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Die
vorliegende Erfindung betrifft eine elektromechanisch betätigbare
Feststellbremse für
Kraftfahrzeuge mit mindestens einem elektromechanischen Aktuator,
dessen Rotationsbewegung von einer Betätigungseinheit in eine Translationsbewegung umgesetzt
wird und wenigstens ein Bremsglied derart verschiebt, dass mindestens
ein mit dem Bremsglied verbundener Bremsbelag mit einer Feststellkraft
gegen einen mit einem Kraftfahrzeugrad fest verbundenen Rotor gepresst
wird, wobei beim Zuspannen und/oder Lösen der Feststellbremse, die Stromaufnahme
des elektromechanischen Aktuators ermittelbar ist. Außerdem betrifft
die Erfindung ein Verfahren zum Betrieb der elektromechanisch betätigbaren
Feststellbremse.
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Eine
allgemeine Aufgabe vorbekannter Verfahren einer elektromechanisch
betätigbaren
Feststellbremse ist es, eine ausreichende Feststellkraft möglichst
genau einzustellen. Für
eine ausreichende Feststellkraft ist in der Regel mindestens ein
Kraftniveau erforderlich, welches ausreicht, das Kraftfahrzeug mit
zulässigem
Gesamtgewicht an einem Hang mit 30% Steigung sicher und dauerhaft
zu halten. Hierzu steht die Messgröße „Strom", mit dem der elektromechanische Aktuator
betrieben wird als Strom/Zeit-Verlauf zur Verfügung. Stehen weitere Messgrößen wie
zum Beispiel ein Drehgeberwert vom elektromechanischen Aktuator
oder der zurückgelegte
Stellweg zur Verfügung,
so können
diese Informationen zur Erhöhung
der Stellgenauigkeit genutzt werden. Diese Zusatzinformationen stehen
jedoch häufig
nicht zur Verfügung,
da diese Zusatzinformationen aufgrund der weiteren Sensoren, die
für diese
weiteren Messgrößen notwendig
sind, zusätzliche
Kosten verursachen.
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Aus
der
DE 10 2004
60 454 A1 ist ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Betätigen einer
Feststellbremsanlage für
Fahrzeuge, bekannt. Die Feststellbremsanlage weist eine elektromotorisch
betätigbare
Stelleinheit zum Feststellen oder Lösen der Feststellbremsanlage
auf. Zum Feststellen ist eine definierte Feststellkraft vorgegeben
und nichtflüchtig gespeichert.
Beim Betätigen
der Feststellbremsanlage gibt ein Stromsensor bei Erreichen einer
definierten Stromstärke
ein Signal ab. Dieses Signal dient zum Ansteuern der Feststellbremsanlage,
also beispielsweise zum Abschalten des motorischen Antriebs, wenn
ein vorbestimmter Stromwert erreicht wird, der einem bestimmten
Wert der Feststellkraft entspricht. Problematisch bei einer derartigen
Stromsteuerung ist, dass absolute Stromwerte ermittelt werden. Der
absolute Stromwert, der einem bestimmten Wert der Feststellkraft
entspricht ist jedoch stark von der Umgebungstemperatur abhängig, d.h. ein
Stromwert, der bei einer Umgebungstemperatur von 20°C einer ausreichenden
Feststellkraft entspricht, ent spricht bei -10°C keineswegs einer ausreichenden
Feststellkraft.
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Es
ist daher Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Feststellbremsanlage
der eingangs genannten Gattung und ein Verfahren zu deren Betrieb dahingehend
zu verbessern, dass unabhängig
von der Umgebungstemperatur ein sicherer Betrieb und ein zuverlässiges Einstellen
der Feststellkraft lediglich auf Grundlage der ermittelten Stromaufnahme des
elektromechanischen Aktuators ermöglicht wird.
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Diese
Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch
gelöst,
dass Mittel vorgesehen sind, die die Stromaufnahme des elektromechanischen
Aktuators derart verändern,
dass vorab bestimmte Werte der Feststellkraft ermittelbar sind.
