunden. Dementsprechend wird das
Hohlrad 21 permanent mit der Drehzahl des Hydromotors 13 angetrieben.
In einem leistungsverzweigten Fahrbetrieb ist ferner die Sonnenradwelle 22 permanent
drehfest mit einem Ausgang des mechanischen Leistungszweigs 4 verbunden.
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Das
Hohlrad 21 weist zudem eine Innenverzahnung 26 auf.
Zwischen dem Sonnenrad 23 und dem Hohlrad 21 sind
mehrere Planetenräder 27 angeordnet,
welche drehbar auf einem Planetenträger, dem sogenannten Steg 28,
angeordnet sind. Infolge der Drehzahlen der beiden Eingänge des Summiergetriebeabschnitts 20,
also der Drehzahl des Hohlrads 21 und der Drehzahl des
Sonnenrads 23 stellt sich eine Ausgangsdrehzahl des Stegs 28 ein,
welcher mit der Stegwelle 29 verbunden ist.
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Die
Stegwelle 29 bildet in dem ersten Ausführungsbeispiel den Ausgang
des Summiergetriebeabschnitts 20, der mit einem Schaltgetriebeabschnitt 30 verbunden
ist. Über
den Schaltgetriebeabschnitt 30 ist die Stegwelle 29 entweder über eine erste
Getriebestufe 31 oder über
eine zweite Getriebestufe 32 mit der Getriebeausgangswelle 7 verbindbar.
Die erste Getriebestufe 31 umfasst ein mit der Stegwelle 29 verbindbares
erstes Zahnrad 34, ein zweites Zahnrad 35 sowie
ein drittes Zahnrad 36. Die zweite Getriebestufe 32 umfasst
ein mit der Stegwelle 29 verbindbares viertes Zahnrad 37,
ein fünftes Zahnrad 38 sowie
das dritte Zahnrad 36, welches fest mit der Getriebeausgangswelle 7 verbunden
ist.
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Das
zweite Zahnrad 35 und das fünfte Zahnrad 38 sind
beide drehfest mit einer ersten Zwischenwelle 33 verbunden.
In Abhängigkeit
von der Schaltstellung des Schaltgetriebeabschnitts 30 wird über eine
Synchronisationseinrichtung 40 entweder das erste Zahnrad 34 oder
das vierte Zahnrad 37 drehfest mit der Stegwelle 29 verbunden.
Durch Betätigen
einer entsprechenden, in der 1 nicht
dargestellten Schaltvorrichtung wird somit zwischen der ersten Getriebestufe 31 und
der zweiten Getriebestufe 32 umgeschaltet.
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Das
von der Antriebsmaschine 5 über die Getriebeeingangswelle 6 in
das Leistungsverzweigungsgetriebe 2 eingespeiste Drehmoment
wird auf die beiden Leistungszweige 3 und 4 verteilt.
Hierzu ist die Pumpenantriebswelle 18 über ein erstes Stirnrad 41,
ein zweites Stirnrad 42 und ein drittes Stirnrad 43 mit
der Getriebeeingangswelle 6 gekoppelt.
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Der
mechanische Leistungszweig 4 umfasst eine Ausgangswelle 44 des
mechanischen Leistungszweigs 4, der mit der Getriebeeingangswelle 6 über einen
Zahnradsatz 49 verbunden ist, welcher in dem dargestellten
Ausführungsbeispiel
insgesamt vier Zahnräder
umfasst. Zwei der Zahnräder
des Zahnradsatzes 49 sind fest mit einer zweiten Zwischenwelle 50 verbunden.
Dadurch ist die Drehrichtung der Ausgangswelle 44 des mechanischen
Leistungszweigs 4 gleich der Drehrichtung der Getriebeeingangswelle 6.
Ebenso ist die Drehrichtung der Pumpenantriebswelle 18 gleich
der Drehrichtung der Getriebeeingangswelle 6.
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Vorstehend
war der Betrieb in einem normalen leistungsverzweigten Fahrbereich
bereits beschrieben worden. Zum Antrieb des Sonnenrads 23 ist
die Sonnenradwelle 22 mit der Ausgangswelle 44 des
mechanischen Leistungszweigs 4 verbunden. Hierzu befindet
sich eine erste Kupplung 45 in ihrem eingekuppelten Zustand.
