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Gebiet der Erfindung
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Die
Erfindung betrifft ein Schrägkugellager mit einer Innenlauffläche,
mit einem Außenring mit Außenlauffläche,
mit einem Käfig und mit einer Mehrzahl von Kugeln, wobei
die Kugeln zwischen Innenlauffläche und Außenlauffläche
in dem Käfig rollbar gelagert sind, wobei der Außenring
eine Käfigführungsfläche aufweist, die
zur Führung des Käfigs ausgebildet ist, und wobei
der Außenring mehrere Käfigschmierstoffkanäle
aufweist, deren Ausgangsöffnungen die Käfigführungsfläche
durchstoßen.
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Derartige
Schrägkugellager werden eingesetzt, wenn eine Lebensdauerschmierung
nicht als ausreichend erachtet wird und stattdessen entweder in
Intervallen oder im Betrieb des Schrägkugellagers verbrauchter
oder verloren gegangener Schmierstoff über Schmierstoffkanäle
ersetzt wird.
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Die
Druckschrift
EP 0994264
B1 beschreibt beispielsweise eine Lagerschmiervorrichtung,
welche mindestens einen Käfigschmierstoffkanal aufweist,
der in einem Außenring einer Lagerschmiervorrichtung radial
erstreckend angeordnet ist. Zur besseren Verteilung des durch den
Käfigschmierstoffkanal zugeführten Öls
wird in axialer Richtung Luft eingeblasen, so dass sich erst im
Lagerinnenraum ein Öl-Luftgemisch ergibt.
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Die
Druckschrift
DE 100
45 163 A1 betrifft ein Schrägkugellager, welches
ebenfalls eine Käfigschmierung mittels Käfigschmierstoffkanälen
zeigt, welche in radialer Richtung ausgerichtet sind und deren Ausgangsöffnungen
die Käfigführungsfläche durchstoßen.
Allerdings zeigt das Schrägkugellager gemäß dieser
Druckschrift ein anderes Konzept, da die Käfigführungsfläche
und der Käfigschmierstoffkanal nicht Teil des Außenrings,
sondern als ein separater Außenring-Abstandhalter ausgebildet
ist.
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Die
Druckschrift
US 6,869,223
B2 , die wohl den nächstkommenden Stand der Technik
bildet, offenbart ein Schrägkugellager und eine Spindelvorrichtung
für Werkzeugmaschinen, wobei das Schrägkugellager
einen einteilig ausgebildeten Außenring aufweist, der radial
erstreckende Käfigschmierstoffkanäle aufweist, über
die ein Schmierstoff in den Führungsbereich zwischen einem
Käfig und der Käfigführungsfläche
des Außenrings geleitet wird. Als Schmierstoff wird Fett
verwendet, welches zeitgesteuert zugeführt wird.
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Der
Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Schrägkugellager
vorzuschlagen, welches verringerte Reibungsverluste aufweist.
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Diese
Aufgabe wird durch ein Schrägkugellager mit den Merkmalen
des Anspruchs 1 gelöst. Bevorzugte oder vorteilhafte Ausführungsformen
der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen der
nachfolgenden Beschreibung und den beigefügten Figuren.
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Erfindungsgemäß wird
ein Schrägkugellager vorgeschlagen, welches eine Innenlauffläche,
einen Außenring mit Außenlauffläche,
einen Käfig und eine Mehrzahl von Kugeln aufweist. Die
Innenlauffläche kann auf einem Innenring angeordnet sein,
alternativ kann diese auch auf einem Funktionselement, wie zum Beispiel
einer Welle, positioniert sein. Der Außenring weist eine
Außenlauffläche auf, wobei entweder die Innenlauffläche
oder die Außenlauffläche asymmetrisch oder als
Schulterlauffläche ausgebildet ist und die jeweils andere
Lauffläche bevorzugt als symmetrische Lauffläche,
insbesondere umlaufende Laufrinne realisiert ist. Die Kugeln, welche
zwischen Innenlauffläche und Außenlauffläche
in einem Käfig rollbar gelagert sind, sind bevorzugt aus
Metall- oder Keramikmaterial ausgebildet. Der Käfig ist
vorzugsweise als Kunststoffkäfig, insbesondere Hartgewebekäfig
ausgebildet, und ist über eine Käfigführungsfläche
des Außenrings in radialer Richtung gleitend geführt.
