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Die
vorliegende Erfindung betrifft ein Kraftfahrzeug, eine Anzeigeeinrichtung
sowie ein Betriebsverfahren.
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Dabei
umfasst das Kraftfahrzeug wenigstens eine Antriebseinheit, die,
z. B. mittels einer geeigneten Kupplung, vom restlichen Antriebsstrang
getrennt werden kann. Ziel der Erfindung ist es, dem Fahrer anzuzeigen,
wann er sich in einem Fahrzustand befindet, bei dem das Fahrzeug
mit gleicher Längsbeschleunigung
weiter fahren würde,
auch wenn die Kupplung zwischen Antriebseinheit und übrigem Antriebsstrang
getrennt wäre.
Dieser Fahrzustand wird „Segeln" genannt und ermöglicht eine
kraftstoffsparende Betriebsweise, indem bei getrennter Kupplung die
Antriebseinheit abgeschaltet oder zumindest bei abgesenkter Drehzahl – normalerweise
Leerlaufdrehzahl – betrieben
wird.
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Bei
einem Kraftfahrzeug können
grundsätzlich
drei verschiedene Antriebszustände
unterschieden werden, nämlich
Antreiben, antriebsloses Fahren („Segeln") und Verzögern. Es ist bekannt, dass Segeln
die energieeffizienteste Betriebsart ist, wenn dabei der Antriebsmotor
vom Antriebsstrang getrennt und abgeschaltet oder zumindest bei
möglichst
niedriger Drehzahl betrieben wird. Prinzipiell kann diese Betriebsart
bei jedem herkömmlichen
Fahrzeug genutzt werden, bei Fahrzeugen mit Handschaltgetriebe durch
Treten des Kupplungspedals und Zurücknahme des Fahrpedals. Bei
Fahrzeugen mit Automatikgetriebe kann statt der Betätigung des
Kupplungspedals in die Fahrstufe N geschaltet werden. Fahrzeuge
mit Hybridantrieb werden diese Betriebsart automatisch nutzen, so
oft dies möglich
ist. Dabei ergeben sich in diesem Zusammenhang zwei Probleme: Der
antriebslose Zustand ist bei jeder Fahrgeschwindigkeit ein schmaler
Bereich der Fahrzeuglängsbeschleunigung – genau
genommen nur ein einziger Betriebspunkt, gekennzeichnet durch eine
Stellung des Fahrpedals für
jede Motordrehzahl. Aus diesem Grund wird der energiesparende Segelbetrieb
bei automatischer Aktivierung nur sehr selten aktiviert werden können, wenn
nicht Einfluss auf die vom Fahrer gewünschte Längsbeschleunigung genommen
werden soll.
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Hybridfahrzeuge
haben zwar die Möglichkeit,
durch die zusätzliche
Elektromaschine bei abgeschaltetem Verbrennungsmotor einen gewissen
Bereich der Längsverzögerung abzudecken,
jedoch ist selbst Rekuperation und anschließende Nutzung der rekuperierten
Energie wesentlich ineffizienter als Segeln, da beim Segeln die
kinetischen Energie erhalten bleibt und nur durch die unvermeidlichen
Fahrwiderstände
abgebaut wird, bei Rekuperation aber nur ca. 50% der rekuperierten
Energie oder weniger später
wieder zum Antreiben genutzt werden können. Daher ist es selbst bei
Hybridfahrzeugen sinnvoll, möglichst
häufig
den energieeffizienten Segelbetrieb zu nutzen. Bei Aktivierung durch
den Fahrer ergibt sich das Problem, dass es für ihn schwierig ist, diesen
Zustand zu erkennen, so dass er einerseits die energiesparende Betriebsart
häufig
nicht nutzen wird, andererseits gelegentlich auch energiesparendes
Segeln aktivieren wird, um dann festzustellen, dass das Fahrzeug
anschließend
ungewollt stärker oder
schwächer
als beabsichtigt beschleunigt.
