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Die
Erfindung betrifft eine Zugentlastung zur Verhinderung von Reibkorrosion
an einer Kontaktstelle insbesondere für eine elektrische oder optische Leitung
eines Verbinders, bevorzugt eines Buchsen- oder Stiftverbinders.
Ferner betrifft die Erfindung einen Verbinder, insbesondere einen
elektrischen oder optischen Buchsen- oder Stiftverbinder, mit einer
erfindungsgemäßen Zugentlastung.
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Verbinder,
wie z. B. elektrische oder optische Verbinder, sind häufig in
einer Umgebung angeordnet, in welcher sie mechanischen Belastungen
infolge von Rüttel-
und/oder Schwingungsbewegungen ausgesetzt sind. Dies betrifft insbesondere
Verbinder, die in Kraftfahrzeugen oder Maschinen eingesetzt werden.
Befinden sich die einander korrespondierenden Verbinder einer Verbindungsanordnung
an unterschiedlichen Teilen oder Baugruppen, die infolge von mechanischen
Belastungen Relativbewegungen zueinander durchführen, so kann es zu einer entsprechenden
Relativbewegung z. B. von Kontakten in einer Kontaktzone der Verbindungsanordnung kommen.
Dies betrifft beispielsweise elektrische Kontaktstifte oder Kontakttabs
des einen Verbinders und den entsprechenden Aufnahmekontakt, wie
beispielsweise eine elektrische Kontaktbuchse, des anderen an der
Verbindungsanordnung beteiligten Verbinders. Relativbewegungen in
der Kontaktzone der Verbindungsanordnung verursachen Reibkorrosion, die
zu einer Beeinträchtigung
des Kontakts zwischen den Steck- und den Aufnahmekontakten führt.
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Reibkorrosion – auch Passungsrost
oder Reiboxidation genannt – ist
eine Art Schwingungsverschleiß an
mechanischen Kontakt- und/oder Passflächen. Schwingungen,
Schlupf und lose Passungen führen
in Kombination mit mechanischem Verschleiß und Wechselbeanspruchung
zu einer hohen mechanischen Oberflächen belastung. Eine Werkstoffoberfläche wird
dabei zerrüttet
und aktiviert, wodurch es in der Folge zu einer Reaktion mit Umgebungsmedien
(Luft, Schmiermittel, Wasser etc.) kommen kann. Daneben wird insbesondere
bei Passungen eine Bildung von Mikrorissen begünstigt, wobei sich eine Dauerschwingfestigkeit
eines Werkstoffs stark reduziert, wodurch es in Folge zu einem sogenannten
Dauerbruch kommen kann.
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Bei
der Reibkorrosion werden die kontaktgebenden Spitzen der beteiligten
Verbindungspartner in einer mechanischen Kontaktzone abgescheuert,
wodurch sich lose Partikel bilden. Aufgrund einer Relativbewegung
der Verbindungspartner und einer geringen Amplitude der Relativbewegung,
werden die Abriebpartikel zwischen den Kontaktflächen der Kontaktzone eingeschlossen.
Die in der Kontaktzone vorhandenen Abriebpartikel verursachen einen
höheren Verschleiß infolge
von Abrasion, die sich im Falle einer Oxidation (harte Partikel)
noch weiter erhöht.
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Bei
elektrischen Kontaktstellen kommt es darüber hinaus zu einem Kontaktwiderstandsanstieg, und
es kann zu einer so genannten Brown-Powder-Bildung durch eine katalytische
Wirkung der beteiligten Werkstoffe kommen. Bei optischen Kontakten,
wie z. B. einer Kopplung von Lichtwellenleitern, steigt eine optische
Dämpfung
stark an.
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Um
einem Eintrag einer mechanischen Belastung in die Kontaktzone eines
Verbinders vorzubeugen, werden am Verbinder angeschlossene Kabel
oder Leitungen mit einer Zugentlastung versehen, sodass eine mechanische
Belastung des Kabels bzw. der Leitung nicht bis an die Kontaktzone gelangt.
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Die
US 4 109 989 offenbart eine
elektrische Steckverbindung mit einem Kontaktstecker und einer Kontaktbuchse.
