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Stand der Technik
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Die
Erfindung geht vom einem Verfahren und einer Anordnung zur Information
eines Beobachters, insbesondere eines Fahrzeugführers, über
ein im Einsatz befindliches Einsatzfahrzeug nach der Gattung der
unabhängigen Patentansprüche aus.
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Üblicherweise
werden in einem Sondereinsatz befindliche Einsatzfahrzeuge im Straßenverkehr mit
eingeschalteten Einsatzsignalanlagen, nämlich blaues Blinklicht,
auch als Blaulicht bezeichnet, und zumindest bei Annäherung
an stark befahrene Straßen oder Kreuzungen mit eingeschalteten
akustischen Einsatzsignalgebern, wie insbesondere Martinshorn, bewegt.
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Infolge
zunehmender Schalldämmung von Fahrzeuginnenräumen
im Zuge einer allgemeinen Komfortsteigerung, daneben aber auch durch
den Betrieb von Audiosignalen in Fahrzeuginnenräumen ist
ein Fahrzeugführer zunehmend vom akustischen Geschehen
außerhalb des Fahrzeugs abgekoppelt und/oder abgelenkt.
Ein sich annäherndes Einsatzfahrzeug mit eingeschaltetem
Einsatzhorn wird dadurch oftmals erst recht spät wahrgenommen.
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Es
sind verschiedene Ansätze bekannt, einen Fahrzeugführer über
ein sich seinem Standort näherndes Einsatzfahrzeug zu informieren.
In
US 5 235 329 wird
dazu vorgeschlagen, das Einsatzfahrzeug mit einem speziellen Funksender
und sonstige Fahrzeuge mit einem passenden Empfänger auszustatten,
so dass vom Funksender des Einsatzfahrzeugs gesendete Signale in
den sonstigen Fahrzeugen empfangen werden und daraus Informationen
für den Fahrzeugführer über ein herannahendes
Einsatzfahrzeug abgeleitet werden können. Aus beispielsweise
JP 06 215 97 oder
JP 06 154 115 sind Verfahren
bekannt, welche die Pegel der zu Grunde liegenden Einsatzsignale
des Einsatzhorns auswerten und so ein Einsatzhorn sicher identifizieren.
In
EP 0 773 524 wird
vorgeschlagen, dass eine Route und ein Standort eines im Einsatz
befindlichen Einsatzfahrzeuges, welche in einer Zentralen bekannt
ist, von der Zentrale zu Kraftfahrzeugen übertragen wird. Dabei
wird die Route und der Standort mit einem Gebiet um ein jeweiliges
Kraftfahrzeug verglichen und in Abhängigkeit des Vergleichs
eine Warnung in den jeweiligen Kraftfahrzeug ausgegeben. In
EP 1 307 868 wird in einer
Weiterbildung dieser Lösung vorgeschlagen, dass die Warnung
nur dann ausgegeben wird, wenn es zu einer Vorbeifahrt oder einem
Kreuzen der Fahrtrichtungen des Einsatzfahrzeuges und des jeweiligen
Kraftfahrzeugs kommen wird.
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In
DE 100 60 017 A1 sind
ein Verfahren und eine Anordnung zur Information eines Fahrzeugführers über
ein in seiner Nähe befindliches Einsatzfahrzeug beschrieben,
bei welchem die akustischen Einsatzsignale des Einsatzfahrzeuges
mehrkanalig erfasst und anhand einer kombinierten Zeit- und Spektralanalyse
ausgewertet werden. Aus diesen Analysen sind Aussagen über
das Vorhandensein, über die Richtung und auch über
die Annäherung oder Entfernung das Einsatzfahrzeuges vom
jeweiligen Fahrzeug möglich. Als Ergebnis wird das aufgenommene akustische
Einsatzsignal des Einsatzfahrzeuges über im Fahrzeug vorhandene
Lautsprecher wiedergegeben, gegebenenfalls ein Radio des Fahrzeugs abgeschaltet
und eine Richtung, aus welcher das akustische Einsatzsignal des
Einsatzfahrzeuges einfällt, auf einer Quadrantenanzeige
mit Leuchtelementen dargestellt. Zur Unterscheidung einer Annäherung
oder Entfernung des Einsatzfahrzeuges vom Standort des jeweiligen
Fahrzeugs kann die Leuchtfarbe der aktiven Leuchtelemente variiert
werden. Alternativ kann das akustische Warnsignal mit ansteigender
oder abfallender Lautstärke wiedergegeben werden.
