-
Die
vorliegende Erfindung betrifft eine elektrische Schutzeinrichtung,
insbesondere eine Überstromschutzeinrichtung,
wie einen Leistungsschalter oder einen Leitungsschutzschalter.
-
Elektrische
Schutzeinrichtung, insbesondere Überstromschutzeinrichtungen,
wie Leistungsschalter, dienen unter anderem dem sicheren Abschalten bei
einem Kurzschluss und schützen
dadurch Verbraucher und Anlagen. Ferner eignen sich elektrische
oder mechanische Überstromschutzeinrichtungen
für das
betriebsmäßige, manuelle
Schalten von Verbrauchern sowie zur sicheren Trennung einer Anlage
vom Stromnetz bei Wartungsarbeiten oder Änderungen an der Anlage. Elektrische
Schutzeinrichtungen bzw. Überstromschutzeinrichtungen,
insbesondere Leistungsschalter, werden häufig elektromagnetisch betrieben.
-
Derartige
elektrische Schutzeinrichtungen sind technisch hochwertige elektrische
Schaltgeräte mit
integriertem Schutz für
Motoren, Leitungen, Transformatoren und Generatoren. Ihren Einsatz
finden sie in der Regel an Stellen mit geringer Schalthäufigkeit.
Derartige elektrische Schutzeinrichtung bzw. derartige Überstromschutzeinrichtungen,
insbesondere Leistungsschalter oder Leitungsschutzschalter, sind
neben dem Kurzschlussschutz auch für den Überlastschutz geeignet.
-
Im
Fall eines Kurzschlusses schaltet eine elektrische Schutzeinrichtung
bzw. eine Überstromschutzeinrichtung
eine elektrische Anlage sicher ab. Somit bieten diese einen Sicherungsschutz
vor Überlastung.
Jeder Leiter, durch den Strom fließt, erwärmt sich mehr oder weniger
stark. Die Erwärmung
hängt da bei
vom Verhältnis
der Stromstärke
zum Leiterquerschnitt, der so genannten Stromdichte, ab. Die Stromdichte
darf nicht zu groß werden,
da sonst durch zu hohe Erwärmung
die Leiterisolation verschmoren und möglicherweise ein Brand ausgelöst werden
kann. Um elektrische Anlagen gegen diese schädigenden Auswirkungen zu schützen, werden insbesondere
Leistungsschalter oder Leitungsschutzschalter als elektrische Schutzeinrichtung
bzw. als Überstromschutzeinrichtungen
verwendet.
-
Strombegrenzende
Leitungsschutzschalter und Leistungsschalter weisen zwei voneinander
getrennt wirkende Auslösemechanismen
für den Überlast-
und Kurzschlussschutz auf. Beide Auslöser sind in Reihe geschaltet.
Den Schutz beim Kurzschluss übernimmt
ein zeitlich nahezu unverzögert
wirkender elektromagnetischer Auslöser. Bei einem Kurzschluss
entklinkt der elektromagnetische Auslöser ein Schaltschloss des Leistungsschalters
unverzögert.
Ein Schaltanker trennt das Schaltstück, d. h. das bewegliche Kontaktstück, ehe
der Kurzschlussstrom seinen Höchstwert
erreichen kann.
-
Wie
ein Leistungsschalter oder eine Sicherung kann ein Leitungsschutzschalter
den Stromkreis nicht nur bei Überlast,
sondern auch bei einem Kurzschluss selbsttätig abschalten.
-
Bekannte
elektrische Schutzeinrichtungen bzw. Überstromschutzeinrichtungen,
d. h. Leitungsschutzschalter bzw. Leistungsschalter, weisen einen Kontaktschieber
und ein bewegliches Schaltstück,
d. h. ein bewegliches Kontaktstück,
auf. Das bewegliche Kontaktstück
weist wenigstens einen elektrischen Kontakt, d. h. eine Kontaktfläche, auf.
