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STAND DER TECHNIK
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Die
vorliegende Erfindung betrifft ein Strommessmodul sowie ein Verfahren
zum Messen des Stroms durch eine Zumesseinheit für eine Common-Rail-Pumpe eines
Einspritzsystems in einem Kraftfahrzeug. Die Erfindung betrifft
ferner eine Stromregelungsschaltung, welche ein solches Strommessmodul
aufweist.
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In
modernen Einspritzsystemen, insbesondere in Dieseleinspritzsystemen,
wird zur Versorgung der Zylinder mit Kraftstoff eine gemeinsame
Kraftstoff-Hochdruckleitung, dem so genannten „Common Rail" (im Folgenden auch „Rail" genannt), mit entsprechenden
Abgängen
zu den einzelnen Zylindern verwendet. Der Druck im Rail wird über einen
Regelkreis konstant gehalten. Dabei wird der Druck über einen
Drucksensor erfasst und auf einen vorgegebenen Wert geregelt. Dieser
vorgegebene Wert wird unter Zuhilfenahme von Komparatoren und Kennfeldern
berechnet.
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Bei
einem solchen Kennfeld ergibt sich aus einer berechneten Menge zu
fördernden
Kraftstoffs ein Stromsollwert, mit dem die Zumesseinheit einer Kraftstoffförderpumpe
angesteuert wird. Diese Zumesseinheit weist ein Magnetventil auf,
welches im geöffneten
Zustand Kraftstoff aus einem Kraftstoffreservoir zum Rail fließen lässt und
im geschlossenen Zustand die Verbindung zwischen Kraftstoffreservoir und
Rail trennt. Widerstand und Induktivität des Magnetventils sind von
der Temperatur abhängig,
so dass eine Stromregelung vorgesehen ist, welche den Strom durch
das Magnetventil auf einen vorgegebenen Wert regelt.
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1 ist
eine schematische Darstellung einer typischen Stromregelungsschaltung 10 für den Strom
durch das Magnetventil (hier dargestellt als Impedanz 71)
der Zumesseinheit einer Common-Rail-Pumpe 70.
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Die
Stromregelungsschaltung 10 in 1 weist
einen Shuntwiderstand 11 sowie einen MOSFET-Transistor 12 auf,
welche in Serie mit dem Magnetventil 71 der Zumesseinheit
geschaltet sind. Der Transistor 12 ist mit Source und Drain
zwischen den Shuntwiderstand 11 und Massepotential V_gnd
geschaltet. Ein analoger Operationsverstärker 13 vergleicht
die Potentiale an beiden Enden des Shunt-Widerstands 11 miteinander
und gibt ein Vergleichssignal an einen Analog/Digital-Wandler 14 eines
Mikrocontrollers 15 aus. Zwischen dem Drain des Transistors 12 und
dem Versorgungspotential V_bat ist ferner eine Freilaufdiode 16 vorgesehen.
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Der
Potentialunterschied zwischen den beiden Enden des Shunt-Widerstands 11,
und somit auch die Größe des Vergleichssignals,
hängt vom Strom
durch den Shunt-Widerstand 11 ab. Der Mikrocontroller 15 vergleicht
das digitalisierte Vergleichssignal mit einem Referenzsignal und
bestimmt somit, ob der durch das Magnetventil 71 fließende Strom
einem vorgegebenen Wert entspricht. Wenn der Mikrocontroller 15 erkennt,
dass der durch das Magnetventil 71 fließende Strom nicht dem vorgegebenen
Wert entspricht, dann regelt der Mikrocontroller 15 den Strom
auf den vorgegebenen Wert. Zu diesem Zwecke ist ein Ausgang PWM
des Mikrocontrollers 15 mit dem Gate des Transistors 12 verbunden.
Der Mikrocontroller 15 steuert das Gate per Pulsweitenmodulation
(PWM) an, wobei der Mikrocontroller 15 das Tastverhältnis der
PWM anpasst, um etwaige Abweichungen zwischen dem Sollwert und dem
Istwert des Stroms durch das Magnetventil 71 auszuregeln.
