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Die
vorliegende Erfindung betrifft ein Brennkraftmaschinensystem, insbesondere
in einem Kraftfahrzeug.
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Üblicherweise
umfasst ein Brennkraftmaschinensystem eine Brennkraftmaschine, z.
B. einen Dieselmotor oder einen Benzinmotor, eine Frischgasanlage
zum Zuführen
von Frischgas zur Brennkraftmaschine, eine Abgasanlage zum Abführen von
Abgas von der Brennkraftmaschine sowie eine Abgasrückführanlage
zum Entnehmen von Abgas aus der Abgasanlage und zum Einleiten des
entnommenen Abgases in die Frischgasanlage. Die Abgasrückführung wird
durchgeführt,
um die Werte für
Schadstoffemission und Kraftstoffverbrauch der Brennkraftmaschine
zu senken.
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Zur
Realisierung einer Abgasrückführung ist ein
Druckgefälle
zwischen einer abgasseitigen Entnahmestelle und einer frischgasseitigen
Einleitstelle erforderlich. Insbesondere bei aufgeladenen Brennkraftmaschinen
kann die Bereitstellung eines ausreichenden Druckgefälles problematisch
sein.
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Die
vorliegende Erfindung beschäftigt
sich mit dem Problem, für
ein Brennkraftmaschinensystem der eingangs genannten Art eine verbesserte Ausführungsform
anzugeben, die sich insbesondere durch eine verbesserte Abgasrückführung auszeichnet.
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Dieses
Problem wird erfindungsgemäß durch
den Gegenstand des unabhängigen
Anspruchs gelöst.
Vorteilhafte Ausführungsformen
sind Gegenstand der abhängigen
Ansprüche.
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Die
Erfindung beruht auf dem allgemeinen Gedanken, in der Frischgasanlage
stromauf und stromab der Einleitstelle jeweils ein Frischgasventil zum
Steuern eines durchströmbaren
Querschnitts der Frischgasanlage anzuordnen. Mit den beiden beiderseits
der Einleitstelle angeordneten Frischgasventilen lassen sich durch
entsprechende Ansteuerung der Frischgasventile im Bereich der Einleitstelle Druckschwingungen
erzeugen, die relativ große
negative Amplituden aufweisen. Hierdurch kann die Druckdifferenz
zwischen Einleitstelle und Entnahmestelle gezielt vergrößert und
insbesondere auf einen gewünschten
Differenzdruckwert eingestellt werden, um eine gewünschte Abgasrückführrate zu
realisieren. Desweiteren kann zwischen den beiden Frischgasventilen
eine verbesserte Durchmischung zwischen Frischgas und rückgeführten Abgas
erreicht werden, was sich vorteilhaft für den Betrieb der Brennkraftmaschine
auswirkt.
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Insbesondere
kann vorgesehen sein, dass mit Hilfe einer entsprechenden Steuerung
beide Frischgasventile zur Erzeugung von Druckschwingungen im Frischgas
angesteuert werden. Eben so ist es möglich, mit Hilfe einer entsprechenden
Steuerung die beiden Frischgasventile so anzusteuern, dass mit dem
einen Frischgasventil Druckschwingungen im Frischgas generiert werden,
die mit Hilfe des anderen Frischgasventils durch gezielte Ansteuerung
im Bereich der Einleitstelle gezielt verstärkt werden können, um
dort besonders große
negative Amplituden zu erzeugen. Bei beiden Fällen lassen sich durch Ausnutzung
dynamischer Schwingungseffekte vergleichsweise große negative
Amplituden in den Druckschwingungen generieren. Diese negativen Amplituden
lassen sich zur Erzeugung eines erwünschten Druckgefälles zwischen
Entnahmestelle und Einleitstelle verwenden.
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Weitere
wichtige Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus den
Unteransprüchen, aus
der Zeichnung und aus der zugehörigen
Figurenbeschreibung anhand der Zeichnung.
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Es
versteht sich, dass die vorstehend genannten und die nachstehend
noch zu erläuternden Merkmale
nicht nur in der jeweils angegebenen Kombination, sondern auch in
anderen Kombinationen oder in Alleinstellung verwendbar sind, ohne
den Rahmen der vorliegenden Erfindung zu verlassen.