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Kann
dem Fahrer der Segelzustand angezeigt werden, dann ist er in der
Lage, je nach Fahrsituation diesen Zustand durch entsprechende Fahrweise
herbeizuführen
oder beizubehalten, d. h., er kann darauf verzichten, geringfügig mehr
oder weniger zu beschleunigen, als er das ohne Kenntnis der Zusammenhänge tun
würde.
Bei automatischer Aktivierung des energieeffizienten Segelbetriebs
wird daher dann diese Betriebsart wesentlich häufiger aktiv sein können, ebenso
bei Aktivierung durch den Fahrer, da er ansonsten die Möglichkeit
zur Aktivierung ohne Beeinflussung der Längsdynamik häufig gar nicht
wahrnehmen würde.
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Beschreibung der Anzeigeeinrichtung
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Erfindungsgemäß ist eine
eigene Anzeigeeinrichtung vorgesehen zur Anzeige des momentanen
Antriebszustands, um den Fahrer dabei zu unterstützen, den energieeffizienten
Segelbetrieb möglichst
oft zu nutzen. Mit anderen Worten wird dem Fahrer die Möglichkeit
geboten, jederzeit selbst zu entscheiden, wie weit er seine Fahrweise
anpassen will, um Segelbetrieb zu nutzen. Bei einem Hybridfahrzeug
ist damit indirekt auch der Grad des Abbremsens und des Ladens des
elektrischen Energiespeichers durch den Fahrer vorgebbar. Die Erfindung beruht
dabei auf der Erkenntnis, dass ein Fahrzeugsystem häufig nicht
in der Lage ist, den energieeffizienten Segelbetrieb zu nutzen,
wenn es die Fahrervorgaben bezüglich
Fahrzeuglängsdynamik
korrekt berücksichtigt.
Der Fahrer dagegen hat stets den ganzheitlichen Überblick über die aktuelle Fahrsituation
und kann somit vorausschauend entscheiden und seine Fahrweise entsprechend
der Fahrsituation und seinen Wünschen
anpassen, d. h. bei Kenntnis des aktuellen Antriebszustands – Antreiben,
Segeln oder Verzögern – kann er
sich je nach Fahrsituation dazu entscheiden, auf geringfügiges Antreiben
oder Verzögern
zu verzichten, um so den energieeffizienten Segelbetrieb zu nutzen.
Dazu ist die eigene Anzeigeeinrichtung erfindungsgemäß ausgebildet
dem Fahrer unmittelbar anzuzeigen, wenn kein antreibendes bzw. verzögerndes
Moment von einer Antriebseinheit in den Antriebsstrang eingeleitet
wird. Durch diese separate Anzeige des Segelns, mittels einer eigenen
und ausschließlich
für diese
Funktion vorgesehenen Anzeigeeinrichtung, wird dem Fahrer eine optimale
Unterstützung
geboten.
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In
vorteilhafter Weise ist die Anzeigeeinrichtung derart ausgebildet,
dass sie dem Fahrer die Betriebsbereiche Antreiben, freies Rollen
(Segeln) und Verzögern
mit Motormoment (des Verbrennungs- und/oder ggf. des Elektromotors)
anzeigt. Damit ist ein möglichst
langes freies Rollen zur Realisierung eines Optimums an Energieeffizienz
möglich.
Durch diese Information kann der Fahrer also, mit seinem ganzheitlichen Überblick über die
aktuelle Fahrsituation, fundiert entscheiden, ob er den Segelbetrieb nutzen
will.
