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DE102007020278A1 - Druckmittelbetätigte Fahrzeugbremsanlage - Google Patents

Druckmittelbetätigte Fahrzeugbremsanlage Download PDF

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DE102007020278A1
DE102007020278A1 DE200710020278 DE102007020278A DE102007020278A1 DE 102007020278 A1 DE102007020278 A1 DE 102007020278A1 DE 200710020278 DE200710020278 DE 200710020278 DE 102007020278 A DE102007020278 A DE 102007020278A DE 102007020278 A1 DE102007020278 A1 DE 102007020278A1
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
brake
pressure
valve
medium
control
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Pending
Application number
DE200710020278
Other languages
English (en)
Inventor
Christoph Brockmann
Klaus Gläbe
Bernd-Joachim Kiel
Wolfgang Lichtenberg
Detlef Schmidt
Manfred Schult
Jens Willms
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
ZF CV Systems Europe BV
Original Assignee
Wabco GmbH
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Wabco GmbH filed Critical Wabco GmbH
Priority to DE200710020278 priority Critical patent/DE102007020278A1/de
Publication of DE102007020278A1 publication Critical patent/DE102007020278A1/de
Pending legal-status Critical Current

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    • BPERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
    • B60VEHICLES IN GENERAL
    • B60TVEHICLE BRAKE CONTROL SYSTEMS OR PARTS THEREOF; BRAKE CONTROL SYSTEMS OR PARTS THEREOF, IN GENERAL; ARRANGEMENT OF BRAKING ELEMENTS ON VEHICLES IN GENERAL; PORTABLE DEVICES FOR PREVENTING UNWANTED MOVEMENT OF VEHICLES; VEHICLE MODIFICATIONS TO FACILITATE COOLING OF BRAKES
    • B60T8/00Arrangements for adjusting wheel-braking force to meet varying vehicular or ground-surface conditions, e.g. limiting or varying distribution of braking force
    • B60T8/32Arrangements for adjusting wheel-braking force to meet varying vehicular or ground-surface conditions, e.g. limiting or varying distribution of braking force responsive to a speed condition, e.g. acceleration or deceleration
    • B60T8/321Arrangements for adjusting wheel-braking force to meet varying vehicular or ground-surface conditions, e.g. limiting or varying distribution of braking force responsive to a speed condition, e.g. acceleration or deceleration deceleration
    • B60T8/3255Systems in which the braking action is dependent on brake pedal data
    • B60T8/327Pneumatic systems
    • BPERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
    • B60VEHICLES IN GENERAL
    • B60TVEHICLE BRAKE CONTROL SYSTEMS OR PARTS THEREOF; BRAKE CONTROL SYSTEMS OR PARTS THEREOF, IN GENERAL; ARRANGEMENT OF BRAKING ELEMENTS ON VEHICLES IN GENERAL; PORTABLE DEVICES FOR PREVENTING UNWANTED MOVEMENT OF VEHICLES; VEHICLE MODIFICATIONS TO FACILITATE COOLING OF BRAKES
    • B60T13/00Transmitting braking action from initiating means to ultimate brake actuator with power assistance or drive; Brake systems incorporating such transmitting means, e.g. air-pressure brake systems
    • B60T13/10Transmitting braking action from initiating means to ultimate brake actuator with power assistance or drive; Brake systems incorporating such transmitting means, e.g. air-pressure brake systems with fluid assistance, drive, or release
    • B60T13/66Electrical control in fluid-pressure brake systems
    • B60T13/68Electrical control in fluid-pressure brake systems by electrically-controlled valves
    • B60T13/686Electrical control in fluid-pressure brake systems by electrically-controlled valves in hydraulic systems or parts thereof

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  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Transportation (AREA)
  • Mechanical Engineering (AREA)
  • Valves And Accessory Devices For Braking Systems (AREA)
  • Regulating Braking Force (AREA)

Abstract

Die Erfindung betrifft eine druckmittelbetätigte Fahrzeugbremsanlage mit folgenden Merkmalen: . einem ersten Bremskreis mit wenigstens einem Bremszylinder (1, 2), der über eine erste Steuerventileinrichtung (5) in Abhängigkeit eines Steuersignals eines Bremswertgebers (32) mit einer ersten Druckmittelquelle (7) für den ersten Bremskreis verbindbar ist, . einem zweiten Bremskreis mit wenigstens einem zweiten Bremszylinder (11), der über eine zweite Steuerventileinrichtung (12) in Abhängigkeit des Steuersignals des Bremswertgebers (32) mit einer zweiten Druckmittelquelle (13) für den zweiten Bremskreis verbindbar ist, . und einem zwischen dem zweiten Bremszylinder (11) und der zweiten Steuerventileinrichtung (12) angeordnete Umschaltventileinrichtung (50), über die der zweite Bremszylinder (11) mit einer dritten Druckmittelquelle (29) verbindbar ist, . wobei bei einem Ausfall des zweiten Bremskreises ein Hilfsbremsvorgang durchführbar ist, . wobei während des Hilfsbremsvorgangs der zweite Bremszylinder (11) über die Umschalteinrichtung (50) mit der dritten Druckmittelquelle (29) verbunden ist und der in dem zweiten Bremszylinder auftretende Bremsdruck unabhängig von einem in dem ersten Bremskreis auftretenden Bremsdruck ist.