Hierbei weisen der Kontaktstecker und die Kontaktbuchse eine Mehrzahl
von zueinander korrespondierenden elektrischen Kontakten auf. Eine
Zugentlastung für
ein angeschlossenes Kabel ist derart ausgeführt, dass das Kabel über eine
Klemmung an einer Überwurfmutter
festgelegt wird.
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Die
US 4 200 350 offenbart eine
Zugentlastung für
ein mehrpoliges elektrisches Kabel, wobei die Zugentlastung an eine
Isolierung des elektrischen Kabels gecrimpt ist. Von dieser Crimpung
stehen Laschen ab, mittels welchen das elektrische Kabel in einem
Gehäuse
gehalten ist.
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Die
US 4 109 989 und die
US 4 200 350 offenbaren
jeweils eine Kabelzugentlastung für einen elektrischen Verbinder
mit einem 180°-Abgang,
wobei das jeweilig mehrpolige Kabel an einer Stelle am betreffenden
elektrischen Verbinder festgelegt ist. Hierdurch ist nicht sichergestellt,
dass auch alle einzelnen Leitungen des Kabels zugentlastet sind.
Insbesondere bei einem Konfektionieren des entsprechenden elektrischen
Verbinders ist es schwierig sicherzustellen, dass auch jede einzelne
elektrische Leitung des Verbinders zugentlastet ist.
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Die
US 4 832 616 offenbart einen
elektrischen Verbinder mit einer Vielzahl von elektrischen Kontakten.
Die elektrischen Kontakte werden von einer Verriegelungsvorrichtung
am Gehäuse
des elektrischen Verbinders in ihrer Position gehalten. Hierfür weist
die Verriegelungsvorrichtung eine der Anzahl der elektrischen Kontakte
entsprechende Anzahl von Vorsprüngen
auf, die die elektrischen Kontakte im Gehäuse des elektrischen Verbinders
festlegen.
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Die
US 4 832 616 offenbart lediglich
einen gemeinsamen Verriegelungsmechanismus für eine Mehrzahl von elektrischen
Kontakten innerhalb eines Verbinders, wobei mechanische Belastungen
des Kabels nahezu ungehindert zu den entsprechenden elektrischen
Kontakten vordringen können.
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Die
DE 201 21 603 U1 offenbart
einen elektrischen Steckverbinder, wobei in einem Gehäuse des
Steckverbinders ein elektrischer Kontaktpartner, z. B. in Form eines
Steck- oder Buch senkontakts, angeordnet ist. Der Kontaktpartner
weist an einem inneren Längsendabschnitt
eine daran angeschlossene elektrische Leitung auf, die durch das
Gehäuse
hindurchgeführt
und in einer Gehäusewandung
festgelegt ist. Die elektrische Leitung weist für eine Zugentlastung innerhalb
des Gehäuses,
zwischen dem elektrischen Kontaktpartner und ihrer Lagefixierung in
der Gehäusewandung
eine Wölbung
auf.
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Die
DE 42 01 390 A1 offenbart
einen Anschlussstecker für
ein mehradriges elektrisches Kabel für z. B. ein Telefon. Der Anschlussstecker
umfasst eine Tülle,
die an einem Längsende
fest mit einem Isolationsmantel des Kabels verbunden ist. In die
Tülle ist
ein Steckerblock einsetzbar, welcher elektrisch mit Adern des Kabels
verbunden ist. Die elektrischen Adern sind in einem montierten Zustand des
Anschlusssteckers zwischen der Tülle
und dem Steckerblock mit einer Überlänge aufgenommen,
sodass sich die Adern innerhalb des Anschlusssteckers aufbeulen
und so eine Zugentlastung bilden.
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Die
DE 37 43 499 C1 offenbart
einen Stecker für
einen elektrischen Anschluss eines Kraftfahrzeuganhängers, mit
Zugentlastungen für
Adern eines darin aufgenommenen elektrischen Kabels. Ein dem Stecker
zugewandter Längsendabschnitt
des elektrischen Kabels weist eine damit fest verbundene, ringförmige Kabelschelle
auf, ab welcher sich das Kabel in dessen Adern verzweigt, die innerhalb
eines Gehäuses
des Steckers elektrisch angeschlossen sind. Mittels eines in das
Steckergehäuse
einschraubbaren Zwischenstücks
ist die Kabelschelle translatorisch in das Gehäuse hineinbewegbar, wodurch
die Adern des Kabels zwischen ihrer Kontaktstelle im Gehäuse und
der Kabelschelle mechanisch entspannt sind.