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Bevorzugte
Ausführungsbeispiele
der Erfindung sind in der Zeichnung dargestellt und werden in der
nachfolgenden Beschreibung näher
erläutert.
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Die
einzige 1 zeigt eine schaltplanartige Prinzipdarstellung
eines Brennkraftmaschinensystems.
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Entsprechend 1 umfasst
ein Brennkraftmaschinensystem 1, das insbesondere in einem Kraftfahrzeug
angeordnet sein kann, eine Brennkraftmaschine 2, eine Frischgasanlage 3,
eine Abgasanlage 4 sowie eine Abgasrückführanlage 5. Bei der Brennkraftmaschine 2 kann
es sich um einen Dieselmotor oder um einen Benzinmotor oder dergleichen handeln.
Die Brennkraftmaschine 2 kann als reiner Saugmotor oder – wie hier – als aufgeladener
Motor ausgestaltet sein. Bei der dargestellten aufgeladenen Variante
ist das Brennkraftmaschinensystem 1 zusätzlich z. B. mit einem Abgasturbolader 6 ausgestattet,
dessen Turbine 7 in der Abgasanlage 4 und dessen
Verdichter 8 in der Frischgasanlage 3 angeordnet
ist.
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Die
Frischgasanlage 3 dient der Zuführung von Frischgas, bei dem
es sich bevorzugt um Luft handelt, zur Brennkraftmaschine 2.
Hierzu weist die Frischgasanlage 3 eine Frischgasleitung 9 auf,
die an die Brennkraftmaschine 2 angeschlossen ist und in der
im vorliegenden Fall der Verdichter 8 angeordnet ist.
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Die
Abgasanlage 4 dient zum Abführen von Abgas von der Brennkraftmaschine 2.
Hierzu umfasst die Abgasanlage 4 eine Abgasleitung 10,
die an die Brennkraftmaschine 2 angeschlossen ist und die im
vorliegenden Fall die Turbine 7 enthält.
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Die
Abgasrückführanlage 5 ist
dazu ausgestaltet, aus der Abgasanlage 4 an einer Entnahmestelle 11 Abgas
zu entnehmen und dieses entnommene Abgas an einer Einleitstelle 12 in
die Frischgasanlage 3 einzuleiten. Hierzu weist die Abgasanlage 5 eine
Abgasleitung 13 auf, die einerseits über die Entnahmestelle 11 an
die Abgasleitung 10 und andererseits über die Einleitstelle 12 an
die Frischgasleitung 9 angeschlossen ist.
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Um
die Abgasrückführung zu
verbessern, ist in der Frischgasanlage 3 bzw. in der Frischgasleitung 9 stromauf
der Einleitstelle 12 ein erstes Frischgasventil 14 angeordnet,
mit dem ein durchströmbarer Querschnitt
der Frischgasanlage 3 steuerbar ist. Desweiteren ist in
der Frischgasanlage 3 bzw. in der Frischgasleitung 9 stromab
der Einleitstelle 12 ein zweites Frischgasventil 15 angeordnet,
das ebenfalls zum Steuern eines durchströmbaren Querschnitts der Frischgasanlage 3 ausgestaltet
ist. Der mit Hilfe des jeweiligen Frischgasventils 14, 15 steuerbare durchströmbare Querschnitt
kann durch einen Leitungsquerschnitt 16 der Frischgasleitung 9 stromauf der
Einleitstelle 12 oder stromauf des ersten Frischgasventils 14 bzw.
durch einen Leitungsquerschnitt 17 der Frischgasleitung 9 stromab
der Einleitstelle 12 oder stromab des zweiten Frischgasventils 15 gebildet
sein. Ebenso kann es sich bei dem mit Hilfe des jeweiligen Gasventils 14, 15 steuerbaren
Querschnitt um einen Querschnitt im Inneren des jeweiligen Frischgasventils 14, 15 handeln,
der in einem einen Abschnitt der Frischgasleitung 9 bildenden
Bereich des jeweiligen Frischgasventils 14, 15 gebildet
sein.
