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Die
Erfindung betrifft ein Katheter-Set, umfassend eine aus einem folienartigen
Material hergestellte Verpackung, in der ein Reservoir mit einem
Aktivierungsmittel und/oder einem Gleitmittel vorgesehen ist, und
einen Blasenkatheter mit einem flexiblen Katheterschaft und einer
Katheterspitze, wobei die Verpackung einen im Wesentlichen röhrenförmigen Katheteraufnahmeraum
aufweist, in den der Blasenkatheter eingelegt ist. An dem der Katheterspitze
zugeordneten Ende des Katheteraufnahmeraums ist eine Austrittsstelle
für den
Blasenkatheter vorgesehen und das Reservoir ist an einer Längsseite
des Katheteraufnahmeraums am Katheteraufnahmeraum angeordnet.
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Ein
derartiges Katheter-Set, wie es beispielsweise aus der
DE 20 2005 009 946 U1 bekannt
geworden ist, erlaubt eine sterile Verpackung eines Blasenkatheters,
der zum Gebrauch durch die Austrittsstelle aus der Verpackung geführt wird.
Der Blasenkatheter tritt mit der Katheterspitze voran aus der Verpackung
und wird direkt in die Harnröhre
zur Harnblase eines Patienten geführt. Durch die gebrauchsfertige
Lage des Blasenkatheters innerhalb des Katheteraufnahmeraums der
Primärverpackung
und durch die Flexibilität
des Verpackungsmaterials wird ein unmittelbarer Kontakt zwischen
dem Blasenkatheter und den ihn haltenden bzw. führenden Händen vermieden. Um mittels
des Katheters abgeführten
Urin aufzufangen, weist das Katheter-Set einen an den Katheteraufnahmeraum
anschließenden
Urinaufnahmeraum auf. Der Urin wird durch den Katheteraufnahmeraum
zum Urinaufnahmeraum geleitet.
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In
der Verpackung ist ein von der Verpackung ausgebildeter Reservoiraufnahmeraum
seitlich neben dem Katheteraufnahmeraum mittig angeordnet, in dem
ein Reservoir mit z.B. Oberflächenaktivierungsmittel
vorgehalten ist. Dieses Reservoir wird vor dem Einführen des
Katheters in die Harnröhre
zur Harnblase eines Patienten aufgedrückt oder geöffnet, so dass das Oberflächenaktivierungsmittel auf
der Oberfläche
des Blasenkatheters zu dessen Benetzung verteilt werden kann um
dessen Gleiteigenschaften zu verbessern.
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Bei
bekannten Katheter-Sets läuft
das Oberflächenaktivierungsmittel
nach dem Öffnen
des Reservoirs ungerichtet in den Katheteraufnahmeraum. Handelt
es sich bei dem Oberflächenaktivierungsmittel
um eine Flüssigkeit,
so können
Teile davon relativ leicht in den Urinaufnahmeraum abfließen und
gehen deshalb für
die Oberflächenaktivierung
verloren. Handelt es sich bei dem Oberflächenaktivierungsmittel um ein
Gel, so ist eine gleichmäßige Oberflächenbenetzung
mit dem Gel nur durch sorgfältiges
Verteilen des Gels um den Katheter herum, z.B. mittels eines schiebenden
Drückens
im gesamten Katheteraufnahmeraum, möglich. Da eine gleichmäßige und vollständige Oberflächenbenetzung
mit Oberflächenaktivierungsmittel
für eine
gute Gleitfähigkeit
beim Einführen
des Katheters Voraussetzung ist, ist die Handhabung bei einer Katheterapplikation
bei bekannten Katheter-Sets durch die genannten Probleme erschwert.
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Der
Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Katheter-Set bereitzustellen,
welches die Nachteile des Standes der Technik vermeidet, wobei insbesondere
die Benetzung der Katheteroberfläche
mit einem Oberflächenaktivierungsmittel
vereinfacht werden soll.
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Diese
Aufgabe wird durch das Katheter-Set des unabhängigen Anspruchs gelöst. Die
abhängigen
Ansprüche
stellen bevorzugte Ausführungsformen
der Erfindung dar.
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Erfindungsgemäß ist in
der Verpackung eine Aktivierungs- und/oder Gleitmittelführung ausgebildet,
die, nach einem Öffnen
des Reservoirs, eine in Richtung der Katheterspitze gerichtete Benetzung der
Oberfläche
des Blasenkatheters mit Aktivierungsmittel und/oder Gleitmittel
aus dem Reservoir unterstützt.
Diese Aktivierungs- und/oder Gleitmittelführung ist in Richtung der Katheterspitze
gerichtet und verbindet einen in der Verpackung ausgebildeten Reservoiraufnahmeraum,
in dem das Reservoir angeordnet ist, mit dem Katheteraufnahmeraum.