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Die
Kennlinie zwischen Magnetventilstrom einerseits und zugemessener
Kraftstoffmenge andererseits ist sehr steil. Dies bedeutet, dass
schon eine sehr kleine Änderung
des Magnetventilstroms zu einer großen Änderung der zugemessenen Kraftstoffmenge
führt.
Folglich muss die Stromerfassung sehr genau sein. Das bedingt wiederum,
dass hohe Anforderungen an die Verstärkergenauigkeit gestellt werden.
Weiterhin kann im Falle eines Load-Dumps die Versorgungsspannung
von beispielsweise 24 V auf bis zu 60 V ansteigen. Aus diesem Grunde
ist auch eine hohe Gleichtaktunterdrückung von beispielsweise 80
dB vonnöten.
Schließlich
ist wegen den beim Load-Dump auftretenden hohen Spannungen auch eine
hohe Spannungsfestigkeit notwendig. Diese Anforderungen bedingen,
dass Operationsverstärker mit
eingangsseitigen, speziell abgeglichenen, Widerstandsnetzwerken
verwendet werden; allerdings sind solche Operationsverstärker relativ
teuer.
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VORTEILE DER ERFINDUNG
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Demgemäß vorgesehen
ist ein Strommessmodul zum Messen eines Stroms durch eine Zumesseinheit
für eine
Common-Rail-Pumpe eines Einspritzsystems in einem Kraftfahrzeug,
mit
- – zwei
Eingängen,
welche an ein erstes Ende bzw. ein zweites Ende eines Shuntwiderstands angeschlossen
sind, der in Serie mit der Zumesseineinheit verbunden ist und über welchen
eine Shuntspannung abfällt;
und
- – einem
Delta-Sigma-Modulator, welcher mit den zwei Eingängen verbunden ist und welcher
die Shuntspannung in ein digitales Ausgangssignal wandelt, dessen
Mittelwert der Shuntspannung entspricht.
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Ein
entsprechendes Verfahren zum Messen des Stroms durch eine Zumesseinheit
für eine
Common-Rail-Pumpe eines Einspritzsystems in einem Kraftfahrzeug
weist die folgenden Schritte auf:
- – Bereitstellen
eines Shuntwiderstands, welcher in Serie mit der Zumesseineinheit
verbunden ist und über
welchen eine Shuntspannung abfällt; und
- – Umsetzen
der Shuntspannung mit einem Delta-Sigma-Modulator in ein digitales
Ausgangssignal, dessen Mittelwert dem zu messenden Strom entspricht.
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Die
der Erfindung zugrunde liegende Idee ist es, den Spannungsabfall über einen
Shuntwiderstand, der in Serie mit der Zumesseinheit angeordnet ist,
mittels eines Delta-Sigma-Modulators in ein digitales Signal umzuwandeln.
Der Mittelwert dieses Signals entspricht dem Wert des Spannungsabfalls über den
Shuntwiderstand.
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Ein
wesentlicher Vorteil der vorgeschlagenen Anordnung ist es, dass
alle Anforderungen, die an das Messsystem gestellt werden, nämlich hohe Genauigkeit,
hohe Gleichtaktunterdrückung
und hohe Gleichspannungsfestigkeit, mit deutlich geringeren Kosten
realisiert werden können.
Insbesondere kommt die vorgeschlagene Anordnung ohne einen teueren
abgeglichenen Operationsverstärker
mit eingangsseitigem Widerstandsnetzwerk aus.
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Das
Strommessmodul kann weiterhin einen Level-Shifter aufweisen, welcher
das Potential des digitalen Signals in einen auf ein Bezugspotential
(z. B. Masse) bezogenen Wert umwandelt. Somit wird das Potential
des digitalen Signals auf einen einheitlichen Bezugswert umgewandelt
und kann von nachgeschalteten Bauteilen weiterverarbeitet werden.