Ferner weisen derartige elektrische Schutzeinrichtungen bzw. Überstromschutzeinrichtungen
wenigstens ein feststehendes Kontaktstück zu einer Stromleitung auf.
In einem eingeschalteten Zustand kontak tiert der wenigstens eine
elektrische Kontakt des beweglichen Kontaktstückes das wenigstens eine feststehende
Kontaktstück
der elektrische Schutzeinrichtungen bzw. der Überstromschutzeinrichtung.
Im Kurzschlussfall wird der wenigstens eine elektrische Kontakt,
d. h. die Kontaktfläche,
des beweglichen Kontaktstückes
von dem wenigstens einem feststehenden Kontaktstück gelöst, so dass der Stromfluss unterbrochen
wird.
-
Die
bekannten elektrischen Schutzeinrichtungen weisen ein erstes bewegliches
Kontaktstück und
ein zweites feststehendes Kontaktstück auf, wobei die Kontaktstücke jeweils
wenigstens eine Kontaktfläche
aufweisen und wobei die Kontaktflächen des ersten Kontaktstückes und
des zweiten Kontaktstückes
zum Durchfluss eines Stromes in Wirkkontakt stehen und zur Abschaltung
des Stromflusses voneinander trennbar sind. Das erste Kontaktstück ist beweglich
in der elektrischen Schutzeinrichtung angeordnet, während das
zweite Kontaktstück
feststeht. D. h., die bekannten Leitungsschutzschalter bzw. Leistungsschalter
weisen üblicherweise
eine oder zwei Kontaktverbindungen auf, bei denen ein bewegliches
Kontaktstück
mit einem feststehenden, unbeweglichen Kontaktstück in Relation zueinander steht.
Bei einer Kurzschlussabschaltung wird das bewegliche Kontaktstück entweder
durch Federkraft oder durch die Bewegung eines Ankers vom feststehenden
Kontaktstück
abgehoben.
-
So
ist aus der Aus der
DE
35 39 976 C2 ein Leistungsschalter bekannt, mit einem ersten
Kontaktstück
und einem zweiten Kontaktstück,
die jeweils wenigstens eine Kontaktfläche aufweisen. Die Kontaktflächen des
ersten Kontaktstückes
und des zweiten Kontaktstückes
stehen zum Durchfluss eines Stromes in Wirkkontakt und sind zur
Abschaltung des Stromflusses voneinander trennbar. Das erste Kontaktstück und das
zweite Kon taktstück
sind beweglich in der elektrischen Schutzeinrichtung angeordnet.
Nachteilig bei diesem Leistungsschalter ist, dass die Drehachsen,
der drehbaren Kontaktstücke
entfernt von den Kontaktstücken
angeordnet sind, wodurch diese nach einer Trennung voneinander relativ lange
Wege zurücklegen
und dadurch die Spannung des entstehenden Lichtbogens relativ langsam
aufgebaut wird.
-
Bei
elektrischen Schutzeinrichtungen, wie strombegrenzenden Leitungsschutzschaltern
oder Leistungsschaltern, entsteht im Falle einer Kurzschlussabschaltung
bei der Kontaktöffnung
zwischen den sich trennenden Kontaktstücken ein Lichtbogen. Dieser
Lichtbogen wandert zuerst von den Kontaktflächen weg und läuft bei
den bekannten elektrischen Schutzeinrichtungen entlang einer Laufschiene
in eine sogenannte Löschkammer
ein. D. h., beim Trennen der Kontaktstelle zwischen den Kontaktstücken entsteht
ein Lichtbogen. Der Stromkreis ist jedoch erst mit Erlöschen des
Lichtbogens getrennt. Um zu verhindern, dass der Lichtbogen aufgrund
seiner hohen Temperatur den Leitungsschutzschalter bzw. den Leistungsschalter
beschädigt
und zu gewährleisten,
dass der Überstrom
unterbrochen wird, muss der Lichtbogen innerhalb kürzester
Zeit erlöschen.