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In
einer vorteilhaften, sehr einfachen Ausführungsform der Erfindung ist
vorgesehen, dass die Anzeigeeinrichtung die drei grundsätzlichen
Betriebszustände
Antreiben, Segeln und Verzögern
mittels optischer Anzeigen darstellt. Im einfachsten Fall handelt es
sich dabei um eine Leuchtdiode, die den Zustand des antriebsfreien
Fahrens signalisiert. In diesem Fall sollte sich der Fahrer zur
optimalen Nutzung des Segelbetriebs bewusst sein, wann das Fahrzeug
sich im antreibenden oder verzögernden
Zustand befindet, d. h., ob er sich bei der Signalisierung des Segelbetriebs
vom antreibenden oder bremsenden Bereich dem Segelzustand genähert hat.
Dies erfordert eine gewisse Aufmerksamkeit auf das optische Signal.
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Eine
Erweiterung stellt eine Anzeige dar, die mindestens drei Zustände unterscheidbar
anzeigen kann, z. B. eine zweifarbige Leuchtdiode, die Antreiben
mit einer anderen Farbe darstellt, als Verzögern und im Segelzustand erlischt.
Selbstverständlich können auch
andere optische Anzeigemittel verwendet werden, mit denen die verschiedenen
Antriebszustände
unterscheidbar angezeigt werden können oder aber wenigstens der
Segelzustand signalisiert werden kann. Der wesentliche Vorteil dieser
Erweiterung liegt darin, dass der Fahrer beim Blick auf die Anzeigeeinrichtung
direkt erkennen kann, in welchem Antriebsbereich er sich befindet
und so direkt weiß,
ob er den Segelzustand durch Drücken
oder Zurücknehmen
des Fahrpedals erreichen kann.
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Zur
genaueren Darstellung des aktuellen Antriebszustands kann die Anzeige
auch mehrstufig, z. B. mittels mehrerer Leuchtdioden, oder kontinuierlich,
z. B. durch ein Zeigerinstrument, ausgeführt sein. Dadurch kann der
Fahrer zusätzlich
darüber
informiert werden, dass er sich in der Nähe des Segelzustands befindet,
so dass er sich ggf. noch besser auf eine energiesparende Fahrweise
einstellen kann.
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Die
optische Anzeige des aktuellen Antriebszustands kann auch über vorhandene
konfigurierbare Anzeigeelemente, wie z. B. Matrixdisplays erfolgen.
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Eine
weitere einfache Anzeigeeinrichtung stellt eine akustische Anzeige
dar. Dies kann ein einfacher Signalton sein, der das Erreichen des
Segelzustands anzeigt. In diesem Fall sollte sich der Fahrer zur
optimalen Nutzung des Segelbetriebs bewusst sein, wann das Fahrzeug
sich im antreibenden oder verzögernden
Zustand befindet, d. h., ob er sich bei Ertönen des Signaltons vom antreibenden
oder bremsenden Bereich dem Segelzustand genähert hat. Dies ist in den meisten
Fahrsituationen problemlos möglich.
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Eine
Erweiterung der akustischen Anzeige besteht darin, diese mehrstufig
oder kontinuierlich auszuführen,
um – wie
bei der optischen Anzeige bereits beschrieben – dem Fahrer genauere Hinweise zum
aktuellen Fahrzustand zu geben. Dies kann z. B. durch Variation
der Tonhöhe
oder des Klanges erfolgen.
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Eine
weitere bevorzugte, sehr benutzerfreundliche Ausführungsform
der Erfindung besteht darin, die Bedienschnittstelle zur Vorgabe
der Fahrzeuglängsbeschleunigung – üblicherweise
das Fahrpedal – zusätzlich zum
herkömmlichen
Zweck auch zur Anzeige des aktuellen Fahrzustands zu nutzen. Hierzu
wird im Sinne der Erfindung die Kraft-Weg-Kennlinie des Fahrpedals so modifiziert, dass
der Fahrer das Erreichen des Segelbetriebs im Fahrpedal erspüren kann.
Dies wird erreicht durch einen Druckpunkt, also eine Erhöhung der
Gegenkraft bei Vorwärtsbewegung
des Fahrpedals, bzw. eine Reduzierung der Gegenkraft bei Rückwärtsbewegung.