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Im
Falle der Verwendung einer wasserhaltigen Flüssigkeit als Aktivierungsmittel
weist der Blasenkatheter bevorzugt eine hydrophile Oberflächenbeschichtung
auf, um eine Aktivierung der Beschichtung des Blasenkatheters zu
ermöglichen.
Im Falle der Verwendung z.B. eines Gleitmittels erfolgt vor Applikation
des Blasenkatheters eine Gleitmittelbenetzung der Oberfläche des
Blasenkatheters. Durch eine entsprechende Beschichtung werden die
Gleiteigenschaften des Blasenkatheters verbessert, so dass dieser
weitgehend schmerz- und irritationsfrei in den Körper des Patienten eingeführt werden
kann. Mit Hilfe des Aktivierungsmittels, beispielsweise einer sterilen
Kochsalzlösung,
wird eine hydrophile Oberflächenbeschichtung
des Blasenkatheters aktiviert, mit Hilfe eines Gleitmittels, wie
einem Gel, wird der Blasenkatheter benetzt und/oder aktiviert, wodurch
die gewünschte
Gleitfähigkeit
des Blasenkatheters erreicht wird. Dadurch, dass mittels der Aktivierungs-
und/oder Gleitmittelführung
die Benetzung der Oberfläche
des Blasenkatheters in Richtung der Katheterspitze gerichtet vorgenommen
wird, kann mit weniger Aktivierungs- und/oder Gleitmittel ausgekommen
werden. Das Aktivierungs- und/oder Gleitmittel fließt aus dem
Reservoir direkt Richtung Katheterspitze, bzw. kann im Falle der
Verwendung eines Gleitmittels problemlos zur Katheterspitze geschoben
werden. Die vollständige
Benetzung des vorderen Katheterteils, d.h. des katheterspitzennahen
Teils des Blasenkatheters, wird vereinfacht und unterstützt. Da üblicherweise
der Blasenkatheter nicht vollständig
in die Harnröhre
eingeschoben wird, sondern hauptsächlich der genannte vordere
Katheterteil, reicht die Benetzung des vorderen Teils bereits zur
Applikation des Blasenkatheters aus.
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Bevorzugt
ist die Aktivierungs- und/oder Gleitmittelführung als eine vom Reservoiraufnahmeraum
schräg
zum Katheteraufnahmeraum in Richtung der Katheterspitze geneigte,
bevorzugt von einer Foliennaht ausgebildete, Flüssigkeitsführung ausgeführt. Derart
lässt sich
die Aktivierungs- und/oder Gleitmittelführung einfach durch Verbinden der
die Verpackung ausbildenden Schichten des folienartigen Materials
herstellen. Im Falle der Verwendung von Kunststofffolie zur Herstellung
der Verpackung kann diese Foliennaht einfach als Schweißnaht ausgeführt sein.
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Wenn
das Reservoir in einem Bereich in der Mitte der Längsausdehnung
des Katheteraufnahmeraums in der Verpackung angeordnet ist, kann
das Aktivierungsmittel und/oder das Gleitmittel leichter im Bereich
der Oberfläche
des Blasenkatheters verteilt werden, der in die Harnröhre einzuführen ist,
als bei einer Anordnung z.B. am katheterspitzenabgewandten Ende
des Katheters. Eine derartige Anordnung des Reservoirs ist insbesondere
dann vorteilhaft, wenn der Katheteraufnahmeraum in Längsrichtung der
Verpackung verläuft
und die Verpackung im Wesentlichen rechteckförmig ausgebildet ist. Insbesondere
wenn ein Gel verwendet wird, kann das Gel dann aus dem Reservoir
einfach in den katheterspitzennahen Bereich des Katheteraufnahmeraums
gedrückt
werden. Da der Katheter mit seiner gesamten in die Harnröhre einzuführenden
Länge durch
diesen Bereich durchgeschoben wird, wird die Oberfläche des
Katheters dadurch gleichmäßig mit
dem Gel überzogen.
Der Bereich in der Mitte der Längsausdehnung
des Katheteraufnahmeraums kann z.B. im mittleren Drittel der Gesamtlänge der
Verpackung liegen. Wenn am Reservoir oder in der Verpackung ein in
den Katheteraufnahmeraum führender
Kanal oder eine derartige Öffnung
für das
Aktivierungsmittel und/oder das Gleitmittel vorgesehen ist, sollten
diese in dem Bereich in der Mitte der Längsausdehnung des Katheteraufnahmeraums
angeordnet sein.
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Bei
einem erfindungsgemäßen Katheter-Set können in
zumindest einem Längenabschnitt
des Katheteraufnahmeraums Führungselemente
an der Außenoberfläche der
Verpackung vorgesehen sein, wobei die Führungselemente in Längsrichtung
des Katheteraufnahmeraums der Verpackung dem Verlauf des Katheteraufnahmeraums
zumindest teilweise folgen.