Die Mittel sind dabei derart ausgebildet, dass sie eine signifikante Änderung
der Stromaufnahme des elektromechanischen Aktuators beim Zuspannen
oder beim Lösen
der Feststellbremse bewirken, die auf einen vorab bestimmten Wert
der Feststellkraft schließen
lässt.
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Bei
einer vorteilhaften Weiterbildung sind die Mittel durch mindestens
ein vorgespanntes Federelement gebildet, das die Steifigkeit der
Feststellbremse beeinflusst. Das mindestens eine Federelement ist bei
einer bevorzugten Weiterbildung als vorgespanntes Tellerfederpaket
im Kraftfluss der Feststellbremse oder als vorgespannte Drehfeder
im Drehmomentenfluss der Feststellbremse ausgebildet.
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Alternativ
werden die Mittel durch mindestens eine Rutschkupplung gebildet.
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Die
Aufgabe der vorliegenden Erfindung wird verfahrensgemäß dadurch
gelöst,
dass die Stromaufnahme des elektromechanischen Aktuators beim Zuspannen
und/oder Lösen
der Feststellbremse dahingehend ausgewertet wird, dass vorab bestimmte Werte
der Feststellkraft ermittelt werden.
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Dabei
ist vorgesehen, dass die Ermittlung der vorab bestimmten Werte durch
Ermittlung von Wendepunkten im Signalverlauf der Stromaufnahme des
elektromechanischen Aktuators erfolgt, die auf eine Bestimmung der
eingestellten Feststellkraft und/oder auf eine Positionsbestimmung
des Bremsglieds hin ausgewertet werden.
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Bei
einer bevorzugten Ausführungsform
des erfindungsgemäßen Verfahrens
wird die Steigung des Signalverlaufs der Stromaufnahme des elektromechanischen
Aktuators ermittelt werden und auf eine Bestimmung der eingestellten
Feststellkraft und/oder auf eine Positionsbestimmung des Bremsgliedes
hin ausgewertet werden.
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Bei
einer vorteilhaften Weiterbildung des erfindungsgemäßen Verfahrens
ist vorgesehen, dass der absolute Stromwert der Stromaufnahme des elektromechanischen
Aktuators ermittelt wird und zur Plausibilisierung des ermittelten
Feststellkraftwertes herangezogen wird.
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Eine
besonders vorteilhafte Weiterbildung des erfindungsgemäßen Verfahrens
sieht vor, dass das Zuspannen und/oder Lösen der Feststellbremse in
Phasen unterteilt wird, wobei die Stromaufnahme des elektromechanischen
Aktuators zur Phasenerkennung ausgewertet wird.
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Dabei
wird das Zuspannen der Feststellbremse in eine Anlaufphase, eine
Freilaufphase, eine Anlegephase, eine Zuspannphase und eine Sicherheitsphase
unterteilt, während
das Lösen
der Feststellbremse in eine Anlaufphase, eine Rückstellphase, eine Lüftspielphase,
eine Freilaufphase und eine Anschlagphase unterteilt.
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Die
Phasen werden mit Hilfe eines Modells bestimmt, dem ein Lernverfahren
zugeführt
wird, um Alterungs- und Verschleißprozesse zu berücksichtigen.
In dem eben genannten Modell werden weitere Einflussparameter wie
Umgebungstemperatur und die Temperatur des Rotors berücksichtigt
und deren Einflüsse
minimiert.
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Die
Erfindung wird nachfolgend anhand von zwei Ausführungsbeispielen im Zusammenhang
mit der beiliegenden Zeichnung näher
erläutert.
In der Zeichnung zeigen:
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1 eine
schematische Darstellung einer elektromechanisch betätigbaren
Feststellbremse für Kraftfahrzeuge,
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2 ein
Diagramm, das die Stromaufnahme des elektromechanischen Aktuators,
die Feststellkraft und die Position des Bremsgliedes über der Zeit
beim Zuspannen der Feststellbremse zeigt;
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3a,
b, c Darstellungen der Phaseneinteilung der Stromaufnahme des elektromechanischen Aktuators,
der Feststellkraft und der Drehzahl des elektromechanischen Aktuators
beim Zuspannen der Feststellbremse und
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4a,
b, c eine den 3a bis c entsprechende Darstellung
beim Lösen
der Feststellbremse.
