DE102007011770A1 - Niet sowie Verfahren zum Verbinden wenigstens zweier Bauteile mittels Niet - Google Patents
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Abstract
Die Erfindung betrifft ein Niet (3) mit einem Setzkopf (5) und einem am Setzkopf (5) angeformten Hohlschaft (7) zum Verbinden von wenigstens zwei sich überlappenden Bauteilen (1, 2, 4), wozu die Bauteile (1, 2, 4) mit Löchern (13) versehen sind, durch die sich der Hohlschaft (7) erstreckt, der vorteilhaft in Längs- und Querrichtung dehnbar ausgeführt ist, wozu an dem vom Setzkopf (5) abgewandten Ende des Hohlschafts (7) eine Innenschulter (6) vorgesehen ist, an der ein innerhalb des Hohlschafts (7) Zug- und Querkräfte erzeugendes Werkzeug (10) anlegbar ist.
Description
- Die Erfindung betrifft ein Niet sowie Verfahren zum Verbinden wenigstens zweier Bauteile mittels Niet nach dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1.
- Aus
DE 296 22 477 U1 ist bereits ein derartiges Niet bekannt, das an einem Setzkopf einen Hülsenschaft aufweist, in den ein Bolzen dauerhaft eingesetzt ist. Zur Abdichtung des Bolzens im Hülsenschaft ist zwischen den beiden Teilen eine ringförmige Dichtung vorgesehen, die entweder ein Bestandteil des Bolzens oder des Setzkopfes ist. - Da der Bolzen ausschließlich Spreizkräfte innerhalb des Hülsenschafts zu erzeugen vermag, ist eine feste, flüssigkeitsdichte Nietverbindung im Bereich des Setzkopfes nicht sichergestellt. Überdies ist die Verwendung der vorgestellten Nietverbindung unter anderem infolge des dauerhaften Verbleibens des Bolzens im Hülsenschaft auf wenige Verwendungsfälle beschränkt.
- Daher ist es die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, einen Niet der angegebenen Art sowie ein Verfahren zum Verbinden wenigstens zweier Bauteile mittels des angegebenen Niets vorzuschlagen, welches die vorgenannten Nachteile nicht auf weist.
- Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß für einen Niet der angegebenen Art mit den kennzeichnenden Merkmalen des Patentanspruchs 1 gelöst.
- Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung gehen im Folgenden aus der Beschreibung eines Ausführungsbeispiels anhand mehrerer Zeichnungen hervor.
- Es zeigen:
-
1 einen Längsschnitt durch ein in die Löcher mehrerer, miteinander zu verbindenden Bauteile eingesetztes Niet, -
2 die Gegenstände nach1 ergänzt um ein in den Hohlschaft des Niets eingeführtes Werkzeug, -
3 den durch das Werkzeug in Längs- und Querrichtung gedehnten Hohlschaft, -
4 die fertig gestellte Nietverbindung funktionell erweitert um die Aufnahme eines in den Hohlschaft eingepressten Blendenkörpers. - Die
1 zeigt ein im Längsschnitt abgebildetes Niet3 mit einem ringscheibenförmigen Setzkopf5 und einem am Setzkopf5 angeformten Hohlschaft7 zum Verbinden von mehreren überlappenden Bauteilen1 ,2 ,4 , wozu die Bauteile1 ,2 ,4 mit Löchern13 versehen sind, durch die sich der Hohlschaft7 erstreckt. Die Erfindung sieht vor, dass der Hohlschaft7 in Längs- und Querrichtung dehnbar ausgeführt ist, wozu an dem vom Setzkopf5 abgewandten Ende des Hohlschafts7 eine Innenschulter6 vorgesehen ist, an der ein Werkzeug10 anlegbar ist. An der Innenschulter6 des Hohlschafts7 schließt sich eine Öffnung9 an, die einen gegenüber dem Innendurchmesser des Hohlschafts7 kleineren Durchmesser aufweist, der durch das Werkzeug10 zur Bildung eines Spreizkopfes8 plastisch aufweitbar ist. - Aus
2 ist das innerhalb des Hohlschafts7 zunächst Zugkräfte F erzeugende Werkzeug10 ersichtlich, das sich auf der Innenschulter6 abstützt. Das Werkzeug10 ist durch einen Dorn gebildet, dessen Kegelspitze11 abbildungsgemäß zur Längsdehnung und Aufweitung des Hohlschafts7 an der Innenschulter6 anliegt. Durch das Ausüben einer in Richtung der Innenschulter6 wirksamen Axialkraft F definierter Größe auf das Werkzeug10 , wird zunächst die gewünschte Längsdehnung zur Erzeugung einer permanenten Vorspannkraft Fv am Hohlschaft7 bewirkt. Die Längsdehnung des Hohlschafts7 ist durch entsprechende Dehnungspfeile graphisch verdeutlicht. - Die
