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Die
Erfindung betrifft ein Verfahren zur Vermessung räumlicher
Objekte, insbesondere asphärischer
Linsen sowie eine entsprechende Vorrichtung.
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Die
Vermessung räumlicher
Objekte, insbesondere die Vermessung von Objekten mit so genannten
Freiformflächen,
stellt nach wie vor ein erhebliches Problem dar. Vorhandene 3D-Messverfahren
beruhen beispielsweise auf dem punktweisen Antasten der Oberfläche. Sie
sind aufwändig
und zeitraubend.
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Davon
ausgehend ist es Aufgabe der Erfindung, ein Verfahren anzugeben,
mit dem sich räumliche
Objekte einfach und zuverlässig
vermessen lassen. Insbesondere soll das Verfahren zur Vermessung
von Freiformflächen
kleinerer Objekte geeignet sein. Das Verfahren soll sich des Weiteren
insbesondere für
die Vermessung asphärischer
Linsen eignen. Dabei sollen in möglichst
kurzer Messzeit Messwerte gewonnen werden, die eine Einschätzung der Form
des gesamten Objekts, z. B. der asphärischen Linse gestatten. Dies
soll möglich
werden, ohne die gesamte Oberfläche
des Objekts lückenlos
mit Messpunkten zu überziehen.
Außerdem
soll eine entsprechende Messvorrichtung geschaffen werden.
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Diese
Aufgaben werden mit dem Verfahren nach Anspruch 1 sowie der Vorrichtung
nach Anspruch 11 gelöst:
Bei
dem erfindungsgemäßen Verfahren
wird mittels eines Tastschnittgeräts mindestens eine Abtastung der
Objektoberfläche
unter verschiedenen Relativdrehpositionen des Objekts in Bezug auf
das Tastschnittgerät
aufgenommen. Die Abtastung kann als gekrümmter Tastschnitt angesehen
werden. Sie erfolgt als Abtastung des Objekts mittels der Tastspitze entlang
einer in Draufsicht geraden oder auch gekrümmten Linie. Auf dieser Linie
werden während
der Bewegung der Tastspitze Messwerte vorzugsweise kontinuierlich
oder quasi kontinuierlich geliefert werden. Letzteres ist beispielsweise
der Fall, wenn das Tastschnittgerät einen Sensor aufweist, der
Sensorsignal z. B. in diskreten Zeitabständen abgibt. (Unter „Draufsicht" wird eine Ansicht
verstanden, die sich ergibt, wenn der Betrachter in Richtung der
Drehachse eines Drehtischs, der das Objekt trägt, auf das Objekt schaut.)
Deshalb wird im Folgenden unter dem Begriff „Tastschnitt" nicht nur eine möglichst
lückenlose Aufnahme
von Messwerten entlang einer Geraden, sondern auch die Abtastung
auf einer gekrümmten Linie
verstanden.
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Die
Tastschnitte können
z. B. entlang zweier in Draufsicht gerader Linien aufgenommen werden, die
in einem Winkel bezüglich
einer Drehachse des Objekts zueinander orientiert sind. Vorzugsweise
laufen beide Tastschnitte durch das Drehzentrum des Objekts. Alternativ
beginnen sie oder enden sie in enger Nachbarschaft zu dem Drehzentrum.
Es ist möglich,
beide Tastschnitte von einem Rand des Objekts über seinen Zenit, der vorzugsweise
im Drehzentrum liegt, zu dem anderen Rand zu führen. Es ist desgleichen möglich, einen
Tastschnitt lediglich über
die Radiuslänge
des Objekts oder eine Teillänge
desselben auszuführen
und den Tastschnitt dann in verschiedenen Winkelpositionen des Objekts
bezogen auf eine vertikale Drehachse desselben, z. B. in einem 180°-Winkelabstand
oder auch in anderen Winkelabständen
zu wiederholen. Vorzugsweise ergeben sich somit mindestens zwei
in Draufsicht z. B. lineare Tastschnitte, die in einem Winkel zueinander
stehen, der größer als
Null und höchstens
180°, vorzugsweise
kleiner als 180°,
z. B. 90° ist.