Description

  • Die Erfindung betrifft eine druckmittelbetätigte Fahrzeugbremsanlage gemäß dem Patentanspruch 1.
  • Es ist bekannt druckmittelbetätigte Fahrzeugbremsanlagen als Zweikreisbremsanlagen auszuführen. Bei einer derartigen Ausführung ist sowohl den Bremszylindern der Vorderachse als auch den Bremszylindern der Hinterachse zur Steuerung des Bremsdruckes jeweils eine Steuerventileinrichtung mit zugehörigem Druckmittelspeicher zugeordnet. Durch die Aufteilung der Bremsanlage in zwei Bremskreise ist sichergestellt, dass bei Ausfall des einen Bremskreises die dem jeweils anderen Bremskreis zugeordneten Bremszylinder noch mit Druckmittel versorgt werden, so dass das Fahrzeug relativ sicher verzögert werden kann.
  • Bei Ausfall des als Hinterachsbremskreises dienenden Bremskreises wird noch eine gute Verzögerung des Fahrzeugs erzielt, da bedingt durch die dynamische Achslastverlagerung bei einem Bremsvorgang in etwa 70% bis 80% der Bremskraft von den Rädern der Vorderachse des Fahrzeugs aufgebracht werden. Fällt jedoch der den Rädern der Vorderachse des Fahrzeugs zugeordnete Bremskreis aus, kann das Erreichen der vom Gesetzgeber vorgeschriebenen, von den Rädern der Hinterachse des Fahrzeugs aufzubringenden, Bremskraft problematisch werden. Dies ist insbe sondere dann der Fall, wenn es sich um ein Fahrzeug mit einem sehr niedrigen Leergewicht und einem hohen zulässigen Gesamtgewicht handelt, da die Räder der Hinterachse des unbeladenen Fahrzeugs unter ungünstigen Umständen nicht mit der eine gute Verzögerung des Fahrzeugs gewährleistenden Kraft in Richtung auf die Fahrbahn belastet werden.
  • Das Dokument EP 1 069 016 B1 offenbart eine druckmittelbetätigte Fahrzeugbremsanlage mit wenigstens einem einem ersten Bremskreis zugeordneten Bremszylinder, der über eine erste Steuerventileinrichtung in Abhängigkeit von einem dem ersten Bremskreis zugeordneten Steuersignal eines Bremswertgebers mit einer Druckmittelquelle für den ersten Bremskreis verbindbar ist, einem einem zweiten Bremskreis zugeordneten ersten und einem zweiten Bremszylinder, die über eine zweite Steuerventileinrichtung in Abhängigkeit von einem dem zweiten Bremskreis zugeordneten Steuersignal des Bremswertgebers mit einer zweiten Druckmittelquelle für den zweiten Bremskreis verbindbar sind und einer der zweiten Steuerventileinrichtung und dem ersten Bremszylinder zwischengeordneten Umschaltventileinrichtung. Die Umschaltventileinrichtung umfasst zumindest ein Relaisventil und ein elektrisch steuerbares Magnetventil mit wenigstens zwei Schaltzuständen, wobei in einem von einem elektrischen Steuersignal abhängigen Schaltzustand das dem ersten Bremskreis zugeordnete druckeingangsseitig des Magnetventils anstehende pneumatische Steuersignal einem Betätigungsmittel des Relaisventils zuschaltbar ist. In Abhängigkeit von dem zuschaltbaren dem ersten Bremskreis zugeordneten Steuersignal ist ein druckeingangsseitig am Relaisventil anstehen der Vorratsdruck einer unabhängigen Druckmittelquelle druckausgangsseitig als Funktion des dem ersten Bremskreis zugeordneten Steuersignals aussteuerbar und dem ersten Bremszylinder zuschaltbar. Diese Anordnung weist den Nachteil auf, dass sich bestimmte Regelfunktionen des ersten der Hinterachse zugeordneten Bremskreises (ABS, ESP, ASR) im Falle einer Hilfsbremsung bei einem Ausfall des der Vorderachse zugeordneten zweiten Bremskreises ungünstig auswirken können.