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Es
ist eine Aufgabe der Erfindung, eine verbesserte Zugentlastung insbesondere
für eine
elektrische oder optische Leitung eines Verbinders zur Verfügung zu
stellen. Hierbei soll die erfindungsgemäße Zugentlastung für jede einzelne
Leitung des Verbinders eine zuverlässige Zugentlastung realisieren.
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D.
h. es soll erfindungsgemäß möglich sein, für jede einzelne
Leitung des Verbinders eine Zugentlastung einzurichten. Dies soll
insbesondere auf eine schnelle, rationelle und kostengünstige Weise
erfolgen. Ferner ist es eine Aufgabe der Erfindung, eine Zugentlastung
für einen
Verbinder mit einem 180°-Abgang
zur Verfügung
zu stellen, welche einem Kontakt des Verbinders ausreichend Bewegungsspielraum
zur Verfügung
stellt, damit in bzw. an einer Kontaktstelle des Verbinders keine
Reibkorrosion auftritt.
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Die
Aufgabe der Erfindung wird mittels einer Zugentlastung zur Verhinderung
von Reibkorrosion, insbesondere für eine elektrische oder optische
Leitung eines Verbinders gelöst,
wobei die Zugentlastung eine gegenüber dem Verbinder bewegbare
Kulisse aufweist, an welcher die Leitung festlegbar ist. Die Kulisse
ist gegenüber
dem Verbinder derart bewegbar, dass sich, in einer Endposition der
Kulisse gegenüber
dem Verbinder, in der Leitung eine Schlaufe ausbildet. Eine Relativbewegung
zwischen Kulisse und Verbinder ist dabei translatorisch und rotatorisch
durchführbar.
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Durch
das erfindungsgemäße Vorsehen
der Schlaufe in der Leitung, bzw. einer Schlaufe in einer jeden
Leitung des Verbinders, wird garantiert, dass jede Leitung zugentlastet
wird. Hierdurch können
Bewegungen der Leitung nicht mehr zu einer Kontaktstelle innerhalb
des Verbinders gelangen, wodurch Reibkorrosion verhindert wird.
Umgekehrt erhält
der Verbinder genügend
Bewegungsspielraum, ohne dass mechanische Belastungen über die
Leitung zur Kontaktstelle des Verbinders gelangen können.
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Erfindungsgemäß wird einem
Verschleiß in der
Kontaktstelle vorgebeugt, wodurch sich z. B. ein elektrischer Übergangswiderstand
an der Kontaktstelle des Verbinders zeitlich nicht Wesentlich ändert. Analog
verhält
es sich mit einem optischen Verbinder, dessen Dämpfung im Wesentlichen zeitlich
konstant bleibt. Darüber
hinaus wird dadurch einer Oxidation der Kontaktstelle vorgebeugt.
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Erfindungsgemäß ist es
möglich,
Kulisse und Verbinder getrennt voneinander vorzusehen, wobei z.
B. Kulisse und Verbinder an demselben Teil vorgesehen sind. Die
Kulisse wird gegenüber
dem Verbinder rotatorisch und translatorisch bewegt, wodurch sich
die erfindungsgemäße Schlaufe
in der Leitung ausbildet.
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Erfindungsgemäß ist es
auch möglich,
Kulisse und Verbinder zusammenhängend
vorzusehen. Hierbei ist die Kulisse an/auf dem Verbinder angeordnet.
Kulisse und Verbinder sind dabei derart gegenseitig rotatorisch
und translatorisch bewegbar, dass sich die erfindungsgemäße Schlaufe
in der Leitung ausbildet.
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Bei
Ausführungsformen
der Erfindung ist es möglich,
den Verbinder bzw. dessen Gehäuse
derart auszugestalten, dass er mit der Kulisse entsprechend zusammenwirken
kann. Darüber
hinaus ist es möglich,
einen Adapter zwischen Verbinder und Kulisse derart vorzusehen,
dass die Relativbewegung zwischen Kulisse und Verbinder bzw. Adapter
durchführbar
ist. Hierbei ist der Adapter bevorzugt am Verbinder verrastet.