3 verdeutlicht die infolge einer Steigerung der Axialkraft F hervorgerufene plastische Aufweitung des Hohlschafts7 durch radial nach außen gerichtete Spreizkräfte Fs (siehe Pfeile), wobei es durch die Aufweitung des Hohlschafts7 an seinem Endbereich zur Ausbildung eines Spreizkopfs8 kommt. Zur plastischen Aufweitung des Hohlschafts7 ragt die Kegelspitze11 die Öffnung9 stetig erweiternd am unteren Endabschnitt des Hohlschafts7 hervor, bis schließlich nach der Herstellung des Spreizkopfes8 durch ein vollständiges Hindurchdrücken des Werkzeugs10 durch die Öffnung9 die Werkzeugentnahme erfolgt. - Die
4 zeigt schließlich die Nietverbindung im fertig gestellten Zustand, wonach infolge der permanent wirksamen axialen Vorspannkraft am Hohlschaft7 diametral gerichtete Klemmkräfte am Setz- und Spreizkopf5 ,8 , wirken, die durch entsprechende Richtungspfeile verdeutlicht sind. Zum Verbinden der Bauteile1 ,2 ,4 mittels des vorgestellten Niets sind somit lediglich die aus den1 –3 ersichtlichen Verfahrensschritte zu beachten: - 1. Einsetzen
des Hohlschafts
7 in die sich überdecken den Löcher13 der zu verbindenden Bauteile1 ,2 ,4 , - 2. Einführen
des Werkzeugs
10 aus Richtung des Setzkopfes5 in den Hohlschaft7 , bis die Kegelspitze11 des Werkzeugs10 an der Innenschulter6 des Hohlschafts7 anliegt, - 3. Ausüben
einer in Richtung der Innenschulter
6 hinreichend wirksamen Axialkraft F auf das Werkzeug10 zur Längsdehnung und Erzeugung einer permanenten Vorspannkraft Fv am Hohlschaft7 , - 4. Steigern der auf die Innenschulter
6 einwirkenden Axialkraft F bis zur plastischen Aufweitung des Hohlschafts7 zur Ausbildung des Spreizkopfs8 , - 5. Vollständiges
Hindurchdrücken
des Werkzeugs
10 durch die Öffnung9 zwecks Werkzeugentnahme. - Die anhand den
1 –4 dargestellte Nietverbindung eignet sich bevorzugt zur Verwendung in einem hydraulischen Regelventil, um eine möglichst einfache, kompakte Ausbildung druckmittelführenden als auch druckmittelsteuernden Elementen zu ermöglichen. - Als druckmittelführendes Element der Nietverbindung übernimmt daher der Hohlschaft
7 die Funktion eines Druckmittelkanals14 , in den zur kalibrierten Hindurchführung von Druckmittel ein kappenförmiger, vorzugsweise als Dünnblechteil ausgeführter Blendenkörper12 eingepresst ist. - Als druckmittelsteuerndes Element der Nietverbindung ist das erste Bauteil
1 als ein in Stapelbauweise aus mehreren Ventilscheiben bestehendes Ventilschließglied ausgeführt, während das zweite Bauteil2 konsequent als ein mit dem Ventilschließglied zusammenwirkender Ventilsitzkörper ausgebildet ist, der ortsfest im teilweise dargestellten Stoßdämpferregelventil integriert ist. Zusätzlich befindet sich zwischen dem Setzkopf5 und dem Ventilschließglied ein weiteres Bauteil4 , das als Zwischenstück die Funktionsfähigkeit der Ventilscheiben dauerhaft begünstigt. In vorliegendem Anwendungsfall stellt der im Hohlschaft7 integrierte Blendenkörper12 eine kalibrierte Druckmittelverbindung zwischen dem unterhalb den Ventilscheiben angeordneten Druckmittelzulaufraum und einem oberhalb der Ventilscheiben angeordneten Steuerdruckraum her, der durch ein elektromagnetisch betätigbares Vorsteuerventil begrenzt ist. - Prinzipiell gilt für die Funktionsweise des in
4 teilweise abgebildeten Regelventils, dass das Ventilschließglied (Bauteil1 ) in der abgebildeten geschlossenen Stellung am Ventilsitzkörper (Bauteil2 ) verharrt, solange die hydraulischen Drücke beiderseits der Ventilscheiben weitgehend konstant sind. Sinkt der in Schließrichtung auf die Ventilscheiben wirkende hydraulische Druck durch entsprechende Betätigung eines Vorsteuerventils ab, so heben die Ventilscheiben (Bauteil1 ) vom Ventilsitzkörper (Bauteil2 ) ab und ermöglichen eine geregelte Verbindung zwischen einem Ventileinlass und einem Ventilauslass. - Zusammenfassend lässt sich somit mittels einer als Zugvernietung ausgeführten Nietverbindung im dargelegten Verwendungsfall auf besonders geschickte Weise eine dauerhafte Vorspannung der Bauteile
