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DE102007020726A1 - Auflage und Hülle - Google Patents

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DE102007020726A1
DE102007020726A1 DE200710020726 DE102007020726A DE102007020726A1 DE 102007020726 A1 DE102007020726 A1 DE 102007020726A1 DE 200710020726 DE200710020726 DE 200710020726 DE 102007020726 A DE102007020726 A DE 102007020726A DE 102007020726 A1 DE102007020726 A1 DE 102007020726A1
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DE
Germany
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tissue
hydro
skin
ultrasound
bacterial cellulose
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Ceased
Application number
DE200710020726
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English (en)
Inventor
Robert Dr. Simmoteit
Manfred Dr. Helbig
Detlef Dr. Gorski
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Individual
Original Assignee
Individual
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Publication date
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Priority to EP08748764A priority patent/EP2142255A2/de
Priority to PCT/DE2008/000686 priority patent/WO2008135011A2/de
Priority to DE112008001856T priority patent/DE112008001856A5/de
Publication of DE102007020726A1 publication Critical patent/DE102007020726A1/de
Ceased legal-status Critical Current

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    • A61MEDICAL OR VETERINARY SCIENCE; HYGIENE
    • A61NELECTROTHERAPY; MAGNETOTHERAPY; RADIATION THERAPY; ULTRASOUND THERAPY
    • A61N7/00Ultrasound therapy
    • AHUMAN NECESSITIES
    • A61MEDICAL OR VETERINARY SCIENCE; HYGIENE
    • A61BDIAGNOSIS; SURGERY; IDENTIFICATION
    • A61B8/00Diagnosis using ultrasonic, sonic or infrasonic waves
    • A61B8/42Details of probe positioning or probe attachment to the patient
    • A61B8/4209Details of probe positioning or probe attachment to the patient by using holders, e.g. positioning frames
    • A61B8/4236Details of probe positioning or probe attachment to the patient by using holders, e.g. positioning frames characterised by adhesive patches
    • AHUMAN NECESSITIES
    • A61MEDICAL OR VETERINARY SCIENCE; HYGIENE
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Abstract

Die Aufgabe der Erfindung betrifft eine Auflage und Hülle aus Bakteriencellulose und eine Vorrichtung zur Reinigung. In Verbindung mit medizinischen Geräten, die energiereiche Strahlen und Schallwellen aussenden, ermöglicht die Erfindung die Weiterbildung von bereits vorhandenen therapeutischen und diagnostischen Verfahren oder erweitert die Einsatzmöglichkeiten dieser Verfahren. Die Erfindung findet Anwendung bei kosmetischen, medizinischen, diagnostischen und pharmazeutischen Verfahren. Die Auflagen und Hüllen aus einer faservernetzten Hydroschicht werden bevorzugt eingesetzt in oder nach medizinischen und technischen Behandlungsverfahren und dienen dabei zum Transfer von Stoffen und zur Übertragung, aber auch zum Schutz vor energiereichen Strahlen oder Wellen. Durch die Wiederverwendung der Auflagen wird ein wirtschaftlicher und Material sparender Einsatz ermöglicht.

Description

  • Gebiet der Erfindung
  • Die vorliegende Erfindung betrifft eine Auflage und Hülle und deren Verwendung in Verbindung mit medizinischen Geräten sowie eine Vorrichtung zur Reinigung. Dabei findet die Erfindung Anwendung bei kosmetischen, medizinischen, pharmazeutischen und technischen Verfahren, vorzugsweise bei der medizinischen und kosmetischen Behandlung äußerer Gewebeschichten.
  • Hintergrund der Erfindung
  • Die Haut ist verantwortlich für die Regulierung des Wasserhaushaltes und dient als Sperr und Schutzschicht gegen äußere Einflüsse. Um von außen in tiefer liegende Geweberegionen vordringen zu können, wurden eine Reihe von medizinischen Verfahren entwickelt. Diese Verfahren dienen dazu Krebszellen abzutöten, Gewebezellen anzuregen oder die Eindringtiefe von Medikamenten zu erhöhen. Andere Verfahren nutzen Schallquellen zur Anregung innerer Heilungsprozesse oder zur Gewebeanalyse. Ein derartiges Verfahren und Vorrichtung ist in DE 692 146 72 T2 zur Emittierung von Schallwellen beschrieben. Hier werden thermische Effekte und Gravitationseffekte im Gewebe erzeugt. In EP 1364 624 A1 wird eine Gelauflage aus Polyacylamide verwendet, um die Laserbehandlung zu verbessern. Bei den bekannten Verfahren wird über die Haut Energie in Form von elektromagnetischen Feldern, Licht, ionisierenden Strahlen- oder Ultraschallwellen dem biologischen Gewebe zugeführt. Schwierigkeiten treten immer dann auf, wenn bereits die Schutzschicht der Haut geschädigt ist oder allergische Reaktionen auftreten.
  • Um in tiefer liegende Gewebeschichten einzudringen, werden z. B. wassergefilterte Infrarot-A-Strahlen (wIRA) oder ungefiltertes Infrarotlicht eingesetzt. Wie in DE 101 16 763 C1 beschrieben, wird die Strahlung einer Halogenlampe durch eine spezielle Hydroküvette gefiltert, welche die Haut belastenden Strahlenanteile herausnimmt. Es kommt hierbei zu einer gesteigerten Tiefenwirkung mit bekannten Hauptwirkungen der bestrahlten Gewebe, wie eine Entspannung der Muskulatur, Entzündungshemmung und Schmerzlinderung.
  • Andere Verfahren benutzen Ultraschall, um Wirkstoffe besser in die Haut oder in das Haar einzubringen oder um durch einen gepulsten Ultraschall die Geweberegeneration anzuregen. Damit der Schall in das Gewebe übertragen wird, benötigt man eine Ankopplungs-Substanz. Man benutzt in der Regel Substanzen, wie z. B. Aquasonic® oder sonstige handelsübliche Ultraschallgele, zur Ankopplung. Diese Gele sind notwendig, damit das Ultraschallsignal übertragen werden kann. In DE 100 56 062 A1 ist ein Behandlungsverfahren für Haare beschrieben, bei dem mit Hilfe von Ultraschall und mit einer Temperaturerhöhung Wirkstoffe in das Haar eingebracht werden. Zum Stand der Technik ist weiter bekannt, dass mit Ultraschall Medikamente in Cremes in tiefere Geweberegionen eingebracht werden können. Das Verfahren wird als Ultrasonophorese bezeichnet. Grundsätzlich kommt es aufgrund der Schallschwingungen, insbesondere bei höherer Dosierung und einer kontinuierlichen Anwendung, zu einer Erwärmung speziell an den Grenzschichten. Diese Temperatur erhöhung von ca. 40–45°C verbessert die Dehnbarkeit des Kollagengewebes (Narben, Sehnen, Bänder).
  • Andere äußere Behandlungsmethoden benutzen Warm- oder Kaltkompressen zur Behandlung von Gewebeverletzungen oder zur Regeneration der Haut. Diese Kompressen bestehen in der Regel aus einem Gelmaterial und sind mit einem Kunststoffmaterial ummantelt.
  • Die bekannten Verfahren haben den gravierenden Nachteil, dass in der unmittelbaren Umgebung der Haut kein steuerbarer Materialaustausch stattfindet oder im Fall einer Wunde keine ausreichende Sterilität gewährleistet werden kann. Von besonderem Nachteil ist, dass die Energiestrahlen direkt auf die Haut auftreffen und es bereits hier zu einer Haut- und Gewebeschädigung kommt. Bei Behandlungen mit energiereichen Strahlen, die sich über mehrere Wochen hinziehen, ist bekannt, dass die Regenerationsfähigkeit der Haut und das innere Gewebe nicht nur beeinträchtigt, sondern sogar auch ganz zerstört werden kann. Derartige Gewebedefekte führen zu schwer heilenden Wunden oder zu einer starken Vernarbung der behandelten Geweberegionen. Im letzteren Fall bilden aktivierte Fibroblasten zu viel Kollagen. Nachteilig ist, dass Medizinprodukte, die energetische Strahlen oder Schallwellen aussenden, zu Komplikationen und Nebenwirkungen führen, die die Lebensqualität von Patienten beeinträchtigen. Hierzu gehören die Pigmentierung der Haut, Hautschuppung, Ödembildung im Weichteilgewebe, Radiodermatitis, Ekzembildung, um nur einige zu nennen. Nachteilig ist insbesondere, dass bei den derzeitigen Ultraschallbehandlungen Gelkissen aus künstlichen Materialien verwendet werden, die nicht die Eigenschaften von Ultraschallgelen besitzen. Der Einsatz von handelsüblichen Gelen hingegen ist auf Wunden und an unzugänglichen Stellen, wie auf dem Auge, in engen Hautfalten oder in der Scheide, ungeeignet.