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In
einer vorteilhaften Ausgestaltung weist das Strommessmodul weiterhin
auf: eine Diode, welche anodenseitig mit einer Spannungsquelle verbunden
ist, und einen Boosterkondensator, dessen eine Seite an die Kathode
der Diode und dessen andere Seite mit einer Seite des Shuntwiderstands
verbunden ist, wobei der Knoten zwischen Diode und Boosterkondensator
mit einem Spannungsversorgungseingang des Delta-Sigma-Modulators
verbunden ist. Somit wird eine Bootstrapschaltung realisiert, die eine
Spannungsversorgung des Delta-Sigma-Modulators sicherstellt, welche
dem schwankenden Pegel am Shuntwiderstand gerecht wird.
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Das
Strommessmodul kann ferner ein Filter aufweisen, welcher das digitale
Ausgangssignal in ein tiefpassgefiltertes Ausgangssignal umwandelt. Dieses
Filter kann als analoges Tiefpassfilter, beispielsweise als RC-
oder LC-Netzwerk, oder auch als digitales Filter ausgebildet ist.
Ein digitales Filter kann als FIR-Filter ausgebildet sein. Dies
hat den Vorteil, dass das FIR-Filter direkt im Mikrocontroller eines Steuergeräts programmiert
werden kann, was sich als Kostenersparnis auswirkt.
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Ebenfalls
Kostenvorteile hat es, das Strommessmodul mit anderen Funktionsbausteinen
in einen ASIC oder dergleichen zu integrieren.
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Eine
erfindungsgemäße Stromregelungsschaltung
zum Regeln eines Stroms durch eine Zumesseinheit für eine Common-Rail-Pumpe
eines Einspritzsystems in einem Kraftfahrzeug, weist Folgendes auf:
- – ein
erfindungsgemäßes Strommessmodul,
- – ein
Steuergerät,
welchem das Ausgangssignal zugeführt
wird, und
- – einen
Schalter, welcher zwischen der von der Zumesseinheit abgewandten
Seite des Shuntwiderstands und einem Versorgungspotential angeschlossen
ist,
- – wobei
das Steuergerät
den Schalter in Abhängigkeit
von dem Ausgangssignal ansteuert.
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Dabei
ist es vorteilhaft, wenn der Schalter als MOSFET-Transistor ausgebildet
ist, welcher durch Pulsweitenmodulation von dem Steuergerät angesteuert
wird. Bei einer solchen Anordnung kommen die Vorteile der vorgeschlagenen
Anordnung besonders deutlich zur Geltung, da der Pegel am Shuntwiderstand
aufgrund der Pulsweitenmodulation zwischen den zwei Versorgungspotentialen
schwankt. Mit der vorgeschlagenen Anordnung kann dem durch Verwendung
eines Delta-Sigma-Modulators Rechnung getragen werden, der kostengünstig realisiert werden
kann.
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Das
Steuergerät
kann ein FIR-Filter aufweisen, welches das Ausgangssignal filtert.
Somit kann das FIR-Filter kostengünstig beispielsweise als Programmmodul
in das Steuergerät
integriert werden.
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ZEICHNUNGEN
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Die
Erfindung wird nachfolgend anhand der in den schematischen Figuren
der Zeichnungen angegebenen Ausführungsbeispiele
näher erläutert. Es zeigt
dabei:
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1 ein
Blockschaltdiagramm, welches die Stromregelung in einer herkömmlichen
Anordnung zeigt;
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2 ein
Blockschaltdiagramm, welches ein Strommessmodul und eine Stromregelungsschaltung
nach einer ersten Ausführungsform
der Erfindung darstellt; und
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3 ein
Blockschaltdiagramm, welches ein Strommessmodul und eine Stromregelungsschaltung
nach einer zweiten Ausführungsform
der Erfindung darstellt.
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BESCHREIBUNG DER AUSFÜHRUNGSBEISPIELE
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In
allen Figuren der Zeichnungen sind gleiche bzw. funktionsgleiche
Elemente – sofern
nichts Anderes angegeben ist – mit
gleichen Bezugszeichen versehen worden.