Die Position dieses Druckpunkts muss variabel sein, da sie von der
Motordrehzahl abhängig
ist. Bei unterschiedlichen Motordrehzahlen stellt sich also der
antriebsfreie Zustand des Motors bei verschiedenen Stellungen des
Fahrpedals ein. Je nach Fahrgeschwindigkeit und gewählter Getriebeübersetzung ergibt
sich also eine zugehörige
Position im Fahrpedal, bei der der Motor weder antreibt noch bremst.
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Eine
andere Art der Integration in ein Fahrpedal besteht darin, dieses
so auszulegen, dass die Segelposition eine kraftfreie Position ist
und das Fahrpedal von dieser Position aus nach hinten gedrückt werden
kann. Vorteilhaft an dieser Ausführungsform ist
die Möglichkeit
für den
Fahrer, im Segelbetrieb auch bei automatischer Aktivierung des energiesparenden
Segelmodus' den
Fuß vom
Fahrpedal nehmen zu können.
Dies lässt
sich dadurch erreichen, dass der Anlenkpunkt des Fahrpedals nicht
am dessen Ende oder außerhalb
liegt, sondern innerhalb der Pedalfläche, so dass es bei Druck mit
der Fußspitze wie
ein konventionelles Fahrpedal nach vorne gedrückt wird, beim Abheben des
Fußes
die Segelposition einnimmt und von dieser Position durch Druck mit
der Ferse nach hinten gedrückt
werden kann, um ein Bremsmoment zu erzeugen, so wie das bei konventionellen
Fahrzeugen beim Loslassen das Fahrpedals der Fall ist. Der Bereich zwischen
Segel- und hinterster Position kann entweder rückstellkraftfrei ausgelegt
sein oder mit einer Rückstellwirkung
in Richtung Segelposition. Im zweiten Fall sollte eine Einrastvorrichtung
in der hintersten Position vorgesehen werden, damit die Motorbremswirkung
beim Umstieg auf das Bremspedal erhalten bleiben kann.
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In
einer vereinfachten Variante dieser Ausführungsform befindet sich die
Nullmoment-Position immer
an derselben Stelle. Eine erweiterte Form führt die Nullposition entsprechend
der Motordrehzahl mit, so wie es oben für das monodirektionale Fahrpedal beschrieben
wurde.
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Anstelle
eines Fahrpedals ist die Funktion auch mit einem handbetätigbaren
Bedienelement realisierbar, beispielsweise einem Gasdrehgriff bei
einem einspurigen Kraftfahrzeug, einem joystickartigen Hebel oder
einem Hebel vom Typ eines Lenkstockschalters. So kann ein Joystick
zur Fahrzeug-Steuerung derart ausgebildet sein, dass er sowohl die
Beschleunigung als auch die Verzögerung des
Fahrzeugs ermöglicht.
Wird der Joystick in seine Neutralstellung bzw. an einen Druckpunkt
eingestellt, bedeutet dies Segeln. Wird der Joystick über die Neutralstellung
bzw. den Druckpunkt hinaus nach vorne gedrückt, wird das Fahrzeug angetrieben.
Wird der Joystick über
die Neutralstellung bzw. den Druckpunkt hinaus nach hinten gezogen,
wird das Fahrzeug verzögert.
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Bei
einem Fahrzeug ohne Rekuperationsmöglichkeit wird beim Verzögern vorzugsweise
der Motor vom Antriebsstrang getrennt und abgeschaltet und die entsprechende
Verzögerung
mit der Betriebsbremse erzeugt. Ist dies aus technischen Gründen nicht
möglich
(Bremsenbelastung, Motorlauf erforderlich wegen Nebenaggregaten
usw.), muss zwischen der Segelposition des Fahrpedals und völlig gelöster Position
dem Motor noch Kraftstoff zugeführt werden.