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Zur
Aufnahme dieser beiden Tastschnitte verbleibt das Objekt vorzugsweise
in Ruhe. Es kann von einem Drehtisch aufgenommen sein, der es in
einer fixierten Winkelposition hält.
Vor Durchführung
eines zweiten Tastschnitts wird der Tisch um einen gegebenen Winkelbetrag
weiter gedreht.
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Es
ist aber auch möglich,
die Tastschnitte kreisförmig
auszuführen.
Hierzu wird die Tastspitze des Tastschnittgeräts in einem gegebenen Abstand zu
der Drehachse des Drehtischs und somit des Objekts positioniert.
Während
das Objekt um diese Achse gedreht wird, unternimmt das Tastschnittgerät keine
Schleppbewegung. Das Objekt wird somit entlang einer Kreislinie
abgetastet. Es ist auch möglich,
die Tastspitze ein- oder mehrfach von der Objektoberfläche abzuheben,
so dass das Objekt entlang von Kreisbögen abgetastet wird.
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Nach
Ausführung
einer solchen Tastschnittmessung bei einem gegebenen Radius wird
der Abstand der Tastspitze zu der Drehachse verstellt und eine erneute
Messung durch Durchfüh rung
eines Tastschnitts ausgeführt.
Wiederum findet keine Schleppbewegung statt. Deshalb ergibt sich
wieder eine kreislinienförmige
oder aus oder mehreren Kreisbögen
bestehende Abtastlinie.
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Die
so entstehenden Kreisbögen
sind zueinander vorzugsweise konzentrisch. Außerdem können sie in äquidistanten
Radiusabständen
zueinander aufgenommen werden. Es ist auch möglich, die Tastschnittdichte
in besonders interessierenden Zonen, beispielsweise zentrumsnah,
zu erhöhen
und somit hinsichtlich der Radiusdifferenzen nicht äquidistanten
konzentrischen Kreisen zu arbeiten.
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Es
ist des Weiteren möglich,
die lineare Abtastung und die Kreisabtastung zu kombinieren. Damit
lassen sich insbesondere asphärische
Linsen schnell und sicher vermessen.
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Es
hat sich herausgestellt, dass durch die Abtastung insbesondere asphärischer
Linsen unter verschiedenen Drehwinkeln um die Mittelachse (linear
in verschiedenen Radiusrichtngen, auf Kreislinien und/oder kombiniert,
d. h. auf Spiralen) mit wenigen kurzen Messungen Daten gewonnen
werden können,
die eine sehr verlässliche
Einschätzung
der Maßhaltigkeit
und somit der Qualität
der Asphäre
gestatten.
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Eine
alternative Abtastung ergibt sich bei gleichzeitiger Ausführung einer
Drehbewegung des Drehtischs und einer Schleppbewegung des Tastschnittgeräts. Es ergibt
sich ein spiralförmiger
Tastweg, wobei die Spirale ihren Anfang an der Drehachse oder in
unmittelbarer Nähe
derselben, d. h. auf dem Azimuth des Objekts, nimmt.
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Mit
dem vorgenannten Verfahren ist eine 3D-Messung von Objekten mit
Hilfe von Tastschnitten unter verschiedenen Winkeln der Drehachse und/oder
Kreismessungen auf verschiedenen Radien und/oder Spiralbahnen möglich. Insbesondere eignet
sich das Verfahren zur Vermessung optischer Komponenten, insbesondere
asphärischer
Linsen. Vorzugsweise können
die Bahnen durch Vorgabe von Start- und Zielpunkten, Winkeln und/oder
Radien verändert
werden. Eine entsprechende Bedien- oder Auswerteeinrichtung kann
dazu mit einer entsprechenden Eingabeschnittstelle versehen sein.
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Die
erhaltenen Tastschnitte (Schnitte, Kreisbahnen, Spiralbahnen) werden
vorzugsweise in ein gleichmäßiges X-Y-Raster umgerechnet,
das in einer senkrecht zur Drehachse gegebenen Ebene liegt. Die
gemessenen Bahnen weisen dann punktweise Z-Werte auf, die den Abstand
von der genannten Ebene kennzeichnen.