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Desweiteren
kann die Frischgasanlage 3 einen Wärmeübertrager 18 aufweisen,
der in einen Kühlkreis 19 eingebunden
ist. Bei diesem Wärmeübertrager 18 handelt
es sich insbesondere um einen sogenannten Ladeluftkühler. Vorzugsweise
ist dieser Wärmeübertrager 18 stromab
der Einleitstelle 12 und stromab des zweiten Frischgasventils 15 angeordnet.
Beim Kühlkreis 19 kann
es sich beispielsweise um den Kühlkreis
der Brennkraftmaschine 2 handeln.
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In
der Abgasrückführanlage 5 kann
stromauf der Einleitstelle 12 ein Rückführventil 20 angeordnet sein,
mit dem ein durchströmbarer
Querschnitt der Abgasrückführanlage 5 bzw.
der Rückführleitung 13 steuerbar
ist. Dabei kann es sich beim Rückführventil 20 um
ein passiv arbeitendes, einfaches Rückschlagsperrventil handeln,
um Fehlströmungen
von Frischgas in Richtung Abgasanlage 4 zu vermeiden. Ebenso
kann es sich beim Rückführventil 20 um
ein aktiv ansteuerbares Ventil handeln. Bei der hier gezeigten Ausführungsform
ist die Abgasrückführanlage 5 außerdem mit
einem Wärmeübertrager 21 ausgestattet,
der ebenfalls in einen Kühlkreis
eingebunden ist, bei dem es sich grundsätzlich um den selben Kühlkreis 19 handeln
kann, in den auch der gegebenenfalls vorhandene Wärmeübertrager 18 eingebunden
ist. Insbesondere ist somit der Wärmeübertrager 21 in den
Kühlkreis
der Brennkraftmaschine 2 eingebunden. Der Wärmeübertrager 21 ist
dabei stromauf des Rückführventils 20 in
der Abgasrückführanlage 5 bzw.
in der Rückführleitung 13 angeordnet.
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Die
Abgasanlage 4 weist stromauf der Entnahmestelle 11 eine
Komponente 22 auf, bei der es sich vorzugsweise um ein
Partikelfilter handeln kann. Hierdurch wird erreicht, dass nur gereinigte
Abgase in die Frischgasanlage 3 rückgeführt werden. Ebenso kann es
sich bei der Komponente 22 um eine grundsätzlich beliebige
andere Komponente der Abgasanlage 4 handeln, wie z. B.
ein Katalysator oder Schalldämpfer.
Ferner kann die Abgasanlage 4 bei der hier gezeigten Ausführungsform
optional ein Abgasventil 23 aufweisen, das stromab der
Entnahmestelle 11 in der Abgasanlage 4 bzw. in
der Abgasleitung 10 angeordnet ist und mit dem ein durchströmbarer Querschnitt
der Abgasanlage 4 steuerbar ist.
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Zur
Betätigung
der beiden Frischgasventile 14, 15 ist eine Steuerung 24 vorgesehen,
die über entsprechende
Steuerleitungen 25 mit den Frischgasventilen 14, 15 verbunden
ist. Soweit ein Rückführventil 20 und/oder
ein Abgasventil 23 vorgesehen sind, ist die Steuerung 24 zweckmäßig auch
zur Betätigung
des jeweiligen Ventils 20, 23 vorgesehen.
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Zum
Einstellen einer erwünschten
Abgasrückführrate oder
AGR-Rate kann die
Steuerung 24 nun so ausgestaltet sein, dass sie zumindest
eines der beiden Frischgasventile 14, 15 zur Absenkung des
Drucks im Frischgas im Bereich der Einleitstelle 12 ansteuert.
Erreicht wird dies z. B. durch Schließen des ersten Frischgasventils 14.