Bei einem Hybridfahrzeug wird im Normalfall das verzögernde Drehmoment
mittels Rekuperation durch den Generator erzeugt.
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Beschreibung des Betriebsverfahrens
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Im
Folgenden wird das Betriebsverfahren für konventionelle Fahrzeuge
mit Ottomotor beschrieben, die eine feste Zuordnung zwischen Drosselklappen-
und Fahrpedalstellung besitzen. Bei Fahrzeugen mit Dieselmotor oder
sonstigen abweichenden Antriebsmaschinen gilt an Stelle der Drosselklappe das
entsprechende Stellglied, z. B. das Stellglied der Einspritzanlage.
Wenn keine feste Zuordnung zwischen Fahrpedalstellung und Drosselklappe
bzw. entsprechendem Stellglied besteht, muss die dadurch geänderte Fahrpedalstellung
entsprechend berücksichtigt
werden.
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Die
Erkennung des antriebsfreien Zustands kann auf zwei Arten erfolgen.
So lange der Motor mit dem Antriebsstrang verbunden ist, kann das
abgegebene Motormoment über
fahrzeuginterne Kommunikationsmittel vom Motorsteuergerät abgefragt
werden, sofern eine solche Kommunikation vorhanden ist. Ein kleiner
Bereich positiven und negativen Motormoments wird dann als Nullmoment
zur Signalisierung des Segelzustands definiert.
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Kann
das Nullmoment nicht vom Motorsteuergerät abgefragt werden, wird es
erfindungsgemäß anhand
einer Motorkennlinie ermittelt, die die Beziehung zwischen Fahrpedalstellung
und Motordrehzahl bei frei drehendem Motor darstellt, also die Fahrpedal-Drehzahl-Kennlinie,
die sich bei getrennter Kupplung ergibt.
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Bei
automatisch aktiviertem Segelbetrieb muss diese Methode immer dann
angewandt werden, wenn die Kupplung getrennt ist (2).
In diesem Fall wird die Drehzahl n der motorabgewandten Seite der
Kupplung aus Fahrgeschwindigkeit und aktueller Getriebeübersetzung
ermittelt. Aus dieser Drehzahl n ergibt sich gemäß 2B aus
der Fahrpedal-Drehzahl-Kennlinie eindeutig eine Drosselklappen-
bzw. Fahrpedalstellung ss für Nullmoment. Wird
diese Stellung des Fahrpedals eingenommen, wird dem Fahrer durch
eines der oben beschriebenen Verfahren der Segelmodus angezeigt.
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Bei
Aktivierung des Segelbetriebs durch den Fahrer, z. B. durch Öffnen der
Kupplung und Loslassen des Fahrpedals, wird unabhängig von
sonstigem Fahrzustand und Motordrehzahl immer Segelbetrieb angezeigt,
so lange der Fahrer diesen nicht wieder verlässt, z. B. durch Schließen der
Kupplung.
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Um
bei automatischer Aktivierung des Segelbetriebs zu vermeiden, dass
der Verbrennungsmotor zu häufig
abgeschaltet und dann nach kurzer Zeit wieder gestartet wird, sind
sowohl eine Abschalttotzeit für
die Aktivierung des Segelbetriebs vorgesehen als auch eine Hysterese Δs für die Fahrpedalstellung
(2A). Anders ausgedrückt wird anstelle der Nullmomenten-Position
ein Nullmomenten-Bereich der Fahrpedalstellung vorgesehen, der für einen
gewissen Zeitraum (Abschalttotzeit) vom Fahrer durch Betätigung des
Fahrpedals eingehalten werden muss, damit in den Segelbetrieb gewechselt
wird. Die Grenzen des Nullmomenten-Bereichs können dem Fahrer dabei alternativ
oder zusätzlich
als weitere, ggf. leichter als die Nullmomenten-Position zu überwindende,
Druckpunkte signalisiert werden. Damit ist sichergestellt, dass
nicht zufällige
kleine Veränderungen
der Fahrpedalstellung einen Wiederstart des Motors veranlassen.
