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Die
Erfindung betrifft ein Verfahren zum Ansteuern eines Einspritzventils
und eine Einrichtung zum Kontrollieren eines Einspritzventils sowie
ein Computerprogramm und ein Computerprogrammprodukt.
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Stand der Technik.
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Für das Öffnen und
Offenhalten eines typischerweise innenöffnenden Einspritzventils,
insbesondere eines Hochdruckeinspritzmagnetventils oder Hochdruckeinspritzventils
bei Benzin-Direkteinspritzung, wird zur Ansteuerung ein komplexes Stromprofil
eingesetzt. Dieses weist eine sog. Boosterphase auf, wobei ein hoher
Strom mit einem steilen Anstieg durch das Zuschalten des Hochdruckeinspritzventils
auf einen Boosterkondensator erzeugt wird, der Energie unter einer
elektrischen Spannung von z. B. 65 V speichert und sie dem Hochdruckeinspritzventil
während
der Boosterphase liefert. Der Strom in der Boosterphase ist unabhängig von
der Batteriespannung, solange der Boosterkondensator eine ausreichende
Boosterspannung bereitstellen kann. Das komplexe Stromprofil weist
auch eine Haltephase auf, wobei der Strom auf ein niedrigeres Niveaus
bzw. einen niedrigeren effektiven Wert abgesenkt und um diesen effektiven
Wert geregelt wird. Die Regelung erfolgt bspw. durch Zuschalten
einer Ventilspule auf die Batteriespannung.
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Die
einzustellenden Höhen
des Booster- und Haltestroms werden in der Regel durch einen maximalen
Systemdruck, gegen den das Hochdruckeinspritzventil geöffnet und
offengehalten werden muss, und einen statischen Durchfluss des einzuspritzenden
Kraftstoffs bestimmt.
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Offenbarung der Erfindung
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Die
Erfindung betrifft ein Verfahren zum Kontrollieren eines Einspritzventils,
bei dem das Einspritzventil während
der Haltephase, bei der das Einspritzventil offengehalten wird,
mit einem Strom bestromt wird, der von einem Kondensator bereitgestellt
wird.
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Üblicherweise
ist vorgesehen, dass der Strom während
einer ersten Phase, die als sog. Anstiegs- oder Boosterphase bezeichnet wird,
während der
das Einspritzventil geöffnet
wird und die der Haltephase vorausgeht, von dem Kondensator bereitgestellt
wird. Während
dieser Anstiegsphase wird durch das Einspritzventil ein Strom mit
einer steil ansteigenden Stromstärke
geleitet. Erfindungsgemäß ist somit vorgesehen,
dass der Kondensator, der auch als Boosterkondensator bezeichnet
wird und zur Bereitstellung des steilen Anstiegs der Stromstärke ausgebildet
ist, zusätzlich
dazu genutzt wird, das Einspritzventil während der Haltephase zu bestromen
und dabei eine Stromquelle, die ansonsten zur Bestromung des Einspritzventils
vorgesehen ist, zu ersetzen oder zumindest zu ergänzen, so
dass dem Einspritzventil auch während
der Haltephase ein hinreichend hoher Strom bereitgestellt wird.
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Bei
einer Variante der Erfindung wird der Strom während der Haltephase auf einen
effektiven, üblicherweise
konstanten Wert geregelt.
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In
Ausgestaltung wird das Verfahren während eines Startvorgangs durchgeführt. Weiterhin kann
es u. a. dann durchgeführt
werden, wenn eine Leistung einer als Batterie ausgebildeten Stromquelle,
von der der Strom während
der Haltephase bei einem Standardbetrieb bereitgestellt wird, zu
niedrig ist. Somit kann die Zumessgenauigkeit des Einspritzventils
sichergestellt werden.
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Die
Erfindung betrifft außerdem
eine Einrichtung zum Kontrollieren eines Einspritzventils, die dazu
ausgebildet ist, zu bewirken, dass ein Kondensator dem Einspritzventil
während
einer Haltephase, bei der das Einspritzventil geschlossen wird,
einen Strom bereitstellt.