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2 zeigt
ein Blockschaltdiagramm, welches ein Strommessmodul 40 und
eine Stromregelungsschaltung 20 nach einer ersten Ausführungsform
der Erfindung darstellt.
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Die
Stromregelungsschaltung 20 regelt den Strom, der durch
das Magnetventil 71 (hier dargestellt als Impedanz) der
Zumesseinheit einer Common-Rail-Pumpe 70 fließt. Dazu
misst bzw. erfasst das Strommessmodul 40 den Strom durch
das Magnetventil 71, indem es den Spannungsabfall über einen
Shuntwiderstand 21 in ein digitales Ausgangssignal umwandelt
und dieses einem Steuergerät 60 zuführt. Das
Steuergerät 60 kann
vorzugsweise als Mikrocontroller ausgeführt sein. Weicht der Wert des
ermittelten Ausgangssignals von einem vorbestimmten Vergleichswert
ab, dann regelt das Steuergerät 60 den
Strom auf den vorgegebenen Sollwert durch Ansteuerung eines Schalters 22.
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Im
Folgenden wird diese Anordnung genauer beschrieben: Das Magnetventil 71,
der Shuntwiderstand 21 und der Schalter 22 sind
in Reihe zwischen ein erstes Versorgungspotential V_bat und ein zweites
Versorgungspotential V_grnd geschaltet. In der dargestellten Ausführungsform
ist der Schalter 22 als selbstsperrender n-MOSFET-Transistor
ausgeführt,
dessen Source mit dem zweiten Versorgungspotential V_gnd verbunden
ist. Das Magnetventil 71 ist mit dem ersten Versorgungspotential V_bat
verbunden und der Shuntwiderstand 21 ist zwischen dem Magnetventil 71 und
dem Drainanschluss des Transistors 22 angeordnet.
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Die
beiden Anschlüsse
des Shuntwiderstands 22 sind respektive mit einem ersten
Eingang 46 bzw. einem zweiten Eingang 47 des Strommessmodul 40 verbunden.
Der erste Eingang 46 ist
mit dem auf der Seite des
Magnetventils 71 gelegenen Anschluss des Shuntwiderstands 22 verbunden, wohingegen
der zweite Eingang 47 mit dem auf der Seite des Transistors 22 gelegenen
Anschluss des Shuntwiderstands 22 verbunden ist. Das Strommessmodul 40 weist
eine Diode 41, einen Boosterkondensator 42, einen
Delta-Sigma-Modulator 43, einen Level-Shifter 44 und
einen Tiefpassfilter 45 auf. Die Diode 41 ist
anodenseitig mit einem dritten Versorgungspotential Vdd verbunden.
Das dritte Versorgungspotential kann, auf das zweite Versorgungspotential
V_gnd bezogen, beispielsweise 5 V betragen, während das erste Versorgungspotential
V_bat, auf das zweite Versorgungspotential V_gnd bezogen, beispielsweise
24 V beträgt.
Die Kathode der Diode 41 ist mit einer Seite des Boosterkondensators 42 verbunden.
Die andere Seite des Boosterkondensators 42 ist mit dem
zweiten Eingang 47 verbunden. Der Knoten zwischen der Kathode
der Diode 41 und dem Kondensator 42 ist mit einem
Spannungsversorgungseingang des Delta-Sigma-Modulators 43 verbunden.
Die Diode 41 und der Boosterkondensator 42 bilden
zusammen eine Bootstrapschaltung, deren Funktionsweise weiter unten
erläutert
wird. Weiterhin sind der erste Eingang 46 und der zweite
Eingang 47 mit entsprechenden ersten und zweigen Eingängen des
Delta-Sigma-Modulators 43 verbunden. Der Knoten zwischen
dem Shuntwiderstand 21 und dem Transistor 22 (also
der zweite Eingang 47) ist über eine Freilaufdiode 23 mit
dem ersten Versorgungspotential V_bat verbunden.