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Die
Führungselemente
sind entlang der länglichen
Ausdehnung des Katheteraufnahmeraums, mit anderen Worten entlang
der axialen Erstreckung des Katheterschafts, angeordnet. Zum Aus-
bzw. Einführen
des Blasenkatheters aus der Verpackung greift ein Benutzer mit beiden
Händen außen an dem
Katheteraufnahmeraum an, fixiert mit einer Hand die Verpackung am
Katheterschaft und schiebt mit der anderen Hand den Blasenkatheter aus
der Verpackung. Durch die Führungselemente wird
die Griffigkeit der üblicherweise
glatten Außenoberfläche der
Verpackung erhöht
und ein Ab- bzw. Verrutschen der den Blasenkatheter greifenden Finger
vermieden. Auf diese Weise wird bei dem erfindungsgemäßen Katheter-Set
bzw. Katheter-System ein vereinfachtes und erleichtertes Führen des
flexiblen Katheterschafts sichergestellt. Durch die verbesserte
Handhabbarkeit des Blasenkatheters ist die Hygiene beim Gebrauch
des erfindungsgemäßen Katheter-Sets
im Vergleich zu herkömmlichen
Katheter-Sets erhöht,
und das Ein- und/oder Ausführen
eines Katheters aus der Verpackung wird erheblich erleichtert.
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Bei
einem sehr gleitfähigen
Blasenkatheter wirken sich die Führungselemente
besonders vorteilhaft aus, da durch die friktionsarme Oberfläche des Blasenkatheters
die Reibung zwischen dem Blasenkatheter und dem ihn umgebenden Katheteraufnahmeraum
verringert ist und somit ein indirektes Verschieben des Blasenkatheters
in oder aus der Verpackung heraus mit den erfindungsgemäßen Führungselementen
erheblich erleichtert wird.
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Das
Material der Verpackung ist in der Regel ein Kunststoff; es ist
jedoch auch denkbar, ein Leichtmetall oder ein beschichtetes Gewebe
oder Kombinationen davon einzusetzen. Durch Verkleben, Verschweißen und/oder
Vernähen
des folienartigen Materials erhält
die Verpackung eine flächige
Gestalt. Um eine sterile Lagerung bzw. eine aseptische Handhabung
des Blasenkatheters sicherzustellen, ist der Katheteraufnahmeraum
an der Austrittsstelle verschlossen. Vor, bzw. an der Austrittsstelle
kann eine Sollbruchnaht vorgesehen sein, die vor oder beim Ausführen des
Blasenkatheters durchbrochen wird. Ein vor dem Austritt des Blasenkatheters
zu öffnendes
Verschlusselement, z.B. eine Kappe oder dergleichen, ist dann vom
Material der Verpackung, z.B. Kunststofffolie, mit umschlossen.
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In
einer bevorzugten Ausführungsform
des erfindungsgemäßen Katheter-Sets
sind die Führungselemente
im Bereich der Austrittsstelle vorgesehen. Beim Aus- bzw. Einführen des
Blasenkatheters greift ein Benutzer die Verpackung typischerweise
nahe der Austrittsstelle an, um den Blasenkatheter in kontrollierter
Weise in den Körper
des Patienten einzuführen,
so dass sich die Führungselemente
in diesem Bereich als besonders vorteilhaft erweisen.
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In
einer weiteren bevorzugten Ausführungsform
des erfindungsgemäßen Katheter-Sets
erstrecken sich die Führungselemente über die
gesamte Länge
des Katheteraufnahmeraums. In dieser Ausführungsform sind die Führungselemente
entlang des gesamten Katheteraufnahmeraums und folglich entlang
des gesamten in der Verpackung aufgenommenen Blasenkatheters vorgesehen,
wodurch die Handhabbarkeit des erfindungsgemäßen Katheter-Sets in jeder Aus-
bzw. Einführstellung
des Blasenkatheters verbessert und erleichtert ist.
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Vorteilhafterweise
sind die Führungselemente äquidistant,
bevorzugt mit fingerbreitem Abstand, angeordnet. Das den Blasenkatheter
umgebende Verpackungsmaterial wird durch Zurückschieben entlang der axialen
Erstreckung des Katheterschafts zusammengedrückt bzw. zusammengerafft und
ermöglicht
so das Vorwärtsschieben
des Blasenkatheters. Die in regelmäßigen Abständen angeordneten Führungselemente
erleichtern das Verschieben der Verpackung entlang des Katheterschafts.