Bekannte elektrische Schutzeinrichtungen, wie Leitungsschutzschalter
oder Leistungsschalter, besitzen zu diesem Zweck eine Löschkammer,
welche aus mehreren Metallblechen besteht. Die Metallbleche sind
meist parallel angeordnet und weisen gleichmäßige Luftspalte auf.
-
Der
vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine elektrische
Schutzeinrichtung, insbesondere eine Überstromschutzeinrichtung,
wie einen Leistungsschalter oder einen Leitungsschutzschalter, zu
schaffen, die ein schnelles Erlöschen
des beim Abschalten entstehenden Lichtbogens gewähr leistet und die gleichzeitig
sehr platzsparend ausgebildet ist.
-
Diese
Aufgabe wird erfindungsgemäß durch eine
elektrische Schutzeinrichtung mit den Merkmalen gemäß dem unabhängigen Patentanspruch
1 gelöst.
Weitere Merkmale und Details der Erfindung ergeben sich aus den
Unteransprüchen,
der Beschreibung sowie den Zeichnungen.
-
Die
Aufgabe der Erfindung wird durch elektrische Schutzeinrichtung mit
einem ersten Kontaktstück
und einem zweiten Kontaktstück,
die jeweils wenigstens eine Kontaktfläche aufweisen, wobei die Kontaktflächen des
ersten Kontaktstückes
und des zweiten Kontaktstückes
zum Durchfluss eines Stromes in Wirkkontakt stehen und zur Abschaltung
des Stromflusses voneinander trennbar sind, wobei das erste Kontaktstück beweglich
in der elektrischen Schutzeinrichtung angeordnet ist, und wobei
das zweite Kontaktstück
um eine Drehachse drehbar in der elektrischen Schutzeinrichtung
gelagert ist, und bei der das zweite Kontaktstück auf einem drehbar gelagerten
Substratkörper
parallel zu diesem angeordnet ist und bei der die Drehachse in dem
Substratkörper
mittig zu der durch das zweite Kontaktstück abgedeckten Fläche angeordnet
ist, gelöst.
-
Im
Gegensatz zu den aus dem Stand der Technik bekannten elektrischen
Schutzeinrichtungen bzw. Überstromschutzeinrichtungen,
wie einem Leistungsschalter oder einem Leitungsschutzschalter, sind
beide Kontaktstücke
beweglich in der elektrischen Schutzeinrichtung angeordnet. Es existiert kein
feststehender Kontakt, d. h. kein feststehendes Kontaktstück, mehr.
-
Dadurch,
dass beide Kontaktstücke
beweglich angeordnet sind, wird eine schnellere Verlängerung
des Lichtbogens erzwungen. Hierbei bewegen sich die beiden Kontaktstücke vorzugsweise
in eine entgegengesetzte Richtung. Durch die Bewegung beider Kontaktstücke in eine
entgegengesetzte Richtung steigt die Lichtbogenspannung schneller
an, als wenn ein Kontaktstück
fest stehen bleibt.
-
Besonders
bevorzugt ist es, dass das zweite Kontaktstück um eine Drehachse drehbar
in der elektrischen Schutzeinrichtung gelagert ist. Nach der Öffnung der
Kontaktflächen
der beiden Kontaktstücke wird
dem Lichtbogen durch Wegdrehen des zweiten Kontaktstückes eine
Kontaktfläche,
d. h. eine Elektrode, entzogen. Der Lichtbogen wird durch das Wegdrehen
der Kontaktfläche
verlängert
und in einen engen Spalt gezwungen, so dass die Bogenspannung deutlich
ansteigt. Somit führt
bereits in der Entstehungsphase des Lichtbogens die höhere Bogenspannung
zu einem geringeren Kurzschlussstromanstieg, so dass die Belastungen
für Leitungen
und Anlagen im Vergleich zum Stand der Technik, wo feststehende
Kontaktfläche
verwendet werden, deutlich reduziert wird.