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Durch
das Vorsehen eines Adapters ist es möglich, bereits bestehende Verbinder
bzw. noch nicht an vorliegende Erfindung angepasste Verbinder entsprechend
auszurüsten.
D. h. durch den erfindungsgemäßen Adapter
ist es möglich,
die erfindungsgemäße Zugentlastung
bei sämtlichen
Verbindern vorzusehen. Hierdurch erhält die Erfindung ein großes Einsatzgebiet.
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Bei
der Erfindung ist die Zugentlastung derart ausgestaltet, dass zwischen
Kulisse und Verbinder bzw. zwischen Kulisse und Adapter eine translatorische
und gleichzeitig auch rotatorische Bewegung durchführbar ist.
Dies wird z. B. durch eine gegenseitige Verschraubung von Kulisse
und Verbinder bzw. von Kulisse und Adapter realisiert. Bevorzugt weist
dabei die Kulisse ein Innengewinde und der Verbinder bzw. dessen
Adapter ein dazu korrespondierendes Außengewinde auf. Andere einander
korrespondierende Ein- bzw. Vorrichtungen sind natürlich ebenfalls
anwendbar. So ist z. B. ein Bajonettverschluss oder ein in einem
Schlitz geführter
Stift ebenso anwendbar.
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Für ein Etablieren
der erfindungsgemäßen Zugentlastung
wird – falls
notwendig – zunächst der Adapter
am Verbinder montiert und mit diesem fest verbunden. Anschließend wird
die Leitung durch die Kulisse und am Verbinder ordnungsgemäß angeschlossen.
Danach wird die Kulisse auf den Verbinder bzw. dessen Adapter aufgesetzt,
und die Leitung wird an der Kulisse festgelegt, was z. B. mittels
eines Kabelbinders an einem entsprechenden Montagevorsprung der
Kulisse erfolgen kann. Nun werden die Kulisse und der Verbinder
derart gegeneinander bewegt oder verschraubt, dass sich Kulisse
und Verbinder aufeinander zu bewegen, wodurch sich die zunächst zwischen
Verbinder und Kulisse im Wesentlichen gerade gespannte Leitung in
einem Bereich zwischen Kulisse und Verbinder in die erfindungsgemäße Schlaufe
legt.
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Durch
eine Befestigung der Leitung an der Kulisse, und der Schlaufe in
der Leitung zwischen der Befestigung und dem Verbinder, ist die
Leitung zugentlastet. D. h. einerseits, dass sich Bewegungen der Leitung
nicht in den Verbinder selbst fortsetzten, und andererseits, dass
der Verbinder noch genügend
Bewegungsspielraum besitzt, ohne dass es in/an einer Kontaktstelle
zu Reibkorrosion kommt. D. h. die erfindungsgemäße Schlaufe puffert solche
Bewegungen ab.
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Erfindungsgemäß ist die
Verschraubung nun derart ausgelegt, dass ein späterer Radius der Schlaufe bzw.
ein für
die Schlaufe ein- oder ausleitender Abschnitt der Leitung weder
zu klein noch zu groß gerät. Insbesondere
ein zu kleiner Ra dius ist für optische
Leitungen schädlich.
Andererseits wäre eine
zu große
Schlaufe hinderlich für
eine spätere Montage.
Bevorzugt ist die vollständig
ausgebildete Schlaufe der Leitung nicht größer als eine Außenabmessung
der Kulisse. Bevorzugt ist ein Durchmesser der Schlaufe etwas geringer
als ein Innendurchmesser der Kulisse.
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Bevorzugte
Weiterbildungen der Erfindung ergeben sich aus den übrigen abhängigen Ansprüchen.
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Die
Erfindung wird im Folgenden anhand von Ausführungsbeispielen unter Bezugnahme
auf die beigefügte
Zeichnung näher
erläutert.
In der Zeichnung zeigen:
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1 eine
perspektivische Explosionsansicht einer erfindungsgemäßen Zugentlastung;
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2 eine
Vormontageposition der erfindungsgemäßen Zugentlastung;
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3 eine
Vorrastposition einer Kulisse auf einem Adapter der erfindungsgemäßen Zugentlastung;
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4 eine
Position während
eines Verschraubvorgangs der Kulisse mit dem Adapter der erfindungsgemäßen Zugentlastung;
und
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5 die
Kulisse der erfindungsgemäßen Zugentlastung
in ihrer Endposition auf dem Adapter.