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Dies
kann in Ausgestaltung bedeuten, dass die Einrichtung dazu ausgebildet
ist, den Kondensator sowie eine Batterie als weitere Stromquelle
für das
Einspritzventil zu kontrollieren, so dass die Stromquellen das Einspritzventil
je nach Bedarf bestromen, dabei können die Batterie sowie der
Kondensator dem Einspritzventil zugeschaltet werden. Eine Regelung
kann hierbei durch Zuschalten einer Ventilspule auf eine Spannung
der Batterie erfolgen. Ein Zuschalten des Kondensators kann während der ersten
Phase und nun auch zusätzlich
während
der Haltephase erfolgen.
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Die
Einrichtung ist in einer Ausführungsform dazu
ausgebildet ist, eine Bereitstellung des Stroms während der
Haltephase durch den Kondensator zu veranlassen, wenn eine Leistung
der Batterie, die den Strom während
der Haltephase bei einem Standardbetrieb bereitstellt, zu niedrig
ist.
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Mit
der Einrichtung, die als Steuergerät ausgebildet sein kann, ist
das Einspritzventil sowie eine als Kondensator ausgebildete Stromquelle
zu kontrollieren und somit zu regeln und/oder zu steuern. Zur Bestromung
des Einspritzventils stellt die Einrichtung typischerweise ein für einen
jeweiligen Betriebspunkt des Einspritzventils geeignetes Stromprofil bereit.
Hierzu kann die Einrichtung das Einspritzventil, insbesondere Hochdruckeinspritzventil,
sowie andere Motorkomponenten, die mit dem Einspritzventil zusammenwirken
und/oder von einer Funktion des Einspritzventils abhängig sind,
direkt oder indirekt überwachen.
In Ausgestaltung kann die Einrichtung dazu ausgebildet sein, die
Stromquellen, d. h. typischerweise den Kondensator und die Batterie und/oder
eine Schaltungsanordnung, über
die ein Strom von der Batterie und dem Kondensator zu dem Einspritzventil üblicherweise
fließt,
durch geeignetes Beschalten zu kontrollieren.
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Bei
einem Standardbetrieb ist die Einrichtung bspw. durch Bereitstellung
eines Stromprofils dazu ausgebildet, die Schaltungsanordnung derart einzustellen,
dass der Strom während
der ersten Phase bzw. einer sog. Anstiegsphase von dem Kondensator
zu dem Einspritzventil fließt.
Während
der Anzugsphase kontrolliert die Einrichtung die Schaltungsanordnung
derart, dass der Strom während
des Standardbetriebs von der Batterie bereitgestellt wird. Bei einem
Start des Motors und/oder für
den Fall, dass eine Spannung und somit Strom aus der Batterie zu
gering ist, kontrolliert die Einrichtung die beiden Stromquellen
und/oder die Schaltungsanordnung derart, dass während der Haltephase alternativ
oder zumindest zusätzlich
zum Strom, der beim Standardbetrieb ansonsten nur von der Batterie
bereitgestellt wird, nun auch Strom vom Kondensator bereitgestellt wird.
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Es
ist vorgesehen, dass sämtliche
Schritte des Verfahrens zur Ansteuerung des Einspritzventils, in
der Regel ein Hochdruckeinspritzventil für einen Motor eines Fahrzeugs,
und somit insgesamt zur Kontrolle oder Regelung des Einspritzventils
durch die beschriebene Einrichtung durchgeführt werden können. Einzelne
Funktionen der Einrichtung können als
Schritte des erfindungsgemäßen Verfahrens
realisiert werden.
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Das
erfindungsgemäße Computerprogramm mit
Programmcodemitteln ist dazu ausgebildet, um alle Schritte eines
erfindungsgemäßen Verfahrens durchzuführen, wenn
das Computerprogramm auf einem Computer oder einer entsprechenden
Recheneinheit, insbesondere in einer erfindungsgemäßen Einrichtung,
ausgeführt
wird.
