DE102007022473A1 - Elastische Einlegesohle - Google Patents
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Abstract
Die Erfindung betrifft eine aus einem Mikrofaservliesstoff hergestellte dünne, elastische Einlegesohle, deren preiswerte Herstellung den einmaligen Gebrauch als mikroporöse Applikation in Schuhwerken vorsieht. Die luft- und wasserdampfdurchlässigen Eigenschaften sowie das Rückhaltevermögen von Schmutzpartikeln prädestinieren die Anwendung in Schuhwerken mit Einrichtungen zur forcierten Belüftung der Füße. Vorteilhaft für den direkten Hautkontakt sind die antimikrobiellen und hydrophilen Eigenschaften. Spezielle mechanisch permanente und chemische Ausrüstungsverfahren sowie zusätzliche Armierungsstoffe ermöglichen interessante, dem Schuhwerk oder Fuß angepasste, Ausführungsformen. Ganz oder teilweise integrierte oder oberflächlich aufgebrachte Haftstoffe ermöglichen eine rutschfeste Fixierung der Einlegesohle im Schuhwerk.
Description
- Die Erfindung betrifft eine dünne elastische Einlegesohle, die insbesondere aus einem mechanisch permanent und oder chemisch ausgerüsteten mikroporösem Vliesstoff mit einer Flächenmasse von 30–320 g/m2 und der vorzugsweisen Dicke kleiner 1 mm besteht. Die mikroporöse Ausführungsform der elastischen Einlegesohle, die hautfreundlichen Einsatzmaterialien, die hohe Schweißaufnahmefähigkeit, die Stabilitätseigenschaften, die Luft- und Wasserdampfdurchlässigkeit sowie das Rückhaltevermögen von Schmutzpartikel prädestiniert die Einlegesohle auch für die Anwendung in Schuhwerken mit Sohlenkonstruktionen zur besseren Schuhbelüftung. Es werden durch Wärme und oder Druck formveränderliche Einlegesohlen ausgewiesen. Zur rutschfesten Fixierung der Einlegesohle im Schuhwerk kann die elastische Einlegesohle ganz oder teilweise mit Haftmitteln versehen sein. Die im Vergleich zu bekannten Einlegesohlen sehr preisgünstige Herstellung macht den einmaligen Gebrauch, daher das tägliche Auswechseln der Einlegesohle, sinnvoll.
- Schuheinlagen kommen in den verschiedensten Ausführungen zum Einsatz. Die meisten Ausführungsformen sind sehr aufwendig gestaltet und aufgrund des teuren Herstellungspreises für ein längerfristiges Tragen vorgesehen. So beschreibt die
EP 0906184B1 ein Schichtverbundmaterial für den Einsatz als Einlegesohle, welches aus aufwendigen und mehrschichtigen Materialien besteht. Im Stand der Technik werden weiterhin Materialien für schweißabsorbierende Schuheinlagesohlen beschrieben, die im Einzelnen in denUS-Patenten Nr. 4.517.308 ,4.864.740 ,5.392.533 und5.197.208 dargestellt sind. - Weiterhin steht bei vielen Schuheinlagen eine verbesserte Wärmeisolation im Vordergrund, wie beispielsweise in den
DE-GM 9105615 ,DE-Gm 9111752 und der ausgewiesen.WO 04/12867 - Ein wesentlicher Nachteil der bekannten Einlegesohlen ist die kostenaufwendige und komplizierte Herstellung, woraus ein mehrmaliges Tragen der Einlegesohlen resultiert. Der Direktkontakt mit der Haut des Fußes ist oft problematisch, da sich aus der Deckschicht der Einlagesohle Textilfasern oberflächlich ablösen. Bei neueren Schuhwerken werden die Schuhsohlen als belüftende Systeme ausgelegt, um den Tragekomfort zu verbessern. Hierbei wirken luftundurchlässige Einlegesohlen dem vorgesehenen Belüftungseffekt entgegen. Elastische Einlegesohlen, die vorzugsweise mit einer Dicke von kleiner 1 mm zum Einsatz kommen und aus einem mikroporösem Vliesstoff oder aber einem mikroporösem Papier oder papierähnlichen Gebilde bestehen, sind nicht bekannt.
- Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine dünne, feuchtigkeitsaufnehmende, elastische Einlegesohle für Schuhwerke anzugeben, die für jedes Schuhwerk geeignet ist und als preiswerte Ausführungsform ein tägliches Wechseln im Schuhwerk sinnvoll macht, um auf einfache Art und Weise geruchsbildenden Bakterien und Pilzen entgegenzuwirken. Ein angenehmes Tragegefühl, auch bei direktem Hautkontakt, hohe Festigkeitseigenschaften, Schweißaufnahmefähigkeit, Luftdurchlässigkeit und variierbare Ausführungsformen sollen die elastische Einlegesohle kennzeichnen. Für den Einsatz in hochwertigen Schuhwerken mit beispielsweise Sohlenkonstruktionen, die eine Belüftung des Schuhwerkes verbessern, wird die Luft- und Wasserdampfdurchlässigkeit bei gleichzeitiger Funktion als Barriere für Schmutzpartikel gefordert.
- Es wurde festgestellt, dass eine Einlegesohle, hergestellt aus einem konfektionierten mikroporösen Vliesstoff, welcher ganz – oder anteilig Mikrofasern oder Mikrofaser-Endlosfilamente enthält, eine Flächenmasse im Bereich von 50–320 g/m2, vorzugsweise aber ein Flächengewicht von 100 g/m2 und eine Materialdicke kleiner 1 mm aufweist, der mechanisch permanent behandelt und oder chemisch ausgerüstet ist, der ganz oder anteilig wärmeverformbare, thermoplastische Materialanteile enthält und dessen schweißaufsaugende Eigenschaft aus den vornehmlich hydrophilen Endgruppen der im Vliesstoff verwendeten Polymere sowie der mikroporösen Vliesstoffkonstruktion resultiert, für die erfindungsgemäße Ausführung geeignet ist. Die vorzugsweise einmalige Verwendung der Einlegesohle und die daraus resultierende zeitlich begrenzte Tragezeit im Schuhwerk reduziert, im Zusammenhang mit der Funktion einer Schweißaufnahme des Fußes und der Schmutzbarriere in einem belüfteten Schuhwerk, auch die mikrobielle Anfälligkeit bzw. den Befall von geruchsbildenen Bakterien und Pilzen.
- Vorteilhafter Weise besteht die elastische Einlegesohle aus einem mikroporösem Spinnvliesstoff, welcher aus ein- oder mehrkomponentigen Endlosfilamenten gebildet wurde und dessen mikroporöse Ausführungsform durch mechanisch permanente Maßnahmen wie Fasersplitten, Rauhen, Prägen oder Perforieren vor während oder nach dem Vliesstoffbildungsprozess erreicht wurde. Eine mit dem Einlegesohlen-Herstellungsprozess verbundene hohe Materialverdichtung von beispielsweise 0,4 mm Dicke bei einem Flächengewicht von 100 g/m2 gewährleistet, neben der geforderten Luft- und Wasserdampfdurchlässigkeit, eine schnelle Abtrocknung und die Funktion als Barriere für Schmutzpartikel, insbesondere beim Einsatz in belüfteten Schuhwerken. Die Verwendung von Endlosfilamenten in der mikroporösen Einlegesohle verbessert die Stabilität und verhindert einen Faserabrieb an der Oberseite der Einlegesohle auch bei direktem Hautkontakt. Durch bekannte chemische Ausrüstungsverfahren können weitere Funktion-/Wirkstoffe in die Einlegesohle eingebracht werden, um beispielsweise die Schweißaufnahmefähigkeit und die Antimikrobiellität zu verbessern.
- Stabilisierte und in der Form und Elastizität dem Schuhwerk oder Fuß angepasste, dünne Einlegesohlen erzielt man durch die zusätzliche verfahrenstechnische Einwirkung von beispielsweise Wärme und oder Druck auf die in der Einlegesohle verwendeten thermoplastisch verformbaren Materialanteile.
- Durch zusätzlich integrierte Armierungsfasern und oder Armierungsflächen im Materialaufbau der Einlegesohle ist eine sehr stabile, leichte und für eine längere Tragezeit geeignete Einlegesohle herstellbar, die durch bekannte Perforierungsverfahren wahlweise luftdurchlässig gestaltet sein kann. Solche leichte und stabile Einlegesohle wird als Verbundstoff mit einem Flächengewicht kleiner 300 g/m2 hergestellt.
- Zur Volumenvergrößerung der Einlegesohle können durch Wärme und oder Druck behandelte schrumpffähige Faseranteile im Materialaufbau verwendet werden.