Alternativ oder zusätzlich
kann die Steuerung 24 wenigstens eines der Frischgasventile 14, 15 zur
Erzeugung von Druckschwingungen im Frischgas ansteuert. Druckschwingungen
lassen sich in der Frischgasströmung
durch periodisches Öffnen
und Schließen
des jeweiligen Frischgasventils 14, 15 generieren,
wobei strömungsdynamische
Effekte ausgenutzt werden. Diese Druckschwingungen besitzen negative
Amplituden, in denen der Druck im Frischgas unter den Druck im Abgas
absinkt, der in der Abgasrückführanlage 5 im
Bereich der Einleitstelle 12 herrscht. Dieser entspricht
abgesehen von Strömungsverlusten,
die sich insbesondere durch den Wärmeübertrager 21 ergeben,
im wesentlichen dem Druck im Abgas im Bereich der Entnahmestelle 11.
Mit Hilfe der niedrigen Drücke
im Bereich der negativen Amplituden der Druckschwingungen lassen
sich Druckdifferenzen zwischen Entnahmestelle 11 und Einleitstelle 12 erzielen,
die eine verstärkte
Abgasrückführung ermöglichen.
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Dabei
kann die Steuerung 24 grundsätzlich so ausgestaltet sein,
dass sie beide Frischgasventile 14, 15 zur Erzeugung
der Druckschwingungen im Frischgas ansteuert. Durch eine gezielte
Abstimmung der Betätigungsvorgänge sowie
der Positionierung der Frischgasventile 14, 15 relativ
zur Einleitstelle 12 lassen sich dadurch betragsmäßig relativ große negative
Amplituden innerhalb der Druckschwingungen erzielen. Beispielsweise
ist denkbar, die beiden Frischgasventile 14, 15 gezielt
so anzusteuern, dass zu bestimmten Zeitpunkten das erste Frischgasventil 14 eine
sich stromauf von der Einleitstelle 12 entfernende Druckwelle
erzeugt, während gleichzeitig
das zweite Frischgasventil 15 eine sich von der Einleitstelle 12 stromab
entfernende Druckwelle generiert. Hierdurch ergibt sich im Bereich
der Einleitstelle 12 eine verstärkte Druckabsenkung.
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Alternativ
ist es ebenso möglich,
die Steuerung 24 so auszugestalten, dass sie nur eines
der Frischgasventile 14, 15 zur Erzeugung von
Druckschwingungen im Frischgas ansteuert, während sie das jeweils andere
Frischgasventil 14, 15 zur Verstärkung negativer
Amplituden der Druckschwingungen im Bereich der Einleitstelle 12 ansteuert.
Beispielsweise wird mit Hilfe des zweiten Frischgasventils 15 eine
sich in Richtung Brennkraftmaschine 2 von der Einleitstelle 12 entfernende
Druckwelle generiert. Durch gleichzeitiges Schließen des
ersten Frischgasventils 14 kann ein Nachströmen von
Frischgas zur Einleitstelle 12 reduziert werden, wodurch
die Druckabsenkung im Bereich der Einleitstelle 12 besonders
groß ausfällt.
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Zumindest
eines der Frischgasventile 14, 15 kann als diskontinuierlich
arbeitendes Ventil ausgestaltet sein. Vorzugsweise sind dann beide
Frischgasventile 14, 15 als diskontinuierlich
arbeitende Ventile ausgestaltet. Bei einem diskontinuierlich arbeitenden
Ventil ist ein Ventilglied, z. B. eine Schmetterlingsklappe, mit
vorzugsweise entgegengesetzten Bewegungsrichtungen zumindest zwischen
zwei vorbestimmten Steuerstellungen umschaltbar. Ohne Beschränkung der
Allgemeinheit kann ein derartiges diskontinuierlich arbeitendes
Frischgasventil 14, 15 beispielsweise als Ventilglied
eine um eine Drehachse verschwenkbare Klappe aufweisen, die zwischen einer
Schließstellung
und einer Offenstellung umschaltbar ist. Dabei dreht das Ventilglied
beim Schließen
bevorzugt in der einen Drehrichtung und beim Öffnen in der anderen Drehrichtung.
Zusätzlich
oder alternativ ist für
ein diskontinuierlich arbeitendes Ventil kennzeichnend, dass das
jeweilige Ventilglied in der jeweils eingestellten Steuerstellung
für eine
gewisse Zeit verbleibt, so dass das Ventilglied nur bei den zeitlich
begrenzten, schnell ablaufenden Schaltvorgängen in Bewegung ist.