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Das
weiterhin vorgesehene, erfindungsgemäße Computerprogrammprodukt
mit Programmcodemitteln, die auf einem computerlesbaren Datenträger gespeichert
sind, ist zum Durchführen
aller Schritte eines beschriebenen Verfahrens ausgebildet, wenn
das Computerprogramm auf einem Computer oder einer entsprechenden
Recheneinheit, insbesondere in einer erfindungsgemäßen Einrichtung, ausgeführt wird.
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Mit
der Erfindung wird u. a. ein Offenhalten des Hochdruckeinspritzventils
(HDEV) durch eine Regelung des Stroms mit einer durch den Kondensator
bereitgestellten Boosterspannung, die von einem Boosterkondensator
bereitgestellt wird, auch während
der Haltephase erreicht.
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Bei
einer Variante der Erfindung ist es möglich, mit dem Hochdruckeinspritzventil
auch bei geringen Batteriespannungen, hohem Kraftstoffdruck und hohem
Ventildurchfluss die notwendigen Kraftstoffmengen für einen
Heißstart
oder wiederholten Kaltstart bereitzustellen. Ein Einsatzbereich
des Hochdruckeinspritzventils kann dadurch bzgl. einer Spulentemperatur,
einer Batteriespannung, einem Systemdruck und einem Durchfluss des
Kraftstoffs erweitert werden.
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Bei
einem Normalbetrieb wird bei einer Benzin-Direkteinspritzung der
höchste
Systemdruck durch das Öffnen
eines Druckbegrenzungsventils bestimmt. Ein Öffnungsdruck des Druckbegrenzungsventils
wird z. B. beim Heißstart
erreicht, d. h. bei einem Startvorgang nach einer Abstellphase,
bei dem im Kraftstoffhochdrucksystem aufgrund der Aufheizung des
Kraftstoffs eine Druckerhöhung
erfolgt. Die Aufheizung des Kraftstoffs im Kraftstoffsystem erfolgt durch
die Wärmeübertragung
eines vorher in Volllast gefahrenen und deshalb stark aufgeheizten
Motors. Ferner bricht die Batteriespannung beim Start aufgrund der
Ansteuerung des Anlassers i. d. R. ein. Die ungünstige Kombination zwischen
dem hohen erforderlichen Systemdruck, gegen den das Hochdruckeinspritzventil
offen gehalten werden muss, und einer geringen Batteriespannung,
mit der der Strom in der Haltephase erzeugt wird, kann aufgrund
des unzureichenden effektiven Haltestroms zu frühem Schließen des Einspritzventils und
darum zur Abmagerung der Starteinspritzungen führen, was zu Aussetzern mit entsprechender
Verschlechterung von Abgaswerten und des Startverhaltens bis zu
einem kompletten Startversagen führen
kann.
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Eine
andere ungünstige
Kombination ist bspw. der wiederholte Kaltstart. In diesem Fall
wird der Motor bei tiefen Umgebungstemperaturen gestartet und mit
hoher Last wenige Minuten gefahren. Beim Abstellen erhöht sich
der Druck im Rail bis zum Druckbegrenzungsventildruck auf Grund
des hohen Temperaturunterschiedes schnell. Bei einem wiederholten
Start bricht die Batteriespannung stark ein und die Ventile müssen gegen
hohen Druck offengehalten werden.
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Mit
der Erfindung wird u. a. die Haltephase durch eine batteriespannungsunabhängige, längere Anstiegs-
bzw. Boosterphase ersetzt. Somit kann die erwähnte Abmagerung der Einspritzungen
beim Heißstart
und wiederholtem Kaltstart vermieden werden.
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Weitere
Vorteile und Ausgestaltungen der Erfindung ergeben sich aus der
Beschreibung und der beiliegenden Zeichnung.