Insbesondere bei Schrägkugellagern für höhere
Drehzahlen ist es bevorzugt, den Käfig nicht wälzkörpergeführt,
sondern wie erfindungsgemäß vorgeschlagen außenringgeführt
auszubilden, um Probleme, die aus den engen Toleranzen bei der Auslegung
der Taschen für die Wälzkörper resultieren,
auszuschließen.
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Der
Außenring weist somit an einem einstückigen und/oder
einteiligen Abschnitt sowohl die Außenlauffläche
als auch die Käfigführungsfläche auf. Die
Anordnung dieser beiden Funktionsflächen auf einem gemeinsamen
Bauteil stellt sicher, dass diese zueinander hochgenau positioniert
sind.
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Zur
Schmierung des Kontaktbereichs zwischen Außenring und Käfig,
also insbesondere im Bereich der Käfigführungsfläche,
weist der Außenring mehrere Käfigschmierstoffkanäle
auf, deren Ausgangsöffnungen die Käfigführungsflächen
durchstoßen und das Schrägkugellager im Kontaktbereich zwischen
Käfig und Käfigführungsfläche
mit Schmierstoff versorgen.
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Im
Rahmen der Erfindung wird vorgeschlagen, dass die Käfigschmierstoffkanäle
für den Transport eines Öl-Luftgemisches ausgebildet
sind. Im Vergleich zum bekannten Stand der Technik muss das Schrägkugellager
hinsichtlich von Anschlussschnittstellen und der Dimensionierung
der Käfigschmierstoffkanäle von einer Verwendung
mit Fett zu einer Verwendung mit einem Öl-Luftgemisch umgestaltet
werden.
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Eine Überlegung
der Erfindung liegt darin, dass durch die einströmende
Luft des Öl-Luftgemisches die Reibung des Käfigs
an der Käfigführungsfläche verringert
wird. Es wird nämlich davon ausgegangen, dass der Käfig
bei hohen Drehzahlen, also insbesondere bei Drehzahlen über
15.000 Umdrehung pro Minute oder bei einer Nennzahl i Form des Produkts
von Umdrehung multipliziert mit dem Teilkreisdurchmesser von mehr
als 1,5 Mio. mm/min, exzentrisch im Außenring umläuft,
so dass dieser immer mit einer Stelle Kontakt zum Außenring
hat. Aus geometrischen Gesichtspunkten heraus ist in dem genannten
Kontaktbereich der Abstand zwischen Käfig und Käfigführungsfläche
geringer als auf der diametral gegenüberliegenden Seite.
Dadurch, dass der Außenring mehrere Käfigschmierstoffkanäle
aufweist, deren Ausgangsöffnungen die Käfigführungsfläche
an mehreren Punkten durchstoßen, wird das Öl-Luftgemisch
an mehreren in Umlaufrichtung verteilten Positionen eingeblasen.
Daraus resultiert jedoch, dass das Öl-Luftgemisch, das
unter Überdruck in den Bereich zwischen Käfig
und Käfigführungsfläche einströmt
im Kontaktbereich bzw. im dazu benachbarten Bereich einen höheren Überdruck
aufbaut als auf der gegenüberliegenden Seite des Käfigs.
Der Käfig wird folglich auf der Seite des Kontaktbereichs
mit einer höheren Kraft, welche radial nach innen wirkt,
beaufschlagt als auf der gegenüberliegenden Seite. Die
Folge der asymmetrischen Beaufschlagung ist, dass der Käfig
versuchen wird, sich radial nach innen gerade zu richten, so dass
die Kontaktkräfte im Kontaktbereich reduziert werden, und folglich
die Käfigreibung herabgesetzt bzw. eliminiert wird. Anders
ausgedrückt wird durch die konstruktive Realisierung des
Schrägkugellagers erreicht, dass der Käfig luftunterstützt
oder luftgelagert in dem Außenring dreht.
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Bei
einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung sind mindestens
drei der Ausgangsöffnungen in Umfangsrichtung in der Käfigführungsfläche verteilt.
Um ein möglichst gleichmäßigen Lauf des Käfigs
innerhalb des Außenrings sicherzustellen, ist es weiterhin
bevorzugt, dass die oder alle Ausgangsöffnungen in Umfangsrichtung
regelmäßig verteilt angeordnet sind, also jeweils
gleiche Zwischenwinkel zueinander aufweisen.