  • Des Weiteren offenbart das Dokument EP 1 561 661 B1 ein elektronisches Bremssystem für einen Lastzug mit einem vorderen elektronischen Bremssystem mit einem vorderen Aktor zum Betätigen vorderer Bremsen in Reaktion auf einen Bremsbefehl, mit einem hinteren elektronischen Bremssystem mit einem hinteren Aktor zum Betätigen hinterer Bremsen in Reaktion auf einen Bremsbefehl und einem elektronischen Steuergerät zum Erzeugen eines Bremsenbetätigungssignals in Reaktion auf den Bremsbefehl. Das Bremsenbetätigungssignal wird zu dem vorderen und dem hinteren Aktor übertragen. Des Weiteren umfasst das elektronische Bremssystem ein Anhängersteuerventil, welches mit einer Anhängerluftzufuhr für ein Anhängerbremssystem funktionsmäßig verbunden ist und mit dem vorderen Aktor funktionsmäßig verbunden ist, wobei Luft in Reaktion auf einen Ausfall des vorderen elektronischen Bremssystems automatisch von der Anhängerluftzufuhr über das Anhängersteuerventil dem vorderen Aktor zugeführt wird. Diese Anordnung weist den Nachteil auf, dass ein Anhängersteuerventil benötigt wird. Des Weiteren tritt durch die Zufuhr der geregelten Druckluft des Anhängersteuerventils das Problem auf, dass die durch die Vorderachse bei Ausfall des vorderen elektronischen Bremssystems aufgebrachte Bremskraft möglicherweise zu gering ist.
  • Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine einfache druckmittelbetätigte Fahrzeugbremsanlage zu schaffen, die so ausgebildet ist, dass auch unter ungünstigen Fahrbahn- und Gewichtsbedingungen für das Fahrzeug auch bei einem Defekt an einem Bremskreis des Fahrzeugs ein sicheres Verzögern des Fahrzeugs gewährleistet.
  • Diese Aufgabe wird durch die in dem Patentanspruch 1 angegebene Erfindung gelöst. Weiterbildungen und vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen angegeben.
  • Die Erfindung hat den Vorteil, dass während eines Hilfsbremsvorgangs, d. h. bei einem Ausfall des zweiten Bremskreises und einem entsprechenden Bremsbetätigungswunsch des Fahrers, der Bremsdruck in dem zweiten Bremszylinder nicht geregelt wird, sondern der zweite Bremszylinder über die Umschalteinrichtung dauerhaft mit der Druckmittelquelle verbunden ist (für die Dauer des Hilfsbremsvorgangs). Somit ist der Bremsdruck des zweiten Bremszylinders unabhängig von einem in dem ersten Bremskreis auftretenden Bremsdruck. Durch diese Unabhängigkeit wird gewährleistet, dass die durch den zweiten Bremszylinder aufgebrachte Bremskraft ausreichend hoch ist. Eventuell im ersten Bremskreis stattfindende ABS-Regelvorgänge beeinflussen nicht den Bremsdruck des zweiten Bremszylinders.
  • Die Erfindung hat den weiteren Vorteil, dass sie sehr einfach und somit kostengünstig realisiert werden kann. Neben den ohnehin in der Fahrzeugbremsanlage vorhandenen Komponenten werden lediglich ein Wechselventil und ein weiteres Ventil benötigt. Eine dritte Druckmittelquelle ist in der Regel im Fahrzeug vorhanden, z. B. zur Versorgung eines Anhängersteuerventils oder eines Luftfedersystems. Ein weiterer Vorteil der Erfindung besteht darin, dass sie auch für Fahrzeugbremsanlagen ohne Anhängesteuerventil anwendbar ist.
  • Gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung verbindet das Ventil die dritte Druckmittelquelle mit dem zweiten Eingang des Wechselventils, falls das Steuersignal des Bremswertgebers einen vorgegebenen Schwellenwert überschreitet. Durch diese Ausgestaltung wird sichergestellt, dass der zweite Bremszylinder nur bei ausreichend hoher Bremsbetätigung mit der dritten Druckmittelquelle verbunden wird. Somit erzeugt der zweite Bremszylinder bei Ausfall des zweiten Bremskreises nur bei starken Bremsbetätigungen, wie z. B. Notbremsungen, Bremskräfte.
  • Gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung ist zwischen dem Ventil und der dritten Druckmittelquelle ein Druckbegrenzer angeordnet. Durch den Druckbegrenzer wird der Druck am Eingang des Ventils im Vergleich zu dem in der dritten Druckmittelquelle herrschenden Druck ggf. verringert. Im Falle eines Ausfalls des zweiten Bremskreises und einer entsprechenden Bremsbetätigung entspricht dieser verringerte Druck dem Bremsdruck im zweiten Bremszylinder. Somit wird durch diese Weiterbildung ein zu starkes und somit eventuell unkontrollierbares Bremsen des Fahrzeugs vermieden.
  • Die Erfindung wird nachfolgend anhand von Ausführungsbeispielen unter Verwendung der Zeichnung näher erläutert:
  • Es zeigen
  • 1 ein Schema einer druckmittelbetätigten Fahrzeugbremsanlage,
  • 2 eine Schema einer druckmittelbetätigten Fahrzeugbremsanlage mit zusätzlichem Wechselventil und
  • 3 ein Schema einer druckmittelbetätigten Fahrzeugbremsanlage mit ABS-Ventilen.
  • In 1 ist eine zweikreisige elektropneumatische Fahrzeugbremsanlage für ein zweiachsiges Nutzfahrzeug dargestellt. Für die Erfindung unwesentliche Elemente der Fahrzeugbremsanlage, wie z. B. Kompressoren, Komponenten zur Luftaufbereitung oder Räder sind der 1 nicht eingezeichnet.
  • Die Fahrzeugbremsanlage weist zwei Bremszylinder 1, 2 zur Bremsung von Rädern einer Hinterachse des Fahrzeugs auf. Die Bremszylinder sind über Druckmittelleitungen 3, 4 mit einer ersten Steuerventileinrichtung 5 verbunden. Weiterhin ist die erste Steuerventileinrichtung 5 über eine Druckmittelleitung 6 mit einer ersten Druckmittelquelle 7 zur Versorgung der Bremszylinder 1, 2 mit Druckmittel verbunden. Die o. g. Komponenten bilden einen ersten Bremskreis. Die erste Steuerventileinrichtung 5 ist über eine elektrische Leitung 8 mit einem Steuergerät 9 verbunden.
  • Ein zweiter, von dem ersten unabhängiger Bremskreis umfasst einen ersten Bremszylinder 10 und einen zweiten Bremszylinder 11 zur Bremsung von Rädern einer Vorderachse des Fahrzeugs, eine zweite Steuerventileinrichtung 12 und eine zweite Druckmittelquelle 13, die über eine Druckmittelleitung 14 mit der zweiten Steuerventileinrichtung 12 verbunden ist. Die zweite Steuerventileinrichtung 12 ist über eine elektrische Leitung 60 mit dem Steuergerät 9 verbunden. Der erste Bremszylinder 10 ist über eine Druckmittelleitung 15 direkt mit der zweiten Steuerventileinrichtung 12 verbunden, wogegen der zweite Bremszylinder 11 über eine Druckmittelleitung 16 mit einem Ausgang 17 eines Wechselventils 18 verbunden ist. Über einen ersten Eingang 19 des Wechselventils 18 ist der zweite Bremszylinder 11 über die Druckmittelleitung 20 mit der zweiten Steuerventileinrichtung 12 verbindbar.
  • Ein zweiter Eingang 21 des Wechselventils 18 ist über eine Druckmittelleitung 22 mit einem Ausgang 23 eines 3/2-Wegeventils 24 verbunden. Das Wechselventil 18 hat die Funktion den Eingang 19, 21 mit seinem Ausgang 17 zu verbinden, der den höheren Druck aufweist (Select-High-Ventil).
  • Ein Eingang 25 des 3/2-Wegeventils 24 ist über eine Druckmittelleitung 26 mit einem Ausgang eines Druck begrenzers 27 verbunden. Ein Eingang des Druckbegrenzers 27 ist über eine Druckmittelleitung 28 mit einer von der zweiten Druckmittelquelle 13 unabhängigen dritten Druckmittelquelle 29 verbunden. Die dritte Druckmittelquelle 29, der Druckbegrenzer 27, das 3/2-Wegeventil 24 und das Wechselventil 18 stellen die Komponenten eines Hilfsbremskreises dar, der bei einem Ausfall des zweiten Bremskreises eine sichere Verzögerung des Fahrzeuges gewährleistet.