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Es
versteht sich, dass die voranstehend genannten und die nachstehend
noch zu erläuternden Merkmale
nicht nur in der jeweils angegebenen Kombination, sondern auch in
anderen Kombinationen oder in Alleinstellung verwendbar sind, ohne
den Rahmen der vorliegenden Erfindung zu verlassen.
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Die
Erfindung ist anhand von Ausführungsbeispielen
in der Zeichnung schematisch dargestellt und wird im folgenden unter
Bezugnahme auf die Zeichnung ausführlich beschrieben.
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Kurze Beschreibung der Zeichnungen
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1 zeigt
in schematischer Darstellung Beispiele für Diagramme für Parameter
eines Einspritzventils in einem Standardbetrieb.
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2 zeigt
in schematischer Darstellung Beispiele für Diagramme für Parameter
eines Einspritzventils bei geringer Batteriespannung.
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3 zeigt
in schematischer Darstellung Beispiele für Diagramme für Parameter
eines Einspritzventils bei zusätzlicher
Stromentnahme durch einen Kondensator während einer Haltephase.
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4 zeigt
ein Beispiel für
eine Anordnung, die eine Ausführungsform
einer erfindungsgemäßen Einrichtung
aufweist.
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Ausführungsformen der Erfindung
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1 zeigt
ein erstes, zweites und drittes Diagramm 2, 4, 6,
in denen jeweils ein Parameter zur Verdeutlichung eines Ansteuerungsprofils
bei einem Standardbetrieb für
ein als Hochdruckeinspritzventil ausgebildetes Einspritzventil über Zeitachsen 8, 10, 12 aufgetragen
ist. Die Zeitachsen 8, 10, 12 umfassen
in den in den Diagrammen 2, 4, 6 gezeigten
Abschnitten einige Millisekunden [ms]. Dabei sind diese Zeitachsen 8, 10, 12 derart übereinander
angeordnet, dass für
die über
die Diagramme 2, 4, 6 dargestellten Werte
von Parameter ein simultaner zeitlicher Ablauf dieser Parameter
dargestellt ist.
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Hierbei
ist in dem ersten Diagramm 2 in Richtung einer vertikalen
Signalachse 14 als Parameter ein Wert eines Ansteuerungssignals 16,
der von einem Steuergerät
bereitgestellt wird, aufgetragen. Dabei ist der Wert des Ansteuerungssignals 16 während eines
Zeitintervalls 18 null. Vor und nach diesem Zeitintervall 18 ist
für das
Ansteuerungssignal 16 jeweils ein konstanter Wert vorgesehen.
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In
dem zweiten Diagramm 4 aus 1 ist entlang
einer vertikalen Stromachse 20 eine Stromstärke in Ampere
aufgetragen. In dem zweiten Diagramm 4 ist somit ein Verlauf
eines Stromprofils 22, mit dem das Einspritzventil zu bestromen
ist, so dass ein entsprechender Strom durch das Einspritzenventil
fließt,
dargestellt.
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Dieses
Stromprofil 22 umfasst im Detail einen steilen Anstieg,
der bis zum Erreichen eines sog. maximalen Boosterstroms 24 abgeschlossen
ist. Diese erste Phase des Stromprofils 22 wird auch als Boosterphase
bezeichnet.
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Nach
Erreichen des Boosterstroms 24 ist vorgesehen, dass das
Stromprofil 22 abgesenkt wird. Eine derartige Absenkung
begleitet eine Anzugsphase des Stromprofils 22, wobei der
Strom auf einen durch eine zweite Gerade 28 gekennzeichneten
effektiven Anzugsstrom geregelt wird. Diese Phase des Stromprofils
wird als Anzugsphase bezeichnet. Der effektive Wert für die Stromstärke während der Booster-
und Anzugsphase ist durch die Gerade 26 dargestellt.