  • Die beschriebenen Nachteile der Haut- und Gewebebehandlungen sind übertragbar auf andere medizinische, pharmazeutische und kosmetische Bereiche sowie auf biologische und technische Gebiete.
  • Zusammenfassung der Erfindung
  • Die Aufgabe der Erfindung betrifft in erster Linie eine Schutz-, Kühlungs- und Transfer-Auflage oder -Hülle für Strahlen oder Schallwellen und in zweiter Linie auch einen Stoffaustausch in Verbindung mit energiereichen Strahlen oder Schallwellen. Weiter ermöglicht die Erfindung die Weiterentwicklung bereits vorhandener therapeutischer und diagnostischer Verfahren oder erweitert die Einsatzmöglichkeiten dieser Verfahren. Durch die Wiederaufbereitung der Auflagen bzw. Hüllen in einer Reinigungsvorrichtung wird ein wirtschaftlicher und Material sparender Einsatz ermöglicht. Die Auflagen und Hüllen finden Anwendung in Kombination mit medizinischen Geräten und nach medizinischen und technischen Behandlungsverfahren. Durch den Einsatz eines Hydrogewebes im Bereich der medizinischen Bestrahlung und Ultraschallverfahren, beim Einbringen von pharmazeutischen Stoffen sowie bei der kosmetischen Behandlung werden diese für den Menschen sicherer und erlauben zusätzlich einen Stofftransfer vor und nach der Behandlung. Hierzu kann insbesondere ein Stofftransfer und Stoffaustausch über die Haut unterstützt werden, beispielsweise mit dem Ziel, die biologischen Regenerationsprozesse der Haut und innerer Gewebe zu aktivieren. Besonders vorteilhaft lässt sich die Erfindung im Bereich der Ultraschalldiagnostik und Ultraschallbehandlung einsetzten, da die Erfindung den Einsatz dieser Technologie erweitert und dabei die wirtschaftliche Verwendung und Hygiene durch die Aufbereitung verbessert wird.
  • Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch eine Auflage oder Hülle nach Anspruch 1 und durch eine Vorrichtung nach Anspruch 17 gelöst. Die abhängigen Ansprüche betreffen vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung.
  • Es wurde herausgefunden, dass ein eng anliegendes und saugfähiges Hydrogewebe aus Bakteriencellulose mit einem hohen Wasser- oder Flüssigkeitsanteil geeignet ist, um die drei Eigenschaften „schützen, kühlen und übertragen" miteinander zu verbinden. Das bevorzugte Material besitzt dabei eine ausgeprägte Kühlungs- und Schutzfunktion durch einen verdunstungsfähigen hohen Flüssigkeits- bzw. Wasseranteil mit einer weichen und glatten Oberfläche. Es wurde überraschender Weise entdeckt, dass die übertragung von Strahlung, Licht- und Schallwellen oder von Stoffen, insbesondere durch einen hohen beweglichen Wasseranteil in einem Netzwerk aus dünnen Fasern bzw. einer faservernetzte Hydroschicht begünstigt wird. überraschend war insbesondere, dass das Bakteriencellulosefaser-Netzwerk die Übertragung von Ultraschallwellen nicht oder nur geringfügig beeinflusst.
  • Die Aufgabe wird bevorzugt gelöst durch eine Auflage und Hülle im Bereich medizinischer, pharmazeutischer, kosmetischer und technischer Anwendungen, dadurch gekennzeichnet, dass diese aus einem Hydrogewebe aus Bakteriencellulosefasern oder einem Faserverbund mit einem beweglichen Wasseranteil oder Flüssigkeitsanteil von mindest 60 Gew.% besteht und eine faservernetzte Hydroschicht in Verbindung mit einem selbst ausgebildeten Wasserfilm ein Übertragungsmedium für Schallwellen bildet oder Strahlung abbremst, streut oder herausfiltert und dabei oder danach zur Kühlung und zum Stoffaustausch aus der Haut oder Gewebe beiträgt.
  • Mit dem beweglichen Wasseranteil ist ein herauspressbar zusammenhängender, wässriger Anteil gemeint, der sich aus dem engmaschigen feinen Fasernetzwerk aus Bakteriencellulosefasern oder einem Materialverbund aus diesen Fasern mit Mikrofasern oder Gelkörpern eines anderen Stoffes herausdrücken und/oder mechanisch bewegen lässt. Es wurde unerwartet gefunden, dass gerade Bakteriencellulosevliese mit einer durchgehenden Gewebeanordnung eine in sich zusammenhängende Wasserschicht und Wasserfilm bilden, die sich besonders gut zur Übertragung von Schallwellen und zur Streuung und zum filtern von Strahlen eignen. Durch den Kontakt mit einer Haut oder einem Gewebe oder durch leichten Druck von außen bildet sich von selbst ein Wasserfilm von wenigen μm bis in den nm-Bereich aus. Dieser Film steht in Kontakt mit der inneren Wasserschicht und stellt somit ein geeignetes Medium für das Einkoppeln von Schallwellen und die Streuung und das Filtern von Strahlung dar. Es wurde gefunden, dass sich die Erfindung in Form einer Auflage oder einer Hülle auf alle Bakteriencellulosearten anwenden lässt. Voraussetzung ist jedoch, dass zumindest ein beweglicher Wasseranteil oder Flüssigkeitsanteil von mindest 60 Gew.% vorhanden ist. Insbesondere die Ausbildung eines eigenen sich immer neu aufbauenden Wasserfilms verbessert die Einkopplung von Ultraschall. Diese Eigenschaft des Hydrogewebes hat gegenüber bekannten Gelkissen oder Gelen den Vorteil, dass die Ultraschallsonde auf der Auflage oder in Verbindung mit einer Hülle besonders gut gleitet, ohne den Ankopplungskontakt zu verlieren. Entsprechend gilt dies, wenn das Hydrogewebe die Ultraschallsonde umkleidet. Hier bildet sich ein Wasserfilm, z. B. auf der Haut, und unterstützt so das Gleiten. Eine zuhängende Wasserschicht von Dicken von z. B. 2–10 mm im Hydrogewebe bildet eine geeignete Vorlauf- und Streustrecke oder eine Filterstrecke für energiereiche Strahlen oder ein Ankopplungsmedium für Schallwellen. Bereits Schichtdicken im Hydrogewebe zwischen 0,2–2 mm, ermöglichen das Einkoppeln von Schallwellen. Größere Dicken bis 20 mm und mehr sind eher für die therapeutische Applikation hoch energetischer Strahlen bzw. zum gezielten Einkoppeln von hochfokussierten Ultraschall (FUS) geeignet. Es wurde herausgefunden, dass bei der neuartigen Verwendung besonders flexible und saugfähige Hydrogewebe auf unebenen Untergrund Vorteile gegenüber herkömmlichen Ultraschallgelen bei der Ulraschall-Bilddarstellung aufweisen.
  • Vorzugsweise besitzt das Hydrogewebe einen Gewebeanteil an Bakteriencellulosefasern zwischen 60–100%. Dadurch, dass dieser Anteil gleichmäßig und netzartig im Material verteilt ist, ergeben sich die Besonderheiten der Bakteriencellulose. Ein herkömmlicher Schwamm besitzt diese Eigenschaften nicht, sondern besitzt hier Trennwände oder Trennflächen. Der Gewichtsanteil an Wasser oder an wässriger Lösung in der Bakteriencellulose kann bis zu 99% betragen und wird dabei in erster Line durch physikalische Kräfte und/oder durch Wasserstoffbrückenbindungen fest gehalten ohne nicht von selbst aus dem Gewebe zu tropfen. Es konnte gezeigt werden, dass sich Bakteriencellulose mit einer glatten Oberfläche in nm Bereich und einer durchgehend vernetzten Struktur sich besonders gut für die Ultraschallübertragung an unebenen Flächen eignet, weil sich die Bakteriencellulose ohne technische Hilfe an eine biologische Oberfläche ansaugt und eine Kontaktschicht ausbildet. Der Einsatz ist dabei hygienischer im Vergleich zu bekannten Ultraschallgelen.