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In
einer bevorzugten Ausführungsform
der Erfindung sind die Führungselemente
an der Oberseite und der Unterseite der Verpackung vorgesehen. Durch
die beidseitige Anordnung von Führungselementen
werden alle den Katheterschaft umgreifenden Finger eines Benutzers
gegen Verrutschen gesichert und somit das Ein- bzw. Ausführen des
Blasenkatheters aus der Verpackung weiter erleichtert.
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Die
Führungselemente
sind bevorzugterweise als Raffungen, Riffelungen, Noppen und/oder
Antirutschelemente ausgebildet. Eine derartige Ausbildung der Führungselemente
aus dem folienartigen Material der Verpackung vereinfacht die Herstellung des
erfindungsgemäßen Katheter-Sets.
Es ist jedoch auch denkbar, die Führungselemente nachträglich, beispielsweise
durch Aufkleben oder Beflocken, an der Verpackung anzubringen.
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Besonders
bevorzugt ist bei einem erfindungsgemäßen Katheter der Katheteraufnahmeraum
Teil eines Urinaufnahmeraums. Weiter ist an der Austrittsstelle
ein wiederverschließbares
Verschlusselement vorgesehen. D.h. die Austrittsstelle ist durch
das Verschlusselement wiederverschließbar. Bei einem derartigen
Katheter-Set dient die Verpackung für den Blasenkatheter zugleich
als Sammel- bzw. Aufnahmebeutel für den durch den Blasenkatheter
abgeleiteten Urin. An dem der Katheterspitze gegenüberliegenden
Ende des Blasenkatheters ist zweckmäßigerweise ein Blockierelement
vorgesehen, welches ein vollständiges
Herausziehen des Blasenkatheters aus der Verpackung verhindert und während des
Katheterisierungsvorgangs den Katheteraufnahmeraum bzw. die Austrittsstelle nach
außen abdichten
kann. Dazu ist das Blockierelement in seiner äußeren Abmessung an die Abmessung
der Austrittsstelle derart angepasst, dass diese mit dem Blockierelement
als eine Art Stöpsel
verschließbar
ist, so dass während
des Katheterisierungsvorgangs kein Urin ungewollt seitlich neben
dem Katheter aus dem Katheteraufnahmeraum fließen kann. Beim typischen Einsatz
des erfindungsgemäßen Katheter-Sets
wird der Blasenkatheter aus der Verpackung geschoben und in die
Harnblase des Patienten eingeführt.
Der Urin fließt
während
des Katheterisierungsvorgangs direkt in den Urinaufnahmeraum, mit anderen
Worten in die Verpackung, und der Blasenkatheter wird anschließend aus
dem Körperhohlorgan
zurückgezogen
und in die Verpackung geschoben. Abschließend wird die Austrittsstelle
mittels des Verschlusselements wieder verschlossen. Durch das Verschlusselement
kann die Verpackung nach Rückführung des
Blasenkatheters wieder dicht verschlossen werden und die Verpackung
samt des verwendeten Blasenkatheters und des in ihr gespeicherten Urins
entsorgt werden. Da das Verschlusselement an der Austrittsstelle
angeordnet ist, kann nach dem Katheterisierungsvorgang kein Urin
aus dem Katheteraufnahmeraum austreten. Weiter kann das erfindungsgemäße Katheter-Set
hinsichtlich seiner Gesamtabmessung relativ klein ausgeführt werden,
da der Katheterraum gesamt oder teilweise zugleich als Teil des
Urinaufnahmeraums genutzt wird.
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Bevorzugt
weist der Katheteraufnahmeraum eine an die Austrittsstelle angrenzende
bzw. diese ausbildende Führungshülse auf.
Beim Ausführen durchtritt
der Blasenkatheter die Führungshülse und wird
durch diese in seiner Austrittsrichtung stabilisiert. Die Führungshülse dient
aufgrund dieser Richtungsstabilisierung als Einführhilfe beim Einführen des
Blasenkatheters in ein Körperhohlorgan.
Das Verschlusselement kann dabei als Verschlussklappe an der Führungshülse ausgebildet
sein. Eine derartige Verschlussklappe lässt sich einfach durch Aufklappen öffnen und
durch Zuklappen wieder verschließen. Das Verschlusselement
kann dabei nicht verlorengehen, da die Klappe beweglich am Verschlusselement
befestigt ist.
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Dabei
sind die Verschlussklappe und die Führungshülse sehr vorteilhaft einstückig aus
Kunststoff hergestellt, wobei die Verschlussklappe und die Führungshülse über mindestens
einen flexiblen Kunststoffstreifen miteinander verbunden sind. Diese Ausführungsform
der Verschlussklappe mit der Führungshülse ist
sehr einfach und kostengünstig
herstellbar.