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Nach
dieser Anzugsphase des Stromprofils 22 erfolgt eine weitere
Absenkung des Stromprofils 22. Bei einer damit verbundenen
Haltephase des Stromprofils 22 wird dieses auf einen durch
eine dritte Gerade 30 dargestellten effektiven Haltestrom
geregelt. Danach fällt
ein Wert des Stromprofils 22 auf einen Wert von 0 Ampere.
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Bei
der Ansteuerung des Einspritzventils ist vorgesehen, dass die Öffnung des
Einspritzventils während
der Anstiegsphase bis zum Erreichen des Boosterstroms 24 eingeleitet
wird. Während
der Anzugsphase, bei der das Stromprofil 22 auf den effektiven
Anzugsstrom (zweite Gerade 28) geregelt wird, wird das
Einspritzventil vollständig
geöffnet.
Während
der darauf folgenden Haltephase des Stromprofils 22 wird
das Einspritzventil offengehalten. Es sei darauf hingewiesen, dass
die Diagramme der nachfolgenden 2 und 3 auch
jeweils in Anstiegs-, Anzugs- und Haltephasen unterteilt sind.
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Dass
das Stromprofil 22 während
der Anzugsphase sowie während
der Haltephase auf den effektiven Anzugswert und den effektiven
Haltewert geregelt wird, ist innerhalb des zweiten Diagramms 4 durch
einen zickzackförmigen
Verlauf des Stromprofils 22 verdeutlicht.
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In
dem dritten Diagramm 6 ist entlang einer Spannungsachse 32 ein
Wert 34 einer an Anschlüssen
und somit Pins des Einspritzventils anliegenden Spannung dargestellt.
Dieser Wert 34 für
die gemessene Spannung weist innerhalb des dritten Diagramms zu
Beginn und somit bis zum Ende der Anstiegsphase eine maximale positive
Boosterspannung 36 und am Ende, in diesem Fall zum Abschluss der
Haltephase, eine maximale negative Boosterspannung 38 auf.
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Bei
einer vergleichenden Betrachtung des zweiten und des dritten Diagramms 4, 6 unter
Berücksichtung
der Zeitachsen 10, 12 geht hervor, dass ein Peak
mit der maximalen positiven Boosterspannung 36 während des
steilen Anstiegs des Stromprofils 22 erreicht wird. Während der
Anzugsphase liegt ein rechteckförmiger
Verlauf des Werts 34 für
die Spannung vor, wobei die Spannung maximal einen durch eine Gerade 40 dargestellten
Wert einer Batteriespannung erreicht. Bei einem Übergang von der Anzugsphase
zu der Haltephase erreicht die Spannung 34 einen minimalen
Wert. Während
der Haltephase bewegt sich ein Wert der gemessenen Spannung 34 zwischen
0 Volt und einer maximalen durch die Gerade 40 gekennzeichneten
Batteriespannung.
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Entsprechend 1 zeigt 2 ebenfalls drei
Diagramme 50, 52, 54 für Parameter
von Ansteuerungsprofilen für
das Einspritzventil bei geringer Batteriespannung mit horizontalen
Zeitachsen 56, 58, 60.
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Dabei
ist in einem ersten Diagramm 50 entlang einer Signalachse 62 ein
Wert für
ein Ansteuerungssignal 64 eines Steuergeräts aufgetragen,
der während
eines Zeitintervalls 66 null ist.
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In
dem zweiten Diagramm 52 ist entlang der vertikalen Stromachse 68 ein
Stromprofil 70 für
den Fall einer geringen Batteriespannung aufgetragen. In diesem
Fall wird während
eines steilen Anstiegs während
der ersten Phase bzw. Anstiegsphase ein maximaler Boosterstrom 72 erreicht.
Bei der nachfolgenden Anzugsphase ist ein effektiv erreichter Wert
des Stromprofils 70 durch die Gerade 76 dargestellt. Während der
Haltephase, bei der das Einspritzventil geschlossen wird, liegt
ein erreichter Wert des Stromprofils 70 jedoch unterhalb
eines üblicherweise
zu erreichenden und durch die Gerade 78 gekennzeichneten
Werts eines Haltestroms.