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Um
zwischen dem leistungsverzweigten Fahrbereich und einem rein hydrostatischen
Fahrbereich umschalten zu können,
ist zusätzlich
zu der ersten Kupplung 45 eine zweite Kupplung 48 vorgesehen.
Mittels der zweiten Kupplung 48 ist der Steg 28 drehfest
direkt mit der Motorabtriebswelle 19 des Hydromotors 13 des
hydrostatischen Leistungszweigs 3 koppelbar.
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In
einem rein hydrostatischen Fahrbereich wird die erste Kupplung 45 getrennt
und die zweite Kupplung 48 eingekuppelt. Durch Einkuppeln
der zweiten Kupplung 48 wird der Steg 28 über ein
zweites Motorzahnrad 46 und ein Stegantriebsrad 47 drehfest
und direkt mit der Motorabtriebswelle 19 verbunden. Das
zweite Motorzahnrad 46 ist permanent fest mit der Motorabtriebswelle 19 verbunden
und befindet sich im permanenten Eingriff mit dem Stegantriebsrad 47.
Durch die direkte Verbindung des Stegs 28 mit der Motorabtriebswelle 19 stellt
sich an der Stegwelle 29 eine Drehzahl ein, die gleich
der Drehzahl der Motorabtriebswelle 19 ist. An dem Sonnenrad 23 stellt
sich dagegen eine Drehzahl ein, die sich aus der Drehzahl des Hohlrads 21 und
des Stegs 28 als resultierende Drehzahl ergibt.
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Die
Zahnradpaare bestehend aus dem ersten Motorzahnrad 25 und
der Außenverzahnung 24 des
Hohlrads 21 sowie dem zweiten Motorzahnrad 46 und
dem Stegantriebsrad 47 sind dabei so gewählt, dass
die Drehzahl des Hohlrads 21 größer als die Drehzahl des Stegs 28 ist.
Infolgedessen stellt sich an dem Sonnenrad 22 eine Drehrichtung
ein, die umgekehrt zu der Drehrichtung des Hohlrads 21 ist.
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In
diesem rein hydrostatischen Fahrbereich, in dem eine Verbindung
zwischen dem mechanischen Leistungszweig und dem zweiten Eingang
des Summiergetriebeabschnitts 20 unterbrochen ist, kann
folglich durch die Drehrichtung des Hydromotors 13 die
Fahrtrichtung des angetriebenen Fahrzeugs bestimmt werden. Durch Änderung
des Übersetzungsverhältnisses
und der Förderrichtung
des hydrostatischen Leistungszweigs 3 sind somit Fahrtrichtung
und Fahrgeschwindigkeit frei wählbar.
Die Änderung
der Fahrtrichtung erfolgt über
eine Vorgabe der Förderrichtung
der Hydropumpe 12. Die Einstellung der gewünschten
Fahrgeschwindigkeit erfolgt dagegen über eine Einstellung des Übersetzungsverhältnisses,
wozu die Fördermenge
der Hydropumpe 12 und das Schluckvolumen des Hydromotors 13 entsprechend
eingestellt werden.
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Wird
aus dem Stillstand heraus das Fahrzeug beschleunigt, so ist die
erste Kupplung 45 geöffnet
und die zweite Kupplung 48 geschlossen. In bereits beschriebener
Weise wird somit die Getriebeausgangswelle 7 allein durch
den hydrostatischen Leistungszweig 3 angetrieben. Infolge
der unterschiedlichen Übersetzungsverhältnisse
zwischen der Pumpenabtriebswelle 19 und dem Hohlrad 21,
also dem ersten Eingang des Summiergetriebeabschnitts 20 in
dem ersten Ausführungsbeispiel
sowie dem Steg 28, also dem Ausgang des Summiergetriebeabschnitts 20,
stellt sich an der Sonnenradwelle 22 zwangsweise eine Ausgangsdrehzahl
ein.
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Beim
Stillstand des Fahrzeugs steht zunächst die Hydropumpe 12 auf
einem Nullfördervolumen.