-
Das
zweite Kontaktstück
ist drehbar gelagert an einer Drehachse in der elektrischen Schutzeinrichtung
angeordnet. Dabei kann die Drehachse ebenfalls beweglich innerhalb
der elektrischen Schutzeinrichtung angeordnet sein. Die Drehachse kann
beispielsweise verschwenk- und/oder verschiebbar innerhalb der elektrischen
Schutzeinrichtung befestigt sein. Bevorzugt ist aber eine elektrische
Schutzeinrichtung, bei der die Drehachse feststehend in der elektrischen
Schutzeinrichtung ausgebildet ist. Dies spart zum einem Kosten,
da eine feststehende Lagerung der Drehachse einfacher zu realisieren
ist, als eine bewegliche Anordnung. Zum anderen kann die Drehung des
zweiten Kontaktstückes um
eine feststehende Drehachse besser gesteuert werden, da die Drehung
zweidimensional und nicht dreidimensional erfolgt.
-
Bevorzugt
ist, dass das zweite Kontaktstück auf
einem drehbar gelagerten Substratkörper angeordnet ist. Als Substratkörper dient
insbesondere ein isolierendes Material, beispielsweise ein Material
aus Kunststoff oder aus Keramik. Die Drehachse des Kontaktstückes verläuft vorteilhafterweise
durch den isolierenden Substratkörper
des Kontaktstückes. Hierdurch
wird das Weiterleiten des Stromes entlang der Drehachse verhindert.
Die Drehung des Substratkörpers
ist bevorzugt durch die Anschlageinrichtung begrenzbar. D. h., nach
einer bestimmten Verdrehung des Kontaktstückes bzw. des Substratkörpers, schlägt dieses/dieser
an die Anschlageinrichtung an, so dass der Lichtbogenkanal eingeengt
wird.
-
Durch
die Drehung des zweiten Kontaktstückes, beispielsweise um 180° oder mehr,
kann der Lichtbogen in einen engen Spalt oder auch in ein Labyrinth
gezwungen werden, was die Bogenspannung durch folgende Effekte erhöht: Verlängerung
des Lichtbogens, Einengung des Lichtbogens, Kühlung des Lichtbogens durch
stärkeren
Kontakt mit den Wänden
und Druckerhöhung.
Außerdem
wird durch das Wegdrehen bzw. das Wegschwenken/Verschieben der Kontaktstücke die
Gefahr der Rückzündung des
Lichtbogens erheblich reduziert.
-
Insbesondere
bevorzugt ist eine elektrische Schutzeinrichtung, die dadurch gekennzeichnet
ist, dass das erste Kontaktstück
schwenkbar und/oder verschiebbar in der elektrischen Schutzeinrichtung gelagert
ist. D. h., neben der Drehung des zweiten Kontaktstückes kann
parallel das erste Kontaktstück schwenkbar
und/oder verschiebbar in der elektrischen Schutz einrichtung gelagert
sein. Beim Abschalten bewegen sich die beiden Kontaktstücke, insbesondere
die Kontaktflächen
der beiden Kontaktstücke,
voneinander weg. Das erste Kontaktstück ist derart beweglich an
der elektrischen Schutzeinrichtung angeordnet, dass dieses bei einer
Kurzschlussabschaltung zusammen mit dem zweiten Kontaktstück bewegt
wird. Dabei kann das erste Kontaktstück entweder federelastisch
vorgespannt sein oder ebenfalls durch die Bewegung eines Ankers
bewegt werden. Das erste Kontaktstück wird dabei von der Drehachse
des zweiten Kontaktstückes
weg bewegt, so dass das zweite Kontaktstück sich durch die Bewegung
eines Ankers oder durch Federkraft frei um seine Drehachse drehen
kann.