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Die
vorliegende Erfindung umfasst sowohl elektromechanisch betätigbare
Feststellbremsen, die auf eine Scheibenbremse wirken, wie auch Feststellbremsen,
die auf eine Trommelbremse wirken. Entsprechend ist das erfindungsgemäße Verfahren
auf diese unterschiedlichen Feststellbremsen anwendbar.
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Anhand
von 1 wird beispielhaft eine elektromechanisch betätigbare
Feststellbremse beschrieben, die im Wesentlichen aus einer an sich
bekannten Trommelbremse vom Typ „Duo-Servo", sowie einem elektromechanischen Aktuator 15 besteht. Die
Trommelbremse vom Typ „Duo-Servo" weist eine lediglich
teilweise dargestellte Bremstrommel 5, die als Rotor 5 fest
mit einem Kraftfahrzeugrad verbunden ist, ein mit Bremsbelägen 10, 11 versehenes Paar
von Bremsbacken 3, 4, die als Bremsglied wirken,
und eine Betätigungseinheit 2 auf.
Die Betätigungseinheit 2 ist
als Spreizschloss 2 ausgebildet und setzt die Rotationsbewegung
des elektromechanischen Aktuators 15 in eine Translationsbewegung um
und kann die Bremsbeläge 10, 11 der
Bremsbacken 3, 4 mit der Innenseite der Bremstrommel 5 in Eingriff
bringen. Charakteristisch für
die Trommelbremse vom Typ „Duo-Servo" ist eine frei bewegliche bzw.
schwimmend gelagerte Abstützvorrichtung 16, die
dem Spreizschloss 2 gegenüber liegt und zwischen den
Bremsbacken 3, 4 angeordnet ist. Das eben erwähnte Spreizschloss 2 wird
im Wesentlichen durch eine Gewindemutter-Spindel-Anordnung 8 und zwei
Druckstücke 13, 14 gebildet,
wobei das eine Druckstück 13 mit
der Spindel 7 und das andere Druckstück 14 mit der Gewindemutter 6 zusammenwirkt.
Wie in 1 verdeut licht ist, wird die Gewindemutter-Spindel-Anordnung 8 von
einem Schraubrad 1 betätigt,
das vom elektromechanischen Aktuator 15 unter Zwischenschaltung
eines lediglich schematisch dargestellten Untersetzungsgetriebes 12 angetrieben
wird. Zu diesem Zweck weist die Gewindemutter 6 auf der äußeren Oberfläche eine
Verzahnung auf, die parallel zur Achse der Gewindemutter 6 verläuft. Mit
dieser Geradverzahnung der Gewindemutter 6 bildet das eben
erwähnte
Schraubrad 1 ein Schraubradgetriebe. Bei einer Betätigung des
Schraubrads 1 durch den elektromechanischen Aktuator 15 wird
die Gewindemutter 6 in eine Rotationsbewegung versetzt.
Aufgrund dieser Rotationsbewegung der Gewindemutter 6 vollzieht
die Spindel 7 der Gewindemutter-Spindel-Anordnung 8 eine
Translationsbewegung und bringt die beiden Bremsbacken 3, 4 mit
der gewünschten
Feststellkraft mit der Bremstrommel 5 in Eingriff.
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Um
einen Feststellbremsvorgang durchführen zu können, ist entweder das Untersetzungsgetriebe 12 oder
die Gewindemutter-Spindel-Anordnung 8 selbsthemmend ausgebildet.
Durch diese Maßnahme
verbleiben die Bremsbacken 3, 4 im stromlosen
Zustand des elektromechanischen Aktuators 15 mit der Bremstrommel 5 in
Eingriff.