Gleichzeitig ist der Hydromotor 13 auf sein maximales Schluckvolumen
ausgeschwenkt, um ein möglichst
hohes Anfahrtdrehmoment zur Verfügung zu
haben. Wird das Fahrzeug aus dem Stillstand beschleunigt, so wird
zunehmend die Hydropumpe 12 in Richtung ihres maximalen
Fördervolumens
in Vorwärtsrichtung
verschwenkt. Ist das maximale Fördervolumen
der Hydropumpe 12 erreicht, so wird im Anschluss das Schluckvolumen
des Hydromotors 13 reduziert, wodurch die Drehzahl der
Motorabtriebswelle 19 erhöht wird. Aufgrund des festen Übersetzungsverhältnisses
zwischen der Motorabtriebswelle 19 und der Getriebeausgangswelle 7 wird
das Fahrzeug dabei beschleunigt. Gleichzeitig wird durch die größer werdende
Drehzahldifferenz zwischen dem Steg 28 und dem Hohlrad 21 das
Sonnenrad 22 in entgegengesetzter Richtung beschleunigt.
Diese Beschleunigung erfolgt soweit, bis ein Schaltkriterium erreicht
ist. Das Schaltkriterium ist im einfachsten Fall durch die maximal
erreichbare Geschwindigkeit in dem rein hydrostatischen Fahrbereich
gegeben. In diesem Betriebspunkt erreicht die Sonnenradwelle 22 eine
Synchronisationsdrehzahl, welche durch den Zahnradsatz 49 und
die Drehzahl der Antriebsmaschine 5 festgelegt ist. Bei
Erreichen der Synchronisationsdrehzahl durch die Sonnenradwelle 22 dreht die
Sonnenradwelle 22 mit derselben Drehzahl wie die Ausgangswelle 44 des
mechanischen Leistungszweigs 4.
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Zum
Wechsel aus dem rein hydrostatischen Fahrbereich in einen ersten
leistungsverzweigten Fahrbereich wird nun die erste Kupplung 45 geschlossen
und die zweite Kupplung 48 geöffnet. Das öffnen und Schließen der
beiden Kupplungen 45, 48 kann gleichzeitig oder
geringfügig
zeitversetzt zueinander erfolgen. Um Schaltrucke zu vermeiden, ist
es dabei insbesondere vorteilhaft, die zweite Kupplung 48 zu öffnen, kurz
bevor die erste Kupplung 45 geschlossen wird. Eventuelle
Drehzahlunterschiede, die sich durch eine nicht perfekte Abstimmung
ergeben, können
so durch den freilaufenden Steg 28 ausgeglichen werden.
Ein besonders schaltruckfreier Wechsel ergibt sich, wenn das Öffnen der
zweiten Kupplung 48 durch Reduzieren einer Schließkraft bei gleichzeitigem
Schließen
der ersten Kupplung 45 durch Erhöhen der Schließkraft erfolgt.
Das Reduzieren und das Erhöhen
der Anpresskräfte
der jeweiligen Kupplung 45, 48 erfolgt entlang
einer Rampe in einem identischen Zeitfenster.
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Sobald
die erste Kupplung 45 geschlossen ist, stellt sich die
Drehzahl des Stegs 48 und somit der Stegwelle 29 zwingend
aufgrund der Drehzahl des Hohlrads 21 sowie der Drehzahl
der Sonnenradwelle 22 ein. Für die nachfolgenden Ausführungen sei
angenommen, dass im Schaltpunkt, also bei Synchronisationsdrehzahl
der Sonnenradwelle 22, das maximale Fördervolumen der Hydropumpe 12 und das
minimale Schluckvolumen des Hydromotors 13 eingestellt
sei.
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Das
Hohlrad 21 und die Sonnenradwelle 22 und somit
das Sonnenrad 22 rotieren in entgegengesetzer Richtung.
Um eine Beschleunigung der Stegwelle 29 zu erreichen, wird
nun wiederum das Übersetzungsverhältnis im
hydrostatischen Leistungszweig 3 angepasst. Hierzu wird
zunächst
der Hydromotor 13 in Richtung größeren Schluckvolumens verstellt.
Durch die Verstellung des Hydromotors 13 in Richtung größeren Schluckvolumens
wird die Drehzahl des Hohlrads 21 reduziert. Zur weiteren
Reduzierung der Drehzahl des Hohlrads 21, was zu einer Erhöhung der
Drehzahl der Stegwelle 29 führt, wird bei Erreichen des
maximalen Schluckvolumens des Hydromotors 13 das Fördervolumen
der Hydropumpe 12 in Richtung Nullfördervolumen verstellt. Die Verstellung
erfolgt solange, bis durch die Hydropumpe 12 kein Druckmittel
in dem hydraulischen Kreis gefördert
wird. Infolgedessen steht das Hohlrad 21 in diesem Betriebspunkt
still, so dass ein rein mechanischer Betriebspunkt erreicht ist,
da Leistung ausschließlich über den
mechanischen Leistungszweig übertragen
wird.