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Der
Zenit des Messobjekts wird vorzugsweise auf die Drehachse gelegt.
Dies ergibt eine einfache und übersichtliche
Messung.
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Für eine Drehposition
des Drehtischs gewonnene lineare Tastschnitte müssen sich nicht über das
gesamte Messobjekt erstrecken. Sie können z. B. auch durch einen
weiteren Schnitt nach einer Drehung des Messobjekts um 180° ergänzt werden.
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Das
Messobjekt kann auf dem Drehtisch mit einer gewissen Kippung montiert
sein. Diese Kippung wirkt sich auf die gewonnenen Messwerte aus. Insbesondere
bei der Kreisabtastung ist die Kippung leicht erfassbar. Die gewonnenen
Messergebnisse können
mit der erfassten Verkippung korrigiert werden.
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Das
vorgeschlagene Verfahren hat außerdem
den Vorzug, dass nach Wechsel des Messobjekts kein erneutes Ausrichten
einer oder mehrerer Messachsen oder irgendwelcher Hilfsachsen benötigt wird.
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Des
Weiteren ist vorzugsweise eine Verstelleinheit vorgesehen, die die
Position des Tastschnittgeräts
in Bezug auf die Drehachse verstellen kann. Dadurch kann eine solche
Einstellung gewonnen werden, dass der Tastschnitt durch den Mittelpunkt der
Drehachse läuft.
Die Verstelleinheit kann eine Verschiebung, Drehung oder Verschwenkung
des Tastschnittgeräts
oder des Tasters am Tastschnittgerät bewirken.
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Das
vorgestellte Verfahren eignet sich nicht nur zur Erfassung rotationssymmetrischer
Flächen. Vielmehr
können
durch unterschiedliche Tastschnittlängen in unterschiedlichen Winkelpositionen
oder unterbrochene Kreis- und Spiralbahnen auch beliebige Flächen, wie
z. B. Rechteckflächen,
Ellipsen, unterbrochene Flächen
oder Flächen
mit Ausnehmungen oder Löchern
gemessen werden. Die Abtastung kann mechanisch-berührend erfolgen.
Dazu werden entsprechende Tastspitzen über die Objektoberfläche geschleppt.
Es können
aber auch berührungslose
Abtastverfahren, z. B. optische Tastverfahren zur Anwendung kommen.
Auch hier wir, wie bei dem mechanischen Verfahren, ein Sensor verwendet,
der eine vorzugsweise nur punktuelle Aufnahme eines Messwertes liefert,
und der entsprechende Messpunkt wird dann entlang der gewünschten
Abtastlinie vorzugsweise kontinuierlich über die Objektoberfläche bewegt,
um fortwährend
Messwerte aufzunehmen.
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Weitere
Einzelheiten vorteilhafter Ausführungsformen
der Erfindung ergeben sich aus der Zeichnung und der Beschreibung.
Die Beschreibung ist auf wesentliche Aspekte der Erfindung und sonstiger
Gegebenheiten beschränkt.
Die Zeichnung offenbart weitere Einzelheiten. Es zeigen:
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1 einen
Messplatz zur Durchführung des
erfindungsgemäßen Verfahrens
in schematisierter Darstellung und
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2 bis 4 verschiedene
Tastwege, dargestellt als Draufsicht auf ein zu vermessendes Objekt
in schematisierter Prinzipdarstellung.