  • Das in der Bakteriencellulose enthaltende Wasser oder die Flüssigkeit ist dabei nicht wie in einem Gel gebunden. Durch z. B. Andrücken des Ultraschallkopfes wird Wasser oder Flüssigkeit aus der Bakteriencellulose herausgedrückt und es bildet sich ein dünner wässriger Film, zumindest auf der glatten Celluloseoberfläche. Dabei wird auch wässriges Medium nach außen verdrängt und je nach Druck wird ein direkter Kontakt mit dem inneren beweglichen und herauspressbaren Wasser bzw. Lösungsanteil hergestellt. Die verformbare Struktur des Hydrogewebes sorgt zusätzlich dafür, dass sich die Form des Ultraschallkopfes optimal anschmiegen kann. Der direkte Kontakt mit dem beweglichen wässrigen Anteil verbessert auch den Materialtransport, z. B. in das Material hinein oder aus diesem heraus. Es hat sich gezeigt, dass ein Hydrogewebe aus Bakteriencellulose sich gut für die Ultraschallankopplung eignet. Da die Wasserfreisetzung auch durch Verdunstung herbeigeführt werden kann, kommt es zusätzlich zu einer effektiven Kühlung der Haut, ohne das diese austrocknet. Es wurde gefunden, dass eine Bakteriencellulose mit einem hohen Wassergehalt von über 70 Gew.% mit einer glatten Oberfläche nicht nur die Bildung eines eigenen Wasserfilms zur Ultraschallkopplung ermöglicht, sondern auch eine effektive, schnelle Verdunstung und somit einen Stoffaustausch mit der Umgebung. Gele oder hoch vernetzte Hydrogelauflagen hingegen besitzen diese Eigenschaften nicht. Unsere Beobachtungen belegen jedoch, dass gerade diese Wasserbeweglichkeit im Bakteriencellulose-Gewebe, welche aus feinsten Fasernetzen besteht, nicht nur Vorteile für die Ankopplung eines Ultraschalls erbringt, sondern auch die Wirkung von energiereichen Strahlen sinnvoll verändert.
  • Gemäß der Erfindung findet das Material Anwendung während einer Ultraschalldiagnostik (Echo-Impuls-Verfahren) oder -behandlung in der Art, dass die Auflage oder Hülle zur Ankopplung von Ultraschall verwendet wird. Die Ultraschallsonden können ohne Gel auf das Hydrogewebe aufgelegt werden und durch die weiche, feuchte und glatte Oberfläche wird der Schall auf die Haut oder ein biologisches Gewebe übertragen. Das Hydrogewebe formt sich dabei auch an unebene Flächen an und unterstützt die Anwendung dadurch, dass wässrige Moleküle in und aus dem Material transportiert werden können und damit ein enger Kontakt mit biologischen Oberflächen hergestellt wird. Die Auflage oder Hülle aus Bakteriencellulose mit Schichtdicken von 0,2–20 mm verhält sich wie eine stabile Wasserschicht, ohne das diese auseinanderfließen kann. Die Wasserschicht dient dabei als eine Art Vorlaufstrecke für Strahlen und Wellen zur Weiterleitung auf die Haut, auf Gewebe oder einem anderen Material. Die verwendete Bakteriencellulose besitzt einen DPw-Wert zwischen 4000 bis 9000 (Polymerisationsgrad), wobei die Syntheserichtung vorzugsweise in der Ebene verläuft. Durch die weiche Oberfläche mit einer Oberflächenrauhigkeit im nm Bereich lassen sich kleinste Unebenheiten von einer anderen Oberfläche abbilden. Um jedoch das Material, insbesondere im medizinischen Bereich, einsetzen zu können, sind längere Bakteriencellulose-Molekülketten, ein durchgängiges Hydronetzwerk und eine glatte Oberfläche von Vorteil. Aus hygienischen Gründen kann das Material alkoholische oder andere antiseptische Lösungen enthalten. Da das Material eine Sterilbarriere bildet, ist es möglich, über einen Wundbereich Ultraschall zu applizieren. Besonders vorteilhaft ist, dass derartige Auflagen zur Abdeckung des OP-Feldes eingesetzt werden können. Hierbei kann über die Auflage in unmittelbarer Nähe und ohne Gel das Operationsfeld mit einer Ultraschalldiagnostik beobachtet werden. Da insbesondere die Auflagen in unterschiedlichen Dicken und Ausformungen hergestellt werden können, läßt sich hier die Ultraschallsonde flächig aufsetzen, obwohl der Untergrund Verformungen, z. B. Erhöhungen oder Vertiefungen, besitzt. Das Schallsignal wird so im Vergleich zu Gel besonders gut weitergeleitet. Was für den Ultraschall wichtig ist, z. B. eine glatte ebene Fläche auf unebenen Untergrund, ist auch für das Einbringen von energiereicher Strahlung von Bedeutung. Das Behandlungsverfahren in tiefere Geweberegionen kann so optimal eingestellt und standardisiert werden.
  • Gemäß der Erfindung wurde ebenfalls gefunden, dass die Auflage bei einer Infrarotlicht-Behandlung sich wie ein Wasserfilter verhält. Hierbei liegt die Bakteriencellulose auf der zu bestrahlenden Haut auf. Je nach Dicke der Auflage wird ein Teil der schädigenden Strahlung herausgefiltert, gleichzeitig die betreffenden Gewebeareale gekühlt und sogar ein temperaturgetriebener Stoffaustausch ermöglicht. Die erfinderische Auflage kann auch im Bereich einer radiologischen Strahlentherapie (z. B. Gammabestrahlung) zur Erzeugung von Streustrahlung zum Einsatz kommen und zur Bekämpfung von Hautkrebs eingesetzt werden. Streustrahlung ist im tieferen Gewebe eigentlich nicht erwünscht. Alternativ könnte das Material bei der intensitätsmodulierten Strahlentherapie (IMRT) sinnvoll eingesetzt werden. Im Fall der Hautbehandlung kann es erwünscht sein, dass durch die Dicke der Auflage die Strahlungsintensität, z. B. die einer ionisierenden Strahlung, sich am Wirkungsort einstellen lässt und darüber hinaus Stoffe zusätzlich mit der Umgebung bzw. mit dem Gewebe ausgetauscht werden. Es versteht sich dabei von selbst, dass das Hydromaterial auch im Bereich der nassen Wundversorgung Anwendung findet. Die besonderen Eigenschaften der Kühlung gekoppelt mit einem Stoffaustausch erlaubt es, dass z. B. die Behandlung einer Brustbestrahlten nach der Bestrahlung fortgeführt wird. Das Ziel ist dabei, dass Stoffe, die beim Zell tod und durch aktivierte Gewebezellen entstehen, aus dem oberen Gewebe bzw. den oberen Hautschichten entzogen oder hier ausgedünnt werden.
  • Gemäß dem weiteren Aspekt der Erfindung ersetzt das Hydrogewebe als Hülle für Ultraschallsonden das übliche Ultraschallgel als Ankopplungsmedium bzw. Übertragungsmedium. Der Vorteil ist, dass das Material als Schutzhülle in Form eines Hohlkörpers oder als eine Art Schutzkappe die Sonde umhüllt und sich flexibel auch an unebenen Flächen anlegt und ansaugt, um dadurch zusätzlich die Luft zwischen den Grenzflächen zu verdrängen. Dadurch, dass feuchte Kontaktflächen bzw. ein Flüssigkeitsfilm vorliegt, kann der Schall optimal übertragen werden. Durch diese Schutzhülle wird es möglich, dass die Ultraschallsonde an unzugänglichen Stellen im Körper, wie z. B. in die Scheide, eingebracht werden kann. Ein anderes Anwendungsgebiet ist der Augapfel. Hier wird beispielsweise eine Auflage aus dem Hydrogewebe eingesetzt. Alternativ kann das Material auch Extremitäten, wie Finger oder Zehen ganz oder nur im vorderen Teil, umhüllen, um diese zu schützen oder sicher behandeln zu können. Dies gilt entsprechend auch für andere Körperteile. Anwendung von Hochfrequenzsonden (bis zu 50 MHz), aber auch gepulste Frequenzen der unterschiedlichsten Bereiche können mit dem Hydrogewebe kombiniert werden.
