-
Die
Erfindung betrifft eine Verdrängungsmaschine,
insbesondere eine Pumpe, aufweisend einen innerhalb eines Zylinderraumes
angeordneten Kolben.
-
Gattungsgemäße Verdrängungsmaschinen bzw.
Pumpen sind aus dem Stand der Technik hinlänglich bekannt. Werden derartige
Verdrängungsmaschinen
bzw. Pumpen zum Pumpen kryogener Medien, wie bspw. Flüssig-Wasserstoff
(LH2), verwendet, treten "Probleme" auf, die beim Pumpen nicht-kryogener
Medien kein Thema sind.
-
Gegenwärtig wird
insbesondere im Hinblick auf die sog. Hochdruck-Wasserstofferzeugung, die aufgrund der
immer öfter
angewendeten Flüssig-Wasserstoff-Speicherung
und der Anwendung zur Befüllung
von Fahrzeug-Hochdruckspeichern
an Bedeutung gewinnt, den dafür
verwendbaren Pumpenkonstruktionen verstärkte Aufmerksamkeit geschenkt.
-
Bekannte
Pumpenkonstruktionen, die die Realisierung einer Hochdruck-Wasserstofferzeugung
ermöglichen,
erzeugen gegenwärtig
neben dem (gewünschten)
Hochdruckwasserstoffgas – hierunter
sei gasförmiger
Wasserstoff, der unter einem Druck von 250 bis 900 bar vorliegt,
zu verstehen – erhebliche
Mengen an Niederdruckwasserstoffgas – hierunter sei gasförmiger Wasserstoff,
der unter einem Druck von 1,0 bis 8,0 bar vorliegt, zu verstehen. Der
Mengenanteil dieses Niederdruckwasserstoffgas kann bis zu 30% betragen.
-
Zur
Bildung dieses (unerwünschten)
Niederdruckwasserstoffgases kommt es, da die bekannten Pumpenkonstruktionen
den Zylinderraum des Verdrängungskolbens
mit dem zugeführten,
zu pumpenden Medium permanent kühlen,
um eine Rückkondensation
der Gasmenge zu erreichen, die als Restgas im Tot- bzw. Schadraum
der Pumpe zurückbleibt und/oder
aufgrund der Reibung des Kolbens entstanden ist. Zur Förderung
dieses Niederdruckwasserstoffgases sind zusätzliche Kompressoren erforderlich,
um das Niederdruckgas bei ca. 450 bar zu speichern und bei einer
Befüllung
dem Fahrzeugtank zuzuführen.
-
Der
aktuelle Stand der gegenwärtigen
Fülltechnik
sieht vor, keine LH2-Pumpe zu verwenden. Der
im Speichertank an der Flüssigwasserstoff-Tankstelle
gespeicherte Flüssigwasserstoff
wird bei einem Speicherdruck von ca. 2,5 bis 5 bar entnommen, in Wärmetauschern
auf Umgebungstemperatur angewärmt
und anschließend
einem Vorkompressor zugeführt.
Dieser erzeugt einen Zwischendruck von ca. 25 bar und führt das
Gas einem Kolbenverdichter zu, der den Wasserstoff auf 250 bis 300
bar verdichtet. Der derart verdichtete Wasserstoff wird in einem Speicherbündel zwischengespeichert.
Zur Betankung wird zunächst
der Fahrzeugtank durch Überströmen aus
den Speicherbänken
bis ca. 450 bar gefüllt.
Um eine Betankung bis 700 bar Speicherdruck realisieren zu können, wird
mittels eines sog. Booster-Kompressors
mit hoher Förderleistung
der zwischengespeicherte Wasserstoff aus dem Speicherbündel entnommen,
auf ca. 850 bar komprimiert und dem Fahrzeug zugeführt.
-
Das
noch kalte Niederdruckwasserstoffgas kann in den LH2-Speicherbehälter, aus
dem der zu fördernde
Wasserstoff entnommen wurde, zurückgeführt werden.