  • Über eine elektrische Leitung 30 ist ein Steuereingang 31 des 3/2-Wegeventil 24 mit dem Steuergerät 9 verbunden. Das magnetisch über die elektrische Leitung 30 von dem Steuergerät 9 betätigbare 3/2-Wegeventil 24 weist zwei Schaltstellungen auf. Im unbetätigten Zustand, d. h. im stromlosen Zustand einer in dem 3/2-Wegeventil 24 als Stellorgan vorhandenen Spule, ist der Ausgang 23 des 3/2-Wegeventils 24 mit der Atmosphäre verbunden. Im betätigten Zustand, d. h. im bestromten Zustand der in dem 3/2-Wegeventil 24 als Stellorgan vorhandenen Spule, ist der Ausgang 23 des 3/2-Wegeventils 24 über den Druckregler 27 mit der dritten Druckmittelquelle 29 verbunden. Das Wechselventil 18 und das 3/2-Wegeventil 24 stellen somit eine Umschaltventileinrichtung 50 dar, die den zweiten Bremszylinder 11 mit der zweiten Steuerventileinrichtung 12 oder mit der dritten Druckmittelquelle 29 verbindet.
  • Des Weiteren weist die Fahrzeugbremsanlage einen Bremswertgeber 32 auf, der über eine elektrische Leitung 33 mit dem Steuergerät 9 verbunden ist. Der Bremswertgeber 32 weist ein Bremspedal auf, über welches ein Fahrer des Fahrzeuges seinen Bremsbetätigungswunsch übermitteln kann. Der Bremsbetätigungswunsch des Fahrers wird durch ein Steuersignal von dem Bremswertgeber 32 an das Steuergerät übermittelt.
  • Im Folgenden wird die Funktionsweise der in 1 gezeigten Fahrzeugbremsanlage erläutert. Falls kein Bremsbetätigungswunsch des Fahrers vorliegt, ist der Steuereingang 31 des 3/2-Wegeventils 24 nicht bestromt und somit der zweite Eingang 21 des Wechselventils 18 über das 3/2-Wegeventil 24 mit der Atmosphäre verbunden. Des Weiteren sind die Bremszylinder 1, 2, 10, 11 entlüftet, da sie über in der ersten bzw. zweiten Steuerventileinrichtung 5, 12 elektrisch durch das Steuergerät 9 steuerbare Ventileinrichtungen mit der Atmosphäre verbunden sind. Das Fahrzeug befindet sich somit im ungebremsten Zustand.
  • Falls der Fahrer das Bremspedal des Bremswertgebers 32 betätigt, wird ein entsprechendes Steuersignal an das Steuergerät 9 übermittelt und entsprechend diesem Steuersignal werden die erste und zweite Ventilsteuereinrichtung 5, 12 von dem Steuergerät 9 angesteuert. Dabei werden die in der ersten Steuerventileinrichtung 5 vorhandenen Ventileinrichtungen so gesteuert, dass die Bremszylinder 1, 2 durch Druckmittel aus der Druckmittelquelle 7 in Abhängigkeit des Steuersignals belüftet werden. Die Hinterachsräder des Fahrzeugs werden somit gebremst. Analog dazu werden die in der zweiten Steuerventileinrichtung 12 vorhandenen Ventileinrichtungen so gesteuert, dass der erste und zweite Bremszylinder 10, 11 durch Druckmittel aus der Druckmittelquelle 13 in Abhängigkeit des Steuersignals belüftet werden. Die Vorderachsräder des Fahrzeugs werden somit gebremst, für den Fall das der zweite Bremskreis (Vorderachsbremskreis) funktioniert.
  • Die Steuerung des 3/2-Wegeventils 24 durch das Steuergerät 9 geschieht folgendermaßen: In dem Steuergerät 9 wird geprüft, ob das Steuersignal des Bremswertgebers 32 einen vorgegebenen Schwellenwert überschreitet. Falls der Schwellenwert nicht überschritten wird, wird das 3/2-Wegeventil 24 nicht betätigt. Folglich ist der zweite Eingang 21 des Wechselventils 18 über das 3/2-Wegeventil 24 mit der Atmosphäre verbunden. Somit erfolgt selbst bei einem Ausfall des zweiten Bremskreises keine Belüftung des zweiten Bremszylinders 11 durch den Hilfsbremskreis. Hierdurch wird sichergestellt, dass Bremsungen durch den Hilfsbremskreis bei Ausfall des zweiten Bremskreises nur erfolgen, falls eine entsprechend starke Betätigung des Bremswertgebers 32 durch den Fahrer, wie z. B. bei einer Notbremsung, vorliegt.