  • Gemäß dem Einsatzzweck der Erfindung wurde gefunden, dass insbesondere durch die Behandlung erzeugte erhöhte Wärmeenergie in einem biologischen Gewebe zu einem erhöhten Stofftransfer führt. Gleichzeitig wird das Gewebe oder die Haut vor übermäßigem Energieeintrag geschützt. Der hohe Lösungs- und Wasseranteil, der im geeigneten Fall über 90 Gew.% im Hydrogewebe beträgt, ist eine Voraussetzung, um die genannten Funktionen in Verbindung mit ionisierender Strahlung, Laserlicht oder Schallwellen während oder nach der Behandlung eines biologischen Materials zu ermöglichen. Dabei kann die Auflage oder die Hülle aus Bakteriencellulose Lösungen mit oder ohne Wirkstoffe enthalten und in der weiteren Ausbildung der Erfindung eine Übertragung dieser Wirkstoffe über die Haut vorgesehen sein. Dadurch, dass das Wasser in der Bakteriencellulose reversibel gebunden ist, unterstützt das Material in Verbindung mit energetischen Strahlen oder Schallwellen vorzugsweise einen temperaturgetriebenen Stoffaustausch mit einem biologischen Gewebe. Dies erfolgt durch eine Zunahme der Stoffverdunstung, die dadurch entsteht, dass Energie von außen zugeführt wird oder wurde.
  • Weiter wurde gefunden, dass Bakteriencellulose eine Hydrobalance, ein Stofftransfer und eine Entschlackung vom biologischen Gewebe während, aber auch nach der Behandlung mit energetischen Strahlen oder Schallwellen ermöglicht. Das kann in der Art erfolgen, dass Stoffe und Keime aus den oberen Regionen einer angrenzenden biologischen Oberfläche, wie die z. B. einer Haut, verstärkt in das Material oder in die Schutzschicht einwandern oder sich Keime an die untere Materialfläche anlagern, ohne die Haut oder das biologische Gewebe zu schädigen. Die Erfindung unterstützt dabei das zelluläre Gleichgewicht in der Art, dass auf natürliche Weise in Verbindung mit einem Lösungsaustausch die Geweberegeneration unterstützt wird. Diese wiederum hat Einfluss auf die Fibroblastenaktivierung sowie auf andere zellulären Abläufe. Dies zeigt sich auch in der Art, dass die Hautschuppung und eine Hautpigmentierung, beispielsweise nach der Strahlentherapie, durch die erfinderische Auflage reduziert ist. Die Ausbildung einer Radidermatitis ist somit im Bereich der bestrahlten Hautareale vermindert.
  • Da das Material ein biokompatibles und vorzugsweise natives nasses Material ist, ist das Anwendungsgebiet nicht auf unversehrte Haut beschränkt. Das Material kann auch bei Wunden in Verbindung mit einer zusätzlichen Bestrahlungstherapie zum Einsatz kommen. Dabei wird die energetische Strahlung oder werden die Schallwellen in der Auflage oder in der Hülle selbst auch Wärme erzeugen. Die Wärmeentwicklung in der Auflage und über das biologische Gewebe wird als zusätzliche treibende Kraft für den Stoffaustausch genutzt. Dieser kompatible Effekt verkürzt die Stoffaustauschzeiten und verbessert die Akzeptanz bei der Anwendung sowie den wirtschaftlichen Einsatz. Weiterer Vorteil ist, dass durch den hohen Schutzanteil des Wassers in der Auflage hochenergetische Infrarot- oder ionisierende Strahlung, Laserlicht oder Ultraschallwellen die Haut und die inneren Gewebe weniger stark schädigt. Darüber hinaus entsteht weniger Wärme im biologischen Gewebe und Temperaturen über 45°C werden weitestgehend vermieden.
  • Gemäß einem anderen Aspekt der Erfindung ist vorgesehen, dass das Hydrogewebe aus Bakteriencellulose sich im Wasserdampf oder nach einem anderen Verfahren sterilisieren und reinigen lässt. Die Art der Reinigung kann durch Waschen, aber auch durch geeignete Lösungs- und Reinigungsmittel erfolgen. Um das Hydrogewebe, das immer nass sein muss, an einer Ultraschallsonde oder die Ultraschallsonde selbst zu reinigen, kann eine eigens hierfür ausgerichtete Reinigungs- und Lagerungsvorrichtung mit einer Sprühdüse zum Einsatz kommen. Da derzeit keine geeigneten und spezifischen Reinigungsvorrichtungen für Ultraschallsonden existieren, kann diese Vorrichtung auch das handelsübliche Gel heraus waschen. Die verwendete Bakteriencellulose ist stabil gegen alkoholische Lösungen, aber auch gegenüber Laugen. Damit können entsprechende Reinigungsmittel zum Einsatz kommen, um die Hygiene zu sichern. Weiter ist es vorstellbar, dass das Hydrogewebe auch als Schwamm, Vlies oder als Gelkissen ausgebildet oder verbunden oder zum Teil oder ganz ummantelt ist. Zur Ummantelung oder als zusätzliche Abdeckung eignen sich Latices, Sili kone, Polyurethane und andere Folien oder Hüllen mit oder ohne Poren, die nach außen Wassermoleküle durchlassen, um einen Wasserfilm zu ermöglichen.
  • Gemäß der Erfindung wird bevorzugt ein Hydrogewebe aus Bakteriencellulose oder in Verbindung mit einem Kunststoffmaterial oder eine Kombination aus diesen Materialien in Form einer gelartigen Folie, Gewebe oder Vlies oder einer schwammartigen Struktur verwendet. Dabei sind Bakteriencellulosen geeignet, die keinen dünnen auch abgegrenzten Schichtaufbau, ähnlich einem Blätterteig oder wie die Seiten in einem Buch, aufweisen. Eine einheitliche und durchgehend hohe Materialfestigkeit mit Dicken zwischen 0,2–20 mm überträgt den Schall besser als ein uneinheitlicher Aufbau. Dabei ist es nicht von Bedeutung, wie die Bakteriencelulose hergestellt ist, sondern nur wichtig, dass diese Cellulose einen eigenen Flüssigkeits- bzw. Wasserfilm herstellt. Hier wurde gefunden, dass eine gleichmäßig strukturierte und synthetisch hergestellte bakterielle Cellulose mit einer Oberflächenrauhigkeit zwischen 10–500 nm und einem über 60% igen Gewichtsanteil an herauspressbarem Wasser oder einer Flüssigkeit bevorzugt ist, um z. B. eine 1–200 μm dicke Wasserschicht bzw. einen Wasserfilm zu ermöglichen. Durch Herauspressen oder leichtem mechanischen Druck von oben kann mehr Wasser auf die Oberfläche gelangen und so die Filmdicke anwachsen. Dickere Filmdicken entsteht auch nur dort, wo z. B. von oben ein Druck erzeugt wird. Die Bakteriencellulose weist dabei einen mittleren Polymerisationsgrad mit einem DPw-Wert zwischen 4000–9000 auf. Diese Bakteriencellulose kann andere mit der Cellulose fest vernetzte und/oder nur eingelagerte Stoffanteile oder Füllstoffe enthalten. Dies ist dann erforderlich, wenn das Material gefriergetrocknet werden soll oder das Hydrogewebe bestimmten mechanischen Ansprüchen genügen muss. Die gefriergetrocknete Bakteriencellulose muss vor der Anwendung mit einer auf die Anwendung abgestimmten Lösung getränkt werden.