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Der
Delta-Sigma-Modulators 43 wandelt den Potentialunterschied
zwischen den beiden Eingängen 46 und 47 in
ein digitales Signal um. Der Delta-Sigma-Modulators 43 kann
ein Differenzglied, einen Integrator, einen Komparator und einen 1-Bit-Speicher
umfassen, welche in Serie geschaltet sind. Der Ausgang des 1-Bit-Speichers
wird über einen
1-Bit-Digital/Analog-Wandler auf den negativen Eingang des Differenzgliedes
gegeben. Somit ist der Mittelwert des Ausgangssignals des Delta-Sigma-Modulators 43 aufgrund
der negativen Rückkopplungsschleife
stets gleich dem Eingangssignal. Der Delta-Sigma-Modulator 43 kann
ein Delta-Sigma-Modulator erster oder höherer Ordnung sein.
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Dem
Delta-Sigma-Modulators 43 nachgeschaltet ist ein Level-Shifter 44,
welcher das Potential dieses digitalen Signals in einen auf das
Bezugspotential V_gnd bezogenen Wert umwandelt. Der Level-Shifter 44 gibt
folglich ein digitales Ausgangssignal aus, welches zwei Werte (HI
und LO, bzw. 0 und 1) annehmen kann, also ein binäres Signal.
Dieses Ausgangssignal hat einen Mittelwert, der dem Spannungsabfall über den
Shuntwiderstand 21 und somit dem Strom durch das Magnetventil 71 entspricht.
Insbesondere ist dieser Mittelwert im Wesentlichen dem Strom durch
das Magnetventil 71 proportional.
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Das
vom Level-Shifter 44 ausgegebene Signal wird vom Tiefpassfilter 45 tiefpassgefiltert
und somit in ein analoges Signal umgewandelt. Das Tiefpassfilter 45 ist
in der vorliegenden Ausführungsform ein
analoges Tiefpassfilter 45 und kann beispielsweise als
RC-Netzwerk oder LC-Netzwerk ausgeführt sein.
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Das
tiefpassgefilterte Ausgangssignal wird einem Analog/Digital-Wandler 61 des
Steuergeräts 60 zugeführt, welcher
dieses analoge Signal in ein digitales Signal umwandelt. Dieses
digitale Signal entspricht somit dem Mittelwert des durch das Magnetventil 71 fließenden Stroms
(Istwert) und kann zur weiteren Verarbeitung im Steuergerät 60 herangezogen
werden. Insbesondere vergleicht das Steuergerät 60 den Wert dieses
digitalen Signals mit einem Sollwert des durch das Magnetventil 71 fließenden Stroms.
Bei einer Abweichung zwischen Istwert und Sollwert regelt das Steuergerät 60 den
Strom durch das Magnetventil 71 auf den Sollwert. Zu diesem Zwecke
ist ein Ausgang PWM des Steuergeräts 60 mit dem Gate
des Transistors 22 verbunden. Das Steuergerät 60 steuert
das Gate des Transistors 22 per Pulsweitenmodulation (PWM)
an, wobei das Steuergerät 60 das
Tastverhältnis
der PWM anpasst, um etwaige Abweichungen zwischen dem Sollwert und
dem Istwert des Stroms durch das Magnetventil 71 auszuregeln.
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Das
Strommessmodul 40, das Steuergerät 60 und die Serienschaltung
von Shuntwiderstand 21 und Transistor 22 bilden
zusammen eine Stromregelungsschaltung 20.
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Im
Betrieb fließt
durch das Magnetventil 71 ein pulsweitenmodulierter Strom
durch das Magnetventil 71 und den Shuntwiderstand 21.
Da das Magnetventil 71 im Wesentlichen eine induktive Last
darstellt, ist eine Freilaufdiode 23 zwischen dem masseseitigen
Ende des Shuntwiderstands 21 und dem Versorgungspotential
V_bat vorgesehen, welche den Stromfluss übernimmt wenn der Transistor 22 sperrt.