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Bei
einer Integration des Schrägkugellagers in einer Baugruppe
ist es bevorzugt, dass die Käfigschmierstoffkanäle
mit einer Ölzufuhreinrichtung, insbesondere einer Minimalölmengeneinrichtung verbunden
und/oder verbindbar sind. Funktionell betrachtet, stellt die Ölzufuhreinrichtung
sicher, dass das Öl-Luftgemisch mit einem Überdruck
größer als 1 bar, vorzugsweise größer
als 3 bar und insbesondere größer als 4 bar beaufschlagt
wird. Bei einer bevorzugten Weiterbildung der Erfindung ist das Schrägkugellager
bzw. die Ölzufuhreinrichtung so ausgebildet, dass der Betriebsdruck
kleiner als 6 bar ist, so dass das Schrägkugellager und/oder
die Ölzufuhreinrichtung über in Werkstätten
oder Fabrikhallen üblicherweise vorhandene Hochdruckversorgungssysteme
betrieben werden können.
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Der
Erfindungsgedanke, den Käfig luftunterstützt oder
luftgelagert auf der Käfigführungsfläche laufen
zu lassen, kann sowohl umgesetzt werden, wenn der Käfig
an der Bordseite des Außenrings als auch wenn der Käfig
an der Überhöhungsseite des Außenrings
geführt ist. Gegebenenfalls kann auch vorgesehen sein,
dass der Käfig beidseitig geführt ist, so dass
sowohl Bordseite als auch Überhöhungsseite mit
den mehreren Käfigschmierstoffkanälen ausgestattet
sind.
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Hinsichtlich
der axialen Verteilung der Ausgangsöffnungen der Käfigschmierstoffkanäle
ist es bevorzugt, dass diese in einer gemeinsamen Radialebene liegen
und damit vorzugsweise in einem umlaufenden Streifenbereich und/oder
ohne Axialversatz voneinander bzw. zueinander angeordnet sind. Auch
diese Weiterbildung erhöht die Gleichmäßigkeit der
Beaufschla gung des Öl-Luftgemischs mit Überdruck
auf den rotierenden Käfig.
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Bei
einer bevorzugten Weiterbildung weist der Außenring zusätzlich
mindestens einen Kugelschmierstoffkanal auf, dessen Ausgangsöffnung
zur direkten Schmierung der Kugeln angeordnet und/oder ausgerichtet
ist. Beispielsweise ist die Ausströmrichtung aus dem Kugelschmierstoffkanal
auf die Kugeln gerichtet, so dass der austretende Schmierstoff auf
die Kugeln befördert wird und von diesen in dem Schrägkugellager
verteilt wird.
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Bei
einer besonders bevorzugten Ausführungsalternative sind
die Eintrittsöffnungen der Käfigschmierungskanäle
und des mindestens einen Kugelschmierstoffkanals in dem Streifenbereich und/oder
ohne Axialversatz und/oder in einer gemeinsamen Radialebene angeordnet.
Vorzugsweise ist vorgesehen, dass sowohl der Kugelschmierstoffkanal
als auch die Käfigschmierstoffkanäle mit dem gleichen
Schmierstoff, also einem Öl-Luftgemisch versorgt werden.
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Konstruktiv
besonders bevorzugt ist es, wenn der Streifenbereich als eine umlaufende
Nut ausgeprägt ist, so dass bei einer Integration des Schrägkugellagers
in einer Baugruppe, insbesondere in einem Spindelantrieb einer Werkzeugmaschine, der
Streifenbereich und somit der Kugelschmierstoffkanal und die Käfigschmierstoffkanäle
in einfacher Weise mit Schmierstoff versorgt werden können.
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Der
Verlauf der Kanäle, also des Kugelschmierstoffkanals und/oder
der oder aller Käfigschmierstoffkanäle, erstreckt
sich radial, sternförmig ausgehend von der Mittelachse
des Schrägkugellagers oder zumindest in einer Radialebene
des Schrägkugellagers. Mit einem derart ausgerichteten Verlauf
wird das Bohren der Schmierstoffkanäle erleichtert.
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Insbesondere
können Schrägkugellager, die bereits über
einen Kugelschmierstoffkanal verfügen, in einfacher Weise
mit Käfigschmierstoffkanälen durch Ergänzung
mit radial ausgerichteten Bohrungen bzw. Durchgangsöffnungen
erfindungsgemäß ausgestattet werden.