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Sofern
das Kraftfahrzeug an einem Hang abgestellt wird, erfolgt nach der
Einstellung der gewünschten
Zuspannkraft, eine geringfügige
Bewegung des Kraftfahrzeugs in Richtung der Hangabtriebskraft. Dabei
dreht sich auch die Bremstrommel 5 um einen bestimmten
Winkelbetrag, bis der für
eine Trommelbremse vom Typ „Duo-Servo" charakteristische
Selbstverstärkungseffekt
einsetzt. Als Folge wird jedoch die gewünschte Zuspannkraft reduziert. Aus
diesem Grund ist vorgesehen, dass im Kraftfluss zwischen der Gewindemutter- Spindel-Anordnung 8 und
dem mit der Gewindemutter 6 zusammenwirkenden Druckstück 14 ein
Federelement 9 angeordnet ist, das die eben beschriebene
Reduzierung der gewünschten
Zuspannkraft kompensiert. Außerdem
ist es möglich,
dass ein Lösevorgang
der Feststellbremse nicht durchgeführt werden kann, wenn eine
Abkühlung
der zuvor erhitzten Bremstrommel 5 eintritt. Bei dieser
Abkühlung
vollzieht die Bremstrommel 5 einen geringen Schrumpfvorgang,
wonach sich die Zuspannkraft aufgrund der großen Steifigkeit der sich im
Kraftfluss befindlichen Bauteile erhöht. In diesem Fall ist es möglich, dass
der elektromechanische Aktuator 15 einen Lösevorgang
der Feststellbremse nicht durchführen
kann, da die Zuspannkraft zu groß ist und sich die sich im
Kraftfluss befindlichen Bauteile verklemmt haben. Durch die eben
erwähnte,
in 1 dargestellte, Anordnung wird auch dieser Effekt
verhindert. Gleichzeitig dient das Federelement dazu, die Stromaufnahme
des elektromechanischen Aktuators derart zu verändern, dass vorab bestimmte Werte
der Feststellkraft ermittelbar sind, wie nachfolgend anhand von 2 noch
näher erläutert wird.
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Wie
eingangs bereits erwähnt,
beziehen sich die Erfindung und das erfindungsgemäße Verfahren auch
auf eine elektromechanisch betätigbare
Feststellbremse, die auf eine Scheibenbremse wirkt. Dabei wird das
Bremsglied durch einen Bremskolben gebildet, der von einer als Gewindemutter-Spindel-Einheit ausgebildete
Betätigungseinheit
verschoben wird, wodurch ein mit dem Bremskolben verbundener Bremsbelag
gegen die als Rotor wirkende Bremsscheibe gepresst wird.
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In 2 ist
ein charakteristischer Verlauf der Feststellkraft F, der Position
S des Bremsgliedes bzw. der Bremsba cken 3, 4,
der Stromaufnahme I und der Spannung U beim Zuspannen der Feststellbremse. Von
diesen Messgrößen steht
beim vorliegenden Verfahren lediglich die Stromaufnahme I zur Verfügung. Man
muss nicht unbedingte Werte der Stromaufnahme I kennen – ein ungefährer Verlauf
reicht für das
vorliegende Verfahren aus. Um das vorliegende Verfahren besser zu
erklären
sind auch die anderen genannten Messgrößen, die beim Betrieb der elektromechanisch
betätigbaren
Feststellbremse nicht zur Verfügung
stehen, auf der Ordinate aufgetragen, während auf der Abszisse die
Zeit t dargestellt ist. Die Feststellkraft F ist gestrichelt dargestellt,
die Position S der Bremsbacken 3, 4 ist strickpunktiert
und die Stromaufnahme I des elektromechanischen Aktuators 15 ist
durch eine Aneinanderreihung von „+"-Symbolen dargestellt. Die Spannungsversorgung U
ist als durchgezogene Linie dargestellt.