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Je
nachdem ob der Transistor 22 sperrt oder leitet, wechselt
das Potential am zweiten Eingang 47 zwischen V_bat und
V_gnd. Aus diesem Grunde ist die Bootstrapschaltung aus Diode 41 und
Boosterkondensator 42 vorgesehen. Wenn der Transistor 22 leitet
(Eingang 47 auf V_gnd) wird der Kondensator 42 über die
Diode 41 auf Vdd aufgeladen. Sperrt der Transistor 22 (Eingang 47 auf
V_bat), dann wird das Kondensatorpotential auf V_bat + Vdd angehoben. Somit
wird gewährleistet,
dass das Versorgungspotential, welches dem Delta-Sigma-Modulator 43 zugeführt wird,
stets um Vdd über
dem Shuntwiderstandspotential am zweiten Eingang 47 liegt.
Vdd kann über
einen Spannungsteiler aus V_bat bereitgestellt werden oder aber
auch aus einer separaten Spannungsquelle bereitgestellt werden.
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Das
Ausgangsignal des Delta-Sigma-Modulators 43 ist somit ein
Bitstream, dessen Pegel zwischen V_gnd und V_bat pendelt bzw. „fliegt". Dieser fliegende
Bitstream-Pegel wird vom Level-Shifter 44 auf einen Wert
gedrückt,
der auf das Versorgungspotential V_gnd, also auf Masse, bezogen
ist.
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Die
Verwendung des Delta-Sigma-Modulators 43 in der oben beschriebenen
Anordnung bringt mehrere Vorteile mit sich. Dem Delta-Sigma-Modulators 43 wird
als Eingangssignal der Spannungsabfall über den Shuntwiderstand 21 zugeführt. Mit
anderen Worten, der Delta-Sigma-Modulators 43 „sieht" lediglich den Spannungsabfall über dem
Shuntwiderstand 21. Folglich hat die oben beschriebenen
Anordnung eine ausgezeichnete Gleichtaktunterdrückung.
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Ferner
kann mit dem Delta-Sigma-Modulators 43 eine ausgezeichnete
Messgenauigkeit erreicht werden. Die Messgenauigkeit hängt dabei
wesentlich von der Abtastrate des Delta-Sigma-Modulators 43 bzw.
von dem dem Delta-Sigma-Modulator 43 zugeführten Takt
ab. Es ist daher vorteilhaft, wenn die Abtastrate des Delta-Sigma-Modulators 43 beispielsweise
mindestens 60 kHz beträgt.
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Schließlich besteht
ein wesentlicher Vorteil der oben beschriebenen Anordnung darin,
dass sie vergleichsweise günstig
herzustellen ist. So kann das Strommessmodul aus vergleichsweise
günstigen Standardbausteinen
hergestellt werden und benötigt keinen
teueren analogen Operationsverstärker
bzw. kein teueres, aufwendig abgeglichenes Widerstandsnetzwerk am
Eingang eines solchen analogen Operationsverstärkers.
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Ein
weiterer Vorteil der oben beschriebenen Anordnung besteht darin,
dass der fliegende Pegel am Ausgang des Delta-Sigma-Wandlers relativ
einfach mit dem Level-Shifter umgesetzt und auf einen Masse-bezogenen
Wert gebracht werden kann, da es sich um ein digitales Signal handelt.
Dagegen wäre
diese Pegel-Umsetzung bei der Verwendung eines Analogverstärkers mit
Booster-Kondensator wesentlich aufwändiger.
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Das
Strommessmodul 40 kann als eigenständiger Baustein, z. B. als
ASIC (application specific integrated circuit) realisiert werden.
Dabei ist es auch möglich,
den Shuntwiderstand 21 in einen solchen ASIC zu integrieren.
Der Shuntwiderstand 21 kann aber, wie in 2 dargestellt,
auch separat vorgesehen werden. Ferner kann das Tiefpassfilter 45, wie
in 2 dargestellt, in das Strommessmodul 40 integriert
sein, es kann aber auch als separater Baustein vorgesehen werden.