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In 1 ist
eine Messeinrichtung 1 schematisch veranschaulicht, die
dazu dient, ein Objekt 2 beispielsweise in Form einer asphärischen
Linse im Tastschnittverfahren zu vermessen. Dazu dient ein Tastschnittgerät 3,
das einen in Vertikalrichtung Z beweglichen Tastarm 4 mit
einer Tastspitze 5 aufweist. Zur Bewegung in Z-Richtung
ist der Tastarm 4 beispielsweise um eine Horizontalachse
schwenkbar gelagert. Seine Schwenklagerung 6 wird von dem Tastschnittgerät 3 bereitgestellt,
wie in 1 durch einen Aufbruch an dem Gehäuse des
Tastschnittgeräts 3 sichtbar
ist. Außerdem
steht der Tastarm 4 mit einem Messsystem 7 in
Verbindung, das die Auslenkungen des Tastarms 4 erfasst
und in Messwerte umsetzt. Die Messwerte geben dann in Verbindung
mit den objektbezogenen Positionswerten des Antastpunkts, bei dem
die Tastspitze 5 das Objekt 2 berührt, die
Form des Objekts wieder. Bei besonders hoher Auflösung kann
evtl. auch die Rauheit erfasst werden. Außerdem ist es möglich, Taster
mit variabler Wirkrichtung einzusetzen. So kann die Messrichtung immer
senkrecht zu einer gekrümmten
Oberfläche gehalten
werden.
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Die
Tastspitze 5 des Tastarms 4 ist in einem Ausführungsbeispiel
eine Stahlspitze. An ihrer Stelle kann auch eine Diamantspitze oder
eine sonstige mechanische Struktur Anwendung finden, die geeignet
ist, über
die Oberfläche
des Objekts 2 geschleppt zu werden, ohne dieses zu beschädigen. Dazu
liegt der Tastarm 4 vorzugsweise mit einer vorbestimmten Kraft
an der Oberfläche
des Objekts 2 an. Zur Erzeugung dieser in Z-Richtung nach
unten gerichteten Kraft kann eine Feder oder ein sonstiger Kraftgenerator
dienen, der an dem Tastarm 4 angreift. Anstelle der mechanischen
Abtastung ist aber auch eine berührungslose
Abtastung möglich.
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Das
Tastschnittgerät 3 weist
eine Motorstelleinrichtung auf, die dazu eingerichtet ist, die Schwenklagerung 6 und
mit ihr den Tastarm 4 sowie das Messsystem 7 in
einer horizonta len Richtung, beispielsweise der X-Richtung kontrolliert
zu bewegen. Die X-Richtung wird auch als Schlepprichtung bezeichnet,
weil der Tastarm in dieser Richtung über die Oberfläche des
Objekts 2 geschleppt wird. Die Schlepprichtung erstreckt
sich ungefähr
in Längsrichtung
des Tastarms 4. Alternativ kann das Tastschnittgerät 3 in
Ruhe bleiben und das Objekt bewegt werden. Die Schlepprichtung kann
dann die x-Richtung oder
auch die y-Richtung sein.
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Das
Tastschnittgerät 3 ist
durch ein Gestell, beispielsweise in Form eines Stativs 8 gehalten,
das auf einer Grundplatte 9 steht. Vorzugsweise ist das Tastschnittgerät 3 an
dem Stativ 8 in Vertikalrichtung Z kontrolliert verstellbar.
Dazu kann ein Motorantrieb dienen, der auch als Vertikalverstellachse
bezeichnet wird.
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Bei
einer bevorzugten Ausführungsform
ist das Stativ 8 zudem in einer weiteren Horizontalrichtung
Y auf der Grundplatte 9 verstellbar gelagert. Die Verstellrichtung
Y ist rechtwinklig zu der Verstellrichtung Z und zu der Schlepprichtung
X. Zusätzlich
kann eine Neigeachse 10 vorgesehen sein, mit der das Tastschnittgerät 3 um
eine zu der Y-Richtung parallele Achse neigbar ist.
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Die
Grundplatte 9 trägt
außerdem
einen Drehtisch 11, der das Objekt 2 lagert und
somit eine Werkstück-
oder Prüflingsaufnahmevorrichtung
bildet. Der Drehtisch 11 ist dazu eingerichtet, das Objekt 2 kontrolliert
um eine Vertikalachse 12 zu drehen und in vorgegebenen
Drehpositionen zu halten. Die Achse 12 ist vorzugsweise
parallel zu der Säule 8 und
der Verstellrichtung Z. (Es können
aber auch nichtparallele Ausrichtungen genutzt werden, bei denen
zwischen der Säule 8 und
der Verstellrichtung Z ein Winkel eingeschlossen ist.) Die Schlepprichtung X
schneidet die Drehachse 12. Dies bedeutet, dass die Tastspitze 5 beim
Abtasten der Oberfläche
des Ob jekts 2 eine die Drehachse 12 schneidende
Linie abfährt.