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Die
erfindungsgemäße Zugentlastung
wird im Folgenden in Anwendung auf einen elektrischen Verbinder
für zwei
elektrische Leitungen, Adern oder Kabel näher erläutert. Es ist jedoch möglich, die
Erfindung auf eine oder eine Mehrzahl von elektrischen Leitungen,
Adern oder Kabel anzuwenden. Ferner kann der Verbinder auch ein
optischer oder hydraulischer Verbinder sein. Entsprechend ist dann
die Leitung bzw. die Ader bzw. das Kabel ein optisches oder ein
hydraulisches. Durch den im Folgenden verwendeten Begriff Leitung
sollen die Begriffe Kabel und Ader mitumfasst sein.
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Ferner
ist nachfolgend von einer Schlaufe der Leitung bzw. einer Schlaufe
in der Leitung die Rede, welche eine Zugentlastung bzw. einen Bewegungspuffer
für den
Verbinder zur Verfügung
stellt. Hierbei soll unter der Schlaufe eine wie auch immer geartete,
von einer 180°-Ausrichtung
der Leitung abweichende Konfiguration der Leitung gemeint sein. D.
h. durch die Schlaufe ist es möglich,
die Leitung auseinander zuziehen und dabei ein Überbrücken einer größeren Distanz
mittels der auseinander gezogenen Leitung zu erreichen.
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Darüber hinaus
wird die Erfindung anhand einer Zugentlastung für zwei Leitungen des Verbinders
näher erläutert. Die
Erfindung soll jedoch nicht auf zwei solche Leitungen beschränkt sein,
sondern kann eine einzelne oder auch eine Vielzahl solcher Leitungen
umfassen.
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Die 1 zeigt
eine erfindungsgemäße Zugentlastung 1 in
einer Explosionsdarstellung, wobei zwei Positionen einer Leitung 100 dargestellt
sind. Nämlich – ganz oben – die Leitung 100 in
einer Vormontageposition der erfindungsgemäßen Zugentlastung 1 (siehe
auch 2), und darunter die Leitung 100 während eines
Einrichtens der erfindungsgemäßen Zugentlastung 1 (siehe
auch 4).
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Die
erfindungsgemäße Zugentlastung 1 für die Leitung 100 weist
im Wesentlichen einen Verbinder 300 für die Leitung 100 und
eine Kulisse 200 auf. In einer Ausführungsform der Erfindung wirken
der Verbinder 300 und die Kulisse 200 derart zusammen, dass – aufgrund
einer gegenseitigen Ausgestaltung von Verbinder 300 und
Kulisse 200 – eine
Relativbewegung R (siehe 2 bis 4 und die
dazugehörigen
Erläuterungen)
zwischen diesen beiden möglich
ist. Hierfür
ist der Verbinder 300 entweder entsprechend ausgestaltet
oder es ist – falls
es nicht möglich
ist, den Verbinder 300 entsprechend auszubilden, bzw. die
erfindungsgemäße Zugentlastung 1 auf
einen bereits existierenden Verbinder 300 anzuwenden ist – ein Adapter 310 vorgesehen,
der den Verbinder 300 derart ausrüstet, dass die Re lativbewegung
R zwischen Kulisse 200 und Verbinder 300 möglich ist.
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Es
ist erfindungsgemäß jedoch
nicht notwendig, den Verbinder 300 und die Kulisse 200 gegenseitig
derart auszubilden, dass nur aufgrund der jeweiligen Ausgestaltung
die Relativbewegung R realisierbar ist; sondern es ist auch möglich, die
Kulisse 200 vom Verbinder 300 getrennt vorzusehen. Eine
Relativbewegung R findet dann zwar immer noch zwischen Verbinder 300 und
Kulisse 200 statt; jedoch arbeitet dabei die Kulisse 200 bzw.
der Verbinder 300 mit einem anderen Bauteil (in der Zeichnung
nicht dargestellt) zusammen.
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Im
vorliegenden Ausführungsbeispiel
ist es dem Verbinder 300 nicht möglich, in der erfindungsgemäß beabsichtigten
Weise mit der Kulisse 200 zusammenzuwirken. Daher wird
der Verbinder 300 z. B. mit dem Adapter 310 fest
verbunden. Dies kann auf herkömmliche
Arten, insbesondere durch eine Verrastung, erfolgen. Der Adapter 310 hat
im vorliegenden Ausführungsbeispiel
im Wesentlichen die Form einer Hülse,
insbesondere die Form einer Gewindehülse mit einem Außengewinde 312.