- Eine rutschfeste Fixierung wird unter anderem durch Haftstoffe erreicht, die ganz- oder teilflächig imprägniert oder an der Einlegesohle angebracht sein können.
- Die erfindungsgemäße elastische Einlegesohle kann auch aus einem mikroporösen Papier oder papierähnlichen Material bestehen.
- Die erfindungsgemäße elastische Einlegesohle wird an nachstehenden Ausführungsbeispielen näher erläutert:
- Beispiel 1
- Eine Einlegesohle wird aus einem Spinnvlies, bestehend aus mehrkomponentigen Endlosfaserfilamenten in der Feinheit von 8 dtex, einer Flächenmasse von 90 g/m2 und einer Materialzusammensetzung 70% Polyester/30% Polyamid, welches durch nachträgliche Heiß-/Nassbehandlung zu einem mikroporösem Vliesstoff mit über 50% anteiligen fibrillierten Fasern zum Vliesstoff verfestigt bzw. nachbehandelt und anschließend hydrophil und antibakteriell ausgerüstet wurde, zu der erfindungsgemäßen elastischen Einlegesohle konfektioniert.
- Die wesentlichen textil-physikalischen Parameter der Einlegesohle sind:
– Reißfestigkeit nach EN 13934-1: längs und quer > 230 N – Flächenmasse nach EN 29092: 90 g/m2 – Fasermaterialien: PA 6/PES – Dicke nach EN 964-1 0,4 mm - Beispiel 2
- Eine elastische Einlegesohle, bestehend aus den im Beispiel 1 verwendeten Materialien und einem Flächengewicht von 150 g/m2 wird mittels Thermobonding zusätzlich verfestigt.
- Durch anschließende Flächenperforierung wird die Luftdurchlässigkeit verbessert.
- Die stabilisierte Einlegesohle weist eine Dicke von kleiner 1 mm auf
- Beispiel 3
- Eine voluminöse, elastische Einlegesohle mit einem Flächengewicht von 120 g/m2, besteht aus einem mikroporöser Spinnvliesstoff, der mehrkomponentige Endlosfaserfilamente enthält, die mindestens 30% schrumpfende Materialanteile ausweisen. Durch Thermofusionsverfahren wird der Schrumpf der schrumpffähigen Materialanteile im Vliesstoff oder aber erst in der konfektionierten Einlegesohle ausgelöst.
- Beispiel 4
- Eine mikroporöse Einlegesohle in der Materialzusammensetzung von Beispiel 1 wurde zusätzlich hydrophil und antibakteriell durch Tauchbadimprägnierung ausgerüstet.
- Beispiel 5
- Eine nach den Beispielen 1–4 hergestellte Einlegesohle enthält, zur rutschfesten Fixierung im Schuhwerk, imprägnierte und oder oberflächlich angeordnete Haftstoffe.
- Beispiel 6
- Eine hochfeste, flexible und verformte Einlegesohle mit einem Gesamtgewicht von 200 g/m2 und einer Dicke kleiner 1,5 mm, wurde aus einem Verbundstoff, bestehend aus einem 150 g/m2 PES – Spinnvlies und einem 50 g/m2 Aramidfaservlies, welches als Stabilisierungsfläche im Verbundstoff fungiert, durch Einwirkung von Wärme und Druck hergestellt. Mit dem Verfestigungs-/Verformungsprozess der Einlegesohle kann auch eine wahlweise Oberflächenstrukturierung verbunden sein.
- Beispiel 7
- Eine elastische Einlegesohle wird aus einem mikroporösem, hydrophilen Papier konfektioniert, welches über 15% anteilige, thermoplastische Fasern enthält und mit einem Flächengewicht von 100 g/m2 und einer Dicke von 0,5 mm auf einer Langsiebpapiermaschine hergestellt wurde.
- ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
- Diese Liste der vom Anmelder aufgeführten Dokumente wurde automatisiert erzeugt und ist ausschließlich zur besseren Information des Lesers aufgenommen. Die Liste ist nicht Bestandteil der deutschen Patent- bzw. Gebrauchsmusteranmeldung. Das DPMA übernimmt keinerlei Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.