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Alternativ
kann es sich bei wenigstens einem der Frischgasventile 14, 15 um
ein kontinuierlich arbeitendes Ventil handeln. Zweckmäßig sind
dann beide Frischgasventile 14, 15 als kontinuierlich
arbeitende Ventile ausgestaltet. Bei einem kontinuierlich arbeitenden
Ventil durchläuft
das jeweilige Ventilglied mit gleicher Bewegungsrichtung zumindest
zwei verschiedene Steuerstellungen. Ohne Beschränkung der Allgemeinheit kann
ein derartiges kontinuierlich arbeitendes Frischgasventil 14, 15 beispielsweise eine
Klappe oder einen Drehschieber als Ventilglied aufweisen, das um
eine Drehachse rotierend antreibbar ist. Charakterisierend ist hierbei
für das
kontinuierlich arbeitende Frischgasventil 14, 15,
dass das jeweilige Ventilglied im Betrieb des Ventils permanent mit
der gleichen Rotationsrichtung dreht und dabei mit einer vorbestimmten,
insbesondere jedoch variierbaren, Drehgeschwindigkeit z. B. einen
Schließwinkelbereich
und einen Öffnungswinkelbereich durchfährt. Auch
mit Hilfe eines derartigen kontinuierlich arbeitenden Frischgasventils 14, 15 lassen
sich extrem kurze Schaltzeiten erzielen, wobei jedoch permanent
eine Querschnittsveränderung
stattfinden kann, und das jeweilige Ventilglied permanent in Bewegung
ist. Durch Variation der Drehgeschwindigkeit lassen sich bei einem
derartigen kontinuierlich arbeitenden Frischgasventil 14, 15 die
Schaltzeiten einstellen.
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Zusätzlich oder
optional kann zumindest eines der Frischgasventile 14, 15 als
schnellschaltendes Ventil ausgestaltet sein. Vorzugsweise sind dann beide
Frischgasventile 14, 15 als schnellschaltende Ventile
ausgestaltet. Bei einem schnellschaltenden Ventil kann die jeweils
gewünschte
Veränderung
des durchströmbaren
Querschnitts der Frischgasanlage 3 innerhalb relativ kurzer
Schaltzeiten oder Steuerzeiten realisiert werden. Beispielsweise
kann das Frischgasventil 14, 15 im Millisekundenbereich
zwischen einer Sperrstellung bzw. einer Stellung mit minimalem durchströmbaren Querschnitt
und einer Offenstellung bzw. einer Stellung mit maximal geöffnetem
Querschnitt verstellt werden. Insbesondere kann das schnellschaltende
Frischgasventil 14, 15 im gleichen Frequenzbereich
geschaltet werden, in dem auch die Ladungswechselvorgänge der
Brennkraftmaschine 2 stattfinden. Hierdurch ist eine Synchronisation
des jeweiligen Frischgasventils 14, 15 an Druckschwankungen
im Frischgas anpassbar, die aufgrund der Ladungswechselvorgänge in der Frischgasanlage 3 ohnehin
auftreten. Beispielsweise können
dadurch Druckamplituden in der schwingenden Frischgasströmung gezielt
verstärkt
werden.
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Zusätzlich oder
alternativ kann vorgesehen sein, zumindest eines der Frischgasventile 14, 15 dynamisch
ansteuerbar auszugestalten. Bevorzugt sind beide Frischgasventile 14, 15 dynamisch
ansteuerbar ausgestaltet. Hierdurch ist es insbesondere möglich, das
jeweilige Frischgasventil 14, 15 in Abhängigkeit
des sich dynamisch verändernden
Betriebszustands der Brennkraftmaschine 2 zu betätigen, um
so durch die dyna mische Steuerung des Frischgasdrucks an der Einleitstelle 12 die
Abgasrückführrate bzw.
die Abgasrückführmenge
an den sich dynamisch ändernden
Bedarf anzupassen. Insbesondere kann dadurch das jeweilige Frischgasventil 14, 15 dynamisch
in Abhängigkeit
der Drehzahl und/oder der Last der Brennkraftmaschine 2 betätigt werden.