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Zu
Beginn des in 2 dargestellten Zeitverlaufs
befindet sich die Feststellbremse im gelösten Zustand, d.h. die Position
der Bremsbacken 3, 4 beträgt „null" und die Feststellkraft beträgt ebenfalls „null", wie es bei Position 20 zum
Zeitpunkt t0 dargestellt ist. Position 21 zeigt,
dass zu Beginn eines Zuspannvorgangs ein vergleichsweise hoher Anlaufstrom
notwendig ist. Zum Zeitpunkt t1 endet diese
Anlaufphase und es schließt
sich bis zum Zeitpunkt t2 die so genannte
Anlegephase an. Zum Zeitpunkt t2 sind die
Bremsbeläge 10, 11 zur
Anlage an die Bremstrommel 5 gekommen und dementsprechend
steigt beim weiteren verschieben bzw. spreizen der Bremsbacken 3, 4 die
Feststellkraft F, wie es bei Position 23 dargestellt ist.
Die Feststellkraft F steigt während
der Zuspannphase bis zum Zeitpunkt t3 mit
einer ersten Steigung an. Nahezu parallel verläuft die Stromaufnahme I. Dann
zum Zeitpunkt t3 knickt die Steigung der
Feststellkraft F ab und der Verlauf der Stromaufnahme I beschreibt
bei der Position 23 einen Wendepunkt. Zu diesem Zeitpunkt
t3 ist die Feststellkraft so groß, dass
das Federpaket 9 komprimiert wird. Da das Federpaket 9 vorgespannt
ist, weiß man,
wie groß die
Feststellkraft F zum Zeitpunkt t3 ist. Ist
das Federpaket beispielsweise auf 2000 N vorgespannt, so beträgt die Feststellkraft
F zum Zeitpunkt t3 ebenfalls 2000 N. Die
weitere Spreizung der Bremsbacken 3, 4 führt zu einer
weiteren Kompression des Federpaketes 9. Die Feststellkraft
F steigt zwischen den Zeitpunkten t3 und
t4 nicht mehr so stark an, wie zwischen
den Zeitpunkten t2 und t3,
da die Feststellkraft vom Federpaket 9 absorbiert wird.
Zum Zeitpunkt t4 ist das Federpaket 9 vollständig komprimiert
und auf Block gepresst. Die Stromaufnahme beschreibt zum Zeitpunkt
t4 einen Wendepunkt und folgt wiederum nahezu
parallel der wiederum stark steigenden Feststellkraft F.
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Zum
Zeitpunkt t5 hin erreicht die Stromaufnahme
I den maximal zur Verfügung
stehenden Stromwert Imax. Gleichzeit findet
keine weitere Verschiebung bzw. Spreizung der Bremsbacken 3, 4 statt
und die Position S der Bremsbacken 3, 4 verändert sich
nach dem Zeitpunkt t5 nicht mehr. Da die Bremsbacken 3, 4 nicht
mehr weiter auseinander gespreizt werden, steigt die Feststellkraft
F nach dem Zeitpunkt t5 auch nicht mehr
weiter an.
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Entscheidend
ist, dass durch das Federpaket 9 die Stromaufnahme I des
elektromechanischen Aktuators 15 so verändert wird, dass vorab bestimmte
Werte der Feststellkraft, nämlich
der Kraftwert auf den das Federpaket 9 vorgespannt ist
sowie der Kraftwert, der notwendig ist, um das Federpaket 9 auf Block
zu pressen, ermittelbar sind. Diese signifikanten Änderungen
an den Positionen 23 und 24 sind in der Stromaufnahme
des elektromechanischen Aktuators ermittelbar.
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Die
eben beschriebene signifikante Änderung
der Stromaufnahme des elektromechanischen Aktuators 15 wird
im beschriebenen Ausführungsbeispiel
durch das vorgespannte Tellerfederpaket 9 bewirkt. Dieses
Tellerfederpaket 9 befindet sich im Kraftfluss der Feststellbremse
und beeinflusst die Steifigkeit der gesamten Feststellbremse. Eine
vorgespannte Drehfeder, die im Drehmomentenfluss der Feststellbremse
angeordnet ist, ist ebenfalls dazu geeignet die beschriebene Veränderung
der Stromaufnahme des elektromechanischen Aktuators 15 zu bewirken.