-
Des
Weiteren ist eine elektrische Schutzeinrichtung bevorzugt, bei der
das erste Kontaktstück ebenfalls
um eine Drehachse drehbar in der elektrischen Schutzeinrichtung
gelagert ist. D. h., sowohl das zweite als auch das erste Kontaktstück verdrehen
sich nach Berührung
des Ankers um ihre Drehachsen. Vorteilhafterweise wird eines der
beiden Kontaktstücke
zusätzlich
aus seiner Kontaktlage verschoben und/oder verschwenkt, damit sich
die Kontaktstücke
nicht gegenseitig an einer Drehung hindern.
-
Bevorzugt
ist ferner eine elektrische Schutzeinrichtung, bei der eine Anschlageinrichtung
zur Begrenzung der Drehbewegung des drehbar gelagerten ersten und/oder
zweiten Kontaktstückes
vorgesehen ist. Die Anschlageinrichtung dient zum einen zur Begrenzung
der Drehbewegung und zum anderen zur Einengung des Lichtbogenkanals
und damit zur Erhöhung
der Lichtbogenspannung. D. h., zumindest das zweite Kontaktstück wird
nach dem Anschlag an die Anschlageinrichtung in seiner Drehbewegung
gestoppt.
-
Falls
die elektrische Schutzeinrichtung zwei drehbar gelagerte Kontaktstücke aufweist,
kann eines der Kontaktstücke
oder auch beide der Kontaktstücke
eine Anschlageinrichtung aufweisen. Die Anschlageinrichtung(en)
ist/sind aus isolierenden Materialien, beispielsweise aus Kunststoff
oder aus Keramik, ausgebildet.
-
In
einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung der elektrischen Schutzeinrichtung
kann vorgesehen sein, dass das erste und/oder das zweite Kontaktstück auf einem
drehbar gelagerten Substratkörper angeordnet
ist/sind. Als Substratkörper
dient insbesondere ein isolierendes Material, beispielsweise ein Material
aus Kunststoff oder aus Keramik. Die Drehachse des oder der Kontaktstücke(s) verläuft vorteilhafterweise
durch den isolierenden Substratkörper des
oder der Kontaktstücke(s).
Hierdurch wird das Weiterleiten des Stromes entlang der Drehachse(n) verhindert.
Die Drehung des Substratkörpers
ist bevorzugt durch die Anschlageinrichtung begrenzbar. D. h., nach
einer bestimmten Verdrehung des Kontaktstückes bzw. des Substratkörpers, schlägt dieses/dieser
an die Anschlageinrichtung an, so dass der Lichtbogenkanal eingeengt
wird.
-
Bevorzugt
ist eine elektrische Schutzeinrichtung, die als Überstromschutzeinrichtung oder
Kurzschlussschutzeinrichtung, insbesondere als ein Leitungsschutzschalter
oder ein Leistungsschalter, ausgebildet ist. Es ist ferner denkbar,
dass die elektrische Schutzeinrichtung als Motorschutzschalter ausgebildet
ist.
-
In
einer bevorzugten Ausführungsform
ist die Verschwenkachse des ersten Kontaktstückes parallel zur Drehachse
des zweiten Kontaktstückes
ausgerichtet. Hierdurch wird eine gerichtete Verschwenkung des ersten
Kontaktstückes
von dem zweiten Kontaktstück
sicher gestellt.
-
In
einer anderen bevorzugten Ausführungsform
ist die Drehachse des ersten Kontaktstückes parallel zur Drehachse
des zweiten Kontaktstückes ausgerichtet.
Dies gewährleistet
eine gerichtet Drehung der Kontaktstücke zueinander. Ein Verkanten der
Kontaktstücke
wird dadurch vermieden.
-
Die
Erfindung wird nun anhand von Ausführungsbeispielen unter Bezugnahme
auf die beiliegende Zeichnungen näher erläutert.