1 ,2 ,4 erreichen, um eine dauerhafte Dichtwirkung der zwischen dem Setz- und Spreizkopf5 ,8 angeordneten Bauteile zu gewährleisten. Unerwünschte Leckageströme entlang der Nietaußenkontur sind somit vermieden. Wie anhand der3 ersichtlich ist, kommt es ab einem bestimmten Schwellenwert der Kraft F zu einer plastischen Aufweitung des unterhalb des zweiten Bauteils2 hervorstehenden Abschnitts am Hohlschaft7 , wobei während dieses Aufweitungsprozesses der Hohlschaft7 weiterhin starken Längsdehnungen ausgesetzt ist, welche die Dichtwirkung zwischen den gestapelten Bauteilen1 ,2 ,4 und Niet3 verbessern. Gleichzeitig entsteht durch die Aufweitung und Ausbildung des Spreizkopfs8 ein Hinterschnitt14 im Übergang zwischen Spreizkopf8 und Hohlschaft7 , der zur dauerhaft sicheren Nietverbindung der Bauteile1 ,2 ,4 beiträgt. -
- 1
- Bauteil
- 2
- Bauteil
- 3
- Niet
- 4
- Bauteil
- 5
- Setzkopf
- 6
- Innenschulter
- 7
- Hohlschaft
- 8
- Spreizkopf
- 9
- Öffnung
- 10
- Werkzeug
- 11
- Kegelspitze
- 12
- Blendenkörper
- 13
- Loch
- 14
- Hinterschnitt
Claims (7)
- Niet mit einem Setzkopf und einem am Setzkopf angeformten Hohlschaft zum Verbinden von wenigstens zwei sich überlappenden Bauteilen, wozu die Bauteile mit Löchern versehen sind, durch die sich der Hohlschaft erstreckt, dadurch gekennzeichnet, dass der Hohlschaft (
7 ) in Längs- und Querrichtung dehnbar ausgeführt ist, wozu an dem vom Setzkopf (5 ) abgewandten Ende des Hohlschafts (7 ) eine Innenschulter (6 ) vorgesehen ist, an der ein innerhalb des Hohlschafts (7 ) Zug- und Querkräfte erzeugendes Werkzeug (10 ) anlegbar ist. - Niet nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass ein sich an der Innenschulter (
6 ) des Hohlschafts (7 ) anschließende Öffnung (9 ) einen gegenüber dem Innendurchmesser des Hohlschafts (7 ) kleineren Durchmesser aufweist, der durch das Werkzeug (10 ) zur Bildung eines Spreizkopfes (8 ) plastisch aufweitbar ist. - Niet nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Werkzeug (
10 ) nach der Herstellung des Spreizkopfes (8 ) durch die Öffnung (9 ) entnehmbar ist. - Niet nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Werkzeug (
10 ) durch einen Dorn gebildet ist, dessen Kegelspitze (11 ) zur Längsdehnung und Aufweitung des Hohlschafts (7 ) anlegbar ist. - Niet nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Hohlschaft (
7 ) als Druckmittelkanal ausgebildet ist, wobei zur kalibrierten Hin durchführung von Druckmittel in den Hohlschaft (7 ) ein Blendenkörper (12 ) eingesetzt ist. - Niet nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das erste Bauteil (
1 ) durch ein scheibenförmiges Ventilschließglied und das zweite Bauteil (2 ) durch ein mit dem Ventilschließglied zusammenwirkender Ventilsitzkörper gebildet ist, der ortsfest in einem Regelventil, vorzugsweise in einem Stoßdämpferregelventil integriert ist. - Verfahren zum Verbinden zweier Bauteile mittels Niet nach einem der vorangegangenen Ansprüche 1–6, gekennzeichnet durch folgende Verfahrensschritte: – Einsetzen des Hohlschafts (
7 ) in die die sich überdeckenden Löcher (13 ,14 ) der überlappten Bauteile (1 ,2 ,4 ), – Einführen des Werkzeugs (10 ) in den Hohlschaft (7 ) bis die Kegelspitze (11 ) des Werkzeugs (10 ) an der Innenschulter (6 ) anliegt, – Ausüben einer in Richtung der Innenschulter (6 ) wirksamen Axialkraft (F) auf das Werkzeug (10 ) zur Längsdehnung und Erzeugung einer permanenten Vorspannkraft (Fv) am Hohlschaft (7 ), – Steigern der auf die Innenschulter (6 ) einwirkenden Axialkraft (F) bis zur plastischen Aufweitung des Hohlschafts (7 ) zur Ausbildung des Spreizkopfs (8 ), – Hindurchdrücken des Werkzeugs (10 ) durch die Öffnung (9 ) zwecks Werkzeugentnahme.
Applications Claiming Priority (2)
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| US1840928A (en) * | 1930-08-13 | 1932-01-12 | David C Eaton | Fastening device |
| DE2013387A1 (de) * | 1970-03-20 | 1971-10-14 | Liebl H | Verbindungselement nach Art eines Hohlniet und Arbeitsgerät zum Setzen eines derartigen Verbindungselementes |
| DE7326244U (de) * | 1973-11-08 | Vogeler H | Niet | |
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-
2007
- 2007-03-10 DE DE102007011770A patent/DE102007011770A1/de not_active Withdrawn
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