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Zur
weiteren Beschleunigung wird die Hydropumpe 12 in entgegengesetzter
Förderrichtung
in Richtung zunehmenden Fördervolumens
ausgeschwenkt. Damit dreht nun das Hohlrad 21 gleichsinnig
zu der Sonnenradwelle 22 und eine Erhöhung der Drehzahl des Hohlrads 21 führt zu einer
weiteren Erhöhung
der Drehzahl der Stegwelle 29. Die weitere Beschleunigung
wird solange fortgesetzt, bis die Hydropumpe 12 auf ihr
maximales Fördervolumen
in negativer Richtung ausgeschwenkt ist. Als negative Richtung wird
diejenige Förderrichtung
bezeichnet, die zur Rückwärtsfahrt
im rein hydrostatischen Fahrbereich erforderlich ist.
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Ist
die Stegwelle 29 unmittelbar mit der Getriebeausgangswelle 7 verbunden
bzw. geht die Stegwelle 29 unmittelbar in die Getriebeausgangswelle 7 über, so
wird durch den zuvor beschriebenen Zustand die Endgeschwindigkeit
des Fahrzeugs erreicht.
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In
dem beschriebenen Ausführungsbeispiel ist
jedoch die Stegwelle 29 mit einem Schaltgetriebeabschnitt 30 gekoppelt,
so dass ein zweiter leistungsverzweigter Fahrbereich vorgesehen
ist. Der erste leistungsverzweigte Fahrbereich wird in dem dargestellten
Ausführungsbeispiel
durch die zweite Getriebestufe 32 eingestellt. Dieser erste
leistungsverzweigte Fahrbereich ist auf maximale Zugkraft hin optimiert.
Zusätzlich
ist jedoch ein zweiter leistungsverzweigter Fahrbereich vorgesehen,
in den durch Wechsel von der zweiten Getriebestufe 32 auf
die erste Getriebestufe 31 übergegangen wird. Dieser zweite
leistungsverzweigte Fahrbereich ist auf ökonomische Transportfahrt bei
höherer
Fahrgeschwindigkeit ausgelegt. Zum Wechsel zwischen den beiden leistungsverzweigten
Fahrbereichen wird die Synchronisationseinrichtung 40 betätigt, wodurch entweder
das erste Zahnrad 34 in dem zweiten Leistungsverzweigten
Fahrbereich oder aber das vierte Zahnrad 37 in dem ersten
leistungsverzweigten Fahrbereich drehfest mit der Stegwelle 29 verbunden wird.
Der genaue Ablauf beim Übergang
zwischen dem ersten leistungsverzweigten Fahrbereich und dem zweiten
leistungsverzweigten Fahrbereich wird nachfolgend unter Bezugnahme
auf 5 noch ausführlich
erläutert.
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In
der 2 ist ein zweites Ausführungsbeispiel für ein erfindungsgemäßes Leistungsverzweigungsgetriebe 2' dargestellt.
Um unnötige
Wiederholungen zu vermeiden, sind gleiche oder sich entsprechende
Element entweder mit denselben Bezugszeichen oder mit entsprechenden,
gestrichenen Bezugszeichen versehen.
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Im
Unterschied zu dem Ausführungsbeispiel der 1 dient
nunmehr als erster Eingang des Summiergetriebeabschnitts nicht mehr
das Hohlrad 21, sondern das Sonnenrad 23 des Summiergetriebeabschnitts 20.