Diese Verfahrensweise führt
jedoch im Falle größerer Mengen
an Kaltgas zu einer unerwünschten
Druck- und Temperaturerhöhung
der im Speicherbehälter
befindlichen Flüssigkeit.
Somit muss der Tankdruck nach Erreichen des maximal zulässigen Arbeitsdruckes
entweder durch Abblasen von Gas oder durch Komprimieren des abzublasenden
Gases und Zwischenspeichern des komprimierten Gases erniedrigt werden.
-
Von
Vorteil wäre
es, könnten
die bekannten Verdrängungsmaschinen
bzw. Pumpen, die der Förderung
von LH2 dienen, auch als Kaltgaskompressoren
verwendet werden. Dadurch könnte
das Kaltgas bereits bei niedriger Temperatur aus dem Speicherbehälter entnommen
und bei einem höheren
Druck – dieser
liegt vorzugsweise zwischen 350 bis 450 bar – bei etwa Umgebungstemperatur
(zwischen)gespeichert werden. Dieser (Zwischen)Speicher würde bei der
Befüllung
eines Fahrzeugtanks mit Wasserstoff als erstes entleert, um erneut
einen (Zwischen)Speicherraum zu schaffen.
-
Bei
der vorbeschriebenen Kaltgaskompression können aufgrund der erforderlichen
Kompressions- und Ausschubbarbeit zur Förderung des Mediums und der
entstehenden Kolbenreibung wesentlich höhere Dichtungstemperaturen
auftreten als bei der Flüssigförderung.
Diese höheren
Dichtungstemperaturen haben im Regelfall eine Zerstörung der
Dichtungen oder zumindest geringere Standzeiten der Dichtungen zur
Folge.
-
Ein
weiteres technisches Problem von LH2-Verdrängungsmaschinen
bzw. -Pumpen besteht darin, dass diese nach einer Stillstandperiode
vor einem erneuten Start zunächst
kaltgefahren werden müssen.
Dies geschieht üblicherweise
dadurch, dass Fördermedium,
das aus dem Speicherbehälter
entnommen und im Kreislauf als Kaltgas zu dem Speicherbehälter zurückgeführt wird,
die LH2-Verdrängungsmaschinen bzw. -Pumpe
durchströmt.
Jedoch wird auch bei dieser Verfahrensweise unerwünschte Wärme in den
Speicherbehälter
eingebracht. Da bei einer Verwendung der LH2-Verdrängungsmaschinen
bzw. -Pumpe als Füllpumpe
in einer Wasserstoff-Tankstelle für Fahrzeuge mehrere längere Stillstandszeiten
pro Tag erwartet werden (müssen),
können
durch die vorbeschriebene Kaltfahrprozedur erhebliche Wärmemengen
in den Speicherbehälter
eingebracht werden.
-
Aufgabe
der vorliegenden Erfindung ist es, eine gattungsgemäße Verdrängungsmaschine,
insbesondere eine Pumpe, anzugeben, die die vorgenannten Nachteile
vermeidet.
-
Zur
Lösung
dieser Aufgabe wird eine Verdrängungsmaschine,
insbesondere eine Pumpe, aufweisend einen innerhalb eines Zylinderraumes
angeordneten Kolben, vorgeschlagen, die dadurch gekennzeichnet ist,
dass Mittel zum Zuführen
eines Kühlmediums
in den Bereich der Wandung des Zylinderraumes vorgesehen sind.
-
Mittels
der erfindungsgemäß vorzusehenden Kühlung der
Wandung des Zylinderraumes und damit des Zylinderraumes selbst,
ist eine Regelung der Temperatur der Zylinderwand sowie des Zylinderraumes
möglich.
-
Unter
dem Begriff "Mittel
zum Zuführen
eines Kühlmediums
in den Bereich der Wandung des Zylinderraumes" seien sowohl Konstruktionen zu verstehen,
die ein direktes Umströmen
der Wandung des Zylinderraumes mit einem Kühlmedium ermöglichen als
auch Konstruktionen, bei denen über
einen entsprechenden Wärmetauscher
bzw. ein Wärmetauschersystem
eine thermische Verbindung zwischen Kühlmedium und Zylinderraumwandung
realisierbar ist. Auch beliebige Kombinationen der beiden vorgenannten
Konstruktionen seien mitumfasst.