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In
dem dritten Diagramm ist entlang einer Spannungsachse 80 ein
Wert 82 für
eine an dem Einspritzventil anliegende, gemessene Spannung dargestellt.
Dabei erreicht die Spannung zu Beginn eine maximale Boosterspannung
(Gerade 84) und am Ende eine maximal negative Boosterspannung
(Gerade 86). Dazwischen erreicht die Spannung maximal eine
erniedrigte, hier konstante Batteriespannung (Gerade 88).
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3 zeigt
Diagramme 100, 102, 104 für Ansteuerungsprofile
für Parameter
eines Einspritzventils bei geringer Batteriespannung mit zuzüglicher Stromentnahme
aus einem als Boosterkondensator ausgebildeten Kondensator während der
Haltephase. Auch bei diesen drei Diagrammen 100, 102, 104 sind
die horizontalen Zeitachsen 106, 108, 110 wie bei
den Diagrammen 2, 4, 6 von 1 sowie 50, 52, 54 aus 2 übereinander
angeordnet.
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Dabei
ist in einem ersten Diagramm 100 entlang einer vertikalen
Signalachse 112 ein Wert für ein Ansteuerungssignal 114 aufgetragen,
der wie bei den voranstehend beschriebenen Beispielen während eines
Zeitintervalls 116 null ist.
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Ein
Stromprofil 118, das in dem zweiten Diagramm 102 entlang
einer Stromachse 120 aufgetragen ist, zeigt, wie die vorangegangenen
Beispiele zunächst
einen steilen Anstieg bis zum Erreichen eines sogenannten Boosterstroms
(Gerade 122). Es ist vorgesehen, dass dieser steile Anstieg
durch einen als Boosterkondensator ausgebildeten Kondensator bereitgestellt
wird.
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Nach
Erreichen des maximalen Boosterstroms wird das Einspritzventil vollständig geöffnet, wobei
eine Stromstärke
abnimmt und einen effektiven Anzugsstrom aufweist, der in diesem
zweiten Diagramm durch die Gerade 126 gekennzeichnet ist.
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Da
die Batteriespannung im vorliegenden Fall reduziert ist, wird bei
der danach folgenden Haltephase ein zusätzlicher Strom, ebenfalls durch
den Boosterkondensator bereitgestellt, so dass während einer Haltephase, die
ein Schließen
des Einspritzventils begleitet, eine Regelung um einen effektiven Haltestrom,
wie durch die Gerade 126 angedeutet, erreicht wird. Somit
fließt
durch das Einspritzventil während
der Haltephase ein höherer
Strom, als es bei dem zweiten Diagramm 52 aus 2 der
Fall ist.
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Die
Maßnahme,
zur Bestromung des Einspritzventils während der Haltephase auch den Boosterkondensator
zu benutzen, wirkt sich auch auf den Wert des in dem dritten Diagramm 104 entlang einer
Spannungsachse 130 aufgetragenen Wert 132 der
Spannung aus. Der Wert 132 der Spannung während der
Haltephase übersteigt
nunmehr bei weitem den durch eine Gerade 134 angedeuteten
effektiven Wert einer Batteriespannung. In diesem Fall nimmt die
hier rechteckförmige
Spannung abwechselnd einen minimalen Wert 132 von 0 Volt
und einen maximalen Wert 136, der der Boosterspannung entspricht,
ein.
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Der
Strom in der Haltephase der Ansteuerung des Hochdruckeinspritzventils
wird i. d. R. der Batterie entzogen, wobei der notwendige effektive Haltestrom
durch eine Stromregelung aufrechterhalten wird (1,
zweites Diagramm 4). Falls die Batteriespannung, wie z.
B. beim Kaltstart gering ist, kann der effektive Haltestrom nicht
aufrechterhalten werden, und das Ventil kann frühzeitig schließen (2).