- Zitierte Patentliteratur
-
- - EP 0906184 B1 [0002]
- - US 4517308 [0002]
- - US 4864740 [0002]
- - US 5392533 [0002]
- - US 5197208 [0002]
- - DE 9105615 U [0003]
- - DE 9111752 U [0003]
- - WO 04/12867 [0003]
Claims (11)
- Elastische Einlegesohle mit stabilisierter und fusselfreier Oberfläche, hohem Schweißaufnahmevermögen, für den direkten Hautkontakt und besonders zum einmaligen Tragen geeignet, dadurch gekennzeichnet, dass die Einlegesohle aus einem mikroporösen Vliesstoff besteht, der vorzugsweise aus ein- oder mehrkomponentigen Endlosfaserfilamenten gebildet wurde, ein Flächengewicht von 25–320 g/m2, eine Dicke von 0,3–5 mm und Zugkräfte längs/quer über 200N nach EN 13941 aufweist sowie vorteilhaft als luft- und wasserdampfdurchlässige Barriere zur Rückhaltung von Schmutzpartikeln in Schuhwerken mit Sohlensystemen zur forcierten Belüftung des Fußes Anwendung findet.
- Elastische Einlegesohle nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Mikroporösität des für die Einlegesohle verwendeten Vliesstoffes durch mechanisch permanente Verfahren wie Splitten oder Perforieren eines aus Endlosfilamenten der Feinheit bis 10 dtex hergestellten Vliesstoffes erzielt wurde und die Einlegesohle vorzugsweise ein Flächengewicht von 80–120 g/m2 bei einer Dicke kleiner 1 mm aufweist.
- Elastische Einlegesohle mit erhöhtem Volumen nach mindestens einem der Ansprüche 1–2, dadurch gekennzeichnet, dass der für die elastische Einlegesohle verwendete Vliesstoff schrumpffähige Materialanteile enthält, deren Schrumpf durch Wärme und oder Druck ganz- oder teilweise im Vliesstoff oder in der konfektionierten Einlegesohle ausgelöst wurde.
- Elastische Einlegesohle nach mindestens einem der Ansprüche 1–3, dadurch gekennzeichnet, dass durch Wärme und oder Druckeinwirkung die Einlegesohle wahlweise verfestigt und oder schuh-/fußgerecht dauerhaft verformt ist.
- Elastische Einlegesohle nach mindestens einem der Ansprüche 1–4, dadurch gekennzeichnet, dass die Einlegesohle weitere Funktionsstoffe wie beispielsweise antibakterielle, hydrophile oder duftende Stoffe beinhaltet.
- Elastische Einlegesohle nach mindestens einem der Ansprüche 1–5 mit verbessertem Haftvermögen im Schuhwerk, dadurch gekennzeichnet, dass die Einlegesohle, für die rutschfeste Anwendung im Schuhwerk, imprägnierte oder oberflächlich haftende Stoffe enthält.
- Elastische Einlegesohle mit verbesserter Stabilität, dadurch gekennzeichnet, dass die Einlegesohle, zu mindestens einem der in den Ansprüchen 1–6 verwendeten Vliesstoffmaterialien, weitere armierende Fasern und oder Textilflächen enthält und der Materialverbund durch Wärme- und oder Druckeinwirkung verfestigt ist.
- Elastische Einlegesohle, hergestellt aus einem mikroporösem Papier oder einem papierähnlichen mikroporösem Flächengebilde, gekennzeichnet durch ein Flächengewicht kleiner 200 g/m2, einer Materialdicke kleiner 2 mm und im Material mit über 10% vorhandenen thermoplastischen Faseranteile.
- Elastische Einlegesohle nach mindestens einem der Ansprüche 1–8, geeignet als mikroporöses, luft- und wasserdampfdurchlässiges Filtersystem mit verbessertem Rückhaltevermögen von Schmutzpartikeln und zur Erhöhung der Wirksamkeit des Belüftungssystems in Schuhkonstruktionen, integriert als auswechselbare Applikation in Schuhkonstruktionen, die für eine forcierte Belüftung des Fußes vorgesehen sind und insbesondere in perforierten Schuhsohlensystemen, bei denen die Perforierungen über den bekannten Mikrogrößenbereich, daher größer als 1 Mikrometer, liegen können, zum Einsatz kommen.
- Elastische Einlegesohle mit verbesserter Stabilität, gekennzeichnet als mehrlagige Einlegesohle gleicher oder unterschiedlicher Materialaufbauten und unter Verwendung von mindestens einer der in den Ansprüchen 1–9 genannten Flächenmaterialien.
- Elastische Einlegesohle nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass sich zwischen den Materialflächen weitere, vornehmlich auf dem Tragekomfort des Fußes Einfluss nehmende, Funktionsstoffe befinden.
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