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Vorteile der Erfindung
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Die
Erfindung mit den Merkmalen der unabhängigen Patentansprüche
hat demgegenüber den Vorteil, dass eine Information des
Beobachters, insbesondere eines Fahrzeugführers, über
ein im Einsatz befindliches Einsatzfahrzeug weiter verbessert wird.
Insbesondere sind die Informationen über die Bewegung des
Einsatzfahrzeugs intuitiver als im Falle einer optischen Anzeige
erfassbar. Darüber hinaus wird eine Ablenkung des Fahrzeugführers
vom Verkehrsgeschehen verringert.
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Dies
wird bei einem Verfahren zur Information eines Beobachters über
ein im Einsatz befindliches Einsatzfahrzeug dadurch erreicht, dass
ein akustisches Einsatzsignal des Einsatzfahrzeugs mehrkanalig erfasst
wird, aus einer Auswertung des erfassten akustischen Einsatzsignals
Informationen über eine Bewegungsrichtung des Einsatzfahrzeugs relativ
zum Beobachter gewonnen werden und mittels einer vom Beobachter
betriebenen mehrkanaligen Audiosignalanlage ein akustisches Warnsignal derart
ausgegeben wird, dass beim Benutzer der Eindruck erzeugt wird, die
Warnsignalquelle befände sich in der Richtung des Einsatzfahrzeugs.
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Vorteilhaft
wird als Warnsignal das erfasste akustische Einsatzsignal des Einsatzfahrzeugs
verwendet oder das Warnsignal aus diesem gewonnen. In diesem Fall
hat die Erfindung den besonderen weiteren Vorteil, dass eine Verwirrung
des Beobachters durch das ausgegebene Warnsignal und das an seinem
Standort möglicherweise ebenfalls, dann gleichzeitig hörbare
akustische Einsatzsignal des Einsatzfahrzeugs vermieden wird, da
beide Signale aus der gleichen Richtung einfallen. Es wird somit
der fehlerhafte Eindruck beim Beobachter vermieden, dass sich möglicherweise
zwei Einsatzfahrzeuge näherten.
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Zur
mehrkanaligen Erfassung des akustischen Einsatzsignals des Einsatzfahrzeugs
sind vorteilhaft mindestens zwei Erfassungselemente vorgesehen,
welche vorzugsweise räumlich voneinander getrennt angeordnet sind
und vorzugsweise zusätzlich voneinander verschiedene Richtcharakteristiken aufweisen.
Insbesondere können die Erfassungselemente im Falle nur
zweier Erfassungselemente jeweils im Bereich zweier Quadranten eine
hohe, im Bereich der beiden übrigen Quadranten eine geringere
Empfindlichkeit aufweisen und zueinander um 180 Grad versetzt angeordnet
sein. Auf diese Weise kann aus den Laufzeitunterschieden des erfassten akustischen
Einsatzsignals sowie der entsprechend erfassten Einsatzsignalpegel
die Position des Einsatzfahrzeugs nicht nur auf zwei mögliche
Positionen auf einer Geraden diesseits und jenseits der Beobachterposition,
sondern eindeutig auf einen Strahl ausgehend von der Beobachterposition
festgelegt werden. Ebenso kann eine eindeutige Position auch auf
Grundlage einer Einsatzsignalerfassung mit mindestens drei voneinander
entfernt angeordneten Erfassungselementen bestimmt werden.
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Im
Falle eines sich dem Standort des Beobachters annähernden
Einsatzfahrzeuges kann vorteilhaft das Warnsignal mit zunehmender
Lautstärke ausgegeben werden. Im Falle eines sich vom Beobachter
entfernenden Einsatzfahrzeugs kann das Warnsignal vorteilhaft mit
abnehmender Lautstärke ausgegeben oder die Ausgabe des
Warnsignals unterdrückt wird. Die Unterdrückung
der Ausgabe des Warnsignals entlastet den Beobachter bzw. Fahrzeugführer,
so dass dieser weniger vom Verkehrsgeschehen abgelenkt wird. Eine
Ausgabe mit abnehmender Lautstärke hat den Vorteil, dass
der Beobachter über das Ereignis „Einsatzfahrzeug"
unterrichtet ist und gleichzeitig darüber, dass dieses
für ihn nicht relevant ist und darüber hinaus
ein möglicherweise auffälliges Verhalten anderer
Verkehrsteilnehmer, die auf das akustische Einsatzsignal reagieren, besser
einschätzen kann.