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Eine
weitere Möglichkeit,
eine signifikante Änderung
der Stromaufnahme des elektromechanischen Aktuators
15 zu
erreichen, ist die gezielte Beeinflussung des Bauteilsteifigkeitsverlaufes
z.B. durch Schwächung
von Querschnitten derart, dass bei definierter Lasthöhe ein vergrößerter Querschnitt in
den Kraftfluss gelangt und damit die Steifigkeit schlagartig ansteigt.
Alternativ oder zusätzlich
ist die Verwendung einer Rutschkupplung denkbar, die eine maximal
Feststellkraft vorgibt, bevor die Rutschkupplung rutscht. Ein Verfahren
zur Erkennung des Betriebs einer Rutschkupplung ist aus der
WO2006/024635 bekannt.
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Die
Ermittlung der Positionen 23 und 24 in der Stromaufnahme,
die vorab ermittelten Werten der Feststellkraft bzw. einer bestimmten
Position der Bremsbacken 3, 4 entspricht, erfolgt
durch die Ermittlung dieser Wendepunkte 23, 24 im
Signalverlauf. Die unterschiedliche Steigung des Signalver laufs zwischen
den Zeitpunkten t2 und t3,
zwischen t3 und t4 und
t4 und t5 wird ebenfalls
ermittelt und zur Bestimmung der eingestellten Feststellkraft F
herangezogen. Zur Plausibilisierung wird der absolute Stromwert
gemessen und mit vorab ermittelten Werten verglichen. In diesem
Zusammenhang ist eine Unterteilung der Stromaufnahme in Phasen sinnvoll,
wobei anschließend
eine Phasenerkennung durchgeführt wird,
wie anhand der 3a bis 3c näher erläutert wird.
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3a stellt
die anhand von 2 beschriebenen Stromaufnahme
des elektromechanischen Aktuators 15 dar, während 3b die
eingestellte Feststellkraft darstellt. 3c stellt
die Anzahl der Umdrehungen des elektromechanischen Aktuators dar.
Das Zuspannen der Feststellbremse wird in eine Anlaufphase (Phase
1), eine Freilaufphase (Phase 2), eine Anlegephase (Phase 3), eine
Zuspannphase (Phase 4) und eine Sicherheitsphase (Phase 5) unterteilt.
Bei der Anlaufphase/Phase 1 läuft
der elektromechanische Aktuator 15 an. Wird in dieser Phase immer
weniger Strom aufgenommen, d.h. existiert eine negative Steigung,
aber keine konstante Stromaufnahme, dann liegt noch keine Feststellkraft
an. Die Feststellkraft ist an den Druckstücken 13, 14 gleich
Null. Wird die Anlaufphase/Phase 1 erkannt und bleibt eine vergleichsweise
geringe Stromaufnahme für
gewisse Zeit konstant, dann wird die als Phase 2 bezeichnete Freilaufphase
erkannt. Es liegt immer noch keine oder nur eine geringe Feststellkraft an.
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Übersteigt
die Stromaufnahme des elektromechanischen Aktuators 15 in
der Freilaufphase/Phase 2 eine gewisse Schwelle und steigt leicht an,
zum Beispiel stetig mit relativ niedrige Steigung, dann wird die
Anlegephase erkannt, die als Phase 3 gekennzeichnet ist. Die Zuspannphase
ist mit Phase 4 bezeichnet und wird erkannt, wenn die Stromaufnahme
in der Anlegephase/Phase 3 linear noch stärker ansteigt. Das Federelement
sorgt in der Zuspannphase/Phase 4 für unterschiedlich stärkere Steigungen
mit Berücksichtigung
der Knickpunkte. Der Strom- und Kraftverlauf in der Zuspannphase/Phase 4
sind von der Auslegung des eingesetzten Federelementes abhängig und
können
eine abweichende Gestalt annehmen. Anschließend wird die als Phase 5 bezeichnete
Sicherheitsphase und die maximal eingestellte Stromaufnahme erreicht,
die zur Sicherung der in der Zuspannphase/Phase 4 erreichten Spannkraft
dient. Der konstante Stromverlauf in der Sicherheitsphase 5 ist
durch eine Strombegrenzung bedingt.