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Vorteilhaft
weist die Führungshülse an ihrer Innenoberfläche in Katheteraustrittsrichtung
verlaufende Führungsrippen
auf, so dass die in der Regel mit einem kleineren Durchmesser als
der Innendurchmesser der Führungshülse ausgeführte Katheterspitze
noch besser geführt
wird. Insbesondere wenn eine Aktivierung der Katheteroberfläche mittels eines
Gels als Gleitmittel vor dessen Applikation vorgesehen ist, wird
durch die Führungsrippen
eine gleichmäßige Verteilung
des Gleitmittels auf der Katheteroberfläche gewährleistet. Insbesondere wird ein
Abstreifen des Gleitmittels von Teilen der Katheteroberfläche durch
die Führungshülse vermieden.
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Zum
besseren Abdichten beim Verschließen der Führungshülse mittels des Verschlusselements können die
Führungshülse und/oder
das Verschlusselement eine umlaufende Dichtlippe aufweisen.
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In
einer bevorzugten Ausführungsform
des erfindungsgemäßen Katheter-Sets
sind in der Verpackung eine oder mehrere Grifföffnungen ausgebildet. Durch
die Grifföffnungen
wird die Handhabung des Katheter-Sets weiter erleichtert, beispielsweise
kann das Katheter-Set während
des Katheterisierungsvorgangs befestigt, beispielsweise an einem
Ständer oder
Haken aufgehängt
werden.
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Wenn
in einem an die Austrittsstelle angrenzenden Bereich des Katheteraufnahmeraums
eine Katheteraufnahmeraumverbreiterung vorgesehen ist, eignet sich
der Katheteraufnahmeraum besonders gut für die Aufnahme eines Tiemannkatheter
als Katheter des Katheter-Sets. Ein Tiemannkatheter besitzt eine
gebogene konisch zulaufende Katheterspitze. Durch seine Form eignet
er sich besonders zur Katheterisierung der männlichen Harnblase, da die Spitze
den Katheter besser durch die Harnröhre führt.
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Es
ist darüber
hinaus denkbar, in den Katheteraufnahmeraum einen Katheter zur Entleerung und/oder
Spülung
eines beliebigen Körperhohlorgans,
insbesondere zum Ableiten einer beliebigen Körperflüssigkeit, einzulegen. Ebenfalls
lassen sich die Führungselemente
der Verpackung zum verbesserten Auspacken eines jeden Katheters
nutzen und die erfindungsgemäße Ausbildung
der Verpackung beschränkt
sich nicht auf Blasenkatheter.
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Weitere
Vorteile und Merkmale der Erfindung ergeben sich aus der Beschreibung
und den Figuren der Zeichnung. Ebenso können die vorstehend genannten
und die noch weiter aufgeführten
Merkmale erfindungsgemäß jeweils
einzeln oder in beliebigen Kombinationen miteinander verwendet werden.
Das erfindungsgemäße Katheter-Set
ist in einem Ausführungsbeispiel
in den Figuren gezeigt. Die in den Figuren gezeigten Merkmale sind
rein schematisch und nicht maßstäblich zu
verstehen. Es zeigt:
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1 eine
Draufsicht eines erfindungsgemäßen Katheter-Sets;
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2a und 2b jeweils
einen vergrößerten Ausschnitt
eines erfindungsgemäßen Katheter-Sets;
und
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3a und 3b das
als Verschlussklappe ausgebildete und an der Führungshülse angeformte Verschlusselement
des erfindungsgemäßen Katheter-Sets
aus 1; und
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4 eine
weitere Ausführungsform
des Katheter-Sets.
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In 1 ist
in Draufsicht ein Katheter-Set 1 gezeigt, dessen Gestalt
durch eine im Wesentlichen rechteckförmige Verpackung 2 bestimmt
wird. Die Verpackung 2 besteht aus zwei miteinander verbundenen
Lagen einer Kunststofffolie, in der ein länglicher, kanalartiger Katheteraufnahmeraum 3,
ein Reservoiraufnahmeraum 4 und ein Urinaufnahmeraum 5 ausgebildet
sind.
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Der
Katheteraufnahmeraum 3 verläuft in Längsrichtung der Verpackung 2.
Der Reservoiraufnahmeraum 4 ist über den Katheteraufnahmeraum 3 mit
dem Urinaufnahmeraum 5 verbunden und in einem Bereich in
der Mitte der Längsausdehnung
des Katheteraufnahmeraums 3, bzw. angrenzend an die Mitte
des Katheteraufnahmeraums 3, angeordnet. An beiden schmalseitigen
Enden der Verpackung 2 sind als kreisförmige Löcher ausgebildete Grifföffnungen 6a und 6b vorgesehen.
In den Katheteraufnahmeraum 3 ist ein Blasenkatheter 7 eingelegt.
Der Blasenkatheter 7 besteht aus einer Katheterspitze 8,
einem langgestreckten Katheterschaft 9 und einem gegenüber dem
Katheterschaft 9 verbreiterten Blockierelement 10.