Um diesen Zustand präzise
einzustellen, ist entweder die Säule 8 und/oder
alternativ der Drehtisch 11 in Verstellrichtung Y verstellbar.
Vorzugsweise ist dazu ein Motorstellantrieb vorgesehen, der auch
als Verstellachse bezeichnet wird.
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Der
Drehtisch 11 kann mit einer oder zwei weiteren Verstellachsen
ausgerüstet
sein, die in 1 nicht veranschaulicht sind.
Dazu gehören
beispielsweise ein oder zwei Kippachsen. Beispielsweise eine erste
Kippachse parallel zur X-Richtung und eine zweite Kippachse parallel
zur Y-Richtung. Damit kann z. B. eine ebene Aufnahmefläche 13 des
Drehtischs 11 zur Aufnahme des Objekts 2 präzise parallel zu
der Verstellrichtung Y und der Schlepprichtung X ausgerichtet werden.
Diese Achsen werden genutzt, um die Drehachse zu dem Objekt 2 auszurichten.
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Die
Tastspitze 5 ist gemäß vorstehender
Beschreibung eine berührende
Tastspitze, die die Oberfläche
des Objekts 2 beim Messen berührt.
Alternativ kann eine nicht berührende
Tastspitze 5 vorgesehen sein. Beispielsweise wird eine
solche durch einen Lichtstrahl gebildet, der in Richtung der Tastspitze 5 auf
die Objektoberfläche
gesendet und von dieser ganz oder teilweise reflektiert wird. Durch
eine geeignete optische Auswerteeinrichtung wird entweder die Länge des
Lichtwegs erfasst und ausgewertet, wobei der Tastarm 4 in
diesem Fall starr gehalten sein kann, oder es wird durch eine geeignete
Regelschleife die Länge
des Lichtwegs (von dem Tastarm 4 zu der Objektfläche) konstant
gehalten und die sich ergebende Verschwenkung des Tastarms 4 registriert
bzw. gemessen. Damit ist eine Abtastung besonders empfindlicher
Objektoberflächen
möglich.
Weitere physikalische Messprinzipien sind einsetzbar.
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Die
insoweit beschriebene Messvorrichtung 1 arbeitet wie folgt:
Nach
Platzierung des Objekts 2, beispielsweise einer asphärischen
Linse, auf der Aufnahmefläche 13 wird das
Objekt 2 oder der Drehtisch 11 bzw. seine Aufnahmefläche zunächst so
justiert, dass die Aufnahmefläche 13 parallel
zu der X- und der Y-Richtung ist, und dass der Zenit 14,
d. h. der höchste
Punkt des Objekts 2 auf der Drehachse 12 liegt.
Dies kann mit Hilfe einer oder mehrerer Probemessungen geschehen,
bei denen der Zenit 14 des Objekts 2 gesucht wird.
Beispielsweise sind solche Probemessungen mit mehreren Tastschnittmessungen
zu bewerkstelligen, die auf zueinander parallelen Linien über die Oberfläche des
Objekts 2 führen.
Nach Einjustierung des Objekts 2 und außerdem Justierung des Tastschnittgeräts 3 so,
dass die Schlepprichtung X die Drehachse 12 schneidet oder
mit anderen Worten, dass die Tastspitze 5 genau radial
zu der Drehachse 12 bewegt wird, wenn die in Schlepprichtung
X wirksame Vorschubeinrichtung betätigt wird.
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In
dieser Einstellung wird das Objekt 2 in eine vorbestimmte
Drehposition gefahren und dann die in 2 angedeutete
Tastschnittmessung entlang einer ersten, in Draufsicht vorzugsweise
linearen Tastlinie 15 durchgeführt. Dabei wird die Tastspitze 5 entlang
der Linie 15 über
die Objektoberfläche geschleppt.
Die Tastspitze 5 folgt dabei der Kontur des Objekts 2,
d. h. sie beschreibt aus Seitenansicht (1) einen
Bogen. Der Tastarm 4 führt
eine entsprechende Schwenkbewegung aus, die von dem Messsystem 7 registriert
wird.