Die Sonnenradwelle 22 ist hierzu über ein Zwischenrad 52 und
ein Sonnenantriebsrad 56 mit dem ersten Motorzahnrad 25 direkt
verbunden. Somit dreht die Sonnenradwelle 22 und das Sonnenrad 23 permanent
mit der Drehzahl der Motorabtriebswelle 19. Dementsprechend
bildet den zweiten Eingang des Summiergetriebeabschnitts 20 das
Hohlrad 21, welches mit einer Hohlradwelle 51, verbunden
ist. Die Hohlradwelle 51 ist mit der Getriebeeingangswelle 6 über den
mechanischen Leistungszweig 4 verbindbar, wozu zwischen
der Ausgangswelle 44' und
der Hohlradwelle 51 die erste Kupplung 45 angeordnet
ist. Der mechanische Leistungszweig 4 wird durch eine einzelne Übersetzungsstufe
realisiert, welche ein einzelnes Zahnrad sowie das erste Stirnrad 41 umfasst,
welches fest mit der Getriebeeingangswelle 6 verbunden
ist. Anstelle einer zweistufigen Anpassung der Drehzahl der Pumpenantriebswelle 18 an
die Drehzahl der Antriebsmaschine 4 ist in dem zweiten
Ausführungsbeispiel
lediglich eine einstufige Ausführung
des Antriebs für
die Pumpenantriebswelle 8 vorgesehen. Diese umfasst neben
dem ersten Stirnrad 41 das zweite Stirnrad 42'.
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Für den rein
hydrostatischen Fahrbereich wird die erste Kupplung 45 geöffnet. Infolgedessen kann
sich die Hohlradwelle 51 unabhängig von der Ausgangswelle 44' des mechanischen
Leistungszweigs 4 drehen. Die Drehzahl des Hohlrads 21 und der
Hohlradwelle 51 stellt sich somit infolge der sich aufgrund
der Übersetzungsverhältnisse
ergebenden Drehzahldifferenz zwischen dem Sonnenrad 23 und dem
Steg 28 ein. Der Steg 28 ist in dem rein hydrostatischen
Fahrbereich, wie es schon im Hinblick auf das erste Ausführungsbeispiel
erläutert
wurde, über die
Kupplung 48' ebenfalls
mit der Abtriebswelle 19 des Hydromotors 13 verbunden.
Im Unterschied zu dem ersten Ausführungsbeispiel ist die zweite
Kupplung 48' in
dem zweiten Ausführungsbeispiel
auf der Motorabtriebswelle 19 angeordnet, so dass eine drehfeste
Verbindung des zweiten Motorzahnrads 46 über die
Kupplung 48' mit
der Motorabtriebswelle 19 herstellbar ist. Das zweite Motorzahnrad 46 befindet sich
dagegen in permanentem Eingriff mit dem Stegantriebsrad 47.
Der Wechsel zwischen den einzelnen Fahrbereichen sowie der Betrieb
im rein hydrostatischen Fahrbereich entspricht im Wesentlichen der Vorgehensweise
bei dem in der 1 dargestellten Ausführungsbeispiel.
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Bei
dem dargestellten Ausführungsbeispiel der 2 befindet
sich der Steg 28 über
dem Stegantriebsrad 47 im Eingriff mit einem Stegabtriebsrad 53.
Das Stegabtriebsrad 53 ist fest mit einer Summiergetriebeausgangswelle 54 verbunden,
die in dem dargestellten Ausführungsbeispiel
den Ausgang des Summiergetriebeabschnitts 20' bildet. Die Ausgangswelle 54 des
Summiergetriebeabschnitts 20' ist über eine
weitere Getriebestufe 55 mit der Getriebeausgangswelle 7 verbunden.
Durch die einzelne Getriebestufe 55 wird eine Vereinfachung
gegenüber dem
ersten Ausführungsbeispiel
erreicht, indem auf den Schaltgetriebeabschnitt 30 verzichtet
wird. Infolgedessen ist existiert bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel
der 1 eine besonders einfache Bauweise, welche neben dem
rein hydrostatischen Fahrbereich lediglich einen leistungsverzweigten Fahrbereich
ermöglicht.
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Wie
es in dem Ausführungsbeispiel
der 2 dargestellt ist, kann die Getriebeausgangswelle 7 auch
ohne Vorsehen eines nachgeordneten Schaltgetriebeabschnitts 30 in
dem Leistungsverzweigungsgetriebe 2 direkt mit einem Fahrantrieb
eines angetriebenen Fahrzeugs zusammenwirken. Eine solche direkte
Verbindung ist auch bei dem in der 1 gezeigten
Ausführungsbeispiel
möglich.
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Das
Ausführungsbeispiel
der 2 hat den Vorteil, dass die Anordnung des Summiergetriebeabschnitts
im Vergleich zu der Anordnung der 1 kompakter
ausgeführt
werden kann.