  • Falls der Schwellenwert überschritten wird, wird das 3/2-Wegeventil 24 durch das Steuergerät 9 betätigt und hierdurch der zweite Eingang 21 des Wechselventils 18 über das 3/2-Wegeventil 24 und den Druckbegrenzer 27 mit der dritten Druckmittelquelle 29 verbunden. Es sind nun zwei Fälle möglich. Für ersten den Fall, dass der zweite Bremskreis funktioniert, ist der zweite Bremszylinder 11 über das Wechselventil 18 und der zweiten Steuerventileinrichtung 12 mit der zweiten Druckmittelquelle 13 verbunden, da der an dem ersten Eingang 19 des Wechselventils 18 herrschende Druck größer als der am zweiten Eingang 21 des Wechselventils 18 herrschende Druck ist. Die Räder der Vorderachse werden „normal" durch den zweiten Bremskreis gebremst.
  • Für den zweiten Fall, dass ein Ausfall des zweiten Bremskreises vorliegt, z. B. bedingt durch ein Leck in dem zweiten Druckmittelspeicher 13, ist der zweite Bremszylinder 11 über das Wechselventil 18, das 3/2-Wegeventil 24 und den Druckbegrenzer 27 mit der dritten Druckmittelquelle 29 verbunden, da der an dem ersten Eingang 19 des Wechselventils 18 herrschende Druck kleiner als der am zweiten Eingang 21 des Wechselventils 18 herrschende Druck ist. Der zweite Bremszylinder 11 wird somit durch den Hilfsbremskreis belüftet. Das dem zweiten Bremszylinder zugehörige Rad wird durch den Hilfsbremskreis gebremst. Es findet ein Hilfsbremsvorgang statt. Durch den Druckbegrenzer 27 wird der in dem zweiten Bremszylinder 11 auftretende Bremsdruck begrenzt und ggf. gegenüber dem Druck in der dritten Druckmittelquelle 29 vermindert, wodurch ein zu starker und somit eventuell unkontrollierbarer Bremsvorgang vermieden wird.
  • Die Erfindung weist den Vorteil auf, dass im Falle einer Hilfsbremsung durch den Hilfsbremskreis der Bremsdruck im zweiten Bremszylinder 11 nicht in Abhängigkeit eines Bremsdruckes des ersten Bremskreises geregelt ist, sondern der Bremsdruck im zweiten Bremszylinder 11 ist unabhängig von einem Bremsdruck des ersten Bremskreises. Durch diese Unabhängigkeit wird gewährleistet, dass die durch den zweiten Bremszylinder 11 aufgebrachte Bremskraft ausreichend hoch ist. Eventuell im ersten Bremskreis stattfindende ABS-Regelvorgänge beeinflussen nicht den Bremsdruck des zweiten Bremszylinders 11.
  • Die Erfindung hat den weiteren Vorteil, dass sie sehr einfach und somit kostengünstig realisiert werden kann. Neben den ohnehin in der Fahrzeugbremsanlage vorhandenen Komponenten werden lediglich das Wechselventil 18 und das 3/2-Wegeventil 24 benötigt. Die dritte Druckmittelquelle 29 ist in der Regel im Fahrzeug vorhanden, z. B. zur Versorgung eines Anhängersteuerventils oder eines Luftfedersystems. Ein weiterer Vorteil der Erfindung besteht darin, dass sie auch für Fahrzeugbremsanlagen ohne Anhängesteuerventil anwendbar ist. Ein weiterer Vorteil ist darin zu sehen, dass Detektionsmittel zum Feststellen eines Ausfalls des zweiten Bremskreises, wie z. B. Drucksensoren, nicht erforderlich sind.
  • Eine vorteilhafte Variante der Erfindung sieht für Fahrzeugbremsanlagen, bei denen eine ABS-Regelung der Räder der Vorderachse mittels des Steuergerätes 9 und mittels der Steuerventileinrichtung 12 erfolgt, vor, den Hilfsbremskreis nur zu aktivieren, falls kein ABS-Regelbedarf an der Vorderachse vorliegt. Hierdurch wird vermieden, dass durch eine Hilfsbremsung ein Blockieren der Vorderräder verursacht wird.