Beispielsweise kann hierzu die Steuerung 24 mit einer hier
nicht dargestellten Motorsteuerung gekoppelt sein oder in diese
integriert sein.
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Zur
Verbesserung bzw. zur Verstärkung
der Abgasrückführung kann
das Rückführventil 20 zum Einsatz
kommen. Durch die mit Hilfe der Frischgasventile 14, 15 generierten
Druckschwingungen kann es im Bereich der Einleitstelle 12 auch
zu positiven Druckamplituden kommen, in denen der Druck im Frischgas
den Druck im Abgas an der Entnahmestelle 11 übersteigen
kann. Um hier eine Fehlströmung von
Frischgas über
die Abgasrückführanlage 5 zur Abgasanlage 4 zu
verhindern, kann das Rückführventil 20 als
passives Rückschlagsperrventil
ausgestaltet sein. Ebenso kann das Rückführventil 20, wenn
es als aktiv arbeitendes Schaltventil ausgestaltet ist, zur Vermeidung
unerwünschter
Rückströmungen die
Abgasrückführanlage 5 bzw.
deren Rückführleitung 13 in
der Nähe
der Einleitstelle 12 sperren. Durch gezielte Ansteuerung
des Rückführventils 20 lassen
sich somit die mit den Frischgasventilen 14, 15 im
Frischgas erzeugten Druckschwingungen besser zur Realisierung der
gewünschten
Abgasrückführrate ausnutzen.
Zusätzlich
oder alternativ kann auch das Rückführventil 20 zur
Erzeugung von Druckschwingungen im Abgas angesteuert werden, die
sich auf geeignete Weise mit den Druckschwingun gen im Frischgas
koppeln lassen, um die Abgasrückführung zusätzlich zu
verbessern.
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Zusätzlich oder
alternativ zum Rückführventil 20 kann
auch das Abgasventil 23 vorgesehen und zur Verbesserung
der Abgasrückführung ansteuerbar
sein. Beispielsweise kann durch Androsseln der Abgasleitung 10 stromauf
des Abgasventils 23 der Druck im Abgas erhöht werden,
was das Druckgefälle
zwischen Entnahmestelle 11 und Einleitstelle 12 erhöht. Ebenso
lassen sich mit Hilfe des Abgasventils 23 Druckschwingungen
im Abgas erzeugen, die so auf die Druckschwingung im Frischgas abgestimmt sind,
dass dadurch die Abgasrückführung gesteigert werden
kann. Das Abgasventil 23 und/oder das Rückführventil 20 können ebenso
wie die Frischgasventile 14, 15 als dynamisch
ansteuerbare Ventile und/oder als schnellschaltende Ventile und/oder
als kontinuierlich oder diskontinuierlich arbeitende Ventile ausgestaltet
sein.
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Bei
einer bevorzugten Ausführungsform kann
vorgesehen sein, die Steuerung 24 so auszugestalten, dass
sie die Frischgasventile 14, 15 so ansteuert,
dass sich in einen zwischen den beiden Frischgasventilen 14, 15 befindlichen
Volumen ein Unterdruck einstellt, der durch Befüllen mit Abgas aus der Abgasrückführanlage 5 mehr
oder weniger ausgeglichen werden kann. Das bedeutet, dass mit Hilfe
der Frischgasventile 14, 15 zumindest kurzzeitig innerhalb
der Frischgasleitung 9 ein Abschnitt geschaffen werden
kann, der von der übrigen
Frischgasleitung 9 getrennt ist, mehr oder weniger evakuiert
ist und mit rückgeführtem Abgas
befüllbar
ist. Bei der in
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1 gezeigten
Ausführungsform
ist das befüllbare
Volumen dieses Raums dadurch vergrößert, dass die Frischgasleitung 9 zwischen
den Frischgasventilen 14, 15 eine Einleitkammer 26 aufweist.