  • Bei der vorliegenden Erfindung ist das enthaltende Wasser oder die Flüssigkeit physikalisch beweglich und kann beispielsweise verdunsten. Durch den Verdunstungseffekt und der niedrigen Oberflächenrauhigkeit im nm Bereich wird ein direkter Kontakt mit der anliegenden Oberfläche erzeugt. Ein flächiger Kontakt verbessert und vergrößert dabei den Stoffaustausch mit einer biologischen Oberfläche. Weiter wurde gefunden, das die bevorzugte bakteriell synthesierte Cellulose auch in geringen Mengen zusätzliche Kunststofffasern mit Dicken im μm Bereich enthalten kann. Ein Mischgewebe aus Fremdfasern und biologischen Fasern entsteht durch die biologische Aktivität der Acetobacter Xylinum Bakterien, die die Fremdfasern mit Bakteriencellulose umweben. In den Zwischenräumen des Netzwerkes sind Wasser- und Lösungsmoleküle bevorzugt über Wasserstoff-Brückenbildung und OH-Gruppen an den Cellulosefäden verbunden. In einer einfachen Ausführungsform kann eine reine und native Bakteriencellulose oder ein Mischmaterial mit anderen Hydrogelen, wie Kol lidon oder anderen Stoffen, wie z. B. Hyaloronsäure, verwendet werden. Beim bekannten Herstellungsprozess wird sichergestellt, dass die Bakteriencellulose einen mittleren Polymerisationsgrad (DPw-Wert) von mindestens 4000 aufweist. Gemäß den gewünschten Eigenschaften können 0,1–10% PVA, CMC oder MC oder andere Additive in Form von Hydrogele zum Nährmedium hinzugefügt sein.
  • Bakteriencellulose in Form von Auflagen oder Hüllen werden durch bekannte Herstellverfahren mit cellulosebildenden Bakterien beispielsweise mit einem einer formstabilen Celluloseschicht produzierenden Stamm des Mikroorganismus Acetobacter Xylinum beimpft und bei einer Temperatur um ca. 28°C kultiviert (siehe Herstellverfahren WO01061026 , DE 100 2275C2 ). Die Nährlösung enthält in bekannter Weise D-Glucose, Dinatriumhydrogenphosphat, Zitonensäure und Standardextracte. Die Stabilität und der innere Aufbau der Bakteriencellulose, kann bei der Herstellung durch zusätzliche Zusätze von wasserlöslichen Polymeren oder Gewebefasern oder Netze verbessert werden. Diese Zusätze können z. B. Polyvinylalkohol (PVA), Carboxymethylcellulose (CMC) oder Methylcellulose (MC) oder ähnliche Zusätze sein. Diese Zusätze werden in Konzentration zwischen 0,1–10% zum Kultivierungsmedium hinzugegeben. Der Gesamtwassergehalt eines geeigneten Hydrogewebes liegt zwischen 80–99 Gew.% und kann jedoch durch Zusatzstoffe oder durch Entfernen von Wasser bei 70 Gew.% liegen, wobei der herauspressbare Anteil mindestens 60% beträgt. Durch das Gewebe besitzt die Bakteriencellulose, insbesondere bei Dicken unter 5 mm, gute semitransparente Eigenschaften. Bei Dicken über 10 mm ist das Hydrogewebe nicht mehr durchsichtig. In Weiterbildung bekannter Herstellverfahren wurde erstmalig eine Matrize, Abformung oder ein geformter Untergrund bzw. Boden im Herstellbehältnis eingebracht, so wurde beobachtet, dass die Bakterien diesen geformten Untergrund nachbilden. Es entsteht eine Auflage aber auch Hülle mit unterschiedlichen Dicken oder mit einer geeigneten Abformung zur Auflage auf Augen, Nasen, Extremitäten, Brust- und Pobereich oder anders gestaltete Bereiche des menschlichen Körpers.
  • Der Aufbau der Auflagen und Hüllen kann derart gestaltet sein, dass eine Lochfolie oder eine Folie mit sichtbaren Poren zur Erweiterung der Einsatzfähigkeit des Materials während des Herstellungsprozesses eingebracht wird. Die Verbindung erfolgt dabei nicht durch Nähen, sondern durch Auflagerung der Folie auf eine bereits vorhandene Celluloseschicht. Anschließend wird der Aufbau mit beimpfter Nährlösung benetzt und der Vorgang des Benetzens wiederholt.
  • Die Hydrogewebeauflage besitzt eine hohe Verformbarkeit und Flexibilität und kann auf unebene Hautbereiche, beispielsweise im Kniegelenk-, Gesicht- oder im Schulterbereich, auf liegen. Damit bieten die Auflagen insgesamt auch gute Eigenschaften für die Anwendung z. B. in Form eines Plasters, als Wundauflage, als Umschlag oder als Pad.
  • Die Festigkeit und der Aufbau des Hydrogewebes hat den Vorteil, dass die Auflagen oder Hüllen aus dem Hydrogewebe durch einfache Reinigung und/oder sterilisieren aufbereitbar sind. Eine einfache Reinigung erfolgt in der Form, dass das verwendete Material in kochendes Wasser gereinigt wird. Dabei wird, wie folgt, vorgegangen: Verwendete Hydroauflagen, werden in einem Gefäß mit Deckel eingebracht und mit ausreichend kochendem Wasser übergossen. Anschließend wird Salz oder eine Salzmischung hinzugegeben, um eine physiologische Salzlösung, z. B. Ringer- oder Kochsalz-Lösung, herzustellen. Alternativ zum kochenden Wasser wird das Hydrogewebe in einer physiologischen Lösung eingelegt und die Lösung durch ein Mikrowellengerät zum Kochen gebracht. Nach dem Abkühlen ist das Hydrogewebe so gut wie steril und kann verwendet werden. Von Vorteil sind Reinigungsverfahren, bei dem zusätzlich ein Sprühstrahl zur Reinigung eingesetzt wird, um Partikelablagerungen auf dem Material zu entfernen.
  • Die Reinigung kann auch automatisch mit einer Reinigungsvorrichtung erfolgen, die im Boden eine Sprühdüse aufweist. Dies kann dann sinnvoll sein, wenn das Material in Verbindung mit einer Ultraschallsonde angewendet wird und nicht bei jeder Anwendung von dieser Sonde entfernt werden soll. Die Vorrichtung dient dabei gleichzeitig als Lagerungsvorrichtung, um die Bakteriencellulose feucht zu halten. Es kann alternativ weiter vorgesehen sein, dass in der Vorrichtung durch Heizstäbe die hier enthaltende Reinigungs- oder Lagerungslösung aufgekocht wird, um eine Sterilisierung zu erreichen. Eine Vorrichtung zur Reinigung von Ultraschallsonden verbessert die Hygiene im Bereich der Ultraschalldiagnostik insgesamt auch ohne die Verbindung mit Hydromaterialien. Dabei kann die Vorrichtung für sich alleine, aber auch in Verbindung mit einem Ultraschallgerät Anwendung finden.
  • Einsatzgebiete und Ausführungsformen
  • Gemäß der Erfindung kann die Kühlungs-, Schutz und Transfer-Auflage oder -Hülle, wie folgt zum Einsatz kommen:
    • a) Gewebe wird im ersten Schritt mit Infrarotlicht, Laserlicht, ionisierende Strahlen oder mit Ultraschallwellen behandelt. Nach Stunden oder unmittelbar nach der Behandlung kommt es zu einer erhöhten Wärmeentwicklung im Gewebe. Dies ist beispielsweise dann der Fall, wenn Weichteilgewebe, wie die Brust, radiologischer Strahlung ausgesetzt wurde. In einem zweiten Schritt wird die Auflage auf die Brust aufgelegt. Es kommt zu einer Kühlung des Gewebes und gleichzeitig zu einem effektiven Stoff austausch aus dem Gewebe über die Haut in das Material hinein. Dabei wird die Haut entschlackt.
    • b) Die Auflage wird im ersten Schritt als eine Schutzschicht, Sperrschicht oder Transferschicht auf eine biologische Gewebeoberfläche aufgelegt. Dabei treffen z. B. Infrarotstrahlen oder Ultraschallwellen auf diese Schutzschicht und werden auf die biologische Gewebeoberfläche übertragen. Die Strahlung wird durch den Wasseranteil und Stoffanteil gefiltert und Schallwellen weitergeleitet. Die Wärmeentwicklung oder der Schalleintrag erfolgt somit nicht direkt an der Gewebeoberfläche. Gewebeschädigungen werden so vermieden. Nach der Behandlung verbleibt das Material für eine bestimmte Zeit auf dem Gewebe und tauscht weiter Stoffe mit der anliegenden Fläche aus.