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In
vorteilhafter Weise kann ein Abschalttotzeit-Bedienelement vorgesehen
werden, mit dem der Fahrer die von ihm gewünschte Abschalttotzeit einstellen
kann. Vorteilhaft ist ebenfalls, ein zusätzliches Fahrpedalhysterese-Bedienelement
vorzusehen, mit dem der Fahrer die Fahrpedalhysterese einstellen kann.
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Das
Abschalttotzeit-Bedienelement und das Fahrpedalhysterese-Bedienelement
können
auch in vorteilhafter Weise zusammengefasst werden. Es ergibt sich
dann ein Bedienelement für
die Segel-Anzeigeeinrichtung, mit dem der Grad der Nutzung des Segelbetriebs
individuell anpassbar ist. Dabei weist dieses Segel-Bedienelement
zwei Endstellungen auf, wobei in einer Endstellung der Verbrennungsmotor
bereits dann abgeschaltet wird, wenn sich das Fahrpedal nur kurze
Zeit in der Nullmoment-Position bzw. in einem breiten Bereich um
diese Position herum befindet. In der anderen Endstellung ist eine Komplettabschaltung
des Systems vorgesehen, es wird also Segeln weder signalisiert noch
automatisch aktiviert. Bei diesem Bedienelement kann ein deutlicher
Druck-/Rastpunkt vorgesehen sein, um dem Fahrer die bevorstehende
Abschaltung auch haptisch zu signalisieren.
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Natürlich kann
die Anpassung von Abschalttotzeit und Hysterese, aber auch aller
anderer die Bediencharakteristik und das Anzeigekonzept beschreibenden
Kennwerte nicht nur mit Hilfe der Segel-Bedienschnittstelle, sondern
mit jeder geeigneten erfindungsgemäßen Bedienschnittstelle vorgesehen
sein. Kennwerte können
beispielsweise mittels Bordcomputer für den Fahrer dargestellt oder
einstellbar werden.
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Die
Anzeige mittels haptischen Fahrpedals ermöglicht bei einem Hybridfahrzeug
die Erweiterung der Rekuperationsfähigkeit, indem in der hintersten Position
des Fahrpedals eine Fahrzeugverzögerung vorgegeben
wird, die größer ist,
als die dem jeweiligen Schubmoment des Motors entsprechende. Bei bekannten
Bedienkonzepten für
Hybridfahrzeuge wird zur Verbesserung des Antriebswirkungsgrades der
umgekehrte Weg gegangen, d. h. in Normalposition des Wählhebels
der Getriebeautomatik entspricht der hintersten Position das Fahrpedals
eine sehr geringe Verzögerung,
nahe der des Segelbetriebs, um so wenigstens segelnahe Betriebszustände häufig zu
nutzen. Wird Verzögerungswirkung
gewünscht,
kann manuell in einen anderen Modus des Automatikgetriebes gewechselt
werden. Bei der hier beschriebenen Strategie ergibt sich zusätzlich zur
erweiterten Nutzung der Rekuperation auch ein Komfortgewinn, da
der Fahrer seltener vom Fahr- auf das Bremspedal wechseln muss,
um auch etwas höhere Verzögerungen
zu erreichen.
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Die
Erfindung wird nun anhand von Zeichnungen näher erläutert. Dabei zeigen:
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1 schematisch zwei bevorzugte Ausführungsformen
der Erfindung;
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2 schematisch Hysterese und Abschalttotzeit
für die
Aktivierung des Segelbetriebs.
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1 zeigt schematisch die haptische Anzeige
unter Nutzung der Bedienschnittstelle Fahrpedal. Die Darstellungen 1B und 1C zeigen Ausführungsformen
eines haptischen Fahrpedals. Der Drehpunkt des Fahrpedals wird durch
die kleinen Kreise in 1 veranschaulicht.