Der Katheteraufnahmeraum 3 wird am Rand der Verpackung 2 durch
eine Austrittsstelle 11 begrenzt, auf die die Katheterspitze 8 des
eingelegten Katheters 7 zeigt. An die Austrittsstelle 11 grenzt eine
Führungshülse 12 an,
bzw. die Austrittsstelle 11 wird von der Führungshülse 12 ausgebildet.
In die Führungshülse 12 mündet der
kanalartige Katheteraufnahmeraum 3. An der Führungshülse 12 ist
ein als Verschlussklappe ausgebildetes Verschlusselement 13 vorgesehen,
durch welches das durch den Katheteraufnahmeraum 3, den
Reservoiraufnahmeraum 4 und den Urinaufnahmeraum 5 definierte
Aufnahmevolumen der Verpackung 2 verschlossen ist. Der
Blasenkatheter 7 ist über
die Verpackung 2 dauerhaft steril verpackt. Der Reservoiraufnahmeraum 4 kann auch
am unteren Ende des Katheteraufnahmeraums 3, d.h. im Bereich
dessen austrittsstellenfernen Endes, angeordnet sein. Dann könnte der
Katheteraufnahmeraum 3 über
den Reservoiraufnahmeraum 4 mit dem Urinaufnahmeraum 5 verbunden
sein.
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Zum
vereinfachten Ein- und Ausführen
des Blasenkatheters 7 sind entlang der länglichen
Erstreckung des Katheteraufnahmeraums 3 Führungselemente 14a, 14b, 14c,
... an einer Außenoberfläche 15 der
Verpackung 2 vorgesehen. Durch die reihenförmig angeordneten
Führungselemente 14a, 14b, 14c, ...,
die als noppenartige Raffungen an der Außenoberfläche 15 ausgebildet
sind, wird das Herausführen bzw.
Herauslösen
des Blasenkatheters 7 aus der Verpackung 2 in
Ausführrichtung 16 erleichtert. Durch
das Blockierelement 10 wird ein vollständiges Herausziehen des Blasenkatheters 7 aus
der Verpackung 2 verhindert und der Katheteraufnahmeraum 3 kann
beim Katheterisierungsvorgang nach außen abgedichtet werden. Im
Reservoiraufnahmeraum 4 ist ein sachetartiges Reservoir 17 vorgesehen.
In dem Reservoir 17 befindet sich ein Aktivierungsmittel
zur Aktivierung einer hydrophilen Oberflächenbeschichtung des Blasenkatheters 7,
insbesondere des Katheterschafts 9 und der Katheterspitze 8 oder
ein Gel als ein Gleitmittel. Das Gleitmittel oder das Aktivierungsmittel
kann sich in anderen Ausführungsformen der
Erfindung auch direkt (ohne Sachet) im Reservoiraufnahmeraum befinden.
Ebenfalls ist eine direkte Befüllung
des Reservoiraufnahmeraums mit einem Gleit- oder Aktivierungsmittel
denkbar.
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In
der Verpackung ist eine Aktivierungs- und/oder Gleitmittelführung 20 ausgebildet,
die den seitlich neben dem Katheteraufnahmeraum 3 im Bereich
des Urinaufnahmeraums 5 angeordneten Reservoiraufnahmeraum 4 mit
dem Katheteraufnahmeraum 3 verbindet. Die Aktivierungs-
und/oder Gleitmittelführung 20 unterstützt eine
in Richtung der Katheterspitze 8 gerichtete Benetzung der
Katheteroberfläche
mit Aktivierungsmittel und/oder Gleitmittel nach einem Öffnen des
Reservoirs 17. Die Aktivierungs- und/oder Gleitmittelführung 20 ist
dazu als eine schräg
zum Katheteraufnahmeraum 3 in diese Richtung verlaufende
Schweißnaht
zwischen den die Verpackung 2 ausbildenden Kunststofffolien
ausgeführt.
Die Aktivierungs- und/oder Gleitmittelführung könnte z.B. auch durch einen
entsprechend ausgerichteten, von zwei im Wesentlichen zueinander
parallel verlaufenden Schweißnähten gebildeten
Kanal als Flüssigkeitsführung ausgebildet
sein. Der Winkel zwischen der Aktivierungs- und/oder Gleitmittelführung 20 und
der Längsrichtung
des Katheteraufnahmeraums 3 ist ein spitzer Winkel. Er
beträgt
bevorzugt ca. 30 bis 60 Grad.
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In
einem an die Austrittsstelle 11 angrenzenden Bereich des
Katheteraufnahmeraums 3 ist eine Katheteraufnahmeraumverbreiterung 22 vorgesehen.