Mit einer flexiblen Gestaltung des Ansteuerungsablaufes des Ventils
kann der Strom in der Haltephase aus dem vorhandenen Boosterkondensator versorgt
werden. In diesem Fall ist der Strom in der Haltephase batteriespannungsunabhängig, der
notwendige, effektive Haltestrom kann erreicht und aufrechterhalten
werden, wie 3 zeigt. Normalerweise wird
Energie aus dem Boosterkondensator nur während der Anstiegs- bzw. Boosterphase
entnommen. Ein Grund hierfür
ist die für
die Nachladung des Boosterkondensators benötigte Zeit. Aufgrund der geringen
Drehzahlen im Start wird die Nachladefähigkeit des Boosterkondensators
jedoch sichergestellt, so dass nunmehr auch während der Haltephase Strom
des Boosterkondensators genutzt werden kann.
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Nach
Ende des Starts bzw. beim Erreichen einer ausreichenden Batteriespannung
und/oder beim Unterschreiten einer bestimmten Druckschwelle, geht
die Haltephase mit Stromregelung aus dem Boosterkondensator in die
Stromregelung aus der Batteriespannung über.
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4 zeigt
eine Anordnung 142, die eine Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Einrichtung 144 mit
einem Endstufenmodul 146, ein Einspritzventil 148 sowie
eine Batterie 150 und einen Kondensator 152, die
als Stromquellen für
das Einspritzventil 148 ausgebildet sind, aufweist.
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Die
erfindungsgemäße, hier
als Steuergerät ausgebildete
Einrichtung 144 ist zur Kontrolle des Einspritzventils 148 vorgesehen,
wobei die Einrichtung 144 in dieser Ausführungsform
einen Zustand des Einspritzventils 148 überwacht. Zur Realisierung einer
Ausführungsform
des erfindungsgemäßen Verfahrens
ist vorgesehen, dass die Einrichtung 144 ein Stromprofil 154 für einen
elektrischen Strom, mit dem das Einspritzventil 148 über mindestens
eine der beiden Stromquellen zu bestromen ist, derart bereitzustellen,
dass dieses Stromprofil 154 in einer ersten Phase einen
steilen, mindestens einmal unterbrochenen Anstieg bis zum Erreichen
des anhand der voranstehenden 1 bis 3 beschriebenen
Boosterstroms, umfasst.
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Während der
in den voranstehenden 1 bis 3 beschriebenen
Haltephase, bei der das Einspritzventil 148 nach einer
erfolgten Öffnung
offengehalten wird, ist üblicherweise
vorgesehen, dass währenddessen
die Batterie 150 als Spannungsquelle für das Einspritzventil 148 dient.
Eine für
eine jeweilige Phase erforderliche Auswahl einer der Spannungsquellen
zur Bestromung des Einspritzventils erfolgt über die Einrichtung 144,
die mindestens eine der Stromquellen über das Stromprofil 154 in
geeigneter Weise beschaltet.
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Bei
vorliegender Ausführungsform
der Erfindung ist vorgesehen, dass für den Fall, dass eine Batteriespannung
der Batterie 150 zu niedrig ist, ein Strom für das Einspritzventil 148 auch
während
der Haltephase von dem Kondensator 152 geliefert wird, der
ansonsten lediglich zur Bestromung während der ersten Phase zum
Erreichen des steilen Anstiegs genutzt wird. Hierzu ist die Einrichtung 144 dazu
ausgebildet, die Batteriespannung sowie weitere Parameter, die eine
Bestromung des Einspritzventils 148 beeinflussen, zu überwachen.
Tritt nun der Fall ein, dass die Batteriespannung bspw. während eines Heißstarts
oder Kaltstarts zu gering ist, ist die Einrichtung 144 in
Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens
dazu geeignet die Stromquellen derart zu steuern und somit zu beschalten,
dass dem Einspritzventil 148 nunmehr von dem Kondensator 152 ein Strom
mit hinreichend großer
Stromstärke
bereitgestellt wird.