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Zeichnungen
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Ausführungsbeispiele
der Erfindung sind in den Figuren dargestellt und werden nachfolgend
näher erläutert.
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Es
zeigen
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1 eine
Szene mit einem Fahrzeug 1 und einem sich diesem nähernden
Einsatzfahrzeug,
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2 ein
Blockschaltbild des erfindungswesentlichen Teils einer erfindungsgemäßen
Vorrichtung zur Durchführung des erfindungsgemäßen
Verfahrens.
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Beschreibung der Ausführungsbeispiele
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Die
Erfindung ist besonders vorteilhaft in einem Kraftfahrzeug umsetzbar,
jedoch auch auf andere Anwendungsfälle, wie beispielsweise
für einen tragbares Musikabspielgerät mit Stereo-Kopfhörer, wie
Kassetten-, Compact Disc-, MP3-Player oder dergleichen, anwendbar.
Wenn die Erfindung nachfolgend am Beispiel einer Audiosignalanlage
für ein Kraftfahrzeug beschrieben wird, ist dies daher
nicht im Sinne einer Beschränkung der Erfindung auf die beispielhaft
beschriebene Anwendung zu verstehen.
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In 1 ist
ein Fahrzeug 1 dargestellt, das einer Straße in
Pfeilrichtung 10 folgt. Im Fahrzeuginnenraum ist eine Audiosignalanlage 20,
beispielsweise ein Autoradiogerät oder Abspielgerät
für akustische Signale enthaltene Speichermedien oder Radio-Navigationssystem
oder Multimedia-System oder dergleichen, installiert, die Audiosignale über
daran angeschlossene Lautsprecher 11, 12, 13 und 14 ausgibt.
Die Lautsprecher sind in der Fahrgastzelle des Fahrzeugs 1 verteilt
angeordnet, nämlich vorne links 11, vorne rechts 12,
hinten links 13 und hinten rechts 14, so dass
durch geeignete Ansteuerung der Lautsprecher durch die Audiosignalanlage
ein Raumklangeindruck beim Beobachter 2, hier dem Fahrzeugführer,
erzeugt wird.
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Am
Fahrzeug 1 sind weiter zwei Schallaufnehmer 16 und 17,
insbesondere Mikrofone, voneinander beabstandet angeordnet. Beabstandet
bedeutet dabei, dass die beiden Aufnehmer nicht am selben Ort und
auch nicht direkt einander benachbart, sondern mit einem räumlichen
Abstand voneinander angeordnet sind. Die Schallaufnehmer 16 und 17 können
beispielsweise im Fahrzeuginnenraum an zwei Einbauorten von zweien
der Lautsprecher 11 bis 14, also beispielsweise
vorne links und hinten rechts angeordnet sein. Ebenso können
die Schallaufnehmer 16 und 17 im Außenbereich
des Fahrzeugs angeordnet sein. Vorteilhaft ist, wie in der Figur
angedeutet, eine Anordnung beispielsweise auf dem Fahrzeugdach in
dessen vorderen linken und hinteren rechten Ecke, da damit die Schallaufnehmer
nicht durch Fahrzeugbauteile verdeckt werden und somit eine optimale
Rundumsicht gewährleistet ist. Die Schallaufnehmer 16 und 17 weisen
jeweils eine Richtcharakteristik auf. Diese ist jeweils so ausgebildet,
dass die Schallaufnehmer über zwei Quadranten, also den
Bereich 161 für den ersten Schallaufnehmer 16 und
den Winkelbereich 171 für den zweiten Schallaufnehmer 17,
in der Ebene, also in einem ebenen Öffnungswinkel von zumindest
annähernd 180 Grad, eine hohe Empfindlichkeit, über
die jeweils verbleibenden beiden Quadranten 162 und 172 eine demgegenüber
deutlich verringerte Empfindlichkeit aufweisen. Die Schallaufnehmer 16 und 17 sind
dabei zueinander um 180 Grad verdreht, hier also spiegelbildlich
zueinander ausgerichtet, so dass die Bereiche hoher Empfindlichkeit 161 und 171 in
zueinander entgegengesetzte Richtungen ausgerichtet sind. Im vorliegenden
Fall ist also der empfindliche Bereich 161 des ersten Aufnehmers 16 beispielsweise
nach vorne links, der empfindliche Bereich 171 des zweiten
Aufnehmers 17 dann beispielsweise nach hinten rechts ausgerichtet.
