DE102007029520B4 - Vorrichtung zum Falzen von Blechbauteilen - Google Patents
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Abstract
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung (1) zum Falzen von Blechbauteilen mit einem Falzbett (9), einem Falzwerkzeug (10) und einem Niederhalter (12). Weiterhin weist die Vorrichtung (1) ein Grundgestell (4) auf, welchem die zum Falzen des jeweiligen Blechbauteils erforderlichen Antriebseinrichtungen (7) zugeordnet sind. Um den Umrüstaufwand bei einem Wechsel der zu falzenden Blechbauteilvariante zu reduzieren ist erfindungsgemäß vorgesehen, dass das Falzbett (9), das Falzwerkzeug (10) und der Niederhalter (12) ein auf die Geometrie und/oder die Abmessungen des zu bearbeitenden Blechbauteils abgestimmtes Falzmodul (11, 16) bilden, welches austauschbar auf dem Grundgestell (4) anordbar ist. Das Grundgestell (4) weist einen das Falzbett (9) und das Falzwerkzeug (10) aufnehmenden Gestelltisch (2) und einen relativ zum Gestelltisch (2) bewegbaren und den Niederhalter (12) aufnehmenden Gestellarm (3) auf. Durch eine Relativbewegung zwischen Gestelltisch (2) und Gestellarm (3) ist der Niederhalter (12) zur Bestückung des Falzbettes (9) mit einem zu bearbeitenden Blechbauteil von dem Falzwerkzeug (10) oder dem Falzbett (9) abhebbar und das zu bearbeitende Blechbauteil während des Falzvorgangs mit einer Niederhaltekraft beaufschlagbar.
Description
- Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Falzen von Blechbauteilen mit einem Falzbett, einem Falzwerkzeug und einem Niederhalter und mit einem Grundgestell, welchem die zum Falzen des jeweiligen Blechbauteils erforderlichen Antriebseinrichtungen zugeordnet sind.
- Eine derartige Vorrichtung zum Falzen eines Blechbauteils, insbesondere eines Karosserieblechs, ist bereits aus der
DE 197 56 651 C1 bekannt. Die Vorrichtung weist ein Grundgestell mit einer Antriebseinrichtung und mehrere an einem Drehkopf angeordnete Falzwerkzeuge für unterschiedliche Falzvorgänge an einem Blechbauteil auf. Zur Aufnahme des Werkstücks sind dem Grundgestell ein Falzbett sowie ein Niederhalter zugeordnet. Durch Drehen des Drehkopfes wird das für den jeweiligen Falzvorgang benötigte Falzwerkzeug in eine Arbeitstellung überführt. Mittels dieser Vorrichtung können unterschiedliche Falzvorgänge an einem Blechbauteil durch eine einfache Drehung des Drehkopfes durchgeführt werden. Außerdem können die Falzwerkzeuge in unterschiedlichen Stellungen des Drehkopfes gewechselt werden. - Jedoch hat es sich als nachteilig erwiesen, dass ein Falzen einer sich in Größe, Geometrie und Abmessungen von dem Bauteil unterscheidenden Bauteilvariante nicht bzw. nur durch einen aufwändigen Umrüstvorgang möglich ist.
- In der
EP 1 103 320 A1 ist bereits eine Bördelvorrichtung mit einer aus einem Bördelbett, Bördelbacken und einem Niederhalter bestehenden, eine wechselbare Einheit bildenden Bördelmodul offenbart. - Weitere Vorrichtungen zum Umformen von Blechbauteilen sind auch aus der
DE 197 56 651 C1 , derDE 20 2004 020 654 U1 , derUS 5 228 190 A und derEP 1 702 692 A1 bekannt. - Vor diesem Hintergrund liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, eine flexiblere Vorrichtung zum Falzen von Blechbauteilen mit austauschbaren Falzmodulen zur Verfügung zu stellen, mittels welcher die Bestückung des Falzmoduls mit einem Blechbauteil und die Beaufschlagung des Blechbauteils mit einer Niederhaltekraft während des Falzvorgangs optimiert werden kann.
- ,Diese Aufgabe wird gelöst mit einer Vorrichtung gemäß den Merkmalen des Patentanspruchs 1. Die Unteransprüche betreffen besonders zweckmäßige Weiterbildungen der Erfindung.