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4a bis
c zeigen entsprechend einen Lösevorgang
der elektromechanisch betätigbaren
Feststellbremse. Das Lösen
der Feststellbremse wird in eine Anlaufphase (Phase 1), eine Rückstellphase (Phase
2), eine Lüftspielphase
(Phase 3), eine Freilaufphase (Phase 4) und eine Anschlagphase (Phase 5)
unterteilt.
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Es
sind während
eines Zuspann- und Lösevorganges
jeweils 5 Phasen zu durchfahren. Die Phase 5, die Anschlagphase,
während
eines Lösevorganges
ist sehr wichtig, um eindeutig zu erkennen, dass die Feststellbremse
vollständig
gelöst
hat. Der Nachteil dabei ist, dass die zum Zuspannen benötigte Zeit
dadurch länger
wird und auch die Haltbarkeit des elektromechanischen Aktuators 15 sowie anderer
Teile größer sein
muss. Daher ist vorgesehen, dass der elektromechanische Aktuator 15 nach gewisser
Zeit während
der Phase 4, der Freilaufphase, abgeschaltet wird. Die Abschaltzeit
ist von vielen Parametern abhängig,
unter Berücksichtigung
der Zeitin tervalle der Phasen des letzten Zuspannvorgangs wie z.B.
die Überwindungszeit
des Luftspiels bei dem letzten Zuspannvorgang.
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Die
Phase 5 in einem Lösevorgang
soll gesetzt werden, wenn ein vollständiges Lösen der Bremse nicht eindeutig
ist, oder zum Lernen der Luftspielzeit z.B. nach bestimmter Betätigungsanzahl. Um
die Zuspannzeit trotz Phase 5 während
eines Lösevorgangs
zu verkürzen,
wird der elektromechanische Aktuator 15 nach Ende der Phase
5 kurz vorgefahren, d.h. kurz in der Gegenrichtung angesteuert.
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Der
elektromechanische Aktuator 15 wird bei einem Lösevorgang
ohne Phase 5 nicht bis zum Anschlag gefahren und daher ist die Kraft
des elektromechanischen Aktuators kurz vor Ende der Phase 4 null.
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Während einer
Systementwicklung werden neben der Messung der Stromaufnahme des
elektromechanischen Aktuators 15 auch die Feststellkraft gemäß den 3b und 4b sowie
die Drehzahl des elektromechanischen Aktuators 15 gemäß den 3c und 4c gemessen.
Dadurch werden Kennlinien der Stromaufnahme, der Feststellkraft und
der Drehzahl gespeichert, die zur Bestimmung der eingestellten Feststellkraft
und zur Positionsbestimmung der Bremsbacken 3, 4 dienen.
Aus den Kennlinien der Stromaufnahme, der Feststellkraft und der
Drehzahl wird ein Gesamtmodell erstellt, das die momentane angelegte
Feststellkraft bzw. die Position des Bremsglieds während einem
Zuspann- bzw. Lösevorgang
abschätzt
und das Ende eines Vorganges, das heißt ob die Feststellbremse zugespannt
oder gelöst
ist, eindeutig erkennt.
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Dieses
Gesamtmodell berücksichtigt
die Einflussparameter wie Rotortemperatur, Außentemperatur, Lastkollektiv,
Spannungsversorgung, in dem beispielsweise Strom-Feststellkraft-Drehzahl-Kennlinien
unter verschiedenen, äußeren Bedingungen
aufgezeichnet werden.
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- 1
- Schraubrad
- 2
- Betätigungseinheit/Spreizschloss
- 3
- Bremsbacke/Bremsglied
- 4
- Bremsbacke/Bremsglied
- 5
- Bremstrommel/Rotor
- 6
- Gewindemutter
- 7
- Spindel
- 8
- Gewindemutter-Spindeleinheit
- 9
- Federelement
- 10
- Bremsbelag
- 11
- Bremsbelag
- 12
- Untersetzungsgetriebe
- 13
- Druckstück
- 14
- Druckstück
- 15
- Elektromechanischer
Aktuator
- 16
- Abstützvorrichtung