Eine andere Ausrichtung ist ebenfalls möglich, wesentlich
ist dabei lediglich die zueinander um 180 Grad gedrehte Ausrichtung,
wie aus der noch folgenden Funktionsbeschreibung ersichtlich wird.
Die verschiedenen Empfindlichkeiten und die Ausrichtungen der Schallaufnehmer 16 und 17 sind
in der Figur durch entsprechend größere und kleinere
Halbkreise dargestellt.
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Die
von den beiden Schallaufnehmern 16 und 17 aufgenommenen
akustischen Signale 311 und 321 werden einer Vorverarbeitung
unterzogen. Diese besteht hier in einer Analog-Digital-Wandlung in
entsprechenden Analog-Digital-Wandlern 41 und 42.
Die digitalisierten Aufnehmersignale 312 und 322 werden
sodann einer Auswerteeinrichtung 43 zugeführt.
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Die
Auswerteeinrichtung 43 wertet die in den digitalisierten
Aufnehmersignalen 312 und 322 enthaltenen akustischen
Informationen aus, um festzustellen, ob darin ein akustisches Einsatzsignal
eines Einsatzfahrzeugs 3, also insbesondere ein Einsatz- oder
Martinshornsignal, enthalten ist. Weiter ist diese Auswerteeinrichtung 43 dazu
ausgebildet, aus gegebenenfalls mit den Schallaufnehmern 16 und 17 empfangenen
akustischen Einsatzsignalen eines Einsatzfahrzeugs 3 Informationen über
die Bewegungsrichtung des Einsatzfahrzeugs 3 relativ zum
Beobachter 2 bzw. zu dessen Fahrzeug 1 zu gewinnen. Diese
Bewegungsrichtungsinformationen umfassen zum einen die Bewegungsgeschwindigkeit,
wobei zwischen Annäherung und Entfernung des Einsatzfahrzeugs
unterschieden werden kann und darüber hinaus den horizontalen
Winkel, in dem sich das Einsatzfahrzeug 3 vom Beobachter 2 aus
betrachtet, befindet. Diese Bewegungsrichtungsinformationen 430 werden
von der Auswerteeinrichtung an eine Steuereinrichtung 44 weitergeleitet.
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Die
Steuereinrichtung 44 ist dazu ausgebildet, ein Warnsignal,
welches in Reaktion auf ein in der Nähe des Beobachters 2 und
sich im Einsatz befindliches Einsatzfahrzeug zur Information bzw.
Warnung des Beobachters 2 ausgegeben werden soll, vor der
Ausgabe geeignet anzupassen. Die Anpassung des Warnsignals umfasst
dabei zumindest in einer Steuerung eines Raumklangeffektes durch
Steuerung der Signalpegel für einzelne anzusteuernde Lautsprecher 11, 12, 13, 14,
bevorzugt darüber hinaus der Laufzeiten bzw. Laufzeitverzögerungen,
mit denen das Warnsignal von den einzelnen Lautsprechern wiedergegeben
werden soll und gemäß der hier beschriebenen besonders
vorteilhaften Ausführungsform weiterhin eine Steuerung
der Wiedergabelautstärke für das Warnsignal.
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Das
entsprechend für jeden anzusteuernden Lautsprecher individuell
aufbereitete, das Warnsignal enthaltende Wiedergabesignal 441, 442, 443, 444 wird
in abschließenden Endstufen 451, 452, 453, 454 aufbereitet,
also hier insbesondere verstärkt, und sodann über
die Lautsprecher 11, 12, 13 und 14 zur
Information des Beobachters bzw. Fahrzeugführers 2 wiedergegeben.
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Bei
dem in 1 beispielhaft skizzierten Fall befindet sich
das Einsatzfahrzeug 3 in der Nähe des Fahrzeugs 1 und
damit des Fahrzeugführers und Beobachters 2 und
bewegt sich mit eingeschaltetem Einsatzhorn bzw. Martinshorn 35 in
Richtung 30, also aus Sicht des Fahrzeugs 1 von
links hinten auf den momentanen Standort des Fahrzeugs 1 zu.