- Erfindungsgemäß ist also eine Vorrichtung zum Falzen von Blechbauteilen mit einem Falzbett, einem Falzwerkzeug und einem Niederhalter und mit einem Grundgestell vorgesehen, welchem die zum Falzen des jeweiligen Blechbauteils erforderlichen Antriebseinrichtungen zugeordnet sind, wobei das Falzbett, das Falzwerkzeug und der Niederhalter ein auf die Geometrie und/oder die Abmessungen des zu bearbeitenden Blechbauteils abgestimmtes Falzmodul bilden welches austauschbar auf dem Grundgestell anordbar ist und wobei das Grundgestell einen das Falzbett und das Falzwerkzeug aufnehmenden Gestelltisch und einen relativ zum Gestelltisch bewegbaren und den Niederhalter aufnehmenden Gestellarm aufweist, wobei durch eine Relativbewegung zwischen Gestelltisch und Gestellarm der Niederhalter zur Bestückung des Falzbettes mit einem zu bearbeitenden Blechbauteil von dem Falzwerkzeug oder dem Falzbett abhebbar ist und das zu bearbeitende Blechbauteil während des Falzvorgangs mit einer Niederhaltekraft beaufschlagbar ist.
- Hierdurch sind alle Bauteile der Vorrichtung, welche bezüglich Geometrie und Größe auf das zu falzende Blechbauteil abgestimmt sind, in einem einzigen Falzmodul zusammengefasst und können bei einem Wechsel der zu bearbeitenden Blechbauteilvariante zusammen ausgetauscht werden. Hierdurch werden die Flexibilität der Vorrichtung verbessert, der Umrüstvorgang vereinfacht, der Umrüstaufwand reduziert und die Rüstzeiten bei einem Wechsel des zu bearbeitenden Blechbauteils minimiert. Diejenigen Bauteile der Vorrichtung, welche nicht bauteilspezifisch ausgebildet sind, wie beispielsweise die Antriebsvorrichtungen, bleiben auch bei einem Wechsel des Falzmoduls zentral am Grundgestell angeordnet. Das Falzmodul selbst weist keine integrierte eigene Antriebsvorrichtung auf. Weiterhin wird eine besonders einfache Möglichkeit geschaffen, die blechbauteilspezifisch ausgebildeten Teile des Falzmoduls auf dem Gestell anzuordnen bzw. mit dem Gestell zu verbinden. Dabei wird das aus dem Falzbett, dem Falzwerkzeug und dem Niederhalter bestehende Falzmodul zunächst komplett auf dem Gestelltisch abgelegt und anschließend wird der lose auf dem Falzbett bzw. Falzwerkzeug angeordnete Niederhalter mit dem Gestellarm verbunden. Durch eine Relativbewegung zwischen Gestelltisch und Gestellarm kann der Niederhalter dann anschließend beispielsweise zur Bestückung des Falzbettes mit einem zu bearbeitenden Blechbauteil von dem Falzwerkzeug bzw. dem Falzbett abgehoben werden und/oder das zu bearbeitende Blechbauteil während des Falzvorgangs mit einer Niederhaltekraft beaufschlagt werden.
- Eine konstruktiv einfache und wenig Bauraum erfordernde Ausgestaltung der Vorrichtung wird auch dadurch geschaffen, dass der Gestellarm schwenkbar ausgebildet ist.
- Dadurch, dass das Falzbett ein Koppelelement zur lösbaren Verbindung mit einer Falz-Antriebseinrichtung aufweist kann das Falzbett, beispielsweise über einen zugeordneten Stößel, bei einem Austausch des Falzmoduls mit der zentral am Grundgestell angeordneten Falz-Antriebeseinrichtung verbunden bzw. von ihr getrennt werden.
- Erfindungsgemäß ist weiter vorgesehen, dass der Niederhalter ein Koppelement zur lösbaren Verbindung mit einer Niederhalter-Antriebseinrichtung oder dem Gestellarm aufweist. Hierdurch kann der Niederhalter bei einem Wechsel des Falzmoduls schnell und zuverlässig mit der Niederhalter-Antriebseinrichtung und/oder dem Gestellarm verbunden werden.