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Die 3 zeigt
die Verhältnisse
der Drehzahlen des Sonnenrads 23 und des Hohlrads 21 zum einen
im Zeitpunkt der Synchronisation und des sich daraus ergebenden
Wechsels der Fahrbereiche zwischen dem rein hydrostatischen Fahrbereich
und dem ersten leistungsverzweigten Fahrbereich. Wie es in der oberen
Hälfte
der schematischen Darstellung der 3 erkennbar
ist, drehen sich das Sonnenrad 23 sowie das Hohlrad 21 mit
den Drehzahlen "Sonnenrad" und "Hohlrad" gegenläufig zueinander. Infolgedessen
stellt sich eine Synchronisationsdrehzahl ein, die bei einer Synchronisationsfahrgeschwindigkeit
Vsynchron des Fahrzeugs erreicht wird. In
diesem Zustand werden die beiden Kupplungen 45 und 48 betätigt. Nachfolgend
wird ausgehend von dem eingestellten Übersetzungsverhältnis des
hydrostatischen Leistungszweigs 3 beim Wechsel der Fahrbereiche
das Übersetzungsverhältnis geändert und
die Drehrichtung des Ausgangs des hydrostatischen Leistungszweigs 3 durch
Durchschwenken der Hydropumpe 12 umgekehrt, wodurch sich
auch die Drehrichtung des Hohlrads 21, wie in dem unteren Teil
des Diagramms dargestellt, umkehrt. Als Folge daraus stellt sich
die maximale Fahrgeschwindigkeit zu vmax ein.
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In
der 4 ist eine entsprechende Veranschaulichung des
Wechsels von dem hydrostatischen Fahrbereich in den ersten leistungsverzweigten
Fahrbereich für
ein Leistungsverzweigungsgetriebe 2' gemäß dem zweiten Ausführungsbeispiel dargestellt.
Aus der maximalen Drehzahl des Sonnenrads nSonnenrad sowie
der resultierenden Drehzahl des Hohlrads nHohlrad ergibt
sich die Geschwindigkeit vsynchron des Fahrzeugs
bei Erreichen der Synchronisationsdrehzahl des Hohlrads. Die weitere
Beschleunigung erfolgt bei konstanter Drehzahl der Antriebsmaschine 5 mit
konstanter Drehzahl des Hohlrads durch Ändern des Übersetzungsverhältnisses,
bis die Drehzahl des Sonnenrads betragsmäßig gleich groß ist, wie
vor dem Wechsel der Fahrbereiche, jedoch mit geänderter Rotationsrichtung des
Sonnenrads. Infolgedessen stellt sich eine maximale Fahrgeschwindigkeit
des Fahrzeugs Vmax ein.
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Die
Vorgehensweise beim Wechsel zwischen den einzelnen Fahrbereichen
ist noch einmal schematisch in der 5 dargestellt.
Die Darstellung bezieht sich auf ein Leistungsverzweigungsgetriebe 2, 2', mit einem
rein hydrostatischen Fahrbereich I, sowie einem ersten und einem
zweiten leistungsverzweigten Fahrbereich II und III. Die gestrichelte
Linie 60 gibt das eingestellte Fördervolumen bzw. den eingestellten
Schwenkwinkel αP der Hydropumpe 12 vor. Die durchgezogenen
Linie 61 zeigt dagegen den Verlauf des Schluckvolumens
bzw. des Schwenkwinkels αM des Hydromotors 13 in Abhängigkeit
von der Fahrgeschwindigkeit. Bei einer Beschleunigung des Fahrzeugs
aus dem Stillstand wird zunächst
das Fördervolumen
der Hydropumpe sukzessive bis zu einem Maximalwert αmax,P erhöht. Um eine
weitere Beschleunigung in einem rein hydrostatischen Fahrbereich
I zu erhalten, wird bei Erreichen des maximalen Schwenkwinkels αmax,P der
Hydropumpe 12 anschließend
das Schluckvolumen des Hydromotors 13 durch Reduzieren
seines Schwenkwinkels αM reduziert. Bei einem minimalen Schluckvolumen
des Hydromotors αmin,M wird die Synchronisationsgeschwindigkeit Vsynchron bzw. die Synchronisationsdrehzahl erreicht.