  • Eine in 2 gezeigte Variante der Erfindung sieht ein zusätzliches Wechselventil (Select-High-Ventil) 34 vor, wobei ein erster Eingang 35 des Wechselventils 34 über eine Druckmittelleitung 36 mit der zweiten Steuerventileinrichtung 12 verbunden ist, ein zweiter Eingang 37 des Wechselventils 34 über eine Druckmittelleitung 38 mit dem Ausgang 23 des 3/2-Wegeventils 24 verbunden ist und ein Ausgang 39 des Wechselventils 34 über eine Druckmittel leitung 40 mit dem ersten Bremszylinder 10 verbunden ist. Die Funktionsweise dieser Variante entspricht der in 1 gezeigten Variante, bis auf den Unterschied, dass beide Bremszylinder 10, 11 der Vorderachse durch den Hilfsbremskreis betätigt werden können. Es können somit während des Hilfsbremsvorgangs größere Bremskräfte erzeugt werden.
  • Die in 3 gezeigte Variante stellt eine Weiterbildung der in 2 gezeigten Variante dar. Bei dieser Variante ist ein erstes ABS-Ventil 41 zwischen dem Ausgang 17 des Wechselventils 18 und dem zweiten Bremszylinder 11 geschaltet. Über eine elektrische Leitung 42 ist das ABS-Ventil mit dem Steuergerät 9 verbunden. Entsprechend befindet sich zwischen dem Ausgang 39 des Wechselventils 34 und dem ersten Bremszylinder 10 eine zweites ABS-Ventil 43, welches über eine elektrische Leitung 44 mit dem Steuergerät 9 verbunden ist. Durch die ABS-Ventile 41, 43 kann eine ABS-Regelung des Hilfsbremsvorgangs durchgeführt werden. Ein Blockieren der Räder der Vorderachse während des Hilfsbremsvorgangs wird hierdurch vermieden. Es ist anzumerken, dass natürlich auch die in 1 gezeigte Variante mit einem oder zwei ABS-Ventilen erweitert werden kann, um eine ABS-Regelung des Hilfsbremsvorgangs zu ermöglichen.
  • Das Steuergerät 9, der Bremswertgeber 32 und die zweite Steuerventileinrichtung 12 können bei einer Ausführung zu einer zentralen Bremseinheit zusammengefasst werden, um den Montageaufwand zu verringern.
  • ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
  • Diese Liste der vom Anmelder aufgeführten Dokumente wurde automatisiert erzeugt und ist ausschließlich zur besseren Information des Lesers aufgenommen. Die Liste ist nicht Bestandteil der deutschen Patent- bzw. Gebrauchsmusteranmeldung. Das DPMA übernimmt keinerlei Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.
  • Zitierte Patentliteratur
    • - EP 1069016 B1 [0004]
    • - EP 1561661 B1 [0005]

Claims (15)

  1. Druckmittelbetätigte Fahrzeugbremsanlage mit folgenden Merkmalen: • einem ersten Bremskreis mit wenigstens einem Bremszylinder (1, 2), der über eine erste Steuerventileinrichtung (5) in Abhängigkeit eines Steuersignals eines Bremswertgebers (32) mit einer ersten Druckmittelquelle (7) für den ersten Bremskreis verbindbar ist, • einem zweiten Bremskreis mit wenigstens einem zweiten Bremszylinder (11), der über eine zweite Steuerventileinrichtung (12) in Abhängigkeit des Steuersignals des Bremswertgebers (32) mit einer zweiten Druckmittelquelle (13) für den zweiten Bremskreis verbindbar ist, • und einem zwischen dem zweiten Bremszylinder (11) und der zweiten Steuerventileinrichtung (12) angeordnete Umschaltventileinrichtung (50) über die der zweite Bremszylinder (11) mit einer dritten Druckmittelquelle (29) verbindbar ist, • wobei bei einem Ausfall des zweiten Bremskreises ein Hilfsbremsvorgang durchführbar ist, • wobei während des Hilfsbremsvorgangs der zweite Bremszylinder (11) über die Umschaltventileinrichtung (50) mit der dritten Druckmittelquelle (29) verbunden ist und der in dem zweiten Bremszylinder (11) auftretende Bremsdruck unabhängig von einem in dem ersten Bremskreis auftretenden Bremsdruck ist.
  2. Druckmittelbetätigte Fahrzeugbremsanlage nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Umschaltventileinrichtung (50) ein Wechselventil (18) und ein Ventil (24) umfasst, • wobei das Wechselventil einen ersten Eingang (19) aufweist, der mit der zweiten Steuerventileinrichtung (12) verbunden ist, einen zweiten Eingang (21) aufweist, der mit einem Ausgang (23) eines Ventils (24) verbunden ist und einen Ausgang (17) aufweist, der mit dem zweiten Bremszylinder (11) verbunden ist, • wobei das Ventil (24) einen Eingang (25) aufweist, der mit der dritten Druckmittelquelle (29) verbunden ist, einen Ausgang (23) aufweist, der mit dem zweiten Eingang (21) des Wechselventils (18) verbunden ist, einen Steuereingang (31) aufweist, der mit einem Steuergerät (9) verbunden ist.