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Bei
einer anderen Ausführungsform der Erfindung erstrecken
sich, zumindest zum Teil die Schmierstoffkanäle, insbesondere
die oder alle Käfigschmierstoffkanäle gewinkelt
zu der Radialebene des Schrägkugellagers. Insbesondere
in Verbindung mit der Ausbildung, dass die Eingangsöffnungen
des Kugelschmierstoffkanals und der oder aller Käfigschmierstoffkanäle
in einer gemeinsamen Radialebene, in einem gemeinsamen Streifenbereich und/oder
ohne Axialversatz liegen, ist es auf diese Weise möglich,
den Kugelschmierstoffkanal mit radial ausgerichteten Verlauf auszubilden
und mit gewinkelt zu der Radialebene verlaufenden Käfigschmierstoffkanälen
die Käfigführungsfläche mit Schmierstoff zu
versorgen.
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Für
eine effektive Abdichtung des Bereichs der Eingangsöffnungen
der Schmierstoffkanäle kann vorgesehen sein, dass beidseitig
und in axialer Richtung zu den Eingangsöffnungen versetzt
jeweils eine Dichtungsnut zur Aufnahme eines umlaufenden Dichtungselements,
insbesondere eines Ohrrings, angeordnet ist. Insgesamt zeigt das
Schrägkugellager dann bevorzugt drei Nuten, nämlich
eine mittig angeordnete Nut in dessen Nutgrund die Eingangsöffnungen
sämtlicher Kanäle angeordnet sind sowie zwei Dichtungsnuten
zur Aufnahme des Dichtungselements.
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Die
Vorteile der vorliegenden Erfindung treten besonders stark hervor,
wenn das Schrägkugellager als Hochgeschwindigkeitslager,
also für Umdrehungen größer 15.000 Umdrehungen
pro Minute, vorzugsweise über 30.000 Umdrehungen pro Minute, insbesondere
größer als 60.000 Umdrehungen pro Minute ausgebildet
ist und/oder wenn die Nennzahl in Form des Produkts von Umdrehung
multipliziert mit dem Teilkreisdurchmesser mehr als 1,5 Mio. mm/min, vorzugsweise
mehr als 2,0 Mio. mm/min und insbesondere mehr als 2,5 Mio. mm/min
beträgt. Ein bevorzugtes Anwendungsgebiet des erfindungsgemäßen
Schrägkugellagers liegt in dem Einsatz als Spindellager
in einer Werkzeugmaschine.
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Weitere
Merkmale, Vorteile und Wirkungen der Erfindungen ergeben sich aus
der nachfolgenden Beschreibung eines bevorzugten Ausführungsbeispiels
der Erfindung. Dabei zeigen:
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1 einen
schematischen Längsschnitt parallel und durch die Mittelachse
eines Schrägkugellagers als ein erstes Ausführungsbeispiel
der Erfindung;
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2 einen
schematischen Längsschnitt parallel und durch die Mittelachse
eines zweiten Schrägkugellagers als ein zweites Ausführungsbeispiel
der Erfindung;
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3 einen
schematischen Längsschnitt parallel und durch die Mittelachse
eines dritten Schrägkugellagers als ein drittes Ausführungsbeispiel
der Erfindung;
Einander entsprechende Teile sind in den Figuren
jeweils mit den gleichen Bezugszeichen versehen.
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Die 1 zeigt
ein Schrägkugellager 1 als ein erstes Ausführungsbeispiel
der Erfindung in einem schematischen Längsschnitt. Das
Schrägkugellager 1 umfasst einen Innenring 2,
einen Außenring 3, zwischen denen eine Mehrzahl
von Kugeln 4 rollbar in einem Käfig 5 gelagert
sind. Das Schrägkugellager 1 ist als ein Hochgeschwindigkeitslager,
insbesondere für den Einsatz in Werkzeugmaschinen, beispielsweise
für Drehzahlen größer als 15.000 Umdrehungen
pro Minute ausgebildet. Die Kugeln 4 sind insbesondere
als Keramikkugeln ausgebildet, bei abgewandelten Ausführungsformen
kann es sich allerdings auch um Metallkugeln, insbesondere Stahlkugeln
handeln.
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Der
Innenring 2 weist eine mittensymmetrisch gestaltete, rillenförmige
innere Laufbahn 6 auf, welche beispielsweise so realisiert
ist, dass die Kugeln 4 sich an die innere Laufbahn 6 anschmiegen. Der
Außenring 3 zeigt dagegen eine asymmetrische äußere
Laufbahn 7, welche zumindest abschnittsweise durch eine
axial nach innen gewandte Seitenfläche eines Außenbords 8 gebildet
wird, welcher einstückig an den Außenring 3 angeformt
ist. Die äußere Laufbahn 7 ist bezüglich
der Kugeln 4 ebenfalls so ausgebildet, dass sich diese
anschmiegen. Schmiegung bedeutet in diesem Zusammenhang, dass der Radius
im gezeigten Querschnitt der Laufbahnen etwas größer,
zum Beispiel 10% größer, als der Radius der Kugeln 4 ausgebildet
ist.