Bei den Ausführungsformen
des haptischen Fahrpedals wird das herkömmliche Fahrpedal in der Weise
erweitert, dass durch eine entsprechende Ansteuerung, z. B. durch einen
Aktuator, die durch den Algorithmus bestimmten Pedalstellungen in
der Art eines Druckpunktes dem Fahrer signalisiert werden können.
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In 1A wird
ein herkömmliches
Fahrpedals dargestellt. Die nicht betätigte, d. h. pedalkraftfreie
Position entspricht Verzögern
mit der Antriebseinheit.
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1B zeigt
ein Fahrpedal mit Druckpunkt, wobei die so markierte Position dem
Segeln entspricht, nicht betätigte
d. h. pedalkraftfreie Position bedeutet Verzögern entsprechend dem Bremsmoment
der Antriebseinheit.
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1C stellt
ein bidirektionales haptisches Fahrpedal dar. Der Drehpunkt beim
bidirektionalen haptischen Fahrpedal wird, anstatt an einem Ende wie
beim herkömmlichen
Fahrpedal in dessen Mitte verlegt.
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Alle
drei Ausführungsformen
gemäß 1A bis 1C werden
durch den aufgelegten Fuß des Fahrers
mit dem Fußballen
in Pfeilrichtung betätigt. Darüber hinaus
lässt sich
das bidirektionale haptische Fahrpedal durch den aufgelegten Fuß des Fahrers
zusätzlich
mit der Ferse in die entgegen gesetzte Richtung betätigen, siehe
punktierte Linie in 1C. Soll ein bremsendes Moment
(z. B. über
eine Generatornutzung einer Elektromaschine oder über eine Betriebsbremse)
zur Verzögerung
des Fahrzeugs auf den Antriebsstrang ausgeübt werden, wird das bidirektionale
haptische Fahrpedal durch Druck mit der Ferse nach rückwärts gedrückt.
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In
beiden Darstellungen der 1B und 1C gibt
es eine Pedalstellung, mit der das Segeln verbunden ist. Wird diese
Pedalstellung vom Fahrerfuß eingenommen, überträgt der Antriebsstrang
kein Antriebsmoment, genannt die Nullmomenten-Position, dies entspricht
einem Antriebszustand, bei dem der Verbrennungsmotor das Fahrzeug
weder antreibt noch bremst. In diesem Antriebszustand spielt es
keine Rolle, ob die Kupplung geschlossen oder geöffnet ist, die Fahrzeugbeschleunigung
wird dadurch nicht beeinflusst. Aus Gründen der Energieeffizienz wird
bei segelbezogener Funktionen jedoch die Kupplung geöffnet und
der Verbrennungsmotor abgeschaltet, Elektroantriebsmaschinen werden
ebenfalls im energiesparsamsten Zustand betrieben. Diese spezielle,
segelbezogene Funktion wird auch im weiteren betrachtet.
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Vorteilhaft
an der Nutzung dieser Bedienschnittstelle zur Anzeige des Segelzustands
ist, dass das Fahrzeug sich bezüglich
der Fahrervorgaben so verhält,
wie er es von herkömmlichen
Fahrzeugen her gewohnt ist und dass der Fahrer allein über ihm bekannte
Bedienelemente das von ihm jeweils gewünschte Segeln vorgeben kann.
Es wird ihm lediglich über
eine haptische Rückmeldung
diejenige Stellung des Fahrpedals signalisiert, in der segelbezogene
Funktionen aktivierbar sind, indem beispielsweise der Verbrennungsmotor
ohne Einfluss auf die Fahrzeuglängsdynamik
ausgekoppelt und abgeschaltet werden kann. Die automatische Aktivierung
des Segelbetriebs führt
dazu, dass sie immer dann aktiviert wird, wenn sie keinen Einfluss
auf die Fahrzeuglängsdynamik
hat. Die Signalisierung dieses Zustands an den Fahrer ermöglicht es
ihm, seine Fahrweise so anzupassen, dass Segeln auch in solchen Fahrsituationen
genutzt wird, die nur eine geringe Adaption der Fahrweise erfordern.