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Nach
Abtastung des Objekts 2 entlang der Linie 15 wird
der Drehtisch um die Drehachse 12 beispielsweise um 90° gedreht.
Dazu kann die Tastspitze 5 von der Oberfläche des
Objekts 2 abgehoben werden. Alternativ kann die Tastspitze
auf der Oberfläche
verbleiben. Sodann wird wiederum durch Betätigung der Vorschubeinrichtung
und somit Bewegung des Tastarms 4 in Schlepprichtung X
eine Abtastung des Objekts 2 vorgenommen, im Rahmen derer
die Tastspitze 5 entlang der Linie 16 über die Oberfläche des
Objekts geschleppt wird.
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Nach
Durchführung
dieser beiden linearen Tastschnittmessungen werden vorzugsweise
Kreismessungen durchgeführt.
Dies kann geschehen, indem die Tastspitze 5 in einem gegebenen
Abstand d. h. mit einem ersten Radius r1 zu der Drehachse 12 die
Abtastung des Objekts 2 beginnt. Durch Aktivierung des
Drehtischs 11 wird eine Abtastung entlang einer Kreislinie 17 vorgenommen.
Die Bewegungen des Tastarms 4 werden von dem Messsystem 7 erfasst.
Die Schleppvorrichtung bleibt stillgesetzt. Vorzugsweise erfolgt
die Abtastung auf dem Radius r1 und somit der Kreislinie 17 durch
entsprechende Positionierung bzw. Radialverstellung zwischen der Tastspitze 5 und
der Drehachse 12 durch Betätigung der Verstellachse Y.
Alternativ kann der radiale Abstand r1 zwischen der Tastspitze 5 und
der Drehachse 12 auch durch entsprechende Einstellungen
der Schleppachse X oder kombinierte durch Einstellung der Verstellachse
Y und der Schleppachse X erreicht werden.
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Nach
Durchführung
der Tastschnittmessung auf der Kreislinie 17 wird der Radius
zwischen der Tastspitze 5 und der Drehachse 12 auf
den Radius r2 vergrößert, so
dass die Abtastung nun entlang der Kreislinie 18 vorgenommen
werden kann. Hinsichtlich der Erzielung der Radialverstellung wird
auf die obigen Ausführungen
verwiesen. In weiterer Folge kann auf weiteren Kreislinien 19 mit
dem Radius r3, 20 mit dem Radius r4, 21 mit dem
Radius r5 usw. abgetastet werden. Die Radiusdifferenzen Δr zwischen den
einzelnen Radien r1 bis r5 können
konstant oder auch zweckentsprechend anderweitig festgelegt werden,
wobei besonders interessierende oder kritische Berei che des Objekts 2 mit
einer größeren Kreisliniendichte überzogen
werden können.
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Aus
den gewonnenen Tastschnitten auf den Linien 15, 16 und
den Kreislinien 17 bis 20 kann nun eine nicht
weiter dargestellte Auswerteeinrichtung das Oberflächenprofil
des Objekts 2 errechnen. Die gewonnenen Messwerte können in
ein X-V-Raster oder
auch ein r-ϕ-Raster umgerechnet werden und als Messwerte
ausgegeben werden. Mit einer entsprechenden Bedienvorrichtung können die
Winkelpositionen der Linien 15, 16, die Radien
der Kreislinien 17 bis 20 und andere Messparameter
vorgegeben werden.
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3 veranschaulicht
eine abgewandelte Ausführungsform
des erfindungsgemäßen Messverfahrens,
wie es sich beispielsweise für
rechteckig umrandete Objekte 2' eignet. Ein solches ist in 3 gestrichelt
angedeutet. An Stelle geschlossener Kreislinien sind zumindest im äußeren Bereich
kreisbogenförmige
Abtastlinien 21, 22 vorgesehen. Ansonsten gilt
die vorige Beschreibung entsprechend.