Eine Innenkontur des Adapters 310 ist an den Verbinder
entsprechend angepasst.
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Auf
dieses Außengewinde 312 des
Adapters 310 ist ein Innengewinde 212 der Kulisse 200 schraubbar.
Hierfür
ist die Kulisse 200 entsprechend ausgestaltet, wobei die
Kulisse 200 im Wesentlichen die Form einer durchgängig hohlen
Hülse besitzt
und das Innengewinde 212 an einer zylindrisch ausgestalteten
Innenoberfläche
der Kulisse 200 ausgebildet ist. Um ein gegenseitiges Verschrauben
von Kulisse 200 und Verbinder 300 zu erleichtern,
kann die Kulisse 200 einen oder eine Mehrzahl von Vorsprüngen 230 aufweisen.
Im dargestellten Ausführungsbeispiel
der Kulisse 200 sind zwei solche Vorsprünge 230 vorgesehen,
die als Eckbereiche ausgebildet sind. Diese Eckbereiche 230 können auch
für eine spätere Montage
des Verbin ders 300, z. B. an/in einer Maschine oder in
einem Kraftfahrzeug, verwendet werden.
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Ferner
weist die Kulisse 200 einen Montagevorsprung 220 für die Leitung 100 auf.
Im vorliegenden Ausführungsbeispiel
ist der Montagevorsprung 220 für zwei Leitungen 100,
ausgebildet, wofür
zwei Nuten 222 im bevorzugt länglich ausgebildeten Montagevorsprung 220 vorgesehen
sind, in welchen jeweils eine Leitung 100 teilweise aufnehmbar
ist. Es ist selbstverständlich
möglich
eine andere Anzahl von Montagenuten 222 vorzusehen, oder
den Montagevorsprung 220 anderweitig auszubilden. Hierfür bietet
sich insbesondere auch eine Durchführung durch die Kulisse 200 an.
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Die
erfindungsgemäße Zugentlastung 1 wird folgendermaßen eingerichtet.
Zunächst
wird der Verbinder 300 mit dem Adapter 310 fest
verbunden, insbesondere verrastet. Anschließend wird die Leitung 100 durch
die Kulisse 200 gefädelt
und am Verbinder 300 entsprechend angeschlossen. Es ist
alternativ auch möglich,
z. B. zuerst die Leitung 100 am Verbinder 300 anzuschließen und
anschließend
den Adapter 310 und/oder die Kulisse 200 vorzusehen.
Insbesondere ist es möglich,
die Kulisse 200 und auch den Adapter 310 von einer
anderen als der in 1 dargestellten Seite über den
Verbinder 300 zu ziehen bzw. auf diesem zu montieren; z.
B. von einer direkt gegenüberliegenden.
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Sitzt
der Adapter 310 fest auf dem Verbinder 300, ist
die Leitung 100 am Verbinder 300 angeschlossen
und sitzt die Kulisse 200 auf dem Adapter 310,
insbesondere auf einem Führungsabschnitt 320 des
Adapters 310, so kann die Leitung 100 am Montagevorsprung 220 der
Kulisse 200 festgelegt werden. Dies kann jedoch auch schon
zeitlich vorher erfolgen. Eine solche Vormontageposition ist in 2 dargestellt.
Im vorliegenden Ausführungsbeispiel
findet das Festlegen der Leitung 100 am Montagevorsprung 220 der
Kulisse 200 mittels eines Kabelbinders 120 statt.
Es ist jedoch erfindungsgemäß möglich, andere
mögliche
Arten der Fixierung der Leitung 100 am Montagevorsprung 200 anzuwenden.
Insbesondere eignet sich hierfür
eine Klemmung oder eine Klebung.
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Erfindungsgemäß wird die
Leitung 100 am Verbinder 300 angeschlossen und
anschließend
mittels des Kabelbinders 120 an der Kulisse 200 befestigt,
ohne dabei bewusst einen Bewegungsspielraum für die Leitung 100 vorzusehen.