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Der
Käfig 5 ist als ein außenringgeführter
Käfig ausgebildet und ist in diesem Ausführungsbeispiel in 1 als
außenbordgeführter Käfig 5 realisiert. Prinzipiell
stehen zwei Alternativen zur Führung des Käfigs 5 zur
Verfügung, so kann einerseits der Käfig 5 durch
die Kugeln 4 und andererseits durch den Außenring 3 geführt
sein. Bei dem hier vorliegenden Schrägkugellager 1 für
Hochgeschwindigkeitsanwendungen hat es sich als vorteilhaft erwiesen,
die Taschen in dem Käfig 5 für die Kugeln 4 etwas
größer zu gestalten, um Reibungsverluste herabzusetzen und
die Führung des Käfigs 5 stattdessen über
den Außenring 3 bzw. den Außenbord 8 zu
realisieren.
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Der
Außenbord 8 weist zur Führung des Käfigs
eine Käfigführungsfläche 9 auf,
welche sich als koaxial zu der nicht gezeigten Mittelachse des Schrägkugellagers 1 nach
innen gerichtete Ringfläche ergibt, an der der Käfig 5 mit
einer radial nach außen gewandten Oberfläche im
Bereich des Außenbords 8 entlang gleitet.
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In
der 1 ist zudem der Verlauf des Druckwinkels und/oder
Nominaldruckwinkels durch eine gestrichelte Linie 10 angedeutet,
wobei der Druckwinkel bei dem vorliegenden Ausführungsbeispiel
größer als 12° gegenüber einer
Radialebene, die senkrecht zu der Mittelachse des Schrägkugellagers 1 angeordnet
ist, ausgerichtet ist.
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Im
Betrieb und insbesondere bei höheren Drehzahlen neigt der
Käfig 5 zu einem Verkippen relativ zu der Radialebene,
so dass das zunächst theoretisch umlaufend gleich große
Käfigspiel zwischen der Käfigführungsfläche 9 und
der radial nach außen gewandten Oberfläche des
Käfigs 5 im Bereich einer Kontaktzone verkleinert
ist und in einem gegenüberliegenden Bereich dagegen vergrößert
ist. Insbesondere im Bereich der Kontaktzone tritt eine erhöhte Reibung
auf, in sehr ungünstigen Fällen kann sogar eine
Mischreibung auftreten, wenn in diesem Bereich die Schmierung nicht
mehr ausreichend sichergestellt werden kann.
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Zur
Verminderung der Reibungsverluste ist zum einen ein Kugelschmierstoffkanal 11 vorgesehen,
welcher auf der Überhöhungsseite des Schrägkugellagers 1 sich
radial, sternförmig erstreckt und die Zuführung
von Schmierstoff in den Bereich der Kugeln 4 erlaubt.
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Im
Bereich der Käfigführungsfläche 9 sind weitere
Kanäle vorgesehen, welche als Käfigschmierstoffkanäle 12 ausgebildet
sind und ebenfalls radial, sternförmig, verlaufend ausgebildet
sind. Die Ausgangsöffnungen 13 der Käfigschmierstoffkanäle 12 durchstoßen
die Käfigführungsfläche 9 an
mehreren Punkten. Bei dem in 1 gezeigten
Ausführungsbeispiel sind insgesamt drei Käfigschmierstoffkanäle
vorgesehen, dessen Eingangsöffnungen 13 in Umlaufrichtung
regelmäßig verteilt sind.
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Insbesondere
durch die Käfigschmierstoffkanäle 12 und
optional durch den Kugelschmierstoffkanal 11 wird ein Öl-Luftgemisch
in das Schrägkugellager 1 eingeblasen, vorzugsweise
mit einem Überdruck mehr als 1 bar und beispielsweise weniger
als 6 bar. Auf der Seite des Außenbords 8 des
Schrägkugellagers 1 führt die regelmäßige
Verteilung der Ausgangsöffnungen 13 zu einem käfigstabilisierenden Verhalten:
Wie bereits erläutert, läuft der Käfig 5 bei hohen
Drehzahlen exzentrisch im Außenring 3 und hat
immer an einer Stelle Kontakt zum Außenring 3. Nachdem
im Kontaktbereich der Abstand zur Käfigführungsfläche 9 kleiner
ausgeprägt ist als auf der gegenüberlie genden
Seite baut sich im Bereich der Kontaktzone des Käfigs 5 mit
der Führungsfläche 9 ein höherer Überdruck
auf als auf der gegenüberliegenden Fläche. Als
Folge werden in dem kritischen Bereich der Kontaktzone die Kontaktkräfte
reduziert und damit die Käfigreibung erniedrigt.