Durch Betätigen
der beiden Kupplungen 45 und 48 bzw. 45 und 48' wird zwischen
dem rein hydrostatischen Fahrbereich I und dem ersten leistungsverzweigten
Fahrbereich II umgeschaltet.
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Eine
weitere Beschleunigung in dem ersten leistungsverzweigten Fahrbereich
II erfolgt durch anschließende
Erhöhung
des Schluckvolumens des Hydromotors 13, wodurch die Abtriebsdrehzahl
des Hydromotors 13 reduziert wird. Erreicht der Hydromotor 13 sein
maximales Schluckvolumen bei seinem maximalen Schwenkwinkel am,
so wird anschließend
das Fördervolumen
der Hydropumpe 12 in Richtung 0 bis zum Erreichen
eines Nullfördervolumens
verstellt. In diesem Zustand, bei dem die Hydropumpe 12 auf
ein Nullfördervolumen
eingestellt ist, wird ein erster mechanischer Betriebspunkt P1 des
Leistungsverzweigungsgetriebes 2, 2' erreicht. Zur weiteren Beschleunigung
wird die Hydropumpe 12 aus ihrer Neutrallage heraus in
entgegengesetzter Richtung in Richtung größer werdenden Schwenkwinkels
ausgelenkt bis zum Erreichen ihres maximal einstellbaren negativen
Schwenkwinkels –αmax,P. Sowie
die Hydropumpe 12 in entgegengesetzter Richtung auf ihr
maximales Fördervolumen
(–αmax,P )
eingestellt ist, wird anschließend
wieder das Schluckvolumen des Hydromotors 13 reduziert
bis auf einen minimalen Wert αmin,M. Zu diesem Zeitpunkt ist die maximal
erreichbare Geschwindigkeit in dem ersten leistungsverzweigten Fahrbereichs
II erreicht.
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Zum
weiteren Beschleunigen bzw. zum Einstellen eines Energiesparmodus
wird in diesem Punkt in einen zweiten leistungsverzweigten Fahrbereich
III gewechselt. Hierzu wird zunächst
der Hydromotor 13 auf ein verschwindendes" Schluckvolumen eingestellt,
wobei als "verschwindendes
Schluckvolumen" auch
ein von 0 verschiedenes Schluckvolumen einstellbar sein kann, wodurch
gerade die Schleppverluste des Hydromotors 13 kompensiert
werden.
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Damit
wird die Motorabtriebswelle 19 drehmomentenfrei und ein
Wechsel zwischen den Getriebestufen 31, 32 in
dem Schaltgetriebeabschnitt 30 kann durchgeführt werden.
Nach dem Wechsel zwischen den Getriebestufen 31, 32 wird
der hydrostatische Leistungszweig 3 abgeschaltet, indem
die Hydropumpe 12 auf 0 Fördervolumen eingestellt wird und
gleichzeitig der Hydromotor 13 auf sein maximales Schluckvolumen αmax,M eingestellt
wird. Der erste Eingang des Summiergetriebeabschnitts 20, 20' ist somit hydraulisch
blockiert und das Leistungsverzweigungsgetriebe 2, 2' überträgt ausschließlich über den
mechanischen Leistungszweig 4 Antriebsleistung. Dieser
Betriebspunkt ist in der 5 mit P2 gekennzeichnet. In
den rein mechanischen Betriebspunkten P1, P2 kann eine Einstellung
der Fahrgeschwindigkeit auch durch Einstellen eines Betriebspunktes
der Brennkraftmaschine erfolgen. Eine weitere Beschleunigung des
Fahrzeugs ist möglich,
indem ausgehend von dem Punkt P2 die Hydropumpe 12 zunächst wieder
in Richtung ihres maximalen, negativen Fördervolumens verstellt wird.
Ist bei der Hydropumpe 12 das maximale negative Fördervolumen erreicht,
so wird im Anschluss daran erneut zur Erhöhung der Fahrgeschwindigkeit
das Schluckvolumen des Hydromotors 13 in Richtung seines
minimalen Schluckvolumens verstellt.
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Die
Erfindung ist nicht auf die dargestellten Ausführungsbeispiele beschränkt. Insbesondere
ist es möglich,
einzelne Aspekte der beiden Ausführungsbeispiele
in beliebiger Weise miteinander zu kombinieren.