Wenn anstelle des dargestellten Blasenkatheters 7 im Katheteraufnahmeraum 3 ein
Tiemannkatheter, also ein Katheter mit gebogener Katheterspitze,
vorgehalten werden soll, kann die gebogene Katheterspitze in der
Katheteraufnahmeraumverbreiterung 22 ohne Verformung gelagert
werden.
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Die
Handhabung des Katheter-Sets 1 ist folgendermaßen vorgesehen:
Das Katheter-Set 1 wird mit geschlossenem oder offenem
Verschlusselement 13 in einer sterilen Sekundärpackung
geliefert. Das Reservoir 17 mit dem Aktivierungsmittel,
z.B. einer sterilen Kochsalzlösung,
wird durch Druck geöffnet, so
dass das Aktivierungsmittel von dem Reservoiraufnahmeraum 4 in
den Katheteraufnahmeraum 3 gelangen und den Blasenkatheter 7 benetzen
kann. Durch das Aktivierungsmittel wird eine hydrophile Oberflächenbeschichtung
des Blasenkatheters 7 aktiviert und es ergeben sich verbesserte
Gleiteigenschaften. Nach einer Wartezeit von ca. 30 Sekunden wird
das Verschlusselement 13 geöffnet und der Blasenkatheter 7 kann
durch die Führungshülse 12 aus der
Verpackung 2 geschoben und über die Harnröhre in die
Blase eines Benutzers eingeführt
werden. Im Falle eines Gels als Gleitmittel im Reservoir 17 ist das
Verschlusselement 13 geöffnet
und das Gel wird aus dem Reservoir 17 in Richtung Katheterspitze 8 gedrückt und
der Blasenkatheter 7 kann ohne Wartezeit sofort appliziert
werden. Der Urin aus der Blase läuft
während
des Katheterisierungsvorgangs direkt in die Verpackung 2,
bzw. wird durch den Katheterschaft 9 und den Katheteraufnahmeraum 3 in
den Urinaufnahmeraum 5 geleitet. Nach Abschluss der Katheterisierung
wird der Blasenkatheter 7 aus der Blase und der Harnröhre wieder
herausgezogen und zurück
in den Katheteraufnahmeraum 3 geschoben und die Verpackung 2 wird
mit Hilfe des Verschlusselements 13 wieder dicht verschlossen.
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In 2a ist
ein Längsschnitt
durch das in 1 gezeigte Katheter-Set 1 im
Ausschnitt II dargestellt. Der Längsschnitt
verläuft
entlang der axialen Erstreckung des Katheteraufnahmeraums 3 und
des in ihn eingelegten Blasenkatheters 7. Die den Blasenkatheter 7 umhüllende bzw.
umgebende Verpackung 2 weist an einer Oberseite 18 Führungselemente 14f, 14g und 14h auf.
Durch die Aneinanderreihung der Führungselemente 14f, 14g und 14h erhält die Oberseite 18 eine
wellige Kontur, wohingegen eine gegenüberliegende Unterseite 19 der
Verpackung 2 glatt ausgeführt ist. Um den Blasenkatheter 7 in
Ausführrichtung 16 aus
dem Katheteraufnahmeraum 3 zu schieben, wird das flexible
Material der Verpackung 2 entlang des Katheterschafts 9 in
mehrfacher Wiederholung in einem Abschnitt zwischen beiden an der
Verpackung 2 und dem Katheterschaft 9 angreifenden
Händen
gerafft bzw. verdichtet (mit Pfeilen angedeutet) und anschließend in
einer der Ausführrichtung 16 entgegengesetzten
Rückschieberichtung 20 gelängt bzw.
zurückgeschoben.
Das Verschieben der Verpackung 2 findet jeweils gegenüber einem
ortsfesten Punkt statt, der durch eine der beiden Hände definiert
wird. Die Konturen der Oberseite 18 und der Unterseite 19 der
Verpackung 2 werden dabei verändert, wobei die Faltengebung
an der Oberseite 18 durch die Führungselemente 14f, 14g und 14h vergleichbar
einem Raffband vorgegeben ist. Dadurch werden allzu große Materialverdichtungen,
welche sich nur schwer entlang des Katheterschafts 9 verschieben
lassen, weitestgehend vermieden.
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Der
in 2b gezeigte Längsschnitt
unterscheidet sich von dem in 2a gezeigten
Schnitt darin, dass sowohl an der Oberseite 18 als auch
an der Unterseite 19 der Verpackung 2 Führungselemente 14f, 14f', 14g, 14g', ... vorgesehen
sind. Die Führungselemente 14f, 14f', 14g, 14g', ... bilden
auf der Ober- und der Unterseite 18, 19 jeweils
eine unebene, wellenartige Kontur aus. Beim Bewegen des Blasenkatheters 7 in
Ausführrichtung 16 kann
beidseits des Katheteraufnahmeraums 3, d.h. sowohl an der
Oberseite 18 als auch an der Unterseite 19, der Katheterschaft 9 von
einem Benutzer in abrutschsicherer Weise ergriffen und das Material
der Verpackung 2 in kontrollierter Weise verschoben werden.