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3 zeigt
ein Blockschaltdiagramm, welches ein Strommessmodul 50 und
eine Stromregelungsschaltung 30 nach einer zweiten Ausführungsform
der Erfindung darstellt.
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In 3 sind
Elemente, deren Funktion der von Elementen in 2 entspricht,
mit gleichen Bezugszeichen versehen worden und aus Gründen der Knappheit
nicht näher
erläutert.
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Gemäß der zweiten
Ausführungsform
umfasst das Strommessmodul 50 eine Diode 41, einen Boosterkondensator 42,
einen Delta-Sigma-Modulator 43 und einen Level-Shifter 44.
Diese Elemente haben im Wesentlichen dieselbe Funktion wie die entsprechenden
Elemente der ersten Ausführungsform.
Im Unterschied zur ersten Ausführungsform
ist im Strommessmodul 50 jedoch kein Tiefpassfilter 45 vorgesehen.
Mit anderen Worten entspricht das aus dem Strommessmodul 50 ausgegebene
Signal dem (pegelangepassten) digitalen Ausgangssignal des Level-Shifters 44 in
der ersten Ausführungsform.
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Das
Ausgangssignal des Strommessmoduls 50 wird einem Steuergerät 80 (welches insbesondere als
Mikrocontroller ausgebildet sein kann) zugeführt und von einem digitalen
Filter 81 des Steuergeräts 80 gefiltert.
Das digitale Filter 81 ersetzt also die analoge Filterung
durch das Tiefpassfilter 45.
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Das
Strommessmodul 50, das Steuergerät 80 und die Serienschaltung
von Shuntwiderstand 21 und Transistor 22 bilden
zusammen eine Stromregelungsschaltung 30.
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Zusätzlich zu
den Vorteilen der ersten Ausführungsform
hat diese Anordnung den Vorteil, dass eine Wandlung des Ausgangssignals
des Level-Shifters in analog und zurück in ein digitales Signal
mit den damit verbundenen Toleranzen und Quantisierungsfehlern entfällt. Es
wird also eine höhere
Genauigkeit erzielt.
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Das
digitale Filter 81 kann als FIR-Filter im Steuergerät verwirklicht
werden. Dies hat den Vorteil, dass das FIR-Filter als Software-Komponente
im Steuergerät
programmiert werden kann, was eine weitere Kostenersparnis mit sich
bringt.
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Obwohl
die obige Ausführungsform
vorstehend anhand von bevorzugten Ausführungsbeispielen beschrieben
wurde, ist sie darauf nicht beschränkt, sondern auf vielfältige Art
und Weise modifizierbar. Insbesondere sind verschiedene Merkmale der
oben beschriebenen Ausgestaltungen miteinander kombinierbar.
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So
wurde der Schalter 22 in den oben beschriebenen Ausführungsformen
als MOSFET ausgelegt und der durch das Magnetventil 71 fließende Strom
wurde pulsweitenmoduliert. Die vorliegende Erfindung ist jedoch
nicht darauf beschränkt
und ist auch auf Anordnungen anwendbar, in welchen der Schalter 22 beispielsweise
als Bipolartransistor ausgelegt ist und der Strom durch das Magnetventil 71 in anderer
Weise gesteuert wird.
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Ferner
wurde das Strommessmodul 40 bzw. 50 als separates
Modul, beispielsweise als eigenständiger ASIC dargestellt. Es
ist jedoch auch möglich,
das Strommessmodul 40 bzw. 50 mit anderen Modulen
zu einem komplexeren ASIC zusammenzufassen oder das Strommessmodul 40 bzw. 50 als „Add-On" in einen komplexeren
ASIC zu integrieren. Auf diese Weise ergeben sich weitere Kostenvorteile. Weiterhin
ist es auch möglich,
das Strommessmodul 40 bzw. 50 in das Steuergerät 60 bzw. 80 zu
integrieren.