  • Ausführungsformen der Auflagen, Ummantelungen und Hülsen aus Bakteriencellulose ergeben sich durch die Anwendungen. Diese können folgende Ausführungsformen umfassen:
    • 1. Kleine Auflagen in runder oder ovaler Form für Anwendungen am Auge.
    • 2. Größere Auflagen in runder oder rechteckiger Form zum Abdecken von Bestrahlungsfeldern.
    • 3. Kleine Auflagen mit Dicken bis 1–2 cm für therapeutische Ultraschallbehandlungen.
    • 4. Längliche Hülsen bzw. Kappen mit einer Öffnung für Ultraschallsonden zum Einbringen in Körperöffnungen.
    • 5. Hülle als Ummantelungen für sonstige Ultraschallsonden.
    • 6. Streifenförmige Auflagen für den Halsbereich oder für Extremitäten.
    • 7. Abdeckungen mit Durchbrüchen zur Abdeckung von Operationsbereichen für mikrochirurgische Eingriffe.
    • 8. Abdeckungen mit geeigneten Aussparungen oder Ausformungen als passende Auflage für Brust, Po, Mund, Nase, Augen oder Gesicht.
  • Im Bereich der Ultraschalldiagnostik und -behandlung ist Bakteriencellulose bzw. das erfinderische Hydrogewebe für folgende Einsatzbereiche geeignet:
    • • Ultraschalldiagnostik der Schilddrüse
    • • Pädiatrische Ultraschalldiagnose
    • • Ultraschalldiagnose in der Gastroenterologie
    • • Kardioechographie
    • • Ultraschalldiagnose in der Dermatologie
    • • Ultraschalldiagnose in der Traumatologie (z. B. Tiefe einer Nekrose)
    • • Ultraschalltherapie in der Sportphysiotherapie
    • • Ultraschalltherapie bei schlecht heilenden Wunden
    • • Fokussierte Ultraschalltherapie
    • • Ultrasonophorese
  • Bei einer Ausführungsform in Form einer flächigen Auflage, enthält das Hydrogewebe eine alkoholische oder antibakterielle Lösung und wird als Kontaktfläche auf die Haut aufgelegt, um eine Bilddiagnostik zu ermöglichen. Im Bereich einer anderen Ultraschalldiagnostik ist eine stabförmige Ultraschallsonde mit einer Kappe aus Hydrogewebe umkleidet. In der wieder verwendbaren Form wird diese Kappe zusätzlich mit einem Latexschlauch überstülpt und beispielsweise in die Scheidenöffnung eingeführt. Vorteil ist, dass keine Verkeimung oder Verunreinigung an der Ultraschallsonde auftritt und auch die Reinigung der Sonde vom Gel wird überflüssig. Alternativ wird auf den Latexschlauch verzichtet, wenn das Produkt als Einmalprodukt und/oder steril verwendet werden soll.
  • Ein praktisches Einsatzgebiet der Erfindung ist die Behandlung von Körperregionen mit Infrarotlicht. Hier werden flächige Auflagen mit einer Dicke zwischen z. B. 1–6 mm auf die Haut aufgelegt und in einem definierten Abstand mit einer herkömmlichen Infrarotquelle bestrahlt. Bei kleineren Flächen und einer höheren Strahlendosis kommen auch größere Dicken zum Einsatz. Das energiereiche Infrarotlicht trifft auf die Hydrogewebeauflage auf und erzeugt hier eine erhöhte Temperatur. Der unbedenkliche Lichtanteil wird vom enthaltenden Wasser herausgefiltert. Trotz der erhöhten Temperatur kommt es durch den Kühlungseffekt der Auflage zu keinen Hautschädigungen. Die Temperaturerhöhung im bestrahlten Bereich ermöglicht eine schnellere Stoffaufnahme aus den oberen Hautschichten und führt so zur Entschlackung.
  • Bei kosmetischen Ausführungen kann das Hydrogewebe Stoffe wie Hyaluronsäure, lösliches Collagen, Wachstumsstoffe, Tannin, Vitamine, pflanzliche Extrakte, Öle etc. oder andere kosmetisch relevante Wirkstoffe enthalten oder durch Inkubation mit einer Lösung, die diese Stoffe enthält, eingebracht werden. Hier werden Bakteriencellulose-Auflagen zur Behandlung von Narbengewebe oder nach einem Peeling der Haut in Kombination mit Laser oder Ultraschallsonden eingesetzt. Ziel ist das Einbringen von kosmetischen Stoffen und von Wasser in die oberen Hautschichten. Dies kann dann sinnvoll sein, wenn zuvor eine Unterspritzung mit Hyaluronsäure stattgefunden hat.
  • Die Erfindung kann auf alle Lebensbereiche sowie auf kommerzielle oder gewerbliche Anwendungen übertragen werden, wo eine Schutz-, Kühlungs- und Transfer-Auflage oder -Hülle mit einem Austausch von Stoffen, Flüssigkeiten, Medien oder Partikel erwünscht ist.
  • Insbesondere überall dort, wo es gilt, eine wirtschaftliche kosmetische und medizinische Behandlung zu gewährleisten.
  • Weitere Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der Wahl des Einsatzgebietes, der Behandlungsformen und Anwendungen sowie durch eine wirtschaftliche Verwendung der eingesetzten Materialien und aus der Beschreibung und der beigefügten Zeichnung.
  • Es versteht sich, dass die vorstehenden genannten und die nachstehenden noch zu erläuternden Merkmale nicht nur in der jeweils angegebenen Kombination, sondern auch in anderen Kombinationen oder in Alleinstellungen verwendbar sind, ohne den Rahmen der vorliegenden Erfindung zu verlassen.
  • Ausführungsbeispiele
  • Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in der Zeichnung darstellt und werden in der nachfolgenden Beschreibung näher erläutert. Es zeigen:
  • 1 Einsatz und Funktion der Erfindung bei der Ultraschalldiagnostik oder – behandlung als Auflage oder Hülle in Kontakt mit einer Oberfläche.
  • 2a Ausbildung eines Wasserfilms in Verbindung mit einem Ultraschallkopf.
  • 2b. Auflage zur Herstellung einer ebenen Oberfläche auf einen unebenen Untergrund.
  • 3. Einsatz und Funktion der Erfindung bei der Infrarotlicht-Behandlung von Gewebe.
  • 4. Einsatz und Funktion der Erfindung bei Strahlenbehandlung mit ionisierenden Strahlen.
  • 5. Einsatz und Funktion der Erfindung bei der Untersuchung in Körperhöhlen.
  • 6. Detaildarstellung eines ummantelten Beutels mit einer Medienzuführung.
  • 7. Aufbereitungs- und Halterungsvorrichtung für Schallsonden.
  • 1. zeigt den Einsatz und Funktion der Erfindung bei der Ultraschalldiagnostik oder – behandlung als Auflage oder Hülle in Kontakt mit einer Oberfläche. Die Abbildung A. zeigt ein Hydrogewebe 1 bzw. eine Hydroschicht, welche auf eine Oberfläche 12 einer Haut oder eines Werkstoffes 5 aufliegt. Durch den Druck (Pfeil e.) der Sonde 4 von oben wird zumindest auf der Oberfläche 3 weiteres Wasser herausgedrückt und ein dünner Wasserfilm (nicht gezeigt) gebildet. Dieser Film kann sich auch zwischen der Oberfläche 12 und der Außenfläche der Bakteriencellulose bilden. Die äußere Oberfläche 3 ermöglicht ferner eine Verdunstung des Wassers. Im Falle einer Hautauflage kann das Hydrogewebe 1 Stoffe (Pfeil d.) aus der Haut aufnehmen oder gegebenenfalls auch Stoffe zum Austausch anbieten. Zur Ermittlung eines Ultraschallbildes liegt die Ultraschallsonde 4 direkt auf der Oberfläche 3 der Auflage 1 an. Der Ultraschall 9 wird über die Auflage 1, z. B. auf die Oberfläche 3, in das Material 5 (z. B. Haut) transportiert. Mit 10 ist das Echo dargestellt, das seinen Weg zurück zur Sonde nimmt. In Abbildung B, ist eine Ultraschallsonde 4, zumindest im vorderen Teil, von einer Hydrogewebe-Hülse 2 ummantelt und z. B. mit einem Silikonring 6 an dieser fixiert. Durch den Druck von oben (Pfeil e) entsteht hier ebenfalls ein Wasserfilm zwischen der Oberfläche 3 und der Sondenaußenfläche. Der herausgedrückte Wasseranteil kann jedoch nicht abfließen. In Abbildung C ist ebenfalls eine Hülse 2 im Schnitt dargestellt, die einen Ultraschallkopf 4 ummantelt. Hier jedoch liegt der Ultraschallkopf nicht direkt auf das Hydrogewebe auf, sondern im Inneren der Hülse 2 befindet sich ein Raum 8, in dem eine Lösung oder ein Gel eingebracht sein kann. Diese Lösung dient zur Schallübertragung und der Wasserfilm zwischen der Bakteriencellulose und der Haut bzw. Material verbessert die Schallübertragung. Durch den Einsatz von Bakteriencellulose wird so das Schallsignal optimal weitergeleitet. Die Hülse 2 ist mit einer Manschette 7 so fixiert, dass die innere Lösung oder das Material nicht entweichen kann. Letztere Ausführung kann bevorzugt bei der Materialprüfung zum Einsatz kommen, aber auch zum Einbringen von Wirkstoffen in die Haut.