- Eine weitere besonders vorteilhafte Weiterbildung der vorliegenden Vorrichtung wird auch dadurch geschaffen, dass das Falzmodul auf einer Führungseinrichtung verschiebbar gelagert ist. Hierdurch kann das jeweilige Falzmodul relativ zum zentral angeordneten Grundgestell verfahren werden, wobei durch die Führungseinrichtung eine definierte Bewegung des Falzmoduls gewährleistet ist. Eine Kollision des sich bewegenden Falzmoduls mit dem zentralen Grundgestell während des Falzmodulwechsels kann somit ausgeschlossen werden.
- Aufgrund des Gewichts des Falzmoduls hat es sich als besonders praxisnah erwiesen, dass die Führungseinrichtung eine Rollbahn aufweist. Durch die Rollbahn wird der Austausch der Falzmodule, insbesondere die erforderlichen manuellen Tätigkeiten, erheblich erleichtert.
- Schließlich entspricht es der Lehre der Erfindung, wenn die Vorrichtung zumindest ein weiteres Falzmodul aufweist, welches bei einem Wechsel der zur falzenden Blechbauteilvariante gegen das auf dem Grundgestell angeordnete Falzmodul austauschbar ist. Durch die Bereitstellung eines weiteren Falzmoduls werden die Umrüstzeiten bei einem Wechsel der zu falzenden Blechbauteilvariante nochmals reduziert.
- Die Erfindung lässt zahlreiche Ausführungsformen zu. Zur weiteren Verdeutlichung ihres Grundprinzips ist eine davon in der Zeichnung dargestellt und wird nachfolgend beschrieben. Diese zeigt in
-
1 eine Vorrichtung zum Falzen eines Blechbauteils in einer Seitenansicht; -
2 ein Falzmodul mit einem Falzbett, einem Falzwerkzeug und einem Niederhalter in einer Seitenansicht; -
3 eine Vorrichtung zum Falzen eine Blechbauteils in einer Draufsicht. -
1 zeigt eine Vorrichtung1 zum Falzen von nicht dargestellten Blechbauteilen, welche ein aus einem Gestelltisch2 und einem schwenkbaren Gestellarm3 bestehendes Grundgestell4 aufweist. Dem Grundgestell4 sind zwei als Falz-Antriebseinrichtung5 und Niederhalter-Antriebseinrichtung6 ausgebildete Antriebseinrichtungen7 zugeordnet. Auf dem Gestelltisch2 ist auf einer Grundplatte8 ein aus einem Falzbett9 und einem Falzwerkzeug10 bestehendes Falzmodul11 angeordnet. Zu dem Falzmodul11 gehört außerdem ein bereits am Gestellarm3 fixierter Niederhalter12 , was in1 durch den gestrichelten Kreis dargestellt ist. Ergänzend hierzu ist in2 das Falzmodul11 mit dem noch auf dem Falzbett9 abgelegten Niederhalter12 und dem Falzwerkzeug10 dargestellt. Zur Fixierung und zur Energieversorgung des Niederhalters ist zwischen dem Gestellarm3 und dem Niederhalter12 ein Koppelelement13 angeordnet. Ein weiteres Koppelelement14 ist zwischen dem Falzbett9 und einer unterhalb des Falzbettes9 bzw. unterhalb des Gestelltisches2 angeordneten elektrischen oder hydraulischen Falz-Antriebseinrichtung5 vorgesehen. -
3 zeigt die Vorrichtung1 zum Falzen von Blechbauteilen in einer Draufsicht. In der Vorrichtung1 bzw. auf dem Gestelltisch2 der Vorrichtung1 ist ein erstes Falzmodul11 zu Bearbeitung einer ersten Blechbauteilvariante angeordnet. Auf einer als Schwerlast-Rollbahn ausgebildeten Führungseinrichtung15 ist ein zweites Falzmodul16 zur Bearbeitung einer zweiten Blechbauteilvariante verschiebbar angeordnet. Die Führungseinrichtung15 ist modular aufgebaut, was in der3 durch die gestrichelt dargestellten Abschnitte17 angedeutet ist. - Nachfolgend wird anhand der