Das Martinshornsignal bzw. Einsatzsignal, erreicht entlang der Ausbreitungsrichtung 31 den
ersten Schallaufnehmer 16 in dessen unempfindlicheren Bereich 162 und
entlang der weiteren Ausbreitungsrichtung 32 den zweiten
Schallaufnehmer 17 in dessen empfindlichem Bereich 171.
Die Aufnehmersignale 311 und 321, die das Umgebungsgeräusch
am Fahrzeugstandort und darin umfasst das akustische Einsatzsignal
des Einsatzfahrzeugs 3 enthalten, werden einer Vorverarbeitung 41 und 42,
hier insbesondere einer Analog-Digital-Wandlung unterzogen. Die
digitalisierten Aufnehmersignale 312 und 322 werden
zur Auswertung an die Auswerteeinheit 43 geleitet.
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In
der Auswerteeinheit 43 wird zumindest eines der digitalisierten
Aufnehmersignale 312 oder 322 daraufhin untersucht,
ob darin ein Einsatzsignal eines Einsatzfahrzeugs 3 enthalten
ist. Dies kann beispielsweise durch Spektralanalyse des Aufnehmersignals 312 oder 322 und
Vergleich mit entsprechend hinterlegten Referenzwerten für
bekannte Einsatzsignale und/oder durch zeitliche Auswertung des Aufnehmersignals,
insbesondere beispielsweise durch Korrelation des Aufnehmersignals
mit abgespeicherten Mustersignalen erfolgen. Eine Erkennung des
Einsatzsignals kann auch mit Verfahren ähnlich an sich
bekannter Spracherkennungsverfahren erfolgen, wobei Takt oder Wiederholraten,
Anschwell- und Abschwellverhalten der Melodie und des Frequenzgemisches
oder dergleichen mehr analysiert werden. Eine sich durch Dopplereffekt
infolge Relativgeschwindigkeit zwischen Beobachter 2 und Einsatzfahrzeug 3 ergebende
Frequenzverschiebung im aufgenommenen Einsatzsignal kann rechnerisch
bestimmt und daraus eine Aussage über die Relativgeschwindigkeit
getroffen werden. Weiter werden beide Aufnehmersignale 312 und 322 zur
Bestimmung der Richtung, in der sich das Einsatzfahrzeug 3 vom
Beobachter 2 betrachtet aus befindet, ausgewertet. Die
Richtungsermittlung kann insbesondere durch Korrelation der beiden
Aufnehmersignale miteinander erfolgen, wobei sich als Ergebnis eine
Laufzeitdifferenz für das in den Aufnehmersignalen enthaltene
Einsatzsignal ergibt. Daraus und aus einem bekannten Abstand der
Aufnehmer zueinander ist der Einfallswinkel des Einsatzsignals rechnerisch
bestimmbar, so dass der Einfallswinkel auf zwei mögliche,
gegeneinander um 180 Grad versetzte Winkel festgelegt werden kann.
Eine eindeutige Bestimmung des Einfallswinkels ist durch zusätzliche Auswertung
der Aufnehmersignal-Amplituden, beispielsweise ebenfalls im Wege
der Korrelation der beiden Signale, möglich.
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Als
Ergebnis der Auswertung 43 liegen somit Informationen über
die Bewegungsrichtung 30 des Einsatzfahrzeugs 3 relativ
zum Beobachter 2 vor, die Informationen über
- – die Art des Einsatzfahrzeugs,
- – die Geschwindigkeit des Einsatzfahrzeugs 3 (bezogen
auf den Beobachter 2),
- – eine Annäherung oder Entfernung des Einsatzfahrzeugs 3 (bezogen
auf den. Beobachter 2) und
- – einen Winkel, in dem sich das Einsatzfahrzeug 3 aus
Sicht des Beobachters 2 befindet,
umfassen. Diese
Informationen werden als Informationssignal 430 an die
Steuerung 44 weitergeleitet.
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Die
Steuerung 44 umfasst, vorzugsweise für jeden Wiedergabekanal
der Audioanlage, Zeitverzögerungs- und Dämpfungs-
oder Verstärkungsglieder, mittels derer ein Audiosignal,
hier das an den Fahrzeugführer auszugebende Warnsignal,
für jeden Lautsprecher 11, 12, 13, 14 individuell
verzögert und gedämpft oder verstärkt
werden kann. Aus dem erhaltenen Informationssignal 430,
hier insbesondere der Winkelinformation, werden für jeden
Lautsprecher 11, 12, 13, 14 Zeitverzögerung
und Dämpfung bzw. Verstärkung so eingestellt,
dass das bei Ausgabe über die Lautsprecher ausgegebene
Warnsignal 15, welches sich aus einer Überlagerung
der einzelnen Lautsprechersignale, genauer der von diesen ausgehenden
Schall-Wellenfronten, ergibt, aus Richtung 30 des Einsatzfahrzeugs 3 auf
den Beobachter 2 trifft. Somit erhält der Beobachter 2 eine
Information darüber, in welcher Richtung sich das Einsatzfahrzeug 3 befindet.