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Die 2 zeigt
ein zweites Ausführungsbeispiel eines Schrägkugellagers 1 in
gleicher Darstellung wie in 1.
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Im
Gegensatz zu dem Ausführungsbeispiel in 1 laufen
der Kugelschmierstoffkanal 11 und die Käfigschmierstoffkanäle 12 eingangsseitig
an der äußeren Zylinderfläche des Außenrings 3 in
einer gemeinsamen Nut 14 zusammen. In dieser gemeinsamen
Nut 14 können die Ausgangsöffnungen überlappend
oder umlaufend verteilt angeordnet sein. Um die Versorgung der Käfigführungsfläche 9 sicherzustellen,
sind die Käfigschmierstoffkanäle 12 gewinkelt zu
einer Radialebene des Schrägkugellagers 1 angestellt.
Parallel zu der umlaufenden Nut 14 sind beidseitig Dichtungsnuten 15 angeordnet,
in denen jeweils ein O-Ring 16 platziert ist, um den Bereich
um die gemeinsame Nut 14 abzudichten. Dieses Ausführungsbeispiel
weist den Vorteil auf, dass bereits existierende Schrägkugellagerbauformen
mit Kugelschmierstoffkanal 11 in einfacher Weise erfindungsgemäß abgewandelt
werden können, da die gemeinsame Nut 14 und die
Dichtungsnuten 15 bereits vorhanden sind.
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Bei
der Integration des Schrägkugellagers 1 in eine
Werkzeugmaschine wird dieses so eingebaut, dass in den durch die
O-Ringe abgedichteten Bereich das Öl-Luftgemisch beispielsweise über
eine Minimalölmengeneinrichtung mit dem erforderlichen Überdruck
eingeleitet wird.
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Wie
sich ebenfalls aus der 2 ergibt, ist gegenüber
der 1 der Kugelschmierstoffkanal weiter in die Mitte
des Schrägkugellagers 1 gerückt worden.
Dies ist möglich, solange die Ausgangsöffnung
des Kugelschmierstoffkanals außerhalb der Druckellipse
zwischen Kugeln 4 und Laufbahn 7 angeordnet ist.
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Die 3 zeigt
ein drittes Ausführungsbeispiel der Erfindung in gleicher
Darstellung wie die vorhergehenden Figuren, wobei im Gegensatz zu
der 2 das Schrägkugellager 1 in 3 die
Führung des Käfigs 5 über die Überhöhungsseite 17 realisiert.
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Im
Gegensatz zu dem Schrägkugellager 1 in der 2 ist
der Käfig 5 auf der Überhöhungsseite mit
einem deutlich größeren Außendurchmesser
als auf der Außenbordseite ausgebildet, wobei die Käfigführungsfläche 9 durch
die innenseitige Ringfläche des Außenrings 3 auf
der Überhöhungsseite 17 gebildet ist.
Zur Versorgung des Käfigführungsfläche 9 sind
analog zu der 2 mehrere schrägverlaufende Käfigschmierstoffkanäle 12 vorgesehen,
deren Ausgangsöffnungen im Bereich der Führungsfläche 9 umlaufend
in regelmäßigen Abständen zueinander verteilt
sind.
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- 1
- Schrägkugellager
- 2
- Innenring
- 3
- Außenring
- 4
- Kugel
- 5
- Käfig
- 6
- innere
Laufbahn
- 7
- äußere
Laufbahn
- 8
- Außenbord
- 9
- Führungsfläche,
Käfigführungsfläche
- 10
- Linie
- 11
- Kugelschmierstoffkanal
- 12
- Käfigschmierstoffkanal
- 13
- Ausgangsöffnung
- 14
- Nut
- 15
- Dichtungsnut
- 16
- O-Ring
- 17
- Überhöhungsseite
-
ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
-
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Zitierte Patentliteratur
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- - EP 0994264
B1 [0003]
- - DE 10045163 A1 [0004]
- - US 6869223 B2 [0005]