  • 2a. zeigt die Ausbildung eines Wasserfilms in Verbindung mit einem Ultraschallkopf. Gezeigt ist, wie durch Aufdrücken von oben (Pfeil e) zusätzliches Wasser oder wässriges Medium (Pfeil g.) aus einem Hydrogewebe 1 bzw. einer Hydroschicht herausgedrückt wird und sich zwischen Ultraschallkopf 4 und der Oberfläche 3 zu einem sichtbaren wässrigen Film 33 ansammelt. Der Film 33 ist nur wenige μm dick und das wässrige Medium wird durch den Druck von oben nach außen 34 abgedrängt. Die Dicke des Films wird zwar reduziert, jedoch der Kontakt mit der inneren beweglichen Flüssigkeitsschicht bleibt bestehen. Diese Schicht 33 in Form einer glänzenden Hydrohaut bildet sich bereits durch das Eigengewicht des Materials. In dieser Schichtdicke ist es kaum auf der Oberfläche des Materials sichtbar. Ein Wasserfilm bildet sich auch zwischen einem biologischen Gewebe und der Auflage, jedoch wird dieser Film durch die Verdunstung über das Hydrogewebe beeinflusst.
  • Ferner entsteht so ein direkter Kontakt und Austausch mit dem beweglichen Medium in der Auflage (Pfeil g.). Je nach Andruck, Dichte und Aufbau des Hydrogewebes 1 kann sich zwischen der unteren Seite des Hydrogewebes 1 und der Oberfläche 12 ein permanenter wässriger Film ausbilden. Durch Verdunstung (Pfeil f) wird Flüssigkeit nach außen abgegeben und dies wiederum saugt Flüssigkeit (Pfeil d) z. B. aus der Haut 5 auf. Durch die weiche und verformbare Oberfläche 3 des Hydrogewebes 1 bildet sich der Film mit der Bewegung des Ultraschalkopfes fort und ermöglicht so eine optimale Ankopplung für das Ultraschallsignal.
  • 2b. zeigt eine Auflage zur Herstellung einer ebenen Oberfläche auf einen unebenen Untergrund. Gezeigt ist eine Auflage 1, die eine Ab- bzw. Ausformung 35 besitzt. Durch diese Ausformung 35 deckt die Auflage optimal einen unebenen Untergrund 12, z. B. einer unebenen Körperregion 5 ab, um hier eine Behandlung durchführen zu können. Es wird eine plane bzw. ebene äußere Fläche 3 zu einem unebenen Untergrund hergestellt. Weiter ist eine Ultradünne, Flüssigkeitsschicht 33 gezeigt, welche insbesondere typisch für dickere Bakteriencellulose-Auflagen ist. Durch die ebene Fläche mit einer weichen verformbaren Oberfläche 3 kann hier die Ultraschallsonde glatt anliegen und der Schall eingekoppelt werden. Das Sende- 9 und Empfangssignal 10 wird optimal eingebracht. Damit verbessert die Auflage den Einsatz vom Echo-Impuls-Verfahren. Alternativ kann auch eine Hülle Ab- oder Ausformungen aufweisen.
  • 3. zeigt den Einsatz und die Funktion der Erfindung bei der Infrarotlicht-Behandlung von Gewebe. Auf der Haut 5 eines Patienten liegt eine flächige Hydrogewebe-Auflage 1. Über eine beabstandete Lichtquelle 14 wird Ultrarotlicht 11 unterschiedlicher Intensität ausgesendet. Das ausgesendete Licht 11 wird durch die Auflage, die direkt mit der Hautoberfläche 12 Kontakt hat, gefiltert und nur das länger wellige Licht durchgelassen. In der Haut 5 erzeugt der eingedrungene Rotlichtanteil eine Erwärmung. Diese wiederum treibt die Verdunstung über die Oberfläche 3 an (siehe Pfeil a.) und ermöglicht eine Kühlung, trotz der Energiezufuhr auf der Haut. An der Grenzschicht 12 kann sich ebenfalls ein Wasserfilm 33 bilden, da der Eintritt des Gewebewassers in die Auflage 1 durch die Verdunstung mit gesteuert wird und über die Haut mehr Flüssigkeit angeboten werden kann als verdunstet wird.
  • 4. zeigt Einsatz und Funktion der Erfindung bei der Strahlenbehandlung mit ionisierenden Strahlen. Entsprechend zu der 3 wird hier über eine Röntgen- oder andere Strahlungsquelle 15 ionisierende oder elektromagnetische Strahlung ausgesendet. Beabstandet liegt hier eine Auflage 1 auf eine Hautoberfläche 12 auf. Die Strahlung 13 dringt dabei über die Oberfläche 3 zuerst in das Hydrogewebe 1 ein und erzeugt eine Streustrahlung 16, die sich in typischer Weise (Pfeile a) in die Haut oder in ein anliegendes Gewebe 5 eindringt. Durch die Dicke der Vorlaufstrecke der Auflage 1 wird eine geeignete Wirkungsdosis in die oberen Geweberegion eingebracht. Da das Material kontinuierlich kühlt und ein Materialaus tausch stattfindet, können kombinierte Behandlungen ermöglicht werden. Durch die Wärmeentwicklung als Folgewirkung oder zeitversetzt und damit einhergehend kann es zu einer vermehrten Transpiration der Haut kommen. Hierbei kann sich im Kontaktbereich Haut/Auflage ebenfalls ein wässriger Film 33 bilden.
  • 5. zeigt den Einsatz und die Funktion der Erfindung bei der Untersuchung in Körperhöhlen. Eine stabförmig ausgeführte Ultraschallsonde ist ganz oder nur im vorderen Bereich mit einem Hydrogewebe 2 umgeben. Mit einem Silikonring 6 oder einer Manschette 7 ist die Hülle mit dem Kopfteil verbunden. Die Hydrogewebehülle 2 wird dabei zur Ultraschallübertragung in eine Körperhöhle 17 eingesetzt. An der Grenzfläche Körpergewebe und Bakteriencellulose 12 entsteht ein Wasserfilm 33 durch mechanischen Druck der Ultraschallsonde. Dieser wird auch dadurch möglich, dass das Gewebe selbst Flüssigkeit abgeben kann. Wird keine Zusatzhülle zum Schutz und nur eine sterile Hülle 2 aus Bakteriencellulose verwendet, kann hier auch ein Stoffaustausch stattfinden. Alternativ kann die Vorrichtung auch zusätzlich von einer dünnen Latexhülle umgeben sein, die als Schutz vor Infektionen dient. Diese zusätzliche Kunststoff-Hülle kann verworfen werden. Gezeigt ist die Anwendung eines Echoimpuls-Verfahrens. Alternativ kann hier auch ein therapeutischer Ultraschall für die Behandlung des Gewebes zum Einsatz kommen. Denkbar wäre auch die Zertrümmerung von Nierensteinen. Hier würde die Bakteriencellulose als Übertragungsmedium für Stoßwellen dienen.