-
Es
zeigen:
-
1 einen
geschlossenen Kontakt der beiden Kontaktstücke;
-
2 die
Position der Kontaktstücke
direkt nach Auslösen
der elektrischen Schutzeinrichtung mit einem Lichtbogen zwischen
den Kontaktflächen;
-
3 einen
auseinandergezogenen Lichtbogen zwischen der Kontaktfläche des
ersten Kontaktstückes
und der Kontaktfläche
des zweiten Kontaktstückes;
-
4 den
eingeengten Lichtbogenkanal;
-
5 eine
Position der Kontaktstücke
nach dem Erlöschen
des Lichtbogens.
-
1 zeigt
ein erstes Kontaktstück 1 und
ein zweites Kontaktstück 11 einer
elektrischen Schutzeinrichtung, insbesondere einer Überstromschutzeinrichtung,
wie eines Leistungsschalters oder eines Leitungsschutzschalters.
In dieser Dar stellung ist der geschlossene Zustand der Kontaktstücke 1 und 11, d.
h. der Zustand der Kontaktstücke 1, 11 vor
einem Kurzschluss, gezeigt. Das zweite Kontaktstück 11 weist eine Kontaktfläche 12 und
einen Substratkörper 13 auf.
Der Substratkörper 13 ist
aus einem isolierenden Material ausgebildet. Das zweite Kontaktstück 11 ist
drehbar um eine Drehachse 14 gelagert. Die Drehachse 14 ist
bevorzugt fest innerhalb der elektrischen Schutzeinrichtung, d.
h. an dem Gehäuse
der elektrischen Schutzeinrichtung, befestigt. Die Drehachse 14 durchläuft den
Substratkörper 13 des zweiten
Kontaktstückes 11.
In dieser Darstellung steht die Kontaktfläche 2 des ersten Kontaktstückes 1 mit
der Kontaktfläche 12 des
zweiten Kontaktstückes 11 zum
Durchfluss eines Stromes in Wirkkontakt. Das erste Kontaktstück 1 ist
in dieser Ausführungsform
verschwenkbar gelagert, wobei die Verschwenkachse des ersten Kontaktstückes 1 nicht dargestellt
ist. Im 1 ist ferner eine Anschlageinrichtung 30 zum
Anschlagen des zweiten Kontaktstückes 11 darstellt.
Die Anschlageinrichtung 30 ist aus einem isolierenden Material,
insbesondere aus Kunststoff oder Keramik, ausgebildet.
-
In
der 2 ist die Position der Kontaktstücke 1, 11 direkt
nach Auslösen
der elektrischen Schutzeinrichtung dargestellt. Zwischen den beiden Kontaktflächen 2 und 12 des
ersten Kontaktstückes 1 und
des zweiten Kontaktstückes 11 ist
ein Lichtbogen 20 ausgebildet. Das zweite Kontaktstück 11 wird durch
einen nicht dargestellten Anker oder durch Federkraft aus seiner
leitenden Position, wie in 1 dargestellt,
verdreht. Das erste Kontaktstück 1 wird parallel
zur Drehung des zweiten Kontaktstückes 11 durch den
Anker oder durch Federkraft aus seiner in 1 dargestellten
leitenden Position verschwenkt. Die beiden Kontaktflächen 2, 12 der
Kontaktstücke 1, 11 entfernen
sich voneinander. Der Kontakt zwi schen dem ersten und dem zweiten
Kontaktstück 1, 11 wird geöffnet, woraufhin
sich der Lichtbogen 20 bildet.
-
In
der 3 ist der entstandene Lichtbogen 20 in
die Länge
gezogen. Das zweite Kontaktstück 11 hat
eine Drehung von ungefähr
100° um
seine Drehachse 14 vollzogen, während das erste Kontaktstück 1 um
ungefähr
5–15° aus seiner
Ausgangsposition, wie in 1 gezeigt, verschwenkt worden
ist. Durch die Verschwenkung des ersten Kontaktstückes 1 wird gewährleistet,
dass das zweite Kontaktstück 11 sich frei
drehen kann und nicht durch Aufprall auf das erste Kontaktstück 1 in
seiner Drehbewegung begrenzt wird. Würde das erste Kontaktstück 1 in
dieser Ausführungsform
nicht verschwenkt werden, würde
der Substratkörper 13 des
zweiten Kontaktstückes 11 gegen
das erste Kontaktstück 1,
insbesondere gegen den Verschwenkarm 3 des ersten Kontaktstückes 1 schlagen,
so dass eine weitere Verdrehung des zweiten Kontaktstückes 11 eventuell
verhindert werden würde.