Dieser für
die Zugentlastung der Leitung 100 notwendige Bewegungsspielraum
wird nun erfindungsgemäß durch
die Relativbewegung R zwischen Verbinder 300 und Kulisse 200 eingerichtet.
Hierfür
werden die Kulisse 200 und der Verbinder 300 gegeneinander
verschraubt bzw. aufeinander zu bewegt. Die Relativbewegung R ist
in den 2 bis 4 jeweils durch die Pfeile R
verdeutlicht. Erfindungsgemäß ist es
bevorzugt, nur die Kulisse 200 gegenüber dem Verbinder 300 zu
verschrauben. Es ist jedoch auch möglich, zusätzlich oder in Alleinstellung
den Verbinder 300 gegenüber der
Kulisse 200 zu verschrauben; dies ist mit der Relativbewegung
(R) zwischen Verbinder 300 und Kulisse 200 in
den 2 bis 4 verdeutlicht.
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Die
Kulisse 200 wird nun durch eine Drehbewegung R entlang
einem Gewindegang der gemeinsamen Verschraubung mit dem Verbinder 300,
mit Bezug auf die 2 bis 5, nach
unten geschraubt. Hierbei stellt 3 die Kulisse 200 in
einer Vorrastposition auf dem Adapter 310 dar. D. h. ab
der in 3 dargestellten Position greifen die entsprechenden
Gewindegänge
des Außengewindes 312 des
Adapters 310 und des Innengewindes 212 der Kulisse 200 ineinander;
und entsprechend einer Ganghöhe
der korrespondierenden Gewinde 212, 312 legt sich
die Leitung 100 in einem Bereich zwischen dem Kabelbinder 120 und
dem Verbinder 300 in die Schlaufe 110 (siehe 4). 4 stellt
dabei einen Übergangszustand
zwischen der Kulisse 200 in Vorrastposition und der Kulisse 200 in
Endposition (siehe 5) dar.
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Eine
Ganghöhe
der Verschraubung von Kulisse 200 und Adapter 310 wird
derart gewählt,
dass die im Bereich der Leitungsfixierung 120 und dem Eintauchen
der Leitung 100 in den Verbinder 300 entstehenden
Radien der Leitung 100 nicht zu klein bzw. nicht zu groß werden.
Zu kleine Radien, insbesondere in ein- und ausleitenden Abschnitten 112 der Schlaufe 100 bzw.
der Leitung 100, sind insbesondere für optische Leitungen 100 schädlich. Bevorzugt
ist ferner, dass die entstehende Schlaufe 110 in der Leitung 100 nicht über eine
Außenbegrenzung
der Kulisse 200 hinausragt. Bevorzugt ist ein Durchmesser der
Schlaufe 110 etwas geringer als der Innendurchmesser des
Innengewindes 212 der Kulisse 200. Dies ist insbesondere
in 5 gut zu erkennen.
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Bevorzugt
legt sich die Leitung 100 beim Verschrauben von Kulisse 200 und
Verbinder 300 im Bereich zwischen der Leitungsfixierung 120 und
dem Verbinder 300 in eine Schlaufe 110, deren
Ebene im Wesentlichen senkrecht zur Verschraubungsachse L liegt.
Dies liegt an einer entsprechenden gegenseitigen Verdrehung von
Kulisse 200 und Verbinder 300. D. h., werden in
anderen Ausführungsformen
der Erfindung (siehe unten) die Kulisse 200 und der Verbinder 300 nicht
nur translatorisch aufeinander zu bewegt, sondern zusätzlich auch
noch (hauptsächlich) rotatorisch,
so bildet sich meist – je
nach Stoffeigenschaften und Geometrie der Leitung 100 – eine Schlaufe 110 aus,
deren Ebene sich mit zunehmenden Aufeinanderzubewegen der Leitungsfixierungspunkte
(Leitungsfixierung 120 an der Kulisse 200 und Anschlussbereich
der Leitung 100 im Verbinder 300), in eine „immer
senkrechtere" Lage
bezüglich
der Verschraubungsachse L bewegt. Findet ein ausschließlich translatorisches
Verschieben von Kulisse 200 und Verbinder 300 statt,
so liegt eine Ebene der Schlaufe 110 meist im Wesentlichen
parallel zur Längsachse
L.