  • 6. zeigt eine Detaildarstellung eines ummantelten Beutels mit einer Medienzuführung. Die Schnittdarstellung zeigt einen Beutel 18, der von einem Hydrogewebe 2 ummantelt ist. Der Beutel 18 wird über einen Schlauch 19 mit Lösung versorgt. Mit 20 ist dargestellt, dass über Kanäle im Beutel 18 Stoffe über die Wandung der Hülle 2 eindringen können. Alternativ kann das Innere 8 des Beutels 18 auch undurchlässig für Lösungen sein. In diesem Fall können radiaktive Strahlen 13, z. B. Technetium, eingebracht werden. Durch den hohen wässrigen Anteil der Bakteriencellulosehülle 2 wird eine geeignete Streustrahlung 16 ermöglicht. Letztere wiederum kann im Inneren eines Körpers Krebszellen zerstören. Anstelle eines Beutels kann hier ein Katheter mit dem Hydrogewebe eingebettet oder ummantelt sein. Diese Vorrichtung hat den Vorteil, dass das innere Patientengewebe gezielt bestrahlt werden kann.
  • 7. zeigt eine Aufbereitungs- und Halterungsvorrichtung für Schallsonden. Gezeigt ist eine Ultraschallsonden-Reinigungsvorrichtung 40 bestehend aus einem Behälter 29 und einer Halterung 28 für Sonden 4. Um die Ultraschallsonde 4 im unteren Bereich reinigen zu können, befindet sich zumindest im Boden eine Sprüh- oder Spülvorrichtung 21. Alternativ kann diese auch seitlich angebracht sein. Als zusätzlicher Schutz für die Ultraschalsondekönnen Silikonbänder 25 vorgesehen sein, die in einem Halterungsgestell 31 eingebracht sind. Das Gestell 31 ist z. B. herausnehmbar und besitzt hierfür im Außenbereich Aufnahmen 32 für diese Ringe 25. So wird ein Silikongitter aus Silikonringen ermöglicht. Mit dem Pfeil D, wird verdeutlicht, dass hier eine Lösung direkt auf eine Ultraschallsonde 4 gestrahlt wird. Die Sonde 4 kann dabei mit einem Hydrogewebe 2 ummantelt sein. Die Hülle 2 wird vorzugsweise über Ringe 6 oder Manschetten 7 fixiert. Damit die Reinigungslösung nicht nach oben herausspritzt, ist ein zweiteiliger oder ähnlicher Deckel 27 mit einem Bügel 36 vorgesehen. Wie mit dem Pfeil C (aufklappen) oder Pfeil A (schieben) gezeigt, kann der Deckel entfernt werden. Pfeil B stellt das Einbringen der Sonde in die Halterung 28 dar. Um einen maschinell steuerbaren Reinigungsablauf zu ermöglichen, sind Zuleitungen 22 und Ableitungen 23 vorgesehen. Im oberen Behälterteil kann auch ein Überlauf 26 vorgesehen sein. Die hier gezeigte Vorrichtung 40 dient gleichzeitig zur Lagerung einer Sonde in Verbindung mit einem Hydrogewebe. Die Form und Größe der Vorrichtung richtet sich nach dem jeweiligen Sondentyp. Es versteht sich dabei von selbst, dass so auch mehrere Sonden gleichzeitig gereinigt werden können. Alternativ kann die Vorrichtung mit einer Heizspirale versehen sein, um die hier enthaltende Lösung zu erhitzen und Keime abzutöten. Vorzugsweise ist die Vorrichtung Teil eines Ultraschalgerätes und das Spülen der Sonde wird hierüber gesteuert. Alternativ kann diese aber auch für sich alleine Anwendung finden.
  • ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
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Claims (21)

  1. Auflage und Hülle im Bereich der medizinischer, pharmazeutischer, kosmetischer und technischer Anwendungen, dadurch gekennzeichnet, dass diese aus einem Hydrogewebe (1, 2) aus Bakteriencellulosefasern oder einem Faserverbund mit einem beweglichen Wasser- oder wässrigen Lösungsanteil von mindest 60 Gew.% besteht und eine faservernetzte Hydroschicht in Verbindung mit einem selbst ausgebildeten Wasserfilm (33) ein Übertragungsmedium für Schallwellen (9, 10) bildet oder Strahlung (11, 13) abbremst, streut oder herausfiltert und dabei oder danach zur Kühlung und zum Stoffaustausch aus der Haut oder Gewebe beiträgt.
  2. Auflage und Hülle nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Hydrogewe be (1, 2) auf einem biologischen oder technischen Material eine Vorlaufstrecke für ionisierenden Strahlen, Laser- und Infrarotlicht bildet oder durch Druck von oben auf das Hydrogewebe (1, 2) zumindest einen wässrigen Film (33) zur Einkopplung von Ultraschallwellen bereitstellt.
  3. Auflage und Hülle nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Hydrogewebe (1, 2) zu 100% aus Bakteriencellulosefasern besteht oder zusätzliche Fasern oder Netze oder Gelkörper enthält und einen mechanisch beweglichen wässrigen Lösungsanteil aufweist.
  4. Auflage und Hülle nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Hülle oder Auflage sich an biologischen oder technischen Oberflächen ansaugt oder hier eng anliegt.
  5. Auflage und Hülle nach Anspruch 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Hydrogewebe (1, 2) durch von außen zugeführten Schallwellen, Stoßwellen oder Strahlungsenergien einen erhöhten Stoffaustausch aufweist.
  6. Auflage und Hülle nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass das Hydrogewebe (1, 2) eine Streustrahlung (16) erzeugt oder kurzwelliges Licht herausfiltert.
  7. Hülle nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass diese eine Ultraschallsonde (4), einen Beutel (18), einen Katheter, eine Extremität ganz oder im vorderen Bereich umhüllt.
  8. Hülle nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen der Ultraschallsonde (4) und einer Oberfläche (3) ein Raum (8) ausgebildet ist, in dem sich Lösung, Gel oder Wasser befindet.
  9. Hülle nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass diese durch einen Silikonring (6) oder eine Manschette (7) fixiert ist.
  10. Hülle nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass diese einen Beutel (18) oder Katheter umhüllt und der Beutel durch einen Schlauch (19) mit Lösung versorgt wird.
  11. Auflage nach einen der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass diese als eine Schutz- oder Transferauflage eingesetzt wird.
  12. Auflage nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass diese eine Wunde oder ein OP-Feld oder eine zu bestrahlende Hautfläche abdeckt.
  13. Auflage und Hülle nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass diese aus Bakteriencellulose besteht und eine Oberflächenrauhigkeit von 10–500 nm und einem DPw-Wert von 4000–9000 besitzt.
  14. Auflage und Hülle nach einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass eine Auflage oder Hülle zumindest an einer Seite Ausformungen, Abformungen oder Formstrukturen (35) aufweist.
  15. Auflage und Hülle nach einem der Ansprüche 1 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass das Hydrogewebe (1, 2) im Inneren mit eine Folie oder mit anderen Materialstrukturen in unterschiedlichen Formen und Dicken kombiniert oder direkt miteinander vernetzt ist.
  16. Auflage und Hülle nach einem der Ansprüche 1 bis 15, dadurch gekennzeichnet, dass diese durch Reinigung und/oder Kochen oder Sterilisieren aufbereitbar sind.
  17. Vorrichtung zur Reinigung von Ultraschallsonden, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest eine Sonde in einem Behälter (29) mit einer wässrigen oder desinfizieren den Reinigungslösung zu mindestens von unten mit einer Spülvorrichtung (21) gereinigt wird.
  18. Vorrichtung nach Anspruch 17, dadurch gekennzeichnet, dass eine Hülle aus einem Hydrogewebe (1, 2) zusammen mit der Ultraschallsonde in einer Vorrichtung (40) gereinigt und die umhüllte Ultraschallsonde hier gelagert wird.
  19. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 17 bis 18, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung (40) einen mehrteiligen Deckel (27) aufweist.
  20. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 17 bis 19, dadurch gekennzeichnet, dass Heizelemente vorhanden sind, um das eingebrachte Medium zu erhitzen.
  21. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 17 bis 20, dadurch gekennzeichnet, dass die Halterungen für Sonden (28) und/oder Zu- (22) und Abläufe (23, 24) für Medien vorhanden sind.
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