1 bis3 der Umrüstvorgang der Vorrichtung1 bei einem Wechsel der zu falzenden Blechbauteilvariante beschrieben: Nachdem das Falzwerkzeug10 des Falzmoduls11 in seine Ausgangsstellung zurück gefahren worden ist wird der Niederhalter12 durch Schwenken des Gestellarmes3 auf dem Falzbett9 abgelegt. Nach dem Trennen der Verbindung zwischen dem Niederhalter12 und dem Gestellarm3 und der Verbindung zwischen dem Falzbett9 und der Falz-Antriebseinrichtung5 kann das auszutauschende Falzmodul11 horizontal und relativ zu dem Grundgestell4 verschoben werden, was in3 durch den Richtungspfeil18 dargestellt ist. Anschließend kann das zweite Falzmodul16 auf dem Gestelltisch2 des Grundgestells11 angeordnet werden, was ebenfalls durch ein Verschieben des Falzmoduls16 relativ zu dem Grundgestell11 erfolgt. Das Verschieben des zweiten Falzmoduls16 ist in3 ebenfalls durch einen Richtungspfeil19 dargestellt. Nachdem das Falzmodul16 auf dem Gestelltisch2 angeordnet ist wird der Gestellarm3 derart relativ zum Falzmodul verschwenkt und abgesenkt, dass über das Koppelelement13 eine Verbindung zum Niederhalter12 hergestellt werden kann. Gleichzeitig oder im Anschluss erfolgt das Herstellen einer Verbindung zwischen dem Falzbett9 und der Falz-Antriebseinrichtung5 mittels des Koppelelementes14 . Nachdem der Umrüstvorgang abgeschlossen ist wird das zu falzende Blechbauteil, beispielsweise durch Roboter, auf dem Falzbett9 abgelegt und gefalzt.
Claims (7)
- Vorrichtung (1) zum Falzen von Blechbauteilen mit einem Falzbett (9), einem Falzwerkzeug (10) und einem Niederhalter (12) und mit einem Grundgestell (4), welchem die zum Falzen des jeweiligen Blechbauteils erforderlichen Antriebseinrichtungen (7) zugeordnet sind, wobei das Falzbett (9), das Falzwerkzeug (10) und der Niederhalter (12) ein auf die Geometrie und/oder die Abmessungen des zu bearbeitenden Blechbauteils abgestimmtes Falzmodul (11, 16) bilden, welches austauschbar auf dem Grundgestell (4) anordbar ist, und wobei das Grundgestell (4) einen das Falzbett (9) und das Falzwerkzeug (10) aufnehmenden Gestelltisch (2) und einen relativ zum Gestelltisch (2) bewegbaren und den Niederhalter (12) aufnehmenden Gestellarm (3) aufweist, wobei durch eine Relativbewegung zwischen Gestelltisch (2) und Gestellarm (3) • der Niederhalter (12) zur Bestückung des Falzbettes (9) mit einem zu bearbeitenden Blechbauteil von dem Falzwerkzeug (10) oder dem Falzbett (9) abhebbar ist und • das zu bearbeitende Blechbauteil während des Falzvorgangs mit einer Niederhaltekraft beaufschlagbar ist.
- Vorrichtung (1) nach
Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass der Gestellarm (3) schwenkbar ausgebildet ist. - Vorrichtung (1) nach zumindest einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Falzbett (9) ein Koppelelement (14) zur lösbaren Verbindung mit einer Falz-Antriebseinrichtung (5) aufweist.
- Vorrichtung (1) nach zumindest einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Niederhalter (12) ein Koppelement (13) zur lösbaren Verbindung mit einer Niederhalter-Antriebseinrichtung (6) oder dem Gestellarm (3) aufweist.
- Vorrichtung (1) nach zumindest einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Falzmodul (11, 16) auf einer Führungseinrichtung (15) verschiebbar gelagert ist.
- Vorrichtung (1) nach
Anspruch 5 , dadurch gekennzeichnet, dass die Führungseinrichtung (15) eine Rollbahn aufweist. - Vorrichtung (1) nach zumindest einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung (1) zumindest ein weiteres Falzmodul (16) aufweist, welches bei einem Wechsel der zur falzenden Blechbauteilvariante gegen das auf dem Grundgestell (4) angeordnete Falzmodul (11) austauschbar ist.
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