Die Einleitkammer 26 charakterisiert sich dadurch, dass
sie einerseits die Einleitstelle 12 aufweist und dass sie
andererseits einen Kammerquerschnitt 27 besitzt, der größer ist
als die Leitungsquerschnitte 16, 17 der Frischgasleitung 9 stromauf
bzw. stromab der Einleitkammer 26. Mit Hilfe einer solchen
Einleitkammer 26, die das Volumen zwischen den beiden Frischgasventilen 14, 15 vergrößert, kann
die Abgasrückführung gleichmäßiger realisiert
werden. Ebenso kann mehr Abgas innerhalb kürzerer Zeit rückgeführt werden,
was die Ausnutzung der nur kurzzeitig auftretenden negativen Druckamplituden
begünstigt. Die
in die Einleitkammer 26 einströmende Abgasmenge lässt sich
mit Hilfe der Steuerung 24 durch entsprechende Betätigungen
des Rückführventils 20 steuern.
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Bei
der in 1 gezeigten besonderen Ausführungsform ist in der Einleitkammer 26 ein
Leitungskörper 28 angeordnet.
Dieser besitzt eine perforierte Wandung 29, z. B. aus einem
Lochblech, sowie einen Körperquerschnitt 30.
Der Leitungskörper 28 begrenzt
im Inneren der Einleitkammer 26 mit Hilfe seiner perforierten
Wandung 29 einen Ringraum 31 gegenüber einem
Innenraum 32. Während
der Innenraum 32 einen vom ersten Frischgasventil 14 zum
zweiten Frischgasventil 15 führenden Gaspfad bildet, kommuniziert
der Ringraum 31 mit der Einleitstelle 12. Die
Einleitkammer 26 kann aufgrund ihres gegenüber den
Leitungsquerschnitten 16, 17 erweiterten Kam merquerschnitt 27 einen
gewissen Strömungswiderstand
für das
Frischgas bilden. Mit Hilfe des Leitungskörpers 28 kann dieser
Strömungswiderstand
für die
Frischgasströmung
in der Frischgasleitung 9 reduziert werden. Die perforierte
Wandung 29 gewährleistet
dabei die Zuführung
von rückgeführtem Abgas
zur Frischgasströmung.
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Vorzugsweise
ist der Leitungskörper 28 so ausgestaltet,
dass sein Körperquerschnitt 30 dem
jeweiligen Leitungsquerschnitt 16, 17 entspricht.
Vorzugsweise sind die beiden Leitungsquerschnitte 16, 17 gleich
groß.
Der Körperquerschnitt 30 ist
dann ebenfalls gleich groß und
außerdem
konstant.
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Bei
der hier gezeigten, besonderen Ausführungsform umfasst die Frischgasanlage 3 einen
Leitungsabschnitt 33, der die Einleitstelle 12 und
die beiden Frischgasventile 14, 15 enthält. Dieser
Leitungsabschnitt 33 ist als separat herstellbare Einheit
ausgestaltet, die insbesondere im Rahmen einer Vormontage komplett
montierbar ist. Beispielsweise werden in den Leitungsabschnitt 33 der
Leitungskörper 28 und
die beiden Frischgasventile 14, 15 eingesetzt
bzw. daran angebaut. Der Leitungsabschnitt 33 ist beispielsweise über entsprechende
Flansche 34 in die Frischgasanlage 3 bzw. in die übrige Frischgasleitung 9 eingebaut
und z. B. über
einen entsprechenden Anschlussstutzen 35 im Bereich der
Einleitstelle 12 an die Abgasrückführanlage 5 bzw. an
deren Rückführleitung 13 angeschlossen.
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Der
Bereich der Frischgasanlage 3 bzw. der Frischgasleitung 9,
in dem sich die Einleitstelle 12 und die beiden Frischgasventile 14, 15 befinden
bzw. in dem sich der vorstehend genannte Leitungsabschnitt 33 befindet,
ist stromauf von ggf. vorhandenen einzelnen nicht gezeigten Zuführkanälen oder Saugrohren
der Frischgasanlage 3 angeordnet, über die die einzelnen Zylinder
der Brennkraftmaschine 2 mit Frischgas versorgt werden.
Somit ist hier eine zentrale Abgasrückführung realisiert.