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Die
Geschwindigkeitsinformation kann vorteilhaft zur Anpassung der Tonlage
des Warnsignals verwendet werden. Wird als Warnsignal das empfangene
Einsatzsignal verwendet, wobei dieses aus dem empfangenen Signalgemisch
durch Filterung erhalten werden oder beispielsweise aus den ohnehin gespeicherten
Parametern oder Mustersignalen synthetisiert sein kann, kann für
die Wiedergabe die Tonhöhe des Warnsignals an die des am
Beobachterort 2 auch direkt hörbaren Einsatzsignals
des Einsatzfahrzeugs 3 angepasst werden. Somit wird der
Eindruck vermieden, es näherten sich möglicherweise mehrere
verschiedene Einsatzfahrzeuge. Weiterhin kann hier insbesondere
auch das auszugebende Warnsignal 15 bezüglich
des am Beobachterstandort 2 hörbaren Einsatzsignals
phasengleich ausgegeben werden, um störende Interferenzeffekte
zu vermeiden. Die hierzu erforderliche Information über
die Phasenlage des Einsatzsignals am Standort des Beobachters 2 kann
in der Auswertung 43 leicht mit bestimmt werden.
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Die
Geschwindigkeitsinformation kann vorteilhaft weiterhin zur Anpassung
der Widergabelautstärke des Warnsignals 15 verwendet
werden, so dass für den Benutzer 2 ein sich näherndes
Einsatzfahrzeug durch eine ansteigende Lautstärke, ein
sich entfernendes Einsatzfahrzeug durch eine abfallende Lautstärke
angezeigt wird. Alternativ kann bei einem sich entfernenden Einsatzfahrzeug 3 auch
die Ausgabe des Warnsignals 15 unterdrückt werden.
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Abweichend
von der vorstehend beschriebenen Ausgestaltung der Schallaufnehmer
können diese auch über abweichende Richtcharakteristiken
verfügen. Werden drei oder mehr jeweils voneinander beabstandet
angeordnete Schallaufnehmer 16, 17 verwendet,
kann auf eine ausgeprägte Richtcharakteristik verzichtet
werden, wobei die Richtung des Einsatzfahrzeugs 3 durch
Triangulation bestimmt werden kann. Die Auswerteeinrichtung 43 ist
dann zur Richtungsbestimmung entsprechend angepasst.
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Das über
die Lautsprecher 11 bis 14 auszugebende Warnsignal 15 kann
vorteilhaft in ein gerade mittels der Audiosignalanlage wiedergegebenes,
insbesondere Unterhaltungs-, Audiosignal 440 eingeblendet
oder diesem überlagert werden. Hier kann insbesondere auch
vorgesehen werden, dass der Lautstärkepegel des Unterhaltungssignals 440 bei erkanntem
Einsatzsignal reduziert und der Lautstärkepegel des Warnsignals
erhöht wird, also eine Art Überblendeffekt vom
Unterhaltungs- auf das Warnsignal, so dass auch bei beispielsweise
sehr lautem Unterhaltungssignal das Warnsignal deutlich wahrnehmbar
ist, ohne dass das Gehör des Beobachters 2 überlastet
würde. Weiter kann insbesondere vorgesehen sein, dass der
Lautstärkeanstieg des Warnsignals durch die Lautstärkebeeinflussung
infolge Annäherung oder Entfernung des Einsatzfahrzeugs 3 überlagert
wird.
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Die
erfindungsgemäße Vorrichtung kann vorzugsweise
als Bestandteil der Audiosignalanlage ausgeführt sein.
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ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
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Zitierte Patentliteratur
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- - US 5235329 [0004]
- - JP 0621597 [0004]
- - JP 06154115 [0004]
- - EP 0773524 [0004]
- - EP 1307868 [0004]
- - DE 10060017 A1 [0005]