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Erfindungsgemäß ist eine
Vielzahl von Ausführungsformen
realisierbar, die ein gegenseitiges translatorisches bzw. ein gegenseitiges
translatorisches und zusätzlich
rotatorisches Bewegen von Kulisse 200 und Verbinder 300 bzw.
dessen Adapter 310 (im Folgenden ist nur noch vom Verbinder 300 die
Rede) mehr oder weniger geführt
ermöglichen.
In einer Ausführungsform
der Erfindung können
dies „glatte" Zylinderwände sein,
die ein beliebiges Verdrehen und/oder Verschieben von Kulisse 200 und Verbinder 300 gewährleisten.
Bevorzugt ist hierbei – wie
auch für
die nachfolgenden Ausführungsbeispiele – eine Verrastung
für die
Endposition der Kulisse 200 am Verbinder 300 zwischen
diesen beiden Teilen 200, 300 vorgesehen. Darüber hinaus
ist es möglich, eine
gegenseitige Führung
durch einen Schlitz bzw. eine Nut, und einen Stift zu realisieren;
hierbei können
auch eine Mehrzahl solcher korrespondierender Einrichtungen (Schlitz/Nut
und darin geführter
Stift) vorgesehen sein. Es können
sowohl Kulisse 200 als auch Verbinder 300 den
Schlitz bzw. die Nut, oder den Stift aufweisen. Korrespondierend
dazu ist dann das entsprechende andere Teil 300, 200 ausgebildet. Hierbei
kann der Schlitz bzw. die Nut schraubenförmig oder auch geradlinig in
der entsprechenden Zylinderfläche
vorgesehen sein. Auch ein zur Längsachse
L paralleler Verlauf des Schlitzes bzw. der Nut ist möglich. Ferner
ist eine Art „Bajonett-Verschluss" zwischen Kulisse 200 und
Verbinder 300 realisierbar.
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Erfindungsgemäß ist es
möglich,
einerseits einem Kontakt des Verbinders 300 genügend Bewegungsspielraum
zu geben, ohne dass es an der Kontaktstelle zu Reibkorrosion kommt.
Ferner ist es möglich,
Bewegungen der Leitung 100 über die Leitungsfixierung 120 sowie
die Schlaufe 110 derart abzufangen, dass diese sich nicht
in den Verbinder 300 fortpflanzen. Insbesondere durch das
Vorsehen der Schlaufe 110 wird dies wirkungsvoll verhindert,
da die hierfür
relevanten longitudinalen Bewegungen der Leitung 100 bevorzugt
in eine Bewegungsrichtung senkrecht zur Leitung 100, durch
die ein- und ausleitenden Abschnitte 112 der Leitung 100,
umgelenkt werden. Aus diesem Grund ist es auch bevorzugt, einen
Verschraubungswinkel von Kulisse 200 und Verbinder 300 größer als
180°, insbesondere
größer als 360° zu wählen.
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In
der in 5 gezeigten Position kann der Verbinder 300 mit
seiner Zugentlastung 1 montiert werden. Die erfindungsgemäße Zugentlastung 1 eignet
sich z. B. an/für
elektrische Verbinder für
Stoßdämpfer, z.
B. im Kraftfahrzeugbereich.
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- 1
- Zugentlastung
- 100
- elektrische,
optische oder hydraulische Leitung, Ader oder Kabel
- 110
- Schlaufe,
Leitungsschlaufe
- 112
- ein-
bzw. ausleitender Abschnitt der Leitung 100 bzw. der Schlaufe 110
- 120
- Leitungsfixierung,
z. B. Kabelbinder, Klemmung, etc.
- 200
- Kulisse
- 212
- Innengewinde,
Gewinde
- 220
- Montagevorsprung
für Leitung 100
- 222
- Nut
für Leitung 100
- 230
- Vorsprung,
Eckbereich
- 300
- Verbinder,
z. B. Buchsen- oder Stiftverbinder; Buchse, Stecker; elektrischer,
optischer oder hydraulischer Verbinder
- 310
- Adapter
- 312
- Außengewinde,
Gewinde
- 320
- Führungsabschnitt
für Kulisse 200
- L
- Längsachse,
Verschraubungsachse von Verbinder 300, Adapter 310,
Kulisse 200
- R
- Relativbewegung
zwischen Verbinder 300 und Kulisse 200, bevorzugt
Verschraubbewegung, Drehbewegung