  3. Druckmittelbetätigte Fahrzeugbremsanlage nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Ventil (24) als 3/2-Wegeventil ausgebildet ist.
  4. Druckmittelbetätigte Fahrzeugbremsanlage nach einem der vorherigen Ansprüche 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Ventil (24) in Abhängigkeit des Steuersignals des Bremswertgebers (32) den zweiten Eingang (21) des Wechselventils (18) wahlweise mit der Atmosphäre oder der dritten Druckmittelquelle (29) verbindet.
  5. Druckmittelbetätigte Fahrzeugbremsanlage nach einem der vorherigen Ansprüche 2 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass im unbetätigten Zustand des Ventils (24) der zweite Eingang (21) des Wechselventils (18) mit der Atmosphäre verbunden ist und im betätigten Zustand des Ventils (24) der zweite Eingang (21) des Wechselventils (18) mit der dritten Druckmittelquelle (29) verbunden ist.
  6. Druckmittelbetätigte Fahrzeugbremsanlage nach einem der vorherigen Ansprüche 2 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass das Ventil (24) die dritte Druckmittelquelle (29) mit dem zweiten Eingang (21) des Wechselventils (18) verbindet, falls das Steuersignal des Bremswertgebers (32) einen vorgegebenen Schwellenwert überschreitet.
  7. Druckmittelbetätigte Fahrzeugbremsanlage nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen der Umschaltventileinrichtung (50) und der dritten Druckmittelquelle (29) ein Druckbegrenzer (27) angeordnet ist.
  8. Druckmittelbetätigte Fahrzeugbremsanlage nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Bremswertgeber (32), die zweite Steuerventileinrichtung (12) und das Steuergerät (9) zu einer zentralen Bremseinheit zusammengefasst sind.
  9. Druckmittelbetätigte Fahrzeugbremsanlage nach einem der vorherigen Ansprüche 2 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen dem zweiten Bremszylinder (11) und dem Ausgang (17) des Wechselventils (18) ein ABS-Ventil (41) angeordnet ist.
  10. Druckmittelbetätigte Fahrzeugbremsanlage nach einem der vorherigen Ansprüche 2 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass der zweite Eingang (21) des Wechselventils (17) direkt mit dem Ausgang (23) des Ventils (24), ohne Verwendung einer Druckmittelleitung, verbunden ist.
  11. Druckmittelbetätigte Fahrzeugbremsanlage nach einem der vorherigen Ansprüche 2 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass das Wechselventil (18), das Ventil (24) und der Druckbegrenzer (27) ein gemeinsames Befestigungsmittel zur Montage aufweisen.
  12. Druckmittelbetätigte Fahrzeugbremsanlage nach einem der vorherigen Ansprüche 2 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Umschaltventileinrichtung (50) ein weiteres Wechselventil (34) umfasst, welches zwischen der zweiten Steuerventileinrichtung (12) und einem dem zweiten Bremskreis zugehörigen ersten Bremszylinder (10) angeordnet ist.
  13. Verfahren zum Betrieb einer druckmittelbetätigte Fahrzeugbremsanlage gemäß einem der vorherigen Ansprüche 2 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass das Ventil (24) durch das Steuergerät (9) betätigt wird, um die dritte Druckmittelquelle (29) mit dem zweiten Eingang (21) des Wechselventils (18) zu verbinden, falls das Steuersignal des Bremswertgebers (32) einen vorgegebenen Schwellenwert überschreitet.
  14. Verfahren zum Betrieb einer druckmittelbetätigte Fahrzeugbremsanlage gemäß einem der vorherigen Ansprüche 2 bis 8 und 9 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass das Ventil (24) durch das Steuergerät (9) betätigt wird, um die dritte Druckmittelquelle (29) mit dem zweiten Eingang (21) des Wechselventils (18) zu verbinden, falls das Steuersignal des Bremswertgebers (32) einen vorgegebenen Schwellenwert überschreitet und falls kein ABS-Regelvorgang des ersten Bremskreises vorliegt.
  15. Steuergerät (9) zur Durchführung des Verfahrens gemäß Anspruch 13 oder 14.
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