Auf diese Weise wird eine optimale und möglichst häufige Nutzung des Segelbetriebs
und der segelbezogenen Funktionen erreicht.
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Um
zu vermeiden, dass der Verbrennungsmotor zu häufig abgeschaltet und dann
nach kurzer Zeit wieder gestartet wird, sind sowohl für die Fahrpedalstellung
eine Hysterese vorgesehen als auch eine Abschalttotzeit für die Aktivierung
des Segelbetriebs, wie in 2A dargestellt.
Die beiden Linienzüge
im linken Diagramm symbolisieren dabei die Hinrichtung (Hineindrücken, oberer
Linienzug) als auch die Rückrichtung
(Loslassen, unterer Linienzug) der Fahrpedalbetätigung. Anders ausgedrückt wird
anstelle der Nullmomenten-Position ss(n)
ein Nullmomenten-Bereich der Fahrpedalstellung vorgesehen, der für einen
gewissen Zeitraum vom Fahrer durch Betätigung des Fahrpedals eingehalten
werden muss, damit in den Segelbetrieb gewechselt wird. Dieser Nullmomenten-Bereich
ist in 2A schraffiert eingezeichnet.
Die Grenzen des Nullmomenten-Bereichs können dem Fahrer dabei alternativ
oder zusätzlich
als weitere, ggf. leichter als die Nullmomenten-Position zu überwindende,
Druckpunkte signalisiert werden. Damit ist sichergestellt, dass
nicht zufällige
kleine Veränderungen
der Fahrpedalstellung z. B. einen Wiederstart des Motors veranlassen.
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In 2A sind
außer
den beiden durchgezogenen gestuften Linien noch verschiedene gestrichelte
Linien eingezeichnet, bei denen sich die Kraftstufe ΔF an unterschiedlichen
Fahrpedalpositionen s befindet. Dies symbolisiert die Veränderung
der Position ss je nach Nullmoment-Drehzahl,
wie sie sich aus dem Diagramm gemäß 2B ergibt.
Selbstverständlich
sind auch alle Positionen zwischen den eingezeichneten möglich, d.
h. alle Positionen die sich aus 2B ergeben.
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In 2B sind
neben der durchgezogenen Kennlinie zwei gestrichelte Linien eingezeichnet.
Diese symbolisieren eine Veränderung
der Kennlinie auf Grund von unterschiedlichen Motortemperaturen oder
sonstigen Einflussparametern.
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Dabei
kann auch zusätzlich
ein Abschalttotzeit-Bedienelement und/oder ein Fahrpedalhysterese-Bedienelement
für die
Segel-Anzeigeschnittstelle vorgesehen werden. Es ergibt sich dann
eine Segel-Bedienschnittstelle, mit dem die segelbezogenen Funktionen
und damit die Segelbereitschaft des Fahrers individuell anpassbar
ist. Beispielsweise weist diese Segel-Bedienschnittstelle zwei Endstellungen auf,
wobei in der einen Endstellung der Verbrennungsmotor bereits dann
abgeschaltet wird, wenn sich das Fahrpedal nur kurze Zeit in der
Nullmoment-Position bzw. in einem breiten Bereich um diese Position
herum befindet (Δs
groß und
Abschalttotzeit klein). In der anderen Endstellung ist eine Komplettabschaltung
des Systems vorgesehen, dies bedeutet in 2A beispielsweise ΔF = 0 und Δs = 0 und
sehr lange Abschalttotzeit. Dabei kann in den Bedienelementen für die Abschalttotzeit
und Fahrpedalhysterese ein deutlicher Druck-/Rastpunkt vorgesehen sein um dem Fahrer
die Komplettabschaltung auch haptisch zu signalisieren.