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In
den 3a und 3b ist
das als Verschlussklappe ausgebildete und an der Führungshülse 12 angeformte
Verschlusselement 13 des erfindungsgemäßen Katheter-Sets aus 1 dargestellt. In 3a ist
eine dreidimensionale Darstellung gezeigt und in 3b ist
ein Längsschnitt
gezeigt. Die Verschlussklappe und die Führungshülse 12 sind einstückig aus
Kunststoff hergestellt. Um ein Auf- und Zuklappen der Verschlussklappe
zu ermöglichen,
ist diese über
einen flexiblen Kunststoffstreifen 30 mit der Führungshülse 12 verbunden.
Die Verschlussklappe wird von einem Kunststoffring 31 und
einem über
die radiale Außenabmessung
der Führungshülse 12 hinausstehenden
Deckelteil 32 ausgebildet. Dadurch, dass das Deckelteil 32 über die
radiale Außenabmessung
der Führungshülse 12 hinaussteht, lässt sich
die Verschlussklappe leicht öffnen.
Der Deckel 32 weist auf seiner im verschlossenen Zustand der
Führungshülse 12 zugewandten
Unterseite eine Riffelung 33 zur Verbesserung seiner Griffigkeit
auf. Der Kunststoffring 31 bildet einen Pfropfen zum Verschließen der
Austrittsstelle 11 aus. Da der Kunststoffring 31 beim
Verschließen
der Führungshülse 12 radial
leicht zusammengepresst wird, ergibt sich eine sehr gute Dichtigkeit
gegen Ausfließen
von Harn. Eine umlaufende Dichtlippe 34 ist an der Innenoberfläche der
Führungshülse 12 angeordnet.
Da diese Dichtlippe 34 den Innendurchmesser der Führungshülse 12 im
Bereich, in dem der Kunststoffring zum Verschließen in die Führungshülse 12 eingesteckt wird,
verengt, erleichtert die Dichtlippe 34 das radiale Zusammenpressen
des Kunststoffrings 31 beim Verschließen der Führungshülse 12. Eine entsprechende
Dichtlippe kann auch radial umlaufend am Pfropfen vorgesehen sein.
In 3b sind an der Innenoberfläche der Führungshülse 12 in Katheteraustrittsrichtung
verlaufende Führungsrippen 37 zur
zentrierten Führung
des Blasenkatheters bei dessen Applikation zu erkennen.
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4 zeigt
das erfindungsgemäße Katheter-Set
mit einer veränderten äußeren Verpackungsform.
Der Urinaufnahmeraum 5 erstreckt sich nicht über die
gesamte Länge
des Katheteraufnahmeraums und bietet somit gegenüber der Ausführungsform
aus 1 veränderte
Applikationsvorteile.
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Vorgeschlagen
wird ein Katheter-Set 1 umfassend eine aus einem folienartigen
Material hergestellte Verpackung 2, in der ein Reservoir 17 mit
einem Aktivierungsmittel und/oder einem Gleitmittel vorgesehen ist,
und einen Blasenkatheter 7 mit einem flexiblen Katheterschaft 9 und
einer Katheterspitze 8, wobei die Verpackung 2 einen
im Wesentlichen röhrenförmigen Katheteraufnahmeraum 3 aufweist,
in den der Blasenkatheter 7 eingelegt ist, wobei an dem
der Katheterspitze 8 zugeordneten Ende des Katheteraufnahmeraums 3 eine
Austrittsstelle 11 für
den Blasenkatheter 7 vorgesehen ist und wobei das Reservoir 17 an
einer Längsseite
des Katheteraufnahmeraums 3 am Katheteraufnahmeraum 3 angeordnet
ist. In der Verpackung 2 ist eine in Richtung der Katheterspitze 8 gerichtete
Aktivierungs- und/oder Gleitmittelführung 20, zur Unterstützung einer
in Katheterspitzenrichtung gerichteten Benetzung der Oberfläche des
Blasenkatheters 7 mit dem Aktivierungsmittel und/oder Gleitmittel
aus dem Reservoir 17, ausgebildet, die einen in der Verpackung 2 ausgebildeten
Reservoiraufnahmeraum 4, in dem das Reservoir 17 angeordnet
ist, mit dem Katheteraufnahmeraum 3 verbindet.
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Die
Erfindung beschränkt
sich nicht auf die vorstehend angegebenen Ausführungsbeispiele. Vielmehr ist
eine Anzahl von Varianten denkbar, welche auch bei grundsätzlich anders
gearteter Ausführung
von den Merkmalen der Erfindung Gebrauch machen.