Es aber auch denkbar, dass das erste Kontaktstück 1 gerade durch
den Anschlag des zweiten Kontaktstückes 11 bzw. des Substratkörpers 13 des zweiten
Kontaktstückes 11 aus
seiner Kontaktposition verschwenkt wird. Das zweite Kontaktstück 1 wäre dann
der Auslöser
für die
Verschwenkung und/oder Verschiebung des ersten Kontaktstückes 1. Der
Lichtbogen 20 wird durch die Verdrehung des zweiten Kontaktstückes 11 sowie
die Verschwenkung des ersten Kontaktstückes 1 schnell in
die Länge
gezogen. Hierdurch wird eine höhere
Lichtbogenspannung erzeugt.
-
4 zeigt
den durch die Anschlageinrichtung 30 und den verdrehten
Substratkörper 13 gebildeten
engen Lichtbogenkanal, der eine deutliche Erhöhung der Lichtbogenspannung
bewirkt. Die Anschlageinrichtung 30 ist dabei vorteilhafterweise
derart in der elektrischen Schutzeinrichtung angeordnet, dass in
dieser Ausführungsform
der elektrischen Schutzeinrichtung nach einer Drehung des zweiten Kontaktstückes 11 um
180° das
zweite Kontaktstück 11 bzw.
der Substratkörper 13 des
zweiten Kontaktstückes 11 an
die Anschlageinrichtung 30 prallt und so der Lichtbogen
in einen engen Kanal gezwängt wird,
so dass die Lichtbogenspannung sehr stark ansteigt. Es sind aber
auch andere Positionen der Anschlageinrichtung 30 innerhalb
der elektrischen Schutzeinrichtung möglich, so dass das zweite Kontaktstück 11 oder
der Substratkörper 13 des
zweiten Kontaktstückes 11 bereits
bei einer Drehung von weniger als 180° gegen die Anschlageinrichtung 30 anschlägt. Ferner
kann die Anschlageinrichtung 30 derart innerhalb der elektrischen
Schutzeinrichtung angeordnet sein, dass das zweite Kontaktstück 11 bzw. der
Substratkörper 13 des
zweiten Kontaktstückes 11 mehr
als 180° verdreht
wird.
-
In
der 5 ist der Lichtbogen 20 erloschen und
durch die Verdrehung des zweiten Kontaktstückes 11 ist dieses
verdeckt und eine Rückzündung wird
dadurch wirksam verhindert.
-
Nach
dem Erlöschen
des Lichtbogens 20 wird die endgültige Kurzschlussabschaltung
der elektrischen Schutzeinrichtung gewährleistet. Eine elektrische
Schutzeinrichtung mit derartig beweglich ausgebildeten Kontaktstücken 1, 11 gewährleistet
ein schnelleres Erlöschen
des nach Kontaktöffnung
entstehenden Lichtbogens 20. Ferner benötigt eine derartige elektrische
Schutzeinrichtung allenfalls eine kleinere Löschkammer, da bereits durch
das drehbar gelagerte Kontaktstück 11 eine
Bogenspannung aufgebaut wurde.
-
- 1
- erstes
Kontaktstück
- 2
- Kontaktfläche des
ersten Kontaktstückes
- 3
- Verschwenkarm 3 des
ersten Kontaktstückes
- 11
- zweites
Kontaktstück
- 12
- Kontaktfläche des
zweiten Kontaktstückes
- 13
- Substratkörper des
zweiten Kontaktstückes
- 14
- Drehachse
des zweiten Kontaktstückes
- 20
- Lichtbogen
- 30
- Anschlageinrichtung