-
Weitere
vorteilhafte Ausgestaltungen der erfindungsgemäßen Verdrängungsmaschine, die Gegenstände der
abhängigen
Patentansprüche
sind, sind dadurch gekennzeichnet, dass
- – Mittel
zum Zuführen
eines Kühlmediums
zu wenigstens einem weiteren Bauteil der Verdrängungsmaschine, wie bspw. Kolbenstange,
Kolbenstangenführung,
etc., vorgesehen sind,
- – die
Mittel zum Zuführen
eines Kühlmediums
in den Bereich der Wandung des Zylinderraumes und/oder die Mittel
zum Zuführen
eines Kühlmediums
zu wenigstens einem weiteren Bauteil der Verdrängungsmaschine regelbar ausgebildet sind,
- – das
Kühlmedium
ein kryogenes Kühlmedium, bspw.
Flüssig-Stickstoff
oder Flüssig-Wasserstoff ist
und
- – das
Kühlmedium
das mittels der Verdrängungsmaschine
zu fördernde
Medium ist.
-
Insbesondere
die vorgenannte Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Verdrängungsmaschine, die eine Regelung
der Kühlung
des Zylinderraumes und/oder weiterer Bauteile der Verdrängungsmaschine
ermöglicht,
erlaubt es, eine Kühlung
nur dann zu realisieren, wenn sie gewünscht oder erforderlich ist.
So ist bspw. im Regelfall während
der Flüssigförderung
keine Kühlung
notwendig, so dass das Zuführen
eines Kühlmediums
während
dieses Zeitraumes unterbleiben kann.
-
Grundsätzlich ist
eine Kühlung
all derjenigen Bauteile wünschenswert,
die eine (unerwünschte) Wärmelast
in das zu fördernde
Medium einbringen. Dazu zählen
bspw. die Kolbenstange sowie die Kolbenstangenführung. Insbesondere vor einem
Warmstart der Verdrängungsmaschine
bzw. der Pumpe macht neben einer Vorkühlung des Kolbenraumes über die
Zylinderwand eine Kühlung
der vorgenannten Bauteile Sinn.
-
Als
Kühlmedium
eignen sich grundsätzlich alle
ein- oder mehrkomponentigen Medien, die eine Realisierung der gewünschten
Kühlung
ermöglichen. Insbesondere
kryogene Kühlmedium,
bspw. Flüssig-Stickstoff
oder Flüssig-Wasserstoff
können
hierbei zur Anwendung kommen. Von besonderem Vorteil ist es, wenn
als Kühlmedium
das mittels der Verdrängungsmaschine
bzw. der Pumpe zu fördernde Medium
selbst ist, da sich bei dieser Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Verdrängungsmaschine
das Bereitstellen eines separaten Kühlmediums erübrigt. Bei
dieser Ausgestaltung bedarf es, zusätzlich zu den konstruktiven
Maßnahmen
an der Verdrängungsmaschine
bzw. Pumpe selbst, lediglich einer Zu- und Abführleitung, die die Verdrängungsmaschine
bzw. Pumpe mit dem Speicherbehälter,
aus dem sowohl das zu fördernde
Medium als auch das Kühlmedium entnommen
werden, verbindet.
-
Die
erfindungsgemäße Verdrängungsmaschine
bzw. Pumpe schafft mit einem überschaubaren
konstruktiven und finanziellen Aufwand die Möglichkeit, gattungsgemäße Verdrängungsmaschine bzw.
Pumpe für
unterschiedlichste Anwendungsfälle zu
nutzen und die mit der Kompression bestimmter Medien verbundenen
Nachteile weitestgehend zu vermeiden. Die Erfindung erlaubt darüber hinaus eine
schnellere Kaltfahrprozedur, so dass die Wiederinbetriebnahme einer
Pumpe nach einer (längeren)
Stillstandszeit innerhalb eines kürzeren Zeitraumes erfolgen
kann.