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Während bei
den vorbeschriebenen Ausführungsformen
zur Abtastung entweder nur die Schleppachse X oder nur die Drehachse 12 des Drehtischs 11 betätigt worden
ist, zeigt 4 eine abgewandelte Ausführungsform,
bei der die Abtastung auf einer Spirallinie 23 vorgenommen
wird, die auf der Drehachse 12 oder in deren unmittelbarer Nähe entspringt.
Von dort ausgehend windet sich die Spirallinie 23 mehrfach
um die Drehachse 12. In einer ersten einfachen Ausführungsform
wird mit einer konstanten Drehgeschwindigkeit des Drehtischs 11 und
einer konstanten Schleppgeschwindigkeit in Richtung der Schleppachse
X gearbeitet. Es entsteht eine Spirale mit konstanter Steigung.
In vielen Fällen ist
eine Spirale mit nach außen
zunehmender Steigung gewünscht,
wie sie in 4 angedeutet ist. Eine solche
kann erreicht werden, indem der Drehtisch mit zunehmendem Radius
der Tastspitze 5 immer langsamer gedreht wird. Dies hat
einerseits den gewünschten
Effekt der Zunahme der Spiralsteigung mit zunehmendem Radius und
andererseits den Effekt einer Minderung der Zunahme der Gleitgeschwindigkeit
der Tastspitze 5 mit zunehmendem Radius. Wenn gewünscht, kann
die Gleitgeschwindigkeit der Tastspitze 5 auch konstant
gehalten werden. Es ist auch möglich,
die Drehzahl des Drehtischs 11 konstant zu halten und die
Schleppgeschwindigkeit zu variieren. Außerdem können bei einer weiteren Ausführungsform
sowohl die Drehzahl des Drehtischs 11 als auch die Schleppgeschwindigkeit
in Richtung der Schleppachse X variiert werden.
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Zur
Durchführung
von 3D-Messungen ist die Kombination eines Drehtischs 11 zur
Aufnahme eines Objekts 2 mit einem Tastschnittgerät 3 zur
Abtastung der Oberfläche
des Objekts 2 vorgesehen. Die Abtastung der Objektoberfläche erfolgt
bei zumindest zwei verschiedenen Drehpositionen des Objekts 2. Vorzugsweise
werden Tastlinien gewählt,
die sowohl radial zu der Drehachse 12 des Drehtischs 11 wie auch
in Umfangsrichtung bezogen auf die Drehachse 12 verlaufen.
Diese Abtastungen können
gesondert nacheinander als radiale lineare Abtastungen und als Kreisabtastungen
sowie auch gleichzeitig als Spiralabtastung durchgeführt werden.
In jedem Fall werden Messwerte gewonnen, aus denen sich die räumliche
Gestalt der Objektoberfläche
mit hoher Genauigkeit und in kurzer Messzeit ergibt.
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- 1
- Messvorrichtung
- 2
- Objekt
- 3
- Tastschnittgerät
- z
- Vertikalrichtung
- 4
- Tastarm
- 5
- Tastspitze
- 6
- Schwenklagerung
- 7
- Messsystem
- 8
- Stativ
- 9
- Grundplatte
- x
- Schlepprichtung
- y,
z
- Verstellrichtung
- 10
- Neigeachse
- 11
- Drehtisch
- 12
- Drehachse
- 13
- Aufnahmefläche
- 14
- Zenit
- 15,
16
- Linie
- r1–r5
- Radius
- 17–20
- Kreislinie
- 21,
22
- Tastlinien
- 23
- Spirallinie
- X,
Y, Z
- allgemeine
Koordinatenrichtungen
- A,
B, C
- allgemeine
Schwenkachsen
- HZ,
HY, HX
- lineare
Hilfsachsen, z. B. für
Säule 8
- HA,
HC
- Schwenkhilfsachsen,
z. B. für
Säule 8
- HB
- Schwenkhilfsachse,
z. B. als Achse 10 für
Tast schnittgerät 3
- U,
V, W
- Koordinatenrichtungen
für die
Tastspitze 5
- TX,
TY, TZ
- lineare
Stellachsen des Drehtischs 11
- TA,
TB, TC
- Neigeachsen
des Drehtischs 11